Heinrich Mann - Professor Unrat

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Es gibt 7 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Kiba.

  • Professor Unrat von Heinrich Mann


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    Inhalt:


    Ein tyrannischer Professor eines Gymnasiums, Professor Raat, der von einigen Schülerjahrgängen Unrat verhöhnt wird, ist die Hauptfigur in dieser Schulgeschichte. Außerdem der Geschichte einer Mesalliance und dem Spiegel des Gesellschaftsbilds der Jahrhundertwende. Unrat erschwert mit seiner Unterrichtsweise und einem übersteigernden Racheverlangen, nämlich jeden Schüler, der sich widersetzt, "fassen" zu wollen, vielen Schülern und beinahe einer ganzen Stadt das Leben. Er fühlt sich durch sein Wissen und seine - dem Lehrer innewohnende Macht- anderen ständig überlegen. Zudem verstrickt er sich in in eine Beziehung zu Rosa Fröhlich, einer Frau aus dem "leichten" Gewerbe. Letztlich verliert er noch viel mehr als nur seine gesellschaftliche Stellung.


    Meine Meinung:


    Ein wirklich lesenswertes Buch - das einmal zu allererst. Mir gefiel die Darstellung der Gesellschaftskritik, der Bildungskritik und auch die der Doppelmoral der Gesellschaft. Der Professor und sein Machtverhalten, der dekadente Schüler Lohmann und die ganze Geschichte um Rosa Fröhlich - kurz, die ganze satirische Umsetzung haben mich angesprochen.
    An manchen Stellen musste ich mich ein wenig durchkämpfen, an manchen habe ich dann wieder los gelacht.


    Daher meine Bewertung:


    3ratten


    Liebe Grüße,


    bella* und ihre erste Rezension hier.. ;-)


    Smiley aus Titel entfernt. LG, Valentine

    Einmal editiert, zuletzt von Valentine ()

  • Professor Unrat ist mein Lieblingsbuch :klatschen: Ich mag besonders die ersten Kapitel, die in der Schule spielen.


    "Die Schüler müssen einen Aufsatz darüber schreiben. Ansonsten geht sie das Thema nichts an."


    Es ist wirklich eigenartig, dass Schüler schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts, die gleichen dummen Witze gemacht haben (wenn auch mit anderem Vokabular) wie heute und dass gerade das Sinnlos-Lernen immer noch aktuell ist. Also eines ist mal klar: bei mir macht keiner Abitur, ohne vorher die Bekanntschaft mit Herrn Unrat gemacht zu haben.


    5ratten


    Claudi

  • Ich musste es vor kurzem im Rahmen des Deutschunterrichts lesen und fand es schrecklich. Obwohl ich mich gewissermaßen sogar schon gefreut hatte, da meine Deutschlehrerin bemerkt hatte, dass Heinrich viel moderner gewesen sein soll als sein Bruder. Ich fand ihn genauso unlesbar.
    In meiner Vorstellung war der Unrat mein alter, wirklich ekliger Mathelehrer und Rosa Fröhlich erinnerte mich mit ihrem 'bunten Gesicht' immer ein bisschen an Nina Hagen :breitgrins:
    Mich konnte leider weder die Geschichte noch der Stil begeistern, sondern fand es nur langatmig und langweilig. Die ersten 50 Seiten waren die Schlimmsten und erst auf den letzten 50 wurde es einigermaßen interessant und die Handlung kam ein wenig in Schwung, aber das war dann doch zu wenig, als dass es das Buch hätte retten können.
    Von mir also:


    1ratten

  • Der alternde Professor Raat, der von allen nur Unrat genannt wird, ist ständig nur in Sorge darüber, dass seine Schüler diesen Spitznamen hinter seinem Rücken gebrauchen. Diesen Schülern will er es heimzahlen und zwar nicht nur auf schulischer Ebene, am liebsten würde er ihnen ihre komplette berufliche Zukunft verbauen. Eines Tages entdeckt er im Heft eines Schülers ein Gedicht über eine gewisse Rosa Fröhlich. Er macht sich auf die Suche nach dieser Dame und findet heraus, dass sie eine Künstlerin in einem etwas zwielichtigen Lokal ist. Um seinen Schülern nicht die Gelegenheit zu geben, mit ihr Zeit zu verbringen, freundet er sich selbst mit ihr an und hält sich jeden Abend bei ihr auf. Wie diese Bekanntschaft sein Leben verändert, lässt sich in "Professor Unrat" nachlesen.


    Leider hat mir das Buch so gar nicht gefallen. Ich kann eigentlich noch nicht mal genau sagen, an was es lag. Ich fand die Geschichte langweilig und Professor Unrat unsympathisch. Sein Schicksal hat mich nicht interessiert und seine Gedanken darüber, wie er das Leben seiner Schüler am besten zerstören kann, haben mich aggressiv gemacht. So musste ich mich öfter zum Weiterlesen zwingen. Erst im letzten Drittel wurde das Buch für mich halbwegs interessant und lies sich besser lesen.


    Weiter möchte ich meine Abneigung gegen diesen Klassiker nun auch gar nicht ausführen, da dies nur eine sehr persönliche Abneigung ist, die ich wohl meinen Deutschlehrern verdanke, die mir deutsche Literatur oft genug zu einer Qual gemacht haben. Deshalb gibt es an dieser Stelle nur 2ratten

    ~~better to be hated for who you are, than loved for who you&WCF_AMPERSAND're not~~<br /><br />www.literaturschaf.de

  • Professor Unrat gehört- wie Anton Reiser, wenn auch aus andern Gründen - zu den "Helden", die einem gar nicht sympathisch zu sein brauchen. Im Gegenteil. Gerade Raat wurde wohl von Heinrich Mann von Beginn weg und in voller Absicht als Unsympath gezeichnet. Ich vermute ja, dass die beiden Brüder Mann auch gröbere Probleme mit ihren Lehrern gehabt haben ... :zwinker: :breitgrins:

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • Mir hat Professor Unrat auch gut gefallen, besonders wenn man Heinrich Manns Bruder kennt. Die nächtlichen Begegnungen des Professor mit seinen Schülern haben mir besonders gut gefallen. Unrat verfällt immer mehr der Liederlichkeit. Am Anfang exerziert er noch grammatische Übungen an Homers Werken, am Ende fröhnt er der Sängerin (außerdem ein Nymphen- Motiv). Die Stadt erinnert stark an Lübeck :). Ein Lesevergnügen.

    Da wurde mir klar, dass entweder ich verrückt war oder die Welt. Und ich tippte auf die Welt. Und natürlich hatte ich recht. (Jack Kerouac)

  • Heinrich Mann


    Professor Unrat


    Der Gymnasiallehrer Raat, Spitzname Unrat, hat nicht etwa die Absicht, seinen Schülern etwas Nützliches beizubringen und ihnen beim Start ins Erwachsenenleben zu helfen. Vielmehr versucht er, sie zu Fall zu bringen, ihnen zu schaden. Als Lehrer ist er also ein absoluter GAU. Und so hat der Leser auch kaum Mitleid, als Unrat selbst auf Abwege und ins Straucheln gerät…


    Allerdings kam mir Unrats Wandlung zu abrupt und zu komplett vor, um glaubwürdig zu sein. Mit nur einer sympathischen Figur ist die Lektüre etwas schwierig, und ich bin froh, dass sie mir nicht als Zwangs-Schulstoff begegnet ist.


    2ratten

    Bücher sind Magie zum Mitnehmen.