Rainer Cordts - Der Tonsetzer

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 5 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Karthause.

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    Inhalt


    "Hannover im 19. Jahrhundert: Zwei Männer buhlen um die Gunst der reizenden Haushälterin Anna. Während der schüchterne Klavierbauergeselle Roland Hauer versucht, Annas Herz mit Romantik und Hingabe zu erobern, widmet Komponist Harald van Basten ihr seine ungezügelte Leidenschaft. Da findet Anna einen Stapel Liebesbriefe in van Bastens Schrank. Die tief berührenden Texte legen Zeugnis ab von einer heimlichen, einer verbotenen Liebe, und sie erzählen von Schuld und Sühne. Doch wer schrieb die Briefe? Anna beschließt, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen."



    Meine Meinung


    Dieses Buch ist einfach nur genial!


    Von dem Erstlingswerk des Autors „Leanders Passion“ war ich im letzten Jahr ja schon so begeistert, aber „Der Tonsetzer“ ist sogar noch besser!


    Auch bei diesem Buch ist der Klappentext etwas verwirrend, denn wenn man danach geht, erwartet man eine Geschichte über eine längst vergangene Liebe, die in alten Briefen wieder auflebt und ein dunkles Geheimnis birgt. Darum geht es in diesem Buch zwar auch, aber es ist noch so viel mehr als das!


    Das Buch verbindet die Eigenschaften eines Krimis mit den Schicksalsbeschreibungen vieler verschiedener Menschen, die mal ergreifend, mal traurig, mal wunderschön und mal sehr gruselig zu lesen sind. Und nicht zu vergessen das große wunderbare Thema der Musik, das – wie auch schon bei „Leanders Passion“ - über allem schwebt und immer wieder mit wunderschönen Beschreibungen und Vergleichen in die Geschichte eingebracht wird. :herz:


    Die Kapitel sind recht kurz und sind jeweils aus der Perspektive eines anderen Protagonisten geschrieben. Das hat zur Folge, das die ganze Geschichte sehr lebendig wird und man eigentlich gar nicht aufhören kann zu lesen, denn wenn am Ende eines Kapitels etwas spannendes passierte, muss man sofort einige Kapitel weiterlesen, um zu erfahren, wie es weiter geht. Anfangs hat man noch den Eindruck, dass es viele lose Enden gibt, die aus verschiedenen Teilen auf die Geschichte zutreiben. Am Ende fügt sich das alles zu einem logischen Gesamtbild, das erschreckend und genial zugleich ist!


    Es gibt ein paar tolle Extras, die ich bei Büchern generell immer sehr schätze. Zunächst das Inhaltsverzeichnis mit der Auflistung aller Kapitel, die, nebenbei erwähnt, oft sehr ungewöhnliche und gut durchdachte Namen haben. Am Ende des Buches folgt eine Auflistung aller Klavierstücke, die im Buch erwähnt werden. Das hat mich besonders gefreut, denn beim Lesen habe ich unheimliche Lust bekommen, mir das ein oder andere Stück anzuhören und meine Empfindungen mit denen im Buch zu vergleichen.


    Das Buch hat mich gefesselt und am Ende war ich fast schon traurig, es aus der Hand legen zu müssen.


    Das einzige kleine Manko des Buches ist die Schriftart. Leider wird diese Schrift in der letzten Zeit bei vielen Büchern benutzt. Mir verschwimmt sie immer sehr schnell vor den Augen, ich weiß nicht ob es anderen auch so geht oder ob das an mir liegt. Das ist immer etwas anstrengend beim Lesen.


    Fazit: Eine wahnsinnig gute Mischung…dieses Buch gehört schon jetzt zu meinen Jahreshighlights 2007! :klatschen:


    5ratten und :marypipeshalbeprivatmaus: noch dazu!


    Emoticon aus Threadtitel entfernt. LG, Valentine

    Einmal editiert, zuletzt von Valentine ()

  • Vielen Dank für die Rezi, Capesider :winken:,


    das Buch muss wohl auf meine Wunschliste :smile:, mich würde noch interessieren, ob in dem Buch auch noch ein paar Orte aus Hannover o.ä. erwähnt werden?


    Wohne ja in der Region.


    Lieben Gruß,


    Majorana

  • Danke für die schöne Rezi, Capesider. Ich habe mich von dir verleiten lassen :zwinker:, das Buch liegt jetzt auf dem SUB. Aber spätestens im März werde ich es lesen. Ich freue mich schon darauf.

    Liebe Grüße<br />Karthause :schmetterling:<br /><br />Die Kunst zu lesen, in ein Buch hineinzufallen, darin zu versinken, kaum noch auftauchen zu können, ist ein Stück Lebenskunst. <br />Elke Heidenreich


  • Ich komme auch aus Hannover. :winken:


    Habe mir das Buch bereits besorgt, aber es erst angelesen. Was ich gesehen habe, ist, dass bereits auf der ersten Seite die Knochenhauerstraße erwähnt wird.

    Ich werde kein&nbsp;Geld hinterlassen. Ich werde keinen Aufwand und Luxus hinterlassen. Aber ich möchte ein engagiertes Leben hinterlassen.<br />(Martin Luther King)

  • Ich fand den Roman ziemlich flüssig zu lesen und zum Ende hin hat er mich noch ziemlich überrascht. Dort überschlagen sich die Ereignisse!


    Ich hätte mir noch einen stärkeren historischen Bezug gewünscht, denn so wie das Buch ist, hätte es mit wenigen Änderungen zu jeder Zeit spielen können. Im Vordergrund stehen für mich klar die Kriminal- und Liebesgeschichte. Was Musik anbelangt, bin ich nicht sonderlich bewandert. Wahrscheinlich hätte man noch mehr Zwischntöne aus der Handlung herauslesen können, wenn man die Bedeutung und Inhalte von "Fugen", "Sinfonie" etc. kennt.


    Sehr gelungen finde ich die Gegenüberstellung der beiden jungen Romantiker Roland und Alexander einerseits und den leidenschaftlichen, emotionalen Harald von Basten. Dieser Kontrast zeigt immer wieder, wie unzeitgemäß der Typ, den van Basten verkörpert, im 19. Jahrhundert war. Leider war van Basten dann lange Zeit nicht mehr aktiv an der Handlung beteiligt.


    Für mich war "Der Tonsetzer" gute Unterhaltung. Eine tolle Geschichte, die sich leicht weglesen lässt. Mehr hatte ich mir ehrlich gesagt auch nicht erwartet. Es ist komischerweise so, dass ich immer wieder feststelle, dass Bücher aus dem Heyne-Verlag generell eine Spur an meinem Geschmack vorbei gehen und so nie zu meinen Lieblingsromanen werden. Zu einem gewissen Teil trägt wahrscheinlich auch die Schriftart dazu bei - ich fand sie nicht besonders angenehm fürs Auge.


    3ratten

    Ich werde kein&nbsp;Geld hinterlassen. Ich werde keinen Aufwand und Luxus hinterlassen. Aber ich möchte ein engagiertes Leben hinterlassen.<br />(Martin Luther King)

  • Ich bin ein bisschen enttäuscht über den Tonsetzer. Über Seite 80 kam ich nicht hinaus. Ich kann nicht sagen, dass mich etwas total abgestoßen hat, es war wohl der falsche Zeitpunkt für dieses Buch. Eine zweite Chance wird es auf jeden Fall noch einmal bekommen.

    Liebe Grüße<br />Karthause :schmetterling:<br /><br />Die Kunst zu lesen, in ein Buch hineinzufallen, darin zu versinken, kaum noch auftauchen zu können, ist ein Stück Lebenskunst. <br />Elke Heidenreich