Friedrich Dürrenmatt - Die Physiker

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 17 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Robinson.

  • Hallo!


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    Inhalt:


    "Dürrenmatt hat versucht, die paradoxe Situation darzustellen, in die das fortgeschrittenste Wissen, das der Kernphysik, geraten ist. Es gilt uns als Gipfel menschlicher Erkenntnis. Seine Formulierung hat auch die Hinrichtung der Welt möglich gemacht. Was machen die Entdecker, wenn sie Verantwortung für die Welt spüren? Gibt es Bewahrung der Welt vor dem Wissen? Bewahrung des Wissens vor dem Zugriff der Macht? Die Lösung der Frage führt- auf das Theater. Zum Versteckspiel, zur Maskerade. Dürrenmatts Kernphysiker Möbius, der Entdecker der furchtbaren Formel, flüchtet, seine Familie preisgebend, ins Irrenhaus. Er spielt Irrsinn, er fingiert die Heimsuchung durch den Geist Salomos, um das, was er entdeckte, als Produkt des Irrsinns zu diffamieren. Maskerade wird da zu einem moralischen Akt." Frankfurter Allgemeine Zeitung "Dürrenmatt führt seine Geschichte mit unerbittlicher Konsequenz zu einem Ende, welches die Türen dieses Irrenhauses aufsprengt, tödlich gefährdenden Expolivstoff aus den eben noch schützenden Mauern entläßt in eine schutzlos preisgegebene Welt, und kein Zuschauer entzieht sich tiefster Betroffenheit. Was Dürrenmatt hier aus den Maskierungen gewinnt, wie er etwa das Geigenspiel Einsteins einsetzt, wie er die Positionen fortlaufend vertauscht: das ist nicht nur virtuos, es ist einzigartig. Dürrenmatts Komödie "Die Physiker" wird im Theaterleben der Gegenwart Epoche Machen." Irma Voser / Neue Züricher Zeitung



    Teilnehmer:


    Erendis
    Belle Daaé
    Thomas
    Penta ?
    IceTea
    Gytha
    Saltanah
    booki?
    Doris
    yanni
    Wuffy
    fairy



    Eine kurze Bitte: Damit das ein bisschen angenehmer zu lesen ist, postet erst, wenn ihr angefangen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das ganze immer so sehr in die Länge.


    Interessant für Leserunden-Neulinge ist sicherlich die Leserunden-FAQ. Dort findet ihr auch Informationen z.B. zu Spoilern etc.


    Viel Spaß!

    [size=9px]&quot;I can believe anything, provided that it is quite incredible.&quot;<br />~&quot;The picture of Dorian Gray&quot;by Oscar Wilde~<br /><br />:leser: <br />Henry Fielding - Tom Jones<br /><br />Tad Williams - The Dragonbone Chair<br /><br />Mark Twai

  • Hallo ihr!


    Für mich ist das Buch ja ein re-read, da ich es schonmal in der Schule gelesen habe und früher wirklich begeistert davon war. Entsprechend motiviert habe ich auch angefangen zu lesen und bin mit dem 1. Akt fertig.


    Die Charaktere sind einfach herrlich witzig und natürlich sind sie alle auf ihre Weise verrückt, der arme Inspektor Voß kann einem schon wirklich Leid tun!
    Am besten gefällt mir in diesem Akt natürlich die Stelle, an der Möbius seine Söhne samt neuem Vater kennenlernt und die "neuen" Psalmworte Salomons zitiert.

    "Über Pluto und Transpluto fielen die letzten
    Unanständigen Witze." :lachen:


    Hach, es ist einfach herrlich, aber der 2. Akt muss auf morgen verschoben werden.


    fairy

    [size=9px]&quot;I can believe anything, provided that it is quite incredible.&quot;<br />~&quot;The picture of Dorian Gray&quot;by Oscar Wilde~<br /><br />:leser: <br />Henry Fielding - Tom Jones<br /><br />Tad Williams - The Dragonbone Chair<br /><br />Mark Twai

  • Hallo zusammen,


    ich hatte schon Angst, dass einige das Buch bereits durchgelesen haben, aber es ist ja noch ziemlich ruhig hier...


    Ich habe ebenfalls den 1. Akt gelesen und mich gut amüsiert. Die Physiker ist nach Der Richter und sein Henker erst das zweite Werk, das ich von Dürrenmatt lese, und gänzlich anders, als ich erwartet hatte. Sehr skurril finde ich vor allem den Umstand, dass dem Inspektor durch die Blume vermittelt wird, dass es sich nicht um Morde, sondern um Unglückfälle handelt. Auch die Art und Weise, wie die Anstalt geführt wird, lässt mich schmunzeln. Die Leiterin spielt klassische Musik mit einem Mörder, bestimmt selbst, für wen sich die Verrückten handeln und hält Radioaktivität für den Auslöser der Verrücktheit.


    Dieses Stück würde ich mir gerne mal auf der Bühne ansehen.


    In einer Anmerkung zu meinem Buch (Band 7 aus der Werksausgabe in 30 Bänden von Diogenes) steht übrigens, dass Dürrenmatt mit dieser Ausgabe eine Zusammenfassung verschiedener Versionen wiedergibt. Ich hoffe, dass meine Fassung nicht zu sehr von denen abweicht, die von Euch gelesen werden.


    Gruß
    Doris

  • Ich hatte gestern echt Mühe mich zusammenzureißen und nur den 1. Akt zu lesen. Kaum hat man angefangen, schon ist man durch. :entsetzt:
    Das Buch oder vielmehr das Stück ist genauso wie ich es in Erinnerung hatte, einfach urkomisch. Am besten gefällt mir der Dialog zwischen dem Inspektor und der Oberschwester. Diese kurzen irgendwie abgehackten Sätze, die Oberschwester sehr resolut, der Inspektor langsam resignierend...zum Schreien. hahaha
    Wenn man bedenkt, daß es sich eigentlich um Mord handelt und auch die Ausgangssituation ja ziemlich ernst ist ....


    Doris


    Die Ausgabe habe ich auch :zwinker:

    LG Gytha<br /><br />&quot;Dieses Haus sei gesegniget&quot;


  • Sehr skurril finde ich vor allem den Umstand, dass dem Inspektor durch die Blume vermittelt wird, dass es sich nicht um Morde, sondern um Unglückfälle handelt.


    Ja, das ist wirklich witzig, aber viel genialer ist es dann im 2. Akt. Denn da ist auf einmal alles umgekehrt! :breitgrins:



    In einer Anmerkung zu meinem Buch (Band 7 aus der Werksausgabe in 30 Bänden von Diogenes) steht übrigens, dass Dürrenmatt mit dieser Ausgabe eine Zusammenfassung verschiedener Versionen wiedergibt. Ich hoffe, dass meine Fassung nicht zu sehr von denen abweicht, die von Euch gelesen werden.


    Ja, das steht bei mir auch. Da diese "Zusammenfassung" aber bereits 1980 herauskam, nehme ich an, dass viele diese Ausgabe haben.

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  • Zitat

    Ja, das ist wirklich witzig, aber viel genialer ist es dann im 2. Akt. Denn da ist auf einmal alles umgekehrt! :breitgrins:


    Yep, das hatte ich schon ganz vergessen :lachen:


    Ich bin jetzt durch. Was soll ich sagen? So komisch wie es es anfängt, so bitter endet es. Reingefallen und alles umsonst. Diesmal wußte ich ja schon was kommt, ich kann mich aber erinnern, daß ich beim ersten Lesen von dieser Wendung ziemlich geplättet war. :entsetzt:
    Das ist Punkt 3 zu den Physikern doch sehr passend:


    Eine Geschichte ist dann zu Ende gedacht, wenn sie ihre schlimmstmögliche Wendung genommen hat.


    Zumindest gilt das für diese Geschichte.


    Ich liebe dieses Stück immer noch,habe aber auch nichts anderes erwartet. :smile:

    LG Gytha<br /><br />&quot;Dieses Haus sei gesegniget&quot;

  • Hallo!


    Ich habe das Büchlein gestern ganz durchgelesen. Ich wußte nicht was ich davon halten sollte. Irgendwie war es faszinierend (Thema) und gleichzeitig gräßlich (Stil). Ich habe es darauf hin noch einmal gelesen und es mir dabei als Theaterstück vorgestellt.
    Leider hat das an meiner Einstellung dazu nicht viel geändert.
    An einigen Stellen mußte ich zwar schmunzeln, aber ich kann nicht so ganz verstehen, warum es sich dabei um eine Komödie handeln soll. Dann schon eher ein Krimi.


    Wie schon erwähnt, ich finde das Thema sehr interessant und ich werde sicher noch einige Zeit darüber nachdenken, aber die Verpackung liegt mir nicht.


    Es würde mich interessieren warum Dürrenmatt den Physikern den Anhang mit den 21 Punktern verpasst hat. Weiß das zufällig einer von euch?


    Gruß
    yanni

  • Hallo!


    Also ich bin jetzt auch durch und will das Stück jetzt auch mal unbedingt auf der Bühne sehen.



    Es würde mich interessieren warum Dürrenmatt den Physikern den Anhang mit den 21 Punktern verpasst hat. Weiß das zufällig einer von euch?


    Also bei mir steht im Anhang nur dazu:


    Zitat

    Das Manuskript der 21 Punkte zu den Physikern, reproduziert im Programmheft der Uraufführung, ist mit 13. Februar 1962 datiert.


    fairy

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  • Ich habe das Stück gestern fertig gelesen. Eigentlich gefällt mir der 2. Akt nur bis zu dem Zeitpunkt, als die vermeintlich verrückten Physiker sich als "normal" zu erkennen geben und Einstein und Newton versuchen, Möbius jeweils auf ihre Seite zu ziehen. Das ist auch der Grund, warum sie sich überhaupt so verhielten, dass sie im Irrenhaus landeten. Möbius hingegen scheint dort seine Zuflucht zu suchen, weil er seine Forschung als gefährlich ansieht. Und die einzig wirklich Verrückte ist anscheinend die Anstaltsärztin, die nun plötzlich auch Kontakt zu König Salomo hat, aber noch klar genug im Kopf ist, um Möbius' Unterlagen zu kopieren, bevor der sie verbrannt hat. Ich hoffe, ich habe das so richtig interpretiert. Etwas abstrus, das Ganze :rollen:.


    Der 2. Akt unterscheidet sich deutlich vom 1., der hauptsächlich unterhaltsam war. Den tieferen Sinn im 2. Akt deute ich so, dass man sich vorher überlegen sollte, welche Reaktionen man hervorruft, wenn man nobelpreisverdächtiges Gedankengut öffentlich zugänglich macht. Aber ich bin sicher, dass Dürrenmatt damit noch mehr aussagen wollte. Wahrscheinlich wäre es für mich besser, wenn ich mir erstmal eine Interpretation zulege und das Stück dann nochmals lese.


    Was die Ratten anbelangt, tendiere ich zu 3ratten


    Liebe Grüße
    Doris



    Edit: @ fairy - Sollte ich den 1. Absatz als Spoiler setzen? In meinen letzten beiden Leserunden wurde darauf verzichtet.

    Einmal editiert, zuletzt von Doris ()


  • Edit: @ fairy - Sollte ich den 1. Absatz als Spoiler setzen? In meinen letzten beiden Leserunden wurde darauf verzichtet.


    Ich meine nach diesem Satz am Anfang:



    Ich habe das Stück gestern fertig gelesen.


    denke ich nicht, dass du zwingend in Spoilern schreiben musst.


    Zu der Interpretation: Ich denke auch, dass es hauptsächlich um Wissen und die damit verbundene Macht geht. Durch die Agenten, Newton und Einstein, sieht man ja schon, wie wild Regierungen, etc. darauf sind, sich Vorteile zu verschaffen und so Wissen und Erfindungen zu missbrauchen.


    Sehr innteressant finde ich auch die Stelle, an der die Agenten sich zu erkennen geben und Möbius die beiden fragt, ob die Physiker bei ihren Regierungen frei wären und beide verneinen müssen. Schön paradox, Möbius kann nur im Irrenhaus frei sein.


    fairy

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  • Hallo ihr,


    sorry für meinen verspäteten Einstieg - ich habe mir den Termin für diese Leserunde leider irrtümlich eine Woche später in den Terminkalender eingetragen und somit dachte ich, es ginge erst am gestrigen Freitag los. :rollen:
    Aber nun habe ich das Drama gelesen und es hat mir gut gefallen.


    1. Akt


    Über den ersten Akt habe ich mich köstlich amüsiert.
    Der Geige spielende Einstein und das Frl. Doktor, das ihn auf dem Klavier begleitet - eine herrliche Vorstellung. Wie die Oberschwester den Inspektor mit ihrer Resolutheit beinahe zur Verzweiflung treibt. :breitgrins: Worüber ich ebenfalls grinsen musste ist die Szene, in der Newton plötzlich behauptet, in Wirklichkeit Albert Einstein zu sein und nur wegen des anderen Einsteins die Sache mit Newton vortäuscht.
    Ergreifend und doch sehr komisch fand ich die Szene, in der Möbius Abschied von seiner Familie nimmt und sie mit seinem irren Betragen dazu bewegt, ihn zu verlassen. Sein selbstgedichteter Psalm Salomons ist wunderbar, doch der Leser merkt auch, wie schwer Möbius und seiner Familie dieser endgültige Abschied fällt. Möbius Entsetzen darüber, dass sein jüngster Sohn Physiker werden will, deutet schon darauf hin, dass sein Beruf Möbius nur Unglück gebracht hat. Ebenso auch der Mord an Schwester Monika, die ihn aus dem Sanatorium holen wollte und große Zukunftspläne für die beiden geschmiedet hat. Schwester Monika tat mir in diesem Akt am meisten leid, denn sie war im Grunde einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort - aber sie wurde ja vorher von Einstein gewarnt, also war es im Grunde leichtsinnig, zu bleiben.


    2. Akt


    Eine unerwartete Wendung, die das Stück in diesem zweiten und letzten Akt nimmt - Einstein und Newton erweisen sich als Geheimdienstbeauftragte, die Newtons wegen im Sanatorium sind. Zuerst dachte ich, es handele sich nur um eine weitere Spinnerei der beiden und konnte der Wendung nicht folgen. Erst zum Schluss begriff ich, das dies nun die Auflösung der ganzen Geschichte ist. Witzig war in diesem Zusammenhang Einsteins Bemerkung, wie schwierig es für einen völlig unmusikalischen Menschen war, Geige zu lernen. Hier wird noch mehr auf die Gefahr aufmerksam gemacht, die mit der Entdeckung der Kernenergie einhergeht, als dies im ersten Akt der Fall war, man merkt hier, dass dies die Hauptabsicht des Buches ist. Das Frl. Doktor, die im ersten Akt noch äußerst liebenswürdig auf mich wirkte, entpuppt sich hier als der eigentliche Bösewicht des Stückes. Vielleicht flüchtet sie sich nur in die Salomon-Erscheinungen, um ihre Taten vor sich selbst und ihrem eigenen Gewissen zu rechtfertigen. So jedenfalls habe ich dies für mich selbst gedeutet.


    Gesamtmeinung:


    Dies war mein erstes Drama von Dürrenmatt und es hat mir ziemlich gut gefallen. Es bringt gleichzeitig zum Nachdenken und trotzdem hat der Leser einiges zu lachen.
    Es würde mich sehr interessieren, es mal auf der Bühne umgesetzt zu sehen. Insgesamt bekommt das Stück von mir 4ratten.
    Eine Ratte Abzug gibt es für den auf mich etwas verwirrend wirkenden Schluss des Stücks.

    :lesen: Joe Navarro - Menschen lesen

  • Hallo Erendis,


    besser spät als nie :zwinker:. Ich finde es interessant, dass Du das Stück als Drama bezeichnest. Bei Amazon läuft es als Komödie, aber genau betrachtet kann es wirklich als beides durchgehen.


    Dein Denkansatz mit der Kernenergie passt auch in meine Interpretation, dass Wissenschaftler oftmals gefährliche Gebiete betreten, wenn sie ihre Entdeckungen publizieren. Einerseits trägt es zum Fortschritt bei, andererseits kann es auch in die Hosen gehen - gerade bei der Kernkraft. Ein bisschen kann man Möbius mit Wernher von Braun vergleichen, der seine Kenntnisse zuerst den Deutschen und dann den Amerikanern zur Verfügung stellte. Ich kann mir gut vorstellen, dass auch andere Regierungen versucht haben, ihn abzuwerben und für ihre eigenen Pläne zu gewinnen.


    Liebe Grüße
    Doris

  • Ich denke Dürrenmatt hat nicht ohne Grund Einstein gewählt. Mit ihm lässt sich Möbius zum Teil auch vergleichen oder vielmehr das hat Möbius zu verhindern versucht.


    zu Einstein und der Atombombe: klick

    LG Gytha<br /><br />&quot;Dieses Haus sei gesegniget&quot;

  • Hallo zusammen!


    Wenn ich kurz darf ...


    Ich finde es interessant, dass Du das Stück als Drama bezeichnest. Bei Amazon läuft es als Komödie, aber genau betrachtet kann es wirklich als beides durchgehen.


    Amazon spricht von "Komödie", weil Dürrenmatt bei diesem Stück von "Komödie" spricht. Ich habe meine Gedanken zum Thema kurz hier vorgestellt.


    Grüsse


    Sandhofer

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • @ Gytha
    Danke für den Link. Dass Einstein so viel mit der Atombombe zu tun hat, wusste ich bisher gar nicht :redface:. Was er in seinem Brief schreibt über die Ohnmacht des verantwortungsbewussten Wissenschaftlers, der keinen Einfluss auf die Verwendung seiner Ergebnisse hat - und auch nicht darüber, wer sie letztendlich für sich verwendet - trifft ziemlich genau das, was das Stück für mich aussagt.


    Wenn ich kurz darf ...


    Du darfst auch lange :breitgrins:


    Amazon spricht von "Komödie", weil Dürrenmatt bei diesem Stück von "Komödie" spricht. Ich habe meine Gedanken zum Thema kurz hier vorgestellt.


    Wieder was gelernt!


    LG
    Doris

  • sandhofer: Danke für die Informationen, ich habe diese drei Bezeichnungen immer gerne durcheinandergewürfelt. Jetzt bin ich, glaube ich, so einigermaßen im Bilde. :zwinker:

    :lesen: Joe Navarro - Menschen lesen

  • Hallo!


    Wie ich bereits in den Thread zur Leserunde "Die Physiker" und die "Die Anstalt" geschrieben habe, konnte ich wegen Lernstress nicht an dieser Leserunde teilnehmen. Wäre jetzt vermutlich auch schon zu spät, um noch miteinzusteigen.
    Aber das Buch liegt hier und ich werds dann einfach irgendwann "privat" lesen. :winken:

  • Ich hab leider in den letzten Wochen keine Zeit gehabt das Forum zu besuchen und hab deswegen auch diese Leserunde verpasst, an der ich sehr gern teilgenommen hätte.
    Ich muss im Moment nen Kurzvortrag für die Schule zum Werk vorbereiten, und habe die Physiker deswegen auch schon gelesen.



    Beim Lesen hab ich leider zwischen erstem und zweitem Akt keine Pause gemacht, obwohl diese wahrscheinlich sehr sinnvoll ist, um die Ereignisse des ersten Aktes später besser mit denen des zweiten Aktes vergleichen zu können.
    Lustig fand ich den totalen Gegensatz der beiden Akte, so zum Beispiel die Gespräche des Inspektors mit der Schwester. Weiterhin wurden im zweiten Akt die Schwestern durch Pfleger ersetzt.
    Erstaunlich ist auch, welche Opfer Möbius aufbringt, um letztendlich "die Welt zu retten".
    Das Ende ist zwar in gewissem Sinne "traurig", da die Irrenärztin mit Hilfe der Erfindungen, welche Möbius gemacht hat, versucht, die Weltherrschaft an sich zu reißen, trotzdem birgt sich darin eine gewisse Komik für mich. Diese ist glaube ich auch von Dürrenmat gewollt, er zieht das ganze ein wenig ins Lächerliche.


    yanni: Meiner Meinung nach, versteht man das Werk durch seine 21 Punkte besser. Man kann nachvollziehen, welche Gedanken Dürrenmatt zum Schreiben der Komödie bewogen haben.
    Es sind Ansätze zur Gestaltung, aber auch "Lösungsansätze" für die Problematik vorhanden.


    Zitat


    Der Inhalt der Physik geht die Physiker an, die Auswirkung alle Menschen.
    Was alle angeht, können nur alle lösen.
    Jeder Versuch eines Einzelnen, für sich zu lösen, was alle angeht, muss scheitern.


    Hier wird deutlich, dass Möbius als Einzelner scheitern MUSS.



    Grüße Robinson