Dennis Foon: Die Stunde des Sehers (Das Vermächtnis von Longlight 1)

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Hallo!


    Dennis Foon: Die Stunde des Sehers (Das Vermächtnis von Longlight 1)


    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Buch24.de

    * Werbe/Affiliate-Links


    Inhalt:
    Im Dunkel der Nacht überfallen makierte Reiter das Dorf Longlight. Roan überlebt, eine Schwester wird von den Angreifern entführt. Wie soll er sie je wieder finden? Allein und verzweifelt schließt er sich einer kriegerischen Sekte an. Hier lernt er ein Schwert zu führen. Aber hat er nicht einst wie die anderen Dorfbewohner geschworen, friedlich zu leben? Als Traumvisionen ihm die schreckliche Wahrheit über Longlights Schicksal enthüllen, hat Roan keine Wahl: Er muss kämpfen und hinaus ins Wüste Land um seine Schwester zu retten.


    Bewertung:
    Die gesamte Geschichte wird im Präsens erzählt, was gewöhnungsbedürftig ist. Mir gelang es nur schwer mich im Laufe der Geschehnisse daran zu gewöhnen. In Kombination mit kurzen Seiten, entsteht zweitweise der Eindruck man hätte es mit einer Inhaltsangabe zu tun. Die Darstellungsart ist sehr einfach. Die Dialoge haben kaum Pfeffer, wirken manchmal unnötig und deplatziert. Wahrscheinlich soll die Gegenwartsform den Eindruck vermitteln, man stünde nahe am Geschehen, sie bewirkt jedoch eher das Gegenteil.
    Der Anfang verspricht viel, denn es gibt einiges zu erwarten nachdem Longlight angegriffen wurde. Diese ersten Szenen sind einnehmend, doch der weitere Verlauf der Handlung kann nicht ganz mithalten. Zur besagten Sekte fällt mir nur ein Wort ein: Krank! Die sind dort alle wirr im Kopf, vor allem den Anführer Saint, konnte ich nicht leiden. Das war wohl so beabsichtig, doch dass ich für diese Figuren keine Sympathie empfinde, kann ich nicht direkt als Pluspunkt werten. Saint bekommt hauptsächlich aufgrund seiner Einstellung zu Büchern


    Viele seitenlang passiert nichts wirklich Weltbewegendes, wodurch das aufkommt, was bei einem guten Buch einfach nicht aufkommen darf: Langeweile und der Wunsch der Autor hätte sich noch kürzer gefasst, damit es endlich vorbei ist. Ein Glück bessert sich dieses Gefühl nach einer Weile wieder. Völlig unerwartet wird es dann nämlich doch noch mal spannend und das Buch, das ich schon haltlos den Berghang hinunter fallen sah, schaffte es doch noch sich einen kleinen Platz in meiner positiven Erinnerungswelt zu sichern. Hat das Werk nach dem Anfang einen langen Durchhänger, in dem nichts wirklich neues passiert


    Als bei der Inhaltsangabe von Traumvsionen geschrieben wurde, hatte ich nicht mit einer derart hohen Flut von Visionen gerechnet, von denen einige doch recht lächerlich und vor allem unglaubwürdig wirken, zumindest bis zu ungefähr einem dreiviertel des Buches, erst dann wird einem so manches klar.. Wenigstens sind sie nicht wie oft bei solchen Abrissen üblich kursiv gedruckt, trotzdem konnte ich mir ein leises Stöhnen kaum verkneifen, wenn zum wiederholten Male die Traumvisionenschrift auftauchte, da sie trotz des verspätet eintretenden Verständnisses aufgesetzt wirken.


    Roan ist ein Charakter, der viel kann - zu viel um authentisch zu wirken. Desweiteren gehört er auch nicht zu den Personen, die man besonders mag oder verabscheut. Er bleibt relativ blass, sodass die Figur unausgefüllt bleibt. Einzig sein Können zu lesen, was in dieser Welt sehr selten ist, macht ihn akzeptabel. Zum Glück taucht in der Mitte des Buches noch ein interessanter Nebencharakter auf, der ein wenig Schwung in die Sache bringt.


    Es stellt sich auch die Frage nach dem Handlungsschauplatz. Da die Buchtitel in unserer Welt existieren und auch ein Land erwähnt wird, das es bei uns gibt, handelt es sich wohl um einen fiktiven Platz in unserer Welt, das geht jedoch nicht deutlich hervor.


    Man sollte sich auf etwas Blut und Gewalt einstellen, denn ausschließlich friedlich geht es hier nicht zu.


    Die Stunde des Sehers ist der Auftakt zu einer mehrteiligen Fantasygeschichte. Wie viele Teile das sein werden, weiß ich nicht. Da das Ende des ersten Teils vielversprechender war als erwartet, könnte ich mir vorstellen auch den zweiten Teil zu lesen, in der Hoffnung das es dort ein bisschen schneller zu vorantreibenden Ereignissen kommt. Den Stil kenne ich jetzt bereits und kann mich darauf vorbereiten.


    3ratten


    Liebe Grüße


    Nirika

    „Jeg ser, jeg ser …<br />Jeg er vist kommet på en feil klode! <br />Her er så underligt …“<br /><br />Sigbjørn Obstfelder - Jeg ser