Deborah Crombie - Das verlorene Gedicht

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 31 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Bettina.

  • Hallo zusammen!


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    Inhalt
    Inspektor Kincaid wird von seiner Exfrau, der Literaturwissenschaftlerin Vic, gebeten, im Fall der vor fünf Jahren verstorbenen Lyrikerin Lydia Brook zu recherchieren. Vic zweifelt daran, daß die Dichterin Selbstmord beging. Doch dann wird Vic ermordet, und der verzweifelte Kincaid ahnt, daß beide Fälle miteinander verknüpft sind.


    Teilnehmer
    Claudi
    Saltanah
    Bettina


    Eine kurze Bitte: Damit das ein bisschen angenehmer zu lesen ist, postet erst, wenn ihr angefangen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das ganze immer so sehr in die Länge.


    Interessant für Leserunden-Neulinge ist sicherlich die Leserunden-FAQ. Dort findet ihr auch Informationen z.B. zu Spoilern etc.


    Viel Spaß! :smile:

  • Danke Seychella :smile:


    Ich habe gestern Abend mit dem Buch angefangen, das angeblich das beste Buch in einer herausragenden Romanserie ist. Das prüfen wir *gg*


    Saltanah hat beim letzten Buch bemerkt, dass Crombie zweimal die übliche Erzählperspektive gebrochen hat und plötzlich nicht mehr aus der Perspektive Kincaid/Gemma erzählt hat. Der Start dieses Buchs variiert permanent die Erzählstränge und stellt auf diese Weise eine ganze Menge Leute vor. Wird dieser Wechsel zu einem Muster im Buch? Oder nicht?


    Jedem Kapitel ist ein Ausschnitt aus einem Gedicht vorangestellt. Aufpassen, ob das Gedicht irgendwie mit dem Kapitel zu tun hat, oder ob es da einfach steht, weil es schön ist.

    ☞Schreibtisch-Aufräumerin ☞Chief Blog Officer bei Bleisatz ☞Regenbogen-Finderin ☞immer auf dem #Lesesofa


  • Ich habe gestern Abend mit dem Buch angefangen, das angeblich das beste Buch in einer herausragenden Romanserie ist.


    :ohnmacht: Was? Da hat der Klappentexter ja mal wieder voll daneben gegriffen. D. h., das "beste Buch" mag es ja sein - wir werden es erfahren - aber eine "herausragende Serie" ist es wirklich nicht. Bestenfalls Mittelklasse.


    :grmpf: Ich habe gerade den deutschen Klappentext gelesen und weiß jetzt leider, wer das zweite Opfer sein wird. Der englische Klappentext gab nur an, dass es ein zweites geben würde.
    Und gleich nochmal :grmpf: : Selbstverständlich ist es Vic, die dran glauben muss. Ich hatte es befürchtet, aber doch gehofft, dass uns ein "verzweifelter Detektiv sucht Mörder seiner (Ex-)Frau"-Szenario erspart bliebe :rollen: . Aber schön für Gemma - ihre Konkurrentin ist so endgültig aus dem Weg geräumt und ein leichter Ausweg für Crombie, die sich so eine kompliziertere Lösung des Problems erspart.


    Überhaupt bin ich von dem Buch nicht sehr angetan, allerdings liegt das diesmal nicht an der Erzählperspektive. Die ist ja, wie schon von Bettina bemerkt, diesmal nicht auf Gemma und Duncan zentriert, sondern springt - ganz normal - von einer Person zur anderen, aber nicht mitten im Satz oder Absatz. Nein, was mich stört, sind die Anzeichen eines höheren künstlerischen Ziels, dass ich bei Crombie zu sehen glaube. Noch deutlicher überschreitet sie in diesem Buch die alten Krimigrenzen, was ja im Grunde genommen nichts Schlechtes ist, nur fehlt ihr dazu mMn die nötige schriftstellerische Begabung. Hier leitet sie nicht nur jedes Kapitel mit einem Gedichtausschnitt ein (mir war Rupert Brooke bisher völlig unbekannt und ich muss gestehen, dass mich die Zitate nicht zu einer näheren Bekanntschaft animieren), sondern sie versucht sich auch in verschiedenen Stilen: erst der sehr dramatisch geschilderte Selbstmordversuch, den Vic - die Grenzen einer Biographie überschreitend - romanhaft wiedergibt, und dann die Briefe, die Vic als Studentin in Cambridge an ihre Mutter geschrieben hat. Zudem hofft Crombie wohl (jetzt bin ich gemein), durch die Verbindung zu Rupert Brooke und seinen Kreis selbst ein bisschen künstlerischen Widerschein abzubekommen.
    Das wäre alles nicht schlimm, wenn ich mich dabei nicht so langweilen würde. Noch - nach einem guten Viertel - ist nicht wirklich etwas passiert. Besser geschrieben hätte mir dieses Nichts durchaus gefallen können, aber so... Ich hoffe wirklich, dass Vic bald der Hals umgedreht (oder was auch immer) wird, so dass ein bisschen Tempo in die Geschichte kommt.


    Meinen Mördertipp hatte ich gestern schon in der Lesenacht (nach ca. 30 gelesenen Seiten) abgegeben: nach dem Motto "Der Mörder ist immer der Gärtner" verdächtige ich Nathan Winter, der in seiner ersten Szene im 2. Kapitel einen Kräutergarten anlegt. Einen Grund habe ich für meinen Verdacht natürlich nicht, aber immerhin kannte er sowohl Lydia Brooke als auch Vic.

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • Danke für den Link zu Rupert Brooke.


    Hast Du gesehen, dass eines seiner bekannten Gedichte The Old Vicarage, Grantchester heißt? Ich erinnere mich an einen Jury-Krimi, wo Gedichte eine große Rolle beim Verbrechen spielten (das war der Fall in Stratford-upon-Avon). Hat Crombie hier mehr vor? Sie hat den Handlungsort doch nicht umsonst nach Grantchester gelegt. Oder doch?


    Hier das Gedicht in voller Länge.

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  • Hier das Gedicht in voller Länge.


    Hast du es gelesen? Einige Stellen sind mir beim Überfliegen ins Auge gefallen:
    Oh, damn! I know it! and I know
    How the May fields all golden show,
    And when the day is young and sweet,
    Gild gloriously the bare feet
    That run to bathe…
    Du lieber Gott!

    Here am I, sweating, sick, and hot,
    (...)
    and there are
    Meads towards Haslingfield and Coton
    Where das Betreten’s not verboten.
    :breitgrins:


    Ansonsten:
    Nach 7 Kapiteln/140 Seiten ist immer noch nichts passiert :sauer: . Das Buch dümpelt weiter vor sich hin, nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Die Interaktionen zwischen den Personen können mich nicht fesseln, und da die Krimihandlung bisher unbefindlich ist, kann auch dadurch keine Spannung aufkommen. Einen Mord! Ich brauche einen Mord!
    Ne, wenn literarische Krimis so aussehen, kann ich auf sie verzichten.

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • ... und dann die Briefe, die Vic als Studentin in Cambridge an ihre Mutter geschrieben hat.


    Diese Briefe ... die klingen eigentlich nicht, als schriebe ein Kind an seine Mutter - nicht einmal ein Kind um College-Alter. Allerhöchstens Briefe zwischen Freunden. Ich muss wohl einfach zur Kenntnis nehmen, dass Lydia diese Briefe in der Geschichte von Crombie geschrieben hat.


    Die Geschichte bisher verspricht wenig Spannung, da gebe ich Saltanah Recht. Bisher gibt es keine spannende Figur für mich, weder eine, die positiv spannend, noch eine, die negativ spannend ist.
    Merkwürdig ist Vic selber. Sie leistet sich eine seltsame Anmache. *kopfschüttel*

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  • 9. Kap:
    :freu: Hurra, endlich eine Leiche!


    Aber dass Duncan einfach Vics Unterlagen für die Biographie mitnimmt, schockiert mich doch sehr. Er als Polizist! Nicht nur dass er damit eventuelles Beweismaterial mitnimmt, wobei man ja noch argumentieren könnte, dass es kein Beweismaterial ist, da der Tod noch nicht als Mord angesehen wird - er begeht ja schlicht und einfach einen Diebstahl!

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • Ich stecke noch in Kapitel 6 und dachte von der Geschichte her, dass bald was passieren wird - und jetzt noch drei Kapitel....


    In jenem Kapitel 6 jedenfalls bin ich auf was gestossen:
    Ich bekomme bei bestimmten Details, die erzählt werden, das Gefühl, sie müssten später eine Rolle spielen. Ist manchmal bei vllig belanglosen Dingen so und gerade bin ich über sowas gestolpert.


    Ihr seht, ich stolpere manchmal über völlige Kleinigkeiten....


    Jedenfalls kommt es, wie es kommen musste und Vic liest aus Duncans Notizen, dass sich ihre Vermutungen bestätigen. Kein Umstand am Selbstmord erscheint ihr passend zur Theorie.


    Wobei die Tatsache, dass der Selbstmord mit Ausnahme der Kleidung dramatisch inszeniert wurde, auf einen guten Kenner von Lydia deutet, wie ich finde. Und dafür kommen mir derzeit noch zuviele Leute infrage. Aber ich verstehe Vics Theorie noch nicht, nach der Lydia als Abschiedsbrief nie und nimmer ein fremdes Gedicht genommen hätte. Wieso nicht? Das ist zumindest für mich nicht nachvollziehbar - aber nun gut, ich schreibe keine Gedichte. Aber wenn jemand anders etwas doch besser ausgedrückt hat und wenn jemand anders so eine Bedeutung für sie selber hatte? Angeblich war sie doch ein grosser Fan von Brooke?

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  • Ich habe mir erlaubt, den Spoiler von Saltanah trotz meines "Rückstandes" schon mal zu lesen. Dabei fällt mir auf, wie dieser Effekt erzeugt werden kann.


    Andererseits meldet sich da die kleine Stimme im Hinterkopf, dass das eigenlich vieeeel zu durchsichtig ist.

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  • Jedem Kapitel ist ein Ausschnitt aus einem Gedicht vorangestellt. Aufpassen, ob das Gedicht irgendwie mit dem Kapitel zu tun hat, oder ob es da einfach steht, weil es schön ist.


    Lyrik ist nicht so sehr meine Sache. Daher überfliege ich Gedichte - oder auch Liedtexte - in Romanen meistens nur und versuche nicht, zu verstehen, in welchem Zusammenhang sie mit der Geschichte stehen. Hier passen Gedichte natürlich gut in die Themati und ich hoffe für meine Detektivarbeit, dass sie keine versteckten Hinweise enthalten. :breitgrins:


    :grmpf: Ich habe gerade den deutschen Klappentext gelesen und weiß jetzt leider, wer das zweite Opfer sein wird. Der englische Klappentext gab nur an, dass es ein zweites geben würde.
    Und gleich nochmal :grmpf: : Selbstverständlich ist es Vic, die dran glauben muss. Ich hatte es befürchtet, aber doch gehofft, dass uns ein "verzweifelter Detektiv sucht Mörder seiner (Ex-)Frau"-Szenario erspart bliebe :rollen: . Aber schön für Gemma - ihre Konkurrentin ist so endgültig aus dem Weg geräumt und ein leichter Ausweg für Crombie, die sich so eine kompliziertere Lösung des Problems erspart.


    Das stimmt natürlich, dieses Szenario ist längst 1000mal bekannt. Allerdings hätte ich Vic nicht als Gemmas Konkurrentin angesehen. Die beiden Ex-Eheleute scheinen sich ja seit Jahren nicht gesehen und gesprochen zu haben. Kincaid hat ja sogar Angst, dass er Vic nicht einmal mehr erkennt. Seltsam fand ich allerdings, dass er sofort lossprintet, als Vic anruft.


    Und nach wie vor bescheuert finde ich, dass über Gemma James als "Gemma" geschrieben wird, über Duncan Kincaid als "Kincaid".


    LG
    Claudi

  • Allerdings hätte ich Vic nicht als Gemmas Konkurrentin angesehen. Die beiden Ex-Eheleute scheinen sich ja seit Jahren nicht gesehen und gesprochen zu haben. Kincaid hat ja sogar Angst, dass er Vic nicht einmal mehr erkennt. Seltsam fand ich allerdings, dass er sofort lossprintet, als Vic anruft.


    Manchmal gehen die Gefühle dann vielleicht doch noch Zickzack, weil man sich plötzlich wieder an die Trennung erinnert, ein schlechtes Gewissen hat... Der Zorn ist längst verraucht und dann ist man doch neugierig auf den Menschen, der mal Mittelpunkt des Lebens war. Dass Vic die erst Leiche wird, soll vermutlich für eine persönliche Betroffenheit bei Kincaid und Leser sorgen. Mal sehen, was Crombie draus macht, so weit bin ich noch nicht.


    By the way: Das beste Buch einer herausragenden Serie ist es nicht, wenn sich nicht noch was Entscheidendes ändert :rollen:
    Bisher habe ich alles "gedreirattet". Gefahr einer Kürzung um eine Ratte!

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  • Ich stoplere in Romanen aus anderen Ländern hin und wieder über die Studienbedingungen. So auch hier. In Kapitel 8 wird beschrieben, was Adam Lamb nach Vorstellung seiner Eltern studieren sollte: Er sollte seinen Doktor in Geschichte machen, natürlich mit Auszeichnung, dann Jura studieren und später dem Vater in die Politik folgen.


    :entsetzt: Wie macht man das? Ein Studium mit Promotion und dann noch ein zweites? Habt Ihr eine Ahnung?
    Wird da (insgeheim voraussetzend) ein Unterschied zwischen College und Uni gemacht oder was auch immer?



    Daran, dass ich in Kapitel 8 bin, sieht man, dass ich noch auf den Mord warte :teufel:
    Vielleicht erleuchtet mich dieses Kapitel etwas mehr darin, wer der Mörder sein könnte und wo ein Motiv sein könnte. Ich vermute derzeit, dass es keinen tagesaktuellen Anlass gab, sondern dass der Quell des Mordes mal wieder in aschgrauer Vorzeit liegt.


    Ich hatte bisher übrigens keinen verräterischen Klappentext in der Hand, der mir etwas über einen zweiten Mord, geschweige denn das zweite Opfer erzählt hätte. Zum Glück.

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  • Ich habe mir erlaubt, den Spoiler von Saltanah trotz meines "Rückstandes" schon mal zu lesen. Dabei fällt mir auf, wie dieser Effekt erzeugt werden kann.


    Andererseits meldet sich da die kleine Stimme im Hinterkopf, dass das eigenlich vieeeel zu durchsichtig ist.


    So geht es mir auch. Zu offensichtlich. :breitgrins: Andererseits versucht sich Crombie ja an einer Ausweitung der Genregrenzen, und da könnte sie ja auf die Idee gekommen sein, das offensichtliche mal stimmen zu lassen.


    Zitat von "10. Kap"

    Und Gratulation, Bettina! Es war tatsächlich Digitalis. Natürlich denkt man da gleich an Nathans Medizinalkräutergarten, in dem Fingerhut auf keinen Fall fehlen darf. Vielleicht ein kleiner Teeaufguss? Tabletten kann man ja jemand anderem nicht so leicht unterschmuggeln, zumindest solange wie sie nicht wasserlöslich sind. Aber bei den Mengen von Tee, der getrunken wird...


    Mordursache waren natürlich die von Vic gefundenen neuen Gedichte. Wahrscheinlich hat sie in diesen eine Tatsache verklausuliert ausgedrückt, die auf keinen Fall an die Öffentlichkeit gelangen darf. Deswegen wurde schon Lydia Brooke umgebracht, die zu ihrem Tod ja gerade an ihrer letzten Gedichtsammlung arbeitete. Nichts leichter, als einige Gedichte verschwinden zu lassen. Dass sie einen Durchschlag der Gedichte in ein Buch gelegt hatte, wusste der Mörder nicht.
    Aber wer wusste davon, dass Vic diese neuen Gedichte gefunden hatte? (Außer allen ungenannten, denen sie es freudestrahlend auch erzählt haben kann), natürlich Nathan! Ne, ne, ne, das ist einfach zu durchsichtig. Und auch er hätte es ja weitererzählen können.


    Aber ich setzt weiter auf Nathan und spinne weiter: Was stand in den Gedichten? Was wusste Lydia? Natürlich vom Tod von Nathans einige Monate vorher gestorbener Frau. Diese war schwerkrank, hat wahrscheinlich sehr gelitten und Nathan hat sie von ihrem Leiden (mit Fingerhut?) erlöst. Daraus könnte man doch hervorragend Gedichte zum Thema höchste Liebe/größtes Opfer machen.



    In jenem Kapitel 6 jedenfalls bin ich auf was gestossen:


    Natürlich ging auch bei mir in dieser Szene ein Alarmglöckchen los.



    Aber ich verstehe Vics Theorie noch nicht, nach der Lydia als Abschiedsbrief nie und nimmer ein fremdes Gedicht genommen hätte. Wieso nicht? Das ist zumindest für mich nicht nachvollziehbar


    Damit habe ich keine Probleme. Mir erschien die Theorie stichhaltig.



    Und nach wie vor bescheuert finde ich, dass über Gemma James als "Gemma" geschrieben wird, über Duncan Kincaid als "Kincaid".


    Das geht mir auch so. Deshalb bemühe ich mich, hier über "Duncan" zu schreiben, aber allzu leicht schleicht sich doch ein "Kincaid" ein.
    Um so ärgerlicher finde ich es, da Crombie hier ja auch ein feministisches Anliegen zu haben scheint. Gemma beklagte sich über die fehlenden weiblichen Vorbilder, Vic kämpft nicht nur mit ihrem arroganten männlichen Kollegen, sondern bekommt sogar Eheprobleme, als sie in ihrem Beruf erfolgreicher als ihr Mann wurde. Ebenso ist sie der Meinung, dass es einen Unterschied in der Bewertung von Lydias Werk macht, ob sie Selbstmord begangen hat, also gescheitert ist, oder ob sie eines anderen Todes gestorben ist.
    Alles das kann ich eigentlich unterschreiben. Das stimmt, wenn es auch etwas überdeutlich rübergebracht wird. Aber Crombies "Feminismus" bleibt halt an der Oberfläche, was ich nicht nur an der Gemma/Kincaid-Divergenz festmache, sondern auch daran, dass Crombie die Kapitel mit Zitaten eine männlichen Dichters einleitet. Wieso keine Dichterin? Wahrscheinlich kannte sie keine passende, und hatte auch keine Lust, zeitaufwändige Recherchen anzustellen.



    Ich hatte bisher übrigens keinen verräterischen Klappentext in der Hand, der mir etwas über einen zweiten Mord, geschweige denn das zweite Opfer erzählt hätte. Zum Glück.


    Hast du dir mal den Eröffnungsbeitrag mit seiner Inhaltsangabe angeguckt?


    Inspektor Kincaid wird von seiner Exfrau, der Literaturwissenschaftlerin Vic, gebeten, im Fall der vor fünf Jahren verstorbenen Lyrikerin Lydia Brook zu recherchieren. Vic zweifelt daran, daß die Dichterin Selbstmord beging. Doch dann wird Vic ermordet, und der verzweifelte Kincaid ahnt, daß beide Fälle miteinander verknüpft sind.


    Ich wollte nichts verraten, dachte aber, ihr Deutschleserinnen hättet diese Info auf dem Buchrücken.

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • Hast du dir mal den Eröffnungsbeitrag mit seiner Inhaltsangabe angeguckt?


    Ich wollte nichts verraten, dachte aber, ihr Deutschleserinnen hättet diese Info auf dem Buchrücken.


    Diese Info habe ich auch. Aber ich habe Dich missverstanden und dachte, nach Vic wird noch jemand sterben. Ich habe Vic als Nummer 1 gerechnet. Ich wollte schon tippen, wer noch dran glauben muss...


    Mein Täter- und Motivtipp kristallisiert sich (während der Lektüre von Kapitel 13) inzwischen auf:

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  • Ich sage nur eines: Am Ende von Kapitel 13 werdet Ihr


    :ohnmacht: :ohnmacht:


    :breitgrins: Es grüßt Bettina

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  • Ich sage nur eines: Am Ende von Kapitel 13 werdet Ihr


    :ohnmacht: :ohnmacht:


    Falsch! Meine Reaktion war :grmpf: :grmpf: !

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • Ach ja, beinahe vergessen:
    Kap. 12:
    Iris Winslow hat seit letzten Dienstag (Vics Todestag) Kopfschmerzen, die einfach nicht verschwinden wollen, und fühlt sich auch sonst miserabel. Hat sie etwa


    Zu Bettinas Verdacht im 13. Kap. Gut gedacht, kann aber nicht sein, da Duncan und Gemma diesen Gedanken im folgenden Kapitel auch haben :breitgrins: .


    Ich glaube ja weiterhin an meinen Gärtner. Alternativ könnte es auch Adam sein, der sich von Nathan Informationen erhalten, und sich in dessen Kräutergarten bedient haben könnte. Da bisher weder der eine noch der andere verdächtigt wurde, ist noch alles offen.

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • :morgen: Mehr während des heutigen Tages.


    Ich muss mich erst noch sortieren, denn ich bin seit heute NACHT fertig, weil die Zwergin Terz geschoben hat gaehn

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  • Kap. 12:Iris Winslow hat seit letzten Dienstag (Vics Todestag) Kopfschmerzen, die einfach nicht verschwinden wollen, und fühlt sich auch sonst miserabel. Hat sie etwa


    Genau diesen Gedankengang hatte ich auch, zumal an einer Stelle ein Hinweis kommt, wer folglich mit Vics Tod in Zusammenhang stehen könnte. Iris sagte dazu etwas.


    Ich bin nun fertig und hätte den Täter nicht rechtzeitig erkannt - und sein Motiv schon gar nicht, weil das nicht zu erahnen war. Ich hatte zwar mal überlegt, die betreffende Person in den Kreis der Verdächtigen aufzunehmen, habe das aber mangels Motiv verworfen.
    In der Tat, Saltanah, dass mein Tätertipp nicht stimmen kann, wusste ich, als Gemma und Duncan zuviele Seiten vor dem Ende dieselbe Idee hatten :zwinker:


    Ich gebe diesmal 2ratten. Irgendwie empfinde ich das Buch als schwächer als die Vorgänger. Ein richtiger Whodunit ist es nicht, ein Roman mit Mord ist es auch nicht so recht und die Briefe brachten mir persönlich wenig Erhellung für den Fall. Wie ging es Euch mit den Briefen?


    Mich erinnerte das Buch ein wenig an einen Fall von Inspektor Jury (war es "IJ küsst die Muse"?), wo ebenfalls Gedichte rezitiert wurden, sie aber irgendwie auch eine Rolle spielten.
    Mir schien es am Ende so, wie Saltanah es bereits zu Beginn geahnt hatte: Es sollte ein Buch werden, anders als die anderen und dabei aber nicht an das Ziel gekommen. Anders ist es geworden, aber nicht besser. Es passt nicht in die Reihe, auch wenn Crombie immer Auflösungen und Verstrickungen bietet, die sich nur mit Kenntnis der frühen Vergangenheit aller Beteiligten lösen lassen.

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  • Auch ich wurde heute nacht fertig, ohne zwergische Unterstützung.
    Die letzten 150 Seiten (ca.) wurden dann doch noch recht spannend, und wenn das ganze Buch so gewesen wäre, würde meine Meinung anders ausfallen. Aber 250 Seiten herumgedümpel sind einfach zu viel!


    Im 15. Kap. wurde dann deutlich, dass


    Kap. 19
    bot dann eine Überraschung, wie ich sie mag:


    Mit dem Mörder


    Gehörig auf die Nerven fiel mir diesmal Crombies Stil. Schon sensibilisiert durch den eben gelesenen vorigen Teil gingen mir ihre ständigen "spasms of loss", "flooding of relief", "stab of guilt" ebenso auf den Geist, wie der übermäßige Gebrauch von Konstruktionen wie "gloweringly tender", "surprisingly competent", "radiantly fecund, "sputteringly furious".


    Das beste Buch in einer herausragenden Romanserie ist es wirklich nicht! Erstens ist die Serie nicht besonders gut und zweitens war dieses Buch nicht das beste. Schon die Tatsache, dass dieses Buch etwa ein Viertel länger ist als sein Vorgänger, machte mich misstrauisch, und mein Misstrauen wurde bestätigt. Die Startstrecke, die über die Hälfte des Buches dauerte, war einfach vieeeel zu lang. Die literarischen Ambitionen, die Crombie offensichtlich hat, finden leider keine Entsprechung in der Durchführung. Zu oberflächlich gezeichnet sind ihre Charaktere, zu einfach löst sie manche Probleme, zu wenig fesselnd ist ihre Darstellung. Wenn sie sich dann endlich darauf besinnt, dass sie ja eigentlich keinen psychologischen Roman sondern einen Krimi schreibt, ändert sich das Ganze und es wird plötzlich spannend. Schade, dass sie sich nicht darauf beschränkt.
    2ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

    Wir sind irre, also lesen wir!