Joe Gores - 32 Cadillacs

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.
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    Kurzbeschreibung
    "Der König der Roma liegt im Sterben" heißt es. Die Zigeuner der Westküste wollen standesgemäß zu ihm fahren und nicht zuletzt erheben zwei von ihnen den Anspruch auf die Nachfolge: Yana und Rudolph. "Standesgemäß" bedeutet, sich 32 Cadillacs zu klauen, um mit dem raffinierten Coup und den Wagen gleichermaßen Eindruck bei den anderen Roma zu hinterlassen.
    Die Bank, die unwissend das nötige Konto für den Betrug stellte, will die Wagen natürlich zurück bekommen und beauftragt DKA (Daniel Kearney Associates) für die Rückholung. Dan und seine Mitarbeiter machen sich an die Arbeit - nicht minder gewieft und trickreich als die Zigeuner.


    Meine Eindrücke
    Zu Beginn des Buches habe ich etwas genervt die Augen gedreht: Der Witz kommt mit dem Holzhammer. Da sind geklammerte Kommentare drin, die zum Teil reichlich nutzlos sind und mitunter wirkt der Witz richtig bemüht. "Da muss Witz rein, also schreibe ich ihn rein". Aber nach einigen Seiten habe ich das Buch nicht mehr ernst genommen und habe es nicht mehr als Krimi gelesen, sondern als schräge Detektivgeschichte.


    Die DKA-Mitarbeiter sind allesamt mit einer leichten Meise ausgestattet, keiner von ihnen ist perfekt und sie leisten zudem detektivische Drecksarbeit: Autos zurückholen, bei denen die Käufer mit den Raten im Rückstand sind. Sie stehen auf der Seite des Gesetzes, arbeiten aber mit vielen Kniffen und aus dem Hinterhalt - und nehmen oft genug Leuten das Auto weg, die einem Leid tun können.


    Die Zigeuner bilden einen Staat im Staat. Keiner von ihnen verdient sein Geld auf ehrliche Art und Weise und die Spannweite ihrer Betrügereien reicht von simpel bis höchst raffiniert. Oft unterstützt von der Dummheit oder der Gier (oder beidem) anderer Bürger. Drei Leute sind sogar so dämlich, dass sie sich nicht einmal von den DKA-Leuten aufklären und helfen lassen wollen.


    Witzig ist das Buch in der Summe doch geworden und spaßig zu lesen, welche Tricks sich Detektive und Roma einfallen lassen: Es ist kein Kampf mit der Waffe, sondern mit dem Kopf und der, der sich nicht in die Karten schauen lässt, gewinnt. Gores darf gerne wieder in mein Regal; nicht unbedingt mit der DKA (einem Zufallsfund vom Remittendentisch), aber er hat ja einiges mehr geschrieben.


    3ratten


    Meine inzwischen gefüllten Wissenslücken
    Die so genannten DKA files sind eine ganze Serie von Krimis bzw. Romanen.
    Gores (*1931) soll zu den besten Krimiautoren der USA zählen. Leider ist Joe Gores heute ein weitgehend vergessener Krimiautor in Deutschland. Keiner seiner Romane ist in deutscher Sprache lieferbar, sondern mit Glück nur noch in Antiquariaten aufzutreiben.
    Gores war selber 12 Jahre lang Detektiv und profitierte davon für seine späteren Romane. IMDB spuckt aus, dass er für verschiedene TV-Serien und Filme geschrieben hat (B.L. Stryker, Remington Steele, Magnum, P.I., Mrs. Columbo und Kojak).

    ☞Schreibtisch-Aufräumerin ☞Chief Blog Officer bei Bleisatz ☞Regenbogen-Finderin ☞immer auf dem #Lesesofa