Daniel Glattauer - Gut gegen Nordwind

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 87 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Bine1970.

  • Hallo miteinander,


    das Buch scheint die Leserschaft zu polarisieren. Finde ich gut, denn dann gibt's die besseren Diskussionen. :zwinker:
    Jetzt muss ich meine Gedanken aber noch einmal sortieren:



    Finde ich jetzt wiederrum nicht so! Sie ist keine seltsame Single-Frau, die gerade von ihrem Freund verlassen wurde, jetzt in Selbstmitleid badet und denkt, sie kann nie wieder glücklich werden.


    Sie ist zwar keine seltsame Single-Frau, aber ich habe sie ähnlich empfunden. Sie verliebt sich in ihren E-Mail-Partner, und das ist von beider Familienstand unabhängig. In ihrer Art, die Mails zu schreiben und auf Antworten zu drängen habe ich als sehr unangenehm und aufdringlich empfunden, für mich war das ein wenig wie Stalking (das ist natürlich jetzt zu heftig ausgedrückt, aber ihr versteht, was ich meine). Dass Emmi verheiratet ist, habe ich als zweitrangig angesehen.


    Viele Grüße von Annabas :winken:

  • Annabas
    Ich bin eigentlich sogar entzückt mal eine negative Meinung zu hören :breitgrins: Ich mochte die Geschichte zwar sehr gerne, finde es aber momentan sehr spannend zu lesen warum jemand das Buch überhaupt gar nicht mochte.^^
    Mit Emmi habe ich wirklich meine Schwierigkeiten. Zum Teil hab ich das Gefühl das sie Leo richtig niederschreibt *g* Ich habe ja das wirklich tolle Hörbuch gehört und da kommt das sicher auch nochmal durch die Interpretation von Andrea Sawatzki (die ich mir seither als die perfekte Emmi in einem Film vorstelle *g*) stärker durch. Ich finde Leo greift zu richtig drastischen Maßnahmen weil er sich endlich lösen will und es anders nicht geht. Da fragt man sich schon in wie weit das noch gut für beide Seiten ist. Andererseits hat mich persönlich gerade die Intensität manchmal wieder total mitgerissen. Dieses sich völlig auskleiden in einer Email. So hab ich das zumindest irgendwie empfunden. Außerdem hat es mich umgehauen das der Autor Emmi so weiblich dargestellt hat, ich fand er konnte sich total gut in eine Frau hineinempfinden.

  • Nachdem ich mich lange gewehrt habe (ich hasse es, wenn mir Menschen, von deren Buchgeschmack ich nichts halte, mir ständig sagen: "Das musst du lesen..." - und hier ist das besonders oft passiert), habe ich mich nun doch durchgerungen und das Buch gelesen.


    Ich bin begeistert, konnte meine Gedanken aber noch nicht so gut ordnen und bin deshalb noch zu keiner Rezension gekommen, aber das hole ich nach. Ich war sogar gleich am nächsten Tag beim Thalia, um mir den zweiten Band zu besorgen. Da ich aber gesehen habe, dass es diesen bisher nur als Hardcover gibt (und mir dieser nicht 18,40 Euro wert ist - in diesem Fall), habe ich die ersten 20 Seiten in der Buchhandlung gelesen. Dann fühlte ich mich schäbig und bin gegangen. Jetzt juckts mich aber total in den Fingern, mir das Buch zu bestellen :breitgrins:

  • Also für die paar Seiten find ich den Preis schon happig. Ich das damals ja bei vorablesen gewonnen, also von daher ...

  • Eigentlich dachte ich mir: lese mal was "Leichtes" so zwischendurch und bis Seite 80 habe ich tatsächlich durchgehalten.
    Doch ob in China der sprichwörtliche Sack Reis umfällt, oder Emmi und ihre Internetbekanntschaft Leo sich nun Mails hin und her mailen oder nicht, wenn interessiert das? Mich nicht.
    Die ganze Geschichte ist unspektakulär und für mich mehr als unglaubwürdig. Hier sitzen zwei Figuren vor ihren Rechnern die anscheinend nichts anderes zu tun haben als auf E- Mails des anderen zu warten, ewig die einzige Frage umkreisend: Treffen wir uns, oder lieber nicht? Das finde ich nach 80 Seiten doch recht langweilig, zumal Emmi mit ihrer zickigen Art in meinen Augen keinen andauernden Briefkontakten der modernen Art wert ist.


    Keine Wertung


    P.S. Was mich doch beruhigt ist, dass ich hier nicht die Einzige bin, die der Lektüre nichts abgewinnen kann

    Einmal editiert, zuletzt von Papyrus ()

  • Hallo miteinander,



    Mit Emmi habe ich wirklich meine Schwierigkeiten. Zum Teil hab ich das Gefühl das sie Leo richtig niederschreibt *g*


    Gut ausgedrückt. Ich finde sie sehr aufdringlich.



    Dieses sich völlig auskleiden in einer Email. So hab ich das zumindest irgendwie empfunden.


    Das kann man auch nur gegenüber einem völlig Fremden, bei einem persönlichen Gegenüber würden die eigenen Schutzmechanismen aktiviert sein. Ich mag es auch nicht lesen, wenn jemand sein Innerstes nach außen kehrt, nicht in Büchern und auch nicht in manchen Internetforen.



    P.S. Was mich doch beruhigt ist, dass ich hier nicht die Einzige bin, die der Lektüre nichts abgewinnen kann


    :winken:


    Grüße von Annabas

  • Annabas
    Gut das ist natürlich ein Punkt, ich finde im Roman - oder auch generell in Buchform- mag ich so eine Intensität schon sehr. Wobei es hier auch darauf ankommt wie der Autor das umsetzt. In Internetforen muss ich das dann aber auch nicht haben.


  • Das kann man auch nur gegenüber einem völlig Fremden, bei einem persönlichen Gegenüber würden die eigenen Schutzmechanismen aktiviert sein. Ich mag es auch nicht lesen, wenn jemand sein Innerstes nach außen kehrt, nicht in Büchern und auch nicht in manchen Internetforen.


    Daß das Buch dieses Thema überhaupt thematisiert, halte ich für einen der besseren Ansätze des Buches (wenngleich ich, wie oben schon geschrieben, die Umsetzung nicht gelungen finde).
    Tatsache ist ja, daß es offenbar sehr viele Leute gibt, die dazu neigen, gerade in e-mails oder im vermeintlich anonymen Internet zuviel Persönliches zu offenbaren, dieses Medium lädt dazu ein und man muß den richtigen Umgang damit finden.



    Außerdem hat es mich umgehauen das der Autor Emmi so weiblich dargestellt hat, ich fand er konnte sich total gut in eine Frau hineinempfinden.


    Na, ich hoffe du meinst mit "so weiblich" nicht ihre Zickigkeit. :zwinker:


    Grüße, kaluma

    Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden (R. Luxemburg)

    Was A über B sagt, sagt mehr über A aus als über B.

  • kaluma
    Naja man muss schon sagen das viele Frauen ganz schön zickig sein können^^ bei ihr ist es natürlich etwas extrem. :breitgrins: Nein auch ihre Ängste und Empfindungen fand ich sehr gut dargestellt. Vor allem auch ihrem Mann gegenüber, ich find Emmi nach wie vor unsympathisch, aber ich muss auch keine Figur mögen nur damit ich das Buch nicht gut finde. :)


  • Ich empfehle lieber die Doppeausgabe mit beiden Bänden zu kaufen^^


    das war wohl mein fehler. wollte der dame in der buchhandlung nicht glauben, dass das buch wirklich so fesselnd ist und man nach dem ende einfach weiterlesen will/muss.... wahrscheinlich hat mich auch der preis abgeschreckt, und mag taschenbücher eigentlich lieber... die sind "handlicher".
    so gesehen muss ich jetz warten bis ne freundin ihr doppelbuch gelesen hat... :sauer:


    und um meine meinung über das buch auszudrücken: es gibt bestimmt bessere bücher. finde anfangs und gegen die mitte zieht es sich ein bisschen, wobei dieser teil natürlich auch nicht wegzudenken ist. aber trotz allem ein buch das lust auf einen zweiten teil macht - und das ist denk ich die kunst eines autors.



    :smile:

  • Emmi und Leo lernen sich auf sehr unkonventionelle Art kennen - sie schreibt ihm versehentlich eine Beschwerdemail, die eigentlich für die Aboabteilung einer Zeitung gedacht ist. Aus ein paar Versehen ergibt sich nach und nach eine E-Mail-Freundschaft und schließlich irgendwie auch mehr. Wäre Emmi nicht verheiratet, wäre das Buch wohl nach 50 Seiten zu Ende gewesen und die beiden glücklich vereint. Aber warum einfach, wenn es auch umständlich geht. Ein langes Hin und Her folgt, dass sich zunehmend um die Frage „Treffen oder nicht treffen?“ dreht.


    Ich gebe es zu. Ich habe mich lange dagegen gesträubt, dieses Buch zu lesen. Ich hatte viele viele begeisterte Kommentare dazu gehört, aber irgendwas hat mich zurück gehalten. Vielleicht war es die Vorstellung eines Romans, der ausschließlich aus E-Mails besteht. Keine Ahnung. Als das Buch mir das Buch dann vor Kurzem zufällig in die Hände fiel, wollte ich „nur mal kurz reinlesen“, was dann 222 Seiten mit dem dringenden Bedürfnis endete, den zweiten Band in die Hände zu bekommen.


    Emmi und Leo haben mich verzaubert. Ihre witzigen, zynischen, ironischen und manchmal auch etwas unfreundlichen Mails haben mich komplett in ihren Bann gezogen. Sie werden über ihre eigenen Mails und über die Einschätzung des jeweils anderen charakterisiert, das macht es spannend, da es immer zwei Seiten zu betrachten gibt. Die Meinungen gehen dabei gern mal meilenweit auseinander.


    Ich hätte nicht gedacht, dass mich ein Buch gleichermaßen berühren und sprachlich begeistern kann.Während viele Mails ganz „normal“ daher kommen und jedem von uns in ihrer Art und ihrem Stil bekannt sein dürften, kommen Emmi und Leo zwischendurch immer wieder mit wahren sprachlichen Schätzen daher. Fast schon poetisch werden zentrale Themen wie Liebe, Eheleben und Bindungsangst behandelt, dass es einen manchmal vergessen lässt, dass das alles gerade mitten in einem E-Mail-Roman stattfindet.


    Ich bin wirklich beeindruckt und begeistert. Wer hätte das gedacht?!


    Ich vergebe 5ratten

    :leser: Plichota/ Wolf: Oksa Pollock - Die Unverhoffte<br /><br />SLW - Annabas: 1/10<br />SLW - Seychella: 0/10

  • So, ich habe es auch endlich gelesen.
    Es war schön, aber nicht berauschend. Emmi hat manchmal zu komische Ansichten für meinen Geschmack.
    Für nette Sonntagsunterhaltung mit stimmigen, aber gemeinem Ende gibt es:


    4ratten

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    Inhalt: Gibt es in einer vom Alltag besetzten Wirklichkeit einen besser geschützten Raum für gelebte Sehnsüchte als den virtuellen? Bei Leo Leike landen irrtümlich E-Mails einer ihm unbekannten Emmi Rothner. Aus Höflichkeit antwortet er ihr. Und weil sich Emmi von ihm angezogen fühlt, schreibt sie zurück. Bald scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann es zum ersten persönlichen Treffen kommt, aber diese Frage wühlt beide so sehr auf, dass sie die Antwort lieber noch eine Weile hinauszögern. Außerdem ist Emmi glücklich verheiratet. Und Leo verdaut gerade eine gescheiterte Beziehung. Und überhaupt: Werden die gesendeten, empfangenen und gespeicherten Liebesgefühle einer Begegnung standhalten? Und was, wenn ja?


    Daniel Glattauer beschreibt in seinem Roman "Gut gegen Nordwind" wie sich zwei Menschen virtuell ineinander verlieben können. Emmi Rothner und Leo Leike schreiben sich fast täglich, manchmal stundenlang E-Mails und warten stets sehnsüchtig auf eine Antwort des anderen. Anfangs wollen sie nicht voneinander wissen, wie sie aussehen. Besonders Leo beharrt darauf Emmi nur als eine "Fantasiegestalt" vor sich sehen zu wollen. Irgendwann wird ein Treffen jedoch zum Gesprächsthema. Beide fragen sie sich, ob ihre Gefühle füreinander einer Begegnung standhalten könnten. Beide wollen sie sich unbedingt treffen und gleichtzeitig wollen beide genau dieses Treffen unbedingt vermeiden.
    Ansich ist "Gut gegen Nordwind" eine nette Lektüre für zwischendurch. Es liest sich rasch, ist flüssig und mit einer guten Prise Humor gewürzt. Einige der E-Mails haben mich wirklich zum Lachen gebracht. Trotzdem fehlt mir einiges in diesem "Liebesroman". Die Idee einer reinen E-Mail Korrespondenz finde ich sehr gut, auch wurde das ganze toll umgesetzt. Doch mir fehlen ganz einfach die Emotionen. Immer und immer wieder schreiben Emmi und Leo von ihren Gefühlen, immer und immer wieder werden sie explizit erwähnt. Aber fühlen kann ich als Leserin sie nicht. Es "knistert" einfach nicht zwischen den beiden Charakteren. Sie tauschen sich vorallem über belangloses aus. Das kann natürlich auch seinen Reiz haben, aber irgendwann wurden mir dieses ewige "ich will jetzt doch wissen wie du aussiehst" "ach, jetzt doch wieder nicht" einfach zu viel. Ich dachte immer wieder: "Trefft euch endlich! Macht schon! Los! Jetzt!" Aber natürlich kam es nicht dazu. Und das war dann doch ziemlich enttäuschend, immer wieder.
    Auch wenn die Idee der Geschichte ansich grandios ist, die Charaktere wirken flach, sie haben keine Tiefe. Man erfährt nicht viel über ihre wahren Gefühle, über ihr Innenleben. Dabei wäre genau das spannend an einer solchen Geschichte.
    "Schreiben Sie mir, Emmi. Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf." Ich muss zugeben, dass ich dieses Zitat aus dem Buch sehr, sehr schön und gelungen finde. Nur leider, konnte ich diese "Küsse" zwischen den Charakteren nicht fühlen.
    Und auch das Ende der Geschichte war sehr gemein und hat mich eher wütend, als befriedigt zurückgelassen.


    Noch einmal zusammenfassend: Ansich ist es eine tolle Geschichte, die sich schnell zwischendurch lesen läst. Leider sind die Charaktere nicht das, was ich mir vorgestellt hätte. Die "Emotionen" werden mir hier nicht genug rübergebracht. Für mich "funkt" es einfach nicht zwischen Emmi und Leo. Und ich weiss auch nicht ob ich das Buch als "...einer der zauberhaftesten und klügsten Liebesdialoge der Gegenwartsliteratur..." (Umschlagtext) bezeichnen würde. Ein Dialog ist es zweifelsohne. Klug ist es auch, manchmal sogar sehr klug (siehe das Zitat, das mir so gefällt :)) ). Aber zauberhaft fand ich es leider gar nicht und einen wirklichen Liebesdialog sehe ich da leider auch nicht.


    2ratten

  • Ich hätte mir "Gut gegen Nordwind" nicht unbedingt selbst gekauft, habe das Buch aber von Freunden geschenkt bekommen und den gestrigen Abend (+ einen Teil der Nacht) dieser Geschichte gewidmet.


    Insgesamt habe ich das Buch großteils überflogen, was nicht unbedingt ein gutes Zeichen ist. Die ersten paar Mails fand ich noch ganz interssant, dann kam jedoch ziemlich schnell Langeweile auf. Ich habe weder zu Emmi noch zu Leo so richtig Zugang finden können und wenn ich jetzt so darüber nachdenke, interessiere ich mich dann doch mehr für Bernhard :spinnen:


    Kurz nach der Hälfte des Buches wurde es für mich etwas spannender, ich habe wieder genauer gelesen und etwas mehr Anteil der an der Geschichte genommen. Obwohl ich kein wirkliches Intersse für die beiden Figuren entwickeln konnte, fand ich es schön wie unterschiedlich beide Charaktere sind (und schreiben) und was für eine Abhängigkeit sie voneinander entwickeln. Diese Abhängigkeit vom "Pling" einer neuen eingehenden Nachricht kann ich nachvollziehen.


    Gegen Ende, nach den Bernhard-Mails, hat mich die hin und her Schreiberei ganz schön genervt.
    Das Ende selbst finde ich zwar traurig, aber es ist eine Variante die ich wirklich gut und richtig und schön finde. Es ist übrigens die einzige Stelle, die mich wirklich berührt hat.


    Einen Roman in E-Mail-Schriftwechsel-Form zu lesen war für micht etwas völlig neues und es bleibt das Gefühl von "Schön das mal gemacht zu haben."

  • Titel: Gut gegen Nordwind
    Autor: Daniel Glattauer
    Seiten: 223
    Verlag: Deuticke im Zsolnay Verlag (33. Auflage 2006)



    Über den Autor: (von Amazon.de)
    Daniel Glattauer, geboren 1960 in Wien, seit 1985 als Journalist und Autor tätig, seit 1989 für die Tageszeitung "Der Standard" (Gerichtsreportagen, Feuilletons, Kolumnen)


    Der erste Satz:
    Betreff: Abbestellung
    Ich möchte bitte mein Abonnement kündigen.


    Meine Meinung:
    Ich weiß leider nicht mehr, wie ich zu diesem Buch gekommen bin. Nur noch, dass es seit einer gefühlten Ewigkeit auf meiner Wunschliste steht. Zum Inhalt brauche ich nicht mehr viel zu schreiben, es geht um einen Roman in E-Mail Form. Hierdurch lesen sich die 223 Seiten in einem Haps weg (große Abstände zwischen den Mails und Kapiteln).


    Das Buch hat durchaus einen Sog auf mich ausgeübt, denn ab einem gewissen Zeitpunkt wäre es gar nicht in Frage gekommen, es zur Seite zu legen. Nein, ich wollte schon wissen, ob sich Leo und Emmi nun endlich treffen oder nicht und wie sie sich dann finden. Abgesehen von dieser zentralen Frage geschah ... nichts. Ich hatte das Gefühl, dass die beiden sich immer wieder im Kreis drehten bei bestimmten Themen. Immer wieder beschloss der eine oder die andere, dem jeweilig anderen fortan nicht mehr zu schreiben und natürlich machten sie trotzdem weiter. Und immer wieder ging es um das Thema Treffen. Dabei kann ich nicht mal behaupten, dass mich das Büchlein nicht gut unterhalten hätte. Die Sprache war schon sehr gut durchdacht. Allerdings glaube ich nicht, das "echte Menschen" tatsächlich so schreiben würden, wie es Leo und Emmi getan haben. Es wirkte dann doch zu gekünstelt. Das Ende fand ich für den Leser übrigens höchst unfair.


    Fazit: Ein nettes Leseerlebnis mit Schwächen, das absolut neugierig macht auf den Nachfolger.


    3ratten


    Viele Grüße
    Muertia

    :lesen: Rebecca Gablé - Der dunkle Thron<br />SuB: 6 (+16 bereits bestellte Bücher, um den SuB mal ein wenig aufzuwerten)

  • Damit es nicht wieder ein Jahr dauert, bis der Thread nach oben rutscht, hier meine Meinung: es ist durch die e-Mail-Form sehr leicht zu lesen (wobei ich die Prognose Wagen möchte, dass der Roman bereits in zehn Jahren sehr angestaubt wirken wird). Die schönste Stelle war für mich die e-Mail, in der Leo erklärt, in welcher Situation ihn Emmis Rundmail erreicht hat. Wer hat das noch nicht erlebt, emotional so angespannt zu sein, dass man der winzigsten Kleinigkeit noch eine Riesenbedeutung beimisst? Soweit der positive Teil.


    Ansonsten ging mir das ganze (wie vielen hier) zu sehr im Kreis herum. Und Emmi war nicht nur sehr unsympathisch (das wäre auch kein Grund, das Buch nicht zu mögen), sondern erfüllt auch perfekt das Weibchenschema: geht es einem Mann schlecht, fehlt ihm nur die Frau, also muss man ihn verkuppeln. Besteht aber die Gefahr, dass die Kuppelei Erfolg hat, ist man zutiefst beleidigt, was dazu berechtigt, die Verkuppelte böse nieder zu machen. Dass es die beste Freundin war, ist da unwichtig; im Zicken-Konkurrenzkampf ist jedes Mittel recht. Bäh! Da hilft es auch nicht mehr, dass Leo recht sympathisch war. Der Gesamteindruck ist schon im Eimer.