Margaret George - Kleopatra (Ende 2. Schriftrolle)

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 6 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Kathrin.

  • In diesem Bereich könnt ihr bis zum Ende 2. Schriftrolle schreiben

    Einmal editiert, zuletzt von Flor ()

  • In der zweiten Schriftrolle erfährt man eine Menge über Ägypten. Die Nilschwemme und die langen Fahrten auf dem Nil finde ich immer wieder sehr interessant. Übrigens gefällt mir die Ich-Erzählung auch sehr gut, genau wie die Zwiesprache mit Isis.


    Das wäre aber ganz und gar unmöglich gewesen. Nicht nur aus rechtlichen Gründen, wie Caesar betont, sondern es hätte ihm politisch den Garaus gemacht. Zu diesem Zeitpunkt saß er noch fest im Sattel: sein größter Gegner Pompeius war ausgeschaltet, aber gerade das weckte in Rom großes Misstrauen. Er war unangefochten der mächtigste Mann. So eine Konstellation hat in Rom immer Angst hervor gerufen. Das Staatswesen war so angelegt, dass ein einzelner nie so mächtig werden konnte, wie Caesar es inzwischen geworden war. Immerhin war er Diktator für 10 Jahre, das war sonst nur in Kriegszeiten und nur für 6 Monate möglich, danach musste das Mandat wieder nieder gelegt werden.

    Ich glaube nicht, dass ihr das wirklich klar gewesen ist.


    Zu Ptolemaios Xlll:


    Über Caesar schreibt Plutarch: Dann ging er endlich nach Italien zurück und kam in Rom an gegen Ende des Jahres, für das er zum zweitenmal zum Diktator ernannt worden war; früher hatte die Dauer dieses Amtes allerdings niemals ein Jahr betragen. [...] Caesars Ruf musste auch leiden durch die Verrücktheit des Domitius, Amantius' Habgier und Antonius' Trunksucht. [...] Er wusste freilich davon und hasste solches Wesen, aber bei der politischen Lage blieb ihm nichts anderes übrig, als sich auch solche Helfer gefallen zu lassen.

  • @qantaga
    Deine Informationen sind wirklich klasse :klatschen:.
    Besonders das eine Ehe der beiden nie möglich gewesen wäre. Er hätte seine Macht sicher auch für niemanden geopfert. Tragisch für Kleopatra, die ihn wohl wirklich geliebt hat. Zumindest stellt es M. George so dar.
    Wie du ja auch schon im anderen Thread geschrieben hast. Kleopatras aussehen hin-oder her. Sie war für Caesar interessant weil sie eben Königin war. Vielleicht hätte er sie nie angeguckt wenn sie nur die Frau irgend jemanden gewesen wäre.
    Er hat seine Gunst und seinen "Dienst" an den Frauen ja wohl oft politisch eingesetzt.



    Zu Ptolemaios Xlll:


    Das ist hochinteressant. Also könnte der Hochstabler ja doch der "Echte" gewesen sein.
    Ich habe mich eigentlich gewundert warum Kleopatra diese weite Reise nach Nubien unternimmt nur um einen Hochstabler anzusehen. Aber dann hat die Königin von Nubien ihr ja auch ein politisches Angebot gemacht. Sehr schön übrigens diese Fahrt und ein extrem interessantes Volk diese Nubier. Nubien ist was? Das heutige Sudan? Ich habe noch nicht gegoogelt.
    Unglaublich, die Frauen an der Macht. Auch wenn das leibliche Kind der Königin ein Sohn ist, wird später seine Ehefrau die Macht haben. Und das die Königin dick wie ein Elefant sein muss. Ein Affe als Hofdame.
    Die Beschreibungen dieses Volkes klangen wie ein Märchen.

  • Diese Nubierkönigin hat mir auch gut gefallen. Die Beschreibungen, besonders die Äffin, wirkten wirklich wie ein Märchen.


    Flor
    Ich glaube, Du liegst richtig mit dem Sudan. Jedenfalls lag Nubien südlich des Ersten Katarakts und war die Brücke zwischen Schwarzafrika und Ägypten. Ich bin gespannt, ob wir noch mehr über dieses Bündnis erfahren werden.


    "Dienst" an den Frauen *gg*: er hatte keine Skrupel, die Frauen politischer Gegner zu verführen, um diese zu demütigen und unmöglich zu machen. Rom war ein Dorf und solche Sachen blieben nicht lange geheim oder die Informationen wurden gezielt lanciert. Umgekehrt hatte Caesar kein Problem damit, sich von seiner Frau Pompeia scheiden zu lassen, obwohl gar nicht bewiesen war, dass sie ihn betrogen hatte. Der Verdacht reichte ihm. Berühmter, auch im Buch zitierter Spruch: "Caesars Frau muss über jeden Zweifel erhaben sein." Rom muss flachgelegen haben vor Lachen, aber er hatte sich damit unangreifbar gemacht. Im übrigen war diese Scheidung kein großes Opfer: die Ehe mit Pompeia wurde aus politischen Gründen geschlossen, Zuneigung war da nicht im Spiel.

  • @qantaga
    Also Scheidung war schon möglich, wenn die Frau betrügt?


    Ich habe auch gerade mal nach Nubien gegoogelt. Und ich bin etwas geschockt. Das war ja eine Hochkultur und ich habe noch nicht einmal den Namen vorher gehört.
    Es gibt auch eine eigene Homepage http://www.nubien.de. Die Grabschätze "unserer" Nubischen Königin sind übrigens in München und Berlin ausgestellt.

  • Scheidung war immer möglich. Der Mann konnte die Frau ohne Angabe von Gründen zu ihrer Familie zurück schicken. Die Familie der Frau war dann verpflichtet, sie zurück zu nehmen und für sie zu sorgen. Nach römischem Recht war der "pater familias", das Familienoberhaupt, der absolute Herrscher in der Familie. Er konnte über alles bestimmen und alle, auch die männlichen Familienangehörigen, mussten sich fügen. Im Extremfall hatte der pater familias das Recht, ein weibliches Familienmitglied zu töten. Die Stellung der Frau in der römischen Gesellschaft war nicht besonders, wie man unschwer sehen kann. Dass die Römer nicht viel von Frauen hielten, merkt man auch daran, dass sie sich nicht die Mühe machten, den weiblichen Kindern Namen zu geben. Sie erhielten die weibliche Form des Familiennamens, Ende. Im Falle von Gaius Julius Caesar hieß dessen Tochter Julia, weil sie der Familie der Julier entstammte. So gibt es bei den Juliern eine ebenso große Zahl Julias wie bei den Ptolemäern Berenikes. :breitgrins:


    Danke Flor für's googeln. Dass Nubien eine Hochkultur war, wusste ich auch nicht. Ich werde mir die Seite heute Abend in Ruhe ansehen. Das ist wirklich interessant.

  • Hallo zusammen,


    ja, dieser Abschnitt war auf alle Fälle sehr interessant, Kleopatra wird ein Stück weit erwachsener, z.B. bei der Bedrohung durch das Hochwasser. Sie fragt sich, was Caesar zu ihrer Entscheidung sagen würde, was es bedeuten würde, was er dazu sagen würde.

    Zitat

    Sie musste tun, was sie tun musste.


    Das wirkt auf mich schon so, dass ihr zwar an Caesars Meinung etwas liegt (auch wenn sie sie hier nicht bekommt), aber sie muss jetzt nun mal entscheiden, schließlich ist sie die Königin von Ägypten und ihr Volk, ihr Land ist bedroht und Caesar ist nicht da. Auch das Gelübde im Isis-Tempel, bzw. eher Caesars Einstellung dazu scheint sie inzwischen mit anderen Augen zu sehen.


    Wen ich wirklich sehr mag, sind Mardian und Olympos und auch diesen Epaphroditos. Über die Unterhaltung zwischen Olympos und Kleopatra am Anfang der Schriftrolle hätte ich mich kringeln können. Ich hab ja keine Ahnung, ob es Olympos wirklich gab und was er noch für eine Rolle spielen wird, aber er wirkt doch etwas eifersüchtig. Und dann diese Zickerei zwischen Mardian und Epaphroditos...irgendwie kommen mir die beiden ein bissl wie Pille und Spock vom Raumschiff Enterprise vor *kicher*


    "Unsere" nubische Königin hat mir auch sehr gut gefallen. Zeit hab ich momentan nicht, um mir die Seite etwas näher anzugucken, aber das Wochenende naht.


    lg
    kathrin