Margaret George - Kleopatra (Ende 10. Schriftrolle + Schriftrolle Olympos)

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 9 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Kathrin.

  • In diesem Bereich könnt ihr bis Ende 10. Schriftrolle und die Schriftrolle des Olympos schreiben.

  • Ich habe das Buch eben beendet und muss das Ganze erst einmal sacken lassen. Besonders die Schriftrolle des Olympos fand ich in ihrer Schlichtheit sehr ergreifend.

  • In groben Zügen kennt man das Ende zwar schon, aber trotzdem ist es ergreifend ,wenn man den in der Ich-Form geschriebenen Bericht Kleopatras über die letzten Tage liest.
    Zu wissen, was geschehen wird ist eine Sache, es dann wirklich zu erleben, eine andere.


    Alles war so gut vorbereitet und doch wurde es durch Proculeius vereitelt. Antonius riet ihr diesem Mann zu vertrauen. Warum?
    Irgendwo habe ich gelesen, er soll ein Freund Octavians gewesen sein. Oder wurde er das erst später?
    Wäre es anders gekommen, wenn Antonius nichts gesagt hätte? Damit meine ich die schmachvolle Gefangennahme durch Octavian.


    Octavian ist ja so hinterhältig. Ihr zu drohen die Kinder töten zu lassen, wenn sie sich zu Tode hungert. Hatte sie denn gar keine Bedenken, dass er aus Wut etwas ähnliches machen würde, wenn er von ihrem Selbstmord erfährt?


    Er, Octavian, kam ihrer Bitte bezüglich der Bestattung nach. Respekt! Auch dass er Mardian so gehen ließ. Das hatte ich nicht erwartet, schließlich war dieser ein hoher Beamter und Vertrauter Kleopatras.


    Und so blieben am Ende nur Olympos und Mardian zurück. Olympos beschreibt seine letzten Aufgaben und seinen Abschied von der Freundin.


    Schade, dass nicht näher auf die Beisetzung Kleopatras eingegangen wurde. Auch das weitere Schicksal der Kinder bleibt am Schluss offen. Nur vom Tod der zu Männern erklärten Jungen, Caesarion und Antyllus, erfahren wir. Was wird aus Mardian?


    Die Kandake, die hätte ich gern kennen gelernt! :breitgrins:


  • In groben Zügen kennt man das Ende zwar schon, aber trotzdem ist es ergreifend ,wenn man den in der Ich-Form geschriebenen Bericht Kleopatras über die letzten Tage liest.
    Zu wissen, was geschehen wird ist eine Sache, es dann wirklich zu erleben, eine andere.


    Da kann ich Dir nur zustimmen - so ging es mir auch.


    Zitat


    Alles war so gut vorbereitet und doch wurde es durch Proculeius vereitelt. Antonius riet ihr diesem Mann zu vertrauen. Warum?


    Vielleicht weil Antonius ein schlechter Menschenkenner war.


    Zitat


    Irgendwo habe ich gelesen, er soll ein Freund Octavians gewesen sein. Oder wurde er das erst später?


    Das weiß ich nicht, gefunden habe ich dazu dies und dies.



    Zitat


    Octavian ist ja so hinterhältig. Ihr zu drohen die Kinder töten zu lassen, wenn sie sich zu Tode hungert. Hatte sie denn gar keine Bedenken, dass er aus Wut etwas ähnliches machen würde, wenn er von ihrem Selbstmord erfährt?


    Ich glaube nicht, dass er die Kinder umgebracht hätte; sie konnten doch noch prima für politische Bündnisse verwendet werden. Und so ist es doch auch geschehen: die Kinder, allerdings ist immer nur von den Zwillingen die Rede, wuchsen bei Octavia in Octavians Haushalt auf. Kleopatra Selene wurde später mit dem numidischen König Juba verheiratet. Und auch die anderen Kinder des Antonius (auch wenn Octavia ihre Mutter war) wurden für Octavians/Augustus' Interessen eingesetzt: Antonia die Ältere heiratete innerhalb der weiteren kaiserlichen Familie und wurde die Großmutter Kaiser Neros. Antonia die Jüngere heiratete Livias Sohn Drusus und wurde die Mutter von Kaiser Claudius und die Großmutter von Kaiser Caligula.



    Zitat

    Die Kandake, die hätte ich gern kennen gelernt! :breitgrins:


    Ich auch. :breitgrins:

  • Ich bin auch durch. Zum einen natürlich toll, so einen dicken Wälzer durch zu haben, aber gerade die letzten beiden Schriftrollen waren sehr bewegend und haben mich richtig in dieses Buch gezogen und mich das Ende miterleben lassen. Ja, wie ihr schon gesagt habt man hat es erlebt. Das kann MG wirklich gut.
    Okay, das Buch hat Längen es war für mich gerade in der 6. und 7. Schriftrolle auch eher zäh zu lesen. Aber MG hat es immer wieder geschaft spannende Momente zu beschreiben.
    300 Seiten weniger hätten es hier sicherlich auch getan, manchmal fand ich doch etwas viel wiederholt. Ereignisse immer wieder, manchmal mit genau den gleichen Worten, wiedererzählt, das hätte nicht sein müssen.
    Im großen und ganzen aber schon ein tolles Buch. Das mich in eine Welt entführt hat die ich noch nicht kannte. "Meine Zeit" ist eher das Mittelalter :zwinker:. Aber dafür habe ich viel neues gelernt.
    Kleopatra eine so bekannte, faszinierende Figur, wer war sie wirklich? Wir werden es nie erfahren aber so wie MG die Geschichte erzählt hat könnte es wirklich gewesen sein.
    Es zeigt eine Frau mit vielen Facetten. Geliebte, liebende Mutter, eine Frau die dem Schönheitskult nicht abgeneigt war (ich sage nur Eselsmilch und all das andere), machtgierige Ziege und vieles mehr. Wahrscheinlich ist alles, was über sie geschrieben wurde, positiv wie negativ irgendwie wahr.
    Mir hat gut gefallen, dass MG sie nicht nur als positives "Superweib" dargestellt hat, sondern auch beim Leser viel Unsympathie ihr gegenüber geweckt hat.


    Grundsätzlich habe ich festgestellt, dass mir die historischen Romanbiografien von MG besser gefallen als die von Cornelia Wusowski.
    Für mich schreibt Margaret George einfach spannender. Auch gibt es bei ihr immer ausführliche Nachworte die bei solchen Romanen für mich unersetztlich sind. Die fehlen leider bei C. Wusowski.


    Von mir bekommt das Buch 4 Ratten, für einen wirklich schönen, spannenden, lehrreichen historischen Roman allerdings mit etwas Überlänge :zwinker:.
    4ratten

    Einmal editiert, zuletzt von Flor ()

  • So, nachdem ich jetzt erstmal meine allgemeinen Eindrucke zum Buch loswerden musste, jetzt noch mal speziell zur 10. Schriftrolle und der Schriftrolle des Olympos.
    WoW, was für ein bewegendes Finale :klatschen:.
    Und Kathrin wird sich freuen, Mardian und Oympos haben überlebt.
    Für mich sind keine Fragen übrig geblieben.



    Schade, dass nicht näher auf die Beisetzung Kleopatras eingegangen wurde. Auch das weitere Schicksal der Kinder bleibt am Schluss offen. Nur vom Tod der zu Männern erklärten Jungen, Caesarion und Antyllus, erfahren wir. Was wird aus Mardian?


    Mir hat die Beschreibung der Beisetzung ausgereicht. Nicht so Prunkvoll wie bei Antonius, war ja auch keiner mehr über, der es hätte machen sollen, aber trotzdem eine ehrenvolle Beisetzung.
    Über das Schicksal der Kinder schreibt ja MG im Nachwort, das hat mir eigentlich gereicht. Außerdem weiß man wohl auch gar nicht was aus Alexander Helios und dem kleinen "Igel" geworden ist. Unwichtige Persönlichkeiten vergisst die Geschichte. Und Kleopatra Selene hat ja durchaus noch eine Rolle in der Geschichte gespielt, als Königin von Mauretanien.
    Kurios, dass gerade Marcus Antonius andere Kinder so wichtige Rollen in der Geschichte einnahmen. Und er so Ahnherr von Königen und Königinnen wurde.


    Octavian ist ja so hinterhältig. Ihr zu drohen die Kinder töten zu lassen, wenn sie sich zu Tode hungert. Hatte sie denn gar keine Bedenken, dass er aus Wut etwas ähnliches machen würde, wenn er von ihrem Selbstmord erfährt?


    Ja, das habe ich mir auch gedacht.

  • Mein Fazit: ein wirklich gelungenes Buch mit ein paar Längen, aber insgesamt unterhaltsam und spannend. Die Leserunde war wirklich schön. Ich bedanke mich bei Euch für die angenehme Atmosphäre und die interessanten Diskussionen.
    Ich hoffe, ich habe Euch mit meinen Einwürfen nicht allzu sehr genervt, aber wenn es um Römer geht, bin ich kaum zu bremsen. :zwinker: :redface:


  • Über das Schicksal der Kinder schreibt ja MG im Nachwort, das hat mir eigentlich gereicht.


    Inzwischen habe ich das Nachwort auch noch gelesen. :breitgrins: Nach dem Finis der Schriftrolle des Olympos war für mich auch erst mal Finis.


    Ich bin auch der Meinung es hätte ein paar Seiten weniger sein können, denn ich war nach einiger Zeit den Beschreibungen der Vorbereitungen oder auch der eigentlichen Kämpfe überdrüssig geworden. Trotzdem hat mir das Buch sehr gut gefallen.



    Ich bedanke mich bei Euch für die angenehme Atmosphäre und die interessanten Diskussionen.
    Ich hoffe, ich habe Euch mit meinen Einwürfen nicht allzu sehr genervt, aber wenn es um Römer geht, bin ich kaum zu bremsen. :zwinker: :redface:


    Es war mir ein Vergnügen dieses Buch mit euch zu lesen und deine Erklärungen waren zumindest für mich hilfreich und ich habe mich darüber gefreut. Das war sozusagen eine fachfraubegleitete Leserunde.



    Und Kathrin wird sich freuen, Mardian und Oympos haben überlebt.


    :breitgrins: Ich bin schon auf ihre Eindrücke gespannt.


  • [


    Es war mir ein Vergnügen dieses Buch mit euch zu lesen und deine Erklärungen waren zumindest für mich hilfreich und ich habe mich darüber gefreut. Das war sozusagen eine fachfraubegleitete Leserunde.


    Dem möchte ich mich in jedem Punkt anschließen. Es war eine sehr schöne Leserunde und sie hat mir, besonders durch qantaqas fachfrauliche :breitgrins: Kommentare, sehr bei der Verständigung geholfen.


    Inzwischen habe ich das Nachwort auch noch gelesen. :breitgrins: Nach dem Finis der Schriftrolle des Olympos war für mich auch erst mal Finis.


    Ich habe mir schon fast gedacht das du vielleicht zu den Nachwort-Ignorierungs-Lesern :zwinker: gehörst.

  • Hallo Ihr Lieben,


    ja, ich bin jetzt auch fertig mit dem Buch und es fällt mir ein wenig schwer, mich von Kleopatra zu verabschieden. Ich habe sowohl das Buch als auch die Leserunde mit Euch sehr genossen und danke Euch auch dafür, dass Ihr die letzten Tage noch weitermitgelesen habt, was ich so von mir gegeben hab und wir noch ein wenig über die Romanhelden von MG geschwätzt haben. Ein großes Danke auch an Dich, qantaqa für Deine Erklärungen, mir ging es da wie Flor und yanni, sie haben mir viel geholfen und waren sehr interessant. Ich habe zu dem Buch schon eine Rezi angefangen und werde jetzt noch mal die LR ein wenig Revue passieren lassen und dann meine Rezi dazu unten bei den hist. Romanen einstellen. Will auch in der LR nochmal sämtliche Links genauer angucken, hab mir bislang wenn überhaupt dann nur die Bilder angeschaut und nicht weiterreingelesen, weil ich dem Buch nix vorwegnehmen wollte.


    So, jetzt aber noch meine Eindrücke zur 10. Schriftrolle und zu der von Olympos.



    Octavian ist ja so hinterhältig. Ihr zu drohen die Kinder töten zu lassen, wenn sie sich zu Tode hungert. Hatte sie denn gar keine Bedenken, dass er aus Wut etwas ähnliches machen würde, wenn er von ihrem Selbstmord erfährt?


    Ich denke mit dieser Drohung bekommst Du jeden Vater und jede Mutter dahin, wo Du sie/ ihn haben willst. Meine Mama sagt immer, dass sie für ihre Kinder, ihre Familie zur Mörderin werden könnte. Da werden die Klauen ausgefahren und es wird gekämpft, dass den Kindern nichts geschieht.



    Und so blieben am Ende nur Olympos und Mardian zurück. Olympos beschreibt seine letzten Aufgaben und seinen Abschied von der Freundin.


    Ach ja, meine beiden Lieblinge...Olympos Schriftrolle fand ich sehr berührend, sein Abschied von Kleopatra, seine Treue über den Tod hinaus, wie er die Kinder in Rom beobachtet und Kleopatras letzten Wunsch erfüllt...es fällt mir wirklich schwer, zusammen mit Olympos von der großen Königin Abschied zu nehmen. Schade, dass Mardian zwar überleben darf, aber letztlich keine weitere Rolle spielen darf. Die zwei werde ich auch definitiv vermissen. Interessant übrigens, dass MG unseren Verdacht, dass Olympos mehr in Kleopatra gesehen haben könnte, als nur die Königin und Freundin aus Kinderzeit, nicht weiter bestätigt hat. Sie hat Andeutungen gemacht, bzw. wir haben sie dahingehend interpretiert, aber es wurde nie gesagt oder geschrieben.


    Mir hat die Beschreibung der Beisetzung ausgereicht. Nicht so Prunkvoll wie bei Antonius, war ja auch keiner mehr über, der es hätte machen sollen, aber trotzdem eine ehrenvolle Beisetzung.
    Über das Schicksal der Kinder schreibt ja MG im Nachwort, das hat mir eigentlich gereicht. Außerdem weiß man wohl auch gar nicht was aus Alexander Helios und dem kleinen "Igel" geworden ist. Unwichtige Persönlichkeiten vergisst die Geschichte. Und Kleopatra Selene hat ja durchaus noch eine Rolle in der Geschichte gespielt, als Königin von Mauretanien.
    Kurios, dass gerade Marcus Antonius andere Kinder so wichtige Rollen in der Geschichte einnahmen. Und er so Ahnherr von Königen und Königinnen wurde.


    Das sehe ich wie Flor, vor allem durch das Nachwort der Autorin wurden noch ein paar Sachen erklärt. Ich bin Autoren immer dankbar, wenn sie noch ein wenig zu ihren Büchern erklären. Ob ich jetzt Wusowski oder George lieber mag, kann ich nicht sagen. Mir haben die beiden Bücher von CW, die ich gelesen hab schon sehr gut gefallen, besser als Heinrich VIII oder Maria Stuart, aber Kleopatra fand ich wiederum etwas besser, als das Buch über Katharina von Medici. Insofern halten sich die beiden Autorinnen bei mir die Waage.


    Und was die Kandake angeht, da sind wir uns wohl alle einig :breitgrins:


    lg
    kathrin