Elizabeth Chadwick – Die Braut des Ritters

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Es gibt 13 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Grisel.

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    Zur Autorin:


    Elizabeth Chadwick lebt mit ihrer Familie in Nottingham. Sie hat 12 Historische Romane geschrieben, deren Handlung im höfischen Mittelalter angesiedelt ist. Vieles von ihrem Wissen resultiert sie aus den Recherchen als Mitglied von Regia Anglorum. Diese Historische Vereinigung stellt das Leben und Wirken der Menschen im Mittelalter nach und lässt Geschichte lebendig werden.


    Zum Buch:


    Elizabeth Chadwick versteht sich darauf liebenswerte, stolze und einmalige Charaktere zu schaffen. Von der ersten Seite fiebert man mit Fulke FitzWarin, der übrigens der Sohn von Fulke FitzWarin und Hawise ist (dessen Weg wir in dem Roman „Die Erbin der Festung“ verfolgen konnten) mit.


    Fulke gerät in einer Dezembernacht im Jahre 1184 mit dem jungen Prinz Johann in einen Streit. Aus Wut zertrümmert der Prinz dem jungen Knappen die Nase, aus Notwehr tritt Fulke Johann nieder. Seit diesem Vorfall leben beide im Streit und als Johann nachdem Tod seines Bruders Richard den Thron besteigt und den FitzWarins das Anrecht auf die Besitztümer von Whittington verwehrt, wendet sich Fulke ganz von dem König ab und lebt von da an als gesetzloser. Immer wieder schafft Fulke es, Johann und seinen Verfolgern zu entkommen. Seinen Lebensunterhalt verdient er auf diversen Ritterturnieren.


    Seine tiefe Liebe zu der wunderschönen Maud steht am Anfang unter keinem guten Stern, sie wird nämlich die Frau seines früheren Herrn, bei dem er seine Ritterausbildung beendet hatte, doch als Theobald Walter stirbt sieht er eine neue Chance und raubt in wahrsten Sinne des Wortes, dem König Johann die Frau unter der Nase weg. Maud ist zwar ein Schönheit, aber kein frommes Lamm, sie weis was sie will und hat einen starken Willen, der Fulke in manchen Situationen eine starke Stütze ist. So ergänzen sie sich und ihre Liebe wirkt nie kitschig.


    Das Buch überzeugt mit seiner Handlung und lässt alles Lebendig erscheinen, man kann sich gut in den Alltag hinein versetzen. Die historischen Details oder Hintergründe sind nie dick aufgetragen und geben immer einen guten Überblick.


    Meine Meinung:


    Ich bin absolut fasziniert von Elizabeth Chadwicks Schreibstil und Erzählungsweise, ihre Geschichten sind flüssig geschrieben, bunt beschrieben und mit den Charakteren kann man sich immer anfreunden und mitfiebern. Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen, war genauso gut und fesselnd wie mein erster Roman „Die Erbin der Festung“ von ihr. Ich kann dieses Buch allen nur ans Herz legen es lohnt sich.


    5ratten


    Emoticon aus Threadtitel entfernt. LG, Valentine

    Liebe Grüße<br /><br />Alisha-Jolie

    Einmal editiert, zuletzt von Valentine ()

  • Fulke FitzWarin ist Knappe am englischen Hof, als ihn der aufbrausende Prinz Johann (zu der Zeit gerne als Johann Ohneland verspottet) zu einer Schachpartie herausfordert, die damit endet, dass der Prinz Fulke das Schachbrett ins Gesicht schlägt und dafür selbst mit einem Faustschlag niedergestreckt wird.


    Es ist der Beginn einer wunderbaren Feindschaft. Fulke muss den Hof verlassen und findet Zuflucht im Haushalt des Ritters Theobald Walter, dessen Bruder der Erzbischof von Canterbury ist. Nachdem sein Vater stirbt, schwört er sich, dessen großen Wunsch zu erfüllen und die Burg Whittington, die einst den FitzWarins gehörte, endlich zurückzuerobern. Dabei hat er jedoch die Rechnung ohne seinen Erzfeind gemacht, der seine Bestrebungen sabotiert, wo er nur kann.


    Maude le Vavasour wird von ihrem gefühlskalten Vater als Dreizehnjährige mit dreimal so alten Theobald Walter verheiratet. Sie hat Glück, weil ihr Ehemann liebevoll mit ihr umgeht und ihr viele Freiheiten lässt, was im 12. Jahrhundert eher unüblich ist, doch auch als Maude erwachsen wird, bleibt die Beziehung eher platonisch. Kaum verwunderlich, dass der gutaussehende Fulke aus dem Gefolge ihres Mannes höchst verstörende Gefühle bei ihr hervorruft, die sie erst einmal nicht wahrhaben will.


    Die Hauptfiguren dieses historischen Romans hat es wirklich gegeben, Elizabeth Chadwick hat in einigen Originalquellen recherchiert und auf Basis der Aufzeichnungen eines namenlosen Chronisten die bewegte Geschichte von Fulkes Kampf um den Familiensitz im Grenzland zwischen Wales und England niedergeschrieben. Der Dauerzwist mit dem späteren König Johann, die Verbindung zur einflussreichen Familie Walter und auch die spätere Eheschließung mit Maude sind allesamt historisch belegt.


    Das Ganze liest sich größtenteils spannend, auch wenn sich das Kampfgetümmel manchmal ein bisschen redundant erscheinen mag, manche Entwicklungen oder Sinneswandel etwas plötzlich daherkamen und das Buch an ein paar Stellen etwas Straffung vertragen hätte.


    Dass Maude ihren eigenen Kopf hat und es zwischen ihr und Fulke genauso heftig krachen wie leidenschaftlich werden kann, gefiel mir gut, weil sie dabei nicht emanzipierter wirkt, als sie es zu ihrer Zeit wohl gewesen sein kann. Einige Formulierungen habe ich allerdings als etwas schwülstig empfunden, wobei das auch an der Übersetzung gelegen haben kann.


    Alles in allem solide historische Unterhaltung mit Pluspunkten für gute Recherche.


    3ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)




  • Valentine

    Ich hätte jetzt gedacht, dass es Dir besser gefällt.


    Bei mir müssten mittlerweile 10 Jahre seit dem Lesen vergangen sein. Ich habe es als sehr gut und packend in Erinnerung, weiß aber natürlich nicht, ob es meiner heutigen Betrachtungsweise stand halten würde.

    Früherer Nutzername "Alexa" :)

  • Es war ja auch überhaupt nicht schlecht ... aber ich hätte auch gedacht, dass es mich noch ein bisschen mehr packen würde. Ein bisschen gestrafft hätte es mir wahrscheinlich noch besser gefallen. Zwischendurch hatte ich mal einen Hänger bei den ewigen Schwertkämpfen :breitgrins:

    The west-winds blow, and, singing low,
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    (John Greenleaf Whittier)




  • Falls ich mal ein Buch lese, in dem Kampfszenen vorkommen, lese ich die quer. Ich finde das so furchtbar langweilig, egal wer das schreibt. :elch:

    Viele Grüsse,

    Weratundrina :verlegen:


    Help me, help me ~ Won't someone set me free? ~ There's no right side of the bed ~ With a body like mine and a mind like mine

    ~ IDLES ~


  • Falls ich mal ein Buch lese, in dem Kampfszenen vorkommen, lese ich die quer. Ich finde das so furchtbar langweilig, egal wer das schreibt. :elch:

    Ich ehrlich gesagt auch meistens.

    Früherer Nutzername "Alexa" :)

  • Falls ich mal ein Buch lese, in dem Kampfszenen vorkommen, lese ich die quer. Ich finde das so furchtbar langweilig, egal wer das schreibt. :elch:

    Ich ehrlich gesagt auch meistens.

    Habt Ihr mal Bernard Cornwell ausprobiert? Der kann das, wie kein anderer, Kampfszenen so schildern, dass man wirklich mittendrin statt nur dabei ist.


    Chadwick habe ich immer sehr gern gelesen, weil sie für mich das Gleichgewicht zwischen Geschichte und Romanze immer schön gerade richtig hinbekommt. Muss mal nachschauen, was ich von dem Buch gehalten habe.


    Gut, das war offenbar auch für mich keines ihrer Glanzstücke, aber ganz nett. Ich schrieb damals, als ich es beendet hatte:


    Der Eindruck über das Buch und Fulke hat sich bis zum Ende nicht geändert. Nett, aber etwas vor sich hin plätschernd und ohne mich zu Begeisterungsstürmen hinzureißen. Aber, dennoch nett ohne zu enttäuschen. Nur die Liebesszenen waren ein Graus, aber damit steht Chadwick ja leider nicht allein.

  • Grisel: ja, nett plätschernd trifft es ganz gut, und auch die Einschätzung der Liebesszenen teile ich :breitgrins:


    Ich habe nicht grundsätzlich ein Problem mit Kampfszenen, aber sie müssen schon gut gemacht sein, damit sie mich auf Dauer nicht ermüden.

    The west-winds blow, and, singing low,
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    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)




  • Einen lustigen Nebeneffekt hatte das Buch übrigens: dank der Erwähnung eines gutaussehenden schwarzlockigen Ritters und diverser Turniere habe ich jetzt richtig Bock, mal wieder "Ritter aus Leidenschaft" zu gucken :elch:

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  • Grisel: ja, nett plätschernd trifft es ganz gut, und auch die Einschätzung der Liebesszenen teile ich :breitgrins:


    Ich habe nicht grundsätzlich ein Problem mit Kampfszenen, aber sie müssen schon gut gemacht sein, damit sie mich auf Dauer nicht ermüden.

    Ich finde das immer so frustrierend bis witzig, wenn ein - meist historischer - Roman an sich nett geschrieben ist, aber sobald es zur Sache geht, sinkt das Niveau so weit runter, dass man sich fragt, wie kann man sowas schreiben, ohne vor Lachen unter'm Tisch zu liegen? Zugegeben, ich weiß jetzt nicht mehr, ob das bei Chadwick so extrem war. Und ich lese sie wirklich nach wie vor sehr gern.

  • Doch, es ging streckenweise schon in die Richtung. Ich habe mich ein paarmal gefragt, warum die beiden, die ja eigentlich sehr zupackend, pragmatisch und "straightforward" wirkten, im Bett so schwülstig werden.

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    (John Greenleaf Whittier)




  • Ich ehrlich gesagt auch meistens.

    Habt Ihr mal Bernard Cornwell ausprobiert? Der kann das, wie kein anderer, Kampfszenen so schildern, dass man wirklich mittendrin statt nur dabei ist.

    Genau deshalb habe ich den einzigen Cornwell (obwohl ich den Autor sehr schätze; in der Histo-Couch wird er von manchen sehr verehrt) nach ca. 200 Seiten abgebrochen: Zu blutig. Will ich nicht so en detail lesen. Geht nicht. Es war "Der Bogenschütze"

    "Bücher sind meine Leuchttürme" (Dorothy E. Stevenson)

  • Habt Ihr mal Bernard Cornwell ausprobiert? Der kann das, wie kein anderer, Kampfszenen so schildern, dass man wirklich mittendrin statt nur dabei ist.

    Genau deshalb habe ich den einzigen Cornwell (obwohl ich den Autor sehr schätze; in der Histo-Couch wird er von manchen sehr verehrt) nach ca. 200 Seiten abgebrochen: Zu blutig. Will ich nicht so en detail lesen. Geht nicht. Es war "Der Bogenschütze"

    Klar, man muss sowas natürlich auch lesen wollen.