Alexander McCall Smith - Der Gott der Träume. Der Mythos von Angus

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Es gibt 2 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Breña.

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    Inhalt


    Indem ich die Geschichte von Angus wiedererzähle, habe ich ihn in die moderne Welt geholt, und zwar in einer Folge lose miteinander verbundener Geschichten. Die Rolle des Angus, oder die Figur Angus, mag in jeder dieser Episoden flüchtig und kaum greifbar sein, sie ist aber stets gegenwärtig. Anders als andere mythische Figuren hat Angus nichts besonders Moralisches oder Didaktisches an sich: Wo er auftaucht, geht es hauptsächlich um Träume und Liebe - zwei Phänomene, die für die Menschen schon immer den Reiz des Geheimnisvollen bargen...



    Meine Meinung


    Angus schenkt nicht nur Träume, er verkörpert auch die Liebe und die Jugend. Die Sage um ihn stammt aus der irischen Mythologie, aber man begegnet ihm auch im keltischen Schottland.


    Es werden die zentralen Aspekte seines Lebens beleuchtet - wir erfahren etwas über seine Eltern, seine Zeugung, wie er aufwuchs, seine besonderen Fähigkeiten, ... Und dazwischen gibt es immer die oben erwähnten Episoden, die flüchtig etwas mit Angus zu tun haben. Die Figur läuft wie ein roter Faden durch das Buch, und alle Geschichten sind mehr oder weniger stark mit ihr verbunden.


    Der Stil gefällt mir, märchenhaft und ruhig. So, als ob ein Geschichtenerzähler stimmungsvoll diese Episoden vor uns ausbreitet. Ich liebe so etwas! :breitgrins:
    Ich bin auch überrascht, wieviel ich über Angus und sein Umfeld erfahren habe. Ich kannte den Mythos vorher nicht, und hatte große Wissenslücken befürchtet. Das Gefühl habe ich nun jedoch nicht, es ist nur ein noch größeres Interesse an der Mythologie zurückgeblieben.


    Die verschiedenen Geschichten gefallen mir alle, auch wenn sich natürlich Lieblingsstellen herauskristallisiert haben. Und es gab auch noch ein echtes Highlight für mich, mit dem ich dort nie gerechnet hätte. :smile:
    Alles passt irgendwie zusammen, es gab keine Episode bei der ich mich nach dem Sinn gefragt habe.


    Das Vorwort muss auch noch erwähnt werden. Dort geht es um Angus, die Interpretationen des Autors - und um Mythen im allgemeinen. Ich werde zwei Stellen zitieren, weil ich mich einfach nicht entscheiden kann...


    Zur Überlieferung von Mythen:

    Zitat

    Der Mythos ist eine Wolke, basierend auf einem Schatten, basierend auf der Bewegung eines Lufthauchs.


    Über Angus und uns:

    Zitat

    Er repräsentiert Jugend und intensive, leidenschaftliche Liebe, die wir möglicherweise erleben, wenn wir jung sind - aber an die wir uns selbst im Alter noch erinnern. Alter und Erfahrung mögen uns bisweilen ein wenig düster und vorsichtig machen, aber dennoch ist da immer etwas von Angus in uns - von Angus dem Träumer.


    5ratten

  • Mit das Faszinierendeste an diesem Buch-Projekt ist für mich, wie unterschiedlich Autoren an die Aufgabe herangehen. McCall Smith erzählt annähernd abwechselnd Episoden aus dem Mythos von Angus selbst und Geschichten aus neuerer Zeit, die Aspekte des zuvor gewählten Mythenausschnitts wieder aufgreifen. Dabei erlaubt er sich, wie er selbst im Vorwort sagt, künstlerische Freiheiten in der Nacherzählung, was er wie folgt rechtfertigt:


    [quote author=S. 7]Mythen sind lebendig, und man sollte mit ihnen spielen dürfen.[/quote]


    Dieses Recht nimmt sich McCall Smith hier in recht umfassendsten Maße, schafft es damit aber sehr gut, nicht nur ein Bild des jungen und liebenswerten Träumebringers Angus zu vermitteln, sondern auch seine Idee davon, wie sich Angus bis heute in der Welt äußert und zeigt. Passend zum Charakter von Angus sind die Geschichten recht unspektakulär: kein Waffengeklirr, keine Kämpfe, keine Unterwelt oder ähnliches. Daher liest sich das alles recht angenehm, hat mir auch durchaus gut gefallen, aber der echte Aha-Effekt, der sich bei den Mythen-Büchern von Tokarczuk, Pelewin, Grossman und Atwood eingestellt hat, fehlte mir hier ein wenig, weshalb die Bewertung ein kleines bißchen schwächer ausfällt.


    4ratten


    Schönen Gruß
    Aldawen

  • McCall Smith erzählt die Geschichten um Angus, den Traumbringer, ruhig und unaufgeregt. Leider so ruhig und unaufgeregt, dass der Eindruck, den das Buch hinterlassen hat, schon nach einer Woche sehr blass ist. Während des Lesens hat mir der Wechsel zwischen den Passagen zu Angus und den Einschüben, die sein Wirken in unserer heutigen Zeit aufgreifen, sehr gefallen, allerdings erschienen mir die modernen Geschichten zunehmend wahllos und eindimensional. Die Faszination des mir kaum bekannten Gottes und die angenehme Erzählart des Autors trugen nicht über die gesamte Länge des Buches, was bei circa 140 Seiten kein gutes Zeichen ist.


    Interessant ist die Herangehensweise von McCall Smith allemal, der von Aldawen zitierte Satz verdeutlicht das Konzept des Büchleins sehr gut. Doch auch wenn der Autor ein guter Erzähler ist, schafft er es nicht, mir für Der Gott der Träume mehr als ein "nett" zu entlocken.


    3ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:


    Viele Grüße
    Breña

    "Natürlich kann man sein ohne zu lesen, ohne Bücher, aber ich nicht, ich nicht."  J. L. Borges