Per Petterson - Pferde stehlen

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Bleibt gesund!

Zum Thema COVID19 darf ab sofort ausschließlich in diesem Thread geschrieben werden!

Es gibt 26 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Kirsten.

  • Ist schon merkwürdig. Da hinterlässt ein Buch viele Fragen und wir zweifeln an uns, ein Buch nicht verstanden zu haben.


    Aber an sich ist es eine spannende Frage, woran es liegt, dass ein Leser nicht alles nachvollziehen konnte. Am Autor, der nicht in der Lage war, seine Gedanken soweit in schriftliche Form zu verpacken, dass der Leser es versteht oder am Leser, der entweder abgelenkt oder nachlässig gelesen hat oder dem evtl. Hintergrundwissen fehlt.


    Immerhin scheint es bei diesem Buch eher am Schriftsteller zu liegen.

  • Ging mir damals auch so - ich fand es irgendwie so unfertig.. hm weiß auch nicht... zumindest würde ich es nicht nochmals lesen und auch nicht empfehlen

    Liebe Grüße<br />JaneEyre<br /><br />Bücher haben Ehrgefühl. Wenn man sie verleiht, kommen sie nicht zurück<br />Theodor Fontane

  • Für mein Gefühl hört es mittendrin auf. Das fand ich schade, denn der Rest des Buchs hat mir gut gefallen.

    Man muss mutig sein, damit du die Angst überwindest, das Unmögliche möglich zu machen.

  • Ich habe das Buch nun auch gelesen, und zwar im norwegischen Original unter dem Titel "Ut og stjæle hester".


    Ich stehe dem Buch zwiespältig gegenüber. Einerseits gefiel mir das ruhige, gemächliche Leben des älteren Mannes, der ziemlich isoliert auf dem Land lebt. Über ihn hätte ich gerne mehr gelesen, über die Erlebnisse seines pubertierenden fünfzehnjährigen Ichs allerdinge eher weniger. Und das ständige Hin-und-Her-Springen zwischen den Zeitebenen war mir zuviel. Ich halte es für einen vergeblichen Versuch, Spannung zu erzeugen. (Allerdings hätte die Geschichte auch nicht funktioniert, wenn Petterson sie rein chronologisch erzählt hätte.)


    Das von einigen hier kritisierte Ende kam mir gestern Abend auch etwas zu abrupt, aber heute merke ich, dass der letzte Satz richtig stark ist und einen gelungenen Abschluss bildet. Für mich passt das Ende also; ich mag es, wenn mir nicht alles erzählt wird.


    Was mich aber richtig, richtig genervt hat, das war der Stil mit seiner unendlichen Anzahl "und". Gezielt und sparsam angewendet kann man durch die wiederholte Verbindung von Satzteilen durch diese Konjunktion einen Effekt hervorrufen, der die geschilderte Situation sehr intensiv erscheinen lässt. Aber wie gesagt "gezielt und sparsam", nicht inflationär.


    Zitat von S. 159

    Jeg måler opp kaffe i filteret og heller kaldt vann i beholderen og setter traktereren i gang, og så skjærer jeg upp brødskiver og legger i en kurv og henter smør og pålegg i kjøleskapet og sprer det på asjetter og fyller ei lita, gul mugge med melk till kaffen og setter alt på bordet med kopper og glass og kniver til to.

    Nichts gegen eine detaillierte Beschreibung der Vorbereitung einer Zwischenmahlzeit, aber so ist sie einfach nur nervig. Vor allem in Verbindung mit unendlich vielen anderen Szenen, die in ähnlich und-reichem Stil geschildert werden. Ist man (ich) erst mal ausreichend sensibilisiert, reagiert man auf jedes neue "und" allergisch.


    3ratten

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • Allerdings hätte die Geschichte auch nicht funktioniert, wenn Petterson sie rein chronologisch erzählt hätte.)

    :lachen:


    In Deinem Zitat habe ich immerhin Brot und Kaffee verstanden. Und was ist noch mal "smør"? Butter? (Smörrebröd, Smörrebröd, römtömtömtöm ... )

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)




  • Was mich aber richtig, richtig genervt hat, das war der Stil mit seiner unendlichen Anzahl "und".

    Das kann ich verstehen. Mich würde es wahrscheinlich jedes Mal mehr stören.

    Man muss mutig sein, damit du die Angst überwindest, das Unmögliche möglich zu machen.