Bret Easton Ellis - American Psycho

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 43 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von HoldenCaulfield.

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    Bret Easton Ellis - American Psycho


    American Psycho erzählt die Geschichte von Patrick Bateman, einem erfolgreichen Geschäftsmann, der von seinem immer gleich ablaufenden Leben aus Arbeit, Parties, Drogen, Geschäftsessen gelangweilt ist und zum Serienmörder wird, um überhaupt noch etwas in seinem Leben zu spüren.


    Meine Meinung:

    Kurz gesagt: Nein. Einfach nur nein.

    Patrick Bateman ist ein oberflächlicher, sadistischer, frauenverachtender kranker Schandfleck eines Menschen. Selten habe ich den Hauptcharakter eines Buches derart gehasst. Durch das immer gleiche Aufzählen von Marken, Produkten etc. wird einem diese Oberflächlichkeit das ganze Buch über ins Gesicht gerieben - mein Negativhighlight war hier eine morgendliche Pflegeroutine aus Cremes und Mousse und Wasweißichnichtalles, das sich über drei Seiten zog. Dadurch ist das ganze Buch unglaublich anstrengend zu lesen - schon vor Erreichen der Buchmitte habe ich begonnen, mich durchzuquälen. Dies wird noch dadurch verstärkt, dass die einzelnen Kapitel immer nur Ausschnitte aus Batemans Leben zeigen, so dass oftmals einige Zeit zwischen den Kapiteln vergangen ist und man erstmal wieder erfahren muss, was in der Zwischenzeit überhaupt passiert ist, teils ergeben sich hierdurch auch Lücken in der Geschichte (im Sinne von "jetzt macht Bateman irgendwas mit den menschlichen Überresten eines seiner letzten Opfer, das dem Leser/der Leserin vorher gänzlich unbekannt war und dessen Ermordung auch gar nicht beschrieben wurde"). Hinzu kommt, dass einige Kapitel teils einfach mitten im Satz enden - erst habe ich gedacht, ich hätte einen Fehldruck erwischt, beim Lesen anderer Rezensionen fiel mir dann auf, dass das tatsächlich beabsichtigt ist.


    Patrick Bateman ist ein Serienmörder, der seine Opfer auf unglaublich ekelhafte und sadistische Art umbringt - die Schilderungen dieser Morde sind äußerst plastisch beschrieben, so dass mir öfters beim Lesen übel wurde.

    Ich war angewidert von Bateman und diesen ganzen oberflächlichen Menschen um ihn herum, die derart darauf fixiert sind, welche Marken sie tragen und nutzen, dass sie selbst die Menschen hinter diesen Marken gar nicht mehr auseinanderhalten können.

    Wenn der Autor mir die Langweiligkeit von Batemans Leben durch immer gleiche Wiederholungen von Marken, Parties, Drogen zeigen wollte, so ist ihm das definitiv gelungen.

    Aber Spaß beim Lesen bringt das nicht. Mehrmals habe ich tatsächlich ans Abbrechen des Buchs gedacht - hätte ich zuvor nicht die Verfilmung gesehen, hätte ich dies vielleicht sogar getan, ich wollte aber unbedingt wissen, ob es Unterschiede zur Buchvorlage gibt.


    Als Endnote vergebe ich 2 von 5 Ratten - tendenziell wäre es nur eine Ratte, aber ich möchte zumindest die Bemühung des Autors, Batemans Oberflächlichkeit und Sadismus darzustellen, honorieren, auch gelingt es ihm durch diese unglaubliche Monotonie tatsächlich, die Morde als Abwechslung zum markendurchtränkten Alltag darzustellen, wie es auch Bateman empfindet - das ist ihm auf jeden Fall gelungen. (Ratten, oh je - da gibt es auch eine wirklich furchtbar grausame Szene zu<X)

    2ratten

    "Wir hatten das erste, ja. Aber was ist mit dem zweiten Frühstück?"

    "Ich glaube nicht, dass er weiß, dass es sowas gibt."

    "Und der Elf-Uhr-Imbiss? Mittagessen? Vier-Uhr-Tee? Abendessen, Nachtmahl? Das kennt er doch wohl, oder?"

    "Ich würde mich nicht darauf verlassen."

  • Alexander90

    Hat Dir der Film gefallen? (Tatsächlich habe ich ihn nie gesehen. Aber das ist eher Zufall.^^)

    Ja, der Film gefiel mir ziemlich gut, den könnte ich mir durchaus auch nochmal anschauen. Die wichtigsten Szenen aus dem Buch werden behandelt, ich halte ihn für eine gut gelungene Umsetzung der Buchvorlage - hier tut das für Buchverfilmungen typische Weglassen von Inhalten ziemlich gut, weil die Handlung dadurch weit weniger schlaucht als das Buch. Und die ekligsten Morde hat man erfreulicherweise auch weggelassen.

    "Wir hatten das erste, ja. Aber was ist mit dem zweiten Frühstück?"

    "Ich glaube nicht, dass er weiß, dass es sowas gibt."

    "Und der Elf-Uhr-Imbiss? Mittagessen? Vier-Uhr-Tee? Abendessen, Nachtmahl? Das kennt er doch wohl, oder?"

    "Ich würde mich nicht darauf verlassen."

  • Alexander90

    Manchmal funktioniert eine Geschichte einfach besser als Film. Ich denke zum Teil liegt das natürlich auch daran, wie das Drehbuch die Vorlage Interpretiert. Irgendwann schau ich mir den Film sicher mal an, eigentlich ist er total mein Beuteschema.