Beiträge von nanu?!

Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Das Jahr des Aufstiegs hat begonnen. Ab jetzt muss jede der drei Königinnen um ihr Leben fürchten.


    Nachdem ich den ersten Band geradezu fantastisch fand, enttäuscht mich dieser zweite Band umso mehr.


    Da es um das "Jahr des Aufstiegs" geht, rechnet man als Leser mit viel Blut, Kampf und hinterlistigen Plänen. Leider ist die ersten zwei Drittel des Buches nicht viel davon zu spüren.

    Die Autorin zieht die Geschichte unheimlich in die Länge, erzeugt ständig künstliches Drama, welches, sobald es Ernst wird, schnell wieder in sich zusammen fällt. Es sieht fast so aus als wolle Kendare Blake ihre Königinnen überhaupt nicht gegeneinander kämpfen lassen.

    Wie schon im ersten Teil, wird durch die Überschriften eines jeden Kapitels angezeigt, wo der Leser sich gerade auf Fennbirn befindet. Diese Wechsel geschehen dieses mal viel öfter, vielleicht wollte man das Tempo durch häufige Ortswechsel erhöhen. Auf mich wirkte das eher unruhig und nervte ab und zu auch, weil die Kapitel manchmal mitten in einer Handlung plötzlich aufhören.


    Ich weiß auch nicht was ich schlimmer finde: Die fehlende Action, oder die krassen Unstimmigkeiten in der Geschichte.

    Achtung, wer das Buch noch nicht gelesen hat, dies aber noch möchte sollte nicht weiter lesen, denn es könnte Spoiler geben.


    Die Figuren bleiben bis auf eine alle gleich. Große charakterliche Entwicklungen gibt es also keine. Nur eine einzige Figur ist durch eine Begebenheit wie ein Pullover auf links gedreht. Die aber gefiel mir ungemein und brachte zumindest etwas Schwung in die Tüte. Warum diese Person sich aber so verhält wie sie es tut wird wieder nur frustrierend unzureichend erklärt.

    Dazu kommt das viele Nebencharaktere fast bis gar nicht mehr vorkommen.


    Ab dem Duell, dem letzten Drittel des Buches, dann endlich ein Lichtblick. Da überschlagen sich fast schon die Ereignisse. Dinge passieren die man so nicht erwartet hätte, Intrigen werden durchgeführt und Kämpfe ausgetragen. Dieser letzte Teil hat mich fast schon wieder versöhnt mit dem Rest.


    Der zweite Teil kann noch lange nicht mit seinem genialen Vorgänger mithalten. Ich frage mich wirklich was hier schief gelaufen ist. Eigentlich war "der schwarze Thron" ja als Dulogie geplant gewesen. Musste die Autorin vielleicht alles umschreiben um einen Vierteiler daraus zu machen?

    Weiter lesen werde ich auf jeden Fall, denn ich will wissen wer am Ende gewinnt. Eine Vermutung habe ich ja schon...


    2ratten

    Dies war mein allererstes Buch von Charlotte Link, Vergleiche zu ihren anderen Werken kann ich also keine ziehen.


    Das Buch ist in zwei Zeitebenen geschrieben.

    Auf der einen Seite befindet der Leser sich im Jahre 1996. Die Deutschen Barbara und Ralph mieten sich über die Weihnachtstage in "Westhill House" ein, einem alten Farmhaus mitten in der Pampa Yorkshires gelegen.

    Die Beiden rechnen nicht mit dem harten Winter und werden komplett eingeschneit. Barbara findet später die Aufzeichnungen der Frances Gray, eine der Schwestern die früher in "Westhill House" gelebt hatten.

    Bei diesen Aufzeichnungen handelt es sich um Frances Grays Lebensgeschichte, sie machen auch den zweiten Erzählstrang des Buches aus.

    Sie beginnen 1907 und werden, trotz das Frances die Aufzeichnungen selbst geschrieben hat, von ihr in der dritten Person erzählt. Das fand ich schade denn ich mag die Ich-Form, das wirkt immer direkt persönlicher und bringt einem den Erzähler näher, und ich finde es seltsam wenn jemand von sich selbst in der dritten Person spricht.

    Frances Geschichte zieht sich fast über das ganze zwanzigste Jahrhundert, und durch die heftigen Ereignisse in England ist auch in Frances Leben einiges los.

    Da sind die Streiks der Arbeiter, die Aufstände der Suffragetten und dann folgen noch zwei Weltkriege. Frances befindet sich fast immer im größten Schlamassel mittendrin und muss einiges aushalten.


    Von allen Figuren die in diesem Schmöker zu finden sind, waren mir nur sehr wenige wirklich sympathisch. Es gab nicht eine Figur die keinen Knacks hatte.

    Alkoholkranke und vom Krieg Traumatisierte, an Bulimie erkrankte Heranwachsende oder auch von Neid zerfressene Figuren. Da war echt alles vertreten.


    In der Story selbst gab es ein paar heftige Längen, meistens wenn die Gefühlswelt einer Figur analysiert wurde. Manchmal wurden diese Analysen sogar kurze Zeit später wiederholt, aber dann als Rahmenhandlung.

    Ansonsten fand ich das Buch richtig spannend. Durch die vielen Ortswechsel war immer für ausreichend Abwechslung gesorgt, Fances gerät öfter mal in brenzlige Situationen.

    Auch der andere Erzählstrang blieb immer spannend. Barbara und Ralph haben große Probleme im eingeschneiten Haus.


    Auf dem Cover steht zwar Kriminalroman, der historische Teil um Frances Gray nahm aber immer den Hauptteil der Geschichte ein.


    4ratten

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    Laut Amazon:

    Ozean, Regenwald, Hochgebirge: Peru ist eine natürliche Schatzkammer – und die Heimat des Ceviche. Ein großer Artenreichtum und die Impulse der Einwanderer aus aller Welt bescheren dem Land eine spektakuläre Gastronomie, in der es noch einiges zu entdecken gibt, darunter die facettenreiche Welt des Ceviche. Jeder Hafen am Pazifik, jede Stadt im Gebiet des Amazonas oder in den Anden schwört auf die eigene Zubereitungsart.

    Ceviche ist ein aufregendes Geschmackserlebnis – und dazu ein leichtes und gesundes Gericht, das nur wenige Zutaten benötigt. Der deutsch-peruanische Chefkoch Juan Danilo kennt alle Geheimnisse der peruanischen Gastronomie und verrät uns in diesem Buch seine Rezepte: von den raffinierten Ceviches der japanisch geprägten Nikkei-Küche über die Klassiker seiner Großmutter bis hin zu seinen eigenen, vegetarischen und fruchtig-exotischen Kreationen.



    Ceviche besteht hauptsächlich aus weißen Fisch der mit Hilfe von Salz und dem Saft von Zitronen oder Limetten gegart wird.

    Der Koch Juan Danilo ist mit diesem Essen aufgewachsen. Schon als Kind hat er in Peru gelernt, dass ein großartiges Gericht nur wenige Zutaten braucht.

    An den kleinen notizartigen Bemerkungen die Juan Danilo zu jedem Gericht zu erzählen weiß, kann man oft erkennen wie sehr er das Land mit seinen Farben, Gerüchen und Traditionen liebt.


    Besonders gelungen finde ich die ersten Seiten zur Einführung in die Welt des Ceviche. Darin wird erklärt woher das Gericht kommt, wie die Art der Zubereitung entstand, wie wandlungsfähig dieses Essen ist, wie das garen mit der Säure funktioniert, und einiges Wissenswertes mehr.

    Es gibt auch ein kurzes Kapitel welches nur den Ají-Pfefferschoten gewidmet ist. Es gibt sie in vielen verschiedenen Varianten und die Unterschiede im Geschmack könnten mannigfaltiger nicht sein. Außerdem sind sie in nahezu allen Gerichten in diesem Kochbuch enthalten, die peruanische Küche scheint wohl ohne diese Pfefferschoten nicht auszukommen. Gut also, dass die wichtigsten von ihnen in Form, Farbe und Geschmack beschrieben werden.


    Nun zu den Rezepten: Im ersten Teil geht es um die traditionellen Ceviches, deren Basis entweder aus weißem Fisch oder Meeresfrüchten besteht.

    Der zweite Teil besteht aus sogenannten "Nikkei"-Rezepten. Japanische Einwanderer nahmen Einfluss auf die peruanische Küche, woraus eine ganz eigene Traditionsküche entstand, das Nikkei.

    Diese Rezepte gefielen mir am besten weil hier mit (für mich) bekannteren Lebensmitteln gearbeitet wird. Auch kommt im Gegensatz zu den rein peruanischen Gerichten fetterer Fisch, wie Thunfisch oder Lachs, zum Einsatz.

    Wirklich innovativ finde ich die vegetarischen Rezepte aus dem dritten Teil. Hier werden die verschiedensten Gemüsesorten mit Steinobst, Beeren und Süßkartoffeln kombiniert.


    Die Rezepte sind im großen und ganzen machbar, ja fast kinderleicht nachzukochen. Das meiste der Zutaten wird einfach in Würfel oder Scheiben geschnitten und mit allen anderen Zutaten im Rezept vermengt, fertig.

    Beim zweiten Blick sieht man aber, ganz so einfach ist es nicht. Und da kommt der vierte Teil des Buches zum Einsatz: Hier geht es um die vielen Extras, die man zum Kochen braucht. Am wichtigsten ist die sogenannte "Tigermilch" die gleich in drei verschiedenen Varianten gebraucht wird.

    Bei der klassischen Tigermilch werden Fischreste zusammen mit Gemüse und Gewürzen püriert. Bei der Nikkei-Tigermilch kommen zwar keine Fischreste,dafür aber Algen zum Einsatz. Am einfachsten ist da noch die vegetarische Tigermilch, die wirklich nur aus Gemüse und Kräutern besteht. Und bei allen gilt: bloß nicht die Pfefferschoten vergessen.

    Manchmal braucht man für die Ceviches eine Paste aus Ají-Pfefferschoten. Auch sie will im Vorfeld schon mal hergestellt werden.

    Ganz so flott sind die Ceviches also nicht mal eben gezaubert.


    Ganz wichtig finde ich die letzten Seiten, da werden nämlich die ganzen Online-Händler aufgelistet wo man die peruanischen und teilweise japanische Zutaten herbekommt.

    Da man erst mal schauen muss wo das meiste der Lebensmittel herzukriegen ist und dementsprechend vorher geplant werden muss, ist dieses Kochbuch auf keinen Fall für den alltäglichen Gebrauch geeignet.

    Mit diesen Gerichten kann der geneigte Hobbykoch seine Gäste aber auf jeden Fall beeindrucken.


    Die Qualität des Kochbuches an sich ist ganz hervorragend, die Photos einsame spitze. Das ganze Werk ist eine Zierde für jedes Kochbuchregal.


    4ratten

    Fast ist schon wieder ein Monat herum und in dieser Zeit wurden gerade mal drei Tamkatz-Bücher beendet.

    Ich weiß, es ist viel zu heiß zum lesen und ich bin ja nicht besser, aber DREI Bücher? Leute, das können wir doch besser!

    Ab Montag soll die Hitzewelle auch endlich abklingen, dann gibt es (für mich zumindest) keine Ausrede mehr.

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    Für den Musiklehrer Franz, der die Vierzig schon länger überschritten hat, läuft’s nicht gut: Den Rockstar-Traum hat er fast aufgegeben, in seiner Ehe kriselt es, seine Tochter Julie pubertiert und redet kaum mit den Eltern. Eines Nachmittags gerät er in einen Autounfall, bei dem ein alter Mann umkommt. Ausgerechnet als seine Frau Linn die Beziehung retten will und ihn zu dem Lebenshilfeseminar The Elevator to Happiness™ mitschleppt, begegnet Franz das Unfallopfer Egon – als Geist! Dabei ist Egon Physiker und glaubt nicht einmal selbst an seine metaphysische Existenz. Notgedrungen machen sich Franz und Egon auf die Suche nach einem Weg, wie der Geist seine Ruhe finden kann. Dabei wird zunehmend unklar, wer hier überhaupt wen erlösen soll.

    Mit Schmäh und feinstem schwarzem Humor erzählt Das Glück ist ein Vogerl vom Irrsinn des Alltags, von unsterblichen Lebensträumen und der Liebe in drei unterschiedlichen Generationen.




    Franz weiß gar nicht so recht wie es so weit kommen konnte: Seine Karriere als Rockstar hat quasi nie existiert, seine Musikschüler rauben ihm den letzten Nerv, seine Tochter Julie spricht nicht mehr mit ihm und seine Frau Linn will unbedingt so einen komischen Motivationskurs mitmachen wo er sie begleiten soll.

    Als ihm dann nach einem Autounfall ein Geist auf Schritt und Tritt verfolgt, zweifelt Franz auch noch an seinen Verstand. Ob er je wieder sein Leben in den Griff kriegt?


    Dieser Roman hier ist für mich einer der größten Überraschungen in meinem aktuellen Lesejahr. Positiv gesehen natürlich...


    Ich hatte die Befürchtung, dass die Geschichte durch den Geist ein wenig ins kitschige abdriften könnte, immerhin muss ja ein Geist erlöst werden. Dabei hatte ich aber nicht mit dem wunderbaren Humor der Autorin gerechnet, die aus der Geistererlösung eine Komödie gezaubert hat. Die relativ gewöhnlichen Themen der restlichen Handlung werden dadurch ungemein aufgelockert und amüsant.


    Hauptthema bleibt nun mal Franz verkorkstes Leben, seine verpasste Chancen und die Erkenntnis, dass er alles was ihm etwas bedeutet verlieren könnte, wenn er nicht langsam in die Gänge kommt. Mit einem Geist wie Egon an der Seite, der zu allem eine Meinung hat die er Franz auch immer ungefragt mitteilt, ist das aber gar nicht so einfach.

    Dabei kommt Franz noch nicht einmal besonders sympatisch rüber. Er ist eigentlich ein Idi0t der vollkommen selbst Schuld an seiner Situation hat. Erst im Laufe der Geschichte lernt man ihn mögen.

    Parallel dazu erfährt der Leser auch noch, wie die pubertierende Tochter Julie mit ihrem Leben zurecht kommt, und was die Ehefrau Linn so treibt. Besonders Julie gefiel mir gut, denn ich fand sie mit ihren Problemen und ihrer Unsicherheit sehr authentisch und lebensnah.


    Richtig göttlich fand ich die Szenen rund um den Motivationskurs. Linn will das Seminar unbedingt mit Franz zusammen machen. Darin kann man "sein Leben auf Hochglanz polieren" und "mit dem Fahrstuhl zum Glück" sein persönliches "Happiness-Level" finden. Den amerikanischen Kursleiter Scott mit dem komischen Akzent kann Franz vom ersten Augenblick an nicht leiden. Über die vielen witzigen Details in dieser Episode musste ich so lachen, ich sah die Teilnehmer förmlich vor mir liegen auf ihren Matten und den Happiness-Level-Schildchen auf den T-Shirts. Großartig.


    Ich muss zugeben dass ich erst Probleme hatte in das Buch zu kommen. Das lag vor allem an den Stil der Autorin der doch ziemlich... österreichisch ist. Zum Beispiel bekommen alle Vornamen konsequent einen Artikel, ohne Ausnahme. Dann erscheint der Egon dem Franz als Geist. Oder die Linn ist sauer auf den Franz.

    Auch werden viele österreichischen Ausdrücke und Wörter verwendet. Der Vogerl im Titel ist dabei nur der Anfang. Manche Ausdrücke kannte ich überhaupt nicht, sind aber durch den Kontext trotzdem verständlich. Es nimmt aber nie Überhand, eher verleiht es dem Text einen gewissen Charme. Gewöhnen musste ich mich trotzdem erst dran, und das hat ein paar Seiten gedauert. Danach machte mir dieser Schreibstil aber überhaupt keine Probleme mehr.


    Fazit: Ein Kerl der kurz davor ist alles zu verlieren und ein Geist der seine eigene Existenz bezweifelt, ergeben zusammen ein (meistens) gutes Team das versucht zu retten was zu retten ist. Einfach nur empfehlenswert!


    5ratten

    Das letzte was ich auf meiner Wunschliste gepackt habe ist die Grischa-Trilogie von Leigh Bardugo, die kommt nämlich bald in einem Schuber neu raus.


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    Warum? Nachdem mir "Das Lied/Das Gold der Krähen" von ihr so gut gefallen hatten, muss ich auch einfach den Rest aus Leigh Bardugos Universum haben.


    Meine Wunschliste auf Amazon dient vor allem dazu, Tipps die ich hier im Forum sammle, nicht gleich wieder zu vergessen.

    Wie oft wollte ich mir ein Buch kaufen, und ich wusste später weder Titel noch Autor. Da ist die Wunschliste auf Amazon einfach perfekt für. Aber es wird noch lange nicht alles gekauft was draufsteht.

    Die LTBs lese ich auch immer noch gerne. Mit denen bin ich groß geworden.

    "Le petit Spirou", "Gaston Lagaffe" und "Spirou und Fantasio" leihe ich mir regelmäßig aus der Bibliothek.


    Ich schrieb eben zwar was von Kindercomics, aber nur um zu differenzieren.

    Für Comics ist man niemals zu alt, egal welcher Art sie sind.

    Wie schon gesagt, meine Meinung beschränkt sich, auf die von dir genannten "einfacheren" Comics. Etwas anderes habe ich auch nie behauptet. ;)

    Aber auch nie etwas gegenteiliges. Du sprachst von Comics im allgemeinen.


    Du musst mir auch nicht erklären, was Comics kosten oder wie sie gestaltet sind.

    Ich wollte nur aufzeigen wie groß die Bandbreite in der Welt der Comics ist.


    Aber wisst ihr was, vergessen wir einfach die Diskussion und jeder liest was er will und denkt was er möchte.

    Aber das sollen wir doch hier: Diskutieren! :winken:

    Für mich ( !) hat das Lesen der "Zack- Bumm - Comicsprache" nichts mit Literatur oder Lesen zu tun.

    Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann verstehst du unter Comics, Hefte wie Mickey Maus, Batman, Asterix und Co. Zumindest sagt dass dein Kommentar mit dem "Zack, Bumm-Comicsprache" aus.

    Wenn das so ist, dann mit Verlaub, hast du von Comics absolut keine Ahnung.


    Es gibt Comics, die sind nur für Erwachsene gemacht. Manche von ihnen kosten ein kleines Vermögen, mein Bruder besitzt ein paar von ihnen.

    Die Zeichnungen sind so detailreich und wunderschön, manchmal werden Drucke von einzelnen Szenen in Galerien für tausende von Euro angeboten.

    Die Sprache kann genauso poetisch oder anspruchsvoll wie in klassischen Romanen sein, es hängt natürlich davon ab, in welchem Genre du gerade unterwegs bist. Das ist in Büchern nicht anders.

    Das Krack und Bumm nennt man Lautschrift. In Romane werden Laute beschrieben, im Comic eben etwas anders dargestellt. In Kindercomics etwas deutlicher und bunter, in Erwachsenencomics meist dezenter.

    Die Geschichten sind genauso komplex wie in Romanen oder Filmen und gehen meistens über viele Bände. Sie können wahnsinnig tiefgründig sein. Eigentlich können sie alles sein: tiefgründig, witzig, traurig, brutal...


    Meiner Meinung nach hast du noch nie ein solches Comic in den Händen gehalten, sondern immer nur die einfacheren.

    Das ist ja auch okay, aber dann sollte man gewisse Dinge nicht beurteilen und runter machen.

    Man kann doch Comics nicht mit Romanen vergleichen, und schon gar nicht als minderwertig bezeichnen. Das ist fast schon eine Frechheit...

    Wenn man nichts damit anfangen kann, okay, aber dafür sind sie noch lange nicht minderwertig.


    Hier in Belgien, dem Land der Comics (wir haben sogar Museen die nur dieser Kunst gewidmet sind), schätzt man Comics sehr.

    Es gibt sehr komplexe Geschichten, und es ist nicht selten dass Hollywood große Filme daraus macht. Es wird nur nie groß heraus posaunt, dass die Vorlage "bloß" ein Comic war.

    Comics sind ja nicht nur dumme kleine Bildchen, sondern große Kunst, und die Auswahl ist riesig. Es gibt für jeden Geschmack etwas. In meinem Freundeskreis gibt es sehr viele begeisterte Comicleser, und von denen ist fast keiner mehr jünger als 45.


    Und Eltern sollten froh sein, wenn ihre Sprösslinge Comics lesen. Es verbessert die Rechtschreibung, erweitert den Wortschatz, kurbelt die Phantasie an und öffnet der großen Literatur Tür und Tor.