Beiträge von nanu?!

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Bleibt gesund!

Zum Thema COVID19 darf ab sofort ausschließlich in diesem Thread geschrieben werden!

    Die Autorin war mir bis jetzt völlig unbekannt. Ich wusste nicht, dass sie eigentlich Schauspielerin ist.

    Aber egal was sie normalerweise in ihrem Leben so tut, sie weiß in der Küche zu glänzen.


    Das Kochbuch ist für eine erste Einführung in die türkische Küche perfekt. Silas Rezepte sind sehr unkompliziert, sie verwendet viel Gemüse und wenig Fleisch.

    Auf der Zutatenliste steht nichts, was man nicht im kleinen türkischen Lebensmittelladen um die Ecke kaufen könnte. Die exotischsten Dinge sind da die Gewürze Pul biber und Sumach. Oft werden aber auch Alternativen angegeben, wie beim türkischen Joghurt, Kasar-Käse oder Yufkateig, sollte man diese nicht finden.

    Die Gerichte sind, wie schon geschrieben, total unkompliziert, schmecken tun sie aber nicht so. Sila kombiniert geschickt süß, herzhaft, scharf und mild, sodass selbst einfache Gemüsegerichte völlig neu schmecken. Zum Beispiel fügt sie getrocknete Aprikosen, Honig und Zimt in die Tomatensauce. Oder die Möhrensuppe kriegt durch Orangensaft und scharfen Pul biber den besonderen Pfiff verpasst.


    Es gibt zwar Kapitel, eine richtige Ordnung nach Vorspeisen, Hauptspeisen u.s.w. gibt es innerhalb dieser Kapitel aber nicht wirklich. Da ist das Register am Ende schon hilfreicher, wenn man ein bestimmtes Rezept sucht.

    - In "Rezepte meiner Mutter" findet man vor allem klassisch Türkisches, wie zum Beispiel Gözleme, gefüllte Weinblätter, Joghurtsuppe oder Börek.

    - In "Working Mum" gibt es dafür eher Gerichte, die sich leicht vorbereiten lassen oder schnell gemacht sind, wie Gemüse-Köfte, Zucchinipuffer (habe ich getestet, super lecker) und Ratzfatz-Pizza.

    - "Kochen für den Liebsten" zeigt nur vegetarische Gerichte, da Silas Mann kein Fleisch ist. Dies ist auch mein Lieblingskapitel, ich finde Gemüse kann so spannend schmecken. Gefüllte Auberginen, Linsen-Köfte, Kumpir (gefüllte Ofenkartoffeln), ... Dieses Kapitel bietet sehr viel Abwechslung.

    - Im Teil "Love-Dinner" werden Gerichte für zwei vorgestellt. Überbackene Garnelen, Lammspieße, scharf gewürzte Datteln sollen Lust auf mehr machen.

    - In "Healthy Week" gibt es kalorienarme und besonders gesunde Speisen gegen die Speckröllchen, die trotzdem spannend und lecker schmecken. Hier findet man vor allem tolle Salate, die auch super in die Sommerzeit und aufs nächste Grillfest passen. Melonen-Gurken-Salat, Tomaten-Kichererbsen-Salat, türkischer Bauernsalat,... Die Dressings die Sila dazu serviert finde ich sehr lecker. Da werden süße Sirupe und/oder Säfte mit starken Gewürzen kombiniert.

    - In "Süße Sünden" geht es um Desserts: Mokka Panna-Cotta, türkischer Reispudding, Quitten mit Gewürzsirup... Diese Nachspeisen sind mal etwas anderes, da auch hier gerne mit Gewürzen gearbeitet wird.

    - "Für die große Tafel" geht es um Dinge, die man leicht im Stehen auf einer Party essen kann. Gebratene Sardellen, mit leckeren Sachen gefüllte Salatblätter, oder auch verschiedene Dips wie Hummus oder Haydari (Mischung aus Schafskäse und Joghurt), die man locker mit Fladenbrot wegdippen kann.

    - Im letzten Kapitel geht es ums Frühstück. Aufstriche, Eierspeisen und Variationen von Joghurt werden hier unter anderem vorgestellt.


    Der Aufbau des Buches ist, wie immer bei GU, gelungen. Es gibt zu jedem Essen ein ansprechendes Photo, Sila Sahin wird auch genug präsentiert.

    Die Rezepte sind durch einfache Schritt-für Schritt-Anleitungen gelingsicher. Zubereitungszeit, Gar- und/oder Backzeit und kcal pro Portion werden ebenfalls angegeben.

    Das Buch finde ich rundherum gelungen und empfehle es jedem, der mal etwas Exotisches kochen möchte.

    "Die Lügen des Locke Lamora" ist für mich jetzt schon das absolute Lese-Highlight des Jahres. Und es ist mir egal dass wir erst September haben, was soll dieses Buch jetzt noch toppen können?


    Ich muss zugeben dass ich am Anfang ein paar Probleme hatte, in das Buch reinzukommen. Es gibt so viele Eindrücke die sofort zu Beginn auf den Leser einprasseln, das ich ein klein wenig überfordert damit war.

    So viele Namen und Orte, Regeln und Banden an die man sich gewöhnen muss.

    In den Schauplatz selbst habe ich mich schnell verliebt. Camorr könnte eine verrücktere Version von Venedig sein. Es gibt Kanäle und Brücken, Paläste, Plätze und Tempel. Aber viel wichtiger sind da all die verborgenen Orte die den Banden Unterschlupf gewähren, und die Bauten aus Elderglas, die eine frühere Zivilisation dort hinterlassen hat und eine große Rolle spielen.


    "Die Lügen des Locke Lamora" ist opulent. Man begibt sich in eine ganz eigene Welt, die nur oberflächlich gesehen den mächtigen Adelshäusern gehört. Unter der Oberfläche brodelt es gewaltig. Es gibt einen Capa, eine Art Pate, der alle Banden der Stadt unter Kontrolle hält. Solange dieses Machtgefüge aufrecht gehalten wird, kann man in Camorr relativ gut und friedlich leben, sogar als Ganove.

    Allerdings ist da einer der an Capa Barsavis Stuhl sägt, und zwar ziemlich beharrlich. Das endet natürlich bald in einer Katastrophe.


    Die Figuren fand ich sowas von gut gelungen. Allen voran natürlich Locke Lamora.

    Hat die Welt je ein größeres Schlitzohr gesehen als ihn? Neben Locke erscheint selbst der große Pläneschmieder Kaz Brekker (eine Figur von Leigh Bardugo) wie ein harmloser Waisenknabe.

    Locke ist der Kopf der Gentlemen-Ganoven. Er ist der mit den Ideen für neue geniale Coups. Er hat immer einen Ausweg parat, immer einen Plan B. Das Lügen wurde Locke geradezu in die Wiege gelegt, und alle können sich auf Lockes Ideenreichtum verlassen.

    Dabei sieht Locke ziemlich unscheinbar aus. Er ist recht klein und dürr geraten, kann sich im Kampf kaum verteidigen.

    Mit Locke lernt man das Mitfiebern als Leser geradezu. Der Autor geht nämlich nicht sehr pfleglich mit seinen Figuren um. Ständig muss man Angst um Locke und seine Bande haben. Ich habe einiges durchstehen müssen.

    Aber nicht nur Locke überzeugt als Figur, ich fand einfach alle so toll. Da sind die Gestalten aus den fremden Banden, der Capa mit seinem Gefolge, die gut Betuchten die stolz durch Camorr stolzieren, die Wächter in ihren gelben Westen, die Gauner vom Hügel der Schatten und so viele mehr.


    Bespickt ist die Handlung mit Anekdoten aus Lockes Vergangenheit, die der Autor "Zwischenspiel" nennt. Das sind einzeln eingestreute Geschichten die beschreiben, wie Locke zu dem geworden ist, der er jetzt ist. Auch diese Kapitel haben mich wunderbar unterhalten.


    Es ist mir ein Rätsel wie diese fantastische Geschichte sich so lange vor mir verstecken konnte. Für mich stimmt hier einfach alles. Das Buch ist spannend ohne Ende, abwechslungsreich, man stolpert von einer brenzligen Situation in die nächste. Geniale Pläne werden geschmiedet, es wird Rache genommen, und die Gentlemen-Ganoven haben einen wunderbar schwarzen Humor.

    Die fast 900 Seiten haben sich gar nicht nach 900 Seiten angefühlt, weil ich geradezu durch die Seiten geflogen bin.

    Hach, ich freue mich schon auf Band 2.


    5ratten        :tipp:

    Ich bin an meinem letzten Buch dran. Es gefällt mir sehr gut, aber da es der "Fette Schinken" ist, bin ich wohl noch etwas beschäftigt ^^

    Deshalb habe ich mit dem fetten Schinken angefangen, ich muss ihn nur noch rezensieren.

    Mein zweites Buch habe ich eben angefangen. Es hat zwar nur knapp 200 Seiten, liest sich aber sehr trocken.

    Das Kochbuch "Sila's Orientküche" habe ich auch, aber bevor ich es rezensiere, probiere ich noch ein paar Rezepte aus.

    Heute Abend gab es bei uns das "Hähnchenfleisch mit Kichererbsen" von Seite 32. Das Besondere ist hier dass in der Tomatensoße unter anderem Honig, Zimt und getrocknete Aprikosen mitgaren.

    Mit dem Chili hätte ich ruhig mutiger sein können.

    Der Geschmack hat mich insgesamt begeistert. Die Kinder haben auch ordentlich zugelangt.

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    Beschreibung:

    Klischee Kleinstadt: langweilig, spießig, grau. Wenn man sich die Betonwände der Hochhäuser einmal weg denkt und die Menschen dahinter sieht, wird es plötzlich ganz bunt. Beispiel Puchheim bei München: Menschen aus über 100 Nationen arbeiten, leben und kochen hier. Zum Beispiel Rachel aus England, Mohammad aus Damaskus und Anna aus Ungarn. Sie und weitere Pucheimer*nnen haben ihre Wohnungstüren geöffnet, kochen für uns ihre Lieblingsgerichte aus der Heimat und garnieren sie mit persönlichen Geschichten. So hautnah und ungestellt wie noch nie lernen wir unsere Mitbürger*innen kennen. Da merken wir wieder, gemeinsames Kochen und Essen verbindet. Denn wir alle sehnen uns nach dem Gleichen: Gutem Essen - und guten Geschichten!


    ---


    In Puchheim bei München leben Menschen aus über 115 Nationen zusammen.

    Die Autoren Mehmet Ismail Birinci und Aveen Khorschied haben 23 Familien aus 21 Nationen in ihren Wohnungen besucht. Diese Familien haben dann ihre Lieblingsgerichte aus der Heimat vorgestellt.


    Teilweise werden Gerichte gezeigt, die mittlerweile auch hierzulande bekannt und heiß geliebt sind: Falafel aus Syrien, Apple crumble aus England, Gulaschsuppe aus Ungarn, mexikanische Empanadas, Köfte aus der Türkei, nur um ein paar Beispiele zu nennen. Da aber jede Familie zwei bis drei Gerichte präsentiert, gibt es auch (zumindest für mich) eine Menge Unbekanntes: Teman Baghala (Reisgericht) aus dem Irak, Slata Michouwia (gegrillter Salat) aus Tunesien, eine Tajiine mit Fleisch und Pflaumen aus Marokko oder auch Pelemeni (gefüllte Teigtaschen) aus Russland. Das Buch ist prall gefüllt mit unzähligen Rezepten aus allen Teilen der Welt.

    Dieses Buch zeigt vor allem Gerichte die satt machen und schon seit Generationen erprobt sind. Es gibt Eintöpfe, Schmorgerichte, Aufläufe, gefüllte Teigtaschen, usw.. Eben Speisen, die man auf Platten mitten auf den Tisch platziert und glücklich machen. Manche dieser Gerichte werden nur an Feiertagen zubereitet. Es gibt auch ein paar süße Rezepte, aber nur wenige Vorspeisen.


    "Wenn Deutschland ein Gericht wäre, wäre es für mich ein Obstsalat - bunt, vielfältig und lecker."

    Elenora Stefanova aus Bulgarien (Seite 51 aus "Komm in meine Küche")


    Was ich so toll finde an dem Buch ist, dass man auch die Menschen hinter den Gerichten kennenlernt. Alle Köche und Köchinnen werden auf ganzseitige Fotos abgebildet, dabei tragen viele ihre traditionellen Gewänder mit sichtlichem Stolz. Dazu erfährt man, wo diese Menschen herkommen, wie alt sie sind, ob sie verheiratet sind und Kinder haben, wie lange sie schon in Puchheim leben und, diese Idee gefällt mir ganz besonders, ihre Lieblingsmusik. Dazu erzählen sie noch etwas, was sie gerne an Deutschland mögen zum Beispiel, oder wer ihnen das Kochen beigebracht hat.

    Dann erhält man noch einen kurzen Einblick in die Küche oder Wohnung.


    In einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitungen sind die Rezepte aufgebaut. Die Zubereitungszeit, Back- oder Kochzeit und Kilokalorien pro Portion werden jedesmal angegeben.

    Es gibt zu jedem Rezept ein Foto. Da finde ich es besonders gut, dass die Bilder völlig unbearbeitet und somit authentisch sind. Sie sehen so aus, wie der Koch*in das Essen zu Hause auf den Tisch stellen würde.


    "Immer wenn ich Gerichte aus meinem Heimatland zubereite, fühle ich mich mit meinen Lieben besonders verbunden. Eines Tages werden wir uns wiedersehen."

    Zourahatou Assoumanou-Mamanh aus Togo (Seite 7 aus "Komm in meine Küche")


    5ratten

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    Beschreibung:

    Mit dem Tod seiner Frau Rachel bricht für Aiden Sawyer die Welt zusammen. Trotz allem muss er sich um seine fünfzehnjährige Tochter Chloe kümmern, die den Verlust der Mutter nur schwer verkraftet. Doch Rachel, eine geniale Forscherin auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz, hat vorgesorgt. Sie hinterließ eine bahnbrechende Erfindung: ein mit ihrem Wissen und ihren Erinnerungen programmierter Roboter namens iRachel. Dieser soll, so hat es Rachel verfügt, bei den Sawyers einziehen, um menschliches Verhalten zu erlernen und für Aiden und Chloe dazusein. Ein Experiment, das das Leben der Familie völlig auf den Kopf stellt.


    ----


    Plötzlich und unerwartet stirbt Rachel. Sie war Ehefrau und Mutter, aber sie war auch eine geniale Wissenschaftlerin.

    Was Rachels Familie nicht wusste, sie war dabei den phantastischsten Roboter überhaupt zu bauen. Und nur weil Rachel gestorben ist, heißt das noch lange nicht, dass auch alle ihre Experimente enden.

    Noch aus dem Grab heraus hagelt es Anweisungen, wie mit Rachels Android "iRachel" weiter zu verfahren ist.

    Und ehe Aidan und Chloe - Rachels Mann und Tochter - wissen wie ihnen geschieht, steht iRachel, als Ebenbild ihrer Erbauerin, bei der Familie in der Küche, um fortan mit ihnen zu leben.


    Das Buch habe ich regelrecht weggesuchtet, auch wenn ich was ganz anderes erwartet hatte.

    Mit einer witzigen Geschichte hatte ich gerechnet. Eine Familie die mit einem Roboter leben muss, das führt doch bestimmt zu seltsamen Situationen.

    Das tut es auch, aber anders als gedacht.


    Ich mochte die Erzählweise. Es wird abwechselnd aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Mal von den Figuren in der dritten Person, mal in der Ich-Version in Form von Tagebucheinträgen, Briefen, Mails oder Textnachrichten.

    Von iRachel gibt es regelmäßig Protokolle, sie zeichnet alles akribisch auf. Und auch Rachel weiß wie sie sich äußern kann.


    Alle Figuren in diesem Buch müssen schlagartig mit einer neuen Situation zurecht kommen.

    Aidan verliert seine Frau, Chloe die Mutter, und Luke - Rachels Arbeitspartner - fühlt sich hintergangen, weil der von vielem, was Rachel getan hat, nichts wusste.

    Von Anfang an hat man mit starken Gefühlen zu tun: Trauer, Wut, Hilflosigkeit. Und durch iRachels Anwesenheit wird alles erstmal noch viel schlimmer.


    Durch regelmäßige Rückblenden lernt man die Vergangenheit der Familie kennen und die einzelnen Figuren werden so immer tiefgründiger.

    Es gibt richtig tiefsinnige Momente, und mehr als einmal musste ich mir ein paar Tränchen verdrücken. Aber es gibt auch viele humorvolle Stellen.

    Es ist spannend mitzuerleben wie die Familie, und auch iRachel, sich nach und nach verändern.

    Es dauert ein klein wenig bis die Geschichte an Fahrt aufnimmt, am Anfang wird ja auch einiges erklärt, aber dann ließ die Geschichte mich keine Sekunde mehr los.

    Es war unmöglich vorher zu sagen, wo die Geschichte hinging.


    Die Androidin iRachel muss man irgendwann einfach in sein Herz schließen, und Rachel selbst müsste einsehen - wenn sie denn noch leben würde - dass man nicht alles berechnen und voraus planen kann.

    Diese Geschichte war mal was völlig anderes und von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!


    5ratten


    :tipp:

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    Rückentext:

    Der belgische Ermittler Piet Donker wird von Brüssel in eine Kleinstadt in Ostbelgien versetzt. Dort soll er einen fünfzehn Jahre alten Cold Case wieder aufnehmen, bei dem es neue Erkenntnisse gibt. Ein Jugendlicher verschwand damals spurlos, die Polizei ging davon aus, es mit einem Ausreißer zu tun zu haben. Doch nach und nach häufen sich die Hinweise, dass der Junge Opfer eines Serienmörders wurde – und dass das Morden noch lange nicht beendet ist.


    ---


    Nach einem vermasselten Coup mit katastrophalem Ausgang, wird der Ermittler Piet Donker aus der Hauptstadt in den deutschsprachigen Teil des Landes, nach Ostbelgien, versetzt.

    Dort gibt es neue Erkenntnisse im Fall des seit 15 Jahren vermissten Felix Riegen. Auf den Job hat Donker nicht wirklich Lust, auf Ostbelgien allerdings noch weniger.


    Ein Krimi der genau in der Region spielt in der ich lebe, muss ich ganz einfach lesen. Und ich muss zugeben, dass er für ein Erstlingswerk verdammt gut gelungen ist, auch wenn einige Klischees bedient werden.


    Es wird aus der Sicht des Protagonisten Piet Donker in der Ich-Form erzählt, und in dessen Leben geht alles in die Brüche: Die Ehe ist am Ende, er findet kaum Zeit für seine Tochter und sein Partner kam bei einem Hinterhalt ums Leben. Der perfekte Moment für einen Tapetenwechsel also, auch wenn er nicht ganz freiwillig ist.

    Ermittler mit kaputtem Privatleben sind ja nicht gerade etwas Neues in diesem Genre, zum Glück rückt Donkers Hintergrundgeschichte auch im Laufe des Buches immer mehr in den Background.

    Auch Donkers Kollegen die ihm in Ostbelgien zugeteilt werden, sind etwas klischeebehaftet: Da hat man Benker, den jungen, unerfahrenen und schüchternen Kollegen. Vanderhagen, der ungehobelte Grobian ohne Manieren, der sich nur schwer an Regeln halten kann. Und Lechat, der alte Hase der eigentlich schon pensioniert ist, aber noch mitmischen will.

    Diese Art Typen trifft man in Krimis immer wieder, aber es zählt ja auch was man aus den Figuren macht und wie sie sich weiter entwickeln. Jedenfalls vergisst man irgendwann wie stereotyp die Figuren eigentlich sind, weil die Handlung immer spannender wird.


    Denn die eigentliche Handlung war richtig gut. Donker tastet sich langsam an den Fall heran. Immer mehr Figuren werden involviert. Irgendwann hat man den Eindruck, dass jeder etwas zu verbergen hat. Als Leser verdächtigt man ja auch automatisch die eine oder andere Person, mit meinen Vermutungen lag ich aber lange falsch.

    Bei der Auflösung wurde ich überrascht, viele Einzelheiten habe ich so nicht kommen sehen. Logikfehler konnte ich keine entdecken, der Plot ist sehr gut durchdacht.


    Gestört haben mich eher Kleinigkeiten in der Rahmenhandlung. Die Geschichte spielt zwar in Ostbelgien, die Stadt selbst in der alles passiert, ist aber eine fiktive. Ich finde das merkt man auch. Raaffburg hat keine Atmosphäre, die Leute darin kommen mir alle so plump vor. Man könnte nach der Lektüre meinen, die Ostbelgier seien alle mürrische Eigenbrötler.

    Schade ist auch, dass überhaupt keine ostbelgischen Ausdrücke oder Begriffe verwendet wurden. Ein Glossar oder sowas am Ende hätte man ja einfügen können. Alle sprechen sie korrektes Hochdeutsch.

    Ausser das ab und zu ein belgisches Abteibier getrunken und etwas regionales gegessen wird (der Autor hat, glaube ich, eine Schwäche für Ardenner Schinken), merkt man gar nicht, dass man sich in Ostbelgien befindet.

    Die Sache zwischen Sina und Donker fand ich zudem unglaubwürdig. Ich habe gar nicht verstanden, wie die gegenseitige Anziehung zustande gekommen ist, so schnell wie das ging.


    Nichtsdestotrotz ist "Belgische Finsternis" ein unheimlich spannender Erstling, der richtig Lust auf weitere Bücher um Piet Donker macht. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!


    4ratten

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    Beschreibung:

    Bei ihrer Rückkehr nach Winterhaus erwartet Elizabeth mehr als eine unangenehme Überraschung. Gehört das neue attraktive Mädchen an der Seite ihres guten Freundes Freddy zu den Strippenziehern, die Gracella und ihre böse Magie wiedererwecken wollen? Und die Rätsel um die Vergangenheit des Hotels häufen sich erneut. Eine unheimlich prickelnde Fortsetzung des erfolgreichen ersten Bandes "Winterhaus".


    ---


    Endlich ist das Jahr um und Elizabeth darf ins Hotel "Winterhaus" zurückkehren, um dort ihre Weihnachtsferien zu verbringen.

    Ihre Sehnsucht nach Freddy, Norbridge, Leona und dem Hotel könnte nicht größer sein.

    Doch wie im vergangenen Jahr macht sie schon im Bus, auf dem Weg zum Hotel, unerfreuliche Bekannschaften. Und das ist noch nicht alles, Freddy wird auch noch ständig in Beschlag genommen.

    Ob die Ferien so werden wie sie es sich erträumt hat?


    Dies ist schon der zweite Band um das Hotel "Winterhaus", und er hat mir sogar noch besser gefallen als der erste.

    Zuerst einmal war es einfach nur schön, mal wieder Zeit im Hotel zu verbringen. Solch einen wundersamen und geheimnisvollen Ort findet man schließlich auch nicht alle Tage. Da gibt es doch tatsächlich noch Räume, die Elizabeth und Freddy noch nicht inspiziert haben und es macht Spaß, die beiden bei ihren Streifzügen durch das Hotel zu begleiten.

    Und dann trifft man all die Figuren aus dem letzten Band wieder. Norbridge und Leona, Mr. Rajput und Mr. Wellington die immer noch an ihrem 35.500 Teile-Puzzle herum puzzeln, Jackson und Sampson, und die vielen Anderen die das Hotel erst so besonders machen.

    Dieses Jahr muss Elizabeth lernen ihre Eifersucht in den Griff zu kriegen, denn Freddy wird ständig von einem Mädchen belagert, was Elizabeth gar nicht passt. Dabei hatte sich Elizabeth so auf Freddy gefreut. Die Arbeit in der Bibliothek klappt leider auch nicht so, wie Elizabeth sich das gedacht hatte. Ständig sind die Gäste unfreundlich zu ihr.

    Es gibt wieder eine Menge Rätsel und Codes zu knacken. Elizabeth und Freddy halten die Handlung nicht mehr auf, indem sie endlos viele Wortleitern basteln wie im ersten Teil, das brachte mehr Tempo ins Geschehen.

    Es gibt wieder viele ominöse Gestalten im Hotel, so manches mal konnte der Autor mich da überraschen. Ob Gracella wirklich besiegt ist, daran zweifelt nicht nur Elizabeth. Freddy hofft jedenfalls auf ganz normale Weihnachtsferien, denn zuviel Trubel bekommt ihm nicht.

    Die weihnachtliche Atmosphäre kommt voll gut zur Geltung, das Dorf unterhalb von "Winterhaus" spielt diesmal auch eine Rolle.


    Ich könnte gar nicht anders als die volle Punktzahl zu vergeben, dafür finde ich das Hotel und alles drum herum einfach viel zu entzückend. Alleine schon die Aufmachung des Buches ist mal wieder der Knaller. Die Geschichte ist bespickt mit tollen Illustrationen. Das Vorsatzpapier lässt einen Vermutungen über den Inhalt der Geschichte anstellen, und bunter könnten die Buchdeckeln auch nicht sein.


    5ratten

    Laut Amazon habe ich das hier als letztes auf die Wunschliste gepackt. Ich weiß gerade nicht wo mir das Buch begegnet ist, ich kann mich gar nicht daran erinnern es überhaupt auf die Liste getan zu haben (aber es klingt richtig gut, merke ich gerade).


    Mark Lawrence - Waffenschwestern: Das erste Buch der Ahnen


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    Aber gedanklich ist das hier mein letzter Wunschlistenwunsch. Ich bin nämlich gerade mit dem ersten Buch fertig geworden und das war so sagenhaft genial, ich muss wissen wie es weiter geht.


    Scott Lynch - Sturm über roten Wassern (Locke Lamora Band2)


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    Witzigerweise sind beide Bücher untypisch für mich. Fantasy lese ich eigentlich selten und nun greife ich immer öfter danach :gruebel:

    Anton weiß kaum wie ihm geschieht, als er plötzlich im Jahre 2045 aufwacht, und ganze 25 Jahre gealtert ist. An die Zeit zwischen Zubettgehen und aufwachen kann er sich nicht mehr erinnern. Deswegen wundert er sich auch über all die Neuheiten um ihn herum, die das Leben angenehmer gestalten sollen. Sein künstlicher Assistent Gustav ist ihm genauso unbekannt, wie die Funktionsunterwäsche die er trägt, und sekündlich seine Vitalwerte misst.

    Das aber in dieser optimierten Welt nicht alles Gold ist, was glänzt, erfährt Anton bald schon am eigenen Leib.


    Die Geschichte um Anton hat mir eigentlich ganz gut gefallen. Besonders der Aspekt, dass wohl irgendetwas in der Vergangenheit vorgefallen sein muss, das Anton plötzlich ohne Erinnerungen aufgewacht ist. Das verleiht der Geschichte etwas geheimnisvolles das dafür sorgte, dass ich immer weiter lesen wollte.

    Die vielen kleinen Rückblenden die eingestreut sind, haben zusätzlich dazu beigetragen, dass ich wissen wollte, wie das Ganze mit der Amnesie zustande gekommen ist. Es hat die Handlung spannender gemacht.


    Ich mochte auch die vielen kleinen Ideen die der Autor über die Zukunft hatte. Was der Mensch isst im Jahr 2045, wie er wohnt, wie er sich gesund hält oder wie er sich fort bewegt. All das hat mich wunderbar unterhalten und oft auch amüsiert.

    Die Gedanken die man sich zwangsläufig beim Lesen macht, wenn man über eine Zukunft liest, wo der Klimawandel längst zugeschlagen hat, haben fast schon philosophischen Charakter. Anton hat natürlich recht, wenn er von unseren Umweltproblemen spricht und mit dem moralischen Zeigefinger wedelt.


    Ich mochte den Humor, auch die ernsteren Stellen, und den lockeren Schreibstil der einen durch die Seiten fliegen lässt.

    Und gerade als es richtig spannend wird, bricht die Geschichte plötzlich ab und schlägt den einfachsten Weg ein, den eine Geschichte überhaupt nehmen kann. Diese Auflösung, und das Friede-Freude-Eierkuchen-Ende hinterher, haben mir das ganze Buch versaut. Ich habe mich richtig veräppelt gefühlt. Das las sich auf einmal so, als ob jemand anderer das Buch fertig geschrieben hätte. Jemand der total harmoniesüchtig ist oder so.


    2ratten + :marypipeshalbeprivatmaus: