Beiträge von nanu?!

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Für die 13-jährige Barnie sind Regenbogenfamilien nichts ungewöhnliches, denn sie selbst hat zwei Väter.

    Ansonsten ist bei ihr alles genauso, wie bei anderen Jugendlichen in ihrem Alter auch. Ihre Eltern erlauben ihr nie die "guten" Sachen, Sergej aus ihrer Klasse findet sie ganz nett, und am liebsten hängt sie mit ihrer besten Freundin ab.

    Dann startet in der Schule ein besonderes Projekt. Die Schüler sollen sich in Zweierteams um elektronische Babypuppen kümmern, und das zwei Wochen lang. Und ausgerechnet Sergej will der "Vater" ihres Babys sein.


    Geschrieben ist das Buch aus Barnies Sicht in der Ichform, denn es handelt sich hier um ihr Tagebuch, welches sie erst kürzlich von ihren Eltern zum Geburtstag geschenkt bekommen hat. In ihren Augen das langweiligste Geschenk überhaupt.

    Barnie schreibt also ihre Erlebnisse in dieses Tagebuch und das ziemlich witzig, auf alles hat sie eine Antwort parat. Ab und zu ist sie auch ein bisschen egoistisch, aber mit schlechtem Gewissen.

    Schade dass das Buch nicht so dick ist, es hat mir so gut gefallen. Und für ein Kinderbuch fand ich es sehr tiefgründig. Es vermittelt auf humorvolle Weise, dass auch Regenbogenfamilien nichts unnormales sind. Und dass man nicht mit Leuten abhängen muss, die das vielleicht anders sehen, nur um vor denen besser dazustehen. Denn als Tochter von zwei Vätern, hat Barnie oft mit Vorurteilen zu kämpfen.


    Auch die Sache mit den Babypuppen fand ich richtig witzig. Die Puppen zeigen die gleichen Bedürfnisse wie echte Babys: Sie wollen in Ruhe schlafen, wachen manchmal mitten in der Nacht auf, wollen getröstet, regelmäßig gefüttert und gewickelt werden. Aber nicht alle Schüler nehmen das Projekt gleich ernst. Das eine Baby landet als Youtube-Star im Internet, das andere dagegen wird total übertrieben zum Spielplatz im eigenen Kinderwagen kutschiert.

    Und die anderen Lehrer zeigen sich schnell genervt von den Puppen, denn ein normaler Unterricht ist mit ständigem Kindergeschrei nicht mehr möglich. Die Schüler müssen die Puppen nämlich den ganzen Tag mit sich herumtragen. Langweilig ist Barnies Schulalltag jedenfalls nicht.


    Ich kann das Buch nur empfehlen und muss gleich schauen, was die Autorin noch so alles geschrieben hat. Das will dann auch noch lesen.


    5ratten

    Irgendwie ist bei mir untergegangen dass Alice schon längst fertig geworden ist mit ihrer Liste. Alice, ich hoffe du hat dich längst mit Kuchen und Kaffee eingedeckt.

    Auch die liebe Enid hat es geschafft und darf sich im Café niederlassen. Unfassbar was ihr noch alles geschafft habt in den paar Tagen.


    Sogar ich habe mein erstes Buch angefangen :D . "Hendrikje, vorübergehend erschossen" finde ich ziemlich gut und witzig.

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    Alex Wahi hat das Kochen von seinem indischen Vater gelernt. Er ist quasi mit dem Kochlöffel in der Hand aufgewachsen, und im heimischen Restaurant durfte er immer seine Nase in die Töpfe stecken und alles probieren.

    Gefühlt ist er schon überall gewesen und er bringt von seinen vielen Reisen immer neue Inspirationen für seine eigenen Gerichte mit.

    So kommt es, dass es in seinem Kochbuch aus jedem Winkel dieser Erde etwas Leckeres zu geben scheint.

    Sortiert sind die Rezepte grob nach Kontinenten, wobei die urspüngliche Heimat seiner Familie, Indien, ein eigenes Kapitel erhält. Was ich persönlich sehr begrüße, denn ich finde dass gerade die indische Küche besonders geschmackvolle und abwechslungsreiche Kost bietet.


    Die Rezepte sind meistens sehr einfach zu verwirklichen und kommen daher mit kurzen Anleitungen aus.

    Die Zutatenlisten sind überschaubar, die Zutaten selbst in jedem gut sortierten Supermarkt leicht zu bekommen.

    Alle Gerichte sind für zwei Personen ausgerichtet. Das macht es einfach hochzurechnen, wenn mehr Gäste bekocht werden sollen.

    Jedes Gericht bekommt sein eigenes ganzseitiges Foto, so sieht man wie das Ergebnis mehr oder weniger aussehen sollte.

    Die Kompositionen sind oft Gerichte die man so, oder so ähnlich schon im Urlaub gegessen, oder zumindest schon gesehen hat, nur moderner und aufgemotzter, im Wahi-Style halt. Auf die richtige Kombination von süss, sauer, salzig und scharf komme es an, um den perfekten und besonderen Geschmack zu erhalten, laut Wahi.


    Im indischen Teil findet man unter anderem Rezepte für Chicken Tikka, gefüllte Teigtaschen namens Momos und Njom-Njoms. Es gibt selbstgemachtes Naan-Brot und Papadums (eine Art Fladen aus Kichererbsenmehl), Chapatis (Pfannenbrot) und besonders gewürzten Reis.

    Der europäische Teil beinhaltet Rezepte für schwedische Köttbullar, ein Gericht mit italienischer Salsiccia, eins mit griechischen Kritharaki (Nudeln in Reisform), Shakshuka, französische Brioche-Brötchen, ...

    Der fernöstliche Teil platzt fast vor lauter Gemüse: Thai-Curry, Kimschi (Kohlgericht), Wildreisporridge, frische Salate, gebratener Reis, ...

    Das Übersee-Kapitel bietet Köstlichkeiten wie Spareribs und Coleslaw, veganes Mac an Cheese, Süsskartoffel-Waffeln, mexikanische Tacos, Pulled-Pork, ...

    Ganz am Ende gibt es noch ein Kapitel mit allen Saucen, Pasten, Gewürzmischungen und Chutneys die man so braucht.


    Abwechslung in den Rezepten ist also auf jeden Fall gegeben. Alex Wahi ermuntert die Leser auch, ruhig mal von den Vorgaben abzuweichen und Lebensmittel nach dem eigenen Geschmack auszutauschen. Auch wenn ein Experiment schief geht, könne man nur daraus lernen.


    5ratten

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    Hierbei handelt es sich um den bereits dritten Fall für Jackie Dupont, und endlich, endlich geht es weiter.

    Ich liebe diese Krimis, denn solch eine kaltschnäuzige und arrogante Detektivin findet man schließlich nicht alle Tage.


    Diesmal befinden sich Christopher und Jackie in Venedig. Der Kardinal bat Christopher darum, ein paar der Wandgemälde zu restaurieren. Sehr zum Ärger der Detektivin, denn die hasst Venedig abgrundtief, besonders im Sommer wenn die Stadt nach Kloake riecht.

    Trotzdem will Christopher das Ergebnis seiner "Malerarbeiten" Jackie zeigen. Kaum in der Kirche angekommen ist sich Jackie sicher, dass hier kürzlich ein Mord stattgefunden haben muss. Eine Leiche ist aber weit und breit nicht zu finden, was Jackie jedoch nicht daran hindert, die Ermittlungen aufzunehmen.

    Wer ihr das mit dem Mord gesteckt hat? Na, Sargent natürlich, ihr kleiner Hund mit den besonderen Fähigkeiten.


    Der Kriminalfall war spannend wie immer. Wieder waren die Finten und Wendungen nicht vorrauszusehen.

    Da es in Agentenkreisen wohl einen Verräter geben soll, der die Identitäten aller Doppelagenten aufzudecken scheint, werden überall gewisse Leute aufgescheucht. Niemand aus diesem Métier kann sich mehr sicher sein, ob er es mit Freund oder Feind zu tun hat.

    Auch das Drumherum fand ich wieder höchst amüsant. Der Leser erfährt wieder Details aus Jackies Vergangenheit. Seit Band eins ist ja immer noch unklar, ob es sich bei Jackie nicht eigentlich um die auf der Titanic umgekommenen Diana Gouldt handelt.

    Dann lernen wir endlich Jackies Onkel Daniel aus Amerika kennen, den Chef der Detektei "Dupont & Dupont". Ebenfalls taucht unangemeldet eine Person aus Jackies Vergangenheit auf. Eine männliche, sehr gutaussehende Person, um genau zu sein. Christopher hat Schwierigkeiten seine Eifersucht im Griff zu halten.

    Zwischen den Kapiteln werden Telegramme eingestreut, die aus Spionagekreisen stammen und nicht immer zuzuordnen sind. Aber diese notizzettelartigen Einwürfe zwischendrin kennt man ja schon aus früheren Romanen, und das sie nicht immer hilfreich bei der Aufklärung sind. Auch gibt es wieder Kapitel mit den Memoiren der Jackie Dupont, in denen sie in der Ichform ihre Sicht der Dinge erläutert.


    Es ist also wieder jede Menge los bei Jackie und Christopher. Auch weil wir Jackie diesmal von einer ganz anderen Seite kennenlernen dürfen, hat mir dieser Band sehr gut gefallen. Auch hier ist sie wieder für jede Überraschung gut.


    5ratten




    Für Quinn ist Matilda nur eine von den komischen Nachbarn, den Martins, von nebenan. Sie gehen zwar auf dieselbe Schule, haben aber im Grunde nichts miteinander zu tun.

    Das ändert sich als Quinn nach einem seltsamen Unfall im Rollstuhl landet. Seitdem nimmt er Dinge wahr, die eigentlich gar nicht da sein dürften. Niemandem kann er sich anvertrauen, es glauben sowieso schon alle, er hätte vom Unfall einen Knacks beibehalten.

    Bei Matilda aber hat er das Gefühl, ihr davon erzählen zu können ...


    Es gibt einen neuen Gier, da ist die Freude natürlich groß. Allerdings habe ich wohl etwas zu viel erwartet, überzeugen konnte mich das Buch leider nicht.


    Es liegt schon mal nicht an den beiden Hauptfiguren Quinn und Matilda, die mochte ich gleich sehr gerne, auch wenn sie typisch jugendbuchmäßig sind.

    Er ist total beliebt, hat einen Haufen Freunde, die Mädchen schwärmen für ihn und er ist sportlich wie nur was.

    Matilda dagegen hat es schwieriger. Ihre Familie ist total religiös, sie wird ständig zu irgendwelchen ehrenamtlichen Tätigkeiten verdonnert. Aber natürlich ist sie eigentlich total anders, als schwarzes Schaf der Familie. An ihr gefiel mir vor allem ihr herrlicher Sarkasmus. Auf alles hat sie die passende Antwort parat.


    Besonders Matilda muss einem Leid tun, bei ihrer schrecklichen Familie. Haben die Martins nur Kinder bekommen um sie als billiges Personal überall hinzuschicken? Und religiös waren die auch nicht wirklich, eher total scheinheilig mit ihren Vorurteilen anderen gegenüber.

    Schon klar, die Familie soll total übertrieben rüberkommen und Emotionen hervorrufen. Das gelingt auch. Alle anderen Nebenfiguren fand ich dagegen ziemlich farblos und uninteressant. Besonders hervorgestochen ist da für mich keine. Dann lieber die verrückte Familie.


    Es ist die Story die nicht bei mir ankam. Eigentlich plätschert das meiste nur müde vor sich hin.

    Die Wesen die überall und nirgendwo auftauchen, fand ich immer fehl am Platze, als wären sie nur Füllmaterial um irgendwo noch etwas Magisches hineinzuquetschen.

    Und das Wesen in der Kirche, echt jetzt? Hätte es nicht irgendetwas anderes sein können als ein Double aus einem anderen Roman?

    Der Schreibstil ist zum Glück wie immer. Man fängt an zu lesen, und fühlt sich gleich wie Zuhause. Das hat die Autorin drauf, keine Frage.


    Das Buch hat so viele Seiten, und doch passiert so wenig. Zum Glück gibt es am Ende mal richtig Action, sodass ich überlege, mir doch noch die Fortsetzung zu holen.

    Ich hoffe jedenfalls, dass der zweite Band so weitergeht wie der erste geendet hat. So jedenfalls, ist es bisher der Schwächste ihrer Bücher für mich.


    2ratten

    Ich liebe die Kochbücher aus dem GU-Verlag. Ich finde da steckt auch immer sehr viel Liebe in den Büchern. Besonders in denen, die ein bestimmtes Land vorstellen. Da kriegt man nicht nur die landestypische Küche vorgestellt, sondern auch noch eine Menge über die Menschen dort, besondere Landschaften werden gezeigt, bestimmte Traditionen...

    Mein Hauptkritikpunkt ist dieses mal vor allem, das die Geschichte von Fantasyelementen geradezu überladen wird. Ich finde die Autorin hat an sich gute Ideen, aber in der Kombination war das teilweise fast schon zu gewollt, auf Teufel komm raus Fantasy quasi.


    Ich lese das Buch auch gerade, und dein Satz beschreibt meine Meinung gerade noch am Besten. Es kommt alles so gewollt rüber, dass der Funke bei mir auch gar nicht überspringen möchte. Von ihren Jugenbüchern empfinde ich dieses hier bis jetzt am Schwächsten (bis auf "Wolkenschloss" habe ich alle gelesen).

    Die Liebelei zwischen Quinn und Matilda lässt mich völlig kalt. Wenigstens hat Matilda einen Hang zum Sarkasmus, sie ist die einzige die mich momentan zum Weiterlesen bringt.


    Der sich später ergebende Konflikt ist dermaßen offensichtlich angelegt und eigentlich ziemlich unnötig. Aber vielleicht ist das auch wieder meine Erwachsenen-Sicht...


    So weit bin ich noch gar nicht, aber leider weiß ich trotzdem genau wovon du sprichst und was noch kommen wird. Ziemlich vorhersehbar ...

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    Es ist Heiligabend. Die einflussreichsten und bedeutungsvollsten Menschen Deutschlands werden in ihren eigenen Heimen als Geiseln genommen. Vor laufenden Kameras sollen sie für ihre Vergehen bestraft werden. Die Richter sind die deutschen Zuschauer, die alles vor ihren Bildschirmen verfolgen. So wollen die Geiselnehmer das System stürzen und das Vermögen der Gefangenen neu verteilen.


    Dieses Buch sollte unbedingt verfilmt werden, spannender könnte ein Abend vor dem Fernseher gar nicht werden.

    Dabei muss man man sich am Anfang als Leser schon ein bisschen ins Zeug legen, um erst einmal eine Übersicht über die vielen Schauplätze zu erhalten. Das hat nämlich schon etwas von einem Dschungel: 10 verschiedene Häuser mit insgesamt 42 Geiseln, dann die Drahtzieher und Polizisten, aber auch einige Zuschauer werden in ihren Wohnungen gezeigt. Da kann man schon mal durcheinander kommen.


    Die Wirtschaftsbosse die vom Publikum verurteilt werden sollen, könnten mitten aus der Realität stammen. Leider denkt sich die Autorin hier nichts aus. Es geht unter anderem um die Ausbeutung von Arbeitern in Billiglohnländer, um schwere Umweltverschmutzung, um das verhökern von vertraulichen Daten, ... Einige wenige scheffeln so Millionen.

    Aber Anne Freytag zeigt auch, dass es nicht nur eine Wahrheit gibt, dass jede Medaille zwei Seiten hat.

    Da es immer mal wieder Einblicke in die Wohnzimmer der Zuschauer gibt, erfährt man auch die Meinungen die die Leute haben. Das Publkum soll bei jedem Angeklagten die Schuldfrage per Klick/Fernbedienung klären. Schuldig oder nicht schuldig! Und ich finde es sehr glaubwürdig von der Autorin, wie sie die Leute hierbei reagieren lässt. Das die meisten auch in der Realität ohne nachzudenken sofort auf den Schuldig-Button drücken würden, ohne das eigene Verhalten in der jeweiligen Sache zu hinterfragen. Die meisten haben schnell ein Urteil getroffen.


    Einen gewissen Moment wurde ich bei diesem Roman sehr an den Film "Ocean's Eleven" erinnert. Eine Gruppe Freunde plant über einen längeren Zeitraum zusammen ein Verbrechen. Dazu werden diverse Zeitsprünge eingesetzt wo gezeigt wird, wie alles seinen Anfang nahm, doch der Leser erfährt immer nur einen Teil der Planung. Bis zum Ende fragt man sich, wie die Freunde aus dieser Sache wieder herauskommen wollen, ohne in Handschellen zu landen.

    Witzigerweise vergleicht die Autorin die Geschichte irgendwann selbst mit dem Film "Ocean's Eleven", aber aus einem anderen Grund. Aber da würde ich zuviel verraten.

    Das Tempo der Geschichte ist meistens rasant. Durch die Wechsel zwischen den Schauplätzen wird ständig eine gewisse Spannung erzeugt. Oft passiert alles gleichzeitig, trotzdem gerät man nicht durcheinander.

    Mir gefällt, dass durch die schwierigen Themen der Leser ständig zum Nachdenken angeregt wird. Wie würde man selbst entscheiden? Auf welchen der beiden Knöpfe würde man drücken? Und hat man selbst nicht auch ein wenig Schuld an der Gesamtsituation?


    5ratten