Beiträge von Auelie

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Lasst euch warnen von der Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes - bleibt gesund!

Aber wer jetzt hier weiter Panik verbreitet, bekommt eine Zwangs-Forenpause verordnet!

    Hallo,


    ich wollte gestern noch zwei Buchbesprechungen für den Wettbewerb verlinken, was leider nicht geklappt hat. Aber das macht nichts, denn es war sowieso nur Buch #5 und #6, die ich im September gelesen hatte. Und danach habe ich den Wettbewerb für mich beendet, denn auf die restlichen Bücher hatte ich keine Lust mehr - andere Bücher haben viel lauter nach mir gerufen :zwinker:


    Alles in allem war der Wettbewerb eine ganz neue Erfahrung für mich und ich weiß jetzt, dass ich kein Wettbewerbsleser bin. Der spontane Griff nach einem Buch ist mir einfach viel wichtiger. Was mir allerdings riesigen Spass gemacht hat, waren die Buchbesprechungen, die allerersten, die ich jemals geschrieben habe. Und weil's so schön war, habe ich dieses Jahr auch gleich noch ein paar andere Bücher vorgestellt. Und werde es wohl auch weiterhin tun.


    Ich wünsche denjenigen, die sich auf dem Weg zum Ziel befinden, noch viel Erfolg.


    LG, Auelie

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    Clare Boylan – Irische Rosen


    Inhalt (Klappentext):
    Ihre Kindheit im Dublin der Zwanzigerjahre erscheint den Schwestern Nan und Mary Cantwell wie ein einziges romantisches Abenteuer. Bestärkt werden sie darin von Nellie, der resoluten Haushälterin, die mit ihrer zweifelhaften Vergangenheit und ihrem unerschöpflichen Fundus an Geschichten den faszinierenden Mittelpunkt ihres Alltags bildet. Doch mit dem Niedergang der väterlichen Fabrik und dem Auftauchen einer geheimnisvollen Frau nimmt das Schicksal von Nan und Mary eine unerwartete Wende., die sie zwingt, langsam erwachsen zu werden.


    Autorin:
    1948 in Dublin geboren, arbeitete sie als Journalistin und Kritikerin für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften, bevor sie ihre Karriere als Schriftstellerin begann. Irische Rosen (1983) war ihr erstes Buch. Es folgten noch etliche Romane, die in viele Sprachen übersetzt wurden. Clare Boylan starb 2006 an Krebs.


    Meine Meinung:
    Das Cover des Buchs und auch ein Zitat aus der Times auf der Rückseite („Voller Lachen und Wärme – ein Sommernachtstraum“ Nicholas Shakespeare) haben in mir eine bestimmte Erwartungshaltung aufgebaut - aber gelesen habe ich dann ein etwas anderes Buch.


    Es geht vor allem um Nan, die am Beginn der Pubertät steht und ganz langsam einen Einblick erhält in die Welt der Erwachsenen. Doch die ist in Wirklichkeit ganz anders als die Vorstellungen, die sie sich von ihrem Leben als Erwachsene macht: sie träumt von Filmschauspielerinnen, davon, bekannt und beliebt zu sein, sie träumt davon, zu studieren und dadurch einem Leben in Zwängen zu entgehen, sie träumt davon, frei zu sein.


    Was sie jedoch sieht , ist die Welt, in der sie als Heranwachsende lebt: die überaus strenge Schule der Nonnen, in der die Züchtigkeit der Mädchen wichtiger ist als ihre Bildung; eine Familie, in der die Kinder mehr Zuwendung von der Haushälterin als von den Eltern erfahren; Erwachsene, die sich auf Kosten der Schwächeren bereichern und diese ausnutzen, wo immer das möglich ist; und schließlich eine Doppelmoral, mit der Nan gegen Ende des Buchs schmerzlich Bekanntschaft macht. So lässt die Autorin immer wieder das Böse, die Gleichgültigkeit und den Schmerz in der Welt der Erwachsenen durchscheinen, ohne dieses zum Hauptgegenstand des Buchs zu machen.


    All das wird mit viel Humor, aber auch immer wieder mit Ironie erzählt. Die Charaktere, die in dem Buch auftauchen, sind zum Teil leicht skurril, manchmal sogar grotesk (wenn ich da an die französische Untermieterin, eine Balletttänzerin, im Nachbarhaus denke), aber sie sind eben so, wie Nan sie sieht und versteht.


    Fazit:
    Ich habe am Anfang etwas gebraucht, um mit dem Buch warm zu werden, dann wurde es jedoch zum Leseerlebnis.


    5ratten

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    Julie Spencer-Fleming - In the Bleak Midwinter/ Das weiße Kleid des Todes


    Inhalt:
    Clare Fergusson, die neue Pfarrerin in St. Alban’s, findet ein Neugeborenes auf den Stufen ihrer Kirche. Zusammen mit Russ Van Alstyne , dem Sheriff von Millers Kill, versucht sie, die Herkunft des Kinds zu ermitteln und gerät dabei in einen Sumpf aus Kleinstadtgeheimnissen und Mord.


    Die Autorin:
    Julia Spencer-Fleming wurde auf der Plattsburgh Militär Basis geboren und zog mit ihrer Familie während ihrer Kindheit viele Male um. Sie lebte auch einige Jahre auf einer Militär Basis in Deutschland. Heute lebt sie mit ihrem Mann und drei Kindern in der Nähe von Portland, Maine.


    Meine Meinung:
    Um es gleich vorwegzunehmen – ich habe die Lektüre dieses Buches genossen. Ich freute mich schon damals, als ich das Buch gekauft habe, darüber, den Anfang einer neuen Krimi-Reihe gefunden zu haben. Das Ermittlerpaar klang sehr spannend, die Gegend, wo sich das Ganze abspielt, auch. Und ich wurde nicht enttäuscht.


    Das Ermittlerpaar war für mich am Anfang etwas ungewohnt – Priesterin der Episkopalkirche, frühere Hubschrauberpilotin der Armee, dazu ein Sheriff wie aus dem Bilderbuch, auch früherer Armeeangehöriger. Aber es hat nicht lange gedauert und die Protagonisten waren mir sehr sympathisch. Ich mochte die Art, wie die Autorin die beiden zeichnet, ihre Vergangenheit, ihre Gefühle und Leidenschaften, ihre Stärken und Schwächen. Es entstehen runde Charaktere, die man gerne kennenlernen möchte. Dabei ist es der Autorin meiner Meinung nach gelungen, sich von Clichés weitgehend fern zu halten.


    Die Krimihandlung ist spannend aufgebaut, man durchlebt einen ständigen Wechsel zwischen den inneren Konflikten der Protagonisten, und den Konflikten in der Gemeinde. Dazu passt auch der Ort der Handlung – die Adirondacks im Staat New York im Winter. Und dieser Winter ist einfach nur kalt, durchdringend kalt, und man sieht und erlebt ihn durch die Augen von Clare, die aus den Südstaaten kommt und eine solche Kälte noch nicht erlebt hat. Bei einigen Szenen ist es gut, wenn man als Leser eine Decke für die Füße parat hält.


    Fazit:
    Für mich ein gelungenes Debut der neuen Krimi-Reihe. Ich werde auf jeden Fall die nachfolgenden Bände lesen und freue mich darauf, Clare und Russ bei weiteren Ermittlungen zu begleiten. Und mitzuerleben, wie ihre persönlichen Beziehungen sich weiter gestalten werden. Irgendwie hat das was ...


    4ratten

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    Kate Grenville: Der verborgene Fluss


    Inhalt (vom Klappentext):
    Australien, Anfang des 19. Jahrhunderts. Der Londoner William Thornhill wird mit seiner Familie nach Sydney verbannt. Unter größten Mühen baut er sich eine neue Existenz auf und erfüllt sich den Traum vom eigenen Land.


    Die Autorin:
    http://www.randomhouse.de/dyna…lle_fluss/index.jsp?men=4
    Hier gibt es auch einen interessanten Artikel zur Entstehungsgeschichte des Romans.


    Meine Meinung:
    Die Geschichte, die der Roman erzählt, hat mich schon auf den ersten Seiten in ihren Bann gezogen, so dass ich das Buch kaum beiseite legen konnte. Es ist die Geschichte von William Thornhill und sie beginnt sehr früh in seinem Leben, als er noch ein kleiner Junge ist und in London lebt. Aber was für ein Leben. Sehr anschaulich, aber nicht drastisch, erzählt die Autorin von den Bemühungen Williams, sich aus der Gosse hochzuarbeiten und seine Lebensumstände und vielleicht sogar seine gesellschaftliche Position zu verbessern. Doch dies ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Denn die Gesellschaftsschicht, zu der man durch Geburt gehört, scheint lebenslänglich zu sein. So die Erfahrungen von William.


    Als Sträfling nach Sydney verbannt versucht er dort ebenfalls, durch harte Arbeit ein besseres Leben zu haben, was ihm immer mehr und immer besser gelingt. Schließlich besitzt er sogar ein Stück Land, von dem er träumte, seit er es zum ersten Mal gesehen hatte. Doch auch hier gibt es ein Problem – die Ureinwohner, die nicht bereit sind, ihr freies Leben, ihre Traditionen und ihre angestammten Plätze aufzugeben. So kann es nicht ausbleiben, dass es zu Konflikten zwischen den weißen Siedlern und den Aborigines kommt. Es entsteht eine Atmosphäre der Angst unter den Siedlern, die immer intensiver wird. Ganz großartig beschreibt Grenville das Phänomen der Fremdenangst, die langsam umschlägt in Fremdenhass. Einige der Siedler finden für sich einen Weg, mit den Aborigines zusammen zu leben, doch die Mehrzahl kann nicht oder will nicht. William ist völlig gefangen in dieser Atmosphäre, und eines Tages muss er sich entscheiden.


    William ist der Protagonist der Geschichte, er ist jedoch nicht der strahlende Held, den man sich leicht vorstellen könnte. Grenville zeichnet ihn durchaus sympathisch, vor allem in seiner Beziehung zu seiner Frau und seiner Familie. Doch er hat auch einen Zug von Verbohrtheit, ja fast schon Besessenheit, wenn es um sein Stück Land geht. Weshalb er auch dem Wunsch seiner Frau, von dort zu verschwinden und später wieder nach London zurückzugehen, nicht nachgeben kann. Er möchte beides – seine Familie und sein Stück Land.


    Die Autorin erzählt die Geschichte sehr zurückhaltend, fast leise, nie erhebt sie den moralischen Zeigefinger, nie nimmt sie Partei. Und doch steht alles da, kriecht einem unter die Haut und lässt einen nicht mehr los. Ebenso wenig wie das wunderbare Flusstal und die Landschaft William loslässt.


    Fazit:
    Das Buch hat mich sehr bewegt und am Ende traurig zurückgelassen. So und ähnlich muss die Besiedlungsgeschichte überall dort gelaufen sein, wo schon vorher ein anderes Volk, andere Menschen lebten. Das Buch macht einen sehr nachdenklich.


    5ratten

    Der Kuss des Einhorns steht schon auf dem Regal bereit, ist auch bald dran. Bin schon so gespannt. Ich kann mir bei Tracy Chevalier gar nicht mehr vorstellen, dass mir das Buch nicht gefallen könnte. Der Klappentext hört sich für mich jedenfalls sehr gut an ...


    LG, Auelie

    Hoffentlich gefällt es euch so gut wie mir. Wie ihr bei den Amazon Rezensionen sehen könnt, gibt es zu diesem Roman sehr unterschiedliche Meinungen. In meiner Bücherei hatte ich es auch schon einmal weiterempfohlen, aber die Leserin konnte nicht so viel damit anfangen. Ich liebe diese Schriftstellerin und finde es schade, dass sie nur so wenig geschrieben hat bis jetzt.


    Es ist ja ein ganz kurzes Buch, nur knapp 200 Seiten. Nachdem ich zu Ende gelesen hatte, habe ich sofort noch einmal von vorne angefangen - und ein ganz anderes Buch gelesen. Höchst faszinierend.


    Auelie

    Ich habe das Buch vor einem Jahr gelesen, kann mich aber noch sehr gut daran erinnern. Dieser Roman hat mich völlig in seinen Bann gezogen, obwohl ich mit dem Genre "Zeitreisen" sonst eher nicht so viel anfangen kann. Ich wollte einfach noch ein Buch von Tracy Chevalier lesen, nachdem mich Das Mädchen mit dem Perlenohrring so begeistert hatte.


    Das Ineinander-Übergehen der zwei Zeitebenen ist hier sehr gut gelungen, man fühlt sich als Leser zusammen mit Isabelle in die Existenz ihrer Vorfahrin hineingezogen und kann sehr gut ihre immer größere Verwirrung und Betroffenheit nachvollziehen. Man folgt ebenso gespannt ihren Recherchen wie auch ihren Träumen. Wie ein Faden zieht sich die blaue Farbe durch das Buch und wird dabei immer dunkler. Bis das Geheimnis aufgedeckt ist.


    Der Roman ist sehr gut recherchiert, was man über das Schicksal der Hugenotten erfährt, ist sehr interessant, und wenn man im Internet nach den Orten sucht, die im Roman vorkommen, dann findet man dort viele historische Details, die die Autorin in ihr Buch eingearbeitet hat.


    Ein Buch, das mich begeistert hat, ebenso wie Das Mädchen mit dem Perlenohrring, und doch ganz anders.


    5ratten

    Oh ja Valentine, die zwei Bücher kenne ich auch. Die haben beide so ein bisschen Bretagne-Stimmung vermittelt. Aber sonst ist mir auch nichts bekannt. Wenn ich wieder in Frankreich bin, werde ich mal auf die Suche gehen nach weiteren Romanen, die in der Bretagne spielen.


    LG, Auelie

    Ich habe doch mit etwas Erstaunen festgestellt, dass ich diesen Monat schon zwei Romane gelesen habe, die in Deutschland spielen. Das ist für mich ziemlich neu und es war auch das erste Mal seit mindestens zehn Jahren. Höchstwahrscheinlich wird es auch nicht zur Gewohnheit werden, da ich es liebe, in Büchern die Welt zu bereisen, aber ich werde Deutschland zumindest nicht mehr aussparen.


    Was ich immer noch nicht lese, ist Fantasy, aber ab und zu lese ich die Buchbesprechungen über Fantasy hinein. Vielleicht irgendwann einmal, man weiß ja nie :zwinker:.


    LG, Auelie

    Ich war früher überwiegend am Golf von Morbihan und in La Baule, kenne aber auch das Finistère. Als ich das erste Mal dort war, gab es dort noch keine Touristenmassen und vor allem kaum jemand aus dem Ausland, fast nur Franzosen. Das hat sich im Lauf der Jahre dann sehr verändert, wie auch im Buch beschrieben.


    Wahrscheinlich hat mir das Buch deshalb so gut gefallen, weil Nanna, die Protagonistin, diese Region ganz ähnlich erlebt hat wie ich. Ich suche ja immer wieder nach Büchern, die in der Bretagne spielen und in denen die Geschichte auch direkt etwas mit der Region zu tun hat. Kennst du da welche?


    LG, Auelie

    Oh Valentine, wie schön, Urlaub in der Bretagne - ein Traum.


    Der Ort wird in dem Buch nicht genannt, aber es ist auf jeden Fall ein Dorf, fast eine Kleinstadt, am Meer. Die Beschreibung des Dorfs und der Küste und vor allem die Veränderungen, die im Laufe der Jahre dort stattfinden, haben mich ganz lebhaft an den Ort erinnert, an dem ich als Studentin jeden Sommer verbracht habe, und den ich auch später noch ein paar Mal mit meinem Mann besucht habe. Für mich liegt das Dorf ganz eindeutig an der Westküste der Bretagne :smile:


    Das Buch spielt allerdings nicht nur in der Bretagne, sondern auch in Paris und streckenweise auch in Dänemark, dort allerdings nur kurz.


    LG, Auelie

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    Kathy Hepinstall - Schlaf gut, mein kleiner Prinz


    Inhalt (Klappentext):
    Martha steht unter Schock. An der Schule ihres kleinen Sohnes Duncan wurde ein Bombenanschlag verübt. So greift Martha zum radikalsten Mittel, das ihr einfällt: Sie entführt ihr eigenes Kind in eine einsame Höhle am Rio Grande, um es dort vor allem Unheil zu schützen. Ihr Mann David beauftragt derweil einen Privatdetektiv damit, sie zu finden.


    Zur Autorin (Klappentext):
    Kathy Hepinstall wurde im Süden Louisianas geboren und lebt in San Francisco. Sie studierte Literatur und Musik und arbeitet als Werbetexterin.


    Meine Meinung:
    Gleich am Anfang des Romans wird der Leser mit dem Spannungsfeld Martha – David konfrontiert: Martha, die nur den einen Wunsch verspürt, ihren Sohn vor drohender Gefahr zu schützen und der es sehr vernünftig erscheint, die Flucht zu ergreifen vor dieser Gefahr; und David, der seine Frau für verrückt hält und versucht, sie dazu zu bewegen, medizinische Hilfe zu suchen. Und dazwischen der Leser, der wahrscheinlich beide Reaktionen für überzogen hält – so erging es auf jeden Fall mir.
    Im Verlauf des Romans begleitet der Leser Martha auf ihrer Flucht und sieht alles mit und durch ihre Augen. Martha ist nicht unbedingt ein sehr sympathischer Charakter, ich war ständig hin und hergerissen und habe dazu tendiert, sie ebenfalls für verrückt zu halten. Und wiederum auch nicht, denn ich konnte mich auch sehr gut in sie hineinfühlen – eine Mutter, die alles tut, wirklich alles, um ihr Kind zu schützen. Die Liebe zu ihrem Sohn ist so bedingungslos, dass alles andere daneben bedeutungslos wird und dass für Martha keine Grenzen mehr existieren.
    Immer wieder kommen jedoch David und vor allem der Privatdetektiv ins Spiel, der Martha in ihrer Höhle aufspürt und sich in sie verliebt. Auch er ein Mann, der eigentlich auf der Flucht ist. Durch beide wird der Blick auf Martha gerichtet und darauf, wie sie auf andere Menschen wirkt. Der Perspektivwechsel verstärkt immer wieder die Spannung in diesem Roman. Trotzdem hat das Buch im Mittelteil einige Längen, was auf mich jedoch nie langweilig gewirkt hat.
    Das Ende des Romans kommt fast wie ein Schlag – und ist doch folgerichtig. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.


    Fazit:
    Ich war von diesem Buch ganz begeistert, ebenso wie von den anderen Romanen von Kathy Hepinstall: Das Haus der zärtlichen Hände und vor allem Ein Hauch von Bittermandel, den ich persönlich für ihren besten halte.


    5ratten

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    Lyn Hamilton – Das keltische Labyrinth.


    Inhalt: (Klappentext)
    Lara McClintoch, Antiquitätenhändlerin aus Toronto und Detektivin aus Leidenschaft, verbringt ihren wohlverdienten Urlaub bei einem Freund in Irland. Als er sie bittet, der Testamentseröffnung eines alten Bekannten beizuwohnen, denkt sie sich nichts Böses und sagt zu. Doch bald zeigt sich, dass das Testament mehr Rätsel als Lösungen enthält. Denn um seiner zerstrittenen Familie noch aus dem Jenseits ein letztes Mal eins auszuwischen, hat der Tote den Zugang zu seinem Erbe hinter den Zeilen eines alten keltischen Liedes versteckt. Lara macht sich an die Arbeit, um das Rätsel zu lösen. Doch dann gibt es den ersten Toten unter den Erben ...


    Meine Meinung:
    Mit Büchern, die das Wort „keltisch“ im Titel führen, scheine ich kein Glück zu haben (siehe Der keltische Ring. Dabei klang der Klappentext so interessant und das Cover war geradezu einladend. Die Handlung war es dann weniger. Sie dümpelt so vor sich hin, immer wieder unterbrochen durch Exkurse in die irische Sagenwelt, die bald interessanter waren als die Handlung selbst, und deren Zusammenhang mit der Handlung mir nicht immer klar war. Irgendwie hatte ich öfter das Gefühl, dass die Autorin das Ergebnis ihrer Recherchen zu dem Buch auch irgendwie unterbringen wollte, koste es was es wolle. Ein wenig Spannung kam eigentlich erst gegen Ende des Krimis auf.


    Auch schien mir der Handlungsverlauf manchmal Sprünge zu machen, auf die ich nicht vorbereitet war. Zum Beispiel hatten die Hobbydetektivin und ihr Freund nach einiger Zeit zwei Hinweise zum Rätsel im Testament, über deren Erlangen und Inhalt seitenweise geschrieben wurde. Ein paar Seiten weiter waren es plötzlich deren sieben. Ich habe verwirrt zurückgeblättert, weil ich der Meinung war, etwas überlesen zu haben, aber dem war nicht so. So erging es mir öfter, aber in der zweiten Hälfte des Buchs habe ich dann das Zurückblättern gelassen.


    Mit dem Verhalten einiger Personen erging es mir ähnlich. Als Lara und ihr Freund sich auf der Suche nach einem Schatz in einem uralten Steingebäude wiederfinden, dessen Tür von außen verriegelt wurde, sind sie alles andere als geschockt darüber, dass sie weder wissen, wo sie sind, noch wie sie dorthin kamen, noch wie sie wieder herauskommen können – nein, bevor sie über Fluchtmöglichkeiten nachdenken, diskutieren sie erst einmal seitenlang über Erziehungsprobleme bei Halbwüchsigen. Klar, hätte ich auch getan.


    Des weiteren ändern einige Charaktere von einer Seite zur nächsten ihre Sympathiewerte, ohne dass dies logisch aus der Handlung hervorgehen würde. Und ich meine damit nicht die Person, die sich dann als Mörder herausstellt, denn da ist es logisch. Sollte dadurch ein Verwirrspiel für den Leser geschaffen werden, damit er nicht gleich auf den Mörder kommt?


    Fazit:
    Alles in allem für mich unglaubwürdige Charaktere und eine konfuse Handlung – und ich weiß nicht, warum ich das Buch überhaupt zu Ende gelesen habe. Wahrscheinlich ist das ein Teil des „keltischen Rätsels“ (Originaltitel).
    Mir hat dieser Roman überhaupt nicht gefallen. Vielleicht habe ich ihn auch einfach nicht verstanden. Und vielleicht sind die anderen Bücher der Reihe um Lara McClintoch besser, aber das werde ich nie erfahren.


    1ratten + :marypipeshalbeprivatmaus: für die Auszüge aus der irischen Sagenwelt