Beiträge von Auelie

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    Lis Vibeke Kristensen – Ein bretonischer Sommer


    Inhalt (Klappentext):
    Die junge Dänin Nanna entdeckt als Au-Pair-Mädchen das aufregende Paris der sechziger Jahre und verliebt sich leidenschaftlich in den Bretonen Yann. Als sie ihn unter tragischen Umständen verliert, bleiben ihr nur ihre Erinnerungen und Sehnsüchte – und ein kleines Dorf in der Bretagne, das nach und nach auch ihre neue Heimat wird.


    Die Autorin (Klappentext):
    Lis Vibeke Kristensen, geboren 1943, hat viele Jahre in Kopenhagen als Regisseurin und Dramaturgin gearbeitet. Sie schrieb Bühnenstücke und Drehbücher fürs Fernsehen und lebt nach einer einjährigen Gastdozentur in Colorado heute wieder in Dänemark.


    Meine Meinung:
    Nachdem ich die Inhaltsangabe gelesen hatte, war mir klar, dass das ein Buch für mich ist mit den Handlungsorten Paris und Bretagne. Und ich wurde nicht enttäuscht.


    Der Roman beginnt 1960 in Paris und endet 1992 in der Bretagne, in dem Jahr, in dem Nanna 50 Jahre alt wird. Man begleitet Nanna durch ihre Zeit in Paris, ihre junge Ehe mit Yann, die Konfrontationen mit der Schwiegermutter, und man erlebt, wie ihr das kleine Fischerdorf und das Hotel der Schwiegermutter und ihre Arbeit dort immer mehr ans Herz wächst, bis es für sie so etwas wie Heimat bedeutet. Ihre eigentliche Heimat Dänemark wie auch ihre Familie dort werden im Lauf der Jahre immer unwichtiger für sie. Die einzige Verbindung stellt noch ihre Freundin Mette dar.


    Nanna war mir von Anfang an sehr sympathisch Als sie nach Paris kommt, um als Au-Pair zu arbeiten, ist sie einerseits überzeugt von dem, was sie tut, hat aber andererseits viele Ängste, die sie doch immer wieder an sich und an ihren Entscheidungen zweifeln lassen. Im Laufe der Jahre verändert sie sich ganz unmerklich und steht am Ende des Romans als gefestigte und selbstsichere Frau da, die all ihre Ängste überwunden hat und mit Überzeugung zu ihren Entscheidungen steht. Durch all die Jahre hindurch hat sie sich ihre ruhige und zurückhaltende Art bewahrt, mit der sie es schafft, auf die Herausforderungen und die Menschen in ihrem Leben zu reagieren ohne von Rückschlägen, Gemeinheiten und Auseinandersetzungen zerstört zu werden.


    Das Ende des Romans ist anders, als ich es erwartet hatte, ist aber ein sehr schönes Ende, das ich auch befriedigend finde und das so gut zu Nanna passt.


    All dies ist in einer sehr poetischen und auch anrührenden Sprache geschrieben.


    Verwoben mit der Geschichte Nannas ist die Geschichte Frankreichs und der Bretagne, und immer wieder beeinflussen geschichtliche Ereignisse und Veränderungen der Gesellschaft auch Nannas Leben auf sehr direkte Weise. Da ich mich zu den Frankophilen zähle, hat mir dieser Aspekt des Romans sehr gut gefallen und ich konnte einiges, was ich selbst erlebt habe, in dem Roman wiederfinden.


    Fazit:


    Ein wunderschönes Buch, vor allem für Leser, die die Bretagne kennen und lieben. Von mir


    5ratten

    Was für ein Buch! Was für eine Hauptfigur! Dieser Kommissar Kluftinger ist Allgäuer Schwabe, durch und durch, und er ist es gerne. Ich bin ursprünglich aus einem Nachbargebiet, lebe aber schon seit über 30 Jahren hier im Schwabenländle, und obwohl nicht im Allgäu, konnte ich doch die schwäbische Volksseele – so es selbige überhaupt gibt – in Kluftinger und den anderen Personen im Buch zweifelsfrei erkennen. Und das ist mit so viel Sympathie und vor allem Witz geschrieben, dass ich oft geschmunzelt und noch öfter Tränen gelacht habe. Ich musste meinem Mann (auch ein Reingschmeckter wie ich) ganze Passagen des Buchs vorlesen, denn er wollte mitlachen: Kluftinger beim Überschlagen der Rechnung für spanischen Wein und spanischen Käse, die seine Frau im Delikatessengeschäft gekauft hat; Kluftinger, der „Bub“, auf Besuch bei seinen Eltern; Kluftinger bei einer Fast-Auseinandersetzung am Flughafen wegen des Preises für eine Tasse Kaffee dort; und für mich der absolute Höhepunkt – Kluftinger landet bei der Suche nach etwas Essbarem an einem Dönerstand und traut sich nicht, wieder zu gehen, obwohl er es nicht so mit dem ausländischen Essen hat. Und nichts davon ist übertrieben, ich kenne das alles aus dem wirklichen Leben.


    Außer dass dieser Krimi sehr gesundheitsfördernd ist wegen des vielen Lachens während des Lesens, macht er auch noch so richtig Lust aufs Allgäu und könnte somit auch noch den Tourismus fördern.


    Ach ja, und es ist ja auch ein Krimi, ein sehr guter sogar. Mit einer gut aufgebauten Krimihandlung und einer glaubhaften Lösung. Und weil’s so schön war, habe ich auch die Nachfolgebände bereits bestellt. Und freue mich auf neue Krimis mit diesem sympathischen Kommissar.


    Ich vergebe 5ratten

    Kazuo Ishiguro – Alles, was wir geben mussten +/++
    hier


    Karla Kuban – Im Grenzland +
    Das Mädchen Sophie lebt mit ihrer Mutter auf einer Farm in Wyoming, als sie schwanger wird, macht sie sich auf die Suche nach ihrem Vater, der die Familie schon lange verlassen hat. In der zweiten Hälfte sehr spannende Geschichte, in der ein Familiendrama aufgedeckt wird. Und die Geschichte über Sophies Erwachsenwerden.


    Linwood Barclay – Ohne ein Wort +/++
    hier


    Liz Vibeke Kristensen – Ein bretonischer Sommer ++
    Die Dänin Nanna geht Anfang der 60er Jahre als au-pair Mädchen nach Paris, lernt dort den Bretonen Yann kennen, heiratet ihn und zieht mit ihm in seinen Heimatort. Die Geschichte Nannas spannt sich über einen Zeitraum von über 30 Jahren, man erlebt mit ihr die Veränderungen in Frankreich und vor allem in der Bretagne während dieser Zeit. Eine sehr schöne Geschichte, vor allem für Frankophile.


    Maggie O’Farrell – Die Frau, die es nicht gab +/++
    hier


    Alles in allem ein sehr guter Lesemonat.
    LG, Auelie

    Hallo,


    ich habe das Buch vor kurzem gelesen und kann mich eurer Meinung voll und ganz anschließen.


    Die Idee für die Handlung war äußerst interessant und das Gute war, dass diese Idee bis zum Schluss durchgezogen wurde. Die Spannung hat mich schon auf den ersten Seiten gepackt und mich auch nicht mehr losgelassen. Und ganz im Gegensatz zu manch anderem Thriller, den ich in der letzten Zeit gelesen habe (Peter James - Stirb ewig) war das Zusammenfügen der Fäden am Ende des Buches für mich logisch und folgerichtig und kam mir nicht so vor, als ob der Autor jetzt noch schnell was aus dem Hut zaubern muss, um manche Dinge überhaupt erklären zu können.


    Terrys Emotionslosigkeit hat mich nicht weiter gestört, was ich nicht mochte, waren die immer wieder auftauchenden flapsigen Bemerkungen, die vielleicht zu einem etwas zynischen Ermittler passen würden, nicht jedoch zu einem Ehemann, der seine Frau unterstützt. Auch wenn er gelegentlich etwas genervt ist.


    Alles in allem ein unendlich spannender Thriller 4ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:


    Auelie

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    Maggie O’Farrell – Die Frau, die es nicht gab


    Inhalt: (Klappentext)


    Iris Lockhart ist eine unabhängige junge Frau, die mir beiden Beinen im Leben steht. Nichts deutet darauf hin, dass ein dunkles Familiengeheimnis ihren Alltag erschüttern könnte. Bis Iris in einem Brief aufgefordert wird, ihre Großtante Esme Lennox aus einer psychiatrischen Anstalt abzuholen, da das Haus geschlossen wird. Iris hat jedoch keine Großtante – erst recht keine, die seit über 60 Jahren wie eine Gefangene lebt. Aber das vermeintliche Missverständnis entpuppt sich bald als erster Hinweis auf ein Familiendrama, das im Edinburgh der 30er Jahre begann.


    Die Autorin:


    1972 in Nordirland geboren, aufgewachsen in Wales und Schottland. Lebt heute in London. Die Frau, die es nicht gab ist ihr vierter Roman.


    Meine Meinung:


    Als ich anfing zu lesen dachte ich zuerst, ein Chick-Lit Buch erwischt zu haben und wollte es schon wieder weglegen. Aber es kam ganz anders, als zum ersten Mal von Esme die Rede war.


    Von Esme erfährt man in Rückblicken die Geschichte ihrer Kindheit und Jugend, ihres Lebens, bevor sie in die psychiatrische Anstalt eingewiesen wurde. Eine Frau, die weder als Kind noch als Heranwachsende, noch als Erwachsene, Liebe erfahren hat, die immer nur zurückgewiesen oder ausgenutzt wurde wegen ihres Benehmens, wegen ihres Drangs nach Freiheit, nach einem Leben jenseits der Konventionen, nach einem Leben, das nicht fremdbestimmt ist. Und die Konventionen, in denen sie aufwuchs, aufwachsen musste, zerstörten letztendlich ihr Leben.


    Esme hat für ihren Drang nach Freiheit, für ihr Anderssein entsetzlich gebüßt – sie wird von ihrer Familie in die psychiatrische Anstalt eingewiesen und dort mit Absicht vergessen, wird aus der Familiengeschichte getilgt, so dass schließlich niemand mehr weiß, dass es sie je gab, und noch gibt. Und außer einem Leben in Freiheit verliert sie noch viel mehr ...


    Ihr gegenüber steht Iris, eine moderne junge Frau, die ihr Leben so gestaltet, wie sie möchte. Auch ihre Geschichte wird erzählt, für meinen Geschmack allerdings etwas zu detailliert. Bei vielen Einzelheiten habe ich mich gefragt, was das wohl mit der Entwicklung des Romans zu tun hat. Und habe keine Antwort gefunden.


    Fasziniert hat mich die wechselnde Perspektive, aus der Esmes Leben erzählt wird – anfangs von ihr selbst, dann immer wieder und immer mehr von Kitty, ihrer älteren Schwester, die an Alzheimer erkrankt ist und in einem Heim lebt. Man bekommt Einblick in das Denken und das Verhalten der beiden Frauen und hat manchmal den Eindruck, als Leser direkt in ihren Köpfen zu sitzen, so nah befindet man sich.


    Allein die Vorstellung, dass jemand sein ganzes Leben in einer psychiatrischen Anstalt verbringen muss, nicht weil er krank ist, sondern weil er seiner Familie im Weg ist, weil er sich nicht anpassen will, weil die Familie bestimmte Verhaltensweisen nicht verstehen kann oder will, hat mir während des Lesens eine Gänsehaut verursacht. Aber ganz offensichtlich war das bis in die 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts in Groß-Britannien (und vielleicht auch anderswo) genau so möglich. Die Autorin bringt das auch in ihren Roman ein, als Iris in den alten Anstaltsakten nach Informationen über ihre Großtante sucht und dort seitenweise Einträge findet über Frauen, die von ihrer Familie / ihrem Ehemann / ihrem Vater eingewiesen wurden, weil sie ihre ehelichen Pflichten verweigern, mit einem Freund durchbrennen, ihren Haushalt vernachlässigen, stundenlange Spaziergänge unternehmen und ähnliches. Dies wird im Buch zwar nur auf etwa 4 Seiten erzählt, hat bei mir jedoch einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Verbunden mit der Hoffnung, dass derlei Praktiken absolut der Vergangenheit angehören.


    Fazit:


    Ein interessantes Buch, das anfangs sehr leicht daherkommt, dann aber in zunehmendem Maße beklemmend wird, was sich bis zur letzten Seite steigert. Sicher nicht mein letztes Buch dieser Autorin.


    4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:


    [size=6pt]edit: Ratten nachgereicht[/size]

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    Jane Smiley, Lidie Newton oder Ein abenteuerliches Frauenleben


    Inhalt: (gekürzter Klappentext)


    Lidie wächst in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts in Illinois, USA, in der Obhut ihrer weit älteren Schwestern heran. Von Kindheit an sperrt sie sich gegen die traditionelle Frauenrolle. Als 20jährige heiratet sie den durchreisenden Neuengländer Thomas Newton und geht mit ihm in die neugegründete Stadt Lawrence im Territorium Kansas. Beide sind Gegner der Sklavenhaltung, Thomas ist sogar aktiv am Kampf dagegen beteiligt. Als sich die Feindseligkeiten zwischen den Parteiungen zuspitzen, gerät er in einen Hinterhalt marodierender Südstaatenfreischärler und wird erschossen. Lidie macht sich in Männerkleidern auf, den Mörder zu finden und ihren Mann zu rächen. Dieser Weg ist mühselig, abenteuerlich und gefährlich, und er führt zu einem anderen Ziel, als sie gedacht hat.



    Die Autorin:


    Jane Smiley, 1949 in Los Angeles geboren, wuchs in St. Louis auf und hat Volkskunde und Skandinavische Sprachen studiert. 1992 gewann sie den Pulitzer-Preis mit Tausend Morgen. Lidie Newton ist ihr neunter Roman. Heute lebt die Schriftstellerin in Kalifornien.



    Meine Meinung:


    Lidie Newton erzählt den Bericht über zwei Jahre ihres Lebens selbst. Im ersten Teil des Buches beschreibt sie die das Leben mit ihrem Mann Thomas Newton bis zu dessen Ermordung im Territorium Kansas, im zweiten Teil berichtet sie über ihren Rachefeldzug und die Suche nach seinen Mördern. Jedem Kapitel ist ein ganz kurzer Ausschnitt aus dem Buch von Catherine E. Beecher: Abhandlung über die Hauswirtschaft. Zum Nutzen junger Damen im Haus. vorangestellt, der manchmal auf recht witzige Weise Bezug nimmt auf eine neue Erfahrung, die Lidie im folgenden Kapitel macht. Und Lidie macht sehr viele Erfahrungen unterschiedlichster Art – sie lässt sich auf eine Ehe mit einem ihr bis dahin unbekannten Mann ein, sie lernt das Leben einer Pionierfrau kennen, sie gerät in die Auseinandersetzungen zwischen den Befürwortern und den Gegnern der Sklaverei und muss Stellung beziehen.


    Lidie sucht nicht unbedingt nach Abenteuern, aber durch ihre von vielen Konventionen unabhängige Lebensweise gerät sie einfach immer wieder in abenteuerliche Situationen - und sie ist dem auch nicht abgeneigt. Und das ist typisch für viele der Menschen, die sich damals aufmachten in ein ganz neues Leben. Ich mochte diese Frau von Anfang an. So unabhängig sie auch erscheinen mag, so begleiten sie doch immer wieder Zweifel an dem, was sie tut, was sie denkt und was sie entscheidet. Das macht Lidie sehr sympathisch.


    Im Verlaufe des Buches lernt man viele verschiedene Charaktere kennen, doch hatte ich nie den Eindruck dass diese lieblos oder clichéhaft gezeichnet sind. Im Gegenteil. Jeder Charakter hat eine Geschichte zu erzählen, fast jede dieser Personen könnte auch ein Buch schreiben und es wäre sicher ebenso interessant zu lesen wie Lidies Geschichte.


    Den Rahmen bildet die Zeit kurz vor dem Bürgerkrieg in den USA. Die Ereignisse, die in dem Roman vorkommen, sind tatsächlich geschehen, wie zum Beispiel die Plünderung der Stadt Lawrence im damaligen Territorium Kansas. Ebenso authentisch sind einige der Personen, die im damaligen Kampf gegen die Sklaverei eine Rolle spielten. Noch während ich das Buch gelesen habe, habe ich immer wieder einzelne Namen im Internet nachgeschaut, um noch mehr über die Hintergründe und Zusammenhänge zu erfahren.


    Fazit:


    Zeit und Ort waren einer der Gründe, warum ich dieses Buch gekauft und gelesen habe. Und ich wurde in keiner Weise enttäuscht. Wer sich für diese Epoche der amerikanischen Geschichte nicht besonders interessiert, mag den Roman vielleicht nicht so interessant finden. Die Darstellung der damaligen Zeit und der Menschen, die sich nicht aus dem Konflikt heraushalten können oder wollen, des Entstehen eines unheimlichen Fanatismus mit allen Folgen, die wir auch in der heutigen Zeit kennen und erleben – und all das ohne Schwarz-Weiß Malerei – hat mir ausnehmend gut gefallen und hat mich sehr beeindruckt.


    4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:


    [size=6pt]Edit: Ratten nachgereicht[/size]

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    Stewart O’Nan – Abschied von Chautauqua


    Inhalt: (Klappentext)
    Emily Maxwells Mann ist gestorben. Nun soll das Sommerhaus am Lake Chautauqua im Staat New York verkauft werden. Ein letztes Mal trifft die ganze Familie dort zusammen – eine alte Tradition. Eine Woche Ruhe will man, aber die Harmonie ist brüchig, mit Emilys Tochter Meg, der Alkoholikerin, deren Bruder Ken, der beruflich vor dem Absturz steht, seinem schwierigen Sohn Sam und seiner Tochter Ella, sie sich unversehens in ihre Cousine verliebt. Nicht zu vergessen: Rufus, der Hund, der ganz eigene Sorgen hat.


    Zum Autor: (aus dem Klappentext)
    Geboren 1961 in Pittsburgh, arbeitete als Flugzeugingenieur, studierte dann Literaturwissenschaft und lehrte Creative Writing in Hartford. Lebt heute mit Frau und Kindern in Avon, Connecticut.


    Meine Meinung:
    Der Roman handelt von den 8 Tagen, die der Familienaufenthalt im Sommerhaus am Lake Chautauqua dauert. Jeder Tag wird von Anfang bis Ende erzählt, vom Aufwachen des ersten Familienmitglieds bis zum Zubettgehen des letzten Familienmitglieds. Der Leser begleitet die Familienmitglieder überall hin, ins Bad, in die Toilette, in den Garten, in die Garage, an den See. Und ebenso in ihre Erinnerungen daran, was früher war und wie es früher war. Jedes noch so unwichtige Ereignis wird erwähnt und abgehandelt. Das hört sich nach einem langweiligen Buch an – aber langweilig wurde mir beim Lesen kein einziges Mal. Das lag wahrscheinlich an der Erzählperspektive, die mich immer mehr faszinierte. Jeder Tag wird von fast allen Familienmitgliedern nacheinander, in wechselnder Reihenfolge, erzählt. Sogar Rufus, der Hund, kommt zu Wort. Man erfährt, was jeden Einzelnen interessiert, freut, beschäftigt, nervt, besorgt macht, ängstigt, verstört. Und daraus entstand für mich eine ganz eigenartige Spannung, ich wurde geradezu in die Denk- und Gefühlswelt der einzelnen Personen hineingezogen. Und obwohl während der acht Tagenichts Aufregendes passiert – die Familie geht baden, macht Ausflüge, macht Spiele, geht ins Restaurant, alles Dinge, die man eben so macht am Urlaubsort - brodelt es unter der glatten und harmonischen Oberfläche und man wartet auf ein Aufbrechen, auf einen Ausbruch. Man stellt sich dauernd die Frage: Was wird am Ende der Woche sein?
    Es war für mich sehr interessant, die einzelnen Familienmitglieder kennen zu lernen und zu erfahren, wie sie zu dem wurden, was sie sind, und wie sie damit umgehen. Wie sie den Familienalltag erleben oder ertragen, und manchmal auch erleiden, und wie sie in die Zukunft schauen.


    Fazit:
    Der Roman ist alles andere als aktions-geladen. Wenn man sich aber auf ihn einlässt, kann er fast ebenso spannend sein wie ein Krimi. Für mich war es das erste Buch dieses Autors, aber sicher nicht das letzte.


    4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:


    Edit: Ratten nachgereicht


    So, jetzt ist der Kaufrausch von der Büchermeile endlich in der Datenbank gelandet:


    Oh mein Gott :entsetzt:, warst du etwa mit der Schubkarre dort :breitgrins:? Oder wie hast du diese Menge Bücher transportiert?
    Wie gut, dass ich da so weit weg wohne :zwinker:


    Aber deine Ausbeute ist wirklich toll. Würde mir wohl auch gefallen auf so einer Büchermeile.


    LG, Auelie

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    Joan Barfoot - Die Frau in der Hecke


    Inhalt:
    Eine Frau, etwa 70 Jahre alt, spionniert nach dreißig Jahren, hinter einer Hecke sitzend, das Haus ihres Ex-Geliebten aus. Sie weiß eigentlich selbst nicht warum sie das tut. Während sie in der Hecke sitzt, denkt sie über ihr Leben nach, darüber, was aus ihr und ihrer Freundin Claudia geworden ist.


    Zur Autorin (vom Klappentext):
    Joan Barfoot wurde 1946 in Canada geboren, wo sie auch heute noch lebt. Sie studierte Englische Literatur und arbeitete als Journalistin. Für ihre Bücher hat sie zahlreiche Preise bekommen, sie wurden und werden in etliche Sprachen übersetzt.



    Meine Meinung:
    Das Buch stand schon ewig in meinem Regal und bei der Suche nach etwas Neuem zu lesen hatte ich immer vorbeigegriffen. Und jetzt endlich zugegriffen. Ich finde es etwas schwierig, das Buch zu beschreiben. Charlotte, die Frau in der Hecke, und ihre Freundin Claudia erzählen ihr Leben und wie es so geworden ist, wie es ist. Die Episoden folgen nicht unbedingt der chronologischen Abfolge, sondern sind eher in Form eines inneren Monologs erzählt – ein Gedanke führt zum nächsten, dieser greift wieder etwas anderes auf und so weiter. Die Perspektive wechselt kapitelweise von einer der Freundinnen zur anderen.
    Was das Buch zusammenhält, ist die lebenslange Freundschaft zwischen Charlotte und Claudia, die nicht einmal an der Tatsache zerbricht, dass beide zwei völlig entgegengesetzte Lebensentwürfe leben – Charlotte, die Unabhängige, die nie heiratet, aber lange Jahre einen Geliebten hat; Claudia, die heiratet und drei Töchter bekommt, und deren Mann während der ganzen Ehe wechselnde Geliebte hat. Am Ende des Romans treffen sich beide zum ersten Mal nach langer Zeit wieder und offenbaren sich jeweils ihr größtes Geheimnis, was die Freundschaft von neuem festigt und weiterleben lässt.
    Das Buch ist sehr schön geschrieben, das Lesen folgt dem Rhythmus der Erinnerungen und Eindrücke der beiden Frauen - mal langsam und bedächtig, mal schnell und rasant - mal spannend, so dass man nicht aufhören kann, dann wieder gemächlich – mal abschweifend, mal konzentriert und sehr intensiv.


    Fazit:
    Ich kannte die Schriftstellerin vorher schon durch das Buch Eine Hütte für mich allein. Da mir auch dieses Buch wieder gut gefallen hat, werde ich sicher noch weitere Romane der Schriftstellerin lesen.


    4ratten


    LG, Auelie

    Kazuo Ishiguro – Alles, was wir geben mussten


    Dieses Buch ist auf meiner Liste zum Wettbewerb, aber es wurde fast alles schon gesagt von meinen Vor-Schreibern, deshalb möchte ich nur ein paar Gedanken anfügen, die ich beim Lesen hatte.


    Meine Meinung:
    Auf den ersten Seiten konnte ich mit dem Buch noch gar nichts anfangen und wollte es wieder beiseite legen, da mir vor allem der nüchterne und distanzierte Schreibstil so seltsam vorkam. Doch bald wurde das Buch immer spannender, vor allem durch die vielen Kontraste, die immerzu auftauchten und die ich nicht zu einem Ganzen zusammenfügen konnte fast bis zum Schluß – einerseits die nüchterne Sprache, andererseits die Ich-Erzählerin, von der ich doch eher einen tiefen Einblick in ihre Gefühlswelt erwartet hatte – einerseits ein Ambiente, das auf die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts hinweist, andererseits die Anspielungen, die in eine ferne Zukunft weisen – einerseits die Anwesenheit von Kindern und Jugendlichen, andererseits die vollständige Abwesenheit von Familien und Eltern. Das alles hat mich immer mehr in seinen Bann gezogen (wirkte gelegentlich sogar bedrohlich), ebenso wie die ständigen Hinweise auf das, was sich am Ende des Buches herausstellt. Man glaubt nach einer Weile, sehr viel zu wissen – und doch weiß man nichts.


    Was sich am Ende herausstellt, ist so ungeheuerlich, dass ich es mir nicht vorstellen möchte. Und doch wird mich das Buch wohl noch eine Weile beschäftigen.


    LG, Auelie

    Hallo Aurian,


    na ja, das war mein persönlicher Eindruck, weil ich eben wesentlich mehr Keltisches und mehr Spannung erwartet hatte, wenn der Titel schon so lautet und das Buch mit Thrillerqualitäten angekündigt ist. Allerdings habe ich auch schon andere Meinungen zu diesem Buch gelesen - wie das ja fast bei jedem Buch so ist.


    Gruß, Auelie

    Hallo,


    Meine Freundin hat diese Heftchen früher (und das ist mindestens schon so lange her wie bei Sandhofer :zwinker:) regelrecht verschlungen - und ich sollte die natürlich auch lesen. Ich habe dann mal eines angelesen und bin hurtig wieder zu meinen Karl May Büchern zurückgekehrt.


    Probier doch einfach mal eines aus, vielleicht magst du sie ja.


    LG, Auelie

    Ist gut, dass du das Buch vorgestellt hast. Ich bin schon ein paar Mal darüber gestolpert, habe es aber bis jetzt noch nicht gekauft. Und ich glaube, das brauche ich auch nicht. Vielleicht werde ich eher zu einem andern Buch des Autors greifen.


    LG, Auelie

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    Björn Larsson, Der keltische Ring


    Inhalt: (Klappentext)
    Ulf, der Skipper der Rustica, trifft im Hafen einer dänischen Stadt einen zu Tode erschöpften, angsterfüllten Mann. Dieser übergibt ihm ein Paket, worin Ulf das Logbuch des Mannes findet und liest. Darin ist die Rede von einer Verschwörung der keltischen Völker. Ulf beschließt, mit seinem Freund Torben nach Schottland zu segeln, um dieser Verschwörung auf die Spur zu kommen. Bald jedoch wird aus dem Abenteuer tödlicher Ernst.


    Über den Autor:
    Geboren 1953, leidenschaftlicher Segler, verbringt die Sommermonate auf seinem Segelboot, lehrt französische Literatur in Lund.


    Meine Meinung:
    Ich hätte es wissen müssen, als ich das Coverbild sah – es geht viel um Segeln und Segelschiffe in diesem Buch. Und so war es in der Tat. Die erste Hälfte des Buches zieht sich so dahin, und um all die seglerischen Begriffe verstehen zu können, hätte ich wohl ein Segel-Lexikon daneben legen müssen. Trotzdem habe ich immer weitergelesen und bin dem Skipper in all die verschiedenen Häfen zwischen Dänemark und Schottland gefolgt, denn ich wollte nun doch etwas mehr über den keltischen Ring erfahren, um den es in diesem Buch geht. Was mich bei Laune gehalten hat, waren die für mich sehr gelungenen Beschreibungen der Stimmung in den diversen Hafenstädten und der Überfahrt über die überaus stürmische Nordsee mitten im Winter. Das war sehr plastisch dargestellt und man konnte die stürmische See fast unter den Füßen spüren.


    In der zweiten Hälfte des Buches kommt dann langsam etwas Spannung auf, die sich zum Ende hin auch noch steigert. Trotzdem würde ich nicht sagen, dass der Roman die „Spannung eines großen Thrillers“ hat, wie es der Klappentext verspricht. Doch auch hier haben mich wieder die Beschreibungen der schottischen Küstenlandschaften und des Kaledon-Kanals überzeugt. Ich bin sicher, dass, wann immer ich den Titel dieses Buches höre, ich eine bestimmte Landschaft und das tosende Meer vor Augen haben werde.


    Das eigentliche Thema, der keltische Ring, bleibt über weite Strecken etwas im Hintergrund und spielt eigentlich erst im letzten Drittel des Buches eine Rolle. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass das keltische Thema nur einen Vorwand liefert, um einen Segler-Roman darin zu verpacken. Aber da der Autor laut Klappentext leidenschaftlicher Segler ist, kann ich das gut verstehen.


    3ratten


    [size=6pt]Edit: Ratten nachgreicht[/size]

    Hallo,
    hier meine Liste für Juni 07:



    Jane Smiley, Lidie Newton oder ein abenteuerliches Frauenleben +/++
    1850 reist eine junge Frau mit ihrem Mann nach Lawrence, Kansas, wo die beiden sich ansiedeln wollen. Sie geraten dabei in die Auseinandersetzungen zwischen den Befürwortern und den Gegnern der Sklaverei.


    Peter Tremayne, Nur der Tod bringt Vergebung +
    Erster Band einer Krimiserie um Schwester Fidelma. Eigentlich hatte ich nach einem Buch gesucht das in der Vorgeschichte spielt, bin dann aber im 700 Jahrhundert gelandet.


    Ian Sansom, Bücher auf Rädern 0
    Netter, witziger Roman über einen Bibliothekar, der in die nordirische Provinz gerät und dort erst auf die Suche nach 15ooo Büchern gehen muss, bevor er sich der Bibliothekarstätigkeit widmen kann. Gut für einen vergnüglichen Nachmittag.


    Björn Larsson, Der keltische Ring 0
    Seglerroman mit ein wenig keltischem Beiwerk.


    Jodi Picoult, Beim Leben meiner Schwester ++
    Sehr spannender Roman um ein Mädchen, das seiner Schwester eine Niere spenden soll, dies aber nicht tun will und sich deshalb einen Anwalt nimmt. Wunderbar flüssig und spannend geschrieben (wie eigentlich immer bei Picoult), das Ende etwas zuviel des Guten, trotzdem schlüssig.



    LG, Auelie

    Ich habe mir mit diesem Buch neulich ein vergnügliches Wochenende bereitet. Es ist nicht so dass man das Buch unbedingt gelesen haben muss, andererseits habe ich meine Zeit auch nicht damit vertan, denn ich habe mich amüsiert und gelacht beim Lesen.


    Israel Armstrong, „Londons engagiertester Nachwuchsbibliothekar“, wie er auf dem Buchcover genannt wird, ist mir irgendwie ans Herz gewachsen. Dieser so linkische und ungeschickte Mann hat mir manchmal fast leid getan in seinen Versuchen, mit der skurrilen Bevölkerung in dem nordirischen Provinznest, wohin es ihn verschlägt, zurecht zu kommen. Und sooft er dabei auch den kürzeren ziehen muss – am Ende hat er sein Ziel doch erreicht.


    Ich kann Saltanahs Einwände dem Buch gegenüber verstehen. Gelegentlich habe auch ich geseufzt, wenn der Hühnerdreck oder die zu enge Kampfhose, die Israel trägt, mal wieder auf’s Tapet kam. Dagegen hat es mir Spaß gemacht, die unterschiedlichen Dorfbewohner und ihre sehr eigenwilligen Charaktere kennen zu lernen. Offensichtlich war ich am letzten Wochenende einfach in der richtigen Laune für das Buch. Und ich bin auch schon auf den Folgeband gespannt.


    Von mir bekommt das Buch 3ratten


    Gruß, Auelie

    Peter James: Stirb ewig -Am Anfang äußerst spannend und beklemmend, doch die Spannung lässt dann merklich nach und nach 2/3 hat es mir gar nicht mehr gefallen. Da ging es nur noch um Effekte, nicht mehr um die Geschichte.


    Nicole Jamet: Dolmen +
    Eine Kommissarin klärt äußerst mysteriöse Mordfälle auf einer bretonischen Insel auf, als Beigabe gibt es noch eine Liebesgeschichte. Trotz der sehr stereotypen Personen hat mir das Buch gefallen, konnte ich doch endlich mal wieder so richtig in die Bretagne eintauchen. Außerdem war’s spannend bis zur letzten Seite.


    Anna Enquist: Letzte Reise ++
    Ein wunderschönes Buch über das Leben von Elizabeth Cook, der Frau des Entdeckers James Cook. Portrait einer starken und mutigen Frau, die viele Schicksalsschläge hinnehmen und meistern muss.


    Joan Barfoot: Die Frau in der Hecke +
    Zwei Freundinnen, beide alt geworden, treffen sich nach langen Jahren zum ersten Mal wieder und offenbaren sich ihre größten Geheimnisse. Sehr interessantes Buch über zwei völlig gegensätzliche Lebensentwürfe, die jedoch die Freundschaft nicht zerstören können.