Beiträge von Miramis

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Bleibt gesund!

Zum Thema COVID19 darf ab sofort ausschließlich in diesem Thread geschrieben werden!

    Ich hab schon ein wenig reingelesen, die Vorreden sind ziemlich ausführlich und ich hoffe, es geht jetzt endlich mal richtig los. :breitgrins: Das Thema ist sehr speziell und geht nicht in Richtung Reittechnik, sondern mehr in die Energiearbeit. Das mag nicht jeder, ist aber im Moment genau mein Ding, jedenfalls wenn es nicht allzu esoterisch wird.

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    Juli Zeh - Gebrauchsanweisung für Pferde


    Klappentext:


    Eine intensive Liebesgeschichte verbindet Juli Zeh mit den Pferden. Womit verzaubern uns diese zugleich starken und sanften Tiere? Wie kommt es, dass so unterschiedliche Wesen wie Pferd und Mensch immer wieder die Nähe des anderen suchen? Die Autorin, Pferdenärrin seit fast vierzig Jahren, schildert, welche Rolle Fluchtinstinkt, Rangordnung und Vertrauen spielen und wie man die Sprache der Pferde erlernen kann. Was ein typisches Pferdemädchen antreibt. Warum Reiten glücklich macht und weshalb Pferde oft als Zen-Meister bezeichnet werden. Sie erzählt von Frauen, die sich mehr für neue Pferdedecken als für Modetrends interessieren. Von Kasimir, Neo und einem Pony namens Pony, die zu Familienmitgliedern wurden. Und sie zeigt, was Schreiben und Reiten gemeinsam haben.


    Meine Meinung:


    Gleich mal vorweg, dies ist kein Sachbuch. Wer denkt, mit Juli Zehs Gebrauchsanweisung für Pferde eine solche in Händen zu haben, irrt sich natürlich. Denn es gibt keine Gebrauchsanweisung für Pferde - jeder, der sich mit diesen Tieren befasst, geht einen individuellen Weg des Lernens und Verstehens. Der Titel ist eher deswegen so gewählt, weil das Büchlein im Rahmen der Reihe „Gebrauchsanweisung“ vom Piper-Verlag erschienen ist, die anfangs vor allem länderbezogen waren - zum Beispiel die „Gebrauchsanweisung für Schweden“, die ich schon gelesen habe. Daher wusste ich also schon ein wenig, was mich erwartet.


    Anhand ihrer eigenen Biographie als Pferdemädchen, Reitbeteiligung und Pferdebesitzerin schildert Juli Zeh ihre Entwicklung über die Jahre bis hin zum Kapitel „Schreiben und Reiten“. Der Schreibstil ist so griffig wie elegant (vielleicht sollte ich mal einen ihrer Romane lesen?) und so fliegen die 221 Seiten nur so dahin. Dabei steigt sie bei aller Kürze erstaunlich tief in die Materie ein; kulturhistorische Betrachtungen, pferde- und menschenpsychologische Aspekte, praktische Tipps und sogar ein Kapitel über Pferdefrauen und ihre Pferdefrauenmänner wechseln sich ab und machen das Ganze so unterhaltsam wie lehrreich. Ich konnte mich in den Texten durchaus wiedererkennen und an manchen Stellen wurden nostalgische Erinnerungen wach; ob jemand, der noch nie mit Pferden zu tun hatte, etwas damit anfangen kann, wäre eine interessante Frage.


    Sehr intensiv beleuchtet sie Themen wie Anatomie und Pferdegymnastizierung, wobei ich es sehr schade finde, dass sie dabei in ein ausgeprägtes Schubladendenken verfällt. Während sie die Rechthaberei und den damit verbundenen tobenden Glaubenskrieg in den einschlägigen Internetforen verurteilt, macht sie gleichzeitig eine sehr starre Einteilung der Reiterwelt in Dressur-, Spring-, Western-, Freizeit-, Klassik- usw. -reiter. Sehr schade, denn nach meiner Meinung und Erfahrung gilt es genau diese Denkweise zu überwinden; pferdegerechtes Reiten ist in jeder Sparte der Reiterei möglich und nötig. Vielleicht erweitert sich Juli Zehs Horizont in dieser Richtung künftig noch und wir dürfen eines Tages die „Gebrauchsanweisung für Pferde 2“ lesen, das würde mich sehr freuen.



    4ratten+:marypipeshalbeprivatmaus:

    Ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen, weniger auszuprobieren, einfach weil viel ungelesen bleibt, von dem ich ziemlich sicher bin, dass es mir gefallen würde.

    So geht es mir auch irgendwie.... und für mich habe ich die Entscheidung getroffen, dieses Jahr(zehnt) viel mehr Fokus auf die Bücher und Reihen zu setzen, die ich schon so lange lesen will - und die immer hintenanstehen, trotz des gleichen Gefühls, wie Du es hast....

    Ich hab diesen Vorsatz letztes Jahr schon getroffen und auch umgesetzt, mit dem Ergebnis, dass ich ein ganz tolles Lesejahr hatte! Ich habe ganze Fantasyreihen von vorn bis hinten gelesen, die schon jahrelang subben. Da fragt man sich schon, warum nicht früher? Ich werde das auf alle Fälle 2020 ebenfalls so praktizieren, und wenn ich mal Lust auf eine Leserunde oder eine Neuerscheinung habe, ist das auch drin.


    Auf dem Leseplan stehen:


    Brandon Sanderson - Die Nebelgeborenenreihe, Teil 4 - 6 (Jäger der Macht, Schatten über Elantel, Bänder der Trauer)

    Tad Williams - Shadowmarch (Die Grenze, Das Spiel, Die Dämmerung, Das Herz)


    Außerdem ein Re-read:


    Kai Meyer - Die Merle-Trilogie (Die fließende Königin, Das steinerne Licht, Das gläserne Wort) und anschließend die Neuerscheinung „Serafin“, eine Alternativgeschichte zur Merle-Trilogie


    Schön wäre natürlich auch, wenn einige Autoren mal in die Gänge kämen, ihre Schreibblockaden überwinden würden und langersehnte Fortsetzungen liefern würden, zum Beispiel Patrick Rothfuss oder Scott Lynch (Walter Moers hab ich schon abgeschrieben).

    Habt ihr eigentlich mitbekommen, dass es von Kai Meyer wieder etwas Neues aus Venedig gibt?

    Und zwar weder eine Merle-Fortsetzung noch ein Merle-Prequel, sondern eine Art „Parallel-Geschichte“ über Merle und Serafin. Hört sich doch großartig an, oder?


    Das Buch soll „Serafin“ heißen, im Februar 2020 veröffentlich werden, und einen Amazon-Link gibt es auch schon - allerdings ohne Cover, denn darüber wird derzeit noch von den LeserInnen abgestimmt.


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    Bei dieser Gelegenheit werden dann gleich die ersten drei Merle-Bände in einer neuen Ausgabe veröffentlich - naja, die Cover finde ich einigermaßen gewöhnungsbedürftig:


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    Die fließende Königin


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    Das steinerne Licht


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    Das gläserne Wort

    So, hier muss ich auch mal wieder aktualisieren. Was hat Miramis seit Juli 2019 wohl gelesen?


    Ich hab einen lang gehegten Vorsatz verwirklicht, nämlich einige meiner Fantasyreihen, die zum Teil komplett auf dem SUB liegen, in Angriff zu nehmen. Das Ergebnis: ich hatte viele tolle Lesestunden und der SUB ist um einige Bücher leichter, das fühlt sich gut an.


    Zum einen war da Patrick Rothfuss; ich hab mir ja so sehr vorgenommen, die Reihe nicht anzufassen, bevor nicht feststeht, dass der Autor sie auch beenden wird. Diesen Vorsatz hab ich gebrochen und es aber auch nicht bereut. Ich hab in einem Zuge „Der Name des Windes“, „Die Furcht des Weisen 1“, „Die Furcht des Weisen 2“ und dann noch „Die Musik der Stille“ durchgelesen, das war sehr schön! Das dürften so um die 2300 Seiten insgesamt gewesen sein, ich war also eine Weile beschäftigt. Jetzt wäre es gut, wenn der Autor endlich mal in die Pötte für Band 3 käme, angeblich soll der ja längst fertig sein, aber nicht zufriedenstellend genug.


    Dann gab es einen Re-read, nämlich „The Stand“ von Stephen King. Das hab ich nun zum dritten Mal gelesen und auch diesmal war ich wieder schaurig-fasziniert von Kings Endzeitstory mit Captain Trips als ultimativer Auslöscher des Lebens und dem eindringlichen Kampf der Überlebenden gegen das Böse. Witzig: ich wusste auch beim dritten Mal Lesen (und den Film hab ich auch gesehen) nicht mehr, wie es ausgeht und war zum dritten Mal entsetzt über das Ende. :breitgrins: Ein löchriges Hirn ist manchmal doch was wert. :breitgrins: Dass ich an den über 1700 Seiten auch einige Zeit gelesen habe, brauch ich wohl nicht erwähnen.


    Und als nächstes war dann Brandon Sanderson an der Reihe; seine Reihe um die Nebelgeborenen lacht mich schon seit längerer Zeit aus dem Regal heraus an. Es ging los mit „Die Kinder des Nebels“ über „Krieger des Feuers“ und „Herrscher des Lichts“. Es ginge zwar noch weiter mit „Jäger der Macht“ und zwei weiteren Folgen, aber ich brauchte jetzt erstmal eine Sanderson-Pause, um mich von den Schrecken des letzten Bandes zu erholen. Die Geschichte um die Nebelgeborenen Kelsier, Vin, Elant und ihr Kumpanen hat mich total in ihren Bann gezogen, umso schwerer fiel mir der Abschied nach Band 3 (und bei Sanderson ist ein Abschied wirklich ein Abschied). Fazit: weitere 2800 Seiten Fantasy vom Feinsten. Jetzt gehts dann mit Wayne & Wax in den Nachfolgebänden weiter, aber erst im nächsten Jahr.


    Zwischendrin gab es mal den neuen Jennerwein (Jörg Maurer - Am Tatort bleibt man ungern liegen), aber den fand ich nicht so prickelnd. Da ging es wohL nicht nur mir so.


    Zuletzt hab ich dann Klammroth von Isa Grimm aka Kai Meyer gelesen, einen subtilen Horrorroman aus Deutschland - und wenn ich mich nicht täusche, meine erste Rezi in diesem Jahr geschrieben. :elch:Aber ich gelobe Besserung.


    Im Moment sind noch die Quendel von Caroline Ronnefeldt dran, bevor es in der Weihnachtszeit an das nächste Großprojekt geht: ich will LotR erstmals auf Englisch lesen. Da hab ich mir was vorgenommen....:zwinker:

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    . https://blitz-verlag.de/index.php?action=buch&id=2319


    Isa Grimm - Klammroth




    Klappentext:


    Einst war Klammroth ein stiller Weinort am Fluss - bis eine Katastrophe die Idylle zerstörte. Dutzende Kinder starben bei einem verheerenden Unfall im Tunnel, viele weitere wurden entstellt. Nun, sechzehn Jahre später, kehrt eine der Überlebenden nach Klammroth zurück: Anais hat die Qualen des Feuers noch nicht überwunden, als ihr Vater sie zu sich ruft. Etwas Unerklärliches erscheint des Nachts vor den Fenstern. Gespenstisches geschieht - und jemand fordert neue Opfer.


    Zum Buch:


    Mit der Neuveröffentlichung dieses Horrorromans im Blitzverlag wurde gleichzeitig das Pseudonym von Isa Grimm enthüllt; es ist niemand anders als Kai Meyer, der allseits bekannte Bestsellerautor. Warum das Pseudonym? Kai Meyer erklärt in einem ausführlichen Vorwort dieser Sonderausgabe, welche Gründe ihn dazu bewegten. Einerseits war es die Neugier, ob sein Roman auch ohne den bekannten Namen versehen Erfolg haben würde; nun, immerhin wurde „Klammroth“ im Jahr seiner Veröffentlichung 2014 mit dem Vincent Preis für den besten deutschen Horrorroman ausgezeichnet. Schon damals gab es Mutmaßungen, dass es sich dabei nicht wirklich um ein Debüt handele, aber auf Kai Meyer ist keiner der Leser gekommen. Der andere Grund war, dass Kai Meyers Bücher oftmals in den Buchhandlungen automatisch unter „Kinder- und Jugendbelletristik“ eingeordnet werden, und da gehört „Klammroth“ definitiv nicht hin.


    Überhaupt sind viele Romane von Kai Meyer grundsätzlich Horrorromane, wurden aber aus verkaufsstrategischen Gründen als „unheimlicher Roman“ (Die Geisterseher, Die Winterprinzessin, Hex) , „Dystopie“ (Phantasmen) und gar als „historischer Roman“ (Das zweite Gesicht) vermarktet. Das Horrorgenre hat es nunmal schwer auf dem deutschen Markt, zumal wenn es sich um deutsche Autoren handelt. Kai Meyer vermutet daher zu Recht, dass auch sein Name auf dem Cover keine nennenswerten Verkaufserfolg erbracht hätte. Trotzdem nun diese Neuveröffentlichung im Blitzverlag, der für Überraschungen und Experimente immer gut ist. Die Ausgabe ist bereits Buch Nr. 8 in dieser Serie, wunderschön aufgemacht, auf 666 Exemplare limitiert und von Kai Meyer signiert, ein echtes Schätzchen also.


    Meine Meinung:


    Natürlich ist es etwas unfair, dass ich die Lektüre in dem Wissen startete, dass ich einen waschechten „Kai Meyer“ lese. Hätte ich seinen Schreibstil in Isa Grimm wiedererkannt? Ich glaube nicht; aber mit dem Wissen vorweg konnte ich natürlich sofort den geschliffenen Schreibstil meines Lieblingsautors mit seiner bildhaften Sprache ausmachen.


    Die Geschichte selbst ist ein raffiniertes Konstrukt aus Gegenwart und Vergangenheit, bei dem die Schriftstellerin Anais im Mittelpunkt steht und die weitestgehend aus nur einem Handlungsstrang besteht. Was sich anfangs eher wie ein Krimi anfühlt, driftet nach und nach in eine ausgeklügeltes Horrorgeflecht ab, bei dem am Ende die mysteriösen Elemente überwiegen. Sehr gut gefallen hat mir, dass der Horror eher subtil daher kommt und nicht splatterig, obwohl durchaus auch blutige Szenen vorkommen. Sehr elegant gemacht!


    Die düstere Stimmung in dem einstmals so malerischen Örtchen Klammroth wird perfekt getroffen; es regnet permanent, es wird in der Dunkelheit durch einsame Waldstücke gerannt, der unheimliche Tunnel lockt; daneben gibt es als Schauplätze auch eine verbrannte Ruine, ein verlassene Villa, eine unheimliche Klinik.... Kai Meyer spielt gekonnt mit diesen Elementen, die zwar im Horror-Genre nicht neu sind, aber hier zu einem stimmungsvollen Gesamtbild verknüpft werden.


    An die Hauptfigur Anais bin ich anfangs nicht so richtig heran gekommen, aber im Laufe der Lektüre wird das Geheimnis um ihre Person nach und nach gelüftet. Um sie herum baut Kai Meyer eine stattliche Anzahl von Nebenfiguren auf, die interessanter nicht sein könnten. Viele davon haben das Feuer im Tunnel überlebt und sind entstellt, aber es gibt auch andere, noch viel ältere und unheimlichere Existenzen. Und bevor ich nun zu viel verrate, empfehle ich neugierigen Horrorfans und experimentierfreudigen Kai-Meyer-Fans die Lektüre dieses Buches, das auch immer noch in der ursprünglichen broschierten Ausgabe des Lübbe-Verlags erhältlich ist.


    5ratten