Beiträge von TheNightingale

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    das kenne ich noch gar nicht, danke für den Tipp. Die Leseprobe vermittelt den Eindruck, dass "Epidemie" wohl etwas extremer mit dem ganzen umgeht. "Shape Me" ist da etwas sanfter, würde ich sagen.

    Ich hab mir das Buch auch mal heruntergeladen, da mich die Thematik interessiert und mir "Schwarzmondlicht" von Melanie auch sehr gut gefallen hat. Ich bin mal gespannt, wie mir das Buch gefällt, aber das hört sich schonmal gut an :-)

    das Thema ist für viele sicherlich keine leichte Kost, aber wie es aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet wird, ist meines Erachtens richtig gut gemacht. Schwarzmondlicht habe ich mir mal auf meine Leseliste gesetzt. Von der Autorin werde ich sicherlich noch mehr lesen. Bin sehr gespannt, was Du sagst.

    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Mojoreads
    Buch24.de
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links


    Stell Dir vor, Du lebst in einer Welt, in der Du mit Deinem täglichen Kalorienbedarf Lebensmittel bezahlen musst. Stell Dir vor, Dein täglicher Kalorienbedarf reicht dafür vorn und hinten nicht aus, weil Du zu dick bist und der Staat über das morgendliche Wiegen bestimmt, wieviel Du ausgeben – und somit auch was Du essen – darfst.

    Stell Dir vor, dass Du, wenn Du das nötige Kleingeld dafür hast, einfach Deinen Verstand in den schlanken, durchtrainierten Körper eines Fitnesstrainers übertragen lassen kannst, der im Gegenzug dafür Deinen übergewichtigen Körper übernimmt und wieder in Form bringt. Nach der vertraglich vereinbarten Zeit bekommst Du Deinen Körper zurück, nur in fit und schlank.


    „Shape Me“ von der österreichischen Autorin Melanie Vogltanz zeichnet dieses Szenario in Neueuropa. Es ist beklemmend und düster. In wechselnden Kapiteln erzählt sie die Geschichte aus Sicht von Nena Jean, die eines morgens in einem fremden Körper aufwacht, aus Sicht von Bobbie Tanscher, einer alleinerziehenden Mutter mit multipler Sklerose und aus Sicht von Fitnesstrainerin Tess Trimm, die im übergewichtigen Körper einer Kundin strandet und sich mit ihren eigenen Vorurteilen auseinandersetzen muss. Drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch vieles gemeinsam haben. Zwischen den Kapiteln finden sich Interviews und Tagebuchaufzeichnungen.


    Dieses Buch trifft soviele wunde Punkte bei mir, einer Frau, die 35 Jahre gebraucht hat, eine einigermaßen gesunde Einstellung zum Essen zu entwickeln und selbst heute noch immer wieder Tage hat, wo sie kämpfen muss. Ich denke, dieses Buch wird in dieser Hinsicht sehr viele Menschen berühren. Doch Melanie Vogltanz greift in „Shape Me“ noch einige andere Themen auf.


    Welche Möglichkeiten würde diese Technologie eröffnen für Menschen, die einen todkranken Körper haben oder mit einer Krankheit wie MS konfrontiert sind? Welche Verpflichtung hat eine Gesellschaft gegenüber den Menschen, die diese Gesellschaft bilden und welche Rechte darf sich diese Gesellschaft gegenüber den Menschen herausnehmen?


    Das regt schon arg zum Nachdenken an. Nicht nur, dass in diesem Buch die allgemeinen Vorurteile, die Abscheu und der Hass auf stark übergewichtige Menschen konzentriert in der Figur Tess aufgezeigt werden, auch die Sicht der betreffenden Personen wird gezeigt, die sich in einer Gesellschaft bewegen müssen, in denen eine Einstellung wie die von Tess normal ist.


    Tess ist für mich schon sehr überspitzt gezeichnet. Sie ist fast zu keinerlei Empathie fähig und ihre Persönlichkeit ist die eines Arschlochs vor dem Herrn. Ihre Arroganz und ihre Anmaßung, besser zu sein als andere, sind erschreckend und leider kenne ich im wahren Leben genügend Menschen, die so sind, so dass es schon wieder alles viel zu sehr an der Realität kratzt.


    Bobbie ist eine sehr tragische Figur. Eine toughe Frau, die in ihrem Leben viel erkämpft hat und dann die Diagnose MS erhält. MS, das sie bei ihrer Mutter bereits mit erleben musste und ihr Schicksal, das sie ihrer eigenen Tochter ersparen möchte.


    Nena schlüpft im Buch in die Rolle des Otto-Normal-Bürgers, der Opfer der Umstände wird.


    Die 236 Seiten des Buches waren sehr schnell weggelesen. Der Schreibstil ist fesselnd, die Kapitel sind sehr kurz gehalten. Es gab für mich den einen oder anderen Logikfehler und manche Figuren waren etwas zu fiktiv, aber alles in allem fand ich dieses Buch sehr gut. Gesellschaftliche Fiktion rund um ein Thema, das locker 90% der Bevölkerung betrifft. Es hat mich begeistert in dem Sinne, dass es mich zum Nachdenken angeregt hat.


    Im Nachwort geht die Autorin auch sehr offen mit ihren eigenen Gewichtsproblemen und ihrer Einstellung zum Thema Essen um. Das macht sie sehr sympathisch und rückt die Ereignisse im Buch und manche Szenen in einen besseren Kontext.


    Fazit:

    „Shape Me“ von Melanie Vogltanz ist herausragendes deutschsprachiges Scifi. Klare Lesempfehlung.


    5ratten

    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Mojoreads
    Buch24.de
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links




    Hach, dieses Buch. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Kurz vorweg: Ich fand es toll. Das Buch habe ich zwar zum ersten Mal aber definitiv nicht zum letzten Mal gelesen.


    Zitat

    Nichts, was das Imperium berührte, bleibt, wie es war.
    (Im Herzen des Imperiums)


    Ich bin überzeugt, dass sich hier zwei Lager bilden werden: jene, die das Buch lieben und jene, denen es überhaupt nicht gefällt.


    Fakt ist, dieses Buch ist aufregend und spannend, aber auf eine sehr ruhige Art und Weise.


    Wir begegnen Mahit, Botschafterin der Raumstation Lsel, die in Teixcalaans Hauptstadt ankommt. Ihr Vorgänger, Yskandr, ist tot. Mahit trägt eine Imago von Yskandr, die vor 15 Jahren angefertigt wurde, in sich, ein Abbild, das von der Persönlichkeit und den Erinnerungen aufgezeichnet und ihr implantiert wurde. Ein Stück Technologie, das Lsel gern für sich behalten möchte und es ergo auch nicht an die große Glocke hängt. Für Mahit jedoch geht die Aufregung direkt in dem Moment los, in dem sie ankommt und ihrer zugeteilten Kulturreferentin Drei Seegras begegnet. Alle Bürger Teixcalaans tragen einen Namen, der eine Zahl enthält und ein Begriff, das entweder eine Pflanze oder einen unbelebten Gegenstand beschreibt. Wir begegnen Drei Seegras‘ gutem Freund, Zwölf Azalee, und dass die beiden befreundet sind, äußert sich auch in ihren Kosenamen für einander. So ist Drei Seegras das Schilfhälmchen und Zwölf Azalee das Blütenblättchen.


    Die Sprache in Teixcalaan wird in Gedichten gesprochen und anstatt Dinge direkt anzusprechen, werden sie mit Metaphern und Analogien ausgedrückt, die in bestimmten Versmaßen und Rhythmen verfasst sind. Wie gut, dass ich als Leserin Mahit als Übersetzerin bekommen habe, denn sonst wäre ich aufgeschmissen gewesen. Die Sprache des Buches ist entsprechend lyrisch angehaucht und einfach eine wahre Freude. Der Humor ist extrem subtil, trocken und an vielen Stellen wunderbar intelligent. So manche Textpassage ließ mich schmunzeln.


    Zitat

    „Blütenblättchen, du siehst schrecklich aus“, bemerkte Drei Seegras.
    „Schilfhälmchen, da liegt ein toter Mann auf deinem Teppich. Wie ich aussehe ist demgegenüber nicht so wichtig“.
    (Im Herzen des Imperiums)


    Drei Seegras ist mir direkt ans Herz gewachsen. Interessanterweise dauerte es für mich sehr lange, zu Mahit selbst eine ähnlich enge Bindung aufzubauen. Der Erzählstil ist teils sehr nüchtern und losgelöst, so als wäre man selbst ein völlig unbeteiligter, beobachtender Fremder. Das Spannende daran war für mich die Tatsache, dass ich selbst durch Mahits Augen sah. Ihre Unsicherheit, ihr Gefühl, völlig fehl am Platz zu sein, ihr Staunen über dieses Imperium, zu dem sie schon immer so sehr gehören wollte, das alles transportierte für mich dieser Erzählstil. Und ich merkte, dass in dem Moment, als Mahit ihre Distanz und ihre Skepsis überwand und Vertrauen fasste, auch ich plötzlich nicht mehr distanzierter Beobachter war. Man könnte fast meinen, die Autorin hätte das beabsichtigt.


    Zitat

    „Meine liebe asekreta, wortgewandt wie immer“.
    Drei Seegras gab einen erstickten Laut von sich und sagte: „Euer Exzellenz, bitte nennen Sie mich nicht wortgewandt, wenn ich voller Rotz bin.“
    (Im Herzen des Imperiums)


    Gleichzeitig ist das Worldbuilding genial, die Anleihen zu uns bekannten, längst vergangenen Epochen sind fantastisch, die politische Intrige ist mit eine der besten, die mir je untergekommen ist und auch die Charakterisierung der Figuren war einfach super. Wurde Mahit durch plötzliche Plottwists überrascht, dann wurde ich das auch. Keinen davon sah ich kommen. Wie Mahit dachte ich, es wäre geklärt und die Dinge liefen von jetzt ab so und so und dann kam doch alles ganz anders. Dazu bekommen wir homesexuelle Beziehungen, ohne dass diese erzwungen wirken.


    Und zwischen all den Zeilen und Worten verstecken sich Betrachtungen zu Imperialismus, kultureller Aneignung, Fremdenangst, Identitätsverlust und Moral, und zur Frage, was macht eine Persönlichkeit aus? Ist man noch dieselbe Person, wenn man die Persönlichkeit und Erinnerungen einer anderen Person in sich aufnimmt? Hat man überhaupt je die Chance die Person zu werden, die man werden sollte?


    Das alles war spannend und es hat mich berührt und unterhalten und hach, dieses Buch, warum nur muss es zu Ende sein?


    Fazit:

    „Im Herzen des Imperiums“ hat mich restlos begeistert. Ich freue mich auf den Re-Read. Ich freue mich auf den zweiten Band. Überhaupt, dieses Buch hat mir soviel besser gefallen als so manch anderes die letzten Jahre. Klare Lesempfehlung für dieses sanfte, intelligente und ruhige Abenteuer, auf das man sich wirklich einlassen muss.


    5ratten

    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Mojoreads
    Buch24.de
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links





    Ich weiß nicht, was los ist aber irgendwie scheine ich mit der Wahl meiner Lektüre kein richtiges Glück zu haben. Auf „Neon Birds“ hatte ich mich sehr gefreut und die Lobeshymnen und begeisterten Rezensionen machten mich arg neugierig und ich war super gespannt. Die ersten 200 Seiten sogen mich auch direkt in die Geschichte rein, aber dann wars vorbei.


    Die Spannung fiel einfach ab. Zum Ende hin wurde es dann nochmal etwas aufregender, aber an die ersten 200 Seiten kamen die letzten nicht einmal ansatzweise heran.


    In der Geschichte begegnen wir vier Protagonisten: Okijen, Andra, Luke und Flover. Andra spielt aber eigentlich keine wirklich wichtige Rolle und war mir als Figur auch relativ egal. Auch mit Okijen wurde ich partout nicht warm. Grad Luke fand ich einigermaßen zugänglich und glaubhaft.


    Trotzdem gibt es in diesem Buch einfach wahnsinnig viel Introspektive, die ich auf Dauer einfach ermüdend fand. Dass dabei alle vier Figuren sehr jung sind und für ihr junges Alter schon extrem weltmüde rüberkommen, macht es nicht einfacher.

    Die Welt, die die Autorin hier geschaffen hat, ist dafür super interessant. Auch die Herangehensweise an eine sich weiter entwickelnde KI, die Menschen in Supercyborgs verwandelt, hat mir ausgesprochen gut gefallen.


    Es gibt sehr viele Ideen und Gedankenansätze, von denen jedoch ein Großteil nicht weitergeführt wurde. Hier bleibt zu hoffen, dass die Folgebände mehr Fragen beantworten.


    Fazit:

    Band 2 und 3 werde ich wohl nicht lesen, da mich „Neon Birds“ einfach als Leser ab der Hälfte hat hängen lassen. Vielleicht ist das hier auch wieder so ein Fall davon, dass ich altersmäßig nicht unbedingt die richtige Zielgruppe bin. Ich weiß es nicht. Die große Begeisterung für den Roman kann ich jedenfalls nicht nachvollziehen und war selbst eher enttäuscht, dass ich mich von dem Hype habe anstecken lassen. Das Buch ist für andere Leser wohl sicher besser geeignet. Meins war es leider nicht.


    3ratten

    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Mojoreads
    Buch24.de
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links


    „Dark World“ von Laura Lam klang extrem vielversprechend und auch die Rezensionen waren überwiegend positiv. Vielleicht hob das meine Erwartungshaltung etwas zu sehr an, denn leider konnte mich der Roman so gar nicht überzeugen.


    Wir folgen Taema und Tila 10 Jahre nach ihrer erfolgreichen Flucht aus den Fängen einer Sekte und ihrer körperlichen Trennung. Beide sind mittlerweile 26 und leben ein normales Erwachsenenleben. Also, zumindest Taema tut das. Doch dieses normale Leben ändert sich schlagartig, als Tila eines Abends blutüberströmt in Taemas Wohnung auftaucht und dort von der Polizei dann wegen Mordes verhaftet wird.


    Ab da hatte ich erwartet, dass die atemlose Spannung beginnt und mich die Autorin auf eine aufregende Reise mitnimmt. Leider passierte nichts wirklich aufregendes.


    Die Kapitel werden von Tila und Taema erzählt, wobei Taema hier als Hauptprotagonistin sehr viel mehr Raum erhält. Dabei empfand ich gerade ihre Kapitel einfach nur langatmig und langweilig. Tilas Kapitel sind eher rotzige Tagebucheinträge, die über die gemeinsame Kindheit und Jugend der damals siamesischen Zwillinge berichtet und ihrem Leben in dieser Sekte. Diese Kapitel haben mir persönlich sehr viel besser gefallen. Tilas Wut gegen die Sekte ist sehr gut nachvollziehbar, während Taema diese Zeit damals eher wehmütig-nostalgisch betrachtet. Beide werden auch nicht müde, dem Leser immer wieder zu erklären, dass Taema doch die vernünftige und Tila die impulsive Rebellin ist. Bei Taema wird dies jedoch nicht wirklich gezeigt. Tila ist da glaubhafter. Taemas innere Gedankengänge drehen sich extrem im Kreis und bis zur letzten Seite durfte ich ihren Überlegungen zuhören, ob sie Tila je verzeihen könnte usw.


    Das war, gelinde gesagt, einfach nur anstrengend.


    Die Welt, die Lam geschaffen hat, ist an sich interessant. Für einen Cyberpunk-Roman ist es aber alles eher sauber und glänzend statt dunkel und düster. Aber das hat mich nicht sehr gestört.


    Auch schön fand ich die Tatsache, dass hier nicht mit klassischen straight-white-Figuren aufgewartet wird, sondern in Tilas und Taemas San Francisco z.B. bisexuelle Liebe normal ist.


    Nazarin, eine der männlichen Figuren, wird sehr vernünftig und nett beschrieben. Die Art Mann, die man sich für die Zukunft seiner Kinder wünschen würde, respektvoll, rücksichtsvoll…an manchen Stellen hing mir seine Vorsicht sogar ein bisschen zum Hals heraus. Trotzdem macht die Autorin in diesem zwischenmenschlichen Bereich sehr viel richtig bei ihren Figuren.


    Der Thriller-Part des Romans war für mich eher hanebüchen und zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Wirkliche Spannung kam für mich einfach nicht auf.


    Sprachlich gesehen war das ganze Buch eher anspruchslos. Ich könnte mir vorstellen, dass mich dieser Roman vor 20 Jahren total begeistert hätte. Vielleicht ist man mit über 40 und ungefähr 30 Jahren im Scifi-Bereich doch nicht mehr die richtige Zielgruppe. Ich könnte mir deswegen vorstellen, dass Dark World Genreneueinsteigern und jüngeren Lesern durchaus sehr gut gefallen würde.


    Fazit:

    Laura Lams „Dark World“ konnte mich leider nicht wirklich vom Hocker reißen. Ich denke, das Buch ist für ein jüngeres Publikum deutlich besser geeignet. Obwohl es der erste Band einer Reihe ist, werde ich die Folgeromane aber wohl eher nicht lesen.



    3ratten

    Ich nähere mich dem Ende des ersten Drittels, bislang ist es noch ein bisschen zerfasert, aber jede der einzelnen Geschichten ist spannend und ich schätze, irgendwann verdichtet sich das dann und dann geht es wohl rund.


    Ich hatte eine Ahnung und die Aufklärung kam dann auch nicht überraschend.

    ich bin super auf Dein Fazit gespannt.

    Ich hatte 2019 einige Flops:


    "Sleeping Beauties" von Owen- und Stephen King fand ich schrecklich.

    "Roter Mond" von Kim Stanley Robinson nervte mich nur.

    "Apokalypse Pallantau" von Arno Endler konnte mich nicht ansatzweise überzeugen

    "Die Astronautin" von S. K. Vaughn hat mir überhaupt nicht gefallen.

    "Sara" von Stephen King


    Mein Lesejahr 2020 startet dann auch direkt auf einen Flop, wurde aber vom 2. Buch des Jahres direkt wieder wettgemacht, das mich komplett begeistert hat.

    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Mojoreads
    Buch24.de
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links


    Kurzmeinung: Boah, Scheiße, war das geil.


    Es gibt ja Rezensenten, deren 5 Sterne-Vergabe bei mir dazu führt, dass ich auf Autopilot schalte und mir das Buch kaufe. „Die Starfarer-Verschwörung“ ist ein solches Buch. Bisher bin ich damit immer gut gefahren, denn ich weiß, dass diese bestimmten Rezensenten diese 5 Sterne nicht einfach so vergeben.


    Und was für ein Ritt dieses Buch war. Okay, wir haben hier das klassische, besonders im Fantasybereich ausgelutschte Klischee des Waisenkindes, das sich einen Kreis von Gefährten schafft und zum Retter der Welt wird. Aber, in „Die Starfarer-Verschwörung“ wurde das einfach genial umgesetzt. Sax ist 19 Jahre alt und nach dem Tod ihres Mentors und Trickdiebs Genzo auf sich allein gestellt. Nur zufällig landet sie in dem ganzen Schlamassel und nur langsam wird klar, dass es in dem von Schwartz geschaffenen Universum keine Zufälle gibt.


    Jedes Mal, wenn ich dachte, jetzt hätte ich das ganze Geflecht entworren, warf Schwartz mir neue Erklärungen und Zusammenhänge vor die Füße. Als Leserin war es mir eine riesige Freude, Sax bei dem Entwirren zu folgen. Die Action ist nicht ohne. Die Welt ist clever durchdacht und interessant. Das Worldbuilding wirklich genial. Die Figuren sind glaubhaft und cool und sympathisch und überhaupt, irgendwie ist das ganze Buch einfach eine wahre Freude für Space Opera-Fans. Sax ist dabei eine echt coole Protagonistin, clever, an manchen Stellen etwas naiv, aber sie scheut nicht davor, das zu tun was notwendig ist. Gespickt ist das ganze mit wohl dosiertem Humor und an einigen Stellen konnte ich nicht anders, als einfach nur herzhaft zu lachen.


    Und jedes Mal, wenn ich dachte, es kann nicht komplexer werden, kam Schwartz daher und fragte leise „Wollen wir wetten?“. Es sind über 480 Seiten in diesem eBook und das Ende kam schon fast viel zu abrupt. Ich war noch nicht bereit dafür, dass es vorbei ist.


    Der Autor scheut auch nicht vor kill your darlings zurück und das hat mich extrem getroffen, denn alle Figuren sind mir irgendwie total ans Herz gewachsen. Ehrlich, ich kann Band 2 dieser Reihe kaum erwarten und wenn Schwartz es schafft, das Niveau beizubehalten, dann haben wir hier ein neues kleines Goldstückchen vor uns, das es in die oberste Liga meiner All time Favorites schaffen kann. Dieser Band ist es jedenfalls schon jetzt.


    Der Autor selbst war mir bis dato kein Begriff und ich glaube, ich werde mir seine anderen Romane auch mal anschauen müssen.


    Fazit:

    Mein Fazit ist das gleiche wie der Eingangssatz: Boah, scheiße war das geil. Ich will Band 2 und ich will ihn jetzt. Und auch wenn ich es eigentlich gar nicht noch sagen muss, aber „Die Starfarer-Verschwörung“ enthält von mir eine klare Leseempfehlung.


    5ratten

    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Mojoreads
    Buch24.de
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links



    Meine letzte Rezension des Jahres und mein Auftakt zum DSFP 2020 Lesepensum


    Klappentext:

    Meine fünf Regeln, um in der post-apokalyptischen Welt zu überleben:

    1. Verlier nicht ständig dein Messer, verdammte Axt!

    2. Vergangenheit ist was für Lebensmüde. Und ich will leben – glaube ich zumindest.

    3. Lieber alleine feiern, als in Einsamkeit zu versinken.

    4. Erwarte als letzter Überlebender auf keinen Fall Post.

    5. Und wehe, du verliebst dich ausgerechnet jetzt …


    Meinung:

    Zombieapokalypse? Jugendroman? Liebesgeschichte? Irgendwie ist dieses Buch alles davon und obwohl ich mit meinen 41 Lenzen sicherlich nicht zur Zielgruppe gehöre, so hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Es ist ruhig und gefühlvoll. Und es macht soviele Dinge einfach nur richtig. Es ist die Art Buch, das junge Menschen lesen sollten.

    Hauptfigur Bea ist 18 Jahre alt und schlägt sich allein so durch. Eigentlich überlebt sie in einem Haus alleine bis sie eines Tages einen Brief erhält. Klingt verrückt? Ist es in gewisser Weise auch. Bea hat eine erfrischend zynische Art, ist selbstreflektiert und in gewisser Weise ein schönes Vorbild für junge Frauen. Killing Zombies and Kissing you lebt von Beas Gedankengängen und ihrer Selbstreflektion. Die Zombieaction und auch die Liebesgeschichte sind eigentlich schmückendes Beiwerk. Vergangene Erlebnisse spiegeln ein großes Problem in unserer Gesellschaft wieder: darf Frau Nein sagen? Und wie verhält man sich, wenn ein ‚Freund‘ einem einfach so an die Brust fasst? Beas Gedanken dazu zeigen, wieviel in unserer Gesellschaft schief läuft. Aber auch ihre imaginären Wortwechsel und ihre Wut auf diesen ‚Freund‘ zeigen, dass sie in die richtige Richtung denkt, in die wir alle denken sollten.

    Killing Zombies and Kissing You macht soviel richtig: Selbstimage, Körpergefühl, und auch wenn Bea sich verliebt bleibt sie doch sie selbst und mutiert nicht zum blind folgenden, anhimmelnden Weibchen. Bea ist eine tolle Protagonistin.

    Sicherlich mag die Geschichte an manchen Stellen so ihre kleinen Logikfehler haben und auch die Ursache der Zombieapokalypse wird nicht aufgeklärt, aber darüber konnte ich beim Lesen entspannt hinwegsehen.


    Fazit:

    Was als kleiner Lesehappen für den Start meines DSFP-Lesepensums gedacht war, entpuppte sich als einfühlsame Geschichte über das Erwachsenwerden in einer Extremsituation. Als Romance-Verweigerin kommt von mir trotzdem eine klare Leseempfehlung für Killing Zombies and Kissing you als letzte Rezension des Jahres.


    Bewertung:

    4ratten

    dann werde ich mal, danke für den Thread liebe Mungo


    1. Bist du zufrieden mit deinem Lesejahr 2019?
      Ja, sehr. Ich habe meine Leseziele erreicht.
    2. Die besten Bücher 2019?
      Für mich waren das Sue Burke's "Semiosis", Bernard Becketts "Das neue Buch Genesis" und Carlos Ruiz Zafóns "Der Gefangene des Himmels"
    3. Die eher schlechteren Bücher 2019?
      Arno Endlers "Apokalypse Pallantau" und S.K. Vaughns "Die Astronautin"
    4. Welches Buch hat dich emotional am meisten mitgenommen?
      Adrian Tchaikovskys "Im Krieg" jetzt aktuell nach Mollys Tod sogar noch mehr.
    5. Welches Buch hat dich überrascht?
      "Semiosis" von Sue Burke. Das war ein Spontankauf in London und ich hatte nicht erwartet, dass es mir so gefällt.
    6. Welches Buch hat dich enttäuscht?
      "Sleeping Beauties" von Owen und Stephen King
    7. Welches Genre hast du am meisten gelesen?
      Scifi und Horror
    8. Welches Genre hast du eventuell für dich neu entdeckt?
      reine Belletristik
    9. Von welchem Genre hättest du gerne mehr gelesen?
      Eigentlich von allen
    10. Die beste Buchverfilmung, die du 2019 gesehen hast?
      keine
    11. Eine Buchverfilmung in 2019, die eher nicht so gelungen war?
      keine
    12. Hast du neue Autoren für dich entdeckt?
      jawoll, Sue Burke, Rivers Solomon, Marina Lostetter
    13. Das schönste Cover 2019?
      Oh, da kann ich keine Auswahl treffen. Zumal ich bevorzugt eBooks lese und das Cover da für mich keine Rolle spielt
    14. Auf welche Neuerscheinungen im neuen Jahr freust du dich?
      auf den hoffentlich 2020 erscheinenden nächsten Harry Dresden Roman, auf weitere Novellen aus der Flüsse von London-Reihe
    15. Welche Bücher willst du 2020 unbedingt lesen?
      siehe #14

    Ich muss jetzt einen Videowunsch loswerden: bitte bitte mach ein Regalvideo. Ich verrenke mir hier ständig das Genick, während ich versuche, die ganzen Buchtitel im Hintergrund zu entziffern. Und nein, ich bin nicht neugierig...ok, vielleicht ein kleines bisschen. :S

    Ich habe das Buch auch gelesen, kenne die anderen der Reihe noch nicht und habe von vielen SEiten gehört, dass es der schwächste der Reihe sein soll. Da ich die anderen nicht kenne, habe ich natürlich absolut keinen Vergleich, bin aber sehr gespannt, nun auch die anderen zu lesen. "Der Gefangene des Himmels" konnte mich restlos begeistern und hat mich sehr berührt.


    5ratten