Beiträge von Igela

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    yanni Hat schon was von Abenteuerreise.Neulich wollten wir an ein Konzert in einer Stadt, in der wir noch nie waren. Navi sagt links, Mann fährt rechts...siehe oben. Wir landen in einer Sackgasse, drehen war angesagt. Und was behauptet mein Mann? Das olle Navi sei nicht auf dem neusten Stand, da die Sackgasse wohl neu sei. Dabei ist er rechts gefahren und nicht links wie das Navi meinte. Das Navi ist unsere "Zahnpastatube". Da können wir stundenlang streiten.

    aber unterwegs lasse ich mich fast nie vom Navi leiten. In vielen Fällen reicht es, wenn ich mir die Route gut einpräge, ansonsten helfen Notizen und Karte.

    ...da bist du wie mein Mann. Das Navi sagt " bitte biegen Sie links ab" ...mein Mann biegt.... rechts...ab! Auf meine Frage, warum er nun rechts abbiege statt links, meint er, er habe sich die Route zu Hause eingeprägt. Annalog per Karte! Worauf wir ganz sicher irgendwo in der Pampa landen und Stunden herumkurven, verloren irgendwo im Nirgendwo! :D

    Ich verreise überhaupt nicht gerne.

    Hallelujah! Eine Gleichgesinnte! Im Familien und Freundeskreis gelte ich als Urlaubsmuffel schlechthin. Wenn überhaupt, dann maximal 1 Woche .... und ja nicht mit dem Flugzeug, und am liebsten in einem Schweizer Winzig- Bergdorf wo sich Fuchs und Hase Gutenacht sagen, bitteschön. Aber am liebsten bleibe ich zu Hause und muss nicht arbeiten.

    Zu Hause habe ich meine Bücher, meine Küche, mein Bett, mein Sofa, meine Tiere, meine Familie. Ich bin wohl leicht unsozial was Urlaub betrifft.


    sandhofer Ich gestehe, ich bin, was das Lesen betrifft auch ein Listenmensch. Einfach, weil ich sonst doppelt kaufe oder mein SuB mir über den Kopf wächst. So habe ich wenigstens das Gefühl, den im Griff zu haben. Allerdings "muss" ich nicht den neusten Donna Leon gelesen haben (habe ich von ihr überhaupt schon was gelesen? :/), sondern was Spass macht.

    Mir ist " Urlaub nach Reiseführer" ein Greuel. Ich mag keine Orte besuchen, die in Reiseführern beschrieben werden. Bin der Typ " ich fahre da nal hin und schaue, was ich mache". Wenn überhaupt. Denn ich fahre nicht wirklich gerne in Urlaub. Und wenn dann an einen " No Name Ort" wo keiner je war oder hin will. Ich kann problemlos 2 Wochen mitten in der Schweizer Pampa abhängen ohne " was gesehen" zu haben. Für mich ist das Erholung von meinem stressigen Alltag. Dazu kommt, dass ich aus klimatechnischen Gründen nicht mehr per Flugzeug verreise...

    Daher : Besitze und will keine Reiseführer. Im Notfall habe ich ein Handy, mit dem google ich das Nötige

    Von der einsamen Insel zu der Urlaubsplanung... hier die neue Wochenfrage:


    Ihr plant euren Urlaub - benutzt ihr dafür noch die klassischen Reiseführer (oder auch Wanderführer o.ä.) in Buchform? Kommen diese dann mit in den Urlaub? Leiht ihr sie aus, kauft ihr sie, behaltet sie anschließend als "Andenken" oder verkauft ihr sie dann weiter?

    Ich bitte euch die Diskussionen zu der vorangegangenen Wochenfrage nun als abgeschlossen zu betrachten, damit sich die Themen nicht vermischen!

    Alix leitet eine Pension und verdient so nach dem Tod ihres Ehemanns Edward den Lebensunterhalt für sich und Söhnchen Rory. Durch die Woche beherbergt sie Pensionsgäste, am Wochenende veranstaltet sie Feste für zahlende Gäste. Die Idee dazu hatte Derry, der Bruder ihres besten Freundes Jonathan. Alix hat jedoch darauf bestanden, dass eine Person nie auf der Gästeliste zu finden ist: ihr Onkel Charles Lanchbury. Vor 18 Jahren war Alix mit der Familie ihres Onkels in Frankreich und bei einem Ausflug verschwand ihr 2jährige Neffe Charlie. Wofür ihr Onkel der damals 14 jährigen Alix die Schuld gegeben hat.


    Einmal mehr ein Buch, bei dem der Klappentext total irreführend ist. Denn der Klappentext umschreibt nur den Inhalt des Prologes. Dann wird erstmal das Verschwinden des kleinen Charlie für 200 Seiten ad acta gelegt.

    200 Seiten lang wird Alix Leben thematisiert. Sie arbeitet im Lazarett Fallowfield, lernt Edward kennen und begleitet in bei Ausgrabungen. Sie bekommt einen Sohn, wird Witwe und eröffnet eine Pension. Im Lazarett lernt sie ihren besten Freund Jonathan kennen. Diese Beziehung wird sehr oberflächlich beschrieben und mir haben eindeutig die (freundschaftlichen ) Gefühle gefehlt.

    Zudem ist das Leben von Alix, gelinde gesagt, sterbenslangweilig. Die Handlung plätschert vor sich hin, vor lauter Gesprächen um Gefühle und Stimmungen, stagniert sie etliche Male.

    Das Trauma, das Alix nach der Schuldzuweisung und dem Verschwinden des kleinen Charlie mit sich trägt, wurde einfach viel zu wenig ausgearbeitet und wirkt so nicht glaubhaft.

    Nach 200 Seiten kommt etwas Fahrt in die Story und plötzlich werden auch wieder die traumatischen Erlebnisse in Frankreich in den Mittelpunkt gerückt.


    Judith Lennox hat es leider überhaupt nicht geschafft, den Figuren Leben und Tiefe einzuhauchen. So wirken sie blutleer und flach, was meine Emotionen von Beginn weg im Keim erstickt hat.

    Die unglaubhafte Charakterisierung von Alix habe ich ja weiter oben schon erwähnt. Ihr kleiner Sohn Rory, eine Marionette, die in die Ecke gestellt und hervorgekommen wird nach Bedarf. Ganz schlimm empfand ich den Macho Derry. Der nähert sich jedem weiblichen Wesen, das nicht bei drei auf den Bäumen ist. Erst zum Schluss wird er sympathischer und greifbarer.


    Das Buch handelt von 1914 (Prolog) bis 1940 und ist jedoch beliebig austauschbar in der Zeit. Historische Ereignisse werden praktisch keine erwähnt. Die damals geltenden Moralvorstellungen wurden völlig ausgeklammert.

    Munter treffen sich Männlein und Weiblein alleine bei Besuchen in den Wohnungen oder bei Spaziergängen. Übernachten bei der Pensionswirtin nach einem Fest ist kein Problem, obwohl die Mutter dieser Wirtin nebenan nächtigt.

    Wenn schon Romane, die zu historischen Zeiten handeln, dann bitte überzeugend.

    Gegen Mitte wird das Buch fesselnder und die Auflösung um den kleinen Charlie wird wieder thematisiert. Auch das Leben rund um Alix wird spannender und so habe ich mich doch etwas mit dem dürftigen Mittelteil ausgesöhnt.


    2ratten

    Dieses Mal mache ich auch mal mit. so geht es mit meinem SuB einfach nicht weiter! So, der Kampf ist angesagt und hier meine Liste:


    1. Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen - Petra Hülsmann (Das Wort "fliegen" im Titel verspricht ja eine Reise...vielleicht sogar eine Weltreise?)

    2. Blackwood, Briefe an mich - Britta Sabbag ( Welttag des Briefeschreibens)

    3. Die Toskanamänner -Michael Frey Dodillet ( Toskana...also Weltnudeltag?)

    4. Höllental - Andreas Winkelmann ( Tag des Friedhofs ... da ganz schön gemordet wird)

    Witzig!


    Maxim Leo, Jochen Gutsch - Du bleibst mein Sieger, Tiger


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    Was tun, wenn die Alterspubertät einen einholt? Wenn einen plötzlich die eigenen körperlichen Grenzen aufgezeigt werden. Und Jugendneid unser Verhältnis zum eigenen Nachwuchs überschattet.

    Wenn nach langjähriger Ehe die Kommunikation eingeschlafen ist und ein Tango Tankurs diese wiederbeleben soll. Dann ist es wohl Zeit, für dieses Buch!



    Nach " Es ist nur eine Phase, Hase " ist nun das zweite Buch rund um die Alterspubertät erhältlich. Wie auch schon im ersten Buch, habe ich geschmunzelt, laut gelacht und so viele Male gedacht, dass mir das so was von bekannt vorkommt. Aus der Sicht eines 48 Jahre alten Mannes, also einem Alterspubertierenden, wird über das Leben, die Liebe, den körperlichen Verfall, Freundschaften und weiteren Themen sinniert und auch philosophiert.


    Der Schreibstil ist witzig, ohne dass ich das Gefühl hatte, hier wird etwas krampfhaft auf lustig getrimmt. Einzelne Szenen, wie diejenige am Tango Tankurs, haben mich laut lachen lassen. Mit viel Wortwitz und einer augenzwinkernden Art und Weise schleust das Autorenduo die Leser durch urkomische Situationen.

    Allerdings gibt es auch langatmige Stellen. Mich persönlich hat die Liste der Songs mit dazugehörenden Erläuterungen überhaupt nicht angesprochen. Schade, denn bei einem 144 Seiten dünnen Büchlein, fallen ein paar Seiten Langatmigkeit besonders ins Gewicht.

    Gut gefallen hat mir, dass kapitelweise und Kurzgeschichten ähnlich die verschiedensten Themen angesprochen werden. Die sind so vielfältig, wie halt auch die Sorgen, Nöte und Aengste der Menschen im Zielgruppenalter.


    Muss man für dieses Buch in der Zielgruppe, das heisst 40 + sein? Ich denke, es erleichtert ungemein, wenn man kennt, über was hier geschrieben wurde. Nur schon um zu verstehen, was damals der Reiz eines Kassettenrecorders ausgemacht hat, muss man diese Zeit wohl selbst erlebt haben. Oder Billy Idol kennen....


    Früher war alles anders … vielleicht sogar besser? Wie rettet man den Körper, den geistigen Verfall und die Liebe zu seinem Partner über die mittleren Jahre? Dieses Buch serviert keine Lösungen. Doch lässt einen über so vieles nachdenken und schmunzeln.


    4ratten

    Ah, danke. Ich lese es auch gerade und bin bisher nur mäßig begeistert. Wenn das nicht wirklich besser ist, breche ich jetzt ab.

    Schade... meiner Meinung nach macht gerade der Schluss den Reiz dieses Buches aus. Und man versteht bei Beendigung so einiges, das zuvor noch nervend war.

    Der etwas andere Thriller!


    Nile ist überglücklich, als Ben spontan Ueberstunden abfeiert und mit ihr Shoppen geht. In einer Boutique probiert Nile ein Kleid an, während Ben vor der Umkleidekabine wartet.

    Und dann ist Ben plötzlich weg!

    Nile ist verzweifelt, denn Ben reagiert weder auf Anrufe, noch hat ihn einer seiner Freunde oder die Familie gesehen. Auch seine Exfrau Flo behauptet nicht zu wissen, wo Ben steckt. Erst ist Nile sicher, dass Flo es geschafft hat, Ben zurückzuerobern. Doch Flo behauptet, ihn nicht gesehen zu haben.

    Was ist mit Ben geschehen?


    Ich habe mich zuerst schwer getan mit der Figur Nile. In Ich - Perspektive erzählt Nile über ihre grosse Liebe zu Ben. Nile ist dabei etwas anstrengend und hat Tendenz zu plappern. Ich habe mich auch gefragt, ob Ben wirklich existiert. Denn Niles Reaktionen auf sein Verschwinden sind ziemlich irrational. Zudem hat sie einen leichten Hang zu Hysterie.


    Erst nach und nach bekommt die Figur Tiefe und je mehr man erfährt, je besser versteht man, weshalb Nile so ist, wie sie ist. Und ab da hat mich die Geschichte gepackt, denn ich wollte unbedingt wissen, wo Ben steckt. Ich hatte das Gefühl, ich steuere langsam aber sicher auf einen grossen Knall zu.

    Der Rhythmus der Erzählung ist sehr gut gelungen. Immer wieder wird gewechselt, zwischen der Erzählung in der Gegenwart und der Vergangenheit. Obwohl diese Wechsel nicht deklariert sind, verliert man nie den Faden. Denn durch eine klare Gliederung, weiss man immer, wo die Story gerade steckt.


    Ben hat sich wegen Nile von seiner Frau Flo getrennt. Meist ist es in Büchern so, dass aus der Sicht der abtrünnigen, oder aber der verlassenen Figur erzählt wird. Die Autorin dreht den Spiess um und rückt die neue Freundin, also Nile, in den Mittelpunkt. Das wirft ein total anderes Licht auf die Trennung eines Paares.

    Vieles geht um Beziehungen … zwischen einem Paar, aber auch zwischen dem getrennten Paar und Freunden oder der Familie. Ab einem Drittel des Buches schleichen sich Spannungsmomente ein, die mich fesseln konnten.

    Auch wenn ich mich zu diesem Zeitpunkt fragte, ob das reicht um als Thriller durchzugehen, habe ich mich trotzdem gut unterhalten gefühlt. Psychologisch richtig ausgekügelt wird es zum Schluss. Hervorragend gemacht und mit viel Tiefe ... und man erkennt im Nachhinein so einiges, das zuvor rätselhaft erschien.


    Der Schreibstil ist einfach gehalten und gut gefallen hat mir, wie relevante Infos wie nebenbei eingestreut wurden. So, dass man nach dem Lesen dieser Infos stutzt und sie noch mal liest.

    Die überschaubare Anzahl an Figuren lassen dieses Buch ziemlich flott lesen.


    Atme! ein Titel der absolut Bezug, noch dazu einen sehr cleveren, zum Inhalt hat.


    4ratten