Beiträge von Igela

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Ich habe ein Buch begonnen, bei dem auf der ersten Seite nicht nur blauer Himmel, sondern auch ein Kloster und ein schwarzes Auto auftauchen. Wer bietet mehr? :totlach: (die ISBN passt auch zu meiner Telefonnummer, es ist kein Lebewesen auf dem Cover, Autor und Titel sind auf dem Rücken in derselben Farbe, ...) :ichweissauchnicht:

    Ein Glückstreffer und das am 1.1....wenn das kein Wegweiser für das Jahr 2020 ist.

    Was nimmst du?

    Rückblick auf meinen SuB Abbau im Jahr 2019.

    Gestartet binich am 31.12.2018 mit 158 Büchern. Heute, genau ein Jahr später sind es 190 Bücher.... so viel zum erfolgreichen SuB Abbau.

    Dabei habe ich sage und schreibe 62 SuB Bücher gelesen!

    Und weiter gehts:


    Start 31.12.2019 : 190 Bücher!


    Gelesen/ AussortiertNeu auf dem SuBVeränderungStand
    Januar111
    Februar
    März
    April
    Mai
    Juni
    Juli
    August
    September
    Oktober
    November
    Dezember

    Muss nicht sein!


    Walter Wolter - Eisblumen


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    Privatdetektiv Bruno Schmidt rettet die 15 jährige Sophie vor Entführern. Er observiert am Saarbrücker Osthafen eine Kundin, die fremd gehen soll, und sieht per Zufall wie Sophie gekidnappt wird. Bruno nimmt die Ausreisserin Sophie in seinem Wohnmobil mit. Kurz danach ist Sophie verschwunden. Diesmal sucht sie Hilfe bei Engelbert Bloch, einem sonderbaren Einzelgänger, der weder Kinder mag, noch Menschen.


    Ach herrje. Was für ein Buch!

    Mir hat weder der Titel, der Schreibstil, noch die Handlung oder die Figuren gefallen.

    Aber eines nach dem anderen. Der Schreibstil ist zeitweise sehr blumig. Da wird zum Beispiel von "einem knospenden Mädchen" gesprochen, um die pubertierende Sophie zu beschreiben.

    Dann ist der Schreibstil wieder völlig überladen. Detailliert werden Kleidung, Örtlichkeiten oder Aussehen der Figuren beschrieben. Hemmungslos beschreibt der Autor auf zwei Seiten Blochs Morgenrituale, inklusive den Gebrauch von feuchtem Toilettenpapier. Ich habe echt gedacht, es kommt nicht mehr schlimmer. Doch weit gefehlt. Um die Prise Erotik rein zu bringen, hat Walter Wolter auf mehreren Seiten, die Eskapaden von Bloch mit seiner Gummipuppe Brunhilde beschrieben. Detailliert, was bei mir Ekelgefühle hoch kommen liess.

    Ich denke, der Autor hat so wortreich beschrieben, um die mehr als dürftige Handlung zu kaschieren.

    Apropos Handlung: Wer den Klappentext liest, denkt, es geht um entführte Mädchen. Vergessen Sie das bitte gleich wieder. Denn das ist reine Show! Nach kurzem Einstieg, in dem Sophie beinahe entführt wird, kommt das Thema lange Zeit nicht mehr zur Sprache. Nach 69 Seiten werden die entführten Mädchen immerhin mal im TV erwähnt. Doch bei den Figuren ist das nach wie vor kein Thema. Die labern munter weiter, haben Sex mit einer Gummipuppe und liefern sich geistlose Dialoge. Diese Endlosdialoge mit platten Witzen, die ich nicht lustig fand, waren da eine willkommene Abwechslung.

    Erst 70 Seiten vor Schluss wird das Thema Entführungen in den Mittelpunkt gerückt. Um dann mit einer Wahrsagerin, die den entscheidenden Hinweis gibt, in Nullkommanix aufgelöst zu werden. Das Ganze wird auf 20 Seiten aufgenommen, erläutert und erledigt. Es kommt ...man ahnt es schon ... noch schlimmer. Denn schlussendlich ist der Täter, der, der schon auf Seite 19 vorhersehbar war.

    Was der Titel "Eisblumen" mit einem Buch, das im heissen Sommer spielt, soll, weiss ich nun auch nicht. Ich vermute, dass es einen Zusammenhang hat mit der Unart des Täters wichtige Trophäen in der Eistruhe aufzubewahren. Ein Rätsel, wie so vieles in dieser Geschichte.

    Die Figuren … auch so eine Baustelle. Der sonderbare Engelbert Bloch leidet unter Zwangshandlungen, hier auch mal zerebraler Webfehler genannt. Diese werden mal kurz thematisiert, um danach wieder in der Vergessenheit zu versinken. Genau mit dieser " Präzision ", wobei ich das nicht als Kompliment meine, werden auch Handlungssprünge nicht erklärt. Plötzlich steht nämlich Sophie vor Blochs Türe. Woher sie ihn kennt und wie sie dorthin gekommen ist, wird nicht erläutert.

    Sophie ist eine 15 jährige Ausreisserin, nach der niemand zu suchen scheint. Nicht auf den Mund gefallen, kokettiert sie mit ihrem jugendlichen Körper und macht sich an ältere Männer jenseits der 40 ran. So auch an Bruno Schmidt, der als Privatdetektiv arbeitet. Und er arbeitet äusserst dilettantisch. Wer so observiert wie er, dem dürfte schon bald mal die Arbeit und das Geld ausgehen.


    So, genug…mein Lesejahr 2019 schliesse ich mit einem " Muss nicht sein " Buch ab. Ab hier kann es nur noch besser werden.


    1ratten

    Danke Anne !Tatsächlich habe ich schon das erste SuB Buch geplant. Da es "Neujahr" von Juli Zeh sein wird und ich es für die SuB Abbau Challenge lesen will.

    Ich nehme mir 4 Bücher im Januar vor...

    Ich hab .. das Problem? die Eigenart?? (oder ist das doch bei jedem in gewissem Maße so? :/), dass gesprochene Texte in meinem Hirn wohl völlig anders verarbeitet werden als gelesene. Getrennte Kanäle sozusagen..

    Hörbücher habe ich aufgegeben

    Ich kann sehr konzentriert selbst lesen. Aber sobald jemand vorliest, schweifen meine Gedanken ab.Und ich nehme das Gelesene nicht auf...an was das liegt, weiss ich nicht. Das war schon in der Schule so...

    Können könnte sie schon. Aber Igela ist Schweizerin. Die sind stur. Da wird nicht einfach die aktuelle Lektüre unterbrochen, nur weil da eine/r aus etwas anderem vorgelesen hat. Nein, da herrscht Ordnung und Sauberkeit. Das Buch kommt dran, wenn die andern 573 Bücher des SuB weggelesen sind. Also in 5 Jahren ...

    Genau!

    Ich lese nie ein Buch direkt nach dem Kauf. Denn ich habe immer gerade andere Leseprojekte. Allerdings nicht unbedingt weil ich zuerst den SuB abbaue...hüstel...

    Zank Ich könnte ja bei einer Lesung das Buch kaufen...aber das landet dann sowieso erst mal auf dem SuB. Allerdings mag ich Bücher auch nicht hören, weder als Hörbuch noch vorgelesen. Ich will die selbst lesen...

    Ich besuche keine Lesungen, da die erstens oft abends statt finden und da arbeite ich meistens. Und zweitens ist das so wie bei Leseproben...da erfahre ich ein Stück der Geschichte und es dauert eine Weile, bis ich sie ganz lesen kann. Da ich zuerst das Buch kaufen muss und es nicht sofort lese. Und das mag ich nicht unbedingt.

    Familiengeheimnisse...


    Rachel Hore - Das Haus der Träume


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    Kate und Simon haben kaum noch Zeit für ihre Kinder, denn sie arbeiten beide bis zum Umfallen. Bis sie die Notbremse ziehen und vom hektischen London nach Suffolk ziehen. Da sie noch kein eigenes Haus gefunden haben, das zu ihren Bedürfnissen und ihrem Budget passt, ziehen sie erst mal bei Simons Mutter ein. Während Kate Freunde findet und sich mehr und mehr einlebt, pendelt Simon zwischen seinem anstrengenden Job in London und Suffolk hin und her. Bis er der Einfachheit halber abends in London bleibt und nur noch am Wochenende zu seiner Familie fährt. Kate hat Angst um ihre Ehe und ihre Familie. Agnes, eine ältere Frau, die sie kennen lernt, lenkt sie ab von ihren Problemen. Bis Kate entdeckt, dass Agnes und sie eine Gemeinsamkeit haben, die die Familiengeschichte betrifft.



    Dieses Buch ist in erster Linie ein Familienroman.

    Die Autorin legt Seite für Seite das Gefüge der Familie frei. Da ist erst mal Kate, die nach dem Unfalltod ihrer Schwester Nicola um die Anerkennung der Eltern kämpft. Seit dem tragischen Unglück geben ihr die Eltern das Gefühl, gegen eine Tote zu konkurrieren und niemals zu genügen. Tragisch!

    Dann spielt ein Familiengeheimnis eine Rolle, das einen spannenden Touch in die Story bringt. Und schlussendlich geht es um eine Ehe, in der sich die Partner mehr und mehr voneinander entfernen. Auch die Rolle der heutigen Frau wird in den Mittelpunkt gerückt. Da ist Kate, die viele Stunden als PR Beraterin für einen Verlag arbeitet. Bis sie beschliesst, dass sie mehr für ihre Kinder da sein möchte. Und prompt wird die Aufgabenteilung neu gemischt und Simon spricht plötzlich von " Die Angelegenheiten der Kinder gehört in den Zuständigkeitsbereich meiner Frau". Ein auch in der realen Welt vorkommendes Phänomen, das damit eine grosse Aktualität geniesst.

    Diese Komponenten zusammen ergeben eine fesselnde und spannende Angelegenheit, bei der ich mich keine Minute gelangweilt habe.

    Die Autorin hat die Handlung klug aufgebaut. Ein, zwei Zufälle, wie das Kennenlernen von Kate und der über 90 jährigen Agnes, empfand ich als ein wenig arg an den Haaren herbei gezogen. Das hat mich jedoch schlussendlich nicht sonderlich gestört. Sehr gut gefallen hat mir der Schreibstil, der sehr lebendig und dicht ist. So geschieht immer irgendwas und es wird nie langweilig oder langatmig.

    Immer wieder wurden Rückblicke ins Jahr 1927, Agnes Jugendzeit, eingefügt. Eine gut und clever eingesetzte Abwechslung, die den Roman noch abwechslungsreicher gestaltet. Diese Rückblicke entwickeln sich mehr und mehr zu einer eigenen kleinen Geschichte, die wieder in die Gegenwart eingewoben wird. So ist die Handlung wunderbar rund und schlüssig.

    Mich hat das Buch bestens unterhalten und ich werde mir die Autorin merken.


    4ratten