Beiträge von Lainybelle

Leserunde mit Tobias O. Meißner ab 06.09.2019: Evil Miss Universe [Gesellschaftskritische Romantic Comedy]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Oh ja, auch mir ist die Rezension echt nicht leicht von der Hand gegangen.

    Ein ernstes, schonungsloses, tiefgründiges Buch - und ein wichtiges!

    Worum geht's?

    Zitat

    „Sie bricht nicht zusammen", fährt meine Mutter ihn an.
    Ich breche nicht zusammen. Ich werde an den Säumen auseinandergerissen und mein Innerstes wird herausgezerrt, bis ich leer bin. (S. 252)

    Emma hat immer alles gegeben, um das Bestmögliche aus sich herauszuholen, sowohl, was ihr Aussehen als auch ihren Beliebtheitsstatus angeht. Doch sie muss die bittere Erfahrung machen, dass durch einen einzigen Moment, durch eine Entscheidung, die mutig und verwegen sein sollte, alles ins Gegenteil umschlagen kann.

    Nach einer Party finden sie ihre Eltern mit zerrissenem Kleid und von der Sonne verbrannt in ihrem Vorgarten. Was ist passiert? Emma erinnert sich nur noch dunkel an Paul, mit dem sie im Schlafzimmer von Seans Eltern gelandet ist und an die Pillen, die er ihr angeboten hat. Auch daran, dass Dylan und Fitzi auftauchten und sie noch zusammen anderswo weiterfeiern wollten. Doch dann?

    Als die Bilder im Netz auftauchen, ist die Lage für alle klar: Diese Emma O'Donovan - war ja klar, dass der das passieren würde. Sie hat es ja drauf angelegt. Sie wollte es doch.

    Was mich neugierig gemacht hat:

    Das Buch wurde auf dem Bloggertreffen auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt und uns dort sehr ans Herz gelegt.

    Ich hatte vor Kurzem „Caroline & West" von Ruthie Knox aus dem LYX-Verlag gelesen, das zwar nicht dasselbe, aber mit Revenge Porn doch ein um einige Ecken verwandtes Thema behandelt.

    Unabhängig davon lese ich gern Romane mit komplexen, auch gern mal kantig-schwierigen Protagonisten und war mir ziemlich sicher, in Emma eine solche zu finden.

    Wie es mir gefallen hat:

    Von „gefallen" oder „nicht gefallen" kann man bei einem solchen Buch eigentlich gar nicht sprechen. Es ist keine schöne Geschichte zum Abschalten, sondern will Resonanz erzeugen, will erschüttern, aufrütteln, zum Nachdenken bringen und zwingen, Wut erzeugen, ent- und zugleich ermutigen.

    Und all das gelingt ihm auf sehr eindrückliche Weise.


    Louise O'Neill hat sich bewusst für eine Protagonistin entschieden, die keine Sympathieträgerin ist und nicht die Absicht hat, eine Art Prototyp darzustellen, dem man einen Stempel aufdrücken kann oder darf. Mir persönlich hat Emma schon vor dem wirklichen Einstieg ins Geschehen leidgetan. Weil sie Prioritäten gesetzt hat, die immer nur auf ihre Wirkung auf andere abzielen sollten. Weil die Beziehung zu ihren besten Freundinnen zu so großen Teilen aus Konkurrenzdenken bestand. Weil zu ihren Eltern so wenig echte Nähe spürbar war.

    Emma ist aus meinen Augen eine junge Frau, die, wie jeder Mensch, ein Kind ihres Umfelds war - und genau das, könnte man sagen, wird ihr zum Verhängnis.


    Die Umsetzung der Geschichte ist beeindruckend. Allein die Art des Erzählens vermittelt, wie etwas in Emma bricht, das nicht wieder zusammengesetzt werden kann. Mit aller Macht versucht sie sich von ihrem alten Ich zu trennen, was zum totalen Rückzug führt.

    Ihre Gedanken, insbesondere die, die sie gar nicht haben will, sind stets in Klammern gesetzt, was ich als sehr gelungenes Stilmittel empfunden habe. Das Buch zu lesen drückt nieder, es tut weh und lässt die Ohnmacht greifbar werden, die Emma empfindet. Dass kaum Raum für Hoffnung und Emma und dem Leser nichts erspart bleibt, macht die Geschichte umso authentischer und augenöffnender.


    Eine notwendige und gute Abrundung wird durch das Nachwort der Autorin sowie einem zusätzlichen Nachwort zur deutschen Ausgabe von Daniela Chmelik vorgenommen.

    (Für wen) Lohnt es sich?

    Wer nach einem ernsten, schonungslos, tiefgründigen und wichtigen Buch zum Thema Victim Blaming und Slut Shaming sucht, für den führt kein Weg an „Du wolltest es doch" vorbei.

    Da Emmas Depression und Gebrochenheit und auch die Vergewaltigung mit allen Konsequenzen offen und detailliert thematisiert werden, ist die Altersempfehlung ab 16 Jahren angemessen.

    In einem Satz:

    „Du wolltest es doch" ist in gewissem Sinne ein ernüchterndes Buch, aber gerade darin liegt seine unglaubliche Schlagkraft, die hoffentlich bei vielen Lesern einen starken Nachhall haben wird.



    Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Verlag !

    Worum geht's?


    Seit dem Tod ihres Vaters ist Sage das Mündel eines Lords, der ganz andere Pläne für ihr Leben hat als sie selbst. Als ihr Darnessa, die Kupplerin, die ihr in seinem Auftrag einen reichen Mann beschaffen soll, einen Ausweg bietet, ergreift Sage die Chance. Schon bald findet sie sich auf einer abenteuerlichen Reise durch das Königreich wieder, während der sie die zukünftigen Bräute auf dem Weg zum Concordium, einer großen Verkupplungsveranstaltung, im Auge behalten soll. Doch die Aufgabe erweist sich als gar nicht so einfach - ganz besonders wegen der Soldaten, die die Gruppe begleiten und durch die Sage mehr und mehr in die Wirren einer großen Verschwörung hineingerät. Unter ihnen ist einer, der Sages Herz schneller schlagen lässt - doch kann sie ihm trauen?

    Was mich neugierig gemacht hat:


    Kupplerinnen, die die Söhne und Töchter des Königreiches zueinanderbringen, ein atemberaubend pompöser Ball, viele Konflikte und eine großzügige Prise Romantik - das habe ich mir von „Vertrauen und Verrat" versprochen, als ich zum ersten Mal auf das Buch aufmerksam geworden bin. Es passte hundertprozentig in mein Beuteschema und stand ganz oben auf meiner Wunschliste.

    Wie es mir gefallen hat:


    Dieses Buch war absolut anders als erwartet. Das beginnt schon bei den wechselnden Perspektiven in der dritten Person, wobei das Hauptaugenmerk auf Sage und Hauptmann Quinn liegt.
    Im Prinzip mag ich verschiedene Blickwinkel immer sehr; hier hatte ich aber dadurch gerade am Anfang Schwierigkeiten, Sage richtig kennenzulernen, da ihre Kapitel immer wieder von Vorgängen in der Armee unterbrochen werden. Als Protagonistin bleibt Sage ohnehin insgesamt ein wenig eindimensional: ein toughes Anti-Mädchen, dem irgendwie alles leicht von der Hand geht und die sich rettungslos verliebt.
    Ein weiterer großer Nachteil an der Wahl der Perspektiven ist, dass sie sich gegenseitig die Spannung ausbremsen. Kaum taucht ein Cliffhanger oder eine offene Frage auf, wird sie durch die Augen des Feindes oder einens anderen Charakters schon wieder aufgelöst, sodass die Neugier sehr schnell wieder verpufft. Vom Aufbau her hätte hier ein wenig geschickter geplottet werden können.

    Was ich sehr schade finde, ist, dass die ganze Verkupplungsthematik mit dem Potenzial für viel Tratsch, Neid und Liebeskummer sowie das Concordium selbst, auf dem die Hochzeiten in die Wege geleitet werden sollen, wenn überhaupt nur sehr am Rande behandelt wird.
    Von den Bräuten, die Sage begleitet, erfährt man nicht einmal die Namen. Sie werden auf eine typische Zicke (Jaqueline) und eine Verbündete für Sage (Clare) reduziert; der Rest bleibt leider gesichtslos. Darüber bin ich insgesamt doch sehr enttäuscht.
    Die Handlung, die stattdessen geboten wird, hat dennoch durchaus ihren Reiz. Die Autorin hat alle Stränge gut verwoben und führt sie zu einem zufriedenstellenden Ende. Es geht um die stetig wachsende Bedrohung für die reisende Gruppe und das gesamte Königreich und um die Pläne, die Sage und die Soldaten entwickeln, um ihren Gegnern die Stirn bieten zu können.
    Die Entwicklungen um Ash, mit dem Sage immer mehr Zeit verbringt, sind sehr gut gestrickt, aber auch ein bisschen verwirrend.

    Trotz Verlusten entsteht bei manchen Dingen der Eindruck, dass die Autorin es ihren Figuren zu leicht macht. Abgesehen von Sage, der immer alles gelingt, verlaufen auch im Allgemeinen viele Vorhaben etwas zu reibungslos, um glaubwürdig zu sein.
    Das Ende kommt dann schnell und mit Zuckerguss, dreht sich aber etwas zu sehr um die Aussichten in Sages Liebesleben und vernachlässigt dabei die anderen Charaktere. Ein Ausblick auf die folgenden Bände der Reihe fehlt gänzlich - genauso gut könnte die Geschichte bereits auserzählt sein.

    Auch wenn also einige Schwächen zu verzeichnen sind, ist das Buch sehr gut und unterhaltsam geschrieben. Man fliegt nur so durch die kurzen Kapitel. In einigen Punkten hätte noch deutlich mehr herausgeholt werden können, aber trotzdem habe ich diesen Auftakt gern gelesen.


    (Für wen) Lohnt es sich?


    Man sollte hier weder eine detailliert ausgearbeitete Welt noch Romantasy im Stil von „Selection" oder ähnlichen Reihen erwarten. Es ist eine kurzweilige Geschichte mit Fokus auf die sich anbahnenden kriegerischen Verwicklungen, in der die Lovestory zunehmend Raum einnimmt.
    Für LeserInnen ab 14, denen diese Richtung gefällt, ist es auf jeden Fall zu empfehlen.

    In einem Satz:


    „Vertrauen und Verrat" vermittelt einen etwas täuschenden ersten Eindruck: Statt Verkupplungen, Konflikten zwischen den Bräuten und einem rauschenden Ball werden kriegerische Strategien, Spionage und Verschwörungen in den Vordergrund gerückt, garniert von einer Liebesgeschichte - ein unterhaltsamer Auftakt mit etwas Luft nach oben.


    4ratten

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    Spannende Urban Fantasy mit starker innerer Dynamik!


    Worum geht's?


    In der Ungesehenen Welt von New York City geht es um Ansehen und das Beherrschen der Magie, um Familienbande, Intrigen und Bündnisse - ganz besonders während des Umschwungs, in dessen Zuge alle magischen Häuser einen Champion stellen, der ihre Position innerhalb des Machtgefüges verteidigen oder sie dessen Spitze näher bringen soll.

    Seit Langem galt das Haus Merlin als ungeschlagen. Doch diesmal ist etwas anders: Immer wieder scheint die Magie zu versagen. Und jemand ist im Rennen, mit dem niemand gerechnet hat:

    Sydney, eine junge Frau, die dem düsteren Haus der Schatten entkommen ist und seit Jahren auf Rache sinnt ...


    Was mich neugierig gemacht hat:


    Das magischschöne Cover hat meine Lust auf Urban Fantasy geweckt. Obwohl New York ein häufig gewählter Schauplatz ist, hatte ich den Eindruck, dass hier eine besondere Geschichte zwischen den Buchdeckeln lauert, die man so noch nicht gelesen hat.


    Wie es mir gefallen hat:


    Magische Häuser, die ihr Wesen ihrem Besitzer anpassen können, eine metaphorisch-moralische Thematik über Opfer zum Wohle anderer, Verbrechen, Fehden, Rache, aber auch Freundschaft und innere Stärke vereinen sich in „Schatten der Magie" zu einer facettenreichen, unvorhersehbaren Geschichte. Hat man sich einmal in die luxuriöse Welt der Magier in New York City hineingefunden, gibt es kein Halten mehr.


    Erzählt wird in der dritten Person; die Szenen wechseln zwischen vielen verschiedenen Figuren, wobei die im Klappentext hervorgehobene Sydney die zentralste Rolle spielt. Neben ihr sind Helden wie auch Schurken vertreten, und es macht sehr viel Spaß, nach und nach die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Strängen, Hinweisen und Familienmitgliedern zu ergründen. Immer wieder enthüllen sich neue Verbindungen, und die Puzzleteile fügen sich langsam zusammen.


    Eine Liebesgeschichte muss nicht immer zwingend dazugehören, doch wenn schon eine eingeflochten wird, wie es hier ganz am Rande der Fall ist, sollte sie auch gefühlvoll sein. Das wird bei diesem Buch leider ein wenig vernachlässigt. Es hätte ruhig ein dezentes bisschen mehr sein dürfen.

    Genauso lassen auch große, oft tragische Enthüllungen Emotionalität vermissen (sowohl bei der sie offenlegenden Person als auch bei den Reaktionen der anderen Beteiligten), sodass nicht der größtmöglichste Schock erzeugt wird und das eigene Mitgefühl teils ein wenig auf der Strecke bleibt.

    Das stellt aber auch schon den, aus meiner Sicht, einzigen größeren Kritikpunkt dar.


    Durch die Regeln und Duelle des Umschwungs bleibt eine stetige Dynamik in der Geschichte, in die das Geheimnis um die schwindende Magie sowie Sydneys Lebensgeschichte und ihre Ziele sowie die Vorgänge im Haus der Schatten als zusätzliche Spannungsfaktoren mit einfließen.

    Am Ende löst sich einiges vielleicht einen Tick zu schnell auf, dafür aber sehr rund und stimmig, sodass man das Buch zufrieden zuschlagen kann.


    (Für wen) Lohnt es sich?


    Alle Freunde von magischen Parallelwelten und Zauberduellen, die eine Geschichte gern aus vielen verschiedenen Blickwinkeln lesen, werden mit dem Buch sehr glücklich werden.

    Stellenweise wird es ein wenig brutal, sodass ich es ab ca. 16 Jahren empfehlen würde.


    In einem Satz:


    „Schatten der Magie" ist sehr schön komponierte, originelle Urban Fantasy mit vielen Strängen und Geheimnissen, die ein rundes Ganzes voller Spannung und Magie ergeben.


    4ratten


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    Worum geht's?


    Brienna ist in Valenia aufgewachsen, aber im Herzen ist sie auch eine Maevanerin - denn aus diesem stolzen, kriegerischen Land stammt ihr Vater, dessen Namen ihr Großvater vor ihr geheim hält.

    Im Haus Magnalia soll sie zur Berufenen einer der fünf Gaben - Musik, Kunst, Schauspiel, Esprit oder Wissen - ausgebildet werden. Zur Sommersonnenwende nach sieben Jahren muss sie dann einen Gönner für sich gewinnen. Doch die Dinge verlaufen etwas anders als erwartet, und bald schon sieht Brienna sich in einem Konflikt zwischen Herkunft und Gefühlen, der sie zu einer schweren Entscheidung zwingen wird ...


    Was mich neugierig gemacht hat:


    Das Buch hatte ich seit der Vorankündigung auf der Leipziger Buchmesse 2017 auf dem Schirm. Das Konzept mit den Gaben und der Suche der Mädchen nach passenden Gönnern klang neu und spannend und hat den Ausschlag dazu gegeben, dass ich Briennas Welt gern kennenlernen wollte.


    Wie es mir gefallen hat:


    Wenn man es in Händen hielt, fällt sofort ins Auge, wie auffällig und besonders das Buch gestaltet ist. Die Ranken auf dem Umschlag schillern im Licht in allen Farben des Regenbogens und auch der Einband des Buches ist mit dem Schimmereffekt bei Lichteinfall und der Prägung besonders schön.

    Ich würde dazu raten, den Klappentext des Verlags nicht genauer zu lesen, da hier einige falsche Informationen enthalten sind und die Richtung der Geschichte dennoch schon zu sehr vorweggenommen wird.


    Das Setting des Buches ist an das Frankreich der Renaissance angelehnt und entfaltet sich zu einer Welt, die eine geheimnisvolle, irgendwie dunkle Atmosphäre vermittelt und bis auf einzelne Details - zum Beispiel wurden die Wochentage, wie wir sie kennen, einfach übernommen, was nicht zum Rest passt - gut durchdacht.


    Besonders gefallen hat mir der erste Teil, der sich um Briennas Zeit in Magnalia dreht. Auch wenn die Spannungskurve zunächst eher ruhig verläuft, sind die Bedeutung der Gaben, die Ausbildung darin und der Zusammenhalt der Mädchen schön eingefangen. Leider spielen die meisten von ihnen im weiteren Verlauf dann keine Rolle mehr.

    Die eher strategischen und kriegerischen Entwicklungen der Handlung sowie die Familiengeschichte Briennas waren in meinen Augen nicht ganz so stark umgesetzt und haben die sehr interessante Gabenthematik in den Hintergrund gedrängt. So wurde die eigentliche Grundidee zugunsten relativ typischer Fantasy-Themen nicht so weit ausgeschöpft wie erhofft.


    Ich persönlich mag es, den Charakteren und ihren Gedanken und Gefühlen beim Lesen nah zu sein. Darauf liegt hier jedoch nicht der Fokus. Auch wenn Brienna aus der Ich-Perspektive erzählt, bleibt sie für den Leser eher fern, genau wie auch die Nebencharaktere.

    Somit hat auch die Liebesgeschichte, die sich insgesamt eher am Rand abspielt, eher eine abrundende Funktion und setzt nicht auf große Emotionen.

    Getragen wird die Geschichte hauptsächlich vom Schicksal des Landes Maevana und Briennas Rolle darin.


    Durch ein bestimmtes Element in der Geschichte nähert Brienna sich Stück für Stück der Wahrheit und dem Schlüssel zur Lösung eines alten Konflikts. Dieser Strang sorgt immer wieder für Neugier und hätte gern noch etwas mehr Raum einnehmen können.


    Taktisch etwas ungeschickt sind die Stammbäume zu Beginn des Buches. Da mich die vielen Namen vor dem Lesen ohnehin überfordert hätten, habe ich sie nur überflogen - zum Glück, denn eine wichtige Auflösung erfährt man sonst indirekt schon vor dem Prolog.


    Ein Pluspunkt muss an das Ende vergeben werden, das trotz der Fortsetzungen erst mal einen Schlussstrich unter die Geschichte setzt und eine Ahnung gibt, wie Briennas Leben weiter verlaufen könnte. Es bleibt spannend, ob die Folgebände möglicherweise von anderen Charakteren / der nächsten Generation bestimmt werden und welche Abenteuer sich entspinnen werden.


    (Für wen) Lohnt es sich?


    Rebecca Ross bietet mit „Die fünf Gaben" stimmungsvolle Fantasy, die durchaus All-Age-Potenzial hat und für ein unterhaltsames Leseerlebnis sorgt.

    Es liegt jedoch weder ein Augenmerk auf der detaillierten Erschaffung eines High-Fantasy-Settings noch auf einer Liebesgeschichte - wer danach sucht, sollte hier lieber passen.


    In einem Satz:


    „Die fünf Gaben" ist ein schöner, in sich geschlossener erster Band der Trilogie, der in eine altertümlich anmutende Welt entführt, in der die Magie nur darauf wartet zu erwachen.


    4ratten

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    Worum geht's?


    Für ihren großen Traum von einem Studium in Oxford tut Ruby alles. So ist sie als Stipendiatin am renommierten Maxton Hall College gelandet und gibt dort ihr Bestes, um ihrem Ziel näherzukommen und dabei für ihre reichen, verwöhnten Mitschüler möglichst unsichtbar zu bleiben. Doch dann platzt ausgerechnet James Beaufort in ihr Leben, der Star der Schule mit dem zweifelhaften Ruf. Kann es gutgehen, wenn zwei Menschen aufeinanderprallen, deren Welten einfach nicht zusammenpassen wollen und die doch füreinander bestimmt zu sein scheinen?

    Was mich neugierig gemacht hat:


    Vor diesem Buch habe ich noch keines der Bücher von Mona Kasten gelesen und den Hype darum eher aus der Ferne beobachtet. „Save me" hat jedoch vordergründig wegen des High Society-Themas meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen und mich neugierig darauf gemacht, wie die Protagonistin sich zwischen den Reichen und Schönen schlagen würde.

    Wie es mir gefallen hat:


    Der Start von Mona Kastens neuer Buchreihe hat alles, was ein solider Unterhaltungsroman mitbringen sollte: eigenständige Figuren, die richtige Portion Witz, eine Liebe, die am Beginn eines nicht zu unterschätzenden Hindernislaufes steht, und viel tragisches Drama.
    Die Hintergründe, insbesondere also das College-Leben sowie die Bewerbungsverfahren für Oxford, sind gut recherchiert und glaubhaft in die Handlung eingebunden.

    Die Geschichte wird abwechselnd aus den Ich-Perspektiven der beiden Protagonisten Ruby und James erzählt, wobei Ruby tendenziell den größeren Anteil bestreitet.
    Beide Charaktere sind facettenreich entwickelt und entführen die Leser in ihre jeweilige Lebenssituation. Zwischen ihnen gibt es viele Gelegenheiten für humorvolle Schlagabtäusche und knisternde Reibungen.
    Besonders überzeugt hat mich, dass Ruby weder als das unerfahrene graue Mäuschen noch als Partybraut dargestellt wird. Mona Kasten hat sehr viel Liebe in die Szenen mit ihr und ihrer Familie gesteckt und Ruby zu einer jungen Frau gemacht, die ehrgeizig an ihre Ziele herangeht, der andere sehr am Herzen liegen und die auch ohne eine Liste von Ex-Freunden - oder gerade deswegen - eine bewundernswerte und charakterstarke Person ist.


    Der Grundkonflikt des Buches mit den Schichtunterschieden zwischen Ruby und James ist natürlich nicht neu. Daraus entspinnt sich das ebenfalls altbekannte Hin und Her von „Zusammen können wir alles schaffen" und „Es gibt keine Zukunft für uns". In diesem Band hat dies jedoch nicht überhand genommen, was hoffentlich auch für die Folgebände gelten wird.

    Überrascht hat mich, dass das Buch inhaltlich glatt als Jugendbuch eingeordnet werden könnte (vielleicht mit Ausnahme einer explizit erotischen Szene, wobei Young Adult in den letzten Jahren da ja auch durchaus expliziter geworden ist). Ruby ist 17 und wird 18, es geht um Schulalltag und erste Liebe.


    Dafür, dass es sich bei diesem Buch um den aktuellen Spitzentitel des Verlagsmarketings handelt, sind, besonders in der ersten Hälfte, auffällig viele Fehler übersehen worden. Hier hätte ich mit etwas mehr Sorgfalt gerechnet - das aber nur als Randbemerkung, die nicht in meine Bewertung mit einfließt.

    Insgesamt wurden meine Erwartungen erfüllt, aber nicht übertroffen. Man bekommt, was man kennt, jedoch in einer gekonnten Verpackung und Umsetzung.


    Ich bin gespannt, wie sich die Geschichte in Band 2 und 3 weiterentwickeln wird und ob die klassische Cinderella-Konstellation genug Stoff für die gesamte Trilogie hergeben wird.


    Persönlich hätte ich es nicht schlecht gefunden, wenn jeder Band andere Charaktere besonders in den Blick nimmt, aber im Mittelpunkt werden weiterhin Ruby und James stehen. Dennoch wird es sicher auch ein Wiedersehen mit anderen bekannten Gesichtern wie Rubys Schwester Ember, ihrer Freundin Lin, James' Jungs und seinem Zwilling Lydia geben, worauf ich mich schon freue.

    (Für wen) Lohnt es sich?

    Wer nach Unterhaltung und jeder Menge romantischem Drama sucht, wird mit „Save me" keinen Fehlgriff machen.


    Da die Protagonistin zu Beginn des Buches 17 Jahre alt ist und sich die Haupthandlung im College-Umfeld abspielt, könnte das Buch auch als Teenie-Romanze durchgehen und ist somit auch als Jugendbuch (ab 15/16 Jahren) geeignet.

    In einem Satz:

    Der Auftakt der Maxton Hall-Reihe punktet vor allem durch die liebevolle Gestaltung der Charaktere, bleibt von der Storyline aus betrachtet aber in altbekannten Mustern verhaftet.

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    Worum geht's?


    Harper ist Kellnerin, Scheinstudentin, stolze Katzenbesitzerin und selbstbewusster Single, auch wenn sie ab und an gern mit dem einen oder anderen netten oder nett anzusehenden - oder bestenfalls beide Merkmale vereinenden - Typen nach Hause geht.
    Was Harper wirklich will, ist tanzen; nur lässt die Chance auf einen Durchbruch leider auf sich warten. Ihre letzte Bewerbung wurde abgelehnt, und ihre Tanzlehrerin glaubt, sie nehme das alles nicht ernst genug. Dann muss sie sich auch noch von ihrem neuen Agenten sagen lassen, sie bringe beim Tanzen keine Gefühle zum Ausdruck. Wie soll Harper ihm das Gegenteil beweisen, wenn er damit doch ins Schwarze getroffen hat?


    Was mich neugierig gemacht hat:


    Von Kira Minttu hatte ich bereits „Keep on Dreaming" gelesen und war gespannt, was mich nun in ihrem ersten New Adult Roman erwarten würde. Obwohl ich selbst mit Tanzen nicht viel am Hut habe, mag ich Charaktere, die für etwas brennen und dabei gleichzeitig sehr willensstark aber auch verletzlich sind. Bei Harper schien das absolut der Fall zu sein.

    Wie es mir gefallen hat:


    Der leichte, humorvolle Stil hat mich schnell in Harpers Welt hineingezogen. Sie ist eine junge Frau, die es einem im wahren Leben wahrscheinlich schwer machen würde, sie zu mögen und richtig kennenzulernen. Somit ist der Leser in der privilegierten Position, oft als Einziger Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle zu erhalten. Dadurch wird sie nahbar und provoziert die unterschiedlichsten Reaktionen: Manchmal bewundert man sie, manchmal leidet man mit ihr, dann wieder möchte man ihr am liebsten den Kopf abreißen, weil sie so sehr um sich selbst kreist, um sie schließlich einfach in den Arm zu nehmen.
    Obwohl sie sich an manchen Stellen einen Tick zu egoistisch verhält und wenig über die Empfindungen der Menschen in ihrem Umfeld reflektiert, ist sie insgesamt ein vielschichtiger und liebenswerter Charakter.


    Im Verlauf des Buches passiert viel, wobei die ganze Bandbreite des Lebens umfasst wird: kleine Siegen und Niederlagen, die Aufs und Abs von Freundschaft, Glücksmomente und Durststrecken, Liebe und Verlust. Zwischen Problemen mit Harpers Mutter, teils wirklich kuriosen Tanzengagements, dem chaotischen Liebesleben ihrer besten Freundin Andra, dem Leben mit einer wundervollen Katzendame und Harpers Angst vor echter Nähe, die sie in belanglose Affären treibt, bis Harper von der Liebe eingeholt zu werden droht, fliegen die Seiten nur so dahin.
    Zwischen Harper und Andra ist zudem etwas vorgefallen, dass erst nach und nach durch kleine Flashbacks enthüllt wird - eine gute Idee, wobei die Auflösung allerdings recht vorhersehbar ist.


    Besonders gut gefallen haben mir die Nebenstränge der Geschichte, die Raum für Fortsetzungen mit bereits bekannten Figuren lassen. Da ist Andra, die so anders ist als Harper, sodass die Freundinnen sich manchmal gegenseitig in den Wahnsinn treiben - und doch zusammenhalten, wenn es darauf ankommt. Ob sie eines Tages das Glück findet, von dem sie träumt?
    Da sind Harpers Kollegen im „Freefall", der Kneipe, in der sie jobbt, darunter Sandro, der auf sie steht. Außerdem gibt es da noch den charmanten und nicht gerade armen Bennett und den einfühlsamen aber Abstand haltenden Luke. Ob es einem von ihnen gelingen könnte, Harpers Mauern zu überwinden und ihr Herz zu erobern?


    (Für wen) Lohnt es sich?


    Dieses Buch lohnt sich sehr, wenn man
    - realistische Liebesgeschichten mag, die gern mit Klischees brechen und in den dunkelsten Momenten nicht mit romantischen Zufällen zur Rettung eilen.
    - bereit ist, einem Buchcharakter auch dann Gehör zu schenken, wenn er - oder in diesem Fall sie - es einem nicht immer leicht macht.
    Auch wer sonst eher vor New Adult zurückschreckt, sollte „Tanz, meine Seele"eine Chance geben, wenn die beiden oben genannten Punkte zutreffen, da hier alles andere als eine lieblose, aufs Körperliche reduzierte Geschichte geboten wird.

    In einem Satz:


    „Tanz, meine Seele" ist ein Roman über die Liebe - zu Katzen, zu Menschen, zu dem, was man gern tut, und zu sich selbst - mit einer Protagonistin, die viel stärker ist, als sie ahnt.

    Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar und eine schöne Leserunde an die Autorin!

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    Worum geht's?


    Die sechzehnjährige Alina hätte sich nie träumen lassen, irgendwann auf einem Internat zu landen, ganz besonders nicht einem wie Hoge Zand auf der Ostseeinsel Griffiun. Auch, wenn sie hier nur einige Monate verbringen soll, vermisst sie ihren Freund und ihre beste Freundin schrecklich und tut sich mit ihren neuen Mitschülern zuerst schwer.
    Doch so verschlafen die kleine Insel auf den ersten Eindruck auch erscheinen mag: Hier gehen seltsame Dinge vor sich. Das für Schüler strikt verbotene Naturschutzgebiet, ein dunkles Schiff mit einer Kugel am Mast und ein verwirrendes Mädchen, das in der Wildnis campt, sind nur einige Bestandteile eines Geheimnisses, das Alina verändern wird ...

    Was mich neugierig gemacht hat:


    Vor einigen Jahren habe ich „Vakuum" und etwas später „Schattengesicht" lesen dürfen und war besonders von ersterem bzw. insgesamt vom Schreibstil und den Ideen von Antje Wagner sehr begeistert. Umso mehr habe ich mich gefreut, als sie nun in Zusammenarbeit mit einer Autorenkollegin unter einem Pseudonym ein neues Buch veröffentlicht hat, und war nur zu gern bereit, mich in das Mysterium von Griffiun einweihen zu lassen.


    Wie es mir gefallen hat:


    Schon von außen sehr auffällig und edel gestaltet, wartet hier zwischen goldenen Vorsatzblättern ein ganz schön dicker Wälzer auf den Leser.
    Während ich am Anfang noch nach Hinweisen gesucht habe, wo wohl welche der beiden Autorinnen am Werk war, musste ich das sehr schnell aufgeben, zum einen, weil es unmöglich herauszufinden ist (zumindest für mich), zum anderen, weil Alina mich schnell in ihre Welt hineingezogen hat, dass ich gar nicht mehr darauf achten konnte. Denn zu meiner Überraschung gibt es nur sie als Ich-Erzählerin - als ich erfahren habe, dass sich hinter Ella Blix zwei Autorinnen verbergen, hatte ich irgendwie automatisch mit zwei Perspektiven gerechnet. Sehr spannend!


    Hoge Zand zeigt, dass das Setting Internat nach wie vor extrem gut funktioniert. Hier merkt man, dass die Autorinnen ausgiebig recherchiert und an den Details gefeilt haben. Man hat das Gefühl, selbst vor Ort zu sein, und die Stimmung passt sehr gut zur Handlung des Buches.


    Das Einzige, was ich ein klein wenig zu bemängeln habe, ist der Spannungsverlauf. Erst nach einem guten Drittel hatte ich das Gefühl, dass die Einfühlphase vorbei war und die Rätsel ihren Lauf genommen haben. Es war häufig so, dass Hinweise gegeben wurden und ich schnell eine Ahnung hatte - und wenn keine konkrete, dann zumindest das Gefühl, wo ein Detail noch eine Bedeutung haben könnte -, Alina dagegen aber noch länger brauchte, um aufzumerken, oder recht unkritisch war. Aber zu ihrer Rechtfertigung: In der Realität wäre mir an ihrer Stelle sicher auch das eine oder andere entgangen.
    Manchmal werden Dinge nur für den Leser gesagt - entweder direkt und dann beschwert sich eine Figur, dass sie das doch schon wusste (das aber nur an ein, zwei Stellen), oder durch Alinas Tagebücher. Das finde ich nicht weiter schlimm, mag es persönlich aber lieber, wenn die Hauptfigur dem Leser kein Wissen vorenthält und es dann erst häppchenweise preisgibt.


    Mein Lieblingsaspekt am Buch sind die Lonelies, Alinas neue Clique, und wie sie immer mehr zusammenwachsen und eine geniale Gruppe abgeben. Die Charaktere sind ohnehin alle sehr liebevoll und vielschichtig gestaltet. Zum Beispiel Lukas und Pinar aus Alinas Heimatstadt Berlin sowie Alinas Vater haben es mir angetan, auch wenn sie nur wenige persönliche Auftritte haben.
    Ein dickes Plus für die Figuren!


    Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich habe gern mitgerätselt.
    Ich hätte noch etwas mehr Spiel mit der Wirklichkeit und Schauerfeeling erwartet, finde aber, dass die Auflösung auch so eine runde, wenn auch nicht durch und durch neue Sache ist.


    (Für wen) Lohnt es sich?


    Das Buch lohnt sich für alle, die gern abenteuerliche, rätselhafte Jugendromane mögen, in denen das Thema Freundschaft groß geschrieben wird. Meine Altersempfehlung ist 13-17 Jahre, und junggebliebene Jugendbuchfans wie ich (immerhin schon 24) sind damit auf jeden Fall auch gut beraten.


    In einem Satz:


    „Der Schein" ist ein sehr gut geschriebenes, einfühlsames Jugendbuch über die Liebe in ihrer ganzen Vielfalt und über Dinge, die anders scheinen, als die Wirklichkeit es zulassen würde, und damit das Schicksal einer ganzen Familie verändern.


    Herzlichen Dank an die Autorinnen und den Arena Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

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    Worum geht's?


    Die mexikanische Illustratorin Idalia Candelas geht dem Glück des Alleinlebens auf den Grund. Mit Zeichnungen und Gedanken zeigt sie, warum es schön ist, eine Wohnung für sich zu haben und Zeit allein zu verbringen. Das Klischee von Einsamkeit und Abschottung wird hier mit viel Lebensfreude und Glücksgefühl außer Kraft gesetzt. Ein Buch für glückliche Single-Frauen und auch diejenigen, die vielleicht noch auf der Suche nach diesem Glück sind.


    Was mich neugierig gemacht hat:


    Das Buch ist mir bei der Ankündigung des Verlags auf Facebook aufgefallen und die schönen Illustrationen haben mich sofort magisch angezogen. Auch das Thema hat mich wirklich gereizt, da ich trotz zwei sehr verschiedener WG-Erfahrungen mittlerweile allein wohne und dieses Lebensgefühl sehr zu schätzen gelernt habe. Ich glaube, es ist vielleicht nicht für jeden Typ Mensch das Richtige, aber in den meisten Fällen halte ich es für eine sehr wichtige Erfahrung, zumindest eine Zeit lang allein gelebt und sich dabei selbst besser kennengelernt zu haben. Viele stürzen sich aus Angst vor ebendiesem Alleinsein in WGs oder ein Zusammenleben mit dem Partner und es geht schief, weil die Erwartungen nicht mit der Wirklichkeit übereingestimmt haben.


    Wie es mir gefallen hat:


    „Ganz für mich" ist ein sehr liebevoll gestaltetes Buch: Der Umschlag bestitzt eine Goldschriftveredelung, die Innenklappen sind in einem geschmackvollen Zusammenwirken von Schwarz und Gold ebenfalls ein Hingucker, und die Illustrationen tun ihr Übriges.
    Den Untertitel hätte es gar nicht gebraucht, da es im Buch eigentlich weniger um eine Aufzählung von Gründen geht, die man hierdurch vielleicht erwarten würde.


    Das Titelbild, das sich auch im Innenteil wiederfindet, hat mir gleich sehr gut gefallen, und das trifft auch auf die anderen Illustrationen zu. Besonders gelungen sind die Figurendarstellungen. Idalia Candelas zeigt alleinlebende Frauen in Alltagssituationen, in erster Linie zu Hause, teils auch in öffentlichen Räumen wie beispielsweise im Zug oder in einem Restaurant.


    Das Buch ist in drei Abschnitte unterteilt:
    Der erste greift den Buchtitel „Ganz für mich" auf und ist mein persönlicher Lieblingsteil. Hier finden sich ausschließlich Motive von Frauen in ihren Wohnungen, banale Situationen werden in einer wundervollen, verträumten und doch realitätsnahen Weise in Szene gesetzt.


    Der zweite Abschnitt mit der Überschrift „Leere Räume" will nicht so recht zum restlichen Konzept des Buches passen und trägt eine nahezu melancholische Stimmung mit sich. Die Autorin erzählt hier von persönlichen Erinnerungen, von ihren Freunden, aber auch von einer verflossenen (?) Liebe, die sie direkt anspricht. Die Bilder sind weniger lebhaft als im Teil zuvor, da hier nur Zimmer mit Schuhen und anderen, teils zerbrochenen Gegenständen gezeigt werden. Am Ende gibt es eine Seite, um eine eigene Geschichte niederzuschreiben. Ich finde, dass dieser Bereich des Buches die Zielgruppe leider ein wenig einschränkt, da die Entscheidung für das Alleinleben ja nicht zwingend mit einer gescheiterten Liebe in Verbindung stehen muss und auch Frauen, die in einer Beziehung sind, allein wohnen können.


    Der dritte Abschnitt heißt „Nur die, die allein sind" und beschäftigt sich inhaltlich und motivisch damit, warum es (noch) so ungewohnt ist, wenn Frauen allein ausgehen, im Restaurant sitzen oder reisen. Idalia Candelas teilt ihre Lieblingsfilme mit den Leserinnen und ermutigt dazu, auch mal allein auf Erkundungstour zu gehen. Hier werden die Illustrationen wieder fröhlicher.
    In diesem Teil gefallen mir auch die Texte am besten, die mich davon abgesehen nicht ganz überzeugen konnten. Sprachlich beziehungsweise kulturell bedingt lässt die Übertragung ins Deutsche die Worte der Autorin teils pathetisch wirken, wie Plattitüden aus einem Selbsfindungsratgeber. Die Bilder sprechen ihre eigene Sprache und hätten die Unterstützung durch die festgehaltenen Gedanken teils gar nicht nötig gehabt.


    Ein schönes Extra ist die Playlist, deren Musiktitel sich auch unter den einzelnen Illustrationen wiederfinden, sodass man dem Lese- und Betrachtungserlebniss auch noch eine musikalische Ebene hinzufügen kann. Auch wenn die Musik nicht meinen persönlichen Geschmack trifft und viele der Lieder spanische Lyrics haben, ergibt alles ein stimmiges Zusammenspiel und ich habe bei einigen Seiten verweilt und den Gesamteindruck auf mich wirken lassen.


    (Für wen) Lohnt es sich?


    Das Buch eignet sich für Frauen, die allein leben oder schon einmal allein gelebt haben und vielleicht manchmal Angst haben, als einsam wahrgenommen zu werden oder sich so zu fühlen.
    Wem das Titelbild gefällt, den werden auch die weiteren Illustrationen ansprechen. Die Bilder stehen gegenüber den manchmal nicht ganz so starken Texten im Zentrum des Buches.


    In einem Satz:

    „Ganz für mich" ist ein wirklich schön gestaltetes (Geschenk-)Buch für alleinlebende Frauen, das mit sehr gelungenen Bildern und etwas schwächeren Texten vor allem die wunderbaren Seiten des Lebens in der eigenen Wohnung oder von Unternehmungen ohne Begleitung in den Blick nimmt.

    Worum geht's?

    Zitat


    „Schlucke, Tochter, die Worte, die dir auf den Lippen liegen. Halte sie bei dir, auch wenn sie noch so viel wiegen. Verschließ sie tief in deiner Seele, verbirg sie, bis sie an Größe gewinnen. Verschließ deinen Mund der Macht, verfluche nicht, heile nicht, bis die rechte Zeit gekommen ist." (S. 16)


    Seit dem Tag, an dem ihre Mutter durch die Hand des grausamen Königs Zoltevs starb, hat Lark kein Wort mehr gesprochen. Nur ihre Stummheit kann die mächtige Gabe verbergen, die in ihr schlummert: Sie kann Tiere und Dinge mit ihren Worten beeinflussen und sie ihrem Willen beugen.
    Als König Tiras, der nach dem Tod seines Vaters den Thron bestiegen hat, sie in seine Burg verschleppt, steht für Lark alles auf dem Spiel, nicht zuletzt ihr Herz. Doch für Tiras scheint sie lediglich eine Waffe zu sein – gegen die grausamen Volgar, halb Männer, halb Vögel, und seine zahlreichen anderen Feinde. Noch ahnt Lark nicht, dass ihr Schicksal schon lange eng mit dem des Königs verbunden ist …


    Was mich neugierig gemacht hat:


    Ich hatte schon viel Gutes von Amy Harmon gehört und wollte meinen ersten Versuch mit der Autorin gern mit diesem Buch, ihrem Debüt im Genre der Romantasy, starten. Cover, Titel und das, was der Klappentext verrät, haben mich neugierig gemacht auf eine romantische und fesselnde Geschichte in einem fantasievollen Königreich.


    Wie es mir gefallen hat:


    Zu Beginn bin ich beim Lesen dieses Buches zugegebenermaßen ein bisschen ratlos gewesen. Nach dem Prolog kam die Handlung eher langsam in Fahrt und lange Zeit war nicht klar erkennbar, worauf die Geschichte hinauslaufen würde. Ich konnte auch nicht gleich einen Zugang zu Lark finden und war von ihrem treuen Freund, dem Troll Boojohni, sogar ein kleines bisschen genervt, was sich aber später noch gelegt hat.


    Die Welt, in die Amy Harmon ihre Figuren gesetzt hat, hat mir gut gefallen. Informationen werden eher stückweise eingestreut, wenn die Handlung es verlangt; ein ausgefeiltes Worldbuilding wie im Bereich der High Fantasy sollte man hier jedoch nicht erwarten.
    Nicht ganz glücklich finde ich die Bezeichnung „Jeru City“, da dies für mich im Deutschen einfach viel zu modern klingt, um zum Setting zu passen. Davon abgesehen: Hut ab vor der Übersetzerin – gerade die nicht seltenen gereimten Zeilen haben sicher sehr viel sprachliches Geschick erfordert und in den meisten Fällen ist die Übertragung dabei gut gelungen.


    Larks und Tiras Geschichte konnte mich im Laufe der Zeit immer mehr berühren und ich habe mitgehofft, dass die schier unüberwindbaren Hindernisse zwischen den beiden eben doch überwindbar sein mögen. Ob es ein Happyend geben würde oder nicht war lange nicht vorauszuahnen und die Autorin hatte auch noch einige Überraschungen in der Hinterhand, mit denen ich nicht gerechnet hatte.
    Auch Kjell, Tiras‘ Hauptmann und besten Freund, mochte ich gern und habe mich gefreut zu lesen, dass er im nächsten Band („Queen & Blood“, erscheint im Juli 2018) mehr im Fokus stehen wird.


    Bei Lark hat es mich immer wieder aufs Neue verwundert, dass sie, obwohl sie doch durch ihre Stummheit sehr in ihre Gedanken- und Gefühlswelt zurückgezogen sein müsste, ebendiese Gedanken und Gefühle kaum mit dem Leser teilt. Auch wenn sie in größter Gefahr oder sogar verletzt war, erschien sie mir oft mehr wie eine Beobachterin denn als unmittelbar Beteiligte. Hier hätte ich mir, auch in Bezug auf Tiras, noch mehr Einblicke gewünscht.


    Der Schreibstil ist sehr schön und es gibt viele fast poetisch beschriebene Szenen, die mich faszinieren und beeindrucken konnten. Die Fäden der Geschichte werden zu einem vollkommen runden Ende mit einem raffinierten Epilog gesponnen, sodass ich aufgrund des letzten Teils des Buches in meiner Bewertung von 4 auf 4,5 Sterne hochgehen möchte.


    (Für wen) Lohnt es sich?


    „Bird & Sword“ lohnt sich für alle, die gern romantische, märchenhafte Fantasy mögen, dagegen aber nicht so viel Wert auf eine detaillierte Hintergrundwelt und Nähe zu den Figuren legen. Obwohl die Geschichte insgesamt eher ruhig und unaufdringlich daherkommt, entwickelt sie einen ganz besonderen Zauber.


    In einem Satz:


    „Bird & Sword“ ist ein wunderschön konzipiertes Fantasymärchen mit dem Schwerpunkt auf der Liebesgeschichte, dem es stellenweise ein klein wenig an Spannung und Emotionen fehlt, das den Leser aber am Ende mit einem guten Gefühl zurücklässt.

    Meine Rezension habe ich gestern geschrieben und auch schon online gestellt, warte aber noch auf die letzten Freischaltungen, damit ich die Links gesammelt posten kann.
    Tut mir leid, dass ich recht knapp dran bin (hab mir in den Kalender geschrieben, morgen sind die vier Wochen rum) - durch den verzögerten Versand kam mir noch ein Buch dazwischen.

    Kaufen* bei

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    * Werbe/Affiliate-Links


    Ein schräges, scharfzüngiges Märchen unserer Zeit!


    Worum geht's?

    Willow holte tief und bebend Luft. „Alles begann vor ungefähr einem Monat. Krista. Jemand hat Krista etwas gegeben."
    „Was hat man Krista gegeben?"
    Wie sollte sie ihm das nur erklären?
    „Chaos. Schönheit. Die Wahrheit."
    (S. 483)


    Evie hat ihre Prinzipien und ihre Ambitionen, aber beides kommt bei ihrem Job als Korrektorin für ein niveauloses Klatschmagazin ziemlich kurz.
    Willow ist in die High Society hineingeboren, doch trotz aller guten Voraussetzungen finden ihre Fotografien kein großes Publikum und ihre Angst, es zu ernst werden zu lassen, schadet ihrer Beziehung zu ihrem Freund Mark.
    Krista ist klug, aber unglaublich unzuverlässig und flatterhaft. Wie soll sie es so schaffen, jemals ihre Schulden abzubezahlen?
    Als sich den Freundinnen die Möglichkeit bietet, durch einen mysteriösen Trank namens „Pretty" ein perfektes Äußeres zu bekommen, werden ihre Leben ganz schön durcheinandergewirbelt.
    Hat man es wirklich leichter, wenn man in den Augen der Welt wunderschön ist? Und kann man hinter einer perfekten Fassade noch man selbst sein?


    Was mich neugierig gemacht hat:


    Auf das Buch bin ich erst durch den Newsletter des Verlags aufmerksam geworden und es hat spontan sofort mein Interesse geweckt. Erwartungen, die die (Medien-)Gesellschaft heute an junge Frauen stellt zu hinterfragen, finde ich wichtig und war gespannt, wie Georgia Clark das in ihrem Roman tut.
    Rein vom ersten Eindruck ohne Inhaltstext her hätte ich wahrscheinlich nicht unbedingt zugegriffen. Das Motiv ist nicht schlecht, aber mir gefällt dieser Rosaton, der das Cover dominiert, nicht wirklich (im Gegensatz zur Abbildung in den Onlineshops wirkt er in live eher schweinchenfarben) und der weiße Rahmen wirkt ein bisschen wie ein vergessener Beschnittrand. Außerdem ist, vermutlich aufgrund des großen Seitenumfangs, sehr dünnes Papier gewählt worden. Eine etwas höherwertige Ausstattung hätte ich für das Buch passender gefunden.


    Wie es mir gefallen hat:


    Die Beschreibung als verrücktes, feministisch angehauchtes modernes Märchen trifft „Pretty" wirklich gut. Als solches funktioniert es im Gesamtbild definitiv, auch wenn es vielleicht hier und da noch etwas hätte geschliffen werden können.


    Die Perspektive wechselt personal zwischen den drei Protagonistinnen, wobei Evie jedoch den größten Raum bekommt. Diese Aufteilung hat mir insgesamt gefallen; gerade Willow hätte aber noch etwas stärker mit in den Fokus genommen werden dürfen, da sie in meinen Augen die stärksten und interessantesten Konflikte mitbringt. Während ich zu Evie ein zwiespältiges Verhältnis entwickelt habe, hat sie mich am neugierigsten gemacht und mit den meisten Fragen zurückgelassen. Krista dagegen nimmt die Rolle der Figur ein, die für Lacher sorgen soll - teils gelingt das auch, doch besonders bei ihr gleitet es passagenweise nah an den Rand zum Nervigen und ist mitunter übertrieben vulgär.
    Die Entwicklung der drei jungen Frauen ist in jedem Fall sehr gekonnt umgesetzt: Alle drei sammeln durch das „Pretty" Erfahrungen, die jeweils zu einer Lektion fürs Leben werden.
    Das Grundthema wird überzeugend entfaltet. Mit einer mutigen Portion Kritik und Bissigkeit wird das Buch zu einem Plädoyer gegen jeden Schönheitswahn und ruft dazu auf, sich niemals auf das reduzieren zu lassen, was Fremde an einem beim ersten Eindruck wahrnehmen könnten oder sich selbst in dem zu verlieren, was die Welt gerade für angesagt hält.


    Ich habe bemerkt, dass ich nicht das Bedürfnis hatte, ständig zum Buch zu greifen, aber wenn ich es einmal zur Hand genommen hatte, faszinierte mich der Grundkonflikt doch immer wieder so sehr, dass ich mehrere Kapitel am Stück lesen musste. Zu beobachten, wie die drei Protagonistinnen mit den Veränderungen umgehen, ist faszinierend.
    Bei über 500 Seiten plätschert die Handlung dennoch bisweilen scheinbar ein wenig ziellos dahin.
    Obwohl das große Ganze unterhaltsam ist, hätte es der Geschichte sicher nicht geschadet, an den richtigen Stellen noch etwas gekürzt oder geradliniger gemacht zu werden.
    Leider bleibt auch das Geheimnis um den Trank selbst ein wenig nebulös - der Handlungsstrang um dessen Herkunft wird nicht ganz klar zuende geführt.


    (Für wen) Lohnt es sich?


    Das Buch eignet sich für junge Erwachsene ab 16 Jahren, die dem Thema, was Schönheit eigentlich bedeutet, mal anders verpackt, mit Humor, aber auch dem nötigen Ernst, begegnen wollen.


    In einem Satz:


    „Pretty" ist schräg, unterhaltsam, scharfzüngig, gesellschaftskritisch und hat eine spannende Herangehensweise an den Umgang mit Schönheitsidealen und Selbstverwirklichung, hätte aber handlungstechnisch hier und da ein wenig gestrafft werden können und ist teils unnötig obszön.


    Mein Dank für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar geht an den Verlag!

    Ich möchte mich auch sehr gern bewerben. Die bisherigen Bücher von Amy Harmon waren vom Genre her nicht so mein Fall, aber von der Autorin habe ich viel Gutes gehört, und jetzt, wo erstmals etwas Fantastisches aus ihrer Feder auf den Markt kommt, bin ich sehr neugierig :)


    Meine Rezension würde neben dem Forum & der Hauptseite erscheinen auf: Amazon, Lovelybooks, in der Lesejury, auf Wasliestdu?, bei Hugendubel, Thalia, Goodreads und auf unserem Blog.

    Immer, wenn ich die vielen begeisterten Stimmen zum Buch lese, frage ich mich, ob ich irgendwas falsch gemacht habe :D Irgendwie hat Jennifer Estep mich damit nicht so richtig packen können ...


    Worum geht's?


    Lila Merriweather ist 17 Jahre alt und schon seit einer ganzen Weile auf sich allein gestellt. Doch mit ihren außergewöhnlichen magischen Fähigkeiten, der Unterstützung des Touristenladenbesitzers Mo und Auftragsdiebstählen hat sie sich bisher durchschlagen können.
    Eines Tages gerät Lila in einen Angriff auf Devon, den Sohn einer der mächtigsten Familienclans von Cloudburst Falls und rettet die Situation, woraufhin sie seine Leibwächterin werden soll. Doch in der Welt der Reichen zu bestehen, ist nicht leicht für ein Mädchen wie Lila, und ihr Leben für Devon zu riskieren, ist das Letzte, was sie will - denn sie ist ihm schon früher begegnet und es ging nicht gut aus ...


    Was mich neugierig gemacht hat:


    Bisher hatten Jennifer Esteps Bücher mich noch nicht genügend reizen können, um zuzuschlagen, aber als dieser neue Auftakt erschien, wollte ich endlich mein Glück mit der Autorin versuchen.
    Die Kombination aus Fantasy, mafiaartigen Verschwörungen und Liebesgeschichte klang super, und auch dass es sich um einen All-Age-Roman handeln soll, hat mich angesprochen, da ich die Hoffnung hatte, dass es dann auf jeden Fall nicht teenieklischeemäßig werden würde.
    Gekauft und signiert wurde es dann auf der FBM 2015 :)


    Wie es mir gefallen hat:


    Ich glaube, dass meine Eindrücke zu diesem Buch vor allem vor dem Hintergrund gelesen werden müssen, dass ich wirklich sehr hohe Erwartungen hatte. Der "Black Blade"-Auftakt hat unzählige gute Rezensionen gesammelt und wurde so hoch gelobt, dass er fast schon dazu verurteilt war, mich ein wenig zu enttäuschen.


    Aber fangen wir mit den positiven Aspekten an: Die Grundidee und -stimmung, die im Klappentext anklingen, gefallen mir wirklich gut - die Gesellschaftsstruktur mit den Familien und die entsprechenden mafiösen Verstrickungen bieten viel Raum für Spannung und Konflikte. Von mir aus hätte es daneben die Monster gar nicht gebraucht.


    Gut fand ich, dass die Liebesgeschichte nicht zu aufdringlich im Vordergrund steht, sondern sich passend in die Geschehnisse einfügt. Um die Klischeekiste ist die Autorin hier leider allerdings dennoch nicht ganz herumgekommen (was soll das immer mit diesen Typen, die so himmlisch nach Wald oder Holz oder sonst irgendwas duften?).

    Eine Stärke des Buches liegt auch in seinen Nebencharakteren. Beispielsweise Mo, Felix und Dea habe ich sehr gemocht.


    Mit einer der größten Pluspunkte ist für mich, dass dieser Band der Reihe einigermaßen in sich abgeschlossen ist. Es gibt eine Auflösung und man kann das Buch ohne fiesen Cliffhanger verlassen; die Bedrohung ist aber noch nicht vorbei und kann in den nächsten Teilen dann in neuen Konflikten entrollt werden.


    In drei Aspekten muss ich allerdings Kritik üben:
    Das ist in allererster Linie Lila als Protagonistin. Ich kann ehrlich gesagt nicht verstehen, warum sie bei den meisten Lesern so beliebt ist. Sie ist egoistisch, biestig, manchmal geradezu kindisch und tötet ohne Skrupel. In meinen Augen stellt sie deshalb für eine angebliche All-Age-Reihe keine vertretbare Hauptfigur dar. Ich habe sie nicht gehasst, aber mit ihr mitfiebern konnte ich nicht.


    Allgemein hätte das Buch spannender ausfallen können. Es gab Passagen, in denen alles nur vor sich hindümpelt, und über die Welt, die die Autorin erdacht hat, fehlte einiges an Information. Aus der Idee mit den Familienstrukturen hätte sie noch viel herausholen können.
    Zuletzt war auch die Vorhersehbarkeit ein Problem, denn zumindest ich wusste sehr früh, wer der Verräter war, der dann erst ganz am Ende endlich gestellt wird.


    (Für wen) Lohnt es sich?


    Ich persönlich würde das Buch eher für jugendliche Fantasyleser empfehlen (so zwischen 14-17). Es ist eine nette Geschichte, von der zumindest bei mir aber leider nicht viel hängen bleiben wird.

    In einem Satz:


    Der erste Band der „Black Blade“-Reihe bringt einiges an Potenzial mit, ist aber doch mehr Jugendbuch als All-Age und hätte in den Aspekten Hintergrundwelt und Figurentiefe noch mehr ausgearbeitet werden können.


    3ratten