Beiträge von Anne

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Moin ihr Lieben, für die letzte Frage hattet ihr ja jede Menge Zeit. Nun dürft ihr eine Woche lang schwärmen. Igela hat dafür eine, wie ich finde, wunderbare Frage gestiftet:


    Was für ein Gefühl befällt dich, wenn du eine Buchhandlung betrittst? Versuche, es so gut wie möglich zu beschreiben!


    Ich hoffe, euer letzter Besuch ist nicht allzu lange her und ihr könnt euch noch gut daran erinnern.

    Klaus Günzel: König der Romantik – Das Leben des Dichters Ludwig Tieck in Briefen, Selbstzeugnissen und Berichten

    „Tieck blieb die zerstückelte Leiche im Koffer der Literaturgeschichte“, stellte noch vor einigen Jahren ein namhafter französischer Tieck-Biograph fest. Für die hier vorgelegte dokumentarische Biographie zumindest trifft dieser Vorwurf nicht zu; Klaus Günzel, dessen E.T.A. Hoffmann-Buch große Anerkennung fand, ist im Gegenteil darum bemüht, die Persönlichkeit Tiecks umfassend und in ihrer lebendigen Beziehung zu den Zeitverhältnissen zwischen Aufklärung und Restauration zu erfassen. Nicht nur der Dichter Tieck, der Novellist, Romancier, Lyriker, Herausgeber, Übersetzer, Essayist – dessen Entwicklung als ein kontinuierlicher Werdegang aufgezeigt wird – steht im Blickpunkt, sondern auch der Mensch mit seinen liebenswerten, faszinierenden sowie mit seinen problematischen Seiten. Der von den Brüdern Schlegel auf den Schild erhobene „König der Romantik“, der die „mondbeglänzte Zaubernacht“ beschwor, begeisterte die Jüngeren noch viele Jahre danach, als er selbst über diese Phase seiner künstlerischen Entwicklung längst hinausgelangt war. Nicht minder groß aber war, wie wir von vielen Augenzeugen wissen, die Wirkung des schauspielerisch hochbegabten Vorlesers, zu dem man von weit her pilgerte.


    Klaus Günzel wendet sich mit diesem fesselnden Lebensbild an einen großen Kreis literarisch und kulturgeschichtlich interessierter Leser und bietet auch dem Fachmann manches Neue.


    Verlag der Nation Berlin 1981



    Wolf Spillner: Gänse überm Reiherberg

    „Was ist das schon, so’n Hund, gar nichts ist das. Der rennt dir bloß hinterher, weil er Kohldampf hat und Fleisch haben will. Gar nichts ist das!… Eine Wildgans ziehe ich mir auf, daß ihr’s wißt. Und die wird zahm und fliegen. Hinter mir her. Die kommt sogar wieder, im nächsten Jahr – verlaßt euch drauf! Und nicht weil sie Kohldampf hat.“

    Knuppe läßt diese Idee nicht los, eine Idee, für die er nur bei wenigen Verständnis findet. Er lebt in einem Dorf am See, und dieser See ist eine der selten gewordenen Brutplätze der Graugänse. Aber bis alle im Dorf das begriffen haben, gibt es Streit zwischen den LPG-Bauern und den Naturschützern, bei den Jägern und Anglern, Krach mit Freund Kalle und – tatsächlich – Ohrfeigen vom Vater.


    Der Kinderbuchverlag Berlin 1989

    Illustrationen: Volker Pfüller



    Hans Fallada: Jeder stirbt für sich allein

    „Jeder stirbt für sich allein“ war mein erstes Buch von Hans Fallada

    Generell lese ich über den Zweiten Weltkrieg nicht gerne Romane. Lieber Dokumentationen.


    Und ich bin wieder entsetzt, zu was Menschen bereit und fähig sind, sobald sie die Macht dazu erhalten. Wie kaltherzig und menschenverachtend sie sich benehmen.


    Und mit was für einer Angst die Menschen leben, die mit dem System nicht einverstanden sind. Wie auf viele von den Mitmenschen Druck ausgeübt wird, der „Partei“ beizutreten. Was mit ihnen geschieht, wenn sie austreten wollen.


    In den Dokumentationen, die ich bisher geschaut habe, kommen einem die Menschen nicht so nahe. Da geht es meist mehr um das große Ganze. Hier bei Fallada ist man ganz nah dran an den Menschen, an ihren Sorgen und Ängsten, an ihren üblen Taten.


    Erstmals erschien das Buch 1947 im Aufbau-Verlag. Fallada schrieb das Buch anhand der authentischen Geschichte des Ehepaars Otto und Elise Hampel. Sie hatten von 1940-42 in Berlin Postkarten gegen Hitler verteilt und wurden verraten. Allerdings wurde diese Ausgabe aus politischen Gründen stark gekürzt. Ich kann mir vorstellen, welche Kürzungen da stattfanden. Sicher viele derbe und rohe Sätze und auch das Verhalten der Jungkommunisten, mit denen Trudel Baumann eine Widerstandszelle gründen wollte.


    Fallada hat sehr gut die Angst beschrieben, die die Menschen, die sich gegen das System auflehnten, gefangen hielt. So beklemmend habe ich das noch nie gelesen. Und die Darstellung der Machthaber, ich hatte das Gefühl, beim Lesen immer kleiner zu werden.


    Das Buch ist aufgeteilt in drei Bücher. Gerade im ersten Buch, als es hauptsächlich um die kleinen Ganoven Enno Kluge und Emil Barkhausen ging, habe ich das Buch kurz für einen Krimi abgebrochen und auch danach musste ich öfter Pausen einlegen. So einige Seiten habe ich nur quer gelesen, um dann doch wieder zurückzublättern und genau nachzulesen. Mit welcher Selbstverständlichkeit diese beiden Typen auf Kosten anderer gelebt, sich bereichert haben. Obwohl der Barkhausen ja dann glücklicherweise zum Ende hin mehr Pech hatte und Enno Kluge ein unrühmliches Ende gefunden hat.


    Ich bin froh, dass das Buch, obwohl man es nicht erwarten kann, dann doch mit einem optimistischen Hauch endet.


    Aufbau-Verlag 1960

    So, ich werde dann diesen Monat nutzen, und nur Bücher über Bücher lesen. Das wird sicherlich ein Fest. Mit diesen drei Büchern starte ich denn mal:


    Sophie L. Gellar - Der kleine Buchladen zum Verlieben

    Rainer Moritz - Als wär das Leben so

    Susan Wiggs - Die Buchhandlung zum Glück


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    Dafür melde ich dieses an, mit dem ich zwar eigentlich noch etwas warten wollte - aber Anne zwingt mich ja geradezu :evil: :


    Ross King - Das Labyrinth der Welt

    Dabei ist das so ein schönes Buch, mit dem man es sich so richtig schön an kühlen Abenden gemütlich machen kann. Ich beneide Dich, dass Du es jetzt entdecken kannst.

    Vater, Sohn und viele Filme


    Jesse hat überhaupt keinen Bock mehr auf Schule. Papa Daniel macht ihm einen ungewöhnlichen Vorschlag. Er darf bei Kost und Logis die Schule abbrechen. Muss sich mit Papa aber drei Filme pro Woche anschauen (das hätte mir damals mal jemand vorschlagen sollen).

    Als Daniel es nach einiger Zeit Arbeitslosigkeit geschafft hat, einen lukrativen Auftrag zu angeln, fuhr er mit Jesse und dessen Mutter (seine geschiedene Frau) für einen kurzen Tripp nach Kuba. Den Job feiern. Das Aufwachen erfolgte, als sie wieder zurück waren. Der Auftrag hat sich in Luft aufgelöst, Daniel ist pleite.

    Doch erst mal geht der Filmclub weiter.


    "Manche Filme sind eine Enttäuschung, wenn man sie wiedersieht - man muss beim ersten Mal verliebt gewesen sein oder an gebrochenem Herzen gelitten haben, jedenfalls war man wegen irgendetwas besonders aufnahmefähig, aber jetzt, aus einer anderen Perspektive betrachtet, ist der Zauber verschwunden."


    Dieses Gefühl befürchtete ich auch, als ich mir nach über 20 Jahren die "Abenteuer des David Belfour" wieder angeschaut habe. Glücklicherweise blieb der Zauber erhalten. Er gefällt mir heute noch so gut wie damals.


    Nur selten haben Vater und Sohn dieselbe Meinung über einen Film oder eine Szene. David, der hier der Ich-Erzähler ist, bekommt mit, dass Jesse Probleme mit Mädchen hat. Eines, das er gerne als Freundin haben möchte, will ihn nicht mehr. Dann findet er eine andere, und plötzlich hat die erste wieder Interesse.


    Dass das Thema Filme in der Geschichte so einen großen Raum einnimmt, kommt nicht von ungefähr. David Gilmour ist nicht nur Schriftsteller und Fernsehjournalist, sondern auch Filmkritiker von Beruf.


    David Gilmour war ab 1980 vier Jahre lang Chefredakteur des Toronto International Film Festival. Von 1986 bis 1997 arbeitete er als Filmkritiker für den kanadischen Fernsehsender CBC Television.


    Es kommen wirklich viele Filme zur Sprache. Manche werden nur benannt, über andere wird ein bisschen erzählt. Wie bei "Internal Affairs - Trau ihm, er ist ein Cop" mit Richard Gere als korruptem Cop (er kann nicht nur romantisch, nein nein).


    Herrlich, ein toller Film. Überhaupt, dieses "allerbeste Jahr" hätte besser "allerbestes Filmjahr" heißen können. Ich hätte dieses Jahr auch gerne mit Gilmour verbracht. So viele Filme, an die ich erinnert werde, Klassiker: "Der eiskalte Engel" mit Alain Delon, "Der Pate" mit Al Pacino, Steve McQueen und viele mehr.


    "Clint Eastwood (noch ein klein wenig regloser, und er wäre tot)."


    Mehr als ein Jahr ist schon vergangen, seit Jesse die Schule geschmissen hat. Und noch keine Anzeichen, dass er wüsste, was er mit seinem Leben anfangen sollte.

    Aber sie hatten den Filmclub. Und viel Zeit, um miteinander zu reden. Über alles mögliche: die 60er Jahre, die Beatles, Mädchen, Adolf Hitler, Dachau, Tattoos, die Themen waren breit gefächert.

    David hat zwischenzeitlich auch wieder Arbeit gefunden. Derweil scheint Jesse immer tiefer abzurutschen. Keine vernünftige Arbeit, er raucht zu viel, hat zu oft einen Kater und nimmt Drogen. Und er hat Pech mit den Mädchen.


    Wie geht es weiter? Findet Jesse richtig zu sich? Findet er seinen Platz in dieser Welt?

    Lest selbst.


    Fazit: Jeder liest ja aus einem Buch etwas anderes für sich heraus. Ich denke nicht, dass diese Geschichte die vielen Lobeshymnen wegen der Auflistung der vielen Filmtitel bekommen hat. Ohne Frage, eine tolle Geschichte,

    Aber mir hat das Buch halt auch wegen der Filmtitel gefallen. Die Einschätzung der Filme und Schauspieler durch den Filmkritiker Gilmour haben mir unheimlich Spaß gemacht. Viele Filme und Schauspieler, die hier aufgeführt sind, kenne ich. Habe sie seit meiner Jugend gesehen. Einer Zeit, in der ich meinen Lesehunger nicht so stillen konnte, wie ich gerne wollte, weil mir einfach das Geld fehlte, um mir Bücher zu kaufen.

    Zum Oktober würde ja Halloween passen, aber da findet eh ne Lesenacht statt. Und wer weiß, ob und falls ja, ich noch einmal die Gelegenheit bekomme, eine Monatsrunde zu veranstalten. Von daher soll es diesmal mein Lieblingsthema sein:


    Bücher über Bücher :buchalarm:


    Ich hoffe, ihr habt ein bisschen was an Büchern stehen, in denen es um Bücher, das Schreiben und Lesen geht, in denen Bücher, Bibliotheken, Buchläden, Buchverkäufer:innen, Leser:innen und Bibliothekar:innen vorkommen. Sie sind ja in so gut wie allen Genres vertreten.


    Lasst uns einen mords, nein buchmäßigen Monat erleben :buecherstapel:


    Edit: Falls ihr ein wenig Inspiration braucht, vielleicht hilft euch ja diese Liste: [Listen] Annes Listen


    Alice

    Ross King - Das Labyrinth der Welt


    Anne

    Sophie L. Gellar - Der kleine Buchladen zum Verlieben

    Rainer Moritz - Als wär das Leben so

    Susan Wiggs - Die Buchhandlung zum Glück


    dodo

    James Rollins und Rebecca Cantrell - Das Evangelium des Blutes

    Stephen King - Shining


    illy

    Yoko Ogawa - Insel der verlorenen Erinnerung


    yanni

    Ian Sansom - So schnell wackelt kein Schaf mit dem Schwanz


    Zank

    Wolfgang & Heike Hohlbein - Das Buch

    Bjørnstjerne Bjørnson: Es flaggen Stadt und Hafen

    Ein unbekannter deutscher Seemann von adliger Herkunft taucht eines Tages in einer kleinen norwegischen Hafenstadt auf. In seiner Heimatstadt wegen verübter Gewalttaten verfolgt, verschafft er sich mit dem vermeintlichen Recht des Stärkeren alles, was er begehrt: das größte Gut des Ortes und die reiche Hofbesitzertochter Ingeborg. Er wird zum Stammvater eines Geschlechts, das sich durch Trunk und andere Laster dann allmählich selbst zugrunde richtet.


    Von diesem dramatischen chronikartigen Prolog, in dem der Dichter längst vergangene Zeiten heraufbeschwört, wird durch den letzten Sproß der Familie, Tomas Rendalen, die Verbindung zum 19. Jahrhundert geschaffen, einer Epoche, deren Gegensätze und Widersprüche Bjørnstjerne Bjørnson immer wieder zur dichterischen Gestaltung und auch zum aktiven Eingreifen drängten.


    So ist der Roman eine Art Sammelbecken für eine Fülle von Problemen, um deren Bewältigung der Dichter in den Jahren vor 1884 gerungen hatte.


    Der Nobelpreisträger Bjørnstjerne Bjørnson hat uns mit diesem Werk einen breit angelegten Erziehungs- und Bildungsroman hinterlassen, der den Geist der Blütezeit norwegischer Nationalliteratur beschwört und zugleich die Dimensionen eines Historiengemäldes besitzt.


    VEB Hinstorff Verlag Rostock 1982



    Alois Jirásek: Die Hundsköpfe

    Von alters her erfreuen sich die Choden – an der bayrisch-böhmischen Grenze zu Hause – besonderer Rechte, weil sie diese Grenze schützen. Sie sind frei, nur dem König untertan, brauchen keine Frondienste zu leisten und haben ihre eigene Gerichtsbarkeit. Nach ihrer Fahne, die ein Hundekopf ziert, werden sie allgemein die Hundsköpfe genannt. Doch am Ende des 17. Jahrhunderts ändert sich das, denn diese Freiheit ist dem allgegenwärtigen Grundherrn Lamminger seit langem ein Dorn im Auge. Mit kleinen Sticheleien beginnt er die Choden zu drangsalieren, die Hundsköpfe wehren sich, die Kämpfe weiten sich aus, und während der Anführer der Choden beim Kaiser ihrer aller Rechte sucht, aber verhaftet wird, bricht zu Hause der offene Aufstand aus, der niedergeschlagen wird. Der Anführer der Choden wird zum Tod verurteilt. Unterm Galgen prophezeit er Lamminger dessen baldiges Ende.


    Verlag Neues Leben Berlin, 1985

    Illustrationen: Hans-Christoph Rackwitz

    Spannend erzählt 198



    John Cheever: Die lieben Wapshots und Die schlimmen Wapshots

    John Cheever schildert in diesen beiden zu einem Band zusammengefaßten Romanen die Geschichte vom Leben und allmählichen Zerfall einer typischen, kleinbürgerlichen amerikanischen Familie. Die Wapshots leben ihren relativ ruhigen Alltag an der Küste Neuenglands. Ihre Sorgen und Freuden unterscheiden sich kaum von denen jeder anderen Durchschnittsfamilie. Aber nach dem Auszug der Söhne beginnt sich das Leben der Familie radikal zu ändern… Was im ersten Buch als heiter-besinnlicher Kommentar zu Vergangenheit und Gegenwart begann, endet im zweiten als trübe, hoffnungslose Bilanz amerikanischen Lebens. Harmlos anmutende Karikierung neuenglischen Traditionsdenkens wandelt sich in erbarmungslose Sezierung einer dem Zerfall ausgelieferten Profitgesellschaft.


    Volk und Welt

    Der Verlag für internationale Literatur

    Das klingt ja gut bei Dir, Kirsten. Ich freue mich jetzt schon auf eine freie Woche im Oktober. Ich habe heute schon 50 Seiten in "Picknick am Valentinstag" gelesen. Das Wochenende nutze ich ja meistens, um Beiträge für den DDR-Blog und den Twitter-Account vorzubereiten. Geplant ist auch, mal meine Bastelkiste auszupacken und zu schauen, was da alles drin ist.