Beiträge von Pandora

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Eigentlich sagt das Wort "Spiegel-Bestseller-Liste" doch schon aus, um was es sich dabei handelt: Um eine Liste der Bücher, die sich am besten verkaufen - vom Spiegel ermittelt. Warum soll denn Anspruch das Kriterium für die Platzierung auf einer "Bestseller"-Liste sein?


    Die Spiegelbestsellerliste ist in Deutschland das, was die Liste der New York Times in Amerika ist: Die Liste, nach der sich alle richten, wenn es darum geht, die am besten verkauften Titel der Woche zu benennen. Und natürlich schreibt ein Verlag es auf sein Buch, wenn es diesen Sprung auf die Liste geschafft hat, also sehr populär ist. Das hat aber nun wirklich nichts damit zu tun, dass man Leser täuschen will (warum fühlen sich die Leute eigentlich ständig von allem und jedem betrogen?). Ich wäre ehrlich gesagt nicht auf den Gedanken gekommen, dass jemand das so verstehen könnte, dass so ein Aufkleber ein Merkmal für anspruchsvolle Literatur ist. (Zumal ich den Spiegel auch nicht für ein wahnsinnig anspruchsvolles Magazin halte, aber das nur nebenbei).


    Ich würde dann doch eher Ausschau nach Pressezitaten aus der FAZ oder der SZ halten, wenn ich wirklich etwas will, das Feuilleton-relevant ist.


    Mit andern Worten: Das ganze System des Buchhandels hängt schief. Allen geht's schlecht, alle klagen, keiner tut was.


    Und als jemand, der sich viel mit Buchhandelsgeschichte beschäftigt hat, kann ich nur sagen: Das ist seit Jahrhunderten nicht anders. :breitgrins: Man passt sich nicht gerne an, jammert gerne und sagt alle paar Jahre den Untergang des Abendlandes voraus. Eine ordentliche Portion Kulturpessimismus gehört da schon fast zum guten Ton. :zwinker:


    Ich habe damals einen Vorgänger von Barreau gelesen, der auch als "magisch" und "verzaubernd" beschrieben wurde. Doch ich wurde von dem Buch total enttäuscht: Die Figuren waren oberflächlich und die Geschichte hat Hollywood schon x-Mal verfilmt... :sauer:
    Unterdessen schau ich mir die Bücher von Barreau zwar interessiert an, aber eines zu lesen wage ich gar nicht mehr.


    Das fasst eigentlich ganz gut meinen Höreindruck von "Das Lächeln der Frauen" zusammen. Oberflächliche Charaktere (die mir beide nicht sonderlich sympathisch waren - dafür war sie mir zu sehr das naive Dummchen und er der feige, ziemlich unverschämte Lügner), eine vorhersehbare Geschichte mit abgegriffenen Handlungselementen, hölzernen Dialoge und sprachlich wie inhaltlich zu viel süßlichem Kitsch. Das kann man sich in den Urlaub mitnehmen und entspannt lesen, aber emotionalen Tiefgang hat das leider nicht wirklich.
    Ich verlange ja keine hohe Literatur, aber dieses Buch ist so glatt, dass es mich gegen Ende fast in Tiefschlaf versetzt hat. Wo sind denn nur die Liebesgeschichten mit gut gezeichneten Charakteren mit Ecken und Kanten und mit interessanten Konflikten, die Gefühle wirklich darstellen, statt nur von ihnen zu erzählen?


    Zum Glück hatte ich bei der Gratisaktion bei Audible zugeschlagen, hätte ich es gekauft, hätte ich mich jetzt geärgert.

    @Saltannah: Also Landshut hat knapp 64.000 Einwohner. Dort gibt es zwei Filialen von Ketten und mindestens noch 2-3 unabhängige kleine Buchhandlungen in den Seitenstraßen. Auch in den Kleinstädten, die ich hier in der Gegend kenne gibt es jeweils noch mindestens eine kleine Buchhandlung. Und in der Großstadt sowieso.
    Rückgängig machen kann man den Schwund natürlich nicht, aber man kann das bewahren, was es noch gibt, sofern es einem denn wichtig ist, dass es weiterhin kleine Buchhandlungen gibt.


    Mich ärgert nur ein wenig dieses Abgeben der Verantwortung, als hätte man als Konsument keine Wahl und keinen Einfluss und wäre damit völlig unschuldig an der aktuellen Entwicklung. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall.

    Nur leider inspirieren mich Buchhandlungen, die vorrangig auf Bestseller setzen, so gar nicht...


    Zwingt dich denn wer hinzugehen?
    Du bist eben nicht der Typ für diese Art von Buchhandlung. Deshalb verliert sie ja nicht ihre Existenzberechtigung. Genau das schreibt Keshia doch auch.


    Wenn jeder, der sich lautstark über die Ketten beschwert, statt zu jammern einfach in den kleinen Laden im die Ecke gehen würde, dann ginge es den kleinen Buchhändlern besser. Es sind nicht die Ketten, die die Kleinen verdrängen, es ist unsere eigene Bequemlichkeit, wenn wir bei Amazon bestellen, weil man dafür nicht aus dem Haus muss oder zum Filialisten an der Hauptstraße gehen und nicht zum Kleinen im Seitengässchen.


    Wenn du studierst, bist du genau jetzt in der Phase deines Lebens, in der Lektüre funktioniert!!!


    Sobald du in einem Berufsleben bist, wirst du die Studienzeit diesbezüglich als Paradies empfinden.
    Wenn man jung ist, kann man unbeschwert lesen. Wenn ich bedenke, daß ich mit 20 GGM's "Hundert Jahre Einsamkeit" weglas oder mit 30 Thomas Manns "Doktor Faustus" und mich heute vor Jean Paul ängstige, weil ich einfach nicht mehr die Konzentration dafür aufbringe, dann laß dir raten: Genieße JETZT die die gegebene Zeit für ordentliche Lektüre. Später wirst du diese Fähigkeit zurücksehnen!


    Das mag in manchen Fächern so sein, oder vielleicht war es früher anders. Ich war erst berufstätig und habe dann studiert, habe also beides erlebt. Und ich habe definitiv mehr gelesen, als ich berufstätig war. Während des Studiums habe ich mir das private Lesen abgewöhnt. Mit ständigem Lesen für Seminare und Hausarbeiten, dem andauernden Druck und dazu noch 15-20 Stunden Jobben, um den Spaß zu finanzieren, hatte ich oft einfach nicht mehr die Muße überhaupt etwas zu lesen, geschweige denn etwas, bei dem man nachdenken muss.
    Ich bin zwar jetzt wieder berufstätig und lese weniger denn je, das liegt aber auch daran, dass ich mir einen Beruf ausgesucht habe, bei dem ich eigentlich nie wirklich Feierabend habe. In meinem alten Beruf könnte ich problemlos wieder mehr lesen.


    Also ich bin ja froh das es auf amazon inzwischen Leseproben gibt. Mir hat diese nämlich nicht sehr gefallen. Vielleicht liegt es auch an der Übersetzung aber ich hatte jedenfalls nach diesen Seiten schon genug. Mag sein das ich momentan allgemein ein wenig genervt bin wenn die Hauptfiguren als besonders schön beschrieben werden. ;)


    Öhm, daran kann ich mich gar nicht erinnern. Wenn, dann wird sie nicht übermäßig oft als besonders schön beschrieben. *g*

    Die Aussage überrascht angesichts der Buchpreisbindung. Verdient man an einer Legopackung mehr? Immerhin muss man dort dann Preise machen, wie sie auch die Konkurrzenz macht. Mit dem UVP wird man wohl häufig auf seiner Ware sitzen bleiben.


    Gruß, Thomas


    Dass es die Preisbindung gibt, ändert ja nichts daran, dass man an Büchern verhältnismäßig schlecht verdient. Du hast hier selbst einmal einen Thread eröffnet, in dem du ausgerechnet hast, wie viele Bücher man verkaufen muss, um allein einen kleinen Laden am Leben zu halten. Diese Großflächen, oft in sehr guter Lage, sind sehr teuer und bei sinkenden Buchumsätzen, mit denen die ganze Branche derzeit kämpft, immer schwerer zu halten.


    Zitat

    Mich überzeugt diese Art der Argumentation nicht. Im Klamottengeschäft werden auch keine Teetassen angeboten.


    Nein, aber Schmuck, Kosmetik, Nagellack, Taschen, Schirme und anderer Krimskrams, den man zu den Klamotten mal eben dazukaufen kann. Außerdem kann man Klamotten für ein paar Cent in Fernost herstellen lassen, für ein paar Cent verschiffen und hier für sehr viel mehr Geld in riesigen Mengen verkaufen. Der direkte Vergleich mit Büchern ist wie Äpfel und Birnen.


    Ich denke, man darf nicht vergessen, dass die breite Masse andere Interessen hat als der durchschnittliche Vielleser. Und dass der Vielleser in der Mindheit ist.

    Ich lese das Buch auch gerade im Original. Ich liebe es, wie Shakespeares "Twelfth Night" und Oscar Wildes "The Importance of Being Earnest" hier in die Handlung verwoben wurden. Da sind ein paar sehr clevere Anspielungen dabei. Allerdings ist es wirklich ein langsames Buch. Es plätschert eigentlich gemütlich vor sich hin, so dass ich es ähnlich gemütlich vor mich hinlese, ohne Feuer und Flamme zu sein.


    Übrigens würde ich den Thread eher nach Fantasy verschieben, denn es handelt sich hierbei um einen Steampunk-Roman, die an einem fiktiven Ort (Illyria) spielt.


    Ich frage mich, warum man denn so große Flächen benötigt, die nun für Spielzeug oder Schreibwaren (wie im Thalia Mannheim) genutzt werden. Früher waren die wenigen großen Buchhändler (Schmorl & Seefeldt in Hannover, Hugendubel in München, vielmehr gab es noch nicht) echte Premiumanbieter. Schmorl hatte beispielsweise eine ganze Kelleretage mit Noten. Ein Traum für Musikliebhaber. Verkauft sich heute Qualität wirklich nicht mehr? Geht man wirklich zum Thalia, wenn ich eine Legopackung brauche? Ich nicht. Möglicherweise aber schon, denn ToysRUs hat die Innenstädte noch nicht entdeckt. Bei MacDonald ist wirklich alles auf das einfache Geschäftsmodell ausgerichtet, bei Thalia ist es das eben nicht. Kaufhäuser bieten ebenfalls nur Bestseller, dort erwartet man auch nichts anderes. In einer Parfümerie erwarte ich aber dann schon mehr Auswahl. Ebenso beim Buchhändler. Wie kann ein nur 200 qm große Buchladen in Teilen besser sortiert sein als ein 2000 qm großer Thalia? Da stimmt doch dann was am grundsätzlichen Konzept nicht. Ich frage mich, warum überlässt Thalia das Geschäft mit der anspruchsvollen (wobei das nicht sitmmt, mit der etwas anspruchsvolleren) Literatur den kleinen Buchläden.


    Ich persönlich halte es für die falsche Strategie des stationären Handels ggü. dem Internet überleben zu wollen, wenn man als Kunde immer wieder nur hört "haben wir nicht, kennen wir nicht". Nun gut, im Buchhandel ist man freundlicher und sagt immerhin "können wir bis morgen besorgen".


    Ich will keine sortierte Bibliothek, aber alle Neuerscheinungen ernstzunehmender Belletristik sollte ein Thalia schon vorrätig haben. Wer sein Kompetenzfeld heute ohne Kampf aufgibt, der wird morgen mit leeren Händen dastehen. Amazon lacht jetzt schon.


    Ich kämpfe bei dieser Frage immer ein wenig mit mir. Auf der einen Seite sehe ich das wie du: We flacher die Sortimente der Großbuchhandlungen werden, desto mehr spielt das Amazon in die Hände. Wenn ich ohnehin nur noch den neuesten Bestseller bekomme, brauche ich nicht mehr in die Buchhandlung gehen, die kann ich auch online bestellen. Allerdings habe ich selbst über einen langen Zeitraum beobachten können, dass sich auch das Kaufverhalten der Leute geändert hat. Ich habe umfangreich gefüllte Regale auf ganz natürliche Weise zusammenschrumpfen sehen, weil die einzelnen Titel immer weniger gekauft wurden und sie schließlich im Zuge der Lagerpflege aus dem Sortiment flogen. Kunden kaufen stärker nach Bestsellerlisten, die Umsätze konzentrieren sich immer mehr auf einige wenige Titel.
    Das setzt dann einen Teufelskreis in Gang, weil Verlage und Handel darauf reagieren und sich auf diese wenigen Titel konzentrieren und damit diese Entwicklung eigentlich noch befördern. Eine Entwicklung die Angesichts der Tatsache, dass wir heute besser den je über das, was erscheint, informiert sind, fast schon ironisch ist. Aber vielleicht auch eine Folge der Informationsüberlastung.


    Warum die vielen Nonbooks? Mit Büchern lässt sich nicht reich werden, manchmal gerade so überleben. Und in Zeiten sinkender Umsätze, versucht man sich andere Ware in die Läden zu holen, bei der vielleicht die Gewinnspannen höher sind und die als Zusatzkäufe dienen können. Mit Nonbooks lassen sich "Erlebniswelten" schaffen, die attraktiv für Kunden sind. Ist ja auch praktisch, wenn man zum Kochbuch für die Mutter noch eine Schürze vor Ort kaufen kann, zum esoterischen Ratgeber die Heilsteinkette und zum Kinderbuch ein kleines Spielzeug. Ich merke, dass ich das selbst gerne nutze, wenn ich Geschenke oder Wichtelpakete zusammenstelle.
    Ich denke, dass Nonbookbereiche durchaus Sinn machen, allerdings wird der ein oder andere Filialist derzeit etwas zu enthusiastisch, scheint es mir.

    Mädchenstoffe sind in den Verlagsprogrammen natürlich mehr vertreten, weil sie sich einfach besser verkaufen. Es werden nach wie vor tolle Jungsbücher gemacht, aber halt nicht ganz so viele. Ist halt wie immer: Angebot und Nachfrage. Die Altergruppe 16/17 fällt auch nur noch teilweise ins Jugendbuch. In den letzten Jahren hat sich viel getan in Sachen Bücher für junge Erwachsene, vor etwa 10 Jahren klaffte da eine große Lücke und alles, was älter war als 14 musste man eigentlich zu den Erwachsenen schicken, aber diese Altersgruppe um die 16 wird noch immer nicht so intensiv bedient, wie die jüngeren.
    Viele Jungs im Alter von 16 oder 17 lesen aber tatsächlich auch schon bei den Erwachsenen, etwa Fantasy-Romane und Thriller.


    Ein paar Autoren im Jugendbuch, die man sich ansehen kann:
    Kevin Brooks.
    John Green
    Markus Zusak
    Jaromir Konecny
    Daniel Grey Marshall
    Ursula Poznanski
    Louis Sachar
    Melvin Burgess


    Wenn es etwas jünger (ca. ab 12/13) sein darf:
    Robert Muchamore
    Stephen Cole

    In Laini Taylors "Daughter of Smoke and Bone" ist die Rede von "Jungsteilen". Ich begreife ja, dass es schwer ist, eine vom Ton her passende deutsche Übersetzung für "boyparts" zu finden, aber ob da die direkte Übertragung der richtige Weg war? *g*

    Gott, wie mich diese Diskussion und die Polemik, Häme und Rechthaberei auf beiden Seiten der aktuellen Diskussion nervt. (Die ich leider auch hier im Thread teilweise spüre)
    Da kommt die junge Piratenpartei, naseweis wie man in der Jugend eben ist und stellt eine Reihe von Forderungen. Und die ältere Generation hat nichts anderes zu tun, als sich aufzuplustern und herumzuzetern wie die Kindergartenkinder.


    Man mag von den Forderungen der PP halten, was man will - mir persönlich gehen sie zu weit - aber sie haben wenigstens erkannt, dass sich in Sachen Urheberrecht etwas tun muss. Man kann hunderte von Protestbriefen schreiben, mit dem Fuß aufstampfen und herumblöken, dass alles genau so bleiben muss, wie es ist. Das wird nichts daran ändern, dass digitale Güter immer kopiert werden werden. Da kann ich noch so ausgeklügelten Kopierschutz draufpacken, es reicht eine einzige geknackte Kopie und schon ist das Ding im Umlauf.
    Wie will man das verhindern? Härter bestrafen, Sperrgesetze, Überwachung, Datenspeicherung? Ganz ehrlich, bei all diesen Gesetzesentwürfen wird immer immer ganz mulmig. Nicht, weil ich ein böser Raubkopierer bin, sondern weil solche Systeme und Datensammlungen Begehrlichkeiten wecken und ich nicht weiß, wofür diese Machanismen dann verwendet werden.


    Wir können die Zeit nicht zurückdrehen, wir müssen nach Lösungen für die Zukunft suchen. Und würdeloses Herumstänkern, oft unter Verdrehung der Tatsachen, Vereinfachung und einem guten Teil Unkenntnis führt uns wirklich nicht zu diesen Lösungen. Und bevor wieder jemand fragt: Nein, ich habe keine Pantentlösung für das Problem. Wenn das so einfach wäre, dann hätten wir diesen ganzen Trara gerade nicht. Tatsächlich besteht das aktuelle Problem auch aus lauter kleinen Baustellen, die ganz eigene Lösungen brauchen. Nur einen Teil davon kann die Politik lösen. Einen anderen Teil muss auch die Industrie selbst ändern (und ich meine damit nicht niedrige Preise). Aber so weit kommen wir gar nicht, weil es bequemer ist, herumzuschreien.
    Es kotzt mich wirklich an, dass jeder seine Vorurteile in die Welt brüllt, oft ohne wirkliches Hintergrundwissen, ohne Bereitschaft die Position des jeweils anderen überhaupt in Betracht zu ziehen. Sind wir denn im Kindergarten?



    EDIT: Interessanter Kommentar der Autorin und Bloggerin Petra von Cronenburg zu der Unterzeichnungswut der Autoren: http://cronenburg.blogspot.de/…5/wir-sind-ohne-mich.html

    Klar, so ist das Leben. Daran ist keiner Schuld.


    Darf man sich dann aber nicht ab und zu in den Vordergrund drängen und mal wieder im Spiegel erscheinen? Befriedigt das eigene Ego, ein paar Euro bringt es auch und ich als Leser fand es ganz interessant.


    Gruß, Thomas


    Darf man. Ich habe hier auch mit keinem Wort gesagt, dass der Artikel gar keine Berechtigung hat. Ich empfand ihn zwar stellenweise auch als etwas zu weinerlich und anklagend (von wegen kein Verlag ist bereit, ihn zu finanzieren etc.), aber prinzipiell spricht nichts dagegen, klarzustellen, dass Autorsein in der Regel alles andere als reich macht.

    klassikfreund:


    Klar, intensiv und professionell betreiben kannst du das in deiner Freizeit nicht. Eine Freundin von mir hat einen Kleinverlag, sie muss nebenher auch arbeiten und ich sehe, wie viel sie tun muss, um beides unter einen Hut zu bekommen und dass sie irgendwann von dem, was der Verlag abwirft, leben können müssen wird, um die Sache in größerem Umfang fortführen zu können. Sie arbeitet gerade hart daran und ist auf einem guten Weg und ich habe höchsten Respekt vor dem, was sie leistet.
    Ich meinte lediglich, dass man einer Leidenschaft durchaus nachgehen kann, selbst wenn man nicht die Möglichkeit hat, sie zum Beruf zu machen. Im eingeschränkten Maße natürlich, aber es ist möglich. Manchmal sind den Dingen, die man möchte, einfach Grenzen gesetzt und man muss das Beste daraus machen. Das ist tragisch, aber was soll man dagegen tun? Ist dann automatisch irgendjemand daran schuld?

    Wenn jemand wirklich so für das Schreiben brennt, dann kann er es auch neben einem anderen Beruf ausüben. Ich kenne Autoren, für die es nichts Schöneres gibt, als sich nach der Arbeit hinzusetzen und zu schreiben. Und die am Wochenende auch viel Zeit mit Schreiben verbringen. Wenn es wirklich eine Berufung ist, dann findet man Wege, dem nachzugehen, was man als seine Passion betrachtet und zwar aus eigener Kraft und nicht mit staatlichen Hilfen.

    Alice im Wunderland wäre sicher auch toll. Auf der LBM sah ich dieses Jahr mal wieder ein paar Grinsekatzen herumlaufen.


    Oder eine "Parasol Protectorate"-Party...

    Dass dieser Verlag es so macht, beweist ja nicht automatisch, dass es generell "möglich" ist.


    Ansonsten finde ich, dass das ein schöner Beitrag ist. Man kann so eine Beispielkalkulation nicht als allgemeingültig betrachten, weil viele Faktoren von Buch zu Buch sehr stark variieren, aber dass nach Abzug aller Kosten in der Regel nur Centbeträge bleiben (und auch nur, wenn man die ganzen Aulage verkauft), das entspricht durchaus der Realität - auch in großen Verlagen.
    Da sind auch ein paar schöne Beiträge in den Kommentaren. Zum Beispiel, dass angemerkt wird, die sich die Marktmacht von Amazon und Co auf die Einnahmen der Verlage auswirkt.

    Ich habe heute Heartless mit gemischten Gefühlen beendet. Es wird noch eine ausführliche Rezension geben, immerhin ist es ein SLW-Buch für mich. Aber ich muss zugeben, dass ich am Ende etwas enttäuscht war. Da bauten sich so viele spannende zwischenmenschliche Konflikte auf und irgendwie wurden sie alle mehr oder weniger abgewürgt. Ich habe etwas Angst, dass sie auch im nächsten Band nicht ausreichend gelöst werden. (Die Aussicht, dass sie in Ägypten herumgurken macht mich nicht gerade optimistisch, habe ich doch der Italienreise in "Blameless" schon nicht viel abgewinnen können).