Beiträge von Heimfinderin

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Mir hat dieses zweite Buch auch wieder sehr gut gefallen. Mich persönlich hat es nicht gestört, dass der Kriminalfall kaum Thema war, denn ich empfinde das Buch bzw. die Geschichte von Hulda gar nicht als Krimi und lese es ehrlich gesagt auch nicht so. Ich bin mehr an Hulda und ihren Erlebnissen interessiert und auch an den Figuren um sie herum. Ich fand es etwas schade für die beiden, dass die Beziehung zu Karl offensichtlich (immer noch) schwierig ist, andererseits aber auch verständlich, denn die Charaktere und ihre Vergangenheiten sind so lebendig beschrieben, dass es für mich nachvollziehbar ist, wie sie sich verhalten (auch wenn ich sie dafür manchmal schütteln könnte ;) ) Und es ist einfach interessanter und spannender, wenn Figuren Ecken und Kanten haben.


    Überhaupt finde ich die Art, wie die Autorin Figuren, Orte und Handlungen beschreibt, eindringlich und atmosphärisch. Nicht nur z. B. das Scheunenviertel an sich, das ich auch direkt vor mir sah und die Gerüche in der Nase hatte und die Enge und Armut fast spüren konnte, sondern als Beispiel eine Szene, in der Hulda eine kleine Tanzbar betritt und dort in einen "Tanzrausch" kommt, der plötzlich eine Wendung nimmt: diesen Moment, diese wechselhafte Stimmung fand ich intensiv erlebbar. Und interessant finde ich immer wieder die Beschreibungen der Arbeit als Hebamme in der damaligen Zeit.


    Gut beschrieben finde ich auch die ersten Anzeichen der "Nazistimmungen", die natürlich durch unser Wissen sowieso verstärkt werden, während die Charaktere der Geschichte noch ahnungslos sind.


    Nach diesem zweiten Buch fiebere ich noch mehr mit den Figuren mit und freue mich schon auf die nächste Geschichte.

    Ich habe das Buch gerade beendet und bin immer noch erschüttert. Bis eben wusste ich auch noch nicht, dass es zwei weitere Bände geben wird. Aber selbst da bin ich nicht sicher, ob ich mich freuen oder ängstigen soll. Volker Kutscher zieht mich aber auch immer sehr in die Geschichten, die Figuren und die damalige Zeit hinein, so authentisch die Atmosphäre immer wieder zu spüren ist.


    Natürlich freue ich mich auf das nächste Buch, auch wenn es mir gleichzeitig schon davor graut. Wir wissen ja, was am Ende auf alle zukommt...

    Mit Eddie und Zombie hat Lucie Flebbe zwei völlig unterschiedliche, aber gelungene Figuren geschaffen, die für tolle und spannende Unterhaltung sorgen. Dabei ist das, was bei Eddie neben dem Job noch so läuft, mindestens genauso spannend wie die Ermittlungen.

    Das stimmt. Die Autorin schafft es auch bei dieser Reihe bzw. Trilogie, die Entwicklung der Figuren mit dem Krimi so zu verknüpfen, dass man gar nicht weiß, was spannender ist. Ich hatte vor dem Lesen etwas Bammel, ob ich mich nach der Reihe um die Detektivin Lila Ziegler, die mich in ihrer Entwicklung (neben den spannenden Kriminalfällen) sehr berührt hatte, auf eine neue Figur einlassen kann (und deshalb mit dem Lesen auch etwas gewartet). Aber ich muss sagen, auch Eddie mochte ich gleich und habe so mit ihr mitgefiebert, dass ich die beiden Folgebände gleich in einem Rutsch hinterhergelesen habe. Die Figuren sind einfach so lebensecht und lebendig geschildert und auch die Nebenfiguren, wie du auch schreibst, wirken immer alles andere als nebensächlich.


    Ich mag diese Trilogie also auch sehr, aber mein Liebling von der Autorin bleibt im Vergleich trotzdem Lila ;)

    Ich befinde mich gerade in Schweden, unterwegs mit einem Koffer voll Geld. Momentan verstecke mich aber mit ein paar neuen Freunden, da es auf meinem/unserem Weg leider ein paar Tote gab und die Polizei verständlicherweise hinter uns her ist. Ich fühle mich dabei sehr entspannt und genieße meine neue Freiheit und die netten Gespräche.

    Ich hab endlich endlich mein Re-read in Angriff genommen, am Ende bin ich dann hoffentlich auf dem neuesten Stand angekommen. Ich glaube eigentlich hänge ich bei Band 12 oder 13. Aber egal, ich freu mich total auf Sturmnacht und hab grade auch schon angefangen. Perfekt für einen gemütlichen Samstagabend mit nicht ganz so tollem Wetter. Zumindest bei mir ist es grade eher schwül-regnerisch.


    Harry Dresden ist einfach eine meiner liebsten Reihen und es ist quasi eine Schande, das ich die so lang hab schleifen lassen. Es fühlt sich schon jetzt an, als ob ich alte Freunde wieder treffe.

    Wie witzig, ich schaue nach längerer Zeit endlich mal wieder ins Forum und stoße fast als erstes auf deine Re-Read-Beiträge. Ich habe nämlich genau diese Woche daran gedacht, dass ich die Dresden Reihe schon ewig nicht weitergelesen hatte, obwohl ich die Reihe so gerne lese. Und weil ich es nie geschafft habe, mir aufzuschreiben, was ich alles schon gelesen habe (ich schaue immer neidisch auf alle, die seit Jahren solche Statistiken führen), weiß ich noch nicht mal, bei welchem Buch ich stehengeblieben bin! 8|;( Ich muss also mal Rezis und Inhaltsangaben durchforsten, um zu schauen, wann es bei mir hoffentlich klingelt. :rolleyes: Irgendwo zwischen 7 und 10 schätze ich ...

    Inhalt

    In dieser Welt ist das Leben der Menschen von Drachen geprägt. Im östlichen Reich Seiikj werden die Drachen als Götter verehrt und es ist eine große Ehre von diesen weisen Wesen als Drachenreiter erwählt zu werden. Dies ist das Ziel der jungen Waise Tané und dafür lernt und kämpft sie mit aller Kraft. Als sie einen Schiffbrüchigen rettet und damit verbotenerweise einen Fremden ins Land lässt, geht sie ein großes Risiko ein und das Schicksal nimmt seinen Lauf..


    Im Westen dagegen fürchtet man die Drachen als größte Gefahr für die Menschheit. Königin Sabran IX ist die aktuelle Herrscherin des Königreiches Inys. Der Thron wird seit tausend Jahren von Frauen ihres Hauses besetzt, denn es herrscht der Glaube, dass die Drachen nur solange in Schach gehalten werden, wie die Blutlinie der Königinnen Bestand hat. Stürzt das Haus, kommen die Drachen zurück.


    Am Hof der Königin lebt Ead als deren persönliche Dienerin, ist aber in Wahrheit eine Magierin vom "Orden des Geheimen Baumes". Ihr Auftrag ist es, unbemerkt die Königin zu schützen, denn es gibt immer wieder Anschläge auf deren Leben. Wer möchte verhindern, dass der Schutz, den die Legende dem Land verspricht, mit dem Tod der Herrscherin verloren geht?


    Gleichzeitig nutzt ein von der Königin in den Osten verbannter Alchimist seine Chance, der Isolation zu entkommen - und ganz tief unter der Erde schlummert ein uralter Drache, der nur darauf wartet, wieder an die Oberfläche zu kommen. Können Osten und Westen erkennen, dass sie nur gemeinsam die Menschheit retten können?


    Meine Meinung

    Dies ist der erste Teil der Geschichte, die im Original aus nur einem Buch besteht (zugegebenermaßen wäre die deutsche Übersetzung in nur einem Buch wohl ein sehr dickes Buch geworden). Das Cover ist auffällig, besonders der blauglänzende Drache, der sich beim Darüberstreichen sogar schuppig anfühlt. Besonders gut gefällt mir dabei, dass das Bild eine Szene aus der Geschichte ist. Im Innenteil des Buches befinden sich zwei Karten, um die westlichen und östlichen Reiche darzustellen. Und hinten im Buch werden die Personen, Geschöpfe und viele andere Begriffe erklärt, falls man den Überblick verliert.


    Ich brauchte auch tatsächlich eine Weile, um die Namen der Charaktere untereinander und den verschiedenen Reichen zuzuordnen, obwohl ich damit sonst ganz gut klar komme. Warum ich hier immer wieder nachschauen musste, kann ich nicht sagen, vielleicht liegt es an der Art der Namensgebung, vielleicht ist diese nicht immer so eingängig. Nach einer Weile hatte ich mich aber gut eingelesen und dann habe ich den Rest des Buch verschlungen, denn als alle Personen- und Handlungsstränge vorgestellt waren, nahm die Geschichte Fahrt auf.


    Man verfolgt die Geschichte aus vier Perspektiven. Im Osten befindet sich Tané, die junge Waise, die Drachenreiterin werden möchte. Ich habe sehr mit ihr mitgefiebert. Ihr Ehrgeiz ist groß, ihr Wille stark, gleichzeitig wirkte sie auf mich verletzlich und emotional instabil. Ihr Schicksal ging mir nah, ich bin gespannt, wie es mit ihr weitergeht. Die Szenen mit ihr und den Drachen fand ich besonders schön beschrieben.


    Ebenfalls im Osten lebt der verbannte Alchimist, der zurück in seine Heimat möchte und dies mit allen Mitteln versucht, die sich ihm bieten - egal welches Leid er damit anrichtet. Gleichzeitig lernt man durch Rückblicke seine Vergangenheit kennen und bekommt damit Informationen, die nun Einfluss ins aktuelle Geschehen haben. Er ist mir sehr unsympathisch.


    Im Westen, am Hof von Königin Sabra, verfolgt man die Geschehnisse aus den Augen von Ead. Für mich liegt der Schwerpunkt der Geschichte auf ihrer Person. Ihre Beobachtungen, Gedanken und Handlungen - und natürlich die Momente, in denen sie ihre Magie anwandte - waren für mich packend erzählt. Ich konnte sehr gut mit ihr mitfühlen und fand es gleichzeitig spannend, wie gut man durch sie auch das Wesen der Königin kennenlernte, fast als hätte diese auch einen eigenen Handlungsstrang.


    Die vierte Person, aus deren Sicht wir das Abenteuer erleben, ist Loth, der beste Freund der Königin, der außer Landes geschickt wird. Auf diese Weise lernen wir nun weitere Reiche und Charaktere kennen und es wird deutlich, wie sehr die Bedrohung für alle zunimmt. Sein Weg war sehr intensiv und spannend zu lesen, auch ist er eine Person, die mir sympathisch ist.


    Neben diesen Hauptcharakteren gibt es noch viele andere Figuren, die wichtige Rollen spielen und mit Intrigen, Machtspielen, Gier, Fehleinschätzungen, aus Liebe oder einfach unglücklichen Zufällen die Handlung vorantreiben. So springt man zwar zwischen einigen Schauplätzen hin und her und fragt sich, wie und wann dies alles zusammenlaufen wird, aber das macht es für mich auch spannend. Ich hoffe aber, dass der Schwerpunkt im nächsten Buch dann auf der ein oder anderen Vertiefung dieser begonnenen Handlungsstränge liegt und nicht noch viel mehr dazukommt. Da beide Teile aber eigentlich nur EIN Buch sind, gehe ich mal davon aus.


    Die Erzählweise der Autorin gefällt mir sehr gut. Ihre Beschreibungen der unterschiedlichen Umgebungen, Figuren und Emotionen sind detailreich und lassen für mich alles schön lebendig wirken. Die kontrastreiche Welt und die unterschiedlichen Sichtweisen/Religionen der darin lebenden Menschen war für mich gut spürbar und abgesehen von den Anfangsschwierigkeiten kam ich gut in diese Fantasywelt hinein und freue mich nun auf Teil 2.


    4ratten

    Hier ist meine Meinung zu dem Buch:


    Sie ist schön, extravagant, einfallsreich - und wütend. Dominique ist wohl die außergewöhnlichste Superschurkin, die man bisher erlebt hat. Um ihre alten und neuen Rachegelüste auszuleben, denkt sie sich immer wieder neue Coups aus, die von Idee zu Idee an Kreativität und Ausführung kaum zu übertreffen sind. Denn mit Kleinigkeiten beschäftigt sie sich erst gar nicht - groß und nie dagewesen muss es sein! Was also noch relativ harmlos mit dem Raub der britischen Kronjuwelen beginnt, endet mit dem Griff zu den Sternen. Dabei springt sie vom Titel der Miss Universe über den Eurovision Songcontest nach Paris, um sich dort mit dem Eifellturm zu beschäftigen, dreht dazwischen ein paar Runden in einem Rennwagen, nimmt sich des amerikanischen Präsidenten an, gründet eine Armee und vieles mehr.


    Als Leserin sitze ich sprachlos vor diesen Szenen und staune! Ihre Auftritte in immer wieder neuen und ausgefallenen Roben, ihre Unnahbarkeit und Coolness und ihre überraschenden und ausgefeilten Coups sind so filmreif beschrieben, dass ich eben solch einen ständig vor Augen hatte. Ich könnte mir diese Geschichte tatsächlich sehr gut als actionreiche Verfilmung vorstellen - das würde mir viel Spaß machen!


    Aber so temporeich Dominique auch ihren Rachefeldzug bestreitet, so wird schnell klar, dass sie zwar teuflisch ist, aber dabei in ihrem Sinne gerecht. Ihr Ziel ist es nicht, einfach wahllos zu zerstören, sondern ganz gezielt die zu bestrafen, sich an denen zu bereichern oder jenen zu schaden, von denen sie der Meinung ist, dass sie Unrecht tun oder es nicht besser verdient haben. Das spürt man sehr schnell. Auch ihre Leute werden z. B. ordentlich entlohnt. Aber da auch sie nur ein Mensch ist, geht diese Einstellung auch mal knapp daneben, z. B. wenn man Mr. Right heißt und Dominique ein Riesendorn im Auge ist. Diesen Widersacher will sie am liebsten tot sehen! Oder wenn man ihr in frühen Jahren mal weh getan hat, auch dann wird es richtig mies .... Hier schafft es der Autor, auch eine sensible und unbeherrschte Seite an ihr zu zeigen - aber mit ihrem jungen Bewunderer Luc, der nach und nach ihr Vertrauen gewinnt, könnte sie vielleicht noch rechtzeitig die Kurve kriegen, bevor sie vor Wut explodiert...


    Die Erzählform finde ich ungewöhnlich, da es einen Erzähler gibt, der Dominiques Geschichte im Nachhinein erzählt, ohne dass man anfangs die Identität des oder der Erzählerin kennt. Dies ergibt sich erst im Laufe der Geschichte und mir gab das einen zusätzlichen Spannungseffekt. Ganz besonders gut gefielen mir auch die kritischen Bezüge zu aktuellen Geschehnissen, die Einfluss auf Dominiques Handlungen hatten oder auch kleine Ereignisse aus der Vergangenheit (endlich erfahren wir, was es mit dem Kleid auf sich hatte, über dessen Farbe im Internet vor Jahren vehement gestritten wurde ;) )


    Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, diese außergewöhnliche Schurkin mit ihrem treu ergebenen Team und ihrem anhänglichen, so sehr in sie verliebten Luc, zu begleiten. Die Verflechtung ihrer Aktionen mit aktuellen und umfangreich recherchierten Themen sind dabei nicht nur einfach eine humorvolle, actionreiche Geschichte, sondern viel mehr.


    5ratten

    Schade, schon vorbei. Auf welche Ideen Dominique wohl noch gekommen wäre, wenn zwischendrin noch ein paar Kapitel mehr gewesen wären? :D Tobias, hattest du dir "nur" diese Coups nach und nach ausgedacht oder noch mehr Schurkereien zur Auswahl gehabt, die du dann nur nicht verwendet hast (bei einem Film wären das jetzt die nicht gezeigten Szenen ;) )

    Dass sie sich den Papst als Opfer ausgesucht hatte, hat mich überrascht, den hatte ich so gar nicht auf dem Schirm. Irgendwie hatte ich mich jetzt schon zu sehr auf bescheuerte Politiker eingeschossen :D

    Ja, stimmt. Den Papst hatte ich auch nicht auf dem Schirm, sondern auch noch an den ein oder anderen Politiker oder so gedacht. :D


    Dass Dominique aber tatsächlich sich dazu entschließt, vom Radar der Öffentlichkeit und ihrer Verfolger zu verschwinden, hat mich überrascht. Ich wäre nicht verwundert gewesen, wenn sie sich am Ende doch nochmal umentschieden hätte, weil sie sich von allen und jedem angepisst fühlte. Aber nein, hier zeigt sie sogar so was wie Größe und sie scheint "erwachsener" und ruhiger zu werden; ob das auch der Fall gewesen wäre, wenn sie nicht Luc an ihrer Seite gehabt hätte?

    Ich glaube auch nicht. Ich habe ja auch gezweifelt, dass sie am Ende zusammenbleiben, aber vielleicht war es dann doch das, was Dominique gesucht hat - eine feste Größe an ihrer Seite, die sie irgendwie zur Ruhe kommen lässt. Ich glaube, ohne Luc hätte sie immer weiter gemacht, auch wenn es sie am Ende dann zerstört hätte (nicht unbedingt zerstört, weil besiegt und bestraft, sondern eine einsame verbitterte Schurkin, die dann selbst keinen Spaß mehr an ihrem Tun hätte).


    Andererseits wird man vielleicht auch in Zukunft das ein oder andere in der Zeitung lesen und dabei denken, "Also, wenn Dominique noch leben würde, dann hätte bestimmt sie sich diese Schurkerei ausgedacht.... hätte gut zu ihr gepasst" :D;)


    Das war ein tolles Ende mit noch ein paar tollen "Streichen" und die Erzählweise von Philian Schrimm hat mir auch sehr viel Spaß gemacht! Vielen Dank für die schöne Leserunde und deine wieder so nette Begleitung, Tobias! Ich schaue , dass ich es am Wochenende schaffe, die Rezension zu schreiben.