Beiträge von qantaqa

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Das Buch ist auf jeden Fall lesenswert; es wird auch viel gesegelt (gerudert), wie sich das für Wikinger gehört, aber im Vordergrund stehen eindeutig die sehr gewöhnungsbedürftigen Sitten. Mehr als einmal fühlte ich mich an den Film "Der 13. Krieger" erinnert, speziell an die "Morgentoilette". :entsetzt:

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    Zum Inhalt:
    Der Bauernsohn Björn Hasenscharte wächst im 10. Jahrhundert in Dänemark auf. Durch unglückliche Umstände gerät er in Sklaverei. Sein großes Talent, Geschichten zu erzählen, bringt ihn bis an die Tafel des Dänenkönigs Harald Blauzahn.


    Meine Meinung:
    Ein Wikinger-Roman der besseren Sorte. Konrad Hansen erzählt mit viel Liebe zum (historischen) Detail die Geschichte Björn Hasenschartes im Stil alter Sagen und Heldenlieder. Die Geschichte ist spannend, manchmal zum Grinsen und manchmal zum Schütteln eklig - aber so werden sie wohl gewesen sein, die alten Wikinger - raues Land, raue Menschen.
    Insgesamt gelingt es Hansen, ein komplexes Bild des frühen Mittelalters in Skandinavien zu entwerfen, in dem die alten Götter (und die alten Sitten) noch ihren festen Platz haben, aber der neue Christengott mehr und mehr an Boden gewinnt.
    Das Buch bietet gute und spannende Unterhaltung und hat mir viel Spaß gemacht.


    4ratten

    Ich lese Das Haus an der Moschee im Rahmen der Weltreise für den Iran - zunächst eher Pflichtlektüre, um mal wieder ein Land zu bereisen. Allerdings hat mich das Buch ganz schnell gefesselt und nicht mehr losgelassen. Kader Abdolah, Exil-Iraner, beschreibt am Beispiel einer strenggläubigen Familie die letzten Jahre der Shah-Herrschaft und den Umbruch zum radikalen Islamismus. Die Familie ist auch für iranische Verhältnisse konservativ, lebt in den Traditionen und lehnt westliche Einflüsse weitgehend ab, hat sich aber mit dem Regime arrangiert. Ich bin gespannt, in welcher Weise die Familie betroffen wird, wenn die Fanatiker den Widerstand gegen das korrupte Herrschaftssystem ausnutzen und ihren Gottesstaat installieren - was die Mehrheit der Bevölkerung sicher auch nicht gewollt hat. Im Hinblick auf die aktuellen Ereignisse in Tunesien und Ägypten ist das Buch brandaktuell.
    Mir gefällt auch, dass die orientalische Erzählkunst trotz des ernsten Themas nicht zu kurz kommt. Kleine Anekdoten werden immer wieder eingestreut: mal heiter, mal tragisch - wie das Leben eben so ist. Für mich ein echter :tipp:

    Mit "Sturz der Titanen" legt Ken Follett den ersten Teil einer Trilogie über das 20. Jahrhundert vor. Die Handlung setzt 1911 in einem kleinen waliser Bergarbeiterort ein und endet in den 20er Jahren. Dazwischen liegen ein Weltkrieg, eine Revolution, die Prohibition und das Frauenwahlrecht - also Geschichte satt. Aber Ken Follett wäre nicht Ken Follett, wenn er aus den dürren geschichtlichen Fakten nicht einen Roman machen würde, der den Leser gern auf diese Reise folgen lässt. Die Politik des frühen 20. Jahrhunderts war sperrig und von überkommenen (Ehr)Begriffen geprägt, die für heutige Menschen kaum noch nachvollziehbar sind. Anhand einiger Familien unterschiedlicher Nationalität und Schicksale wird diese Zeit zwischen Feudalsystem und Moderne wieder lebendig und erlebbar.
    Manchmal ist die Handlung vorhersehbar und konstruiert. Gelegentlich hatte ich den Eindruck, dass der Autor eine Liste mit markanten Ereignissen abgearbeitet hat. Vieles wird nur kurz gestreift oder in einem Satz erwähnt - dafür ist in den 13 Jahren, die hier beschrieben werden einfach zu viel passiert. So oberflächlich das einerseits ist, gibt es dem Buch andererseits Tempo und zeigt auch den Facettenreichtum dieser Zeit des Umbruchs. Trotzdem kommen die Jahre nach dem Großen Krieg ein bisschen zu kurz. Es ist natürlich möglich und zu hoffen, dass sich der zweite Teil der Zeit zwischen den Kriegen intensiver widmet.
    Der Roman ist recht spannend, aber ohne wirkliche Überraschungen. Es wird viel geliebt und gehasst und so sind die 912 Seiten ganz schnell und entspannt gelesen. Ich freue mich schon auf Teil 2!


    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:


    Vor Ulysses, das kann ich verstehen, aber vor Moby Dick mußt Du keinen Bammel haben. Eigentlich könnte ich mir das demnächst irgendwann auch mal wieder vornehmen ...


    So mit 17/18 habe ich Moby Dick schon mal bis zur Hälfte gelesen; warum ich aufgehört habe, weiß ich nicht mehr. Die neue Übersetzung soll ja näher am Original und schnörkelloser sein. Ich bin gespannt.
    Um den Ulysses schleiche ich schon seit Jahren herum; sobald die Hektik der Urlaubsvertretungen vorbei ist, will ich endlich Nägel mit Köpfen machen. :breitgrins:

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    Nelson Mandela - Der lange Weg zur Freiheit
    Ovid - Metamorphosen
    Herman Melville - Moby Dick
    Eduardo Galeano - Die offenen Adern Lateinamerikas
    James Joyce - Ulysses


    Danke, Miramis, für die schöne Rezi. Das Buch habe ich bei mir auch rumliegen - hat mein Mann irgendwann mal geschenkt bekommen, von jemandem, der nicht weiß, dass er keine Krimis oder Thriller liest. Jetzt weiß ich wenigstens, dass es sich doch lohnen könnte, das Buch mal in Angriff zu nehmen.


    Im Rahmen des SLW 2010 habe ich das Buch dann doch endlich gelesen, weil ich ein passendes Buch für die Seychella-Liste brauchte.
    Im Wesentlichen hat Miramis schon beschrieben worum es geht und in der Beurteilung kann ich ihr überwiegend folgen. Tanja Kinkel schreibt nicht schlecht, man merkt aber, dass sie mit Götterdämmerung zu einem fremden Genre gewechselt ist, in dem sie sich recht unsicher fühlt. So bleibt die Wissenschaftsgeschichte oberflächlich und mit den gängigen Thrillerzutaten gewürzt.
    So ganz vermag Kinkel sich von ihrem gewohnten Genre nicht zu verabschieden - warum hätte sie die Liebesgeschichte sonst eingearbeitet; die Handlung des Romans hat sie jedenfalls nicht weiter gebracht, sondern bildet eher eine "Geschichte in der Geschichte".


    Gelohnt, um auf mein Posting von 2006 zurück zu kommen, hat sich das Buch nicht, aber als leichte Sommerunterhaltung zwischen Fußball und Biergarten war es ganz gelungen.


    2ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

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    Kurzbeschreibung:
    Ein Jude und ein Araber eröffnen gemeinsam ein Restaurant gegenüber dem New Yorker UNO-Gebäude. Da solch ein Ort der Völkerverständigung militanten Fundamentalisten aller Seiten ein Dorn im Auge sein muss, gehen bald die Bombendrohungen ein ...


    Meine Meinung:
    Hört sich gut an und hat mich neugierig gemacht. Von Tom Robbins hatte ich noch nie etwas gelesen und konnte mir nicht vorstellen, was mich da erwartet. Tom Robbins ist ein Undergroundschriftsteller und ich war offen, mich darauf einzulassen. Witzig und frech ist das Buch schon, gar keine Frage, und respektlos ist es sowieso. Prima! Aber 90 Seiten drehen sich ausschließlich um das Leben im Bibelgürtel der USA, Glauben und Bigotterie – überhaupt nicht mein Thema. Trotzdem, das hätte ich noch ausgehalten; als dann eine Dose Bohnen, ein Silberlöffel, eine Schnecke, eine schmutzige Socke und ein bemalter Stock auf der Bildfläche erschienen und über das Leben philosophierend durch die USA zogen, fand ich das schon recht bizarr. Beim Durchblättern habe ich dann leider feststellen müssen, dass dies nicht nur eine Episode ist, sondern so bleibt. Das war mir der Skurrilität dann doch zuviel.
    Der einzige Satz, der mich wirklich begeistert hat, lautet wie folgt: Im Spukschloss des Lebens ist die Kunst die einzige Treppe, die nicht knarrt.

    Ich kann nicht sagen, ob das Buch genial oder bescheiden ist, weil mir offenbar die Antenne für derartige Literatur fehlt und ich damit gar nichts anfangen kann. Deshalb kann ich auch keine Wertung abgeben und leider war das jüdisch-arabische Restaurant bis Seite 90 noch nicht einmal in Planung.