Beiträge von finsbury

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    16c, ein Buch, in dem eine wichtige Szene in einem Internat spielt, ist erledigt mit

    Angela Thirkell: Tea Time bei Mrs. Morland.


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    Der jüngste Sohn der Hauptperson - Tom Morland - wird auf einer Weihnachtsfeier in seinem Internat eingeführt sowie auch die Rektorenfrau, die beste Freundin von Mrs. Morland und das Geheimnis um eine paranoide Sekretärin, die den Lauf der Handlung bestimmt, beginnt auch im Internat.

    Angela Thirkell (1890 -1961) war eine britische Autorin von Gesellschaftsromanen. Sie war die Enkelin des präraffaelitischen Malers Edward Burne-Jones und eine nahe Cousine von Rudyard Kipling. Ihr Metier war aber die Unterhaltungsliteratur und als Hauptwerk veröffentlichte sie seit den 30er Jahren den vielbändige Zyklus der Barsetshire- Chronicles.
    Daraus ist der erste Band "High Rising"- auf Deutsch "Tea Time bei Mrs. Morland" - 1933 erschienen, 2014 in Deutschland (wieder?) veröffentlicht.

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    Der Roman beginnt mit der Weihnachtsfeier im Internat von Mrs. Morlands jüngstem Sohn Tom, einem Modelleisenbahn-Nerd mit nicht abstellbarem Auskunftszwang. Die Frau des Rektors ist gleichzeitig die beste Freundin der Hauptperson Laura Morland. Das Hobby ihres Sohnes Tom - Eisenbahnen und Modelleisenbahnbau - ist eine der humoristischen Stärken des Romans. Mrs. Morland selbst ist ebenfalls - wie die Autorin - eine erfolgreiche Unterhaltungschriftstellerin in den 40ern, attraktiv und gut erhalten, aber als Witwe mit eigenem sicherem Einkommen aus ihren Romanveröffentlichungen nicht an einer weiteren Eheschließung interessiert. Um sie herum gruppieren sich teils standarisierte, teils wirklich witzige Charaktere, die einen netten Einblick in den British Way of Life vor dem 2. Weltkrieg vermitteln. Einige sehr schöne witzige Dialoge, die das britische Bildungswissen frech persiflieren, machen diesen Roman zu einer amüsanten Lektüre. Für InteressentInnen wirklicher Liebesgeschichten ist der Roman nicht geeignet. Große Gefühle werden eher durch den Kakao gezogen und Bindungen auf ihren Nutzen hin untersucht. Für mich war die Lektüre aber eine sehr unterhaltsame Entspannung ohne Anspruch.

    2c, ein Buch, auf dessen Rücken Autor und Titel in der gleichen Farbe stehen, ist erledigt mit

    Barbara Pym: Tee und blauer Samt


    Leider kann ich das Cover hier nicht laden, da die Ausgabe aus den 90ern stammt, aber sie gehört in die Reihe der Taschenbücher der Serie Piper und jede/r, die/der welche von diesen Bänden in den Regalen stehen hat, weiß, dass die Rückenbeschriftung immer (oder meist ? Bei mir sind es alle vorhandenen) einfarbig ist.

    Ich habe mal den Thread-Titel geändert, damit ich hier auch die anderen Romane Barbara Pyms, die ich in die Finger bekommen kann, vorstellen kann.

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    Der kleine Roman "Tee und blauer Samt" (250 Seiten) erschien zuerst 1939/40 und spielt in den Oxforder Gelehrtenkreisen und der ihrer Trabanten. Auch hier ist die Hauptperson wieder ein etwas in die Jahre gekommenes Fräulein, Miss Morrow, diesmal eine Gesellschafterin, und auch hier endet der Roman genauso, wie er angefangen hat, d.h. für Miss Morrow bleibt alles unverändert, auch wenn sie im Laufe der Geschichte einen Heiratsantrag von einem sehr attraktiven Vikar erhält.

    Der Roman ist laut Rückumschlag "eine vollendete Farce über die den Jahrmarkt universitärer Eitelkeiten, über die Schrulligkeiten und antiquierten Rituale des englischen Mittelstandes" und das beschreibt den Inhalt bestens. Es geht um die Affäre eines nicht sonderlich begabten noch fleißigen, dafür gut aussehenden Professor für englische Literatur in den mittleren Jahren und seine nicht sonderlich weit voranschreitenden Affaire mit einer seiner Studentinnen und die Reaktion seiner Umwelt darauf. Das Ganze ist eine Aneinanderreihung höchst komischer Dialoge und spitzfedriger Charakterisierungen unterschiedlicher Typen, die einfach nur großen Lesespaß macht.

    Der ist ganz nett. Den nächsten hab ich auch noch gelesen, aber der war mir zu abstrus. Dann habe ich die Reihe aufgegeben, die ich begonnen habe, weil ich Schwäbisch-Hall absolut zauberhaft finde und schon sehr oft dort war.

    Aber sorry, das Ganze ist off Topic und überhaupt nicht britisch.

    Zwischenstand:


    Fast alle, die etwas angemeldet hatten, haben auch schon etwas als gelesen vermeldet.

    Den größten großbritannischen Eifer zeigen bisher dodo , finsbury und Valentine mit je drei gelesenen Werken. dodo hat bereits ein viertes Buch angemeldet und Valentine sogar ein fünftes! Wird finsbury nachziehen? Können und wollen Deoris ,

    Das hast du aber nett formuliert! Leider ziehe ich mich jetzt aus dem weiteren Wettbewerb dieses Monats zurück und wende mich dem faulen Oblomov in Russland zu, zu dem im Klassikerforum eine Leserunde läuft.

    Übrigens möchte ich für den Februar nicht in den Lostopf, da ich am anmeldeintensiven nächsten Wochenende unterwegs bin.

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    Zum Autor:
    Das ist ein Pseudonym, wie man unschwer an dem sprechenden Nachnamen und den fehlenden Punkten beim Vornamen erkennen kann. Laut Verlag ein bekannter Autor, der darunter eine neue Krimireihe beginnen lässt.

    Der Inhalt:
    Im winterlichen Südwesten Irlands im Jahr 1957 wird ein ermordeter Priester in der Bibliothek eines Herrenhauses aufgefunden, nicht nur seines Lebens, sondern auch seiner Männlichkeit beraubt.
    Der zurückhaltende Ermittler St John Strafford - aus der englischstämmigen anglikanischen Oberschicht stammend wie auch der Eigentümer des Herrenhauses - kommt mit seinen Ermittlungen nicht recht voran. Einerseits sei der Priester sehr beliebt gewesen und habe sich an den klassischen Vergnügungen des Landadels - wie Jagden - beteiligt, andererseits sind viele auf ihn nicht gut zu sprechen. Vor Jahren war er als geistlicher Beistand an einer verrufenen Schule in Connemara und so geht der Blick auf das Motiv schließlich in Richtung (Kindes)missbrauch.

    Meine Meinung:
    Das Ganze ist ungefähr so zäh und undurchsichtig wie winterlicher Nebel. Es gibt einige schöne Landschaftsbeschreibungen, das Setting insgesamt ist auch gelungen, aber die Personen, die dieses Kriminalstück bevölkern, lassen einen ziemlich kalt, wie die Atmosphäre insgesamt. Der Ermittler ist genauso blutleer wie die meisten anderen Personen. Der Assistent des Inspektors wird kurz eingeführt und kommt dann gleich ums Leben, um als Deus ex machina endlich auf die scheinbar richtige Spur zu weisen. Für den Beginn einer Krimireihe finde ich es äußerst misslungen, eingeführte Personen eines Teams gleich wieder um die Ecke zu bringen sowie die Zukunft des Ermittlers durch eine Vorausblende auch schon ein bisschen zu verheizen. Ich werde jedenfalls keinen weiteren Krimi aus dieser Reihe lesen, falls überhaupt noch welche veröffentlicht werden.

    Das ist mein zehnter Walters, aber schon die letzten drei haben mir nicht mehr so gefallen. Ich habe noch zwei auf Halde, aber nach denen werde ich wohl keine mehr lesen.

    Welches waren diese drei denn? Ich habe die Titel ihrer Bücher nicht so im Kopf, nehme aber manchmal eines mit, wenn ich in der Bücherei oder OnLeihe stöbere.


    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass manchmal zu viele Bücher aus der gleichen Feder hintereinander nicht gut für mich sind. Dann stört mich das, was mir sonst eigentlich gefällt. Nach einer Pause ist alles wieder im Lot.

    Da hast du sicherlich Recht. Es ist aber so, dass zwischen meiner vorletzten Walters-Lektüre und dieser erstaunlicherweise tatsächlich 14 Jahre vergangen sind. Davor hatte ich 2004 "Fuchsjagd" und 2003 "Der Nachbar" gelesen, von denen ich nicht mehr viel weiß, außer dass sie mir eben auch nicht besonders gefallen haben, aber sie waren nicht sowenig nachvollziehbar motiviert wie dieser. Ich habe jetzt noch "Der Außenseiter" und "Teufelswerk" auf Halde, danach habe ich keine Walters mehr gekauft. Vielleicht sind ja diese beiden dazu geeignet, mir die Motivation für weitere zu geben, aber erstmal habe ich keine Lust auf deren Lektüre.

    Die ersten vier oder fünf Romane haben mir aber sehr gut gefallen, sonst hätte ich diese Autorin nicht so lange verfolgt.

    Habe mein zweites angemeldetes Buch sehr zäh gefunden und nur sehr widerwillig ausgelesen.

    Minette Walters: Schlangenlinien


    Nun melde ich noch einen Krimi an:

    JB Lawless: Tod in der Bibliothek

    Das ist das Pseudonym eines Autors, der Englisch schreibt, und der Krimi spielt in den 50er Jahren in Irland, das ja nun auch zu den britischen Inseln gehört. Außerdem spielt der Krimi im Landhaus ei.nes landadeligen Vertreters der Church of Ireland und damit einem Teil der anglikanischen Kirche, weshalb wir es hier mit ursprünglich englischen Vertretern der irischen Oberschicht zu tun haben. Das Gleiche gilt für den Kommissar.

    Ich war ganz erstaunt, einen eigenen Thread zu dem Roman zu finden und auch noch so viele positive Besprechungen.

    Der Inhalt ist ja oben hinlänglich dargestellt worden, deshalb will ich direkt mit meiner Kritik beginnen.

    Ich finde die Hauptfigur völlig künstlich, charakterlich sehr unlogisch gestaltet und sogar abstoßend. Schon allein dieses manirierte M. Ranelagh, dass man bis zum Ende nicht erfährt, wie die Frau mit Vornamen heißt, zeigt, dass dieser Charakter schlecht angelegt ist. Denn es gibt auch keinerlei Erklärung bzw. Parallelität zu dem angelegten Persönlichkeitsprofil, warum wir Leser und auch ihre Briefpartner nicht ihren Vornamen erfahren und auch nicht aussprechen. Sie ist völlig fixiert auf ihre ermordete Nachbarin, was politisch vollkommen korrekt ist, aber wenig wahrscheinlich angesichts dessen, was ihr an Handlungen zugeordnet wird. Zuerst wirbelt sie berechtigterweise ihren privaten Umkreis und den rassistischen Polizisten, der mit der Aufklärung beauftragt wurde, durcheinander, dann kuscht sie plötzlich vor dem Polizisten und zieht mit ihrem Mann, kurz nachdem dieser sie vergewaltigt hat und sie sich getrennt hatten, ins Ausland, um die Ehe zu retten, worauf sie scheinbar für 20 Jahre in Hinsicht auf den Fall der Ann Butts Ruhe gibt. Aber dann kommt sie plötzlich wie eine Nemesis wieder und stürzt sich auf alle Personen, die mit dem Fall zu tun hatten, bezieht ihre ganze Familie ohne Rücksicht auf Verluste in die Ermittlungen mit ein.


    Eigentlich gibt es in diesem Roman keine einzige Person, die mir auch nur ein bisschen sympathisch war, mit Ausnahme vielleicht des Opfers.
    Auch das eher überraschende Ende kommt mir wenig motiviert vor.


    Das ist mein zehnter Walters, aber schon die letzten drei haben mir nicht mehr so gefallen. Ich habe noch zwei auf Halde, aber nach denen werde ich wohl keine mehr lesen.

    Mit dem Sachbuch von Kirsten A. Seaver: Mit Kurs auf Thule. Die Entdeckungsreisen der Wikinger habe ich Kriterium 15 c erfüllt. Lies ein Buch, auf dessen ersten 20 Seiten ein Monatsname vorkommt. Das Buch beginnt mit einer Zeittafel zu dem Thema und da kommt auf Seite 18 der 6. Januar (sogar der Monat meiner abschließenden Lektüre :zwinker:) vor. An diesem Tag hat Papst Leo der IX. eine Bulle veröffentlicht, die etwas mit den nordischen Besitzungen der Kirche zu tun hatte.

    Kirsten A. Seaver: Mit Kurs auf Thule. Die Entdeckungsreisen der Wikinger


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    Dieses Buch behandelt – im Gegensatz zu dem irreführenden Titel – die Zeit der Besiedelung Grönlands durch Nordmänner sowie deren Erkundung der heutigen kanadischen Inseln gegenüber Grönland. Ein großer Teil des Werks beschäftigt sich auch mit der Entmythologisierung dieses Themas, das sehr oft aus politischen Machtansprüchen sowie chauvinistischen, ja rassistischen Gründen verfälscht wurde.

    Wie weithin bekannt und durch die drei Isländersagas, die Grönland betreffens sowie durch archäologische Funde belegt, besiedelten Erik, der Rote, seine Freunde und Gefolgsleute zu Ende des 10. Jahrhunderts von Island aus Teile der südwestlichen Küste Grönlands. Ihre Nachfahren und mögliche spätere Einwanderer aus Island und Norwegen hielten diese Besiedelung ca. 500 Jahre aufrecht, bis sie dann zunächst aus dem Interessenskreis der nordischen Staaten und dann auch wirklich verschwanden, so dass spätere Erkundungen ab dem späten 16. Jahrhundert keine nordischen Einwohner mehr vorfanden.

    Seavers Buch ist ein Fachbuch, d.h. mit einem großen Anmerkungsteil und zum Teil den interessierten Laien ermüdenden Widerlegungen all der Mythologisierungen und auch bewussten Fälschungen der späteren Zeit ausgestattet. Dennoch liest es sich über weite Strecken sehr spannend und führt einen nicht nur in die Geschichte der nordischen Grönländer, sondern auch allgemein in die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Anrainerstaaten um Nordsee und Nordpolarmeer ein, insbesondere in alles, was mit dem Meereshandel des Mittelalters und der frühen Neuzeit zu tun hat.


    Für Menschen, die an der nordischen Literatur interessiert sind, ohne sich an faszinierenden Wikingermärchen weiden zu wollen, ein sehr interessantes Werk.