Beiträge von finsbury

Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Ja, das muss wohl schon sehr lange her sein. Der Band kam 2012 nochmal in einer er-weiterten Auflage heraus, also muss das schon mindestens sieben Jahre her sein. Wie Lanz sonst ist, darüber kann ich keine Aussage treffen, da ich prinzipiell keine Shows ansehe.

    Der mir nur dem Namen nach, aber sonst wohl ziemlich bekannte Moderator Markus Lanz ist in seiner Freizeit begeisterter Reisender, vor allem in extreme Zonen und immer wieder nach Grönland. Außerdem kann er noch wirklich gut fotografieren und so hat National Geographic diesen Bildband 2010 herausgegeben.


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    Lanz ist als Südtiroler von Kindesbeinen ein großer Fan von Kälte, Schnee und Eis. Außerdem hat er auf seinen Reisen einige Inuit näher kennen gelernt, durfte sie sogar im Polarwinter bei der Jagd begleiten, was Europäern selten erlaubt ist, denn die Inuit werden von vielen einseitig argumentierenden Umweltschützern und Tierliebhabern geradezu verfolgt, obwohl ihre Kultur auf der an die Natur angepasste und niemals sie ausbeutenden Jagd beruht.

    Lanz erzählt von diesen Jagdausflügen, besucht den Enkel des mutmaßlich ersten Menschen am Nordpol, Peary, bricht in die Einöde der kleinen Siedlungen der Polarinuit im äußersten Norden und der wenigen Ivy in Ostgrönland auf, die noch in den kaum erreichbaren Siedlungen an dem mittleren Küstenabschnitt leben und so anders sind als die Inuit, dass sie sogar einen eigenen Namen haben.

    Stimmungsvoll bebildert wird der dicke Band mit Aufnahmen von Nordlichtern in der Polarnacht, den wettergegerbten Gesichtern erfolgreicher Jäger und ihrer Schlittenhunde, sich um einen Walkadaver balgende Eisbären, spielender Inuitkinder, grandioser Küsten- und Eisbergaufnahmen.


    Ein schönes Buch, dessen Kapitel manchmal etwas verwirrend anfangen, das einen aber sehr sensibilisiert für die leider untergehende Kultur des so perfekt der Natur angepassten Jägervolkes und natürlich die umwerfende, wenn auch uns lebensfeindlich erscheinende Landschaft Grönlands.
    Einziges Manko sind für mich die sehr klein und hell gedruckten Bildtexte, die man fast mit der Nase drauf lesen muss, um sie erkennen zu können.


    Für Arktisfans ein guter Lesetipp!

    Der Inhalt ist in den vorherigen Beiträgen schon sehr gut dargestellt worden und auch Lob und Kritik teile ich in vielerlei Hinsicht.

    Das Genre des Kurzromans, der wohl nur Roman heißt, weil er durch seine Rück- und Vorblenden viele Jahrzehnte umfasst, die Beziehungsgeschichte, ist etwas, was McEwan sehr gut kann, schon in vorherigen Romanen und auch später immer wieder variiert.

    In diesem Roman geht es ja eigentlich nur um ca. zwei Stunden - das Dinner zu zweit und die darauffolgende, aber schnell abgebrochene Hochzeitsnacht. Am Anfang hat mit der Roman gar nicht gefallen, es wurde mir zu psychologisch und zerquält. Die Rückblenden haben dann allerdings wieder das ganze Können des Autors vorgeführt, seinen analytischen Blick für Familienverhältnisse und die wunderbare Schilderung englischer Landschaften und Stimmungsbilder. Wie Madicken und @Ophelia finde auch ich die unterschiedlichen Begründungsansätze für Florences Verhalten störend und motivationstechnisch misslungen.

    Außerdem glaube ich nicht, dass so ein riesiger Gegensatz zwischen dem Anfang und dem Ende der Sechziger herrschte. Erstens erwähnt McEwan selbst, dass es auch zu dem Zeitpunkt von Florences und Edwards Eheschließung schon häufig zu vorgeschlechtlichem Sex zwischen verlobten Paaren kam, und zweitens griff die sogenannte sexuelle Revolution ja nicht sofort auf alle über, so dass sich noch viele Jahre später zumindest in vielen gesellschaftlichen Gruppen keine große Freizügigkeit breitmachte. Es war nicht so ein massiver Vorher-Nachher-Kontrast, wie er öfters beschrieben wird. Deshalb könnte ich mir vorstellen, dass es Florence später vielleicht genauso ergangen wäre, wenn sie vielleicht dann auch noch nicht verheiratet gewesen wäre. Aber für die gemeinsame Liebe wäre es eine ebensolche Katastrophe geworden.
    Es war eine z.T. reizvolle Lektüre, aber für mich hat McEwan bessere Bücher geschrieben.

    Es ist hier schon so viel über das Buch geschrieben worden, dass ich mir lange Elogen spare.

    Wie schon öfters bei der Reihe finde ich beim Anlesen die Sprache etwas hölzern und die Gags zu gewollt. Aber irgendwann, ca. nach den ersten fünfzig Seiten, springt dann der Funke über und der ungehemmte Lesespaß beginnt. Ich weiß nicht, woran das liegt, ob die beiden Autoren auch etwas brauchen, um sich einzugrooven, oder ob ich mich immer an die Sprache und Art gewöhnen muss und das erst auf die Dauer witzig und spannend finde. Dafür müsste ich mir die Anfänge mal genauer angucken, wozu mir Zeit und Lust fehlen.

    Aber - wie oben schon häufig gesagt - dieser Jubiläumsfall ist wirklich eine Belohnung für Reihenleser, die hier interessante Hintergründe erfahren. Mir hat am besten die Bewerbungsvorstellung von Maier gefallen: Das setzt ja dem typisch Maierschen Verhalten noch zwei bis drei drauf.

    Wie immer eine unterhaltsame Lektüre, auch für Nicht-Allgäuer. Dank Klufti kennen wir Neigschmeckten Altusried und Kempten jetzt auch ein bissle besser.

    Ross Macdonald (1915-1983) ist einer der wichtigsten und besten amerikanischen Krimiautoren des 20. Jahrhunderts.
    "Der blaue Hammer" ist der letzte Roman um seinen berühmten Privatdetektiv Lew Archer.


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    Zum Inhalt:

    Lew Archer erhält von einem Bergbaumagnaten und dessen Frau den Auftrag, nach einem ihnen gestohlenen Bild des berühmten Richard Chantry, der vor 25 Jahren spurlos verschwand, zu suchen. Chantry, den berühmtesten Sohn des fiktiven Städtchens Santa Teresa in Kalifornien, das der Wirkungsort Lew Archers ist, umgibt ein großes Geheimnis. Geduldig dröselt Archer Faden um Faden des Falls auf, stolpert dabei über mehrere Leichen und lernt eine junge Reporterin kennen und lieben.

    Meine Meinung:

    Der Roman ist nichts für Menschen, die in atemloser Spannung durch die Seiten hetzen wollen, und auch der eigentliche Täter ist schon früh - zumindest vom Namen her -recht klar, wenn auch immer wieder falsche Spuren gelegt werden. Aber was für eine Sprache! Obwohl die Übersetzung als schlecht gilt -vor allem ist allerdings die Rechtschreibung furchtbar schlampig - schafft Macdonald eine magische Atmosphäre an den Handlungsorten, mit wenigen Pinselstrichen sehen wir das in der Sommerhitze brütende Santa Teresa, die Welt der Reichen und Armen, den Schmuddel vernachlässigter Häuser und die Pracht der Villen.
    Besonders berührt hat mich die Auflösung des martialischen Titels, der sich metaphorisch auf etwas besonders Zartes und Verletzliches bezieht.

    Toller Krimiklassiker und überhaupt nicht chauvinistisch, wie das so manchen der anderen amerikanischen Krimiklassiker nicht abzusprechen ist. :tipp:

    Der dänische Autor Kim Leine veröffentlichte seinen Roman 2012 und erhielt mehrere wichtige skandinavische Literaturpreise dafür.


    Zum Inhalt:

    Der Norweger Morten Falk kommt am Ende des 18. Jahrhunderts nach Kopenhagen, um nach dem Willen seines Vaters Theologie zu studieren und dann ein Pfarramt zu übernehmen. Eigentlich interessiert sich Morten aber für Naturwissenschaften und Medizin, legt aber nach einigen Blicken in diese Wissenschaften brav sein Examen für das Pfarramt ab. Er verlobt sich mit der Tochter seines Vermieters, verlässt sie aber zugunsten einer Berufung zur Grönlandmission. In seinen Dreißiger Jahren wird er Pfarrer auf Sukkertoppen, einer Handelsstation in Mittelgrönland. Er erfährt die Grausamkeiten der dänischen Kolonialherren an den Einheimischen und besonders auch gegenüber den Mischlingen, muss sich mit dem extremen Klima und dem völlig fehlenden Komfort abfinden und kommt in Kontakt mit einer Gemeinde von pietistischen Einheimischen. Er verstößt in vielerlei Hinsicht gegen sein Gelübde, erkrankt an Leib und Seele und verlässt schließlich Grönland. Nach einiger Zeit bei seinem Vater in Norwegen und dem Erlebnis des großen Brandes von Kopenhagen zu Beginn des 19. Jahrhunderts wird er jedoch auf sich selbst zurückverwiesen und erkennt, dass sein Schickal und seine Aufgabe in Grönland liegt.


    Meine Meinung:

    Das klingt wenig spektakulär, ist aber ungeheuer spannend, historisch genau und detailreich und sehr farbig erzählt. Ich konnte die beißende Kälte, die Hitze des großen Feuers, den Gestank der Gassen und der Urineimer in den Gemeinschaftsunterkünften, das Delirium des Branntweintrinkers und die Seligkeit des kurzen Frühlings und Sommers in Grönland intensiv nachvollziehen, das gelingt mir nur bei wenigen Autoren. Wer sich für Skandinavien und Grönland interessiert, gerne historische Romane liest und nichts gegen eklige, aber authentische Details hat, der hat ein großes Leserlebnis vor sich. Für mich das bisher größte Leseerlebnis im laufenden Jahr.


    Absolut lesenswert!!

    Harry Cauley: Bridie und Finn

    Ein wunderschönes Buch über eine Freundschaft in dem von dir angegebenen Zeitraum und Land, chil .

    Gibt's leider nur noch antiquarisch oder in Englisch auf dem Kindle Unlimited. Ich bekomme auch trotz Handeingabe keinen Link hin.