Beiträge von finsbury

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Im Nachhinein könnte ich gar nicht sagen, welche Bände mir weniger gefallen haben. Die letzten Bände waren vielleicht etwas von Melancholie geprägt, könnte aber auch damit zu tun haben, dass ich traurig war, zu wissen, dass es bald vorbei ist. Waren jedenfalls schöne Lesezeiten, obwohl die geschilderten Kreise natürlich sehr weit weg vom Mainstream waren, insbesondere in den Weltkriegsbänden.

    "Emil und die drei Zwillinge"

    Der Roman, die Fortsetzung von "Emil und die Detektive" erschien 1935 und wirkt gerade in diesem Zusammenhang mit seiner philantrhrophen Aussage von Freundschaft und dem Sich-Einsetzen für Schwächere besonders wohltuend.

    Justus, der "Professor", hat von seiner Großtante ein Haus an der Ostseeküste geerbt. Kurzerhand lädt er mit Zustimmung seiner Eltern seine Freunde aus der spannenden Verbrecherverfolgung des vorigen Bandes ein: Gustav mit der Hupe, mittlerweile stolzer Besitzer eines kleinen Motorrades zu seiner Hupe, den kleinen Dienstag, Pony Hütchen mitsamt Großmutter und natürlich Emil, der gerade etwas unglücklich ist, weil seine Mutter sich mit dem Oberwachtmeister Jeschke verlobt hat, obwohl dieser ein "famoser" Kerl ist. Im Badeort Korlsbüttel treffen sie im dortigen Strandhotel außerdem den Liftboy, der bei der Verfolgung des bösen Herrn Grundeis auch mittat und nun als Piccolo ins Gastronomiegewerbe eingestiegen ist. Dieser Piccolo soll nun einen der Zwillinge in einem Artistentrio ersetzen, der dem Oberturner, den alle für den Vater der zwei halten, für die Hebefiguren zu groß geworden ist. Empört schmieden die Freunde einen Plan, wie sie verhindern können, dass der größere Zwilling mittellos zurückgelassen wird, während sich der Artist mit dem kleineren Zwilling und dem Piccolo, der dies seinen Freunden verraten hat und mit im Plan ist, verhindern können.

    Hinzu kommen eine abenteuerliche Segeltour, die kleinste Palmeninsel der Ostsee, ein kauziger Seebär und die Aufführung des neu herausgekommenen Films "Emil und die Detektive" im Kino zu Korlsbüttel. Nicht zu vergessen zwei launige Vorworte für Laien und Fachleute.


    Eine bunte, von Sommer und Meer durchflutete Handlung mit schönen Illustrationen von Walter Trier in der klassischen Kästner-Edition der Kinderbücher. Natürlich manchmal etwas zopfig, und Pony Hütchen erleidet in diesem Roman schon die Frauendiskriminierung, vor der auch Kästner nicht halt machte und die sie auf eine Dänemarkreise mit den Erwachsenen schickt, während die Jungs ihre spannenden Abenteuer genießen. Auch bei den Kommentaren zur geplanten Eheschließung von Frau Tischbein grauste es mich, wird diese doch nur im Lichte einer ökonomischen Versorgung betrachtet. Aber ansonsten auf schöne Weise altmodisch mit den lustigen alten Ausdrücken der Pennälersprache wie "kolossal" oder "famos" und Gustavs ständigem Spruch: "Das ist alles halb so wichtig".

    Hier ist der Inhalt des Romans schon sehr gut dargestellt worden, so will ich gleich zu meiner Meinung kommen.


    Mir hat das Buch sehr gefallen, weil es so einen eigenen Sound hat. Der Autorin gelingt es, dass sich der Leser in der gleichen Atmosphäre fühlt, die auch Kia umgibt. Für mich sind alle ihre Verhaltensweisen folgerichtig, das einzige, was mich stört, sind kleine Mängel in der Perspektive,

    Das wirkt auf mich ein wenig gekünstelt, wie ich überhaupt die Gedichte von "Amanda Hamilotn" für relativ schlecht und gekünstelt halte, viel schlechter als die wunderbare Prosa der Autorin. In diesen Gedichten wird allerdings viel von Kyas Charakter verraten und auch hier wird am ehesten angedeutet, was am Ende herauskommt.
    Das sind aber nur Kleinigkeiten, die man bei einem Debütroman auch gut nachsehen kann. Außerdem ist die Bewertung von Gedichten ja auch sehr subjektiv.


    Gut und sehr geschickt finde ich dagegen die naturwissenschaftlichen Beobachtungen, die schließlich auch die Motivierung von Kyas Handeln bestimmen.

    Ich freue mich auf weitere Berichte zu dem Magazin.

    Das wird aber immer nur mit langen Phasen dazwischen passieren. Ich lese immer nur ein Sachbuch, keineswegs immer ein GEO-Epocheheft gleichzeitig und natürlich auch viel mehr Fiction. Und nicht alle Hefte sind von der Konzeption her so interessant, obwoh der lnhalt, wie du es ja auch kennst und schätzt, Jaqui, meist sehr anschaulich geschrieben und informativ ist.

    Seit ca. zehn Jahren sammele und lese ich diese Zeitschrift für Historisches und finde immer wieder dort viele neue Informationen. In loser Reihenfolge sollen hier daher besonders interessante Hefte vorgestellt werden, oft noch im Buchhandel, als Nachdruck oder antiquarisch erhältlich.

    In den letzten Wochen habe ich das Heft 35: "Die Welt im Jahr 1000" gelesen, das anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Magazins 2009 erschien.


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    Was dieses Heft so besonders macht? Die Zusammenschau, was ca. zwischen 950 und 1050 rund um die Welt so geschah: Hier in Mitteleuropa begründete das Geschlecht der Ottonen das Heilige Römische Reich deutscher Nation, die Wikinger schwächten das englische Königreich, in Südspanien herrschten Muslime in prächtigen Städten wie Cordoba in ihrem Reich Al-Andalus, Leif Erikson entdeckte von Grönland aus Nordamerika und das byzantinische Reich fand unter Basileios dem Zweiten zu seiner letzten großen Ausdehnung.


    Gleichzeitig hatten die Maya ein Reich mit prächtigen Städten wie Chichen Iza im heutigen Mexiko, in Afrika gab es ein legendäres Reich Gana, das mit Gold und Sklaven handelte ud auch die Indianer Nordamerikas hatten am Mississippi schon einen Staat gegründet.


    Aber die Entwicklung der Technik, die überragenden kulturellen Leistungen fanden woanders stand: Im China der Song-Dynastie wurden, Jahrhunderte vor deren Auftreten in Europa, der Buchdruck erfunden, der Kompass und das Axialruder, das Schießpulver, die Windmühle und das Papiergeld. Daneben beherrschten die chinesischen Bauern, durch Beamte dazu ausgebildet und angehalten, fortschrittlichste Techniken zur Meliorisierung ihrer Böden und entwickelten neues, besser an die Bedingungen angepasstes Saatgut.
    In der arabisch-islamischen Welt wurde der Wissensstand der griechischen Antike, in Europa über viele Jahrhunderte vergessen, bewahrt und weiterentwickelt, insbesondere die Medizin und die Mathematik profitierten von diesen Erkenntnissen.


    Deshalb hat mir dieses Heft besonders gut gefallen, weil es mir mal wieder gezeigt hat, dass die Selbstgefälligkeit der westlichen Welt nicht viel mit der Geschichte zu tun hat, beispielsweise dass die Europäer vor vielen Jahrhunderten von den Chinesen genauso abgekupfert haben wie diese in den vergangenen Jahrzehnten wiederum von der westlichen Welt.

    Kiala hat ja schon sehr schön den dritten Band vorgestellt. Dem schließe ich mich im Wesentlichen an. Ich würde jetzt nicht gerade fünf Ratten vergeben, denn großartig oder besonders außergewöhnlich finde ich die Krimiserie nicht, aber das, was du, @Kiala, oben ausführst, macht sie gut lesbar und interessant, nämlich die nebenher vermittelten Infos, die aber geschickt in die Handlung eingebunden sind und die allgemein nette familiäre Atmosphäre, die sowohl für Johns Familie im engeren Sinne als auch für die Gemeinschaft im Tower besteht. Außerdem hat tatsächlich dieser Band noch eine Schippe an Witz draufgelegt, der in den ersten Bänden doch eher mühsam war. Ich werde wohl noch ein wenig in der Reihe weiterlesen.

    Ganz sicher ist das ein Buch, das man besser selber liest, HoldenCaulfield. Für mich ist das einer der besten historischen Romane, die ich kenne, aber er lebt von sogenannten Leerstellen, d.h. er überlässt dem Leser oft selbst, sich eine Meinung über die handelnden Personen zu bilden. An diesen Stellen pausiert man dann von selbst und überlässt sich seinen Gedanken, das geht bei einem Hörbuch schwerer. Außerdem schlage ich oft zurück, weil die Handlung recht komplex ist und ich nicht immer alle Personen mit ihren Hintergründen im Kopf habe,
    Ich finde den Roman dennoch sehr spannend und auch viel authentischer als die meisten historischen Romane, weil nicht versucht wird, aus dem historischen Setting ein buntes Gemälde zu gestalten, sondern eher die Hintergründe von Entscheidungen wichtig sind. "Spiegel und Licht", der dritte Band steht hier bereit, ich will ihn unbedingt in diesem Jahr noch lesen.

    10 b. Lies ein Buch ohne Liebesgeschichte, Affäre, Liebelei zwischen den Protagonisten.

    Gerald Durrell - Die aberwitzige Reise eines betrunkenen Elefanten


    Adrian und Rosy, die Protagonisten, haben keine romantische Beziehung zueinander - schließlich ist Rosy ein Elefant ;)

    Und wie fandest du das Buch, marimirl ? Ich habe es letzte Woche in der Buchhandlung entdeckt und sofort mitgenommen, da ich mich erinnerte, mal ein sehr schönes und witziges Buch von Gerald Durrell über seine Familie auf Kreta gelesen zu haben.

    Ach ja, ein nettes Thema! Es passt zwar absolut nicht zu meinen Lesevorhaben dieses Jahr, aber die schaffe ich sowieso nicht. Also melde ich an:

    Delia Owens: Der Gesang der Flusskrebse ( die Heldin des Romans ist zu Beginn ein Kind ).
    Erich Kästner: Emil und die drei Zwillinge
    Erich Kästner: Das doppelte Lottchen

    Mir geht es so ähnlich wie dir, Hafermilch. Ich bin nicht unbedingt von jedem Band begeistert, aber ich lese immer wieder einen der Krimis, weil man ganz gut in die chinesische Denke eingeführt wird. Was ich schade finde, ist, dass die Krimis ein bisschen künstlich vom wirklich modernen China entfernt sind: Sie sind in den 90ern angesiedelt, weil Qiu seitdem in Amerika wohnt und die neuen Entwicklungen nur von außen kennt. Deshalb integriert er jetzt oft Probleme, die wohl auch heute noch existieren wie die Korruption, die Verleugnung bestimmter "westlicher" Probleme, die es in China angeblich nicht gebe wie z.B. den Serienmord, aber er kann natürlich aus Gründen des zeitlichen Settings nicht die spannenden Aspekte der digitalen chinesischen Gesellschaft , der Übernahme vieler Weltmachtvorrechte thematisieren. Deshalb wirken die Krimis ein bisschen wie ein Puffer zwischen dem sozialistischen Riesenreich und dem heutigen hochentwickelten Technologiestandort mit Great Brother- Absichten.

    Auch ich habe mich nach Schottland begeben und mir die Zeit ein bisschen auf den Highland-Games und dem Clan-Treffen vertrieben.


    Kiala, du hast das oben schon sehr gut geschildert: ein ruhiger unterhaltsamer Krimi mit viel Betonung der Familie und von Freunden , so dass man eine große Menge des Personals aus dem ersten Roman wiedertrifft. Alles plätschert vor sich hin, man erfährt einiges über die Sportarten der Schotten, ein Vogelschutzgebiet und die Verstrickungen zwischen Organisatoren und Sponsoren, alles nix Weltbewegendes, aber die ruhig dahinziehende Handlung entführt einen für eine Weile aus dem Alltag, ohne dass man sich intellektuell anstrengen muss, aber auch ohne dass man sich über schlechte Schreibe und haarsträubende Plots ärgern müsste. Ein angenehmer Zeitvertreib ohne besonderen Anspruch.