Beiträge von Lucidique

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.


    [...] ob es davon besser wird bezweifle ich zwar :rollen: aber wir können dich ja beim Durchhalten unterstützen :smile:


    Das ist sehr lieb. Im Thread habe ich gesehen, dass auch andere das Buch langatmig fanden. Warum es Wendy und Nimue so gut gefallen hat, kann ich bisher noch nicht nachvollziehen. Die letzten knapp 100 Seiten bringe ich einfach schnell hinter mich.



    immerhin ist ideales verregnetes Schmuddellesewetter.


    Huch? Bei uns garnicht! Zwar nicht sonnig aber immerhin trocken. Das ist auch ganz gut, dann kann ich nach der zähen Lektüre eine Runde im Wald joggen um den Kopf wieder frei zu haben für ein weiteres der noch verbleibenden Bücher der <a href="https://literaturschock.de/literaturforum/forum/index.php?thread/16574.msg421847.html#msg421847">Operation Semesterferien-SUB</a> :)


    Huhu elsabina!


    sondern weil die Thematik ein wenig zu verstörend ist.


    Ja, das klingt ganz so. Für mich wäre das ja nichts... :rollen: Bin aber gespannt ob du es bis zum Ende liest :)

    Guten Morgen!


    Ich bin nicht ganz sicher, ob mit der Leserunde auch der Tag heute gemeint war, jedenfalls habe ich nur noch ca 120 Seiten und bin froh wenn ich es endlich durch habe. Ständig setzt die Handlung wieder irgendwo ein und man weiß nicht warum oder wozu... Ich glaube ich werfe schon mal einen Blick in die Rezis der Anderen.


    Liebe Grüße


    [...] aber zum Musical selbst gibt es doch viele begeisterte Stimmen, auch hier im Forum, wenn ich mich nicht komplett täusche.


    Ja klar ;) Ich kenne auch schon den ganzen Soundtrack auswendig. Aber cihd achte halt beides hätte irgendwas miteinander zu tun... :rollen:


    Hab noch aufgeräumt, bin auch noch nicht viel weiter. Reiße mich jetzt zusammen ;)


    Ist das erträglich geschrieben, oder muss ich damit rechnen, dass ich für den Rest des Tages nicht zu gebrauchen bin?


    Ich denke wenn du mit dem Stil der Autorin warm geworden bist, kannst du das an der Stelle an der sie dich darauf hin weist, dass es jetzt kommen wird, selbst entscheiden ob du liest oder nicht. Es ist aber wirklich nicht sooo schlimm, ich konnte es ganz gut aushalten auch wenn es natürlich schon traurig ist.
    Ich wünsche dir eine schöne Zeit mit Wesley! :winken:

    Hallo ihr Drei!


    Schön, dass ihr lest, da kann ich mich mal direkt anschließen. Schließlich ist erstens mal wieder das Fernsehprogramm zum Davonrennen und zweitens zeiht sich mein Buch so dermaßen hin, dass ich Unterstützung gebrauchen kann.


    Es handelt sich um "Wicked" von Gregory Maguire und ich lese es, weil ich nächsten Donnerstag ins Musical gehe. Wenn das aber so wird wie das Buch nehme ich besser Kissen und Decke mit ;)


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    Hat einer von euch das schon gelesen? Bin jetzt auf Seite 221, noch nicht einmal Halbzeit und ich weiß nicht wo es hin gehen soll... :rollen:

    Bisher hat Cirrus Flux, der Junge ohne Nummer, ein eher normales Leben im Haus für Findelkinder geführt. Er und seine Freunde schmieden Zukunftspläne, erkunden unerlaubt die Gegend und erzählen sich Geistergeschichten. An dem Tag, an dem der düstere Mann mit den Krähen im Garten auftaucht, wird plötzlich alles anders. Cirrus' bester Freund muss in die Lehre und er fürchtet, ihn nie wieder zu sehen. Kurze Zeit später richtet sich völlig unerwartet die Aufmerksamkeit zahlreicher zwielichtiger Gestalten Londons auf Cirrus. Langsam wird ihm klar, dass sein Vater der Seefahrer James Flux, ihm etwas unschätzbar Wertvolles überlassen haben muss.


    Pandora wächst im selben Haus wie Cirrus auf und beginnt ihre Lehre bei Madame Orrery, einer im Mesmerismus bewanderten Dame, die angeblich Krankheiten heilt, aber eher an eine böse Hexe erinnert. Als Pandora erfährt, dass ihre Herrin auch hinter Cirrus her ist, beschließt sie, den ihr eigentlich unbekannten Jungen, zu warnen. Madame Orrery versucht Cirrus' Flucht zu verhindern, doch plötzlich schaltet sich Hilfe aus der Vergangenheit ein.


    Alte Freunde, ein Feuervogel, Magie und Gefahren begegnen dem Waisenjungen auf seiner Flucht durch das England des 18. Jahrhunderts. Kann Cirrus das Geheimnis, das ihm sein Vater überließ, hüten?
    Eine rasante Verfolgungsjagd, im durch die Aufklärung geprägten England, nimmt ihren Lauf.


    Matthew Skeltons zweiter Roman lebt, abgesehen vom ansprechenden Äußeren, von einer äußerst abwechslungsreichen Sprache, die den Leser mit anschaulichen aber doch innovativen Vergleichen in ihren Bann zieht. Haare werden mit „umkränzenden Dampfwölkchen“ verglichen, Münder „klappen wie eine Falle“ nach einem gespielten Lächeln wieder zu. Da die Kapitel zwischen der Handlung um Pandora und Cirrus hin und her wechseln, ist zusätzlich für Spannung gesorgt. Außer der Sprünge zwischen den Handlungsorten, wird wie im Prolog, an einigen Stellen auch ein Zeitsprung vorgenommen. In der Vergangenheit liegt die Erklärung für das Geheimnis um Cirrus' Anhänger in Form einer Weltkugel und alle wollen sich dieses Geheimnis zu eigen machen.
    Die Charaktere sind durchweg authentisch und auch ihr Gefühlsleben wird eingeflochten. Man nimmt teil an ihren Entscheidungen und oft auch an ihrer situationsbedingten Verzweiflung. Der Leser schließt Cirrus und Pandora sofort ins Herz, kann aber auch Antipathie gegen Charaktere wie Madame Orrery oder den Betreiber des „Hauses der Wunder“ Mr Leechcraft entwickeln.
    Neben Figurengestaltung und Erzählweise, ist der historische Hintergrund sehr wirkungsvoll in die Geschichte integriert. Hypnotiseure und Elektrifizierungskünstler faszinieren heute noch genauso wie damals. Zwar stößt man beim Lesen auf einige Worte, die Dinge bezeichnen, die im heutigen Alltag nicht mehr verwendet werden, aber es macht Spaß, zum Beispiel mithilfe des Internets, nach ihrer Bedeutung zu forschen. Einige Skurrilitäten, wie zum Beispiel ein „Astrolabium“ oder „Armillarsphären“, gibt es wirklich und sie sind heute noch im Museum zu bestaunen. Im Anhang geht der Autor außerdem darauf ein, welche Bücher er als Quellen verwendet hat um die damalige Zeit realistisch abzubilden. Auch der Name „Cirrus Flux“ und seine Bedeutung werden erklärt, was jedoch jeder Leser lieber selbst herausfinden sollte.
    Vielfach erinnert der Roman aufgrund der Thematik des Findelkind-Hauses an „Oliver Twist“, durch einen ebenfalls spannenden Showdown und zahlreiche fantastische Elemente ergänzt.
    Wem bereits Matthew Skeltons erster Roman „Endymion Spring“ gefällt, für den ist dieses Buch auf jeden Fall ein guter Griff. Es ist, obwohl es kein Auftakt zu einer mehrteiligen Reihe ist, extrem vielschichtig und umfasst auf seinen 324 Seiten viel Handlung ohne dabei knapp oder lückenhaft zu wirken.
    Ein Buch das fesselt, erstaunt, rührt und auch über seine Seiten hinaus beschäftigt.


    5ratten

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    Klappentext:
    Lass es dir gesagt sein:
    DIES IST EIN SEHR GEFÄHRLICHES BUCH!


    Ich würde dir hier gern von den zwei tapferen Helden erzählen, Kassandra und Max-Ernest (Namen aus Sicherheitsgründen geändert), und davon, wie ein geheimnisvolles Kästchen, die „Symphonie der Düfte“, die beiden auf die Spur eines Zauberers führt, der unter rätselhaften Umständen verschwunden ist. Ich würde dir gern von den haarsträubenden Abenteuern erzählen, die unsere beiden helden dann erleben, von den vertrackten Rätseln, die sie lösen, von den ruchlosen Schurken, die sie bekämpfen müssen. Aber leider kann ich dir all dies nicht verraten. Sonst würdest du das Buch nämlich lesen wollen.


    Doch das wäre einfach zu gefährlich! Denn dieses Buch enthält ein Geheimnis.


    Jetzt willst du natürlich unbedingt wissen, was das Geheimnis ist! Denn ein Geheimnis NICHT zu kennen, ist so ungefähr das Schlimmste, was einem passieren kann, sagst du. Doch ich kenne etwas, was noch viel schlimmer ist: Ein Geheimnis zu kennen.


    Wenn du das Buch trotzdem lesen willst – dann tu, was du nicht lassen kannst.


    Aber denk dran: ICH HABE DICH GEWARNT!!!


    Meine Meinung:
    Was der Klappentext so vielversprechend zu verhindern versucht, nämlich dass das Buch gelesen wird, wird mithilfe einer Warnung auf der ersten Seite des Buches noch einmal bekräftigt: Nicht weiterlesen! Aber natürlich ist man inzwischen so neugierig, dass man doch weiter liest. Der etwas überfürsorgliche und geheimnisvolle Erzähler (von dem man auch am Ende des Buches nicht mehr weiß, als dass er die Geschichte erzählt) macht ein unheimliches „Fass auf“ bezüglich des in diesem Buch mit dem schrecklich langen Namen enthaltenen Geheimnisses und beteuert mehrere Seiten lang wie GEHEIM doch alles ist. Das erste Kapitel besteht dann auch aus lauter xxx, denn es ist zu geheim um gelesen zu werden. Was am Anfang noch so akribisch durchgehalten wird, verläuft sich zur Mitte des Buches hin und bis auf einige Empfehlungen, Fußnoten mit mehr oder weniger lustigen Kommentaren und eine Anleitung für einen Schluss zum selber-schreiben erfährt man vom Erzähler nicht mehr viel. Die Story um die beiden merkwürdigen Kinder Kassandra und Max-Ernest wechselt regelmäßig zwischen „Warum tut ihr denn nichts?“ und „Warum lasst ihr das nicht?“. Gegen Ende allerdings nimmt die Geschichte Fahrt auf und fesselt den Leser, auch wenn ich damit nicht mehr gerechnet hätte. Das innerliche Kopfschütteln über den Verlauf der Handlung rückt sogar zunehmend in den Hintergrund. Einige gute Ansätze wie das Thema Synästhesie (Farben hören und Ähnliches) sind enthalten, einige bereits ausreichend abgenutzte Themen wie den Stein der Weisen und Alchemie kommen aber auch vor. Leider kann ich bezogen auf die Handlung nicht konkreter werden, um potenziellen Lesern die Überraschung nicht zu verderben.


    Rückblickend dient diese ganze anfängliche Geheimniskrämerei scheinbar nur dazu, eine unheimlich bizarre Story mit einem grundlegenden Problem (der Rettung des verschwundenen Magiers) das nicht weiter verfolgt wird und zum Ende hin sogar offen bleibt, aufzubauschen. Da dies lange Teile über sogar gelingt, kommt zumindest der Spaßfaktor nicht zu kurz. Ohne das ganze Spektakel, wäre es aber nicht mehr als ein Buch über zwei Kinder, die ein Abenteuer erleben. Mein Gefühl nach der Lektüre lässt mich weiterhin ruhig schlafen und das Schlimmste ist: Ich bin mir gar nicht mal sicher welches unglaublich geheime Geheimnis dieses Buch mir verraten hat!


    Um das strenge Urteil etwas abzuschwächen, muss ich anmerken, dass das Buch bei meinen beiden Schwestern schon nach den ersten Seiten unheimlich eingeschlagen hat. Ich bin sicher, dass jeder der angefangen hat zu lesen auch unbedingt das Geheimnis erfahren will. Da man Kinder irgendwie in seinen Bann ziehen muss, sind Kapitelnamen wie „Die Überschrift dieses Kapitels ist so beunruhigend, dass ich beschlossen habe sie wegzulassen“ oder verblüffende Ideen des Erzählers wie „Statt die Abenteuer von Kass und Max-Ernest weiterzuerzählen, werde ich das Buch hier abbrechen“ (Seite 152) durchaus wirkungsvoll.

    Fazit:
    Für Erwachsene wahrscheinlich eher ein mäßiges Lesevergnügen, für Kinder allerdings ein lustiges, toll aufgemachtes Abenteuer, eventuell manchmal etwas zu langatmig.


    3ratten

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    Klappentext:
    Die bezaubernde Erzählung über eine junge Frau und ihre hinreißend chaotische Eule.


    Die junge Biologin Stacey ist nicht auf der Such nach einem Haustier und schon gar nicht nach einer Eule, als sie ausgerechnet an einem Valentinstag ihr Herz an den vier Tage alten, verletzten Wesley verliert – eine schicksalhafte Fügung, die ihr Leben prägen wird. „Wesley“ ist die witzige und anrührende Geschichte des Zusammenlebens von Mensch und Eule, die beweist, dass ein bester Freund manchmal Federn haben kann.


    Meine Meinung:
    „Die kleine Eule war so winzig und hilflos, dass sie nicht einmal den Kopf heben oder sich warm halten konnte […] Ich verliebte mich Hals über Kopf in diese hoffnungslos tollpatschige Gestalt.“ (Seite 9)


    Nimmt man dieses Buch zur Hand, schlägt zunächst das Herz eines jeden Harry-Potter-Hogwarts-Fans höher. Eine eigene Eule, wie niedlich sie aussieht und wie schön, ein so wildes Tier zu zähmen. Doch dieses Buch zeigt definitiv welches Opfer es eigentlich bedeutet ein wildes Tier aufzunehmen und zu versorgen. Denn spätestens wenn es darum geht sechs Mäuse täglich als Nahrung zu verfüttern und einen Vorrat in der Kühltruhe anzulegen, überlegt man sich, ob die ganze Sache wirklich noch so niedlich ist.
    Stacey ist Biologin und nimmt den kleinen Wesley bei sich auf. Ab dem Zeitpunkt der Ankunft in ihrem Zuhause lässt sie den Leser an Wesleys Lebensgeschichte teil haben. In einer äußerst anschaulichen und witzigen Art beschreibt sie, wie der kleine Fellknäuel wächst, fliegen lernt, Eigenheiten entwickelt und wie der Alltag mit diesem nicht ganz alltäglichen Haustier aussieht. Es besteht kein Zweifel, dass es eine Menge Wissen und viel Zeit erfordert, ein Tier so intensiv zu pflegen, dass es in Gefangenschaft ganze 19 Jahre alt wird. Neben den ganz speziellen Anekdoten von Wesley, erfährt man viel über die Art der Eulen an sich. Über ihre Geschichte, Lebensweise und Verhalten. Auch über Wissenschaftler und Biologen, und darüber dass sie ein ziemlich seltsames Völkchen sein können erfährt man einiges. Die Autorin verknüpft alle Elemente miteinander zu einem großen Ganzen und schildert auch die Tiefschläge, die sie und Wesley gemeinsam gemeistert haben. An der Art wie sie die Geschichte zu Papier gebracht hat merkt man die tiefe Liebe, die sie noch immer für das Tier empfindet und durch diesen Umstand -und die Tatsache, dass Vergleiche mit „Kampfpiloten“ oder Bezeichnungen wie „Flatter-Hops-Crash-Phase“ unwillkürlich ein Lächeln auf die Lippen zaubern- erreicht sie ein Gefühl, als würde man mit einer guten Freundin sprechen. Die zahlreichen Bilder, die Wesley in einzelnen Phasen seines Lebens zeigen und eindrucksvoll dokumentieren, dass er eben keine ganz normale Schleiereule ist, runden das Bild perfekt ab. Zum Schluss merkt sie sogar an, dass sie selbst an Tiergeschichten hasst, dass man wenn man den Protagonisten gerade ins Herz geschlossen hat, er leider verstirbt und überlässt deshalb dem Leser ob man an dieser Stelle weiter lesen möchte oder nicht.


    Am Ende dieses Buches sieht man die Aufzucht einer Eule Zuhause auf jeden Fall nicht mehr durch die rosarote Brille und selbst wer Eulen sehr mag, wird sicher von dem Gedanken, eine als Haustier zu halten, Abstand nehmen (im Buch wird auch erwähnt, dass dies rechtlich inzwischen auch gar nicht mehr möglich wäre). Allerdings hat man unglaublich viele Informationen erhalten, eine schöne Zeit mit Stacey und Wesley erlebt und erkannt, dass für das Band was beide so lange verbunden hat, nicht nur jede Erklärung fehlt, sondern auch der ganze Aufwand mehr als aufgewogen wurde.


    „Schon als er das erste Mal die Augen öffnete, kündeten sie von einem großen Geheimnis.“ (Seite 34)


    Ein Buch, dass Eulen-Fans nicht enttäuscht und Menschen die (wie Stacey früher) Eulen „eher langweilig“ finden, definitiv vom Gegenteil überzeugen kann.
    Wesley hat auch mein Herz erobert!


    5ratten

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    Widmung: „Für alle, die schon einmal Schwierigkeiten mit dem Lesen hatten“


    Klappentext:
    Da ist ein Buch, um das es ein uraltes Geheimnis gibt: Vor Jahrtausenden erschaffen, verwandelt es sich immer neu und schenkt jedem, der es in Händen hält, genau die Geschichte, die er braucht.


    Und da ist ein Junge, Lee Raven, ein Taschendieb, der das Buch stiehlt, wie er schon vieles gestohlen hat in seinem Leben. Doch dann wird der letzte Besitzer des Buches ermordet aufgefunden, und plötzlich ist Lee Raven nicht nur die Polizei auf den Fersen, sondern auch die schreckliche Schriftstellerin Nigella Lurch. Schon lange ist sie hinter dem unendlich wertvollen Buch her, jetzt endlich scheint sie ihm ganz nah – wäre da nicht Lee Raven.


    Meine Meinung:


    „Warum zum Henker würde jemand wegen einem Garfield-Jahrbuch einen Mord begehen?“ (Seite 52)


    Der Taschendieb Lee Raven ist ein cleveres Kerlchen. Er stammt aus einer großen Familie wo er allerdings aufgrund seiner kleinen Schwäche, er kann nämlich nicht Lesen, ständig gepiesackt wird. Auf seine Familie und die Schule hat er keinen Bock und deshalb reißt er aus um sich allein durch zu schlagen. Das klappt im London des Jahres 2046 auch ganz gut, hätte er nicht ausgerechnet der falschen Dame in die Handtasche gefasst und sich damit in eine Reihe von Schwierigkeiten verstrickt. Auf seiner Flucht fällt ihm ein Buch quasi „in die Hände“ und er lässt es mitgehen. Als er bemerkt, was er da eigentlich in seinen Besitz gebracht hat, ist es schon zu spät. Alle Welt ist hinter ihm her – aus den verschiedensten Gründen!


    Der Roman „Lee Raven“, der unter einem Pseudonym veröffentlicht wurde und die Autorin Louisa Young (Lion Boy) und ihre Tochter Isabel bezeichnet, ist ein unheimlich tolles Abenteuer für Jugendliche. Die ganze Atmosphäre, ergänzt mit sehr authentischen Charakteren zieht den Leser sofort in ihren Bann. Der Erzähler wechselt von Kapitel zu Kapitel und springt zwischen den Personen hin und her. Am Ende hat man einen Teil der Geschichte aus der Sicht einer jeden beteiligten Figur gehört. Das macht den Roman nicht nur spannender, sondern der Leser erhält auch mehr Informationen über die Charaktere, während sie erzählen. Jeder hat hier seine eigene Sprache und besonders Lees „freche Schnauze“ ist äußerst amüsant zu lesen. Man liest, als würde er gerade mit einem sprechen und er bezieht den Leser auch in seine Geschichte mit ein, indem er ihn anspricht, Erklärungen anfügt oder Fragen stellt. Die größte Überraschung jedoch: Der Leser erfährt auch einen Teil der Geschichte aus der Sicht des Buches!
    Das Format ist ebenfalls abwechslungsreich, da ein Zeitungsartikel oder Briefe im Text dargestellt werden. Insgesamt gibt es in der Zukunft nur wenige Unterschiede zu heute. Am Rande werden allerdings einige Bemerkungen fallen gelassen, wie zum Beispiel der Nachlass von J.K. Rowling oder der steigende Wasserspiegel im „Flutland“ Großbritanniens. Es wird aber keine völlig abgehobene Zukunftswelt konstruiert, die unwirklich erscheint.


    Aus meiner Sicht ist der Roman uneingeschränkt empfehlenswert und aus dem hohen Potenzial des Stoffes und der Ideen wurde ein tolles Ganzes. Ein Taschendieb der ein Buch klaut, aber nicht lesen kann. Ein Buch, dass seinerseits irgendwie lebendig scheint und hinter dem alle Welt her ist. Das Ganze angesiedelt in der Zukunft, mit spannenden Wechseln, authentischen Charakteren und treffenden Zitaten (zum Beispiel aus Harry Potter oder von Mick Jagger). Erfrischend anders und für Überraschungen gut! Was will das Leserherz mehr? Das Motto des Buches wird auch in diesem Roman vortrefflich umgesetzt:
    „Bring sie zum Lachen, bring sie zum Weinen und spann sie auf die Folter, wie einmal ein großer Geschichtenerzähler gesagt hatte.“(Seite 108)


    Mein Lieblingszitat (eventuell ohne Kontext nicht ganz so lustig):
    „'Naja heutzutage kennt man mich als Buch des Nebo.' - 'Umständlich' befand er. 'Wie nennen dich deine Freunde?'
    Hätte ich Augen gehabt, hätte ich ihm einen finsteren Blick zu geworfen. Stattdessen seufzte ich säuerlich.“
    (Seite 107; Lee und das Buch)


    Absolut verdient: 5ratten:klatschen:

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    Klappentext:
    Lou Suffern ist ein BMW, ein Beschäftigter Wichtiger Mann. So wichtig und beschäftigt, dass er den 70. Geburtstag seines Vaters vergisst, seine Frau leichthin betrügt und seinem kleinen Sohn noch nicht ein einziges Mal die Windeln gewechselt hat.
    Eines Tages verwickelt ihn ein Obdachloser namens Gabriel in ein Gespräch. Lou fühlt sich dem Unbekannten seltsam verbunden und verschafft ihm kurzerhand einen Job – was nun wirklich nicht seine Art ist. Doch auch Gabriel hat ein Geschenk für Lou: ein rätselhaftes Mittel, durch das Lou ein anderer wird …



    Meine Meinung:


    „Es gibt viele Arten von Weckrufen, aber für jeden Menschen nur einen, der wirklich wichtig ist.“ (Seite 175)


    Lou Suffern ist einer dieser Männer, die lediglich an ihrer Karriere und ihrem Job interessiert sind, eventuell noch an ihrer Sekretärin. Eines morgens begegnet er zum ersten Mal dem Obdachlosen Gabe und gibt ihm einen Kaffee aus. Die beiden kommen ins Gespräch und Lou ist verwundert über Gabes ungewöhnlich gute Beobachtungsgabe. Als Lou in sein Büro stürmt und die Post nicht nach seinen Vorstellungen von Geschwindigkeit verteilt wurde, platzt ihm der Kragen und er meint „Sogar ein Penner kann das besser!“. Gesagt getan, er holt Gabe von der Straße und gibt ihm einen Job in der Poststelle. Kaum hat Gabe in der Firma angefangen, taucht er plötzlich wie von Geisterhand überall auf und bringt Lou zum Nachdenken. Was will dieser junge Mann von ihm?


    Nach dem großen Erfolg von „PS Ich liebe Dich“ ist Cecelia Ahern für viele Menschen ein Begriff geworden. Ihren zweiter Roman „Für immer vielleicht“ konnte meiner Meinung nach, und nach Meinung vieler Leser, mit dem Erstling bei weitem nicht mithalten. Wer nun versucht war, alle nachfolgenden Romane als billigen Abklatsch des Erfolgs abzutun, wird spätestens mit diesem Roman Lügen gestraft. „Zeit deines Lebens“ behandelt ein typisches Ahern Thema, nämlich Familie und Zusammenhalt, allerdings auf eine Weise, die zwar an einige andere Bücher erinnern lässt, aber zweifellos einzigartig ist.
    Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht eines Polizisten. Er hat gerade den so genannten „Truthahnjungen“ auf der Wache sitzen und ehe dieser von seiner Mutter abgeholt wird, bleibt genug Zeit um ihm die wahre Geschichte über Lou Suffern zu erzählen. Lou ist ein richtiges Ekel, doch als er Gabe trifft verändert sich einiges in seinem Leben. Zuerst weiß er selbst nicht warum, aber dann wird ihm klarer, welchen Schatz Gabe ihm überlassen hat. Ein Hauch von Magie, von Übersinnlichem umspielt die Geschichte. Die Art und Weise, wie Cecelia Ahern erzählt, lässt die Geschichte regelrecht dahin fließen und schöne sprachliche Bilder sorgen für Abwechslung und eine Priese Humor.
    „Gabe schüttelte betreten den Kopf und seine Finger strichen über die Seidenkrawatte, als wäre sie ein Haustier und er hätte Angst, es könnte weglaufen.“ (Seite 69)
    Warum sich die beiden Männer begegnet sind und was der tiefere Sinn hinter allem ist, wird dem Leser und Lou Stück für Stück klarer. Doch wie groß das Geschenk ist, dass Gabe ihm tatsächlich gemacht hat, bewirkt auch im Nachhinein eine Gänsehaut. Eine Wahrheit, die sich jeder Mensch zu Herzen nehmen kann.


    „Lou Suffern war überzeugt, dass er schon alles wusste. Aber in Wahrheit war er nur dabei, ein bisschen an der Oberfläche zu kratzen.“ (S.176)


    „’Und wer sind Sie?’ Gabe verdrehte die Augen. ‘Sie haben zu viele Filme gesehen. Ich bin Gabe. Der Typ, den Sie von der Straße geholt haben.’“ (S.204)


    Fazit:
    Es war schwer, in der Rezension nicht zu viel zu verraten, aber ich denke, hier sprechen die Zitate eindeutig für sich. Dafür, dass ich aufgrund des ersten Satzes dachte „Oh. Ein Weihnachtsbuch“ und es fast schon zur Seite legen wollte, hat mich seine Botschaft erreicht. Ein tolles Buch, dass auch ohne eine schnulzige Liebesgeschichte zu Tränen rührt.

    Bewertung:

    5ratten


    Falls jemand ein paar Fotos und Worte zum eben erwähnten Dinner zum Buch ansehen mag: http://www.tanja-thome.de/?p=173
    (Ich finde die Idee mit den Gastgebern im Spiegel ja immer noch göttlich!)


    Das sieht ja echt super aus! Tolle Idee. Wie oft macht ihr sowas? Die Idee mit dem Spiegel ist wirklich gut, auch sehr passend ;)


    Das nächste Buch was ihr lest war garnichts für mich, vielleicht gefällt es dir besser.


    Vielleicht gibt es irgendwann sogar einen zweiten Teil? Der Ausgang der Geschichte würde es ja zulassen.


    Wie ich den Autor einschätze nach der Lektüre vielleicht eher nicht... Ich guck mal ob er überhaupt noch andere Sachen geschrieben hat und vielleicht hat er ja auch eine Homepage oder so... :rollen:

    EDIT:
    Er hat nur das eine Buch geschrieben und ich konnte keine HP finden, allerdings heißt eine Provinz in Bolivien auch "Andres Ibanez" :breitgrins: