Beiträge von Tolpan

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Inhalt: 1542. Nach der erfolgreichen Flucht aus Köln haben sich Johanna und Vincent erst einmal in Basel niedergelassen doch auch hier kommt die Familie nicht zur Ruhe. So kommt es gerade recht dass der Kurfürst und Kardinal Albrecht von Brandenburg Vincent als neuen Leibarzt nach Mainz holen lässt. Die Familie trifft auf liebe und altbekannte Freunde, aber auch neue Personen, die Ihnen nichts Gutes wollen und auch die Arbeit für den Kardinal bringt ganz eigene Gefahren mit sich.


    Meine Meinung: Nachdem ich Anfang des Jahres bereits „Die Pestmagd“ gelesen hatte wollte ich gerne wissen wie es mit Johanna, Vincent und ihrer neu gewonnenen Familie weitergeht. Der Einstieg in ihre kleine Welt gelingt auch direkt. Brigitte Riebe versteht es mir die Figuren und ihre Sorgen und Ängste nahe zu bringen. Als die Familie Basel verlässt habe ich mit aufgeatmet.


    Später freute ich mich über das Wiedersehen mit einigen liebgewonnenen Figuren und das Auftauchen neuer, interessanter Figuren. Allen voran natürlich Miriam, Mutter Fastrada und nicht zuletzt den Kardinal von Mainz, eine so schillernde wie launische Figur. Gerade seine Darstellung fand ich Brigitte Riebe sehr gut gelungen.


    Die Darstellung der bereits etablierten Figuren gelingt ebenfalls, auch wenn ich mich mehr als einmal über Johanna und Vincent aufregte. Am schlimmsten wurde es dann mit ihrem Sohn Jakob, dessen inneren Konflikte aufgrund seiner schlimmen Vergangenheit am Anfang gut zu spüren sind.


    Was mir weniger gefiel waren die vielen neuen Verstrickungen von mehreren Seiten der die Familie in Mainz ausgesetzt ist. Das war mir zu viel des Guten. In den vielen Intrigen geht der Ausbruch der Pocken ein wenig unter und die Bedrohungsatmosphäre durch diese schreckliche Krankheit war für mich nur wenig (be)greifbar.


    Zum Ende hin wird das Erzähltempo straff angezogen und die Ereignisse überschlagen sich. Das ist zwar spannend einerseits, andererseits werden die Handlungsfäden auf so wenigen Seiten zusammengeführt und aufgelöst, dass ich mich fragte „Das war es jetzt?“ Für mich leider etwas unbefriedigend.


    Ich habe das Buch im Rahmen einer autorenbegleiteten Leserunde gelesen und muss sagen: Lesen bildet, Leserunden noch mehr. ;) Ich bedanke mich bei Brigitte Riebe für die nette Begleitung und die zusätzlichen Informationen mit denen sie die Lesenden auf ihrem Weg gefüttert hat.


    Mein Fazit: Ein spannender historischer Roman, der gerade in der ersten Hälfte zum mitfiebern einlädt, mich durch die überschlagenden Ereignisse am Ende jedoch etwas unbefriedigt zurücklässt. 3ratten

    Und ich habe von den ersten beiden Teilen nie die Kinofassung gesehen. Da kann ich ja gar nicht mitreden. :zwinker:



    Tolpan
    totlach Tja da würd ich mich auch nur Karl nennen.


    Was meinst du wie ich gelacht habe als ich das zum ersten Mal gehört hab. *g*



    Und jetzt hab ich zum Auftakt der Woche ein hm Rätsel: Wo ist der Fehler? (dazu alle Bilder anschauen) :zwinker:


    Äh ... das Eowyn einen schlechten Geschmack hat? :gruebel:

    Ich habe bisher ein Buch von Jenny-Mai Nuyen gelesen und um ehrlich zu sein erinnere ich mich nicht mehr wirklich daran, herausragend kann es also nicht gewesen sein. Ich denke aber das die Autorin sehr fantasiereich ist, WENN sie sich jetzt noch etwas zurückgehalten hätte mit ihrer Sprache dann hätte ich das Buch vermutlich deutlich ansprechender gefunden.


    So werde ich von ihren Büchern jetzt erstmal Abstand nehmen wenn sie nicht mit einer absoluten Knalleridee um die Ecke kommt. ;)

    Valentine: So findet jeder seinen Liebling. :zwinker:


    Zumindest beim Zitate sammeln hat mich das Buch rgendwann doch noch amüsiert. Ich habe auch noch eine handvoll mehr als in der Rezension aufgezählt, aber mein Freund hat mir abgeraten alle reinzupacken. :breitgrins:



    Ob sie wohl zufällig Kekse beim verfassen gegessen hat? :gruebel:


    Auch das Zitat schickte ich an meinen Freund. Als Kommentar kam nur: .... mmmmmmh ... Butterkekse. (Altes Krümelmonster, der!)

    "Nacht ohne Namen"
    von Jenny-Mai Nuyen


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    Inhalt: Nicki und Canon kennen sich nur aus der Straßenbahn, dort treffen sie sich um zusammen zu zeichnen. Dann ruft Canon Nicki eines Tages an um den Kontakt abzubrechen und verschwindet. Nicki begibt sich auf Spurensuche und erfährt dass Dämonen existieren und Canon von einem besessen ist, kopfüber stolpert sie in eine Welt von der sie bisher keine Ahnung hatte …


    Meine Meinung: Rein vom Inhalt und der Idee her gefällt mir das Buch. Die Autorin hat sich für ihre Welt einige nette Details (z.B. Winkelwürmer) ausgedacht. Leider gerieten mir die Erklärungen zu wirr. Es geht in dieser Welt mit Dämonen um Realitäten, Vorstellungskraft, Gedanken, Worte und ihren Einfluss. Solche abstrakten Zusammenhänge nachvollziehbar zu beschreiben ist nie ganz leicht, führt gerne zu Verknotung der Gehirnwindungen und ist in meinen Augen der Autorin hier auch nicht gelungen.


    Und in diese Welt von der sie keine Ahnung hat stolpert Nicki wegen einem Jungen, den sie kaum kennt, in den sie aber unheimlich verschossen ist. Ich konnte Nickis Gefühle für ihn kaum nachvollziehen. Am Anfang ist das ja noch okay, da kennt man beide Figuren und ihre Hintergrundgeschichte noch nicht. Allerdings wird mir im Laufe des Buches zu wenig davon enthüllt um diese tiefen Gefühle zu erklären die beide anscheinend empfinden. Da konnte ich Nickis Gefühle für Tallis (ein Dämon) schon besser nachvollziehen, selbst wenn die Gute da manchmal etwas naiv ist.


    Beide Kritikpunkte wurden durch die Sprache nicht besser.


    Die Sprache wirkt auf mich sehr gewollt, als sollte der Text mit aller Macht mehr Bedeutung und Tiefe erhalten. Doch es ist zu dick aufgetragen, es klingt nicht poetisch sondern einfach nur übertrieben. Das ganze Buch wimmelt von doch sehr merkwürdigen Sprachbildern, die wirken als kämen sie aus einem Schlagzeilengenerator mit Sprichworten und Redewendungen. Die Autorin schießt für mich meilenweit am Ziel vorbei.


    Da gibt es (merkwürdige) Kombinationen wie

    Zitat

    "gerippezartes Laub", "butterweiche Gemütlichkeit", "wehende Finsternis",

    Worte kullern wie Kieselsteine in Nickis Brust, Bedenken blubberten, Finsternis quillt in Lungen …


    In einer Kussszene wird es gleich richtig schwülstig

    Zitat

    "Die ganze Welt stürzte im Beben ihres Herzschlags zusammen."
    "Es gab kein Geheimnis mehr zwischen ihnen und doch würde sie ihn nie ergründen."
    "Sie schloss die Arme um seinen Nacken, um nicht zu einer zitternden Pfütze auf dem Boden zu zerrinnen."


    Aber meine Lieblinge sind immer noch

    Zitat

    "In seiner Gegenwart erkannte sie in den selbstverständlichsten Sachen das Zauberische, das auf dem Grund des Daseins glomm."
    "Die Gewalt war ehrlich neben der Liebe, die, verkleidet in romantischen Flitter, geschminkt mit buttrigen Pasten der Fürsorge und behängt mit Eitelkeiten, doch nie lange haltbar blieb. Wenn man die Liebe untersuchte, fand man früher oder später die zersetzenden Bakterien des Neids, der Furcht, des Selbstbetrugs. Die Liebe! Frisiert und mit Kullertränen besprenkelt."


    Manchmal hatte ich das Gefühl "Okay, jetzt verstehe ich vage was die Autorin mir sagen will.", manchmal dachte ich auch nur " … hääää?"


    Beim Abendlichen Zappen durch das Fernsehprogramm stolperte ich mal über einen typischen Klischeeactionfilm, in dem – mal wieder – die Welt gerettet werden musste und eine Figur gerade eine dieser furchtbar pathetischen „Wir sind die einzigen die das tun können und müssen jetzt die Welt retten“-Rede schwang. Ein Drehbuchautor hatte genug Selbstironie um eine andere Figur fragen zu lassen „Wer redet denn so?“ Ja, das ist eine gute Frage … Übertragen auf dieses Buch frage ich mich nämlich „Wer schreibt denn so?“ Frisiert und Kullertränen? ECHT JETZT?


    Also macht den Test:
    - Findet ihr die Zitate stimmig, poetisch, romantisch? Dann lest das Buch, die Sprache wird euch jedenfalls nicht stören. ;-)
    - Findet ihr es eher pseudo-poetisch, schwülstig und fragt ihr euch was der Quatsch eigentlich soll? Dann lest es lieber nicht, der Rest ist genauso.


    Immerhin habe ich noch einen positiver Punkt: am Ende wurde es tatsächlich mal spannend … auf den letzten 70 Seiten oder so.


    Mein Fazit: Gute Idee, wirr erklärt, zu übertriebener, teils schwülstiger Stil mit sehr gewollten Vergleichen. Dafür gibt es von mir 2ratten. Für mich ein
    :flop:
    Leider mein Zweiter dieses Jahr.


    ***

    Zitat

    "Zusammen bildete das endlose, eintönige Geticke ein Knirschen, das nach nicht mehr klang als dem Zerknabbern eines Butterkekses".

    – Mahlzeit!

    Mein Freund und ich haben eben die Tweets gelesen und um die Wette geheult. :traurig:
    (Auch wenn mein Freund mehrfach betonte er hat damit gerechnet, aber ihn trifft es auch sehr, ähnlich wie dodo wird er von Pratchetts Büchern schon lange begleitet.)


    Und für mich erledigt sich auch die Frage was ich als nächstes lesen werde.

    Am Herrn der Ringe mochte ich immer (auch an den Filmen übrigens) dass man hier merkte "Diese Welt hat eine (lange) Vergangenheit". Es wirkte dadurch noch "größer", mystischer aber auch irgendwie "realer". Das Silmarillion füllt Teile dieser Vergangenheit aus, deshalb habe ich es fast noch mehr gemocht. ;) Nur ist die Lektüre mittlerweile Jahre her ... ich traue mich nur nicht es noch einmal zu lesen weil ich Angst habe das ich mittlerweile doch gelangweilt davon wäre. :redface:

    Ich schon. Nur - ich weiß schon lange: das Följetong und ich werden nicht zusammenkommen was die Lektüre betrifft. Deshalb ist es mir auch sch***egal was die mal wieder über von mir bevorzugte Literatur schreiben, ich fühle mich davon nicht wirlich tangiert und amüsiere mich - wie Dani - eher über Artikel wie diesen. ;)

    Also den Film haben wir uns mittlerweile angesehen und ...



    wobei er [...] teilweise stark vom Buch abweicht ...


    ... das ist die Untertreibung des Jahrhunderts. :breitgrins: Der Film hat mit dem Buch praktisch fast nichts gemein. Ein paar Eckpunkte (der Waisenjunge der beim Bader lernt, von einem jüdischen Medicus von Ibn Sina erfährt und nach Isfahan reist um dort zu studieren) und ein paar Figuren, aber selbst da wurde fleißig geändert.


    Fragt mich mein Freund warum Rebecca in einer Sänfte reist, ob ich wüßte warum die so etwas Besonderes sei. Ich habe ihm nur gesagt "Keine Ahnung, die gibt's im Buch gar nicht."


    An sich ist der Film schon ganz gut. Ich finde im Buch kommt bei aller Kritik mehr ... "Größe" rüber. Aber vergleichen kann man Film & Buch in meinen Augen nicht wirklich.


    Ich habe das Buch auch sehr geliebt, aber ich halte es hier wie mit Captain Future: Am besten in guter Erinnerung behalten und nicht durch nochmaliges Sehen kaputt machen :breitgrins:


    Bei einigen Büchern mache ich das auch so. Vor einigen Jahren haben sie gut gefallen, aber noch einmal lesen will ich sie nicht. Da habe ich regelrecht Angst davor dass sie mir nicht mehr gefallen könnten. :rollen:



    Heute ein alter Hut und die verschiedensten Motive hat man schon oft gelesen und dass dann auch noch in modernerer und heute eingängigerer Form.
    Immerhin ist "Der Medicus" inzwischen fast 30 Jahre alt, da hat sich der Geschmack und der Anspruch an Stil und Inhalt der Leser schon gewandelt.


    Da ich ja nicht ständig historische Romane lese wäre das mit wiederkehrenden Motiven ja gar nicht so schlimm. Und natürlich ändern sich Geschmack der Leserschaft / Stil der Autoren auch innerhalb der Zeit aber wie du ja auch noch geschrieben hat - es gibt genug Leute, die den Medicus jetzt gelesen haben und ihn (trotzdem) gut finden. ;)



    Wenn ich es es heute zum ersten Mal lesen würde, würde ich wahrscheinlich als erstes über Robs Gabe stöhnen. :breitgrins:


    Also mit der konnte ich schon leben, die war auch nicht allzu präsent.


    Zitat

    Viel-Leser haben eben einfach oft doch wesentlich höhere Ansprüche, was ja nicht verwundert.


    Ja, ich habe ja auch festgestellt, dass ich in den letzten Jahren deutlich kritischer geworden bin. Trotzdem hat mir z.B. im letzten Jahr kein Buch so schlecht gefallen wie der Medicus. Ich dachte erst ich wäre plötzlich doch nicht mehr so kritisch. :breitgrins:


    Den Film will ich mir auf jeden Fall ansehen, kann jetzt nur noch besser werden, ist ja keine Sat.1-Wanderhuren-Verfilmung. :spinnen:

    Nachdem ich im letzten Jahr keinen richtigen Leseflop zu verzeichnen hatte und sich die meisten Bücher bei „ganz gut, aber weder besonders schlecht noch überragend“ einreihten dachte ich schon, ich hätte die „Fähigkeit“ verloren ein Buch auch mal mies zu finden. Dann kam der Medicus.

    Eigentlich verfügt der Medicus ja über viele Zutaten für einen interessanten, historischen Roman. Exotische Länder, fremde Kulturen, ein interessantes Thema (Medizin in früherer Zeit) … vermutlich ist das mit dafür verantwortlich wie erfolgreich dieses Buch geworden ist. Je länger ich las desto mehr bekam ich jedoch den Eindruck dass der Autor sich übernommen hatte. Ich fühlte mich ein bisschen wie in einem Ausmalbuch für Kinder. Noah Gordon lieferte die Skizze (wenn auch in Übergröße), Ausmalen sollte ich als Leser dann selber.

    Zum einen – gerne stellt Noah Gordon Dinge in den Raum wie „Er hatte immer noch großen Charme“ (sinngemäß) bleibt es dem Leser aber schuldig tatsächlich zu zeigen das dieser Charakter über seinen eigenen Charme verfügt.

    Zum anderen – die Geschichte spielt über einen langen Zeitraum. Dementsprechend packt der Autor das Buch voll mit diversen Ereignissen, denen er einzeln erzählt aber selten viele Worte widmet - ein paar Zeitraffer zur Überleitung finde ich ja in Ordnung, aber nicht in diesem Ausmaß. Da wird ein Beutezug nach Indien inkl. der langen Hin- und Rückreise, mehreren (sehr blutleeren) Kämpfen, einer toten Nebenfigur etc. auf 25 Seiten behandelt. Als die jungen Studenten zur Bekämpfung der Pest in eine entfernten Stadt weilen, wobei zwei der Mediziner selber erkranken braucht der Autor nicht mehr als 12 Seiten.

    Das führt außerdem zu einer recht paradoxen Situation – obwohl die Ereignisse selbst selten länger beschrieben sind ist der Roman alles andere als kurzweilig. Spannung wurde durch das rasche Abhandeln von potentiellen gefährlichen Situationen im Keim erstickt und weil ich mich von einer blutleeren Episode zur nächsten hangelte wurde die Lektüre für mich schnell mühsam und eintönig. Vor allem hatte ich den Eindruck das es zum Ende hin immer schlimmer wurde, wobei das auch daran liegen kann das der Zeitraffer für Robs Jugendjahre am Anfang erst einmal noch okay ist und ich erst später zunehmend genervt war.

    Dem Ganzen wurde schließlich die Krone aufgesetzt, als der Autor von der Verhaftung, Verurteilung, Hinrichtung (und Beerdigung) einer Nebenfigur erzählt. Dafür lässt er sich insgesamt 3 – DREI!! – Seiten Zeit. Und das beschreibt er dann auch noch so verkürzt und komplett distanziert / emotionslos das ich heulen könnte … nicht weil da jemand stirbt sondern weil ich noch nie so einen KALTEN Bericht über den Tod einer - nicht ganz so unwichtigen Figur! - gelesen habe. Unfassbar.

    Überhaupt! Eine Nebenfigur stirbt mal wieder? Wayne interessiert’s! Fühlt Rob was? Der Leser erfährt durch den Autor jedenfalls nichts davon, das kann man sich höchstens selber ausschmücken. Dann wirkte Rob ohne weitere Erläuterung seines Verhaltens/Gefühle/Gedankengänge auf mich häufig auch eher selbstherrlich und arrogant in seinen Aussagen. Manche Taten waren zudem reichlich naiv (z.B. die Signatur seiner Zeichnungen). Was nicht besser wurde dadurch dass der Autor mehrfach einbringt was für ein überaus talentierter und toller Arzt er ja ist. Das wurde mir an einigen Stellen übertrieben betont. Und so ist Rob mir über das ganze Buch hinweg immer unsympathischer geworden.

    Ich habe auch nicht immer den Eindruck gehabt, dass der Autor besonders sorgsam geschrieben hätte. (Oder das Lektorat sorgfältig gearbeitet hat?) Da ist ein Darmkrebs 20 Seiten später plötzlich Magenkrebs (oder war das der Übersetzer?). Und erst denkt man gar nicht an einen bevorstehenden Krieg, drei Sätze später macht man sich [natürlich] Sorgen? Also bitte … Auch erfolgen Themenwechsel teilweise doch sehr abrupt, mir fehlten häufiger Überleitungen.

    Was ich hier nicht kritisiere (kritisieren kann) ist die historische Korrektheit. Für den frühen Zeitraum in dem das Buch spielt kam mir zwar einiges merkwürdig vor, dennoch kann ich diesen Aspekt nicht beurteilen. Der Autor sagt im Nachwort meiner Ausgabe (1990, Übersetzung von Willy Thaler) immerhin selbst dass es nicht viele Aufzeichnungen gibt und wo diese fehlen er einfach dazuerfunden hat.

    Ich denke der Medicus ist eher ein Roman für Leute, die Geschichten lieber selber ausschmücken. Für diejenigen, die lange Abhandlungen nicht mögen und ein schnelles Umreißen des Geschehens bevorzugen. Wobei man da bei der Länge des Buches auch schon wieder aufpassen muss. ;-) Wer eine gewisse Ausführlichkeit in den Beschreibungen sucht, etwas das eine ganz eigene Atmosphäre erzeugen kann (auch wenn manchen das langweilig erscheinen mag), dem würde ich das Buch nicht empfehlen.

    Mein Fazit: Skizzenhafter, blutleerer Roman ohne Emotionen, das macht selbst das exotische Setting zunichte. Mein erster Leseflop 2015. Dafür gibt es nur 1ratten.
    :flop:

    Das Buch lässt mich etwas zwiegespalten zurück.


    Eins vorweg - der Klappentext ist etwas irreführend, bis es dazu kommt vergeht mehr als die Hälfte des Buches. Aber dafür kann die Autorin ja nichts! Mir war der Spannungsaufbau etwas zu gering, ich hatte zwischendurch wenig Probleme das Buch für mehrere Tage weg zu legen. Auch waren mir ein paar Figuren zu einfach gestrickt, vor allem die Bösen. Gut hingegen gefiel mir die Thematik und die Stimmung. Dadurch dass sich die Ereignisse anfangs nicht gerade überschlagen kann man sich ganz gut in Johannas Welt einfühlen, wobei die Bedrohung durch die Pest etwas zu schwach rüberkam. Etwas enttäuscht war ich vom Ende. Am nächsten Tag dachte ich noch daran jetzt die Pestmagd weiterzulesen bevor mir einfiel dass ich das Buch ja schon ausgelesen hatte! Der Abschluß war für mich zu überstürzt, mir fehlte da einfach etwas ...


    Alles in allem hat es mir dennoch ganz gut gefallen, wegen der Kritikpunkte kann ich aber nur
    3ratten
    geben.

    "Nr. 24 Wenn du ein großartiges Buch beendest, obwohl du nicht möchtest, dass es je endet."


    Das ist wirklich fies. Wobei das Buch nicht einmal so großartig sein muss, gut reicht ja schon. Sehr merke ich das bei Reihen, wo ich die Charaktere über mehrere Bücher begleitet habe. Man möchte sie und ihre Welt dann nicht verlassen, weil man sich irgendwie daheim fühlt. *tiefseufz*



    Ohne diese Diskussion vom Zaun brechen zu wollen (lesen und lesen lassen!), ich bräuchte bei Nr. 13 eine kleine Korrektur:


    13. Wenn mal wieder jemand versucht, dir zu erklären, warum er keine E-Books mag.


    :breitgrins:


    Finde ich auch passender. :elch: