Beiträge von Ingroscha

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Dominiques Lieblings-Anime ist ein Geheimtipp: "Gankutsuou". Der totale Style-Overkill!

    Was Manga angeht, liebt sie den Stil der Zeichnerin Kaori Yuki, alles von ihr, natürlich "Angel Sanctuary", aber auch das morbide "God Child" und die kürzeren Sachen. Und ich glaube auch, dass sie "Nana" von Ai Yazawa geradezu verschlungen hat, da kann ich aber nicht mitreden, ich habe die Serie zwar hier, bin aber noch nicht dazu gekommen, sie zu lesen. Ich glaube wirklich, dass Dominique am liebsten Manga von Frauen liest, da gibt es ja auch eine ganze Menge. Auch ganz große Klasse: Science-Fiction-Manga von Keiko Takemiya aus den 70er Jahren. "To Terra" habe ich auch gelesen, sogar schon zweimal. Die Wimpern der Figuren stets tränenschwer in den Weiten des Weltalls...


    :lesen:: Tobias

    Ich lese wenig Manga und daher ist es nicht verwunderlich, dass ich keinen einzigen der Titel kenne. Aber sie kommen alle auf meine "muss-ich-reinschauen"-Liste. Vielen Dank für die Inspiration, Dominique - äh, Tobias :)

    Ja, ich habe da wirklich viele Nachteile. Mangas kenne ich auch nur von wenigen Filmen im Kino und vom Durchblättern einiger Bücher auf der Messe. Ab und zu sehe ich was bei meinen Kindern oder Enkeln und meist ist es irgendwas mit "Bumm" "Krach" und großen Augen.

    Ich würde das nicht als Nachteil sehen. Jede*r nimmt schließlich Texte auf seine ganz eigene Weise wahr und genau das macht doch auch so eine Leserunde aus. Ich finde die unterschiedlichen Wahrnehmungen auf jeden Fall total spannend.


    Wäre Dominique mit ihren hehren Absichten mir übrigens nicht so sympathisch, würde ich ihre Privatarmee als deutliche Bedrohung wahrnehmen. Sie baut da schon eine ziemlich große Macht auf. So aber habe ich eher das Gefühl, sie könnte Großes bewegen. Allerdings hoffe ich sehr, dass sie nicht plötzlich Stimmungsschwankungen bekommt. Ok - umso länger ich drüber nachdenke, meine Gefühle Dominique gegenüber sind doch eher ambivalent :S:|8|:)

    Das interessiert mich auch. An einen Ex habe ich zwar auch gedacht, aber sie ist ja bereits mit 15 Jahren aus Deutschland abgehauen. Oder war der Typ der Grund dafür? Ich glaube aber weniger an einen Ex, vielleicht ein Familienmitglied?

    Uh - Familie - das könnte sein! Ich bin irritiert, warum Dominique mit Anfang 20 schon recht genau weiß, was sie will. Das konnte ich von mir in dem Alter nicht behaupten. Momentan zweifle ich, dass sie wirklich erst seit so wenigen Jahren auf der Erde weilt. Hm, vielleicht könnte Schrimm etwas mit ihrer Vergangenheit VOR Dominique zu tun haben? Ok, ich drifte ab, aber ich kann dieses Gefühl nicht loswerden, dass Dominique nicht ist, was sie zu sein vorgibt.

    Oh, ich bin damit doch nicht allein, kam mir schon so schrecklich alt vor...

    Das solltest du nicht :knuddel: Alter ist nur eine Zahl. Und Comics lesen hat auch nichts mit dem Alter zu tun. Ich bin diese Woche 50 geworden :schulterzuck:und liebe diese Form der Literatur halt einfach. Während ich hier im Urlaub auf einer Vulkaninsel sitze, hütet meine 70-jährige Mutter zu Hause unser Haus und liest zwischendurch Donald Duck-Hefte. Hat also nichts mit dem Alter zu tun, sondern mit Vorlieben.

    Habe ich oben schon geschrieben, aber genau diese Diversität unter den Teilnehmenden in einer Leserunde mag ich sehr.

    Weil (auf S. 32) die neuen Worte "sier" und "sihn" innerhalb von nur zwei Zeilen auftauchen, da kann man dann leichter einen Zusammenhang zwischen ihnen herstellen und merkt: Das ist kein Zufall, also auch kein Fehler.

    Stimmt, das hat auch funktioniert, beim zweiten Wort hatte ich es dann kapiert, dass sich das so gehört.

    Ich bin ebenfalls gestolpert, aber genau diese "Dopplung" hat mir dann geholfen.


    Aeria das ist ja toll, ich möchte jetzt auch unbedingt wissen, wie dieser Duft riecht.

    Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, warum es Paris sein musste.

    [...]

    Grund 3: Mein Faible für französische Literatur des 19. Jahrhunderts. Ich flaniere seit Jahren durch Paris, weil ich seit Jahren die Tagebücher der Brüder Goncourt lese, die so etwa 7000 Seiten umfassen (falls jemand sich wundert, wie man jahrelang an etwas lesen kann...).

    Grund 4: Mein Faible für französische Filme. Unter anderem mag ich den Regisseur Cedric Klapisch, der tatsächlich an Lucs Uni als Gastdozent unterrichtet. Aber einen noch größeren Einfluss auf "Evil Miss Universe" hatte der in Paris geborene und dort auch verstorbene Roger Vadim.

    :gruebel: Oh, ich kenne weder die Brüder Goncourt, den Regisseur Cedric Klapisch noch Roger Vadim. Bei einem 7000-Seitenspaziergang kommt einem eine Stadt aber ganz sicher näher. Ich habe jetzt schnell mal geschaut, was die Tagebücher eigentlich (grob) beinhalten und das scheint ja wirklich ein Großprojekt zu sein.

    Grund 5: Das Buch ist unter anderem auch eine Hommage an Arsène Lupin und an Fantomas (der Name Louis de Funès ist schon von Rhea in Beitrag Nr. 18 genannt worden, aber sowohl Lupin als auch Fantomas waren ja ursprünglich Romane, und es gab sogar schon Fantomas-Stummfilme, die Bestandteil meiner privaten Filmkollektion sind), und beide trieben in Paris ihr Unwesen.

    Ach, ich habe Fantomas im TV geliebt, die Stummfilme kenne ich allerdings nicht. Bisher habe ich diesen Bezug nicht bemerkt, aber jetzt wo du es geschrieben hast, werde ich beim Lesen sicher häufiger dran denken.


    Ich war noch nie in Paris und bin jetzt sehr gespannt auf das spezielle Gebäude aus Grund 6 :katze:


    Bezüglich des "Zurück zu Lück" - ich kenne es zwar, hatte aber überhaupt nicht dran gedacht. Aber jetzt, wo ihr es sagt - das ist glatt ein salomonisches :pling: wert :-)

    Abschnitt 2 hat es so richtig in sich, finde ich. Ich habe gemerkt, dass du aufdrehst, Tobias ;-)

    Meine erste Markierung klebt auf Seite 55 im letzten Absatz - und zwar für die Verwendung des wundervollen Wortes ausbaldowert, habe ich schon ewig nicht mehr gelesen.


    S. 57: Mister Right ... was soll ich sagen, wir werden sicher alle einer Meinung sein. Wie besonders Social Media-Accounts (und damit auch die propagierten Personen dahinter), die dummen und diskriminierenden Inhalt produzieren, unzählige eigentlich von den Ekelhaftigkeiten betroffene Anhänger*innen versammeln können, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben. Dominiques Hass auf solche Leute hat ihr sofort weitere Sympathiepunkte von mir eingebracht. Ich sollte eine Punkteliste anlegen :-D


    S. 75: Sehr gut - noch ein Pluspunkt. Dominique liebt Comics! Insbesondere Manga und deren Verfilmungen als Anime. Tobias, verrätst du mir ihre Vorlieben? :*


    Sehr gefallen mir wieder die vielen aktuellen Bezüge und deine offensichtliche Kritik an so vielen Dingen. Für die schlimmsten Unrechtsregimes hatten Jungspunde sich auf Schlachtfeldern begeistert in den Tod gestürzt. (S. 76) Ich "höre" dich selbst in Dominique, wenn ich mal so weit gehen darf ;)


    Spannend find ich die von dir angesprochenen Steuersparmodelle und den Bezug zur Filmindustrie, da werde ich noch ein wenig recherchieren.


    Hach :love: - und dann noch ein Pluspunkt für Dominiques Konto. Sie findet Deutschland überheblich.

    Was mich dazu mal interessieren würde: Wie viel Zeit nimmt so etwas für dich in Anspruch? Und fährst du für so ein Projekt beispielsweise auch selbst nach Paris, um ein besseres Gefühl für die Kulisse zu bekommen?

    Während der Arbeit an einem Buch recherchiere ich sozusagen Tag & Nacht unaufhörlich, also wirklich alles, was ich wahrnehme, kann in den Text mit einfließen.

    Und mich interessiert sehr, warum du Paris für Dominiques Headquarter ausgewählt hast. War es womöglich einfach dieser spezielle Tower, der eine besondere Faszination auf dich ausgeübt hat?

    Es liest sich wie ein Comic und ich bin eigentlich keine comic-Leserin und bekenne auch, dass ich mit Superhelden im Allgemeinen nicht viel anfangen kann, ich kenne sie eigentlich nur wegen der Kinder und Enkel. (Es gibt Ausnahmen)

    Ich finde interessant, dass schon einige geschrieben haben, es würde sich wie ein Comic lesen. Ich lese übrigens sehr viele Comics, habe aber gar nicht diese Assoziation. Ok - die Begriffe Superhelden, Superschurkin usw. erinnern an Superheld*innencomics, aber deshalb liest es sich für mich noch nicht wie ein Comic. Spannend, wie unterschiedlich wir es wahrnehmen, das liebe ich an dem gemeinsamen Lesen so!


    Zugegeben, ich lese zwar sehr viele Comics, aber nur sehr sehr selten Superheld*innen. ;-)

    Hallo,

    da bin ich auch endlich ;-) Den ersten Abschnitt hatte ich schon am Freitag gelesen, dann kamen mir aber die Urlaubsvorbereitungen, Flug und gestern auch noch mein Geburtstag in die Quere ;)

    Nun aber! Tobias O. Meißner - ich liebe deine geschriebene Sprache sehr. Deine Art zu erzählen, die Einflüsse aktueller Themen auf deine Texte und ich bin ziemlich sicher, dass du mal wieder jeden einzelnen Satz intensiv durchdacht hast. Ich mag es sehr, wenn mich die Autor*in als Lesende ernst nimmt. Genug Honig um den Bart(?) geschmiert.


    Abschnitt 1:

    Dominique war schon vom ersten Eindruck des Covers für mich eine Unsympathin. Ging nicht allen so, wie ich hier gerade beim Nachlesen eurer Kommentare gesehen habe. Sie wirkt überheblich, das "sexy" Auftreten auf "ihrem" Buch war mir suspekt. Auch wenn das Cover super zum Inhalt passt, hätte es mich beim Stöbern im Buchladen leider eher abgeschreckt. Aber zum Glück steht ja "Tobias" drauf und so weiß ich, dass mir das Cover absolut egal sein sollte :*

    Auch Dominiques Vorliebe für optische Oberflächlichkeiten, wie extravagantes Auftreten in Designerkleidung war jetzt nicht gerade ein Pluspunkt für sie, um bei mir Sympathie zu gewinnen.

    A B E R: Mein "Verhältnis" zu Dominique wandelte sich mit zunehmender Seitenzahl. Ich mochte ihren kreativen Umgang mit ihrem Kleidungsstil und ihrem Auftreten. Ihr Kronjuwelen-Plan hatte meine volle Unterstützung ;) Und ich glaube ... *räusper* ich hätte an ihrer Stelle vermutlich keine Steuern abgetreten. Da ist sie mir doch um einiges voraus ^^


    Luc ist ein toller Charakter, ich bin gespannt, ob er noch eine größere Rolle spielen wird in seiner Verliebtheit. Auch frage ich mich, ob Dominique nicht ganz menschlich ist oder vielleicht magische Kräfte hat, sodass sie diese EXTREME Ausstrahlung auf Menschen hat. Wir werden sehen. :/

    Die neuen Cover der Piper-E-Books finde ich auch schlimm. Wenn man hier schaut, passen die echt nicht zusammen:


    https://tobias-o-meissner.de/d…ammuts-die-dunkle-quelle/

    Oh nein =O Es gibt neue Mammut-Cover? Warum nur? Für mich absolut nicht nachvollziehbar und die neue Optik finde ich im Übrigen schrecklich "aufdringlich", ich möchte bei dem Font und den Farben einfach nur wegschauen.


    Und die neue Webseite ist übrigens super! Endlich hast du eine besuchbare Präsenz im Netz, lieber Tobias O. Meißner :love:


    Freue mich schon aufs Lesen mit euch, ich werde die Miss mit in den Urlaub nehmen.

    Ich habe gerade erst mit Simone gesprochen, wir haben einen Podcast-Schnippsel aufgenommen ;-) Und daher kann ich euch sagen, dass die Seite weiterhin bestehen bleibt. Sie wird nur keine neuen Beiträge im Blog schreiben. Vielleicht schaut sie ja auch nochmal hier vorbei und kann persönlich etwas dazu schreiben.


    Ich vermisse Simones Beiträge auch sehr, kann ihre Entscheidung aber absolut nachvollziehen.

    Und eine habe ich noch für euch :-D


    Nach dem ersten Band der Trisolaris-Trilogie erschien auf deutsch zunächst die Novelle "Spiegel". Meine Rezension erschien im Original in meinem Blog: Cixin Liu - Spiegel (auf booknapping.de) und ich möchte sie auch hier im Forum teilen:


    Nachdem Cixin Lius Science Fiction Roman Die Drei Sonnen mich im letzten Jahr begeistert hat, wollte ich am liebsten sofort mehr von dem Autor lesen. Da die Reihe, zu der dieser Roman gehört in deutscher Sprache allerdings erst 2018 mit dem zweiten Band fortgesetzt (Der dunkle Wald) wird, habe ich nach anderen Titeln des Autors Ausschau gehalten. So stieß ich auf die Novelle Spiegel.


    Auf gut 100 Seiten erzählt sie von dem bisher unbescholtenen Bürger Song Cheng, der in Haft gerät und dort auf einen interessanten und undurchschaubaren Menschen stößt. Dieser scheint über alle Geschehnisse, auch die zukünftigen, Bescheid zu wissen. Als würde alles glasklar vor ihm liegen. Das kann unmöglich mit legalen Dingen zugehen, was genau dahinter steckt bleibt zunächst im Verborgenen. Zunächst …

    Totale Transparenz

    Diese von Cixin Liu vor seiner Trisolaris-Trilogie geschriebene Novelle spielt ebenfalls in China und lässt einen tiefen Blick in die Gesellschaft und die politischen wie militärischen Strukturen zu. In die Story hineinzukommen ist mir, wie auch schon bei Die drei Sonnen, nicht leicht gefallen. Sollte dies bei den Werken dieses Autors bei mir zur Tradition werden, hoffe ich darauf, dass die darauf folgende Begeisterung es ebenfalls wird. Denn auch die fast an eine Kurzgeschichte erinnernde Novelle Spiegel konnte mich nach den anfänglichen Schwierigkeiten faszinieren.


    Lius Profession als Softwareingenieur zeigt sich im Text ebenso deutlich wie sein kritischer Umgang mit den Begebenheiten in China. Vor den wissenschaftlichen Details sollte niemand sofort zurückschrecken, ich empfehle sich darauf einzulassen, auch wenn einem Themen, wie die Quantentheorie und die sich daraus ergebene Quantenmechanik und -effekte nicht unbedingt geläufig sind. Ein paar erklärende Worte bietet der Anhang “Anmerkungen”, der erfreulicherweise in der E-Book-Variante nun auch per Sprungmarken direkt aus dem Text heraus angesprungen werden kann.


    Aber das Buch hätte mich nicht faszinieren können, wenn es nicht den Bezug zu unserer heutigen Welt beinhalten würde. Die in den Absätzen und den Abstraktionen lesbare Kritik an der (nicht nur) in China üblichen Überwachung. Wenn es nicht die Gedanken fortspinnen würde, wohin eine komplette Transparenz jeder Person und damit womöglich sogar jeden Denkens (?) uns als menschliche Gesellschaft bringen würde.


    Und nach all den vielen physikalischen Details und Theorien ist es doch wieder das “Schicksal” der Menschheit, die im “dahinter” liegenden Vordergrund dieser Novelle steht. Eine gute Überbrückung beim Warten auf den zweiten Trisolaris-Band, wenn auch nicht von der Kraft wie Lius mehrfach preisgekrönter Roman Die drei Sonnen.

    Nach meiner Begeisterung für den ersten Band der Trisolaris-Trilogie musste ich natürlich gleich auch Band 2 lesen.

    Meine Rezension, die ich in meinem Blog veröffentlicht habe, möchte ich auch hier mit euch teilen.

    (Quelle: Der dunkle Wald von Cixin Liu =Rezension= auf booknapping.de)


    Cixin Liu hat ihn beeinträchtigt. Meinen Blick auf den Sternenhimmel. Konnte ich früher etwas verträumt abends zum Himmel hinaufschauen und dabei über die Unendlichkeit sinnieren. Konnte in Fantasien über extraterrestrisches Leben in den Galaxien versinken, mir vorstellen, wie silber-glänzende Raumstationen ausgestattet mit künstlicher Gravitation sich langsam um die eigene Achse drehen und Kolonisten als Zwischenhalt auf dem Weg zu ihrer Sternenkolonie dienen. So vieles war möglich, nur wenig gestört von möglichen Ridley Scott-Schöpfungen und tumben H.G. Wells-Mondkühen. Aber jetzt ist das alles anders. Cixin Liu hat es nachhaltig verändert, meine Sicht auf den Sternenhimmel beeinträchtigt – mit seinem zweiten Teil der Trisolaris-Reihe hat er dem ersten Band noch einen “drauf gesetzt”. Meine zuvor recht unvoreingenommene und zugegeben, auch etwas versponnene Sicht ist getrübt. Schuld ist die so real wirkende Vision Lius in

    Der dunkle Wald

    Wer den ersten Teil der Trilogie noch nicht gelesen hat und keinesfalls etwas über dessen Inhalt wissen möchte, dem empfehle ich zunächst meine Rezension zum Auftaktroman zu lesen (Die Menschheit und das All – Cixin Liu: Die drei Sonnen) bzw. hier im Forum und dann natürlich den Roman. Wer keine Bedenken hat oder den ersten Roman bereits gelesen hat (gute Entscheidung!), kann jetzt hier weiterlesen.


    Die Menschheit wurde “verraten”, die Invasion steht bevor. Die ersten Beeinträchtigungen sind spür- und sogar sichtbar für den, der genau hinschaut, jedoch wird es noch einige Lichtjahre dauern, bis die Invasionsflotte von Trisolaris die Erde erreicht. Zeit genug eigentlich, einen Plan zu entwickeln, die Menschheit vor dem scheinbar sicheren Untergang zu bewahren. Wirklich nur scheinbar? Gibt es denn überhaupt noch eine Chance? Entwickelt wird ein Plan, in dem vier Figuren eine ganz entscheidende Rolle spielen. Sie werden die sogenannten Wandschauer sein. Diese Vier sollen die Erdbevölkerung – die gesamte Menschheit – retten. Einer von ihnen ist der unscheinbare Wissenschaftler Luo Ji. Mit einer ausgeklügelten wie gleichfalls einfachen Idee, sollen die Wandschauer die nahenden Trisolarier ausstechen. Sollte das tatsächlich möglich sein?

    Kreis in drei Teilen

    Als ich mir nach Ende des Buches Notizen zum Buch und dem Leseerlebnis gemacht habe, war das erste Wort, dass ich nach dem Titel aufschrieb: Schwierig. Es fiel mir schwer, ein Resümee des Inhalts zu verfassen, ohne dabei zu viel über den Verlauf der Geschichte zu verraten. Und ohne dabei die Fülle an Eindrücken zu vernachlässigen, die der Roman in mir hinterlassen hat.


    Aufgebaut ist der Roman in drei Teilen (Die Wandschauer, Der Fluch, Der dunkle Wald) und Liu beginnt im Prolog mit dem “Zeichnen” eines Kreises, der im perfekten Rund ebendiesen Anfangspunkt am Ende wieder trifft. Gleich mehrere auf den ersten Seiten gelegte Spuren werden zum Ende hin wieder aufgenommen. Der dunkle Wald ist ein durch und durch intelligenter Roman, bei dem es sich empfiehlt, hochkonzentriert dranzubleiben. Texte von Autor_innen, die ihre Leser_innen ernst nehmen und ihnen ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit abverlangen, stehen in meiner Buchauswahl ganz weit oben auf der Liste. Einer der Gründe, weshalb ich dieses Buch ausgesprochen gerne mag.


    Wieder weiß Liu zu “schockieren”, dabei bleibt er eigentlich nur realistisch. Er weicht der Realität nicht aus, vielleicht hat genau das dazu geführt, dass meine Vorstellungen vom All, dem Leben im Universum und den allgemein vorherrschenden Prinzipien erschüttert wurden. Stückchen für Stückchen und manchmal auch in größeren Portionen. Gelesen habe ich diesen Roman zum großen Teil während eines Urlaubs auf der Kanareninsel La Palma. Oft auch abends, kurz bevor der beeindruckende Sternenhimmel sich zeigte (auf La Palma gibt es ein Gesetz zur Vermeidung von Lichtverschmutzung, da sich auf dem höchsten Punkt einige der größten Teleskope der Erde der Beobachtung der “Sterne” widmen). Oft schaute ich dann gedankenverloren nach oben …


    Der dunkle Wald ist ein beeindruckender Science Fiction-Roman, wieder mit einem ansprechenden Mix aus Technologie, Logik, Soziologie und Emotionen. Klug konzipiert in einem fast 800 Seiten langen Kreis mit einem interessanten Start, einem “ruhigen” Mittelteil und einem faszinierenden letzten Drittel. Ich habe mich auf keiner Seite gelangweilt, sehne jetzt schon Teil drei herbei und das, obwohl dieses Buch erstaunlicherweise nicht mit einem Cliffhanger endet. Dringende Leseempfehlung!

    Kirsten

    TheNightingale hat es auf den Punkt gebracht. Wenn du mit SF eh nicht so häufig in Kontakt kommst, ist es mit diesem aus dem Chinesischen kommenden Roman vermutlich umso schwerer. Ich musste mich an den Stil auch erst gewöhnen. Im Moment kann ich gar nicht abwarten endlich auch den dritten Band zu lesen! Ein ehemaliger Kollege konnte es schon nach Band 1 nicht mehr aushalten und hat direkt auf englisch weitergelesen. Ihm haben alle Teile gut gefallen, der dritte soll nochmal ordentlich reinhauen ;-)


    Firiath Wie bei mir - ich hing auch in der Wüste fest und fürchtete, dass es immer so weiter geht. Der Hauptteil des Romans womöglich in dieser virtuellen Welt spielt. Ich habe nach einer Pause dann weitergelesen. Und war sooo froh. Wow - was für ein Buch. Besonders im Rückblick kann ich das sagen.

    Kirsten Tatsächlich nicht? :huh:

    Ich liebe den Roman und auch den Nachfolger. Cixin Liu hat mich begeistert, wenn ich auch über einen Teil erst "hinweglesen" musste. Schade, dass Liu dich nicht einfangen konnte.


    Meine Rezension kann ich hier auch teilen (ist ursprünglich bei mir im Blog erschienen: Die Menschheit und das All



    Wo fange ich nur an. Am besten damit, wie ich auf das Buch gekommen bin. Ehrlich gesagt, hat mich zunächst das Äußere angesprochen. Das Cover verspricht einen interessanten Science Fiction-Roman, eventuell endlich mal wieder etwas Neues, Bahnbrechendes. Zudem haben mich die Auszeichnungen des Romans mit dem Hugo Award (Best Novel 2015) und dem chinesischen Galaxy Award (2006) neugierig gemacht. Nach etwas Recherche fand ich heraus, dass dieser erste Teil der Trilogie nach Erscheinen der englischsprachigen Übersetzung im Jahr 2014 einschlug wie eine Bombe. Cixin Liu erhielt als erster chinesischer Autor den renommierten Hugo. Auch poppten überall positive und neugierige Posts in den sozialen Medien und in Blogs auf. Meine Neugier war immens, die Erwartungen entsprechend hoch.

    Das Drei-Körper-Problem – ein Teaser, keine Zusammenfassung

    “Die drei Sonnen” (Englischer Titel “The Three Body Problem”) beginnt in der Zeit der chinesischen Kulturrevolution und begleitet dann bis zu vier Generationen in unsere Gegenwart. Ye Wenjie tritt als Tochter ihrer in den Augen des chinesischen Regimes verräterischen Eltern in die Fußstapfen derselben und wird angesehene Astrophysikerin. Ihr Vater Ye Zhetai, Physikprofessor, wird öffentlich hingerichtet. Sein Verbrechen war das eigenmächtige Ergänzen des Unterrichtsmaterials durch Einsteins Relativitätstheorie. Solch reaktionäres Verhalten wurde nicht geduldet – damals in den 60ern, in China. Auch nicht von seiner Frau. Ye Wenjie sah alles mit an.


    Der Physiker Wang Miao sieht einen Countdown. Plötzlich und aufdringlich ist dieser Zahlencode, der vor seinen Augen abläuft. Auch auf den Fotos, die er macht, ist er zu sehen. Aber nur wenn er abdrückt … Als wichtige internationale Gesellschaften wie die CIA, Nato und auch das chinesische Äquivalent sich an ihn wenden, da er der Schlüssel zu einer geheimen Gruppe sein könnte, sagt er zu. Er wird Mitglied bei den “Frontiers of Science”, bei dem auch Ye Wenjie zu finden ist und ihre Tochter es vor ihrem Selbstmord war. Die Selbstmorde unter den hochrangigen Wissenschaftlern sind derzeit auffällig, Wang Miao soll ergründen, ob die Ursache bei den “Frontiers” liegt. Dabei stößt er auf ein Computerspiel namens Three Body, welches ihm Rätsel aufgibt. Warum nur verbringen Menschen, die zu den klügsten Köpfen der Erde gehören, ihre Zeit in einem VR-Computerspiel? Was steckt dahinter? Wang Miao macht den Schritt und betritt das erste Level von Three Body

    Phantastisch. Und fundiert.

    Es ist nicht schwer, sich in diesen wissenschaftlich fundierten Science Fiction-Roman einzulesen. Es ist auch nicht schwer, dranzubleiben, sich dem Sog der Seiten hinzugeben. Aber es dauert ein wenig, bis die LeserInnen erkennen, was sie hier eigentlich vor sich haben. Bis der Roman sich in seinem ganzen Volumen zeigt und danach nicht damit aufhört an selbigem zuzunehmen. Es empfiehlt sich, vor der Lektüre möglichst nichts über die Richtung und Intention der Story zu wissen. Die oben stehende Zusammenfassung ist daher eher ein Teaser des ersten Teils und nahezu bedenkenlos lesbar.

    Cixin Liu beginnt seinen Roman mit Schauplätzen während der chinesischen Kulturrevolution, der Zeit der Rotgardisten. Entsprechend brutal und zugleich auch revolutionär geht es schon auf den ersten Seiten zu. Ausländische Literatur, die schon damals das Schicksal der Natur thematisiert wird als verlogen dargestellt und verboten.

    Mit diesem Anfang legt Liu die ersten Steine für die Richtung seines Romans. Thematisiert wird hier der Mensch, die Menschheit, der Planet Erde und zudem alles was “da sonst noch so ist” – das All. Seine Erzählung ist dabei gleichzeitig phantastisch als auch realistisch, basiert sie doch an vielen Stellen auf realen Hintergründen, wie beispielsweise der Quantenphysik oder Informatik. Die Schilderung eines durch Personen zusammengesetzten Computers ist geradezu genial. Und das ist nur ein Beispiel.

    Die Idiotie der Menschheit

    Stück für Stück entwickelt sich die Story, lässt die LeserInnen streckenweise im Dunkeln über die Intention, um dann den Bezug zum Gesamten wieder herzustellen. Die Idotie der Menschheit, die Arroganz dem Planeten gegenüber auf dem sie lebt, die Überheblichkeit und die Macht von Einzelnen vermag der Autor auf intensive Art zu transportieren.

    Stellenweise überrascht Liu daher mit plötzlich auftretender Brutalität – offensichtlicher und subtiler -, die sich so real anfühlt, dass einem dabei regelrecht übel werden kann. Ich selbst habe den “Fehler” gemacht an einer solchen Stelle zufällig musikalische Untermalung durch J. S. Bach gewählt zu haben, die das Erlebnis so intensiviert hat, dass es sich bei mir regelrecht eingebrannt hat.

    Philosophisch mit Tiefenwirkung. Empfehlenswert.

    Phantastisch, spannend, intelligent, philosophisch, nachdenklich, wissenschaftlich fundiert, authentisch und das alles von einem überaus sympathischen Autor, wie sein ausführliches Nachwort im Anhang des Buches zeigt. Sein Plädoyer für die Science Fiction, in dem er dieses Literaturgenre als jenes bezeichnet, das die gesamte Menschheit angeht und deshalb am ehesten verständlich und zugänglich sein sollte, tut sein Übriges.


    “Die drei Sonnen” endet mit einem Satz, der in die Riege der “schönsten” Schlusssätze gehört. Zugleich legt er den ersten Stein für den zweiten Band der Trilogie “Der dunkle Wald”, der beim Heyne Verlag in Vorbereitung ist. Es fällt sehr schwer zu warten, was bereits viele LeserInnen dazu gebracht hat, die englische Fassung der Fortsetzung zu lesen. Ich werde warten. Geduldig. Mehr oder weniger. Vielleicht lese ich diesen ersten Teil noch einmal, jetzt mit dem Wissen, wie der letzte Satz lautet. Vielleicht.


    Für mich eindeutig ein Highlight der SF!

    Und wer Hörbücher präferiert findet eine Besprechung der Audio-Version auf phantastisch lesen.

    Hallo Horst :-)

    Ich habe keine PN von dir in meinem Postfach und muss mich jetzt erst einmal wieder einlesen ...


    EDIT:
    Habe jetzt nachgelesen, worum es ging. Ich hatte mich damals für die Hardcoverausgaben interessiert und sie auch gesammelt. Die Bücher habe ich allerdings alle nicht mehr, die Sammlung ist bei meiner Trennung damals an meinen Ex gegangen.

    Du suchst allerdings die Taschenbuchausgaben, oder? Die kenne ich zwar, habe sie aber nie gesammelt.