Beiträge von Aurian

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Um einen Vorfall zu vertuschen wird Harry Hole zum Kommissionsleiter befördert. Eigentlich soll er nur entscheiden, ob Fälle überhaupt weiterverfolgt werden, aber mit seinem besonderen Blick für ungewöhnliche Details fällt ihm bald ein Vorfall auf, der auf ein mögliches Attentat hindeutet. Doch wer hat es da auf wen abgesehen und kann Harry den Attentäter rechtzeitig finden und aufhalten?


    Seine Ermittlungen bringen ihn immer wieder mit der nationalsozialistischen Szene in Norwegen in Berührung. Wiederkehrende Rückblicke, die im Jahr 1942 beginnen, zeigen dass auch schon damals einige Norweger an der Seite der Deutschen im Krieg gekämpft haben.

    Es wird deutlich wie es für die jungen Männer war an der Front zu kämpfen, dem Winter in Russland zu trotzen und mit der ständigen Gegenwart des Todes zurechtzukommen.

    Das Buch beschäftigt sich mit vielen Themen. Für mich war das Hauptthema, wie es Soldaten im 2. Weltkrieg ergangen ist und wie ein solcher Krieg Menschen für immer verändert.


    Es hat gedauert, bis mich die Handlung gepackt hat. Dabei haben mich vor allem die Rückblicke ausgebremst. Es war lange nicht klar, wo das alles hinführt und ich muss gestehen, dass ich die norwegischen Soldaten oft nicht auseinanderhalten konnte.

    Aber so wie ich es von Jo Nesbøs Büchern gewohnt bin, hat es mich irgendwann doch gepackt und die Seiten sind nur so dahingeflogen.

    Das liegt zum Großteil an Harry Hole, der einfach ein interessanter Charakter und ein Ermittler mit einem besonderen Spürsinn ist. Seine Menschlichkeit macht ihn verletzlich und sympathisch.


    Der Roman ist spannend und entwickelt einen ganz eigenen Sog, den die Bücher dieses Autors und sein Protagonist auf mich ausüben. Da das Buch in einem Handlungsstrang mit einem üblen Cliffhanger endet, werde ich sicher auch Band 4 lesen, denn ich will unbedingt wissen wie es weitergeht.


    4ratten

    Liebe nanu?! , es ist toll, dass du Tamka weiterführst und so flott neue Kriterien erstellt hast! :bussi:


    Mit dem festen Vorsatz dieses Mal wieder erfolgreicher teilzunehmen würde ich gerne folgende Liste anmelden:


    Einmal komplett die Einzelkategorien:


    Schultüte: Tove Jansson - Winter im Mumintal

    Dieses schöne Kinderbuch subt schon ein paar Jahre bei mir und ich nehme mir jeden Winter vor, es zu lesen.


    Schere-Stein-Papier: Anjali Banerjee - Die Bücherflüsterin (Braucht es dazu eine Begründung? :breitgrins:)

    Subt seit 2014


    Blinde Kuh: Charlaine Harris - Vampirmelodie (Die Dame auf dem Cover könnte durchaus "Blinde Kuh" spielen)

    Subt seit Januar 2018


    Eis am Stiel: Nina George - Das Lavendelzimmer (auch wenn ich Lavendeleis auf keinen Fall probieren mag) :eis: :Kreuz:

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    Drei deiner Bücher habe ich auch schon gelesen und sie ganz ähnlich wie du bewertet. :)


    Das Buch von Neil Gaiman habe ich vor neun Jahren gelesen und weiß nur noch, dass mir zwar die Idee und der Schreibstil gefallen haben, dass mich aber irgendetwas gestört hat. Bei Gaiman kommen bei mir oft keine Emotionen beim Lesen auf.


    QualityLand fand ich richtig gut und es war eines meiner Highlights 2018.


    "Die Verlobten des Winters" haben mir von der Grundidee gefallen und den Anfang war bezaubernd. Die Menschen am Pol fand ich einfach nur schlimm und Ophelias Verhältnis zu Thorn etwas merkwürdig. Trotzdem bin ich neugierig, wie die Geschichte weitergeht und die Fortsetzung liegt schon auf meinem Sub :breitgrins:

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    382 Seiten

    Wunderlich Verlag

    ET 20.8.2019


    „Statistisch gesehen würde ich in 33 Jahren sterben. Noch 33 Jahre. Verdammt. Wie fülle ich die Zeit bis dahin bloß sinnvoll? Füße hochlegen ist ja nicht mehr erlaubt, seit die Senioren Silver Ager heißen und die Alpen auf E-Bikes überqueren.“


    Ihr nähert euch eurem 50. Geburtstag und wollt bei einem vergnüglichen Buch mal wieder richtig lachen? Dann liebe Frauen, greift zu diesem Roman!


    Um ihre Mutter zu beerdigen, kehrt Judith in ihren Heimatort zurück und begegnet dort nach 20 Jahren ihrer damaligen besten Freundin Anne wieder, die an Krebs erkrankt ist. Diese beiden Ereignisse und ihr baldiger 50. Geburtstag sorgen dafür, dass Judith immer wieder kritisch und frustriert auf ihr vergangenes und gegenwärtiges Leben blickt.

    Judith hat ein schönes und bequemes Leben. Doch nachdem ihre Kinder aus dem Haus sind, beginnt sie über ihr Leben nachzudenken. Für wen ist sie noch wichtig und was ist ihr wichtig?


    Mit viel Humor und einem herrlich vergnüglichen Schreibstil schreibt Ildiko von Kürthy über eine Frau um die 50. Dabei setzt sie sich mit Themen wie Freundschaft, die Heimat und die Sehnsucht nach Aufmerksamkeit und einer befriedigenden Aufgabe auseinander. Sicher ist so mancher von Judiths Gedanken auch der 1968 geborenen Autorin schon durch den Kopf gegangen.

    Egal ob es um die Optik, die Gesundheit oder den Lebensinhalt geht, viele Frauen dürften sich an der ein oder anderen Stelle wiedererkennen, denn Frau von Kürthy schildert schmerzhaft ehrlich, wie es vielen Frauen um die Lebensmitte geht. Man bekommt den Spiegel vorgehalten, was oft lustig ist, manchmal aber auch nachdenklich stimmt.


    Die Handlung in der Gegenwart hat leider nur einen geringen Anteil und dient meistens als Impulsgeber für Judith um ausführlich in ihre Gedankenwelt und die Vergangenheit abzutauchen. Mir war das stellenweise zu ausführlich.

    Doch den größten Teil des Buches habe ich mit großem Vergnügen gelesen und wenn sich Judith an ihre Jugend mit Schulterpolstern, warmem Vanillepudding oder Paprikachips erinnert, dachte ich „ja, genauso war’s“.


    Ein besonderer Blickfang sind die Zeichnungen von Peter Pichler, welche die Handlung wunderschön wiederspiegeln.


    Fazit: Eine sehr ehrliche und mit viel warmherzigem Humor erzählte Geschichte um eine Frau in ihrer Lebensmitte.


    3ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

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    528 Seiten

    Eisele Verlag

    ET: 30.8.2019

    OT: Circe


    Circe oder auch Kirke ist bekannt aus der Odyssee von Homer. Bisher habe ich sie nur mit Odysseus in Verbindung gebracht, der mit seinen Männern auf ihrer Insel gelandet ist und dort für einige Zeit blieb, bis er nach Ithaka weiterzog.


    Madeline Miller füllt die Geschichte dieser Göttin mit Leben, begonnen mit ihrer Geburt als Tochter des Sonnengottes Helios und der Najade Perse. Sie wächst sich selbst überlassen in den prunkvollen Hallen ihres Vaters auf, mehr geduldet als geliebt, denn sie scheint keinerlei göttliches Talent zu besitzen und ist gestraft mit der Stimme einer Sterblichen. Sie sagt selbst über sich: „Ich war ein Nichts, ein Stein, ein Nymphenkind unter abertausend anderen.“


    Die Autorin füllt die Welt der Götter mit Leben und macht sie fast menschlich, auch wenn dies das Letzte ist, was sie sein wollen. Circe ist anders. Sie fühlt echte Liebe und empfindet Mitgefühl, wobei ihr auch die niederen Gefühle wie Eifersucht nicht fremd sind, was der Mythos rund um Scylla mehr als deutlich macht.


    Schadenfreude und Sensationsgier sind die Würze eines endlosen Lebens als Gott. Die Götter haben nichts Gütiges oder Weises an sich. Nein, hier wird ein Bild von neidischen und eitlen Wesen gezeichnet, die abfällig auf die Menschen herabschauen. Allerdings wird dies in höchst unterhaltsamer Art und Weise beschrieben.


    Und so verwundert es nicht, dass Circes Familie davon ausgeht, dass es die schlimmste Bestrafung ist, Circe um ihre göttliche Gegenwart zu bringen, indem sie diese auf die Insel Aiaia verbannen. Doch die Götter täuschen sich, denn für Circe beginnt eine Zeit voller Zufriedenheit und Ruhe, bis die Einsamkeit sie einholt.


    Zu großen Teilen wirkt die Handlung wie ein Abenteuerroman, in welchem Circes Geschichte geschickt und mit viel künstlerischer Freiheit mit Figuren aus der Odyssee und der Welt der griechischen Götter verknüpft wird, wie z.B. dem Minotaurus oder auch Daidalos. Dadurch wird die Lektüre sehr kurzweilig und der vergnügliche Schreibstil der Autorin sorgt dafür, dass die Seiten nur so dahinfliegen.

    Sobald jedoch Odysseus in Circes Leben, wird die Handlung ruhiger und bleibt nach meinem Empfinden näher an den bekannten Mythen.


    Für mich gehört „Ich bin Circe“ zu meinen Highlights 2019! Der Schreibstil der Autorin und ihre kreative Fantasie, mit welcher sie die Mythen Griechenlands mit neuem Leben erfüllt, haben mich begeistert.


    :tipp: 5ratten

    Aurian Wenn du mehr Lust auf andere Bücher hast und die dich gut unterhalten haben, dann ist das doch auch gut. In erster Linie soll Lesen Freude machen und nicht als Zwang empfunden werden. Ich habe zur Zeit auch so gar keine Lust an all meinen gemeldeten SLW-Büchern und werde mit Sicherheit nicht alle lesen. Daher versuche ich mich mit den Monatsrunden zu motivieren. Was allerdings auch nicht übermässig fruchtet. :whistling:

    Du kennst das scheinbar auch, dass andere Bücher einfach lauter rufen. :five:

    Bis jetzt hatte ich ein tolles Lesejahr und im August habe ich sogar eine Sub-Leiche gelesen, nur leider stand es auf keiner meiner vielen Listen :lachen:


    nanu?! Wenn wir wieder Bücher verschicken, stelle ich gerne auch etwas zur Verfügung. :)

    Jo Nesbø - Rotkehlchen

    Ich hoffe, es gefällt Dir auch so gut wie mir - dass das so gut ist, war eine meiner größten Überraschungen in diesem Jahr.

    So richtig begeistert bin ich bis jetzt noch nicht. Die Sprünge in die Vergangenheit reißen mich immer wieder aus dem Lesefluss. Wenn allerdings in der Gegenwart Harry Hole eine Rolle spielt, dann hat mich das Buch im Griff.