Beiträge von Cemetry

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Ich hab mir für 2015 eine etwas "gesündere" Leseliste vorgenommen. Ich hab die letzten zwei Jahre so viel Schund gelesen (a.k.a. kostenlose Liebesromane von Amazon), ich muss das wieder ausgleichen. Also versuche ich, dieses Jahr abzuwechseln - ein "richtiges" Buch, eine Liebesschnulze, ein "richtiges" Buch, eine Liebesschnulze, und so weiter...


    Definitiv lesen möchte ich dieses Jahr noch:
    - "Uncle Tom's Cabin" von Harriet Beecher Stowe
    - "Under The Dome" von Stephen King
    - "The Iron King" von Maurice Druon
    - "Shadowmarch" von Tad Williams
    - "Sherlock Holmes" von Arthur Conan Doyle
    - "12 Years A Slave" von Solomon Northrup
    - "Stor Front" von Jim Butcher


    ... und natürlich ganz viele peinliche Schnulzen, die ich nie öffentlich erwähnen werde...

    Ich lese gerade The Unfolding Of Language von Guy Deutscher


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    Das Buch tut mir so gut, weil ich jetzt wieder weiß, warum ich studiere, was ich studiere. Ich hab mich ganz neu in Linguistik verliebt...

    Mir blutet das Herz...


    Liebgewordene Charaktere sterben oder müssen Dinge durchmachen, die ich nicht mal meinem schlimmsten Feind wünschen würde. Die intriganten Mistkerle gewinnen am Ende doch immer. Und prinzipiell läuft es ja für niemanden so wie geplant.


    Auch der zweite Teil der Saga hat mir wieder viel Spaß bereitet. Manche Erzählstränge mehr (Arya, Daenerys, Tyrion), manche weniger (Theon, Jon). Das einzige, was die Freude am Lesen etwas getrübt hat, war das meines Erachtens nach unnötige Name-Dropping, das George R.R. Martin stellenweise betrieb - die Namen ALLER Schiffe, die Namen ALLER Krieger; meiner Meinung nach irrelevant und nur verwirrend. Aber die Geschichte macht es wieder wett, mit Entwicklungen, die man so nicht erwartet hätte.


    Ich freue mich auf Band 3 und gebe Band 2 voller Begeisterung:
    5ratten

    Ich les definitiv mehr eBook als Papierbuch. Ich mag den Komfort. So sehr, dass ich mittlerweile Bücher, die ich bereits (ungelesen) besitze, als eBooks kaufe.


    Mein Kindle ist am WE kaputt gegangen und ich hab zum ersten Mal seit August wieder ein Taschenbuch gelesen. Furchtbar ungewohnt... Aber dabei hab ich festgestellt, dass es mir mehr um den Inhalt als um das Medium Buch geht. Ich hatte anfangs echt Angst, dass mir das haptische fehlt, aber ganz im Gegenteil. Ich kann das Ding in der Jackentasche tragen, ich hab immer ein paar Bücher zur Auswahl dabei, ich kann einhändig (und dadurch unter anderem in der Bahn im Stehen) lesen, er wiegt quasi nichts...


    Durch die Diskussion bin ich auch mit der Frage konfrontiert worden wie eigentlich der Begriff Neger bei meinen Geschwistern (beide wurden übrigens auch in ihrer Kindheit schon so beschimpft und sind wegen ihrer Hautfarbe Diskriminiert worden) beim Vorlesen reflektiert wurde. Dabei wurde mir klar das dies nie richtig passiert ist. Das fand sehr erschreckend weil ich immer dachte, dass es gerade bei mir in der Familie so hätte sein sollen. Und ja ich möchte das auf jeden Fall weiter in meiner Familie diskutieren.


    Ohne jetzt dir und deiner Familie konkret etwas unterstellen zu wollen (ich kenn euch ja nicht!), schützt die Ehe/Verwandschaft mit einer dunkelhäutigen Person einen ja nicht davor, Rassist zu sein. Deswegen ist das "Ich hab aber schwarze Freunde!"-Argument auch vollkommen sinnlos! Ein Mann, der mit einer Frau verheiratet ist, kann trotzdem ein Sexist sein. Extrem viele Schwule sind extrem bi- und transphob (sprich: Nur weil man einer Randgruppe/Minorität angehört heißt das noch lange nicht, dass man nicht selber ausgrenzt).


    Wie gesagt, ich will nicht behaupten, deine Eltern wären in irgendeiner Weise rassistisch - ich wollte nur kurz einwerfen, warum das auch in einer (for lack of a better word) "bunten" Familie nicht unbedingt thematisiert werden muss...


    Als was dürfen sich denn Kinder für euch legitim noch verkleiden? Alles, was auf eine andere Kultur schließen lässt, fällt ja aus. Alles, was irgendwie sexistisch oder anti-feministisch (also z.B. Hexe) wäre auch.
    Prinzessin geht schon gar nicht, denn das ist nun wahrlich nicht demokratisch und erinnerst an die Unterdrückung der Massen. Bei Tiervekleidungen schreien auch viele aus Respekt vor der Natur oder weil Kinder Tiere nicht vermenschlichen sollten, oder...
    Bleiben fast nur noch Berufe und ich bin sicher, dass da bald wiederum jemand einen Haken findet. Zumindest "Krankenschwester" geht ja dann schon mal nicht mehr.


    Du kannst dich da jetzt lustig drüber machen so viel du willst - Fakt ist, dass es genügend Leute gibt, die sich verletzt fühlen, wenn andere sich entsprechend verkleiden. Hierbei geht es in erster Linie darum, dass diese Verkleidungen auf (nicht gerade vorteilhaften) Vorurteilen und Stereotypen basieren - und das ist NICHT in Ordnung! Dazu gab es vorletztes Jahr (glaub ich) eine ganz interessante US-amerikanische Kampagne: http://www.theroot.com/views/stop-racist-halloween-costumes


    Was mir an deiner Argumentation wieder sauer aufstößt: Der unterschwellige Vorwurf, man solle sich ja nicht so anstellen. Und dann verläuft hier weiterhin etwas, was ich ganz böse finde - WIR entscheiden nicht darüber, wovon sich ein anderer Mensch angegriffen und beleidigt fühlen darf! Ich bin ein extrem unempfindlich, was Beleidigungen angeht - mich stört eigentlich wenig. Deswegen würde ich aber noch lange nicht rumrennen und alle anderen "beschimpfen". Weil ich klar und deutlich zwischen MEINEM Empfinden und dem von anderen unterscheiden kann. Ich versteh nicht, warum das auf Schwarze bezogen so schwer vorstellbar ist - IHR mögt keine Probleme mit dem Wort haben, ein betroffener Mensch schon. Aber das darf dieser betroffene Mensch für sich selbst entscheiden, nicht wir für ihn.

    Wir können es ja nun drehen und wenden wie wir wollen: Ein Schwarzer ist schwarz und ein Weißer ist weiß, sie sehen also unterschiedlich aus. Das hat mit einer Wertung rein gar nichts zu tun. Ich kann mich auch als Spanierin oder holländisches Käsemädchen verkleiden, sieht völlig anders aus als ich und ist schlichtweg keine Negativwertung.


    Meiner Meiung nach sind auch diese Kostüme nicht in Ordnung. Und zudem relativ unnötig - es gibt genügend Verkleidungsmöglichkeiten, da muss man nicht auf Stereotypen zurückgreifen. Allerdings gibt es im Zusammenhang mit "sich als Schwarzer verkleiden" auch noch das Problem des sog. Blackface, was dem ganzen einen sehr bösen, definitiv rassistischen Unterton verleiht.


    Ich versteh das Problem nicht - wie Nimue sagt, es geht um ein Kinderbuch. Ich möchte ehrlich gesagt nicht abends, wenn mein Kind (und ich) müde ist, noch eine solche Diskussion führen (und ich finde, hierfür ist eine Diskussion nötig, mit einem "War früher so, sagt man heute nicht mehr!" ist es da meiner Meinung nach nicht getan). Da möchte ich vorlesen und das Vorgelesene einfach so, für sich alleine, wirken lassen.


    Damit sage ich nicht, dass man Kinder vor allem schützen soll. Aber alles hat seine Zeit und den richtigen Rahmen - und der ist meines Erachtens nach nicht beim Vorlesen eines Kinderbuches gegeben. Wenn das Kinderbuch das Thema Rassismus behandelt - dann schon. Aber ausgerechnet in der kleinen Hexe geht es ja doch um Toleranz und Hilfsbereitschaft.


    Und ja, an der Geschichte wird der Austausch des Wortes nichts ändern. Soll es ja auch gar nicht! Hier will keiner leugnen, dass dieses Wort existiert und früher einmal normal war. Aber deswegen muss ich es trotzdem nicht unnötigerweise meinem Kind vorlesen - unnötig, weil es in dem konkreten Fall einfach mal GAR NICHTS zur eigentlichen Geschichte beiträgt und es meinem Sohn höchstwahrscheinlich schnurzegal ist, ob sich das betreffende Kind jetzt als Schwarzer, Indianer oder Feuerwehrmann verkleidet hat.


    Dem Kind aus einem "Negerkönig" einen "Südseekönig" zu machen, nützt nichts. Es ist eine Frage der Zeit, bis "Südsee" als ethnische Bezeichnung ebenfalls pejorativ konnotiert ist. Das Denken nämlich dahinter ist immer noch problematisch: Wie kommt Astrid Lindgren dazu, einen dicken, fetten Weissen zum König von einem fremden Volk anderer Ethnie zu machen? Was für ein Bild des Exotischen steckt dahinter? Und warum ein König, warum kein demokratisch gewählter Bürgermeister? Das alles will die Tünche "Südsee" doch nur verstecken. Man muss sich nicht mit dem Problem auseinander setzen, wenn man ein vermeintlich neutrales Wort gewonnen hat.


    Seit wann ist Südsee eine ethnische Bezeichnung? Ich hab Pippi nie gelesen - weder mit Neger- noch mit Südseekönig. Ich ging jetzt aber einfach davon aus, dass da eben eine geographische Bezeichnung statt einer ethnischen Bezeichnung eingesetzt wurde.

    Ein gewisser Rassismus steckt in jedem, das stimmt. Ich nehm mich da selber gar nicht aus - Gutmensch hin oder her. Der sogenannte Alltagsrassismus ist einfach so in uns drin, dass es schwer ist, ihn loszuwerden. Ich ertappe mich als privilegierter Mensch (und als weiße, heterosexuelle, nicht-behinderte Frau bin ich das) häufig genug bei Gedanken, die irgendwie nicht sein müssen.


    Deswegen bezeichne ich aber trotzdem niemanden als Neger oder mit irgendwelchen ausgedachten, pseudo-lustigen Wortschöpfungen. Wenn es nötig ist, die Hautfarbe anzusprechen (und diese Notwendigkeit besteht meines Erachtens nach selten genug), tue ich das mit dem Wort, das meines Wissens nach am neutralsten ist. Sollte die betroffene Person anwesend sein und daran Anstoß finden, lasse ich mich gerne korrigieren. So einfach isses. Keine Trottelsprache, kein Gutmenschentum - einfach Rücksicht. Jetzt mal ganz davon abgesehen das ich es meistens eher nicht für nötig halte, die Hautfarbe der Person zu erwähnen (es sei denn, der Kontext verlangt es explizit, wie zum Beispiel eine Diskussion wie diese hier).

    Ich frage mich, was so schlimm an einer Anpassung sein soll. Nicht-Betroffenen ist sie weitgehend egal, sie sind von der PC genervt. Betroffene dürfen wählen: Entweder sie fühlen sich verletzt oder eben nicht. Ich selbst würde hier den Weg wählen, der am wenigsten Schaden anrichtet und somit Rücksicht auf diejenigen nehmen, die verletzt werden könnten.


    Vor allem aber sollten nicht die Nicht-Betroffenen darüber urteilen, von was sich die Betroffenen verletzt fühlen dürfen oder nicht.


    Und mir ist nachwievor die Gefahr zu groß, dass Eltern das unkommentiert stehen lassen. Es gibt genug Eltern, die auf die Frage "Mama, was ist denn ein Neger?" einfach mit "Ein Schwarzer!" antworten. Und schon ist das Wort unreflektiert in den Wortschatz übergegangen...

    Ich würd mich jetzt als durchschnittlich schnellen Leser einschätzen... Aber es gibt einfach Tage, da mag ich gar nichts lesen... Jetzt im Moment bin ich krank geschrieben - und guck mir lieber meine Serien an als zu lesen... Das wäre vor dem Kind nicht passiert... *G*


    Ich fand's nur einfach beeindruckend. wie du innerhalb von 15 Tagen diese 4 dicken Bücher (keine Ahnung, wie viele Seiten das auf Deutsch sind) lesen kannst... Hut ab!