Beiträge von Nicole C.

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Für mich war das auch sowas von ungewohnt - und ich freu mich deshalb umso mehr, dass Du Dich von der Eisbaronin auch in solch ganz fremde Gefilde hast entführen lassen … :)
    Dir ganz, ganz lieben Dank für Deine schönen Beiträge auf dieser gemeinsamen Reise und für Dein wundervolles Fazit zum Buch. :*

    Da kann ich nur zustimmen. Auch mir hat diese Leserunde sehr gefallen und ich danke für die vielen Ergänzungen, Erklärungen und Informationen.

    Ich auch. Also wenn es zu Band zwei eine Leserunde geben sollte, wäre ich gerne wieder mit dabei.

    Von meiner Seite aus sehr, sehr gerne! Und ich bin natürlich happy, dass ihr auch solche Freude an der Runde hattet wie ich … :)

    Oh, es ist eine Trilogie. Cool, hab ich gar nicht gewusst. Na dann tut sich da ja noch einiges

    Ursprünglich waren tatsächlich nur zwei Bände geplant: der erste, so wie ihr ihn auch gelesen habt, und nach einem Zeitsprung die Fortsetzung, die sich um die Nachfolgegeneration dreht. Im Planungsstadium war das auch in sich komplett stimmig. Nur während des Schreibens merkte ich irgendwann, dass das so nicht funktioniert - wie es euch jetzt auch vielleicht geht, nach dem Ende von Band 1: Die Charaktere und ihr Beziehungsgeflecht sind zu komplex, als dass ich da mit einem klaren Schnitt und einer Rückblende auf die verstrichenen Jahre rauskäme, dafür braucht es mehr Zeit und Raum. Vor allem wurde erst nach und nach die Entwicklungen sichtbar, die zu den Ereignissen im letzten Band führen. Türen, die sich erst dann vor mir öffneten, als ich um die jeweils nächste Ecke gebogen war. Meine Lektorin wusste sofort, was ich meine, als ich ihr das erzählte, und Goldmann war glücklicherweise einverstanden, dass wir der Geschichte genug Platz einräumen, und so werden es jetzt drei Bände, immer mit der zentralen Frauenfigur als Covergirl: Katya, Betje und Cathrin.

    Mir geht ganz das Herz auf, was und wie ihr in euren Rezensionen über meinen kleinen Eiskristall schreibt. :)


    Vielen, vielen Dank, liebe engi, liebe buchregal123, dass ihr in der Runde mit dabei wart und für euer tolles Fazit zum Buch. <3

    Arno ist wirklich ein toller Mensch. Ohne Einwände gibt er seine Unterschrift. Er traut seinen Söhnen zu, dass sie etwas schaffen können.

    Das rechne ich ihm auch hoch an! Mir wurde beim Schreiben überhaupt immer wieder warm ums Herz, wenn ich deutlich spürte, wie sehr er nach und nach aufgeblüht ist, mit all dem neuen Leben im Haus, erst Katya und Grischa, dann Henny und zuletzt noch das i-Tüpfelchen an Glück, seine kleine Enkelin.
    (Und ich mag sehr, dass er auf eine ganz und gar väterliche Art eine solche Schwäche für Katya hat.)

    Dösbaddel passt. Aber in ihm gährt etwas und das muss raus. Dabei übersieht er nur oder will es einfach nicht wahrhaben, dass er selbst schuld ist.

    Ja, Selbstreflektion ist nicht gerade seine Stärke. :D Man kann nur hoffen, dass er noch reift. ;)

    Immer hin hätte er - theoretisch - noch zwei Bände Zeit dafür. 8)

    Dass es doch noch eine Beziehung zwischen Katya und Johann gab, hätte ich nicht gedacht. Doch da wird gleich alles geklärt, so dass es keine Verletzungen gibt.

    Ich mochte diese rationale Ebene bei den beiden sehr - dieser behutsame und respektvolle Umgang miteinander, gerade in dieser Situation. Mich hat das beim Schreiben mehr berührt als es ein totaler Gefühlsrauch getan hätte.



    Thilo und Grischa landen wieder zusammen in der Koje und Christian versucht es wieder bei Katya. Nun bin ich sehr gespannt, wie es weitergeht. Ich hoffe, dass der Klabautermann es gut meint und sie ihre Schätze nach Hause bringen können. Auch wünsche ich ihnen, dass sie ihr Glück finden und dabei niemanden verletzen.

    Für mich war das eine ganz spannende Konstellation für das Ende: der Traum, mit dem Eis zu Geld gekommen, ist wahr geworden, nicht zuletzt, weil sie alle zusammengehalten und an einem Strang gezogen haben. Und trotzdem verrät jeder auf seine Weise in genau diesem Moment den anderen. Und das noch nicht einmal aus böser Absicht, sondern einfach, weil er seinem Gefühl folgt.

    Hennys Mutter hat sich aber viel Zeit gelassen, bis sie wieder Kontakt zu ihrer Tochter aufgenommen hat. Sie hatte wohl nicht damit gerechnet, dass es Henny gut geht, und muss feststellen, dass Henny glücklich und zufrieden ist.

    Ich hatte einen solchen Spaß an dieser Szene! Ich hab's Henny von Herzen gegönnt, nicht nur, dass sie da ihrer Mutter gegenüber so auftrumpfen kann, sondern dass sie in ihrer Ehe und im Laden endlich jemand ist, der sie vorher, bei ihrer Mutter, nie sein konnte. Und das habe ich dann Mathilde Pohl so richtig gerne unter die Nase gerieben :evil:

    Man kann nicht alles haben.

    Das finde ich eine ganz wichtige Aussage in Bezug auf Christian.

    Auch zwischen Thilo und Grischa gibt es Probleme. Die beiden sind glücklich, aber Thilo will etwas, dass Grischa nicht bereit ist zu geben. Grischa braucht seine Freiheit. Mir tut Thilo ein wenig leid, doch ich denke, dass er Grischa diese Freiheit lassen muss, weil sonst gleich alles zu Ende wäre. Er wird sich wohl in diese ständige Ungewissheit fügen müssen.

    Das ist auch schwierig, und ich persönlich kann da auch beide Seiten gut nachvollziehen, weil ich grundsätzlich ein freiheitsliebender Mensch bin, aber eine treue Seele. Mich beschäftigen solche Situationen sehr, in der jede Seite, jede Sichtweise für sich genommen ihre Berechtigung hat, aber miteinander unversöhnlich sind.

    Doch Grischa macht Christian klar, dass er noch zu warten hat, weil Katya zu jung ist. Das versprechen ist gegeben, doch Christian hat immer größere Probleme es zu halten. Er hat Gefühle für Katya, aber im Moment ist das Körperliche vorrangig.

    Ich kann nicht sagen, dass mir Christian nicht gefällt. Sein Leben ist auch nicht einfach gewesen, trotzdem nimmt er alles leicht. Wenn etwas klappt, na gut, aber wenn etwas schiefläuft, geht er auch nicht daran zugrunde. Natürlich fühle ich im Moment auch mehr mit Katya.

    Christian hat da auch eine undankbare Rolle zugedacht bekommen. So schön ich es auch gefunden hätte, wenn er tapfer auf seine Katya gewartet hätte - für mich hätte das nicht zu seinem Charakter gepasst. Bei allen anderen Mädchen konnte er bisher mit Küssen zufrieden sein, erst die Begegnung mit Katya hat das geändert. Und von dort wieder zurück auf Los, da schafft er einfach nicht.

    Besonders Christian wirkt wie ausgewechselt in dieser exotischen Umgebung, alles Düstere, Zweifelnde und Lähmende, das ihn in den letzten Monaten umgab, hat sich in pure Lebenslust verwandelt. Er lacht, macht Späße und verkauft gutgelaunt das kostbare Eis. Mit dieser neuen Leichtigkeit findet er auch wieder eine Verbindung zu Katya, die in diesen Stunden am Hafen einen Moment absoluten Glücks erlebt.

    An der Stelle geht mir immer wieder durch den Kopf: bei Katya führt der Weg zu ihrem Herzen unweigerlich über ihr geliebtes Eis vorbei.

    Wie wäre es, ganz neu zu beginnen, in Indien zu bleiben, auch wenn sie zuhause Verpflichtungen haben und Menschen, die auf sie warten ?

    Schwierig - aber es bleibt der Lockruf eines möglichen Neubeginns, eines gewagten, exotischen Abenteuers.

    Ich glaube, das hat fast jeder schon einmal erlebt: einen Ort, einen Moment, an dem er dachte: hier bleib ich, ich will hier nicht mehr weg.

    Und was mich an dieser Stelle immer wiede beschäftigt: was ist der Zauber Indiens, der jeden der vier in dieser Nacht so empfinden und handeln lässt und was die Wirklichkeit? Gibt es da überhaupt einen Unterschied?
    (Ich habe auch noch nicht wirklich eine Antwort darauf, deshalb mag ich diese Frage so gern.)

    Ich freue mich sehr darauf und sage schon mal ganz lieben Dank an euch alle für diese spannende Runde und besonders an dich, liebe Nicole, für deine wie immer engagierte und einfühlsame Begleitung.

    So, so gerne, liebe Emmy - Dir auch von Herzen danke für Deine schönen Beiträge <3


    Aber es doch auch immer so, dass eine gute Idee sich erst umsetzen muss. So etwas braucht Zeit.

    Absolut, die wenigsten Erfindungen oder guten Geschäftsideen schlugen ein wie sprichwörtliche Blitz.

    Jetzt geht es Richtung Indien. Ich bewundere ja diesen Mut, den sie aufbringen. Mit einer ganzen Ladung Eis, drei Monate durch die Meere zu schippern und dann auch noch bei Hitze, dazu gehört schon eine ordentliche Portion Vertrauen in das eigene Schicksal. Fast hätte es nicht geklappt.

    DAS finde ich persönlich ja nun gleich komplett verrückt. Noch viel verrückter als Eis nach England zu bringen. Ehrlich, hätte ich nicht Frederic Tudors erfolgreiche Indienreise als Vorbild gehabt, weiß ich nicht, ob ich mich getraut hätte, das zu schreiben.

    Der Sturm, der fast alles zunichte gemacht hätte, war dann doch eine glückliche Fügung. Es muß nicht ganz bis Kalkutta sein, um Erfolg zu haben.

    Das ist für mich ein Thema des Romans, das ich persönlich sehr mag: dieses Pech, das sich immer wieder als Glück herausstellt. In einem Winkel meines Kopfes reift da nämlich so langsam die Erkenntnis, dass es womöglich tatsächlich so läuft, in diesem Leben: "Wer weiß, wofür's gut ist". (Auch wenn ich mir in der Praxis dann doch immer noch mal den Kopf anrenne, weil es nicht so läuft, wie ich es will.8o)

    Meine Rezi kommt in den nächsten Tagen, ich bin damit nicht so schnell und brauche etwas Zeit dafür.

    Das kann ich so, so gut verstehen - und ich würd das gerne als Aufhängerchen dafür nutzen, etwas zu sagen, was mir die Tage immer wieder durch den Kopf schwirrt: ich weiß das absolut zu schätzen, die Zeit und Energie, die ihr in diese Leserunden mit einbringt und dann auch noch einmal die Zeit und Mühe, die ihr in die Rezensionen steckt. Das bedeutet mir so, so viel, und dafür schicke ich euch ein ganz dickes Dankeschön herüber. <3:*

    Davon gehe ich aus. Grischa ist viel zu umtriebig, um nur an einem Ort zu bleiben. Damit ist auch sein Liebesleben gemeint. Thilo wird lernen müssen, damit umzugehen oder eben die Konsequenzen daraus ziehen und Grischa irgendwann gehen lassen müssen.

    Ja, das ist er. Anders könnte ich ihn mir nicht vorstellen, diesen Sturmesjungen, auch wenn er einmal ein Mann ist.

    Genau, eigentlich bräuchte sie eine ständige Kontrolle, damit sie keinen Unfug anstellen. Abe wer sollte dieser Kontrolür sein???

    Also, ich bestimmt nicht. 8)

    Ich sehe das ganz genauso. Eine Scheidung kann er Henny nicht zumuten, aber ich befürchte es werden andere Dinge geschehen, wenn ich an den Post von Nicole denke mit der Vorschau auf Band 2. Hamburg in Flammen sagt ja schon sehr viel aus.

    ... und Hamburg brennt erst gegen Ende des Romans ... :evil::saint: