Beiträge von Robert Corvus

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Ihr Vortei als Rose ist, sorry Robert ind Olli, dass Männer gerne nur sehen was sie sehen wollen.

    Ich glaube, das gilt allgemein für Menschen. Besonders deutlich wird das bei frisch Geschiedenen: "Wie konnte ich mich nur so in ihr täuschen?" höre ich genauso häufig wie: "Wie konnte ich mich nur so in ihm täuschen?".


    Möglicherweise sieht Semire auch so etwas wie eine Freundin in ihr. Davon hat sie ja nicht gerade viele

    Ich glaube, wir haben schon bei einem der früheren Bände der Reihe die Frage diskutiert, inwiefern die Adligen überhaupt so etwas wie Freunde haben. In diesem System voller Intrigen, mit verborgenen Meistern in der Tiefe, die alle Allianzen sofort umwerfen können, ist persönliche Loyalität ein echter Luxus ... Und zwar umso mehr, je höher man in der Hierarchie steht.

    Was hat Robert mnur immer gegen die Guten?

    Gegen die Guten habe ich eine Menge, was wirkt: Dolche, Gift, Armbrustbolzen ... :)


    Ronbars Rechnung wird also kaum aufgehen, der Garten ist nicht mehr so gewinnbringend wie zuvor,

    Denn die Faszination und damit auch der Erfolg ging ja von Semire aus. Ich glaube kaum, dass Ronbar dieses Niveau halten kann.

    Ihr habt bestimmt recht, dass der wesentliche "Erfolgsfaktor" des Lustgartens nun wegfällt. Aber selbst wenn er nur noch die Hälfte abwirft und später pleite geht - was hätte Ronbar verloren?

    Das zweite und vermutlich ursprüngliche Motiv wäre, die Fesseln des Patriachats abzuwerfen und sich selber als Herrin auf dem Berg zu etablieren.

    Semires Ambitionen leiden zweifellos unter dem Patriarchat - aber bedeutet das zwangsläufig, dass sie motiviert ist, dieses abzuschaffen? Wenn sie es selbst an die Spitze schaffen würde (wie, um ein historisches Beispiel zu nehmen, Queen Victoria) - würde sie ihre Macht wirklich nutzen, um die Gesellschaft zu ändern? Oder wäre sie damit zufrieden, ihre persönliche Position innerhalb der Gesellschaft zu verbessern?

    Die Herren des Berges. Wann tauchen diese auf der Oberfläche auf? Sie werden doch sicherlich nicht tatenlos zusehen, wie ihre Welt in Chaos versinkt.

    Das ist ein sehr wichtiger Aspekt: Wieso halten die Unsterblichen (noch) still?


    Ob das dann besser also vorher ist... man wird sehen.

    Um das zu beantworten, müsste man zunächst einmal wissen, was "besser" ist. Wenn Ihr die Macht auf dem Berg hättet, aber die Menschen dieselben blieben (Ihr könntet also nicht mit dem Finger schnippen und den Charakter der Leute verändern) - was würdet Ihr ändern? Und für wen wäre das Leben insgesamt dann besser?


    Gegen Andere wettern ist einfach, aber selbst Ideen und Lösungen zu entwickeln, können die Wenigsten.

    Selbst wenn man eigene Ideen hat, muss man sich mit anderen, die Ideen haben, ja noch nicht einig sein ...

    Vielleicht gibt es zwei Bürger, die sich darin einig sind, dass sie eine Tempo-30-Zone in ihrer Nachbarschaft blöd finden. Beide unterschreiben die Petition "Weg mit Tempo 30"! - Aber der eine will daraus eine Spielstraße machen, der andere will die Beschränkung aufheben und auf Tempo 50 gehen ... Einig sind sie sich dann nur in der Ablehnung von Tempo 30.

    Semire gehört zu Haus Schneegrund. In den zurückliegenden Kämpfen hat Haus Adlerhoch die Schneegrunds hängen lassen. Semire ist also der Meinung, dass Adlerhoch unzuverlässig ist und außerdem für den Vertrauensbruch bestraft werden sollte.

    Semire weiß auch, dass die Kornspeicher, die Haus Adlerhoch derzeit hält, bald wichtig für die Macht in der Stadt sein werden.


    Sie könnte versuchen, diese Kornspeicher direkt für Haus Schneegrund zu erobern. Damit käme es zum offenen Bruch. Zudem müsste sie Truppen von Haus Schneegrund aufbieten - aber davon hat Haus Schneegrund nur noch wenige auf dem Berg, die meisten sind für den Feldzug ausgeschickt. Und vielleicht würde das auch die anderen Tiefen Häuser gegen Schneegrund aufbringen.


    Geschickter ist es, Haus Adlerhoch die Kornspeicher durch eine dritte Partei abnehmen zu lassen: die Schwingenprachts. Zumal die wegen der alten Feindschaft niemand mit den Schneegrunds in Verbindung bringt.

    Wie gewünscht geht Adlerhoch damit der Kornspeicher verlustig.

    Schneegrund braucht aber keine eigenen Truppen einzusetzen.

    Wenn der Hauptteil der Streitmacht zurück auf dem Berg ist, könnte Semire die Schwingenprachts zu einer (weiteren) Dummheit verleiten (schließlich hat sie als Rose Kontakt zu ihnen) und ihnen die Kornspeicher abnehmen.

    Oder aber sie schlägt sich auf die Seite der Adlerhochs, hilft ihnen, die Speicher zurückzugewinnen, und steht als Retterin da - was Adlerhoch enger an Schneegrund bindet.


    Dass die Schwingenprachts jetzt eigene Machtfantasien entwickeln und ihr den Lustgarten abnehmen, war allerdings nicht geplant ...

    Dass sich Alita Semire anschließt, gefällt mir. Zusammen ist man weniger allein und kann mehr erreichen.

    Das ist wohl wahr - aber haben die beiden auch gemeinsame Ziele, die sie gemeinsam angehen könnten?

    Ronnbar und Aliere (diese Sausäcke!!!) reißen sich den Lustgarten unter den Nagel, aber werden sie wirklich Freude daran haben? Ohne Magie (z.B. "Flug und Fall") ist das doch nur noch halb so schön...

    Stimmt - wobei auch die Konkurrenz natürlich nichts mehr aufbieten kann, was die Kundschaft zuvor mit magischen Spielereien angelockt hat.

    Zumindest in schottischen Burgen gibt es immer auch einen Linkshänderturm haben wir gelernt.

    Das ist mir neu, aber linkshändige Kämpfer waren wohl als Söldner recht begehrt, wenn sie sich bereit erklärten, an der Erstürmung von Treppen mitzuwirken. Dann konnten sie eine satte Bonuszahlung bekommen.

    Kann er nicht mal aufhören, dieser blöden Sucht zu frönen?

    Ich wollte eine Suchtkrankheit realistisch darstellen. Da befindet sich der Erkrankte jenseits davon, einfach mal aufhören zu können.

    Ich fürchte, dass die Kämpfe sich ausweiten und verschiedene Gruppen neben den tiefen Häusern ... versuchen werden, ihre Machtbasis auszubauen. Beispiele dafür sieht man leider in den Ländern des Arabischen Frühlings zu Hauf. Die menschliche Realität, die sich hier spiegelt finde ich extrem akkurat. Ist dies reine Fiktion des Autors oder wurde sich im Vorfeld mit diesem Thema bei Recherchen beschäftigt?

    Ich glaube, der Begriff "Recherche" wird bei Schriftstellern oft überdehnt. Man schreibt generell über Motive und Themen, die einen interessieren - sonst würde man ja auch nicht darüber schreiben. Das bedeutet, dass sich viel Faktenwissen, das in meine Romane einfließt, ohnehin in meinen Interessenschwerpunkten knubbelt. Klar, ich besuche gern mal eine mittelalterliche Burg und lerne da zum Beispiel bei einer Führung, dass in solchen Burgen Wendeltreppen immer rechtsherum gehen (wenn man auf dem Weg einen Turm hinauf ist). Das liegt daran, dass die meisten Leute Rechtshänder sind. Wenn die Angreifer dann aufwärts kämpfen, können sie mit ihren Schwertern nicht vernünftig ausholen, weil sie immer gegen die Mittelsäule schlagen. Die Verteidiger dagegen haben abwärts kämpfend Platz, mit dem Schwert zuzuschlagen, weil die Klinge den weiten Bogen an der Außenwand entlang schlägt. So etwas kann ich gut in Romane mit Burgen einbauen - aber wenn ich keine Romane schriebe, würde ich mir dennoch Burgen anschauen. Ist das jetzt Recherche, oder ist das Wissen, dass ich mir schlicht durch meine Interessen aneigne?

    Ich habe einige Bücher und Magazine gelesen, die sich mit der französischen und der russischen Revolution beschäftigt haben; empfehlen kann ich zum Beispiel John Reeds "10 Tage, die die Welt erschütterten". Diese Lektüre liegt aber zum Teil Jahre zurück. Trotzdem ist das Wissen daraus noch als "Sediment" vorhanden. Und, klar, Nachrichten zum Beispiel über den Arabischen Frühling habe ich auch gesehen.

    In dieser Hinsicht finde ich es befreiend, fantastische Literatur zu schreiben. Man mag in den Geschehnissen auf dem Berg ähnliche Vorkommnisse in Ägypten oder Marokko wiedererkennen - man muss es aber nicht. Vor allem: Zu diesen Ereignissen wird jeder bereits seine mehr oder minder ausgeprägte Position gefunden haben. Dadurch, dass meine Geschichte sozusagen auf neutralem, unbelastetem Grund spielt, kann ich mich auf die Geschehnisse an sich konzentrieren und muss auf keine (möglicherweise nur eingebildeten) Empfindlichkeiten in der Leserschaft Rücksicht nehmen.

    Vielleicht liegt das an der Vorliebe zur Malerei, dass sie auf Kleinigkeiten achtet und dadurch Semire enttarnt.

    Tatsächlich versuche ich, Alita und noch mehr Quilûn die Sicht eines Malers auf die Welt zu geben und damit dem Roman eine besondere Perspektive zu ermöglichen.


    Es wurde ja gefragt, ob man Semire mag. Ich glaube, ich mag sie nicht. Ich bin mir aber sicher, dass ich sie respektieren würde.

    Meine Schwester hat mir mal gesagt, dass sie dem Politiker, den sie damals gewählt hat, lieber nicht im Dunkeln begegnen würde. Irgendwie amüsiert mich das. :D

    Ich habe eher die Einstellung, dass ich niemanden wähle, dem ich nicht auch zehn Euro leihen würde.


    Beim Schreiben dieser Zeilen muss ich unweigerlich an die Romanfigur Tynay denken, die mir spontan sympathisch war.

    Tynay und Iotana haben mir damals beim Schreiben Albträume bereitet. Wer nicht weiß, von wem die Rede ist, kann sich gern meinen Roman Schattenkult anschauen - auf eigene Gefahr ... :evil:

    Sie wollen JETZT haben, was das Adel hat, schlagen sich den Bauch voll, denken nicht ans morgen. Das wird ein böses Erwachen werden, denn eine geordnete Welt war mit Sicherhheit nicht einfach, aber man wusste wenigstens, wie es läuft.

    Der Adel soll gestürtzt werden, egal wie. Die alte Ordnung muss weg. Nur wie und was kommt dann?

    Das ist zweifellos richtig. Tatsächlich scheint das Etablieren einer neuen Ordnung der kritischste Punkt einer Revolution zu sein. Das leuchtet mir auch ein: Einfach nur gegen etwas zu sein - darauf kann man sich schnell einigen. Aber was es stattdessen geben soll - einen neuen König, eine Republik, den Anschluss an einen Nachbarstaat - da können die Meinungen schon sehr auseinander gehen.

    Auf dem Berg kann es zudem gar kein Zurück zum Gewohnten geben. Nicht nur muss erst mal eine Unmenge an Schutt weggeräumt werden. Auch danach fehlt noch die Magie, die vorher alles zusammenhielt ... Zumindest, solange die Gezeiten der Macht sie im Innern des Bergs halten.

    Aber Semire hat Ronnbar und Aliére vollkommen unterschätzt. Da wollen die sich doch glatt den Lustgarten unter den Nagel reißen!!

    Sie wollen das nicht nur - sie haben es sogar schon getan. :evil:

    So, das Ende ist erreicht, die Trilogie abgeschlossen.

    Wie hat sie Euch gefallen - und natürlich der Abschlussband Ruinen der Macht?

    Und was haltet Ihr von der Welt, wie sie sich "16 Jahre danach" darstellt? Interessant finde ich hier schon einmal, was OlliD im ersten Leseabschnitt geschrieben hat:

    Ich denke, ich würde als erstes für Sicherheit sorgen und langsam den Berg Richtung Demokratie, Rechtsstaat und Freiheit schubsen. Aber das wird mit Sicherheit ein Prozess, der mehr als eine Generation benötigt.

    Ist es das, was hier gerade passiert - oder läuft alles in eine ganz andere Richtung?

    Ihre Intrigen sind umfangreich und sehr gut geplant, aber kann man mit Dummköpfen wirklich planen? Leute, die nur ans Heute denken und sich um den Verstand saufen?

    Wer interessiert sich schon für irgendeinen Adel, wenn es ums eigene Überleben geht?

    Das ist ein wichtiger Punkt, denke ich. Bisher konnte der Adel mit vielen Dingen überzeugen, die nun nicht mehr da sind oder ihre Relevanz verloren haben: Einladungen zu Festen in schönen Palästen, Prestige, Titel ... Manchmal muss man den Leuten so etwas gar nicht wirklich geben - sie müssen nur glauben, dass sie es kriegen könnten, wenn sie tun, was man ihnen sagt. Dazu gehört ein gewisses Vorstellungsvermögen; der Manipulierte muss sich erträumen können, dass er einen Vorteil erhält. Wen die Fantasie fehlt (Dummköpfe) oder tatsächlich nichts Reizvolles mehr angeboten werden kann, fehlt sozusagen die Karotte, die man dem Esel vors Maul halten kann ...

    Man kann nichts erreichen, wenn man nur geliebt sein will von allen. Es müssen Entscheidungen getroffen werden und die können nicht allen gefallen.

    Wenn ich mit Japanern spreche, treffe ich noch häufig auf die Vorstellung, dass es besser ist, "schön zu scheitern", als "hässlich zu gewinnen". Anders ausgedrückt: sich selbst/seinen Idealen treu zu bleiben, auch wenn man dann mit fliegenden Fahnen untergeht.

    Semire sieht das offensichtlich anders: Sie ist bereit, viele Mittel zu nutzen, um letztlich ihre Ziele zu erreichen.

    Nur die Gesamtsituation kann dazu führen, dass sich die Mehrheit wohlfühlen kann.

    Auch hier ist die Frage, ob das anzustreben ist. In unserer kulturellen Prägung sind wir schnell dabei, zu sagen, dass "das maximale Wohl für die maximale Anzahl an Menschen" das erreichbare Optimum sei.

    Aber stimmt das? Vielleicht gibt es ja einige, die es schlicht mehr verdient haben, dass es ihnen gutgeht? In der Welt der Geschichte vielleicht die Elenden auf dem Berg (und im Umland), die bisher unverdient unter der Herrschaft leiden mussten ... Oder diejenigen, die sich besonders in einem Kampf hervorgetan haben. Oder die, die künftig besonders viel beitragen können.

    Die Geister im Berg haben da sicher ihre ganz eigenen Vorstellungen ...

    Und selbst wenn das Wohl der Mehrheit das Ziel ist: Welche Mittel sind dann gerechtfertigt? Wie viel Leid darf dafür einer Minderheit zugefügt werden? Das sind Fragen, die zum Teil auch in unserer Rechtsprechung ungelöst sind (darf man gezielt einen Unschuldigen erschießen, um zwei andere Unschuldige zu retten?).

    Quilun mag ich noch mehr als Semire, aber ich weiß nicht, ob er eine Überlebenschance hat. Sein Drogenkonsum macht ihn eigentlich zu einer guten Beute für den Autor.

    Da schmunzele ich, setze mich aber auf meine Hände und hüte mich, den weiteren Leseabschnitten vorzugreifen. :)


    Einige würden noch nicht mal mehr den Weg nach Hause finden

    Ich war einmal in den Niederlanden gestrandet und habe meine Freundin angerufen mit der Bitte, mich abzuholen (weder Hotel noch Mietwagen waren zu kriegen, Züge fuhren nicht mehr, und sie wohnte nicht allzu weit von der Grenze entfernt). Sie war nur deswegen dazu bereit, weil ihr Navi glücklicherweise auch die Niederlande abdeckte - nach Schildern zu fahren, traute sie sich nicht zu. So gesehen hat mich das Navi vor einer Nacht auf einer Bank im Bahnhof bewahrt - knapp ...

    Semire agiert durchaus verantwortungsbewusst

    Was ja voraussetzt, dass sie eine Verantwortung spürt. Wem gegenüber ist sie loyal, denkt Ihr?

    Bei jedem anderen Autor hätte ich angefangen zu hoffen, bei Robert Corvus nicht. Da erwarte ich das Schlimmste - und meistens kommt es noch schlimmer.

    :D


    Ich frage mich, ob Semira einen Plan hat, was sie nach der Revolution tun will.

    Das ist eine gute Frage - auch an Euch! Wenn Ihr den Krieg auf dem Berg gewinnen würdet - was würdet Ihr tun?


    Robert, was hast du beim Schreiben gehört?


    Gibt es bestimmte Stücke für jede Figur, ein Stück für das ganze Buch, oder variiert das?

    Ich habe meistens eine Playlist, die dann rauf und runter läuft. Bei Gezeiten der Macht findet sich darauf viel vom Soundtrack der Serie "Sons of Anarchy", was auch mit der Waffenschieber-Thematik zu tun hat:

    Beds are Burning (Midnight Oil)

    Hey Hey, My My (Battleme)

    Timber (Pitbull feat. Kea$ha)

    Put Down That Weapon (Midnight Oil)

    John the Revelator (Curits Stigers & The Forest Rangers)

    Californication (Red Hot Chili Peppers)

    Come Healing (Leonard Cohen)

    Love is Strong (The Rolling Stones)

    Dreamworld (Midnight Oil)

    Under the Bridge (Red Hot Chili Peppers)

    Girl from the North Country (The Lions)

    The Passenger (Alison Mosshart & The Forest Rangers)

    Sie ist umsichtig, wie die Sache mit dem Kornspeicher zeigt

    Ja, sie hat wohl schneller begriffen, was noch von Wert ist ... Durch ihre Aktivitäten in den Schatten hat sie gelernt, dass nicht alles so ist (oder so bleiben muss), wie man es jungen Adelsdamen beibringt.

    es ist nicht gut, sich zu sehr auf das Funktionieren von Magie, oder wenn es daran eh mangelt wie unserem Leben ;) wahlweise vonTechnik zu verlassen

    Diese Abhängigkeit ist etwas sehr Grundlegendes für zivilisierte Menschen, glaube ich. Im Grunde gibt uns Mutter Natur alles mit, was man zum Überleben in der Savanne bräuchte. Aber wenn man mich dort nackt und ohne Hilfsmittel aussetzen würde, dann würde ich wohl verhungern. Und das nicht, weil mir im eigentlichen Sinne irgend etwas fehlen würde, sondern weil ich in einer Umgebung aufgewachsen bin, in der ich das Überleben einfach nicht erlernt habe.


    Ich fühlte mich sehr an eine zerbombte Stadt im Krieg erinnert.

    Diese Assoziation ist sicher richtig. Ich finde die Fotoaufnahmen von Köln nach dem Zweiten Weltkrieg (Zerstörungsquote 95%) sehr eindrücklich, oder auch von Dresden, wo sich ja der große Bombenangriff gerade wieder gejährt hat. Auf dem Berg kommt noch hinzu, dass sich inmitten dieser Ruinen feindliche Heere gegenüberstehen - und sich jeden Tag ändern kann, wer Freund und wer Feind ist.


    Ich mag Semire wirklich, aber in manchen Punkten gehe ich mit ihr nicht konfirm.

    Sie spielt ganz schön mit den Gefühlen ihrer Mitmenschen um ihre Ziele zu erreichen.

    Ansonsten ist sie schon sehr berechnend, sie will vorallem das Beste für ihr Haus und alle die Menschen für die sie sich verantwortlich fühlt. Das man mit Nettigkeit allein nicht voran kommt hat sie ja schon früh erkannt und ihre Ziele und denmWeg dorthin definiert.

    Das ist alles richtig - und was man zusätzlich bedenken kann: Diese Heimlichkeit und Intriganz ist der Weg gewesen, über den sie (als Frau) zu Macht gekommen ist. Vielleicht war es nicht der einzige mögliche Weg, aber es war einer von sehr wenigen, den Frauen erfolgreich gegangen sind.

    Männer hatten (in der alten Gesellschaft) ganz andere Möglichkeiten, von denen viele aber ebenfalls nicht unblutig waren.

    Es ist mit ihr wie im richtigen Leben, man kann und muss nicht jeden mögen, deshalb ist derjenige ja auch nicht gleich komplett verabscheuungswürdig

    Solche Leseeindrücke sind für mich ein großes Lob. Sie zeigen, dass die Welt der Geschichte als lebensecht empfunden wird.

    Wie ist es mit Bernhard und dir? Seid ihr da und lest wieder aus der Phileasson-Saga? Das war letztes Jahr so toll.

    Ich lasse die Leipziger Buchmesse dieses Jahr aus, aber Bernhard wird dort sein und auch DIE PHILEASSON-SAGA vorstellen, und zwar am Samstag um 15:00 auf der Fantasy-Leseinsel und später um 18:00 in der Buchhandlung Ludwig.

    Unsere Termine findet man übrigens immer aktuell in unserer Terminliste. ;)

    Tatsächlich frage ich mich aber, ob es für den Pöbel überhaupt einen Unterschied macht?

    Wer nichts hatte, der hat auch nichts verloren ... Für die "ganz unten", die in einfachsten Bruchbuden gewohnt und gehungert haben, wird sich nichts geändert haben. Sie mögen sogar einen Vorteil haben, weil sie wissen, wie man unter solchen Umständen überlebt.

    Aber wer direkt oder indirekt von den Tiefen Häusern abhing, für den sieht es anders aus. Natürlich betrifft das die Hausdiener, die schlicht keinen Festsaal mehr haben, in dem sie Speisen auftafeln können. Wer sorgt jetzt für ihr Auskommen? Aber es geht bis hinunter zum einfachen Bürger: In einem verwüsteten Stadtviertel gibt es vielleicht keinen Bäcker mehr - und somit auch kein Brot mehr zu kaufen. Also muss man selbst backen - aber woher nimmt man das Getreide, wenn man niemanden mehr hat, der einen bezahlt, oder der Händler glaubt, dass Silbermünzen bald nicht mehr viel wert sein werden?

    Tatsächlich war man im Mittelalter und vor allem in der Renaissance in lang andauernden Kriegen als Soldat - so überraschend das ist - noch vergleichsweise gut dran, wenn man das im Vergleich zur Bevölkerung einer geplünderten Stadt sieht oder zu einem Landstrich, durch den ein Heerwurm gezogen ist. Selbst wer der rauflustigen Soldateska entkam, wurde oft Opfer der folgenden Hungersnot.

    Die Befreiung der Eichforst-Krieger halte ich daher auch für logisch und nicht emotional. Wobei sie ernsthaft um Buhm gesorgt zu haben scheint.

    Selime, o Selime - du spaltest meine Leserschaft!

    Wie steht Ihr zu ihr?

    Offen ist für mich, warum Ossip auf den Baum einschlägt und nicht erkennt, dass diese Saufbolde auch Adelige sind.

    Das übliche Zeichen des Adelsstandes in dieser Welt sind blau gefärbte Zähne. Die fehlen Ossips "Verbündeten".

    ich freue mich auf die nächsten Kapitel des Buches mit euch!

    Ich mich auch! :)

    Wenn Ihr in diesem Leseabschnitt angekommen seid, ist die eigentliche Geschichte zu Ende.

    Natürlich interessiert mich, wie Euch dieses Finale gefallen hat. Die Tiefe des Berges ist ja eine etwas andere Umgebung als die Wälder, Burgen und Städte, die man in den meisten Fantasyromanen findet, und auch den großen Krieger und die schöne Elfe sucht man vergeblich. Habt Ihr das Gewohnte vermisst oder das Neue genossen?

    Auch wenn die Hauptgeschichte zu Ende ist: Das Buch ist es nicht. Es gibt noch einen Epilog, und der spielt sechzehn Jahre nach den Ereignissen (so wie der Prolog im ersten Band sechzehn Jahre davor spielte). Das eröffnet für diese Leserunde eine schöne Möglichkeit zum Spekulieren: Was denkt Ihr - wie wird die Welt sechzehn Jahre später aussehen? Was wird besser sein, was schlechter - und für wen?

    Ab wann darf denn gelesen werden?

    Ab Mitternacht von Donnerstag auf Freitag.

    Wir bekommen dann Diskussionsfäden für jeden Leseabschnitt. Man liest bis zum Ende des Leseabschnitts, macht eine Pause, schreibt seine Eindrücke in den Diskussionsfaden und liest dann weiter.

    Falls die Diskussionsfäden noch nicht sofort erscheinen sollten: Der erste Leseabschnitt wird den Anfang von Kapitel Eins - Trümmer bis "... streuen wir sie in den Wind." umfassen (das sind die Seiten 5 - 49).

    :laola:

    Wunderbar! Ich gratuliere den Gewinnerinnen und dem Gewinner!

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    Gezeiten der Macht III: Ruinen der Macht


    Da wir so viel Spaß mit den Leserunden zu den ersten beiden Bänden der Trilogie hatten, würde ich mich freuen, wenn wir auch zum Abschlussband Ruinen der Macht eine Leserunde machen würden.


    Quilûn und die Zauberin Kyrin haben das Feuer der Revolution entfacht, das die alte Macht auf dem Berg verschlang. Doch nun können sie es nicht mehr löschen. Gestürzte Adelshäuser, rachsüchtige Bürgerliche, befreite Gladiatoren, unkontrollierte Steinmagier … immer neue Unruhen flammen auf. Der Todfeind von gestern kann heute die letzte Rettung sein – aber nur um einen Preis, der einem treuen Freund den Tod bringen mag. Zwischen dem gewonnenen Krieg und dem gesicherten Frieden liegt ein weiter Weg, und dieser ist unter den Ruinen der alten Ordnung verschüttet. Die Zeit arbeitet für die uralten Geister, die den Sterblichen nur eine Rolle auf dem Berg der Macht zugestehen: die des gehorsamen Sklaven.


    Das Buch erscheint am 3. Februar 2020, die Leserunde könnte am 7. Februar 2020 starten. Die Leserunde startet am 14. Februar 2020.


    Bei Zustandekommen der Leserunde würde es 5 Freiexemplare geben, von denen eines gewinnen kann, wer sich bis zum 27. Januar 2020 anmeldet.


    Teilnehmerinnen und Teilnehmer:

    - Robert Corvus (der Autor)

    - Rhea

    - Inge78

    - mowala

    - Murkxsi

    - odenwaldcollies (unsicher)

    - anschu74

    - OlliD

    - DoroSusi