Beiträge von Röllchen

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    So, ich habe es auch endlich mal bis hierher geschafft... tja, was soll ich sagen. Ein eigentlich sehr spannendes Kapitel, in dem die Seiten dahinflogen wie die Pferde auf der Rennbahn (obwohl ich generell mit Pferdesport so gar nichts anfangen kann), wird stark überschattet.


    Nicht durch den Fakt, dass Praioslob tot ist. Auch liebgewonnene Recken können sterben, das ist kein Problem. Er hatte in diesem Buch noch mal seinen großen Auftritt und dann ist es auch ok, wenn er nun abtritt. Die Ottajasko konnte sich in Würde von ihm verabschieden, und die Autoren haben es meisterhaft verstanden, es bis zum Ende spannend zu halten. Besonders die Szene im Zelt der Tänzerin, als Praioslob anscheinend endlich über Shulinais Tod hinwegkommt und plötzlich bemerkt, dass es in der Welt um ihn herum auch noch andere Frauen gibt. Zu dem Zeitpunkt habe ich nicht damit gerechnet, dass der Anschlag auf sein Leben erfolgreich sein würde. Ich hatte das Gefühl, da muss noch was kommen. Dann die verzweifelte Rettungsaktion von Phileasson, der sein eigenes Leben riskiert um den Gefährten zu retten, und erst die nüchterne Feststellung von Salarin zerstört die letzte Hoffnung, dass Praioslob es vielleicht doch noch geschafft haben könnte. Das alles hat mir sehr gut gefallen, großes Lob an die Autoren für diesen gesamten Erzählstrang! Ich wusste wirklich bis zum Ende nicht, ob er nun stirbt oder nicht. Ich werde seine besondere Sicht auf die Dinge sicherlich vermissen, aber auch ich kann mich in Würde von ihm verabschieden.


    Dabei bin ich froh und etwas irritiert zugleich, dass ich das so sagen kann. Schon beim letzten Kapitel hatte ich angemerkt, dass es mich ziemlich nerven würde, wenn Zidaine es schaffen sollte, Praioslob zu töten. Jetzt wo es tatsächlich so gekommen ist, ist "von der Zidaine-Story genervt sein" fast eine zu nette Umschreibung dafür. Mit der großen Offenbarung im letzten Band, dass sie gar keine echte Paktiererin ist, schien ein Umbruch und Bewegung in die Sache zu kommen. Stattdessen hält sie verzweifelt an ihrer alten Überzeugung fest und zieht weiter mordend durch die Gegend. Da helfen auch ihre Zweifel und die Gedanken nicht, die sie sich macht, oder der Heiratsantrag an Beorn. Für mich bewegt sich definitiv zu wenig und die alten, inzwischen abgenutzten Muster bleiben noch immer erhalten. Das Zwischenhoch am Ende von Totenmeer ist also bei mir ziemlicher Ernüchterung gewichen und ich wünsche mir mehr denn je einen schnellen Abschluss des ganzen Themas. Vielleicht habe ich ja Glück, und Phileassons Ottajasko schafft es noch in diesem Band, sie zur Rechenschaft zu ziehen. So recht daran glauben mag ich indes nicht...


    Ich hatte ganz vergessen, mich im letzten Kapitel zu Galandel zu äußern. Für mich war es wenig überraschend, dass sie die Gruppe verlässt. Auf die eine oder andere Weise war seit längerem damit zu rechnen, bzw. habe ich sie schon immer eher als Nebendarstellerin empfunden, die für den Verlauf der Geschichte weniger wichtig war als andere Figuren. Am meisten haben mich an ihrer Geschichte die "technischen Details" interessiert. Dass Elfen altern und sterben, wenn sie kein Lebensziel haben (sei es, dass sie es erfüllt oder aus den Augen verloren haben). Dass Elfen sich -bewusst oder unbewusst- von ihrem Lebensziel abwenden können, oder selbst nicht wissen, was ihr Lebensziel ist. Da frage ich mich wiederum, wer denn die Lebensziele der Elfen festlegt? Hat Pardona ein Lebensziel? Oder wie hat sie es geschafft, ohne ihr eigentliches Lebensziel zu verfolgen, nicht zu altern und zu sterben? Gab es ein solches an ein Ziel oder eine Aufgabe geknüpftes Leben bei den Hochelfen vielleicht noch nicht? Auch sehr interessant, dass Elfen ihre Jugend wiedererlangen, wenn sie ihr altes Lebensziel wiederfinden. Die Rückkehr zu den Schraten habe ich als eine gute Lösung empfunden, sie hätte für meinen Geschmack aber auch schon zwei Bände früher kommen können.


    Hier passt der Abschied von Galandel natürlich gut, weil so Galayne, der in diesem Band stark ausgebaut wird, noch die Möglichkeit für sein Abschiedsgeschenk hat. Das bringt die Sache zwischen den beiden zu einem runden Abschluss und Galayne noch etwas mehr Profil, insbesondere da er offensichtlich extra für diesen Zweck in Fasar zurückgeblieben ist. Etwas schmunzeln musste ich über die Anrede "Meine Dame". Das hätte ich eher bei einem mittelreichischen Ritter erwartet, der seiner Auserwählten die Aufwartung macht, als zwischen einem Feylamia und einer Elfe. Aber irgendwie passte es in dieser Szene.


    Azrubat schließt sich wie erwartet der Ottajasko an, auch wenn ich nicht gedacht hätte, dass ihr Weg zu Phileasson so blutig sein wird. Auf jeden Fall ist sie nicht zimperlich. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sie sich mit Irulla gut verstehen könnte.


    Asleif hat zum Glück durchschaut, wie die Dinge in Fasar angegangen werden, und schafft es tatsächlich erfolgreich in dem Spiel mitzumischen. Angesichts der beträchtlichen "Kollateralschäden", die bei diesem Spiel auf allen Seiten entstehen, kann ich die Äußerung, dass Asleif und Habled sowas wie Freunde geworden sind, allerdings nicht so ganz nachvollziehen. Wer solche Freunde hat braucht keine Feinde mehr...

    Nun geht es endlich raus aus dieser schrecklichen Stadt. Die Khom kann nicht schlimmer sein, als Fasar. Da weiß man wenigstens vorher, worauf man sich einlässt...

    Praioslob -oder besser gesagt Rossbert- ist in seinem Element! Unglaublich, was für ein herausragender Reiter er ist, dass er es trotz seines Alters mit den Ferkinas aufnehmen kann und damit Azrubat das Leben rettet. Schon mit einer Ziege fand ich das Spiel reichlich brutal, aber dann noch als Bestrafung einen Menschen als Spielgerät zu verwenden... schon krass, dass die Ferkinas das so einfach mitmachen. Hierarchie und soziale Stellung zählt mehr, als der Zusammenhalt der Sippe. Die Frauen sind Eigentum der Männer und werden entsprechend behandelt. Zum Glück ist das in Aventurien eine Ausnahme. Wie gut, dass Azrubat da vermutlich bald raus ist...


    Sehr schön zu sehen, dass Praioslob seine Prinzipien über die Weisungen eines Vorgesetzten stellt, wenn dieser nicht göttergefällig handelt. Diese ganzen Erhabenen sind allesamt ein einziger Haufen Krimineller. Einige mehr als andere, aber kriminell allesamt. Fasar wird einzig und allein vom organisierten Verbrechen regiert. Da kann einem nur schlecht werden. <X Ich bin echt froh, wenn die Ottajaskos ohne weitere Schäden endlich die Stadt hinter sich lassen. Im Moment habe ich auch nicht die geringste Lust, mir im Anschluss -wie ich es eigentlich geplant hatte- "Drei Nächte in Fasar" anzutun. Von der Stadt bin ich derzeit eher abgeschreckt...


    Im Rennen hat Praioslob dann etwas Glück, aber obwohl er regulär "nur" Vierter geworden wäre, hält es Habled für nötig, einen Handel mit der Ottajasko abzuschließen - Selflanatil gegen den Sieg. Ich wüsste einen noch besseren Platz für das Schwert, statt als Wandschmuck zu dienen. Am besten macht es sich, wenn es in Hableds Kehle steckt. Von dort kann Salarin es dann herausziehen und die Ottajasko zieht ihrer Wege... aber dazu wird es wohl nicht kommen, so dass ich hoffe, dass Phileasson noch einen Weg findet, an das Schwert zu kommen, ohne auf den Kuhhandel eingehen zu müssen. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass Selflanatil in Fasar bleibt, und Beorn ist ja nun schon weg...


    Ich habe sonst ja meist nicht viel für Zidaine übrig, aber was ihre Gedanken bezüglich Nazanin angeht gehe ich voll konform. Die hat keine Ahnung von der Welt, meint aber alles besser zu wissen. Und nun hat sie beinahe Leif auf dem Gewissen. Vermutlich hätte sie sich da sogar noch drüber gefreut. Zidaine bleibt zurück, als Beorn geht. Jetzt wird sie vermutlich Praioslob auflauern. Erst sorgen Meuchler dafür, dass Beorns Reiterin nicht mehr am Rennen teilnehmen kann, und jetzt will eine Meuchlerin dafür sorgen, dass Phileassons Reiter ebenfalls "verhindert" ist. Ich wäre ziemlich angefressen, wenn ihr das gelingt. Gerade jetzt, wo Praioslob nochmal so stark an Profil gewonnen hat.


    Interessant, der Aztlan verfolgt nun also Pardona. Nun gehe ich davon aus, dass der Namenlose für den Angriff auf Lenya verantwortlich war (trotz des Sonnenmals um ihren Bauchnabel). Es klingt ja so, als hätte der Aztlan dafür gesorgt, dass sie erfriert. Aber wir hatten schon einmal festgefrorene Haare in diesem Buch, und Galayne hat auch überlebt... vielleicht kann Oryzaar sie noch retten. Zumindest könnte sie außerhalb des Glaszylinders normale Nahrung zu sich nehmen.


    Wie ich vermutet hatte, hat Beorn ziemlich unterschätzt, in was er da hineingeraten ist. Eine überstürzte Abreise, die sicherlich nicht verkehrt ist. Nur Galayne bleibt mit einem Auftrag zurück. Ob er die Silberflamme wiederholen soll/will, um sich damit von seiner Schuld reinzuwaschen? Wenn er dabei erneut scheitert, z.B. weil Phileasson ihm zuvor kommt, dann braucht er vermutlich gar nicht erst zu Beorn zurückzukehren.

    Was der Besuch dort sollte, hat sich mir nicht so ganz erschlossen.

    Gefallen hat mir der Dschinn als Führer. Ansonsten erschließt sich mir der Sinn dieser Szene noch nicht so recht.

    Ähnliche Gedanken wie meine. Vielleicht kommt da später noch was... :/


    Ich hoffe ja, dass diese Erinnerungen ein Hinweis darauf sind, dass wir Eddrik schon bald wieder begegnen werden.

    Ich befürchte, dass genau diese Erinnerungen ein "Ersatz" dafür sind, dass wir Eddrik nicht in Person wiedersehen werden... was ich aber sehr schade fände!


    Diese Reshalias scheint mit den Dieben unter einer Decke zu stecken. Intrigen gehören ja in Fasar zum guten Ton.

    Da gibt es für mich kaum Zweifel.



    "Puffmutter"

    :D:D:D


    Ich finde, es gibt für sie immer weniger Argumente, überhaupt noch in Fasar zu bleiben,

    Auch hier ähnliche Gedanken. :)



    Grinsen musste ich aber, dass der Foggwulf nach dieser Schlappe beschließt, sich erstmal zu betrinken ^^

    Die Reaktion, sich zu betrinken, ist für mich erst mal typisch Thorwaler. Ich fand es eher bemerkenswert, dass er sich dann dagegen entschieden hat!


    Allerdings würde mich interessieren, ob nicht auch Erhabene ihre Finger in dem Geschäft haben, immerhin wurde an einer Stelle etwas in der Richtung erwähnt.

    Da gehe ich von aus. Mit Sicherheit wollte Habled einen Konkurrenten schädigen. Die Kinder sind so jemandem wie ihm doch egal...



    Womöglich ist sie demnächst der Meinung, dass sie ihn auch töten muss, um Frieden zu finden.

    Für mich war genau das ziemlich deutlich. Im letzten Kapitel war auch irgendwo die Rede davon, dass sie ihrem Erzdämon ein "besonderes" Opfer bringen will. Was gibt es für ein besseres Opfer, als ein Diener des Gottes, der dem Rachedämon entgegensteht?

    Ein actionreiches Kapitel, für beide Seiten! Der Diebstahl gelingt also doch, obwohl Phileasson nicht in der Karawanserei eingekehrt ist und Leomara die Diebe "bemerkt". Aber da hat doch die Hochgeweihte eindeutig ihre Finger im Spiel! Salarin zu sich ins Bett holen (wie auch immer sie das angestellt hat, wobei das Bild des halbnackten Elfen mit rotem Plüschhandtuch in der Stadt schon lustig war), damit die Silberflamme unbewacht ist und den Dieben Zugang über die Wege in luftiger Höhe zu gewähren... vermutlich ist sie irgendwie mit diesem Habled verbündet. Auch die örtliche Nandus-Geweihte warnt ja vor ihr. Mal schauen, ob Phileasson es schafft, da noch hinter die Fassade zu schauen und vielleicht noch einen besonderen Abschiedsgruß zu verteilen, bevor er Fasar verlässt. Zunächst muss er aber wohl aufpassen, dass nach den Dieben nicht die Meuchelmörder auf ihn angesetzt werden...


    Die Zeichen stehen eindeutig darauf, dass Azrubat sich der Ottajasko anschließen wird. So beeindruckt, wie sie von Phileasson ist, und wie sie sich immer mehr gegen das herrschende Gesellschaftssystem in Fasar auflehnt. In der Stadt wird sie kaum noch eine Zukunft haben. Ich habe nichts dagegen, sie ist ein interessanter Charakter und die Ferkinas sind ein interessantes Volk.


    Beorns kleiner Ausflug wäre aufgrund eines übereifrigen Jungen und eines verschütteten Ganges beinah nach hinten losgegangen. Aber Zidaines Fechtkünsten ist nur schwer beizukommen, und Galayne ist im rechten Moment zur Stelle. Natürlich war es richtig, die Kinder zu befreien. Aber darum ging es Habled natürlich nicht. Für ihn zählt nur, dass das lukrative Geschäft seines Konkurrenten (zumindest zeitweise) ruiniert ist. Ich bin mir nicht sicher, ob Beorn wirklich durchschaut, zwischen welche Fronten er da gerät.


    Und Zidaines krampfhaftes Festhalten an ihrem alten Weltbild gipfelt in einem verzweifelten Plan. Sie will (noch) nicht Tylstyr töten, sondern Praioslob. In ihren Augen will sie natürlich die Welt von dem Übel befreien, das er darstellt, und sich selbst von ihren Zweifeln. Ob letzteres wirklich möglich ist glaube ich allerdings kaum

    Da muss mir jetzt gerade noch mal jemand auf die Sprünge helfen (Nordwärts ist schon so lange her...): Wurde in den Wettkampfregeln nicht festgelegt, dass die Mitglieder der Ottajaskos sich nicht gegenseitig töten dürfen? Das hieße dann ja, dass sie mit einem erfolgreichen Angriff auf Praioslobs oder Tylstyrs Leben Beorn den Sieg kosten kann...


    Im Nandustempel wird deutlich, dass auch Phex seinen Anteil an Nandus hat. Hier gibt es nichts umsonst... offen bleibt, ob Praioslob die Goldstück am Ende wieder mitnehmen kann. Wäre für den weiteren Verlauf der Reise sicherlich wichtig, wo der ganze restliche Besitz abhanden gekommen ist. Was ich mich frage: Warum versuchen die anderen Mitglieder der Ottajasko - insbesondere Vascal und Praioslob - überhaupt, Galandel zu "retten"? Galandel hat doch meines Wissens nie einen solchen Wunsch geäußert, oder? Sie nennt sich selbst deren-Lied-verklingt. Mir scheint es so, als handeln die anderen aus eigenem Antrieb heraus und Galandel lässt einfach alles mit sich geschehen. Sie sollten einfach akzeptieren, dass unter gewissen Voraussetzungen auch Elfen altern und sterben können, und statt nach einem "Heilmittel" zu suchen lieber ihre Kraft auf die kommenden Aufgaben verwenden.


    Die Magierakademie in Fasar war sicherlich einen Blick wert. Trotzdem frage ich mich, welcher Zweck hinter dem Besuch bei Thomeg Atherion steht. Tylstyr hat von Eddrik erfahren, was ihn anscheinend etwas aus seiner Lethargie geschüttelt hat. Insofern war der Besuch nicht nutzlos. Aber für mich im Moment ein bisschen aus dem Zusammenhang gerissen. Mal schauen, ob da noch was kommt...


    Und am Ende findet Phileasson doch noch einen anderen Propheten, der ihn in die Wüste führen soll. Mag ja sein, dass er die Prophezeiung eines unmittelbar bevorstehenden Krieges besser überprüfen und somit als "wahr" einstufen kann, als die Ausführungen Silas. Aber das heißt auch, dass es keiner großen prophetischen Gabe bedarf, so eine Vorhersage zu machen. Ben Aram scheint für eine gute Sache einzutreten, aber warum Phileasson nun meint, gerade in ihm den richtigen Propheten gefunden zu haben, will sich mir nicht so ganz erschließen.


    Ist das so? Für mich als NICHT-DSAler sind das erst mal zwei von vielen. Magst Du uns das erklären oder würde das zu sehr spoilern?

    Ich glaube nicht, dass das zu viel spoilern würde. Mit der Phileasson-Saga haben diese späteren Ereignisse, über die Sila spricht, nicht direkt zu tun und wenn man kein DSA-Spieler ist kann ich auch nichts aus irgendwelchen Abenteuern verraten. Wer Bedenken hat er könnte gespoilert werden möge an dieser Stelle nicht weiterlesen... ;)


    "Einer wird kommen, der wird die Welt verheeren!" - Damit ist Borbarad gemeint, der vor 500 Jahren bereits einmal gelebt hat, besiegt und in den Limbus verbannt wurde, und knapp 10 Jahre nach der Wettfahrt wiederkehrt. Mit seinen schwarzen Horden fällt er von Maraskan aus ins Mittelreich und Aranien ein (darauf beziehen sich auch die Prophezeiungen, die die Mhaharani erhalten hat). Das Land wird verwüstet und dämonisiert. Wer dazu mehr lesen will, dem sei Roberts Isenborn-Tetralogie empfohlen.


    "Die alten Feinde deines Volkes..." "schon bald werden die schwarzen Horden nach Süden fluten..." - Der Aikar Brazoragh eint die Stämme des Orklandes und fällt etwa 5 Jahre nach der Wettfahrt in die Menschenreiche ein. Sie kommen bis Gareth, werden aber zurückgeschlagen, bevor sie die Hauptstadt des Mittelreiches einnehmen und verüsten können. Eine zentrale Rolle in diesem Krieg spielt auch die Stadt Greifenfurt, dazu sind die "Das Jahr des Greifen"-Bücher von Bernhard sehr zu empfehlen.


    "Ein volles Jahr des Schreckens wird kommen!" "...wenn eine ganze Stadt aus den Wolken stürzt.." - etwa 20 Jahre nach der Wettfahrt kommt es im "Jahr des Feuers" zur erneuten Invasion des Mittelreiches durch die Nachfolger Borbarads (jener selbst ist bis dahin besiegt). Höhepunkt ist der Absturz der fliegenden Festung des Dämonenkaisers Galotta auf Gareth.


    "...wenn die Sterne vom Himmel fallen!" "dann wird eine Kraft aus dem Himmel eine ganze Stadt der Menschen zerstören" - da kommen wir in die aventurische "Gegenwart". Die Stadt Arivor wird gute 30 Jahre nach der Wettfahrt durch einen vom Himmel fallenden Stern zerstört. Die Zeit des sogenannten Sternenfalls.


    "Allein du, Freund Elf, magst ein wenig Hoffnung schöpfen. Ein Stern wird niedergehen, und das wird eine Rückkehr sein." "Weit im Westen leuchtet ein Licht der Hoffnung" - Ich tippe, dass sich dies auf die aventurische "Zukunft" bezieht, nämlich auf die bevorstehende Veröffentlichung der Sternenträger-Kampagne für das Rollenspiel. Diese Abenteuerserie soll thematisch auch mit der Phileasson-Saga verbunden sein, weshalb ich mich sehr auf sie freue.


    Also bei allem was ich deuten kann, hat Sila eine Trefferquote von 100% bei ihren Voraussagen. Daher würde ich denken, dass sie diejenige ist, die "wahr spricht". Vielleicht kann Krassling mich noch korrigieren oder ergänzen, der hat ja noch deutlich mehr Ahnung... :)



    Geht es wirklich darum, dass sie die Elfenstadt nicht betreten soll oder steckt da noch mehr dahinter? Wenn ja, warum soll Pardona Tie'Shianna nicht betreten? Hat er Angst, dass Pardona sich dann von ihm abwenden könnte und wieder zu den "guten Hochelfen" überläuft? Kann sie das überhaupt?

    Richtig, Pardona hatte ich völlig vergessen. Ich frage mich auch, was der Namenlose jetzt genau von ihr will. Hat es wirklich mit der Wettfahrt, vielleicht gar konkret mit Tie'Shianna zu tun, oder hat er nur irgendwelche anderen Aufträge für sie, die er umgehend erledigt haben will?

    Na, wer hätte es gedacht. Nach all dem Hickhack um sein Schiff, Leif und die Schlangenzahnwaffen ist es doch Beorn, der als erster in Fasar eintrifft. Trotzdem ist es Asleif, der bei der Suche nach dem Propheten, der wahr spricht, die Nase vorne hat. Wenn auch nur um wenige Minuten. Ob es so klug ist, beim ersten Anzeichen von Spannung gleich das Feld zu räumen und es Beorn zu überlassen, sich mit Sila auseinanderzusetzen? Anscheinend wusste Beorn von Silas Bedingung und ist trotzdem zu ihr gekommen... Der Inhalt ihrer Prophezeiungen macht, wenn man sich etwas in der Geschichte von DSA auskennt, ziemlich klar, dass es sich hier um die richtige Prophetin handeln muss.


    Fasar ist schon eine krasse Stadt. So ein bisschen geordnetes Chaos. Keine Zentralgewalt, aber eine herrschende Klasse, die jedoch durchaus durchlässig ist. Wer engagiert (und skrupellos) genug ist, kann in den Kreis der Erhabenen aufsteigen. Während die normale Bevölkerung wie ein Ameisenhaufen vor sich hinwuselt. Allerdings immer darauf bedacht, die Regeln des jeweiligen Erhabenen tunlichst zu beachten. Und da platzen die beiden Thorwaler mit ihrer direkten Art mitten rein. Beorn durschschaut die Spielregeln zu spät und schmiedet einen nicht so astreinen Pakt mit Habled. Asleif durchkreuzt zwar die Pläne, indem er im Rahjatempel Quartier nimmt, zieht dabei aber sicherlich den Zorn von Habled auf sich. Und dass der nicht zimperlich ist, ist offensichtlich... mal schauen, wer am Ende alles Fasar mit noch heiler Haut wieder verlassen kann und wer dann die Silberflamme in Besitz hat. Immerhin hat Phileasson Azrubat als Führerin durch die fremde Stadt. Das ist sicherlich von Vorteil, wenn es darum geht, möglichst wenigs anzuecken.


    Propheten mit besonderer Gabe scheint es in Fasar ja wirklich mehrere zu geben. Ich frage mich, warum die sich alle an einem Ort tummeln und nicht über Aventurien verteilt sind. Auch Zidaine macht ihre Bekanntschaft und versucht danach krampfhaft ihr bröckelndes Weltbild zu retten. Wie erfolgraich sie damit wohl auf Dauer sein wird? Und was passiert mit ihr, wenn sie es nicht ist? Vermutlich muss sie einen Anschlag auf Tylstyrs Leben begehen, um an ihren alten Überzeugungen festhalten zu können. Und das kann natürlich nicht gut ausgehen - auf die eine oder andere Art. Jedenfalls würde ich mir wünschen, dass die Zidaine-Story bald mal zu einem Abschluss kommt.


    Die Szene im Rahja-Bad war interessant... und irgendwie befremdlich. OK, es ist ein Rahjatempel (für den es in unserer Welt keine Entsprechung gibt) und die meisten Mitbadenden sind Thorwaler, die ohnehin ein recht freizügiges Leben führen. Aber mit dem unbekannten Kaufmann und dem seltsamen Magier zugegen wäre es mir nie in den Sinn gekommen, mich derart zu vergnügen. Schon gar nicht wenn sich neben mir das Gespräch um den Himmelsturm dreht. Thomeg Atherion... irgendwo ist der mir schon mal untergekommen. Ich glaube in der Galotta-Trilogie. Muss ich noch mal nachschauen...

    Die Hochgeweihte der Rahja muss ja eine imposante Erscheinung sein, Ohms Reaktion nach zu urteilen. Und auch an ihrer Beschreibung merkt man, dass man nicht zu einer Erhabenen wird, wenn man einfach nur lieb und nett ist. Aber sie ist blind... das heißt, sie könnte von Sila geführt werden. Vielleicht ließe sich da ja was arrangieren, Sila führt die Hochgeweihte und Phileassons Ottajasko reist in ihrem Gefolge... :/


    So oft wie das Pferderennen in diesem Kapitel erwähnt wurde, glaube ich nicht, dass die Wettstreiter Fasar bis dahin schon wieder verlassen haben. Ob dieses Ereignis noch irgendeine besondere Rolle spielt? Vielleicht gewinnt Nazanin, obwohl sie nicht dürfte, und dann bekomme Beorn ein echtes Problem?


    Schade, dass ansonsten kein Wort über die Reise verloren wurde. Es hätte mich interessiert, wie Phileassons Leute, insbesondere die Magiebegabten, die Nähe der Gorischen Wüste empfunden haben.

    Gibt es eine Verbindung zwischen den beiden? erlebt Lenya vielleicht was Pardona an ihrer Stelle tut?

    Ich war der Meinung, dass Pardona es so eingerichtet hat, dass Lenya alles "live" miterlebt, was Pardona an ihrer statt so treibt. Sollte Pardona sich zurückziehen und Lenya wieder ihre ursprüngliche Position in der Ottajasko einnehmen, so würde sie denken, dass sie das alles selbst erlebt hat. Sozusagen, damit sie nicht plötzlich unerklärliche Erinnerungslücken aufweist. Kann sich da noch jemand dran erinnern, oder liege ich falsch? :/


    Falls dem so ist frage ich mich, wie perfekt Pardonas Zauber da ist. Kann sie Lenyas "Miterinnern" an- und ausschalten? Oder modifizieren? Lenya soll sich ja sicher nicht daran erinnern, einen Zauber gesprochen zu haben oder an die Gespräche mit Galayne...

    Aber musste Brunyldas Mann ausgerechnet in dem Moment hinzukommen, als Ohm das Geheimnis um Gildas Tod lüften wollte?

    Ja, das habe ich mir auch gedacht... X/


    Interessant fand ich, wer bei dieser Schuldknechtschaft zu Leiff hielt. Sein Sohn war es nicht.

    Das hatte sich ja im "Kerker" schon angedeutet. Es schien mir so, dass ein Teil seiner Leute, inklusive seines Sohnes, die Geschichte der geraubten Jungfräulichkeit tatsächlich geglaubt hat. Von wegen "er ist über seinen eigenen Schwanz gestolpert". Wenn man ihn tatsächlich für schuldig hält, opfert man sich nicht für ihn auf...


    Nazarin ist mir auch nicht sonderlich sympathisch.

    Zustimmung.


    Der Schrecken der auf dem Wasser wandelt und nach Aranien kommt ist ebenfalls eine Vorausschau auf Dinge die da kommen werden und bewegt sich in die gleiche Richtung, wie die Omen während der Begegnung mit Sanin und der Seeadler von Beilunk. Eigentlich wäre das für unsere Geschichte ohne Belang. Allerdings sind diese Prophezeiungen Sybias zentrale Motivation für das dringende Verlangen nach den Schlangenzähnen und damit ursächlich für Leifs Probleme und eine zusätzliche Option in Beorns Spiel.

    Danke, das rückt die Dinge für mich in eine bessere Perspektive.


    Galandel und Galayne verlassen die Ottajaskos gemeinsam und leben glücklich miteinander bis an ihr Lebensende? :love:

    Das dauert ja bei Galandel nicht mehr so lange... :evil:

    Aber was genau jetzt die aventurische Erklärung für die Eigenschaften des Buches ist scheint mir für die Geschichte nicht so bewegend.

    Da hast du sicher recht, mich interessiert das Buch auch weniger im Zusammenhang mit der Geschichte, sondern aus persönlicher Neugier.


    Sich angesichts solcher Differenzen nicht unwohl zu fühlen wäre schon merkwürdig.

    "Unwohl fühlen" und "sich angegriffen fühlen" sind aber schon zwei recht verschiedene Dinge. Pardona formuliert es ja sehr deutlich. Sie befürchtet, dass ihre Tarnung durchschaut wurde und vermutet einen direkten Angriff auf ihre Person. Wenn das der Fall sein sollte, hat das schon ziemlich starke Auswirkungen auf ihre weiteren Handlungsmöglichkeiten.

    Kapitel 2 bringt die offenen Handlungsstränge in Kunchom und Zorgan zum Abschluss, die aus Kapitel 1 offen waren. Ich kann nur sagen, gut, dass es Ohm gibt! Auch wenn er mehr oder weniger zufällig in Brunyldas Nähe gelangt - so ganz zufällig ist es dann wohl doch nicht. Phileasson weiß anscheinend nicht so recht, wie er die Sache angehen soll. Also springt Ohm ein, um die Sache für ihn zu klären, oder zumindest die Klärung zwischen Asleif und Brunylda zu ermöglichen. Vermutlich wäre Asleif sonst einfach so aus Kunchom abgereist, ohne etwas unternommen zu haben, und das hätte ihn sicher bei seinen nächsten Aufgaben beeinträchtigt. Asleif weiß das und bedankt sich hinterher, indem er Ohm noch einmal deutlich sagt, dass er sein bester Freund ist.


    Ich war mir ehrlich gesagt nicht so ganz sicher, was diese Episode mit Brunylda für die Geschichte bezwecken sollte. Es war mir relativ klar, dass sie nicht mitkommen würde. Daher vermute ich, dass sie primär zur weitergehenden Charakterisierung von Phileasson (und Ohm) dient. Es gibt tatsächlich auch Dinge, bei denen Asleif sich unsicher ist und nicht weiß, wie er vorgehen soll. Außerdem zeigt sich, dass Ruhm und große Taten nicht automatisch alle Türen öffnet, sonder dass es auch dazu führen kann, dass sich einige verschließen. Andere Personen können sich von einem abwenden, weil sie sich klein fühlen. Zum Glück ist diese Sache nun geklärt und ich gehe davon aus, dass Phileasson sie nun hinter sich lassen und mit klarem Kopf die anstehenden Aufgaben angehen kann.


    Beorn hat ja noch einmal die Kurve gekriegt - dank Dolorita! Da war ich echt beeindruckt, dass die den Tod von Orelio scheinbar so gut verkraftet hat, und sich weiter komplett in den Dienst der Ottajasko stellt. Eine starke Frau! Ohne sie wäre Beorn den Araniern zum zweiten Mal in die Falle gegangen. Und sie ahnt, dass mit Lenya etwas nicht stimmt... bin gespannt wie das weitergeht.


    Bei der Mhaharani geht es mir wie Beorn - aus der werde ich nicht so richtig schlau. Vielleicht fehlt mir da das DSA-Hintergrundwissen, um ihre Handlungen richtig einzuordnen. Vielleicht muss es aber auch einfach ein allgemeiner Wesenszug eines erfolgreichen Herrschers sein, dass er für die Allgemeinheit wenig nachvollziehbare Entscheidungen trifft, um für seine Feinde unberechenbar zu bleiben.

    Jedenfalls hat Beorn jetzt nicht nur Geld und Ausrüstung, sondern (wenn ich es richtig verstanden habe) auch noch durch Leif und seine Ottajasko seine Ränge aufgefüllt. Das Ende des Kapitels hielt dann noch zwei Überraschungen bereit: Zidaine will Beorn heiraten? Echt jetzt? Und da ist die Kröte wieder! In dieser Situation hat sie Beorn ein wenig den Allerwertesten gerettet, auch wenn Zidaine ihm kein Wort glaubt.


    Galayne hat nach dem Verlust von Selflanatil einen schweren Stand in der Ottajasko. Auch wenn sich das gegen Ende des Kapitels etwas zu ändern scheint, jedenfalls reden die anderen wieder mit ihm. Dass Pardona so schwach ist, dass Galayne ihr Sikaryan zukommen lassen will, ist schon bemerkenswert. Auch dass er, wie im Prolog, weiterhin um einen Ausgleich für seine Taten bemüht ist.


    Die ganze Geschichte um Nazanin war mir irgendwie zu lang. Auch da habe ich, wie bei der Geschichte um Brunylda, nicht so wirklich die Bedeutung für die Hauptstory erfasst. Aber vielleicht ändert sich das noch, wenn Nazanin nun notgedrungen die Ottajasko begleitet. Insgesamt war mir Kapitel 2 also etwas zu langatmig. Mir hätten auch verkürzte Versionen der beiden "Nebenschauplätze" Nazanin und Brunylda gereicht.

    In jedem Fall verdichtet sich immer mehr der Verdacht, dass die Wettfahrt ganz stark etwas mit den ehemaligen Hochelfen zu tun hat.

    Einerseits ja, andererseits scheinen die ganzen Prophezeiungen von den Zwölfgöttern zu kommen. Und die haben mit den Hochelfen ja eigentlich so gar nichts zu tun, oder? :/


    Die Möwenknöchelchen ... was will er genau damit? Sie stellen ja eine feste Verbindung zu seiner Jugend in Stainakr und der Rache-Tötungsmethode von Zidaine dar.

    Ich habe mich auch gefragt, wie seine "Buße" wohl aussehen mag, und welchen Zweck die Mövenknochen dabei wohl erfüllen.


    Und ich frage mich, ob es wirklich Praios war, der sie "angegriffen" hat. Nur wie hat er sie ausmachen können? Ich bin gespannt, wie sich das aufklärt.

    Mir fällt niemand anderes ein, der eine solche "Sonnen-Show" hätte inszenieren können. Ich tippe sehr auf Praios.


    Leomaras Visionen geben wieder Rätsel auf. Spricht da noch Macan, der in Erinnerung bleiben will? Ich befürchte, der taucht nochmal auf, wenn wir gar nicht mehr an ihn denken.

    Ich hatte da eher die Kröte wieder im Kopf, die Beorn verfolgt. Das gelispelte Ssssss hört sich für mich nach den alten Echsen an, und das passt für mich auch zum Inhalt der Prophezeiung. Fraglich ist, ob die Prophezeiung noch irgendeine Bewandnis im Laufe der Geschichte hat oder nicht.


    Meinst du? Ich finde das liest sich eher andersrum

    Für mich hörte sich das auch nicht so an, als hätte Asleif Brunylda sitzen gelassen...


    Ich hab auch überlegt, ob die Gorische Wüste und die Khôm das Selbe sind

    Nein, das sind zwei unterschiedliche Ort. Auf der Karte ist die Gorische Wüste der kleine "Kringel" westlich von Kunchom und nördlich von Rashdul, der von Phileasson auf dem Weg nach Fasar halb umrundet wird.

    Wie findet es die Ottajasko denn grundsätzlich, dass die Wahl des Prologs auf Galayne gefallen ist?

    Für mich hatte Galayne in den letzten Bänden aufgrund seiner Hingabe zu Pardona sehr stark an Profil verloren, so dass mein Interesse an ihm relativ gering war. Insofern hätte ich mir im Vorhinein eher eine andere Figur für den Prolog gewünscht. Allerdings hat der Prolog dazu geführt, dass Galayne bei mir wieder ein paar Sprossen auf der Leiter geklettert ist, daher war es aus meiner persönlichen Sicht eine gute Wahl der Autoren. Jetzt erwarte ich natürlich, dass da im weiteren Verlauf des Buches/der Saga noch einiges von Galayne kommt, was an den Prolog anknüpft...

    Der Osterhase hat uns reich beschenkt - mit Keimen und Bazillen. Jetzt hänge ich wohl hoffnungslos hinterher... aber aufgeben ist keine Option! :D


    Aber was für ein Kapitel! Ich bin super von den Autoren abgeholt worden und sofort wieder in die Wettfahrt eingetaucht.


    Für mich persönlich war der letzte Teil des Kapitels, obwohl mich Tylstyrs -absolut nachvollziehbare- Wandlung nicht gerade glücklich macht, der spannendste. Auf Details zu diesem Buch warte ich ja schon seit Band 1, und hier gibt es endlich etwas Handfestes. 144 Nächte wolkenloser Himmel am Stück, das muss ein krasses Ritual sein! Und vermutlich wurde es in der Khom durchgeführt, dort wo unsere Helden hin unterwegs sind, und wo auch der letzte bekannte Aufenthaltsort von Meister Eddrik liegt... hat der vielleicht gar etwas mit dem Buch zu tun? Vielleicht kann Meister Eddrik Tylstyr auch wieder auf etwas andere Gedanken bringen, falls sie ihn treffen. Die abgeschnittene Buchecke, die aus dem Glas verschwindet, hat noch mal besonders den Effekt der Unzerstörbarkeit deutlich gemacht. Jetzt wüsste ich noch gerne, was es mit diesen mysteriösen Kashra-Kristallen auf sich hat, die ja anscheinend dafür sorgen, dass sich Tylstyrs Astralenergie schneller regeneriert...


    Insgesamt schein Phileassons Ottajasko in Kunchom sehr umtriebig zu sein. Es gibt viel zu erledigen nach der langen Fahrt. Und die Ottajasko meistert alles, obwohl sie im moment etwas führerlos ist. Phileasson steckt in seiner Vergangenheit fest, und weiß noch nicht so recht, was er bezüglich Brunylda unternehmen soll. Wie gut, dass die anderen auch ohne ihn wissen, was zu tun ist.


    Bei der Episode im Perainetempel habe ich fast unterm Tisch gelegen vor Lachen. Das war sowas von urkomisch, auf so vielen Ebenen, und trotzdem perfekt in die Geschichte eingebunden ohne lächerlich zu wirken. Da kann ich echt -mal wieder- nur den Hut ziehen vor Robert. Einfach genial! Ich lese ein Buch über eine Wettfahrt, in dem ein Buch über diese Wettfahrt geschrieben wird. Natürlich mit total verdrehten Tatsachen - Shaya als die große Heldin... Moment, die haben wir doch auch in der Leserunde als eine besondere Lieblingsfigur ausgemacht: Alle lieben Shaya! Woher weiß Therion das? Natürlich, von Robert... Und Therions Ausführungen wirken auf die Ottajasko genauso erheiternd wie auf den Leser. Ein erstklassiges Leseerlebnis, in dem die drei Ebenen realer Leser, gelesene Geschichte und fiktives Buch im Buch miteinander in Beziehung stehen, als ob die Grenzen dazwischen verschwimmen. Und dazu natürlich die eigene Komik der ganzen Szene, insbesondere der Abschluss: "Meine Augen sind zu klein" - einfach herrlich!


    Zusätzlich macht diese Szene, zusammen mit Beorns Ankunft in Zorgan, sehr deutlich, dass die Kunde über die Wettfahrt den Wettstreitern inzwischen vorauseilt. Ein neuer Askept, mit dem sich die Kontrahenten auseinandersetzen müssen. Auch im komlett nicht-digitalen Aventurien reisen Neuigkeiten schnell. Und wenn die Wettfahrer selbst einen "Umweg" über das Totenmeer nehmen müssen, dann werden sie rasch von den sich verbreitenden Geschichten überholt. Für Beorn hat das gravierende Auswirkungen, seine Reisekasse ist nun quasi leer. Aber das hat Phileasson auch schon hinter sich, etwa als Lailath die ganzen Edelsteine verschenkt hat. Insofern muss man sich da um Beorn sicher keine Sorgen machen. Wenn er etwas behindert wird, kann das nur gut für Phileasson sein. Vielleicht schafft letzterer es ja, an Beorn vorbeizuziehen, sofern er es schafft, die Brunylda-Sache zeitnah zu erledigen.


    Der Kapiteleinstieg, zusammen mit den Kurzepisoden im Himmelsturm, war sehr interessant. Dass Pardona die neue Prophezeiung als Angriff empfunden hat ist bemerkenswert. Leider wissen wir nicht, wie Shaya sich bei der Prophezeiung gefühlt hat, da sie in Totenmeer keine Perspektivfigur war. Ich frage mich, ob Pardona da mehr hineininterpretiert, weil sie sich ihrer Sache nicht (mehr) so sicher ist, oder ob es tatsächlich ein Angriff auf sie war. Die Ereignisse im Himmelsturm scheinen ihr Gefühl ja zumindest zu bestätigen...

    Genau diese Fragen habe ich mir auch gestellt. Es scheint ja beinahe so, als ob Galayne gezielt bei Beorn anheuern sollte und nicht bei Phileasson.

    Das habe ich nicht so empfunden. Galayne hat versucht, seinen Blick auf Pardona zu lenken, um zu erfahren, wann sie im Himmelsturm ist. Dabei hat er gesehen, dass sie Beorn gefangen hält. Ein Einäugiger mit Flügelhelm - leicht zu identifizieren. Galaynes Schlussfolgerung: Findet er Beorn, hat er einen Weg zu Pardona bzw. kann sich sicher sein, dass sie bei seiner Ankunft anwesend ist. Phileasson hat im Turm ja gar keinen Kontakt mit Pardona, deswegen hat Galayne ihn in diesem Zusammenhang auch nicht gesehen.


    Ich glaube auch nicht, dass irgendjemand das Auge "steuert". Wenn ich mein begrenztes Wissen über Schwarze Augen zurate ziehe, dann haben die Augen eher ein eigenes "Bewusstsein" und sind selbst für mächtige Magier generell extrem schwierig für einen eigenen Zweck zu kontrollieren. Wenn man nicht mit ihnen umzugehen weiß, sind sie extrem gefährlich. Lysenne und Galayne sind sich dessen nicht wirklich bewusst, und wenn sie ihn nicht weggezogen hätte, hätte das Auge ihn vermutlich (unabsichtlich) getötet.


    Was Galaynes Vision im Auge angeht finde ich aber auch den letzten Teil sehr interessant, weil er sich auf Ereignisse und Personen bezieht, die wir noch nicht kennen. Ein Sklave, der einen Löwen tötet... Omar, Melikae, Abu Dsch... die scheinen ja irgendwas mit Gwenselah zu tun zu haben. Bin gespannt!

    Besondern nett ist, dass er ein wenig Robin Hood spielt und das Sikaryan etwas umverteilt.

    Offensichtlich hatte nicht nur ich diese Assoziation... (:


    Aber ich glaube, die Göttin kann da nicht helfen, für sie war er bestimmt nur ein erfolgreiches Experiment.

    Das sehe ich ähnlich. Wobei die aufgekommene Frage nach dem genauen Hergang des Erschaffensprozesses hier eine große Rolle spielt...


    Das hat mich auch verwundert, dass der Andere überhaupt nicht überrascht darüber war, das es wohl noch einen gibt. Vielleicht hat er das nicht in Frage gestellt oder er ist so alt, dass er weiß, dass es von seiner Sorte mehrere gibt.

    Ich hätte gedacht, in den 600 Jahren, die Galayne im Meer festsaß hätte Pardona genug Zeit gehabt, noch ein paar von der Sorte zu basteln. Aber laut Link ist der andere ja sogar älter... hm... :/


    Diesen Zusammenhang hatte ich noch nicht auf den Schirm. Aber klar, irgendeinen Sinn musste der Helm ja haben.

    Aber Lynesse hat den Helm doch vor der letzten Reise in die Gorische Wüste in Auftrag gegeben. Da wusste sie noch nichts davon, dass Galayne mal Selflanatil in der Hand halten wird. Ich habe den Helm einfach als generelles Geschenk aufgefasst, für ihr "Hündchen". Dass er gegen den Wolfsritter helfen könnte, ist dann eine zusätzliche Deutung von ihr, nachdem sie ins Auge geblickt hat, aber nicht der ursprüngliche Anlass den Helm anfertigen zu lassen. Ich frage mich mehr, warum Galayne den Helm all die Jahre behalten hat, obwohl er ihn so hässlich findet.

    So, ich bin dann mit etwas Verspätung auch endlich dabei :)


    Für mich ein Prolog mit zwei komplett unterschiedlichen Teilen. Der Anfang - Galaynes Verbannung, das Vegetieren im Meer, seine Rückkehr ins Eis und "Auferstehung" durch das Zusammentreffen mit Galandel - hat mich überhaupt nicht gepackt. Vermutlich lag es daran, dass in diesem Teil nur sehr wenig neue Informationen enthalten waren. Die Geschichte war ja, außer in den kleinen Details, weitgehend aus den vorherigen Büchern bekannt. Durch den Teil musste ich mich ziemlich durchschleppen. Einzig die beiläufige Erwähnung der Seeschlange, die sich von Walen ernährt, hat mich kurz aufhorchen lassen. Dass die lieber einen großen Bogen um ihn macht anstatt zu versuchen, die lauernde Gefahr zu beseitigen, war dann aber wenig fesselnd.


    Um so mehr habe ich ab der Ankunft in Gareth die Seiten verschlungen. Ein weiterer Feylamia? Wurde der auch von Pardona erschaffen? Wie steht er zu seiner Göttin? Der "Zusammenhalt" scheint zwischen den Individuen dieser Spezies ja nicht besonders groß zu sein. Und die Szene macht deutlich, dass Galayne anders ist als der typische Feylamia. Kein herzloses, skrupelloses Monster, sondern trotz allem was er ist mit Achtung vor dem Leben erfüllt und den Schwachen gegenüber hilfsbereit. Eine Folge seiner Verbannung und der Begegnung mit Galandel. Umverteilung von Sikaryan von den Starken zu den Schwachen... hat ein bisschen was von Robin Hood. ^^


    Dann das Aufeinandertreffen mit einer/der Nachfolgerin von Lailath und Nantiangel. Schade, dass die Episode in der Gorischen Wüste so kurz war. Ein interessanter, geheimnisvoller, unheimlicher Ort, von dem ich gerne mehr gelesen hätte. Laut Karte streift Phileasson ja zumindest das Gebiet, vielleicht gibt es später ja noch etwas Nachschlag...


    Und dann der Auftritt des namengebenden Artefaktes: ein schwarzes Auge! Das Auge hätte ich mir etwas... naja... eindrucksvoller gewünscht. Nicht in seinem Äußeren, sondern von seiner Macht/Präsenz/magischen Aura her. "Da liegt irgendwas Magisches in den Trümmer" und "Tritt einfach heran und schau rein" war mir etwas zu wenig. Deutlich wurde die Macht - und die Gefährlichkeit - des Auges dafür in der Bilderflut, die auf Galayne niedergeht. Nahe und ferne Ereignisse, die durch seine Entscheidungen beeinflussbar sind... blutige Augen und Schreie, ohne dass er es selbst merkt. Das war schon heftig!

    Jetzt wissen wir, woher er von der Wettfahrt wusste, und auch was sein Motiv ist, sich dieser anzuschließen. Er sucht nach dem Sinn seines Lebens! Alles und jeder um ihn herum hat einen Sinn in seinem Leben, nur er selbst nicht, er sieht sich nur als "Wanderer". Da tun sich für mich gewisse Parallelen zu Salarin auf. Natürlich mit ganz unterschiedlichem Hintergrund, aber doch irgendwo ein ähnliches Ziel bei den beiden. Interessant auch, dass Lynesse nach dem Blick in das schwarze Auge einen ganz klaren Sinn in Galaynes Leben sieht, er ist auserwählt, ihre Suche zu beenden.


    Bis jetzt (sprich Ende von Totenmeer) hat Galayne sich anscheinend noch nicht getraut, Pardona nach dem Sinn seines Lebens zu fragen. Der Prolog deutet für mich an, dass das in diesem Buch geschehen könnte. Ich bin gespannt, ob Pardona eine Antwort parat hat, mit der Galayne zufrieden ist. Ansonsten könnte es vielleicht helfen, dass er sich, wie schon mehrfach in früheren Leserunden thematisiert und von einigen erhofft, von ihr abwendet. Vielleicht könnte auch ein Wiedersehen mit seinem Sohn einen solchen Prozess fördern. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir Gwenselah wiedersehen werden. Sehr interessant finde ich in dem Zusammenhang auch, dass Galayne den hässlichen Helm behalten hat. Was bedeutet der für ihn bzw. was hat Lynesse für ihn bedeutet?

    Also ich finde das beides nicht so geradlinig... ist natürlich auch der Geographie dieser Region geschuldet. Aber selbst wenn Beorn den kürzeren Weg nimmt ist doch klar warum: Wenn beide einen gleich langen Weg nehmen würden, wäre Phileasson schon nach 9 Bänden wieder in Thorwal und wir würden die letzten drei Bücher nur darauf warten, dass Beorn auch endlich eintrifft... :D