Beiträge von RitaM

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Puuh, das musste ich dann auch erstmal sacken lassen, schon alleine dafür mein größtes Lob, Bernd! :-)

    Dem schließe ich mich an. Normalerweise schreibe ich direkt nach Abschluss eines Abschnitts meine Gedanken nieder. Diesmal musste ich sie erstmal verdauen. Und das kommt wirklich nicht oft vor. Alle Achtung!


    Kann es also sein, dass er mit dem doch überhasteten Genozid eigentlich gar nicht den Schwarm, sondern vielmehr Kahain auslöschen wollte? Ich würde es Corn absolut zutrauen. Dann hat Leen diesen Plan - wohl unbewusst - verhindert und ist dafür auch noch gestorben. So gesehen hätte auch Corn "verloren". Aber das wäre reine Interpretation.

    Das glaube ich weniger. Er ist ein Paladin durch und durch und denkt nur an die Verteidigung des Domenaions mit allen Mitteln. Es passt einfach nicht in seine Sicht der Welt, dass es noch etwas anderes wichtiges gibt. Das Leben weniger ist unwichtig in Bezug auf das Wohl des Domenaions. Leen ist für ihn ein bedauernswertes Opfer. Er verliert eine fähige Mitkämpferin. Und Kahain ist für ihn nur ein Ärgernis, dass ihm immer wieder im Weg steht.

    Was für ein Ende! Was was für eine schreckliche Waffe! Die Idee, die Kosmozoen durch die Nullblase zu schicken, ist einfach genial. Aber der Einsatz der Bombe war wirklich nicht nötig. Die Luminatoren hätten auch abwarten können, welche Richtung der Schwarm nimmt, anstatt ihn im Voraus zu vernichten. Auch wenn er instinktgesteuert war kann man ihn nicht einfach so komplett auslöschen. Er wird irgendwo in der Galaxis schon für etwas gut gewesen sein. Bloß dann wäre ein anderer Planet in Gefahr geraten. Aber rechtfertigt das überleben von Millionen von Menschen die Auslöschung einer ganzen Art? Die Menschen als Rasse hätten überlebt, die Kosmozoen nicht. Das Buch steckt wirklich voller schwieriger Entscheidungen!

    Und die arme Leen hat die schwerste überhaupt getroffen! Sie opfert sich, um die Leitstern zu retten! Tolle Frau!
    Sehr gut gefallen haben mir am Ende die beiden Epiloge. Die Bergleute konnten gerettet werden, nur Umbra trägt noch schwer an den Ereignissen. Einerseits kann ich sie verstehen, aber diese Bombe hätte nicht eingesetzt werden dürfen. Ich denke aber nicht, dass sie in der Lage war, rational eine Entscheidung zu treffen.

    In der "Wochenfrage" im Forum ging's ja mal darum, welche Thematiken wir uns wünschen, von denen wir glauben, sie würden zu wenig behandelt. Und ich bleibe dabei: Gerade SF ohne Menschen bzw. konkreter SF nach den Menschen könnte man machen. Gerade jetzt durch die aktuellen Fragen, wie wir mit unserem Klima bzw. unserer Welt umgehen, wäre die Frage, ob das die Menschheit langfristig so durchhält, sogar ein recht realitätsbezogenes Thema, dass man meiner Ansicht nach in der SF super "verwursten" könnte.

    Super Idee, SF nach der Klimakatastrophe ohne Menschen! Ich hoffe, einige Autoren lesen hier mit und haben einige Ideen dazu ( Bernd Perplies 😉)

    Die Immerreisenden sind wirklich deutlich instinkgetriebener. Energie/Biomaterie = Fressen! Und los geht's bei denen. Wären sie intelligent, könnte man ja mit ihnen verhandeln, sie bitten, doch die Handvoll bewohnten Welten in Ruhe zu lassen. Aber versuch mal mit einem Heuschreckenschwarm zu verhandeln. ;-) Insofern sind die Immerreisenden sicher unschuldiger als die Menschen in ihrer Zerstörung - aber auch erbarmungsloser.

    Die Menschen sind auf jeden Fall egoistischer und tragen deswegen die größere Schuld. Ich hoffe aber immer noch, dass die Immerreisenden nicht nur instinktgesteuert sind, sondern dass man ihnen wie einem Kind, das z.T. auch nicht weiß, was es macht, erklären kann, dass sie lieber eine andere Route nehmen sollten. Das setzt allerdings wieder eine Schwarmintelligenz voraus. Schwierig

    Ob den Immerreisenden bewusst ist, dass sie Leben egal welcher Art zerstören, ist für mich nicht deutlich dargestellt. Auf mich machen sie den Eindruck einer Spezie, die schon seit Ewigkeiten nomadisch lebt und Planeten und Sonnen als ihre Nahrungsquelle ansieht. In den Anfängen des Universums wird sich auch noch nicht das Problem gestellt haben, dass sie dabei höher entwickeltes Leben zerstören. Ich bin mir also noch gar nicht sicher, dass sie sich dessen bewusst sind, denn so viele bewohnte bzw. bewohnbare Planeten gibt es nicht im Universum.

    Allerdings sehe ich hierbei auch eine Parallele zum Menschen, ob von dir, Bernd Perplies , gewollt oder nicht kannst nur du beantworten. Der Mensch breitet sich auf der gesamten Erde aus (die Immerreisenden ziehen durch das gesamte Universum) und nutzen die Ressourcen, die sie finden um ihre Art am Leben zu erhalten und sich ein bequemes Leben zu ermöglichen. Der Mensch beutet hierbei den Planeten aus und achtet wie die Immerreisenden nicht darauf, welche Arten er dabei zerstört und ob die Erde (die Sonnen und Planeten) dabei zerstört wird. Erst jetzt reift langsam ein Bewusstsein für den Umwelt- und Artenschutz heran, und der Mensch beginnt umzudenken. Ich hoffe, dass die Orkanoiden auch bei den Immerreisenden dieses Umdenken bewirken können, denn sonst sehe ich für das Domenion keine Zukunft.


    Davon abgesehen gefiel mir bei Chis Kapitel die Beschreibung, wie Floryll trinken - ich musste schmunzeln, auch wenn's irgendwo logisch ist, dass das Trinken mit den Fußwurzeln wohl am Praktischsten ist

    Das war so ein Spontaneinfall. Erst hat sier nur seihre Hände im Getränk gebadet (wie in der Palmolive-Werbung ;) ). Aber dann fiel mir wie Schuppen von den Augen, dass Pflanzen ja eigentlich ihre Wurzeln unten haben (Luftwurzeln mal ausgenommen).

    Ein sehr guter Einfall! Die Füße im Getränk zu baden wäre dann doch etwas sehr gewöhnungsbedürftig. Aber ich musste auch lachen, als du es beschrieben hattest! :D

    Mit Sicherheit. Es ist ein Abwägen, wie so oft in Krisensituationen. Es ist für Kahain auch sicher keine einfache Entscheidung gewesen, als Raumretter Umbras Heimat erstmal zu ignorieren. Aber in diesem Roman sollte es auch ein paar echt schwierige Entscheidungen für die Protagonisten zu fällen geben. Gerade in Krisen bedeutet ja jede Entscheidung in irgendeiner Weise Opfer an anderer Stelle.

    Genau. Wären sie nach Rhino geflogen, hätten sie bestimmt einige Bewohner retten können, obwohl dabei noch lange nicht feststeht, dass sie nicht auch überlebt hätten, wenn sie etwas später eintreffen würden. Denn die Angreifer sind ja weiter gezogen, sodass keine unmittelbare Gefahr mehr besteht. Ganz im Gegenteil zum Domenaion. Hier kann man noch einiges bewirken und abwenden, wenn man schnell genug eine Lösung findet.

    Auch muss man sich von Menschen im Kopf lösen. Ich überlege gerade, ob ich schon mal ein Buch gelesen habe, dass eine solche Vielfalt an Geschöpfen bereit hält... Es ist auf jeden Fall toll, das zu lesen. Denn ich kenne das meistens eher aus Filmen und dort erfährt man nicht die Hintergrundinformation wie im Buch.

    Die Vielfalt gefällt mir auch sehr gut. Oftmals sind es nicht so viele Rassen, die sich auch nicht besonders von den Menschen unterscheiden. Und die Floryll sind wirklich sehr gelungen. Eine "Pflanze", die sich fortbewegt, intelligent ist und reden kann ist wirklich eine Idee, auf die nicht jeder kommt!


    Ich musste ein wenig an die EU denken. Auch dort versammeln sich so viele verschiedene Politiker*innen aus verschiedenen Ländern mit so unterschiedlichen Problemen und auch Zielen.

    Der Vergleich gefällt mir. Dort wird auch nur viel geredet, aber auf etwas wichtiges kann man sich kaum einigen.

    Also, was denn? Das ist doch ein völlig anderer Handlungsstrang! Was sollte eine private Raumrettung mit der Rettung der Galaxis zu tun haben? (hüstel)

    Ha, Du glaubst aber nicht, dass Du uns ausgefuchste Leser hinters Licht führen kannst. :D Jemand der Armageddon und Krieg der Sterne mehrmals gesehen und sich durch Bibliotheken von Büchern durchgelesen hat. 8o

    Genau, aus dem Alter sind wir raus 🤣

    Umbra und Brohta kann ich auch gut verstehen, obwohl Umbra ihrer Welt nicht helfen kann. Eher besteht hier noch die Gefahr, auf dem Weg dahin auf die Feinde zu stoßen. Und die Bergleute sind im Moment nicht in direkter Gefahr. Zwar reichen ihre Vorräte nicht lange, aber ein paar Tage können sie noch durchhalten. Bei ihnen wird eher der psychologische Faktor des Eingesperrtseins und der Hoffnungslosigkeit ein Problem.

    Kahain gefällt mir auch immer mehr. Er geht sehr besonnen vor.

    Ich hoffe, ich habe die Grammatik in Bezug auf dien Floryll richtig verwendet

    Fast. "ein typischer Politiker" hieße korrekt "enie typischis Politikeris". Aber sonst ganz gut. :) Interessant übrigens, dass du Chi männlich verstanden hast, obwohl ich siehn ursprünglich weiblich geschrieben habe, bevor ich das Zwitter-Konzept durchgezogen habe.

    Na ja, ich habe Chi auch zuerst männlich verstanden. Und ich muss aufpassen, dass ich ihn zwischendurch nicht wieder als Mann sehe. 😅

    Die Grammatik der Floryll bereitet mir übrigens keine Schwierigkeiten. Nachdem ich im ersten Kapitel etwas beim Lesefluss gestockt hatte, stört sie mich nicht mehr. Im Gegenteil, ohne diese Grammatik hätte ich die Floryll im Kopf in Mann und Frau aufgeteilt.

    Oh nein, die arme Umbra. Wie schrecklich für sie zuzusehen, wie ihre Welt zerstört wird! 😨

    Aber wenigstens scheint sich eine Lösung mit dem Orkanoiden abzuzeichnen. Denn die Idee des Paladin-Admirals sieht für mich nach einer selbstmörderischen Verzweiflungstat aus. Er wird einige gegnerische Schiffe zerstören können, aber am Ende kann er nur verlieren. Nur gut, dass Kahain so besonnen ist und sich gegenüber seiner Mannschaft durchsetzt und nach Rauras will!
    Brohta hat ganz schön Eigeninitiative entwickelt. Es hat mir sehr gut gefallen, wie er Mut gefasst und sich vom Schiff geschlichen hat, um einen Captain zu finden, der ihm helfen kann.

    Also, was denn? Das ist doch ein völlig anderer Handlungsstrang! Was sollte eine private Raumrettung mit der Rettung der Galaxis zu tun haben? (hüstel) ;-)

    Ich glaube nicht, dass die Rettung nur stattgefunden hat, um Kahain und seine Crew einzuführen. Dafür hast du sie zu ausführlich beschrieben. Außerdem ist der Orkanoide Wissenschaftler, und er hat sich entgegen seiner Art auf ein Raumschiff begeben. Das sind mir zu viele Zufälle auf einmal, um nichts zu bedeuten 😉