Beiträge von Gesine

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Ja, lesen ist hier glücklicherweise extrem beliebt. Vorgelesen bekommen, Bilderbücher ansehen, selbst lesen ...

    sich für Sachthemen "begeistern", dass sie darin die absoluten Experten werden, ist hier allerdings eher nicht der Fall.

    Experten sind sie darin, zu spielen, zu spielen und nochmla zu spielen .... mit Puppen Figuren, den eigenen Händen und Füßen ... ist natürlich auch schön.

    Märchen, Bilderbücher, Kindergeschichten usw. sind hier absolut hoch im Kurs, was ich auch toll finde, aber manchmal möchte ich halt auch ein schlnes Sachbuch anbieten - was auch egrne angenommen wird. Aber über Fiction geht bei den Kindern hier nichts!

    Zank, danke! Die Reihe haben wir fast vollständig, und es stimmt, die sind nicht so überladen. (Und auch da muss ich sagen: Vieles von dem, was drinsteht, weiß ich nicht - z.B. in dem Band übers Meer die ganzen einzelnen Muschelsorten, oder die Namen der verschiedenen Straßenbaufahrzeige oder was auch immer).

    Erstaunlich, was du für Kinder kennst! Hier in meinenm Umfald kann man echt froh sein, wenn die Kinder überhaupt bereit sind, mal ein Buch anzusehen oder sich mit Sachthemen zu beschäftigen. Kleine Stephen Hawkings oder Kinder in der Art kenne ich überhaupt nicht.

    Danke für die Tipps! Die "Good Nigt Stories for Rebell Girls" und die "Stories for Kids ..." habe ich direkt auf meine Liste gesetzt.

    Was-ist-was: Habe ich mich wohl ungenau ausgedrückt; die Kinderhier lesen sie nicht, obwohl wir mehrere haben, und ich glaube, das ist deshalb, weil der Seitenhintergrund dort so unruhig ist. Das eine Kind hat eine Behinderung, Lesen ist generell etwas anstrengender, eine klare und übersichtliche Gestaltung der Seiten hilft da sehr. Aber klar sollen die Bücher den Kindern gefallen und nicht mir - obwohl ich immer noch viel vorlese, auch solche Sachbücher, von daher ist mein Geschmack nicht völlig irrelevant ...

    Eigene Interessen finde ich auch wichtig, allerdings sind hierimmer wieder auch Bücher zu Themen beliebt, auf die die Kinder von sich aus nicht gekommen wären, was ich irgendwie auch ganz nett finde.

    Zank: ich bin beeindruckt, dass du als Grundschulkind Was-ist-Was-Bücher gelesen hast; wenn ich hier mal Bände dieser "alten" Ausgaben (die mit dem weißen Einband) in die Hände bekomme, muss ich feststellen, dass ich nicht mal einen Bruchteil von dem weiß, was darin steht. Die Kinder hier kommen anscheinend nach mir, sind beide nicht so die hellsten Birnen im Kronleuchter :) .., hier sind immer noch Bücher für Grundschulkinder voll beliebt.

    Die Kinder sind 15 und 12, beide lesen allerdings gerne Bücher für deutlich jüngere Kinder.

    Die Was-ist-was-Bücher empfinde ich vond er Gestaltung her als extrem unruhig, jedenfalls die neue Reihe; immer ein anderen Seintenhintergrund, unheimlich viele Fotos und Bilder auf jede Seite gequetscht.

    Falls ich hier den falschen Strang erwischt habe, kann der Thread gerne verschoben werden, tut mir Leid!

    Diese Bücher möchte ich im neuen Jahr für meine Kinder kaufen:

    1. L. Murray, Ausgezeichnet!

    2. R. Köhlmeier, Die Märchen (eigentlich kein Kinderbuch)

    3. M. Breen, Rebellische Frauen

    4. M. Colombo, Helden-Atlas

    5. E. Figueras, Was riecht eigentlich die Schnecke

    6. S. Prasadam-Halls, Auf den Spuren der Wölfe


    Falls Ihr noch Tipps für schöne Sachbücher für Kinder habt - immer her damit!

    Scholem Asch u.a., Die Wunder von Chanukka

    Anne-Laure Bondoux, Die Zeit der Wunder

    Isaak Babel, Mein Taubenschlag

    Lena Muchina, Lenas Tagebuch

    Swetlana Alexejewitsch: Tschernobyl, Chronik der Zukunft; Die letzten Zeugen; Seht mal, wie ihr lebt; Zinkjungen; Secondhand-Zeit

    Mariana Gaponenko, Wer ist Martha?

    Tschingis Aitmatov, Der Richtplatz

    Russische Märchen

    Georgische Märchen

    Georgien: Eine literarische Reise

    Wassili Grossman, Leben und Schicksal

    Nadeshda Mandelstam, Anna Achmatowa

    Alexander Solschenizyn, Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitisch

    Celan, Übersetzungen russischer Dichter (Mandelstam, Jessenin)

    Dimitrij Kapitelman, Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters

    Chaim Potok, Die Erwählten

    Chaim Potok, Novembertage

    Chaim Potok, Das Versprechen

    Chaim Potok, Am Anfang

    Bruno Apitz, Nackt unter Wölfen

    Margaret Atwood, Der Report der Magd (Roman)

    Margaret Atwod, Der Reprt der Magd (Graphic Novel)

    Margarte Atwod, Die Zeuginnen



    Ein richtig gutes Buch. Zwei Jugendliche, die in Williamsburg aufwachsen - der eine aus einer chassidischen Familie, der andere aus einer liberalen Familie. Es spielt gegen Ende dees 2. Weltkriegs bis zur Gründung des Staates Israel. Beide Jungs sind extrem unterschiedlich, freunden sich aber an. Um diese Freudnschaft geht es ind em Buch. Um das Leben und Lernen in den beiden doch sehr unterschiedlichen jüdischen familien. Über das Leben mit dem alleinerziehenden Vater, über die Situation der amerikanischen Juden im 2. Weltkrieg und in der Nachkriegszeit.

    Ich würde total gerne die Verfilmung "The Chosen" sehen, weiß aber nicht, wie ich da rankommen kann; mal sehen, vielleicht gelingt es mir, die DVD aufzugabeln.

    Auch in dem Buch ist es so, dass der chassidische Junge am Sederabend seine Freiheit erlangt - die Möglichkeit einew welttlichen Studiums, hier mit dem Segen seines Vaters; so wie Debora Feldman in ihrem Buch "Unorthodox" ihre Scheidung an einem Sederabend feiert. Aus ihrem Buch habe ich den Hinweis auf Potoks Buch gefunden, sie beschreibt,wie sie selbst das Buch gelesen hat, als sie noch zu den Satmarer Chassidim gehörte.

    Konstanze: Interessant für mich, was du schreibst; es ist mir bisher nie gelungen, mit "Rechten" "sachlich zu argumentieren", bei den AfD-Wählern, die ich kenne, steht das Emotionale absolut im Vordergrund (sich abgehängt fühlen in den ländlichen Regionen Sachsens und Thüringens, in denen kaum mehr Busse fahren, Postämter, Bäckereien, Apotheken und Arztpraxen geschlossen werden; und ja, sie sind dort abgehängt); das Gefühl, dass sich die Politiker nicht für sie interessieren usw.; die Abstiegsängste oder, noch häufiger, die wirklich realen Abstiegserfahrungen in den Niedriglohnsektor; Angst vor Muslimen, vor Islamisten; Angst vor Veränderung überhaupt; Angst vor der Unübersichtlichkeit der modernen Welt. Das überlagert irgendwie alles, so dass ich zu einem Austausch von Sachargumenten bisher nichtmal ansatzweise gekommen bin.


    Bei aller "kompromisslosen Positonierung" finde ich es auch wichtig, sich des eigenen Rassismus bewusst zu sein/zu werden; nur weil man "links" ist, heißt das für mich nicht, dass man immun gegen Rassismus und Antisemitismus ist. Antisemitismus habe ich persönlich z.B. auch bei "Linken", die das nach ihrem Selbstverständnis gar nicht sein konnten, immer mal wieder erlebt. und auch bei Juden habe ich Rassismus erlebt. das ist eben so, mit diesem Gift sind wir ja alle groß geworden. Ich geh mal davon aus,d ass sich die Nutzer dieses Forums damit auch selbstkritisch auseinandersetzen, da es hier ja eine so deutliche Positionierung gibt, und das finde ich total gut.

    Zu dem Thema habe ich zwei für mich sehr interesssante Bücher gelesen:

    Alice Hasten, Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten

    und

    Noah Sow, Deutschland schwarz weiß


    Kennt Ihr sicher schon, ich wollte es trotzdem nochmal schreiben.

    Kirsten: "Die Erwählten" habe ich gerade angefangen ....

    ich möchte fragen, wie du auf das Buch gekommen bist?

    Ich habe einen Hinweis darauf in Debora Feldmans "Unorthodox" gelesen und war neugierig ....

    das Buch war nicht einfach zu beschaffen, ind er Bibliothek hier gab es das nicht. Die Fortsetzung ("Das Versprechen") leider auch nicht .....

    Ich finde das Buch von Polack auch sehr gut.

    Zu dieser Positionierung "Keine Toleranz für Faschisten und Nazis" - Faschisten und Nazis sind wahrscheinlich nicht gerade unbedingt die Klientel, die in Literaturforen lesen. Von daher finde ich es recht einfach, hier "Position" zu beziehen. Klar ist es gut, das hier so zu schreiben, es ist nie verkehrt. Aber was folgt für euch daraus? Ich kann mir hier für ein Literaturforum wenig darunter vorstellen.

    Ich möchte nun auch wieder hier mehr schreiben; die letzten Monate ging das so schlecht aufgrund meiner Arbeits- und Familiensituation.

    Mein Stapel ungelesener (bzw. bereits vor langer Zeit gelesener, aber unbedingt noch einmal zu lesender) Bücher:


    Scholem Asch u.a., Die Wunder von Chanukka

    Anne-Laure Bondoux, Die Zeit der Wunder

    Isaak Babel, Mein Taubenschlag

    Lena Muchina, Lenas Tagebuch

    Swetlana Alexejewitsch: Tschernobyl, Chronik der Zukunft; Die letzten Zeugen; Seht mal, wie ihr lebt; Zinkjungen; Secondhand-Zeit

    Mariana Gaponenko, Wer ist Martha?

    Tschingis Aitmatov, Der Richtplatz

    Russische Märchen

    Georgische Märchen

    Georgien: Eine literarische Reise

    Wassili Grossman, Leben und Schicksal

    Nadeshda Mandelstam, Anna Achmatowa

    Alexander Solschenizyn, Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitisch

    Celan, Übersetzungen russischer Dichter (Mandelstam, Jessenin)

    Dimitrij Kapitelman, Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters

    Chaim Potok, Die Erwählten

    Chaim Potok, Novembertage

    Chaim Potok, Das Versprechen (muss ich unbedingt ausleihen, beim ZVAB gibt es das nur für 90 Euro ..)

    Chaim Potok, Am Anfang (das habe ich gerade geschafft zu bestellen)

    Bruno Apitz, Nackt unter Wölfen


    Also erstmal 24 Bücher. Da einige sehr dick sind, brauch dafür wahrscheinlich schon ein halbes Jahr.

    "Menschenwerk" finde ich ganz gradios.

    Habe gerade "Die Vegetarierin" gelesen, das hat mich auch umgehauen.

    Interessant fand ich, das beide Bücher das geschehen aus den jeweiligen Perspektiven verschiedener beteiligter Personen erzählen.

    Beides ganz tolle Bücher.

    Auch dieses Buch sortiere ich in die Sparte "Autobografien, Erinnerungen ..." ein.

    Primo Levi, Ist das ein Mensch?

    Levi beschreibt seine Zeit als Häftling in Auschwitz III Monowitz In der Zeit von Februar 1944 bis Januar 1945. Ich habe erst angefangen (gerade bin ich beim 4. Kapitel, "KB"), aber auch hier fällt sofort, wie auch bei dem Buch von Shalom Weiss, der nüchterne, sachliche, "objektive" Erzählstil auf.

    Dieses Buch bietet bis jetzt keine Bibelzitate, aber das Gedicht zu Beginn nimmt eindeutig den Text 5. Mose 6 auf, das finde ich interessant.

    Geschrieben hat Levi das buch kurz nach der Befreiung (1945-47).

    Jertzt habe ich auch das 5. und 6. Kapitel gelesen.

    Im 5. kapitel schreiben die beiden Töchter von Shalom und Lea Weiss, wie sie ihre Kindheit erlebt haben:Ilana Teicher, die ältere Tochter, und Rivka Weiss, die jüngere Tochter. Beide schreiben sehr verständnisvoll über die besondere Situation ihrer Eltern, schreiben aber auch klar auf, was für sie selbst als Kinder schwierig und belastend war: die schweren Depressionen der Mutter, die Zurückhaltung des Vaters, das große Verlustgefühl - keine Großeltern, nur sehr wenig nähere Verwandte, zu denen aber kaum Kontakt besand. Die selbtgestellte Aufgabe, die eigenen Eltern zu "pflegen", Rücksicht auf sie zu nehmen, die Entscheidung für therapeutische und pflegerische Berufe. Im 6. Teil dann die Enkel: Eran Teicher, Noa Teicher, Tamar Werber, Daniela Werber. Auch sie schreiben sehr persönlich, wie sie ihre Eltern und ihre Großeltern erlebt haben, was in der Beziehung zu ihnen wichtig war.

    Wirklich ein besonderes Buch, absolut empfehlenswert. Durch die verschiedenen Perspektiven, die vermittelt werden erfährt man ungeheuer viel. Klare Leseempfehlung, auch für Jugendliche ist es sehr geeignet. zum einen behält Weiss in seinem Text seine Kinder- und Jugendlichenperspektive, in der er die Shoa erlebt, erzählerisch bei, aber auch die Töchter und Enkel erzählen aus dieser Perspektive - natürlich nicht so unmittelbar und direkt, aber doch so persönlich und offen, dass es auch für jungen Menschen gut nachzuvollziehen ist. Ein wirklich wertvolles Buch.

    @ Keshia,

    ich habe das Buch auch gelesen und einen ähnlichen Eindruck wie du.

    Wir haben hier auch einen kleinen Buchladen um die Ecke - geführt von 2 Buchhändlerinnen + 1 Aushilfskraft. Die sind froh, wenn der Laden voll ist und sie viel zu tun haben. Bleiben auch immer ruhig und freundlich - obwohl ich ihnen noch niemals Suppe oder Hähnchen vorbeigebracht habe und auch ihre Kinder noch nie zum Abendessen eingeladen habe. Wenn ich das tun würde, wären sie mit Sicherheit nicht begeistert, sondern im Gegenteil total konsterniert.

    Nach der Lektüre von "Weihnachten in der wundervollen Buchhandlung" habe ich mich auch gefragt: Warum machen die das eigentlich? Buchhändlerin muss so ein schlimmer Job sein - man kann doch auch was anderes arbeiten? Offebsichtlich haben Frau Hartlieb und ihr mann ja vor ihrer Buchhändlerzeit andere Jobs gehabt - wieso nehmen sie diese nicht wieder auf? Und das Beste und Schonendste für alle Buchhändler/innen wäre es doch, alles Buchhandlungen auf der Welt würden schließen und die ganzen unerträglichen Lesewütigen würden ihre Bücher bei Amazon bestellen.

    Erstaulich und positiv finde ich ja, dass anscheinend doch so viele Bücher im Buchhandel gekauft werden. Und Bücher als Weihnachtsgeschenke sind doch auch die besten Geschenke. Insofern ist das ja ein totaöl positiver bericht über die Gegfenwart und Zukunft des Lesens und des Buchhandels.

    Würde ich in Wien leben, wäre ich sicher keine Kundin von Frau Hartlieb - schon aus dem Wunsch heraus, ihr nicht durch meine bloße Existenz als vielkaufende Buchhandlungsbesucherin auf die Nerven zu gehen.

    Kapitel 4: Dies ist quasi ein Kommentar zum Text aus Kapitel 1-3. Jeder Unterabschnitt der einzelnen Kapitel wird noch einmal erläutert, die Kidnder/Enkel stellen fragen, Shalom Weiss beantwortet sie. Hier erhält man noch einmal viele Hintergrundinformationen zum Inhalt der Kapitel selbst, aber auch Weiss`Reflexionen zu seinem eigenen Erinnerungs- und Schreibprozess, auch zu den vielen Bibelzitaten und zu Weiss`religiöer Einstellung. Hier habe ich den text aus Kapitel 1-3 mochmal viel tiefgehender verstanden. Wirklich ein absolut lohnenswertes Buch.

    Witzig, wir mussten das auch machen! Bei allen Kindern. Alle: Im Kindergarten- und Grundschulalter stark untergewichtig, da musste ich mehrfach Essenprotokolle führen, in denen ich genau aufschreiben musste, was ich zu Essen angeboten habe - da lag immer so ein kleines Schulheft mit am Esstisch. Und die Teller waren immer voll, aber gegessen wurde nicht so viel - gespielt, geredet, gelacht die ganze Zeit, sie saßen auch gerne am Tisch, aber gegessen haben sie einfach kaum was. Ging sogar übers Jugendamt, da musste ich diese Hefte vorzeigen (vom Kinderarzt veranlasst). Zwei Kinder wurden in die Klinik eingewiesen, um abzuchecken, ob sie unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten leiden - das war nicht der Fall.Seitdem sie in der Pubertät sind, hat sich das Gewicht aber von selbst verbessert, ohne dass sie nun so viel mehr essen würden - noch immer Untergewicht, aber nur noch leichtes Untergewicht. Und ich muss sagen, dass ich das auch anstregend fand, dass am Gewicht der Kinder immer erstmal ich als Mutter die Schuld bekommen habe - in Gesprächen mit Freunden, Verwandten, Kinderarzt usw. wurde jedenfalls immer das als Erstes angenommen. Ich wusste nicht, was ich noch machen sollte außer regelmäßige gehaltvolle Mahlzeiten anbieten mit Sachen, die die Kinder mögen, die Atmosphäre bei Tisch schön gestalten, den Tisch schön decken. Hab ich gemacht, trotzdem mochten/mögen sie nicht essen. "Schuld" war ich natürlich trotzdem, für die Dame vm Jugenamt, den Arzt, die Nachbarn, meine Mutter usw.


    Die Kritik am Buch entzündete sich vor allem am Elle-Interview, das sie mal gegeben hat und für das sie auch ein Foto von sich und ihrer Tochter hat machen lassen. Sie schreibt ja auch selbst, das sie das kritisch sieht.


    Was "mein Weg" wäre, wenn ich wirklich ein adipöses Kind hätte, das beim Essen wenig Impulskontrolle hat - ich weiß es wirklich nicht. ich kann nicht mit Sicherheit sagen, dass ich es ganz anders machen würde als die Autorin. Das finde ich auch so schwierig bei der Kritik an dem Buch. Massives Übergewicht ist nicht nur ein gesundheitliches Problem, sondern irgendwann auch ein psychisches. "Dicke" werden verachtet. Der erste Harry-Potter-Band fängt gleich damit an, das geschildert wird, wie blöd und gemein und bescheuert der Cousin von Harry Potter ist - und dick ist er natürlich dazu, logisch. In der neuen illustrierten Ausgabe sind gleich zu Beginn Bilder von ihm drin, auf denen er unsäglich fett, dumm und nervig dargestellt wird. Im Text wird er mit einem überfressenen Schwein verglichen. Als das gelesen hab, hatte ich gleich keine Lust mehr, diese sagenhaften Harry-Potter-Bcher weiterzulesen. Aber so geht es doch nicht nur bei Harry Potter, ssondern überall in der Gesellschaft. Ich bin mir sicher, dass alle Eltern normalgewichtiger Kinder froh sind, kein adipöses Kind zu haben - nicht nur wegen der rein körperlichen Aspekte, sondern weil gleich negative Rückschlüsse auf den Charakter des Kindes und den der Eltern gezogen werden. Die Eltern mit normalgewichtigen Kindern haben natürlich immer alles richtig gemacht in der Ernährung der Kinder. Das wurde mir von anderen Eltern auch oft gesagt, dass sie ja alles richtig gemacht haben - für mich beeindruckend, ich habe es auch geglaubt - das Ergebnis des normalgewichtigen Kindes sprach ja für sich - , aber weitergeholfen hat mir das nicht.


    Ich würde wohl schon auch die Essensmenge begrenzen, so wie sie es gemacht hat. Und sehe auch den Konflikt, dass man dann schnell als unmenschliche Rabenmutter dasteht, die ihrem Kind ein wichtiges Bedürfnis versagt: essen, den Hunger stillen. ich kann mir aber nicht vorstellen, dass Adipositas anders geheilt wird.