Beiträge von Melanie Metzenthin

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Und was für ein Mut, in so einem Moment an die Kinder zu denken und ihnen die eigene Angst zu verheimlichen.

    Ich gestehe, dass ich beim Lesen dieser Szenen wirklich Tränen in den Augen hatte.

    Überhaupt... es war ein emotional fordernder Abschnitt. ;(

    Sabine Kaack, die das Hörbuch für Audible eingelesen hat (erscheint im Dezember), hat mir über Instragram eine PN geschickt, dass sie bei der Szene kurz das Lesen unterbrechen musste, weil sie auch mit den Tränen kämpfte.

    Nein - sich zu erschießen würde absolut nicht zu Fredi passen. Das mag ich mir gar nicht vorstellen!

    Damit dieses wirklich gemeine Abschnittsende nicht zu grob wird... lese ich gleich weiter!

    ;)

    Ja, dafür sind Cliffhanger - damit man schnell weiter liest ;-)

    Nun hat es als erstes Heinrich und Li-Ming erwischt ;( Heinrich war für mich immer so unverwüstlich. Aber wenigstens scheinen sie einen schnellen und schmerzfreien Tod gehabt zu haben. Und auch die Kinder sind nicht in Panik gestorben, sondern mit einer letzten tollen Geschichte ins Bett gegangen.

    Ja, das waren so die stillen Helden, deren Heldentaten niemand mehr erfährt, wenn sie kleinen Kindern die letzten Stunden ihres Lebens angstfrei ermöglichten. Man darf nie vergessen, wie viele Unschuldige diese Art der Kriegsführung tötet - und leider wird das ja bis heute praktiziert - irgendwo auf der Welt gehen immer noch Häuser nach Bombenangriffen oder Raketenangriffen in Flammen auf.

    Gänsehaut hatte ich nochmal bei Arthurs Brief und seinem Traum - ich hoffe sehr, dass sich seine Frau nach Lillis Antwort durchsetzen und Arthur dazu bewegen kann, Nagasaki zu verlassen.

    Solche Ereignisse, dass man Nach-Tod-Erlebnisse hat, beschreiben ja viele Menschen - ich bin auch mitten in der Nacht aufgewacht in dem Moment, als mein Vater an einem anderen Ort gestorben ist, weil ich seine Stimme gehört habe und er sagte, hier sei alles so schön. Danach konnte ich nicht mehr schlafen und rief im Hospiz an - er war tatsächlich zu der Zeit verstorben ...

    Die Nacht, in der Heinrich und Li-Ming sterben, zeigt aber auch, dass Tod und Leben immer dicht beeinander liegen: Ella bringt eine gesunde Tochter zur Welt <3

    Es muss immer Hoffnung geben - auch in den düstersten Zeiten.

    Dann trifft ausgerechnet Moritz der nächste Schicksalsschlag, als Carola so einen schlimmen Tod sterben muss. Nur gut, dass er noch Sophia hat und sich nicht aufgibt. Dieser verdammte Krieg, den der kleine Schreihals angezettelt hat und so viel Leid und Tod über die Menschen bringt.

    Diesmal ist es Moritz, der Martha wieder auf die Beine stellt - was haben die Freunde schon alles zusammen erlebt.

    Carolas Tod zu beschreiben ist mir besonders schwer gefallen - er war nicht so versöhnlich wie der von Heinrich und Li-Ming, aber er passte zu einer starken Frau wie Carola.

    Ich mag Werner zwar überhaupt nicht, aber dass er seine komplette Familie verloren hat, das habe ich ihm sicher nicht gewünscht. Wie hart muss es sein, wenn man auf neun Kindersärge sehen muss. Leider bestärkt das Werner nur noch mehr in seiner Haltung gegenüber den inneren Feinden, anstatt dass es ihm die Augen öffnen würde. Aber da hatte ich eh kaum Hoffnung.

    Ja, Frau und neun Kinder zu verlieren - um nicht zu zerbrechen, muss Werner sich noch mehr in seinem Hass verkriechen.

    Harald wird zum Verhör vorgeladen: Respekt, wie kaltblütig er bei dem Verhör geblieben ist und nicht in Panik ausbricht.

    Harald passt eben perfekt in die Familie - der ist ein ganz anderer Typ man als Philippe ...

    Lilli ist so fest davon überzeugt, dass sie ihren Cousin retten kann, aber wird ihr das wirklich gelingen?

    Lilli ist Heinrichs und Li-Mings Tochter. Wenn man sich anschaut, was ihre Eltern im 1. WK alles hingekriegt haben, sollte Ludwig sich warm anziehen ;-)

    Meine Güte, Melanie, was für ein fieses Abschnittsende =O Fredi wird sich hoffentlich nicht selbst erschießen, sondern auf Lilli vertrauen, auch wenn das ziemlich schwer ist.

    Ja, der Cliffhanger musste sein. Da habe ich damals beim Schreiben auch erst mal eine Pause eingelegt, denn jetzt ist die Zeit der schweren Entscheidungen gekommen ...

    :love: Stimmt! Diesen Zusammenhang hab ich nicht erkannt - aber jetzt wo Du es sagst... wie schön, dass Melanie auch für Julia eine bessere Zukunft plant!

    Sie erzählt Fritz ja in "Die Stimmlosen", dass ihr Mann an die Front versetzt wurde, weil er einen jüdischen Musiker-Kollegen nicht verraten wollte und dann dort fiel. Im Nachhinein ist das alles ja nun besonders tragisch, weil beide - Siegmund Bromberg und Hans-Martin Kampner nicht wahr haben wollten, wie schlimm die Nazis sind.

    Was ich schon lange von Dir wissen möchte - jetzt trau ich mich mal einfach zu fragen:

    Wie bist Du eigentlich Autorin geworden? Wolltest Du schon immer Bücher schreiben?

    Wann hast Du damit angefangen?

    Ich habe schon als Kind gern Geschichten erfunden und als ich schreiben konnte, auch aufgeschrieben. Mein erstes "richtiges" Buch mit umgerechnet rund 300 Normseiten (waren bei 1-Zeilenabstand nur 153 Seiten, aber Normseiten haben ja getippt 2-Zeilen) habe ich mit 15 geschrieben - ist aber nie veröffentlicht worden. Wurde eine ganze Reihe mit 7 Bänden vom jeweils gleichen Umfang, alles HR. Alle nie veröffentlicht, waren auch nicht veröffentlichungsreif. Mit 20 stieg ich auf Fantasy um, das waren dann 12 Bände, die hat mein Vater immer zu Weihnachten mit jeweils 15 Exemplaren drucken und binden lassen. Ich habe also jedes Jahr ein Buch geschrieben (auch alle nie veröffentlicht) und kann somit auf 19 unveröffentlichte Bücher zurückblicken. Die Fantasy-Bücher, die mein Vater für mich hat drucken und binden lassen und die tolle HCs mit von mir selbst gemachten Airbrush-Titeln wurden, wären vermutlich veröffentlichungsreif gewesen, immerhin war ich schon mal ganz nahe dran, als die Marion-Zimmer-Bradley Phase im Buchhandel waren, und bekam damals schon qualifizierte Absagen von Verlagen (es gab noch kein Internet wie heute und man musste alles per Post machen).


    Richtiger Erfolg stellte sich erst durch die Kontakte über das Internet ein und als ich dann von einer Literaturagentur vertreten wurde.

    Was war ich erleichtert, als ich gelesen habe, dass Goldies Eltern nicht nur die Ausreise gelungen ist, sondern dass sie es auch geschafft haben, zu Goldie und Paul in die USA zu kommen.

    Rudi hat eben immer Glück ;-)

    Hans-Martins Freund Siegmund ist ja eine Marke, du liebe Güte, der ist ja wirklich mehr als nur naiv. Nicht nur, dass er sich und seine Familie damit in Gefahr bringt, sondern auch Fredi, seine Organisation im Untergrund und seine Familie sowie Hans-Martin und Julia. Das ist ein ganz dünnes Eis, auf dem sich hier die Beteiligten bewegen und ich bin mir nicht sicher, ob es die nächsten Jahre bis 1945 halten wird.

    Hans-Martins Aussage, dass Siegmund sein bester Freund gewesen sei, war allerdings auch alles andere als clever. Leider hat er nun die Rechnung dafür bekommen - arme Julia.

    Dafür Julia dann mit ihrer zweiten Ehe in "Die Stimmlosen" mehr Glück haben ;-) - hast du die Zusammenhänge erkannt? Sie ist ja Fritz' zweite Frau.

    Für Fredi kann 1945 gar nicht schnell genug kommen, er muss immer drastischere Entscheidungen treffen, wie die Gestapo auf diesen Cheng hetzen. O.k., es trifft einen Kriminellen, aber dennoch liefert man ihn der Gestapo aus. Aber Joseph hat im Endeffekt schon recht und Fredi eigentlich einen Gefallen getan, als er Rohrbeck den Tipp mit Cheng gibt, damit musste sich Fredi nicht mit einer direkten Entscheidung in einen Gewissenskonflikt bringen - die Entscheidung wurde ihm abgenommen.

    Ja, man kommt nicht umhin, sich die Hände schmutzig zu machen - außer mach macht das wie Rudi und haut ins Ausland ab. Aber das stand ja auch nicht allen offen.

    Aber sein Gespräch mit Wolfi war sehr clever und der Junge ist glücklicherweise genauso clever wie sein Papa und kapiert, was sein Vater ihm sagen will.

    Mir war bei dieser Szene wichtig zu zeigen, dass Eltern immer eine Verantwortung hatten und sich nicht damit herausreden können, sie hätten nichts tun können. Irgendetwas geht immer.

    Er überlebt zwar, aber hadert doch schon arg, nun zum Landratten-Dasein verdonnert worden zu sein.

    Grinsen musste ich aber, als er sich darüber echauffiert, dass Arthur geheiratet hätte, ohne seinen Eltern die Braut vorzustellen und dass auch noch Nachwuchs unterwegs ist :D:D Ist klar, bei ihm und Li-Ming war das natürlich etwas ganz anderes :D

    Ja, er ist da erblich vom Vater belastet - der hatte ja mit 67 einen deutlich schwereren Herzinfarkt. Aber Heinrich lässt sich nicht unterkriegen. Und ja - wie der Vater so der Sohn ;-)

    Allerdings ist mir komplett das Lachen vergangen, als erwähnt wird, dass er mit seiner Familie in Nagasaki lebt. Dabei war ich die ganze Zeit ebenfalls einigermaßen froh, dass er wenigstens in Sicherheit ist. Hoffentlich sind sie 1945 nicht mehr in der Stadt.

    Abwarten ...

    Gut gefallen hat mir der Crossover zu Ellerweg und Helfer, die ebenfalls alles in ihrer Macht Stehende getan haben, um diesem "Treiben" Einhalt zu gebieten.

    Das freut mich sehr.

    Bei Werners Ausspruch, dass er dafür ist, dass das Kind seiner Schwester getötet wird, damit es keinem gesunden deutschen Kind den Platz wegnimmt, da hätte ich nur noch <X können.

    Er hätte sich gut mit Doktor Krüger aus Im Lautlosen verstanden.

    Ich hoffe nur, dass Paulsen tatsächlich derjenige ist, für den Fredi ihn hält. Etwas Unterstützung könnte Fredi schon brauchen, damit er nicht alles alleine innerhalb der Polizei stemmen muss.


    Lilli spielt aber auch ein gefährliches Spiel, als sie sich mit Ludwig einlässt. Nach vorne charmant und aufmerksam, aber in Wahrheit ein Sadist und Folterer.

    Hier etwas zum Reservepolizeibataillon: https://www.geo.de/magazine/ge…erve-polizeibataillon-101

    Professor Degkwitz - er ist ein beruhigendes Beispiel, dass es ja trotzdem Menschen gab, die trotz allem ihre Menschlichkeit nicht verloren haben und auch ihre Meinung gesagt haben. Bewundernswert - aber gefährlich! Ich fürchte, er wird in diesem Buch noch schlimmere Probleme bekommen. Melanie Metzenthin Gab es diese Dandidates of Humanity eigentlich tatsächlich?

    Ja, Professor Degkwitz und die Candidates of Humanity gab es wirklich. Auch Friedrich Geussenhainer - nach ihm und Margarethe Rothe ist im Universitätskrankenhaus Eppendorf heute ein Gebäude benannt - das Rothe-Geussenhainer-Haus. Da finden naturwissenschaftliche Seminare (Biochemie und Physiologie etc.) statt und auch Prüfungen - ich habe da mein 2. Staatsexamen 1996 geschrieben. Im Foyer erinnert eine Tafel an die beiden.

    Was diesen Bischof von Münster, Clemens August Graf von Galen angeht, muss ich mich noch informieren. Wie hat er sich zu diesem Euthanasieprogramm geäußert?

    https://www.katholisch.de/arti…-predigt-gegen-euthanasie


    Und wieder ein kleines Wiedersehen für uns mit Fritz und Richard! Ich bin immer froh, wenn ich "alte Bekannte" wiederfinde! Auch wenn Fritz dann seinen Einberufungsbefehl erhält und nach Afrika muss...

    Ja, das macht mir auch viel Spaß.

    Melanie Metzenthin Danke für solche Zwischeninfos! Soooo interessant!

    Das freut mich sehr.

    Der spannendste Teil der Geschichte (zumindest für mich) ist alles, was mit Fredi zu tun hat. Sein Doppelspiel ist extrem gefährlich und fordert auch Opfer. Cheng zum Beispiel - auch wenn es Kellermann war, der ihn ausgeliefert hat, so macht es doch deutlich, in welcher kniffligen Situation Fredi ist. Immer in Gefahr verraten zu werden. Was für ein Leben!

    Besonders berührend finde ich ja seine Sätze auf der Seite 500: "Und wenn wir eines Tages nicht mehr wissen, wer schuldig ist? Oder wenn wir uns entscheiden müssten, einen Unschuldigen zu opfern, um uns selbst zu retten?" Gänsehaut!

    Mir machte das beim Schreiben auch am meisten Spaß, weil es dazu zwingt, tief in menschliche Abgründe zu steigen - wie weit kann und darf man gehen, um anderen zu helfen? Fredi verändert sich ja auch. Früher wäre er nie auf die Idee gekommen, jemandem die Nase blutig zu schlagen, um ihn zu retten. Jetzt zögert er keine Sekunde. Bei Cheng ist er hin und hergerissen - der Typ ist ein Verbrecher, aber darf man ihn deshalb für etwas ans Messer liefern, das er nicht getan hat, um sich selbst zu retten? Joseph Kellermann ist da pragmatischer und handelt, wo Fredi noch zaudert.

    Superinformativ auch die Hinweise auf Mutterkreuz für das 8. Kind oder dass Hitler die Patenschaft für Kinder übernahm - Sparbuch inklusive! Werner Rohrbeck... glücklicherweise misstraut er Fredi nicht und hölt ihn wirklich für einen guten Freund. Damit ist er eine gute Infoquelle und Fredi kann gleichzeitig vieles verhindern... Aber Rohrbeck ist tief verwurzelt in der Ideologie der Nazis und so verhält er sich dann auch... <X Wie gefühllos und unmenschlich er über die Deportation der Juden spricht...

    Übrigens übernimmt in Deutschland noch heute der Bundespräsident die Ehrenpatenschaft, ab dem 7. Kind - was ich irgendwie skurril finde, wenn man die Vorgeschichte im Deutschen Reich kennt ... https://www.bva.bund.de/DE/Ser…en-auszeichnung_node.html

    Und Fredi ist sich sicher bewußt, dass er mit seiner Tätigkeit auch seine Familie in Gefahr bringt... schrecklich!

    Fredi weiß das, aber er weiß, dass Henny voll und ganz zu ihm steht. Und welche Alternative hat er? In einer Zeit, wo das Leben täglich durch Bombenangriffe gefährdet ist, wo er seine Kinder selbst dann verlieren könnte, wenn er nichts täte, fällt die Wahl vermutlich leichter.


    Allerdings wird es noch härter werden - für alle. Und natürlich werden nicht alle von unseren liebgewonnenen Helden den Krieg überleben

    Ihr lieben, nehmt es mir nicht übel und seid nicht böse, aber ich schaffe es einfach nicht meine Beiträge zu schreiben und mit zu diskutieren. Ich schaffe es einfach zeitlich nicht mehr. Bin abends vor halb neun- neun endlich so weit mich hinzusetzen. Und zur Krönung ist vorgestern Schwiegervater, der ja schon seit vier Jahren mit seinem Krebs kämpft vom Hochsitz gefallen. Seine Jagdkollegen machen ihm diesen immer fertig, damit er noch an der Jagd teilnehmen kann. Aber beim absteigen hat er die Kraft verloren und ist abwärts und ist dabei sogar so blöd auf seine Waffe gefallen, dass die zerbrochen ist. Nun hat er sich die Hüfte fürchterlich geprällt und den Arm verstaucht. Schwiegermutter ist ja auch schon 80 und so versuchen wir sie zu unterstützen. Es ist eine Fahrerei von drei Stunden pro Tour und das füllt dann den Tag schon sehr aus. Zu Hause habe ich auch im Moment mega zu schaffen und dann noch zwischendurch die Enkel umsorgen, da unsere Schwiegertochter den großen nicht in die Kita schickt, da dort die Krätze Einzug gehalten hat. Das ist mir alles zu viel.

    Mit dem lesen bin ich zwar schon im 8. Abschnitt, ich bin dann abends aber so kaputt, dass ich nicht mehr schreiben mag.

    Auf jeden Fall werde ich die Rezension schreiben, wenn ich etwas durchatmen kann.

    Seid ganz lieb gegrüßt.

    Alles Gute für deinen Schwiegervater. Ich kann das sehr gut verstehen und wünsche dir viel Kraft für die kommenden Tage, auch wenn ich es natürlich schade finde, auf deine tollen Beiträge verzichten zu müssen. Aber Gesundheit und Familie gehen immer vor.

    Das kapiere ich auch bis heute nicht ... aber lass so einen Dummschwätzer und Großmaul nochmal die Bühne betreten und es würde wieder genügend Idioten geben, die so einem hinterherwackeln

    Das ist ja das Erschreckende: ich halte das auch genau so für möglich.<X

    Ich auch - man muss sich nur im Internet ansehen, dass es da allen Ernstes Leute gibt, die glauben, die Erde wäre eine flache Scheibe ...

    Sie ist die passende Frau für Fredi. Und Goldie ist wohl die passende Frau für Rudi.

    Genau - die Frauen der Brüder wären untereinander nicht austauschbar. Wobei Rudi sicher auch für Henny hätte brennen können, wenn er geahnt hätte, wie clever sie ist und Goldie sicherlich auch einen Narren an Fredi hätte fressen können. Nur hätten Fredi und Henny ihrerseits weder Goldie noch Rudi genommen ;-)

    Wer kann sich das, was dann tatsächlich passiert ist, schon vorstellen? Und wer glaubte schon, dass die Nachbarn von früher, dann zu Feinden werden? Ich verstehe gut, dass viele diesen Wandel einfach nicht für möglich gehalten haben. Jakob Stein war ja lange der Meinung, dass auch die evangelische Gemeinde hinter ihm stehen würde. Wie war das eigentlich Melanie Metzenthin ? Die Katholiken haben sich ja nicht wirklich oft positiv ausgezeichnet ... wie war die offizielle Haltung der evangelischen Kirche?

    Die evangelische Kirche hat sich ebenso wenig wie die katholische als Organisation mit Ruhm bekleckert. Dazu hier ein interessanter Atikel:https://www.nzz.ch/feuilleton/…icht-jude-sein-ld.1567530


    Aber man muss es differenziert betrachten. Es gab unter den Gemeinden und Pastoren Leute, die stramme Nazis waren und Leute, die das ablehnten und Menschen schützten und sich für Konvertiten einsetzten. War aber nicht einfach und wie man an Rudis Beispiel sieht, konnte die SA schon mal an die Tür klopfen, wenn man sich für die "falschen" Leute offen einsetzte.

    Philippe wird verabschiedet und Harald taucht auf - er ist sicher ein passenderer Partner für sie. Und ich gestehe: er hat eine sehr sympathische Art von Humor!

    Ja, Harald machte mir auch Spaß - leider konnte ich ihm wegen der begrenzten Seitenzahl nicht so viel Raum geben, wie er verdient hätte. Aber er passt gut zu Ella und versteht sich auch gut mit Fredi, weil sie endlich clever gegen die Nazis agieren.

    Wie lange funktionierte dieses Geschäftsmodell "Geld gegen Visa für China"? Wie viele konnten so nach China flüchten?

    Bis zum Beginn des 2. Weltkriegs. Danach war das Tor zu. Die Chinesen hatten danach auch keinen Einfluss mehr und sie waren auch enttäuscht, weil sie von Briten und Amerikanern nicht die erwünschte Hilfe im japanisch-chinesischen Krieg bekommen hatten.

    Und das "Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre" wurde auch schon vor dem Krieg beschlossen? Ich muss noch nachlesen wie das mit Voll-, Halb-, Vierteljuden war...

    Ja, das war 1935. Der Volljude ist ein praktizierender Jude - unabhängig von seiner Elternteilen. Selbst wenn ein Christ zum Judentum konvertiert, wäre er dann ein "Geltungsjude" und wäre unter die Verordnung gefallen. Halbjuden, die christlich waren, konnten eine Zeitlang einen gewissen Schutz genießen, vor allem, wenn sie christliche Ehepartner hatten. Ihre Kinder, die "Vierteljuden" ließ man im Allgemeinen in Ruhe, wenn sie christlich lebten. Wenn sie jüdisch waren, waren sie "Geltungsjuden" und damit Volljuden. Vierteljuden durften keine anderen Vierteljuden heiraten. Wenn sie Arier heirateten, war alles okay, die Kinder konnten dann später als Achteljuden sogar den kleinen Ariernachweis erbringen. Ehen mit Halb- und Volljuden waren nur möglich, wenn sie selbst wieder Geltungsjuden wurden - also zum Judentum konvertierten. Wenn der Volljude zum Christentum konvertierte, brachte das nichts - er blieb Volljude und den durfte man nicht heiraten. Man durfte nicht mal Geschlechtsverkehr mit ihnen haben.

    Wurden damals die Restriktionen tatsächlich für die Zeit der internationalen Besuche gelockert? Um dann, nach den Spielen wieder den alten Kurs ganz offen einzuschlagen?

    Ja, die Restriktionen wurden tatsächlich so gelockert, wie ich es beschreibe.

    Und der Begriff "Kofferchinese" war mir auch komplett neu!

    Die ausweglose Situation der polnischen Juden wird hier auch klar beschrieben. Das ist für mich einfach perfekter Geschichtsunterricht!

    Das freut mich. Viele wissen ja gar nicht, wie die sogenannten Reichskristallnacht zustande gekommen ist, was die Vorgeschichte war. Ich finde das aber unheimlich wichtig, damit man begreift, dass es schon viel früher anfing. Nur hatten die deutschen Juden mit den polnischen Juden auch nichts am Hut - die dachten sich, das ginge sie nichts an, sie wären ja Deutsche und ihnen könnte nichts passieren.

    Doch was wird mit Lilli, wenn sie älter wird. Ich mag es nicht unbedingt schreiben aber damals hieß es ja so....sie ist ein Mischling und nicht arisch. Hoffentlich hat sie nichts zu befürchten und Li Ming ist vielleicht auch in Gefahr. Doch Fredi wird hoffentlich seine schützende Hand über seine Familie halten können.

    Lilli wird noch einmal eine sehr wichtige Rolle spielen ;-)

    Mit Goldie werde ich einfach nicht richtig warm, aber damit stehe ich ja nicht alleine da. Sie und Henny werden wohl keine Freundinnen mehr, aber nun ist eh der große Ozean erstmal zwischen ihnen.

    Ja, Goldie ist eine kleine Zicke - die Verwandte, die jeder irgendwo in der Familie hat und froh ist, wenn sie nach dem Besuch wieder gegangen ist.

    Jakob Stein ist leider zu naiv und optimistisch, was seine Zukunft in Deutschland angeht, aber damit stand er nicht alleine. Die Reichskristallnacht bringt aber ihn und seine Frau auf den Boden der Tatsachen, nur gut, dass es ihnen noch möglich ist, Jakob aus dem KZ freizukaufen und sich nach China abzusetzen. Die Rolle Chinas in Bezug auf die Juden war mir bisher ziemlich unbekannt.

    Vor allem, da er sich ja nie als Jude betrachtet hat, da er schon lange konvertiert ist. Hier war es mir wichtig, dass ich eine Familie einführe, die eigentlich gar nicht jüdisch ist. Unter Juden würde Goldie erst recht nicht als Jüdin gelten, weil nur die Mutter das Judentum vererben kann und ihre Mutter war ja nie Jüdin und ihr Vater ist schon vor ihrer Geburt konvertiert. Nur die Nazis sahen Jakob noch als Juden und seine Tochter als Halbjüdin. Es gab also kein Entrinnen aus der Religion, nicht mal, wenn man konvertierte und sich anpasste. Genau das war ja die größte Perversität der Nazis und das unterscheidet sie ja von allen anderen, die Vernichtung betrieben haben. Alle anderen wollten ideologische Gegner ausmerzen, die Nazis wollten auch Leute nach ihrer Rasse ausmerzen, selbst wenn die ihre Ideologie geteilt und für sie gekämpft hätten - nicht mal das hätte bei der Unversöhnlichkeit etwas genützt.

    In den USA helfen Milli und Lawrence - wie erwartet - Rudi bei seinem künftigen Lebensweg, der Kerl hat echt ein Glück und fällt immer wieder auf die Füße.

    Ja, Rudi weiß eigentlich gar nicht richtig zu schätzen, wie gut es ihm schon immer ging und auch weiter geht. Nur im KZ hat er das endlich mal kapiert. Ohne diese gruselige Nacht im KZ hätte er vermutlich auch nicht die Größe gehabt, Ellas Perspektive einzunehmen. Dann hätte er sein Auto bestimmt nach Amerika mitgenommen.

    Ich bewundere Fredi nach wie vor, dass er immer noch dieses Spiel mitmachen kann, ohne sich zu verraten. Ich will nicht wissen, wie es in ihm drin aussieht, bei all dem Unrecht, das er mitansehen muss. Und dann noch der Mord an dem jüdischen Sohn durch Werner, bei dem Fredi Ruhe bewahren muss.

    Wer mit einem vorlauten Bruder wie Rudi aufgewachsen ist, hat das beste Handwerkszeug dazu, sich nichts anmerken zu lassen und still und heimlich sein Ding zu machen ;-)

    Ellas Beziehung zu Philippe findet ein Ende, aber das war besser so, dafür findet sie mit Harald den passenden Mann <3 Es war ja schon witzig, wie falsch sie sich anfangs eingeschätzt haben ^^

    Philippe hat sich nicht weiter entwickelt, während Ella erwachsen wurde. Die beiden harmonierten letztlich nur noch im Freizeitsektor, aber sie hatten keine gemeinsame Zukunftsvision. Die hat sie aber mit Harald, der auch ihren beruflichen Ehrgeiz teilt und fördert und politisch die gleichen Ansichten hat. Philippe war so phlegmatisch, dass sie sich an ihm nicht reiben konnte und das war am Ende keine Herausforderung mehr.

    Immer wenn ich Bücher wie deine lese, explodiert mein Interesse wie nichts Gutes ^^ . Ich schaue unwahrscheinlich gerne Dokus über den ersten und zweiten Weltkrieg, die originale Bild und Filmaufnahmen beinhalten. Es kommt auch dann mal vor, dass ich etwas google, aber beim Lesen ist das mit meinem Wissensdurst enorm.

    Das freut mich sehr, wenn meine Bücher dich dazu inspirieren.

    Als Rudi da die Nacht im Stehen verbringen musste, und er die Erkenntnis hatte, wie wichtig seine Familie ist, ging mir auch durch den Kopf....das manche Menschen erst in extremer Not so eine Erleuchtung haben....

    Ja, Rudi konnte diese unangenehmen Gedanken erst in der größten Not zulassen. An dem Punkt, als er drohte, in Selbstmitleid zu zerfließen, wurde ihm klar, dass er an vielen Dingen auch einfach selbst die Schuld trägt. Dass er im KZ gelandet ist, entsprang dem gleichen Wesenszug, weshalb er Ella so schadete - er hielt sich für den Größten und unfehlbar. Seine Entscheidungen sind immer richtig, er hatte sozusagen die "Moral" für sich gepachtet. Erst versteckt er seinen Egoismus, das Auto zu behalten, hinter der Moral, er habe damit die Firma seines Schwiegervaters gerettet und da solle seine Schwester sich mal nicht so anstellen, und im KZ landete er, weil er nicht vorsichtig wie Fredi war, sondern sich großmäulig über alle anderen Anwälte stellten, die sich nicht mehr trauten, Regimegegner zu verteidigen. In der einen Situation wird er also durch diesen Charakterzug zum Arsch, in der anderen zum leidenden Helden. Aber tatsächlich handelt er immer sehr schnell ohne nachzudenken, weil er sich gut fühlen will. Einmal wegen des Autos und des Gefühls, er habe etwas gutes getan und deshalb stehe ihm das Auto zu und seine Schwester stele sich bloß an und später, dass er der einzige ist, der den Mund noch aufmacht. Dass er dann eins drauf kriegen könnte, war in seiner Vorstellung nicht präsent. Die SA ist eben nicht so nett wie seine Schwester.

    Ich haben Mal gelesen, dass die Römer auch den ausgestreckten Arm als Gruß verwendet haben.

    Hitler hat den Gruß mit der erhobenen Hand von Mussolinis Faschisten übernommen und dann seinen "Heil HItler" dazu gesetzt. Die Nazis waren übrigens keine Faschisten, sondern Nationalsozialisten. Das wird heute alles in einen Topf geworfen. Grund dafür war Stalin, der "Faschist" auch für die Nazis als Begriff einführte, weil er ja selbst Sozialist war und nicht wollte, dass die sich als National - Sozialisten bezeichnen. Fakt ist aber, dass diese Begriffsgleichsetzung falsch ist. Der Faschismus in Italien war nämlich gar nicht antisemitisch. Die echten Faschisten hätten nie einen Holocaust fabriziert. Das waren die Nazis. Gerade im linken Spektrum, wo sich alle gern als Sozialisten sehen, wurde aber zur Abgrenzung "Faschismus" weit verbreitet, so auch in der DDR und und heute auch in linken Parteien, sodass die wahren Hintergründe immer mehr verloren gehen und Dinge zusammenwerfen, die gar nicht komplett zusammen passten. Zwar sympathisierten Faschismus und Nationalsozialismus, aber der Nationalsozialismus war viel gefährlicher als der Faschismus.

    Nachdem Rudi im letzten Abschnitt bei mir ganz schön viele Minuspunkte gesammelt hat, hat er in diesem Abschnitt wieder Boden gewonnen, was die Auswahl seiner Klienten angeht, dass er sich für die "Feinde" des Regimes einsetzt. Aber leider war das damals eine Zeit, in der man mit offen nach außen getragenen Mut nicht mehr weitkam, sondern ruckzuck im KZ landete oder direkt hingerichtet wurde.

    Die SA hält sich nicht lange mit Haftbefehlen oder irgendwelchen Rechten auf, es wird direkt zugeschlagen und tyrannisiert.

    Genau - Rudi will eigentlich immer das richtige tun und gerät dadurch immer wieder in Situationen wo er seine Familie entweder enttäuscht oder aber auf ihre Hilfe angewiesen ist.

    Fredis Weg, so zu tun, als ob man sich mit dem neuen Regime arrangiert, ist in dem Fall tatsächlich der schlauere Weg. Ich muss gestehen, er macht das wirklich gut, teilweise ist er schon erschreckend überzeugend.

    An welcher Stelle fandest du ihn "erschreckend"? Als er die SA-Männer mit Nazis-Vokabular zur Raison gebracht hat, weil das der einzige Weg war, die mal so richtig fertig zu machen?

    Rudis Abschluss wird in den USA nicht anerkannt werden, damit war Ellas Opfer all die Jahre eigentlich umsonst.

    Achja, wir haben es ja schon befürchtet, dass Zellmer noch eine Rolle spielen wird :cursing:

    Der Abschluss zwar nicht, aber da Rudi schon ein Jurastudium hat, muss er kein komplett neues Studium in den USA beginnen, sondern nur die unterschiede zu den Rechtsformen herausarbeiten und eine Prüfung ablegen.

    Und am Ende dieses Abschnitts hat Fredi es endlich geschafft, dass Rudi aus dem KZ entlassen wird; ich war schon ziemlich misstrauisch, nachdem Werner Fredi immer weiter hingehalten hat.

    Ja, das hat Fredi auch sehr genervt, und wenn er nicht so massiv insistiert hätte, wäre Rudi wohl auch noch länger dort geblieben.

    Ich finde, gerade weil Herr Stein so ums Überleben kämpfen muss, ist er gezwungen, den Schein zu wahren! Ansonsten würden ja alle den Konkurs vermuten und Herr Stein hätte überhaupt keine Kunden mehr!

    Der Schein spielt ja in vielen Bereichen eine große Rolle!

    Genau das ist der Punkt, den Rudi ja auch erwähnt, warum sie diese Hochzeit gerade jetzt auf diese Weise feiern.

    Ich habe noch mal nach diesem Ermächtigungsgesetzt gegoogelt. Ein Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Staat.....das ich nicht lache....viel Gutes hat es für Volk und Staat nicht gebracht. Wie konnte ein einzelner Mensch Gesetze erlassen, die sogar verfassungswidrig waren, ohne daß sich die Menschen aufgebäumt haben.

    Ja, das Ermächtigungsgesetz war der Türöffner der Diktatur - weil Hitler nun sogar Gesetze eigenmächtig erlassen konnte, die nicht mehr von der Verfassung gedeckt waren und niemand das Recht hatte, sie nachträglich aufzuheben.

    Keine Einzelperson sollte diese Macht haben dürfen.

    Von Frau Hansen war ich wie Martha total enttäuscht. Sie ist auch so ein typischer Mitläufer. Solange war Dr. Weiß gut genug und auf einmal, nur weil er Jude ist, soll er ein schlechter Mensch sein? Unfassbar.

    Leider gibt es solche Leute bis heute überall auf der Welt :-(

    Erst noch zu Ella, ....ich habe es schon geahnt das ihr Steine in den Weg gelegt werden. Die Begründung ist echt hanebüchen.

    Ja, aber tatsächlich realistisch - so war das damals.

    Das sie ihn gleich so brutal bei der Verhaftung zusammengeschlagen haben, fand ich zu übertrieben. Er stand nicht mit einer Waffe da und war keine Bedrohung. Die agieren als wenn sie ein Freifahrtschein zum prügeln haben und dabei noch Spaß empfinden.

    Die SA war gefürchtet, die haben - wenn sie nicht gerade Leuten wie Frau Hansen die netten Pfadfinder vorgespielt haben - sofort zugeschlagen und ihre Brutalität war ihre Waffe - die Leute hatten Angst und haben die Schnauze gehalten, um keins drauf zu kriegen.

    So nun komme ich wieder zu Fredi. Er bringt große Opfer für Rudi um ihn aus Wittmoor frei zu bekommen. Ich hatte immer gehofft er kommt um diesen Schritt herum, doch nun ist er der NSDAP beigetreten. Ich kann das gar nicht nachvollziehen, da wir heute frei entscheiden können. Doch er denkt gleich weiter, wie ein Trojanisches Pferd will agieren.

    Sein Auftritt in Wittmoor war der Wahnsinn. Ich sag ja, Fredi ist der geborene Schauspieler, dass muss man erstmal bringen.

    Er ist einer der Helden die mir lieb geworden sind und um die ich mir echt Sorgen mache. Hoffentlich passiert ihm und seiner gesamten Familie nichts.

    Die Szene, wie Fredi die Gelegenheit nutzt, den SA-Mann ungestraft zusammenschlagen zu dürfen, hat mir in dem Zusammenhang am meisten Spaß beim Schreiben gemacht.

    Ich habe im Netz noch einen Spruch gefunden, den sich die Hamburger zugeraunt haben sollen.

    "LIEBER GOTT MACH MICH FROMM, DAS ICH NICHT NACH WITTMOOR KOMM" . Hab noch ein bisschen über Wittmoor gelesen, weil mich das interessiert hat.

    Ja, der Spruch verrät sehr gut, wie die Angst umging. Ich freue mich sehr, dass dich das so sehr interessiert, dass du noch ein bisschen weiter recherchiert hast. Genau das sollen gute Bücher ja erreichen - Interesse wecken, damit man bestimmte Themen selbstständig noch weiter vertiefen kann.

    Und wieder ist es die Familie die Rudi geholfen hat. Martha hatte sofort Kontakt zu Milli aufgenommen und zum Glück haben Milli und Lawrence es geschafft für Rudi und Goldie Visa zu bekommen. Ich drücke die Daumen das das alles gut geht.

    Für Martha und Paul bedeutet es , dass ihr ältester vielleicht nie wieder zurück kommen wird :(

    Ja, Rudi wäre nichts ohne seine Familie - sie haut ihn immer wieder raus - und langsam kommt bei ihm ja auch die Scham und das schlechte Gewissen, als er da die Nacht über bis zur Erschöpfung rumstehen muss. Die Erkenntnis, die Familie immer wieder enttäuscht zu haben, war bestimmt noch schmerzhafter für Rudi, als die Behandlung im KZ.

    Mir hat gefallen, dass Melanie noch jemanden erwähnt...Godric, ich kann mich noch gut daran erinnern. Ich bin immer wieder über mich selber erstaunt. Man liest einen Namen und ich kann mich sofort an die Szene erinnern. Also ein gutes Zeichen, dass sich die Bücher gut eingebrannt haben :)

    Ja, das mag ich immer gern - Heinrich ist ja ein Mensch, der selbst im Krieg noch neue Freunde unter seinen Feinden findet. Deshalb gehörte er in Band 2 zu meinen Lieblingen. Hier ist er zwar etwas im Hintergrund, aber nach wie vor sehr wichtig - ohne ihn hätten Fredi und Henny bestimmt nicht so früh geheiratet :-)

    Danke auch für den Hinweis auf Deine Urgroßmutter. Ich hatte das nicht mehr so im Kopf, aber ich vermute, dass Du das schon mal im Laufe unserer Leserunden erwähnt. Ich finde es wirklich schön, dass Du ihr hier so ein tolles Denkmal gesetzt hast!

    Und bevor ich alle Leserunden nachlese... war die wahre Martha eine Krankenschwester?

    Meine echte Urgroßmutter war Weißnäherin - das, was Martha im Buch geworden wäre, wenn ihre Mutter nicht gestorben wäre. Meine echte Urgroßmutter hatte auch ein spannendes Leben, aber leider laut meinem Agenten nicht spannend genug - also habe ich nur ihre Lebensdaten und ein paar Umstände übernommen und mich dann komplett von ihr entfernt, weil das auch viel einfacher war, um die Geschichte darzustellen. Der echte Paul Studt ist im 1. WK in Frankreich an einem Blinddarmdurchbruch gestorben - aber ich fand ja in Band 2 z.B. die schlimme Gesichtsverletzung viel spannender, als Martha zu Witwe zu machen.

    Das glaub ich Dir gerne! Ich hab gerade diese Szene mit wahrscheinlich ähnlichem Genuss gelesen!

    Diese Familie wächst einem richtig ans Herz - auch wenn es "nur" literarisch fiktive Figuren sind. Man lebt mit und hofft auf ein gutes Ende, wobei man dann gleichzeitig jedes Ende fürchtet! (Leser scheinen ein komisches Volk zu sein! ;) )

    Geht mir als Autorin auch so - das Loslassen war bei diesem Band besonders schwer.

    Und bevor ich nicht in meinen normalen acount komme, bin ich halt miriamB - dann werde ich wieder zu ysa. :*

    Habe ich mir fast gedacht :-)