Beiträge von HannaCaspian

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Bleibt gesund!

Zum Thema COVID19 darf ab sofort ausschließlich in diesem Thread geschrieben werden!

    Auch mir hat es großen Spaß gemacht, und Band drei ist vorbestellt. :)


    Danke an alle für diese schöne leserunde. Meine Rezi kommt ganz bald, versprochen.

    Bin gespannt.
    Köntet ihr auch noch schreiben, wo ihr alle eure Rezos verteilt. Einige entdecke ich durch Zufall, aber bestimmt nicht alle. Das wäre lieb. Danke.

    hatte ich es sschon

    Liebe Avila, auch dir meinen herzlichtsen Dank fürs Mitmachen und fürs Teilen deiner schönen Rezi.

    Auch mir bleibt es noch, mich zu bedanken. Vielen Dank für die tolle Runde an euch allen, und ganz besonders natürlich an HannaCaspian für die aktive, informative Begleitung und zusätzlichen Informationen! Es hat großen Spaß gemacht, auch den zweiten Teil mit euch zusammen zu lesen und ich persönlich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung der Reihe - am liebsten würde ich gleich damit beginnen!

    Hatte ich es schon erwähnt? Für die Ungeduldigen unter euch: Der Band 3 erscheint am 1. Februar als E-Premiere vorab. Das Taschenbuch kommt dann erst am 1. März. Ich sag´s ja nur. Dumdidum ... ;):whistling::evil:

    Ich musste so lachen, als ich das gelesen hab. Wirklich Klasse.

    Er bleibt damit aber immer interessant für uns ;) Adolphis ist ein sehr spannender fiktiver Charakter und deshalb hat er auch meine Sympathien, trotz seiner vielen Fehler und Schwächen. Nichts ist dröger als langweilige Romanfiguren, denen auch noch alles zufliegt und mühelos gelingt. Das wäre ohnehin wenig glaubhaft.

    Aber ich sehe auch viel Panik und Angst in seinem Verhalten, gerade gegen Ende des Romans. Die Geschlechtskrankheit hat die letzten Reste seiner Souveränität aufgezehrt und das macht ihn so labil und unberechenbar, vor allem bei familiären Konflikten. Jetzt kommt es für ihn mehr denn je darauf an, Stärke und Durchsetzungsfähigkeit zu zeigen, damit er vor sich und anderen nicht völlig als Schwächling dasteht. Je schneller sein körperlicher Verfall voranschreitet, desto verzweifelter klammert er sich an die Reste seiner Autorität.

    Figuren sollte man nie eindimensional anlegen, außer, sie sind wirklich völlig nebensächlich. Adolphis hat ja auch seine guten Seiten. Ich mag ihn irgendwie, auch, wenn er keinen "Arsch in der Hose hat". ;-)

    Nun weiß ich gar nicht, wo ich mich für diese schöne kleine Leserunde bedanken kann. Ich mache es jetzt einfach hier.

    Also, liebe HannaCaspian , vielen Dank das du dir die Zeit genommen hast, obwohl wir nur so wenige waren und uns wieder alles erklärt und unsere Fragen beantwortet hast. Auch an euch Mitleserinnen, danke für den regen Austausch den wir hier hatten. Wie immer hat es mir Spaß gemacht mich mit euch und Hanna auszutauschen.

    Liebe Kessi, es war mir ein Vergnügen.
    Für mich ist es immer sehr spannend, wirklich mal in die Gedanken der Leserinnen abzutauchen. Was ihr vermutet, was ihr gut findet, was euch empört. So spannend!

    Und ganz herzlichen Dank für das breite Teilen deiner Rezi.

    Schon interessant, dass drei der fünf Kinder deutlich mit den herrschenden Konventionen brechen wollen und wie verzweifelter Feodora und Adolphis sich dafür an ihr altes Leben klammern. Ich denke, die beiden werden noch ganz schön zu knabbern haben, an dem was ihnen bevor steht.


    Konstantins Mordanschlag habe ich so verstanden, dass es einer von den geflohenen Russen war. Aber ja, es könnte natürlich auch irgendwer anders sein.

    Es war eine Zeit des Umbruches. Vorher ging es den nachgebornen Kindern von Adeligen ja auch nicht unbedingt besser. Aber plötzlich gab es mehr Möglichkeiten. Eben für Frauen die Möglichkeit, zu studieren. Die Durchlässigkeit der Stände wurde größer. Adelige heirateten Bürgerliche. Das hatte natürlich Auswirkungen auf den gesamten Stand.

    Und auch der Gottesglaube, dass die Adeligen von Gott bevorzugt worden waren, ließ auch nach. Und dem wurde auch kräftig nachgeholfen, weil durch den Aufschwung der Presse die breite Öffentlichkeit, oft auch über Landesgrenzen hinweg, das "liderlichen" Verhalten einiger Adeligen mitbekamen. Das konnte schlechterdings Gottes Wille sein.

    Es lag wohl in der Luft, dass es nicht mehr ewig so weitergehen konnte.

    Vielleicht hat er den Brief von Julius gefunden? Ich hoffe mal nicht, dass Alexander sie verraten hat, wäre aber natürlicha uche ine Option...

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie den Brief hat liegen lassen. Da muss es einen anderen Hinweis gegeben haben.

    Öhm, ja soll ich euch denn wirklich was verraten?


    Aber es war Stargard, der nächstgelegene Bahnhof. Oder steht bei euch irgendwo Stettin? Das wäre ein Fehler, den ich berichtigen müsste.

    Das denke ich mir auch. Bis dahin wird die Kaiserfamilie - vor allem nicht irgendwelche Neffen - bedeutungslos sein. Ich habe erst vor ein paar Monaten eine spannende Ausstellung in einem der "Nebenschlösser" (ich habs gerade nochmal gegooglet, es war das Neue Palais) in Potsdam gesehen,wo es um die Abdankung/Absetzung der Kaiserfamilie ging und wie es ihr danach ergangen ist. Da habe ich mir vorher nie Gedanken drüber gemacht, war aber sehr spannend.

    Oh, du warst in der Ausstellung? Wenn es nicht so weit wäre von Köln aus, wäre ich dort so gerne hingegangen. Hab mir das leider nur auf der Website angucken können, das bisschen Information. Jetzt bin ich aber ein wenig neidisch. ;-)

    Das denke ich allerdings auch. Ich bin auch schon auf den dritten Band gespannt. Gut das es den bald gibt.

    Ohja - ich kann es kaum erwarten, den dritten Band zu lesen.So viele Entwicklungen sind noch in der Schwebe und offene Fragen zu klären. Das hat Hanna schon sehr geschickt eingefädelt, diese Reihe hat Suchtpotenzial. :daumen:

    :love:    :banane:    :bang:    :daumen:    :jumpies:

    Die Kriegszitterer - bei den meisten dachte man, die simmulieren, um nicht wieder ins Feld zurück zu müssen. Und um ihren "Bluff" auffliegen zu lassen, hat man ihnen Dinge angetan, die an Folter grenzen. Als wären sich nicht schon geschlagen genug gewesen. Es gab nicht nur unglaublich viele Tode. Da ist quasi eine ganze Generation seelisch und körperlich verstümmelt worden. Ein wirklich dunkles Kapitel, das aber oft hinter den Greultaten des nächsten Krieges verschwindet. Im Roman hab ich versucht, dieses Elend zu dosieren. Sonst will man ja gar nicht weiterlesen.

    Das empfinde ich auch so -auch wenn für uns der 1.Weltkrieg lange zurückliegt und historisch überblendet wird durch die Schrecken der Nazizeit und des 2. Weltkriegs,habe ich ihn immer als das absolute Grauen empfunden, wenn ich darüber gelesen oder Filme zu diesem Thema gesehen habe. Diese vielen Toten und schwer an Körper und Seele verletzten und traumatisierten Männer, die auch nach dem Krieg kaum verstanden oder gut behandelt wurden -sie haben mir immer von Herzen leidgetan. Falls ihr die Serie "Babylon Berlin" gesehen habt oder die Romane kennt - Gereon Rath leidet auch unter dem Kriegszittern und nimmt Medizin dagegen ein, die auch nicht ganz legal zu bekommen ist - so wie die Schmerzmittel für Alexander. Das Unverständnis gegenüber psychischen Leiden war erschreckend und die sog "Therapien " noch schlimmer als die Krankheiten.

    Ja, mit was für schrecklichen Verletzungen die Männer zurückgekommen sind. Blind oder mit zerfressenen Lungen durch das Giftgas. Zerrüttet und zitternd durch das Trommelfeuer. Gliedmassen amputiert, und Gesichter halb weggefetzt. Schrecklich. Schreckliche Bilder. So schrecklich, dass ich es nur feindosiert mit reingenommen habe.

    Die Szene mit der Kaiserin war spektakulär und ich hätte auch gerne direkt erfahren, wie die Reaktionen dazu ausfielen. Andererseits kann bei so vielschichtigen, facettenreichen Handlungssträngen und Personen nicht jedes Detail erzählt werden - wir haben als interessierte Leser auch die Phantasie, uns die folgenden Szenen ausmalen zu können. Es passiert ja ohnehin so vieles gleichzeitig und die Veränderungen und Entwicklungen geschehen so dynamisch in diesen Kriegsjahren - der Roman bildet damit in perfekter Weise das Tempo dieser Zeit ab und verdichtet alle Probleme und Gefahren gleichzeitig in den Schicksalen der Personen.

    Ja, das Tempo zog an. In der tat eine ser dynamische Zeit. Niemand blieb schließlich vom Krieg und seinen Folgen verschont.

    Adolphis scheint die Syphillis-Behandlung gar nicht gut zu tun. Er wirkt oft krank und ziemlich fertig. Senara von Nostria hatte im letzten Abschnitt schon angedeutet, dass eine Arsenbehandlung auch nicht ganz ungefährlich war. Ich habe gar keine Ahnung davon und habe das mal gegooglet. Auch gegen Syphilis hilft das Wundermedikament Penicillin und das hat Flemming erst 1928 wiederentdeckt und gegen Syphilis hat man es sogar erst in den 1940er Jahren ausprobiert... Bis dahin vergeht noch einige Zeit. Ich bin mal gespannt, wie es Adolphis noch ergeht. Eine Arsenvergiftung kann auf jeden Fall auch noch zum Tod führen, aber ich will hier noch nicht den Teufel an die Wand malen.

    Ein bisschen was hab ich noch vor mit Adolphis. Keine Arsenvergiftung. So leicht mache ich es ihm nicht. ;-)

    Wie soll sich so jemand auch noch mal umgewöhnen?

    Naja, wenn es rausgekommen wäre, dass sie was wusste, wäre sie erst recht fällig gewesen.

    Aber das hab ich dem Adolphis echt gegönnt. Angenehm war die Therapie mit Arsen sicher nicht und auch nicht besonders gut. Das einzige, was die Spirchocäten safe killt ist nun mal Antibiotika. Und kein Quecksilber und kein Arsen. Der Wassermanntest, den Dr Reichenbach erwähnt, war auch nicht besonders zuverlässig. Da konnte man auch würfeln.

    Ja, das hab ich auch so recherchiert. War halt alles noch nicht ganz so sicher. Und wenn man heute an die Borreliosetest denkt, ist es in einigen Bereichen immer noch ähnlich wie damals.

    Adolphis ist eben ein Produkt seiner Zeit und leider hatten Männer damals, vor allem die Adeligen, eine Art Narrenfreiheit in Bezug auf den Umgang mit Frauen. Ludwig hätte keinerlei Konsequenzen zu erwarten, falls die Vergewaltigung Hedwigs publik geworden wäre, ich bin mir sicher, sie war nicht sein erstes und einziges Opfer. Das macht das Verhalten von Adolphis gegenüber seiner Tochter nicht besser, denn im Grunde weiß er, dass sie bei Ludwig eine Ehehölle erleben würde. Es sind zuviele Konflikte und familiäre Probleme, Adolphis fühlt sich krank und überfordert und geht sie so oft, den Weg des geringsten Widerstandes. Man könnte sagen, er ist zu schwach für unangenehme Entscheidungen und fürchtet zudem die ewigen Streitereien mit Feodora.

    er ist einfach ein Weichei :kommmalherfreundchen:

    Bei der Stellung der Männer hast du leider recht. Man wünscht Ludwig ja wirklich, das er sich mal die Finger verbrennt, auch wenn es Hedwig nichts mehr bringt

    Adolphis ist ein Zweitgeborener. Diese Söhne wurden in Wartestellung gesetzt und musste nur Verantwortung übernehmen, wenn der erste Sohn starb - wie es bei seinem Bruder der Fall war. Ansonsten erlitten die adeligen Kinder eine sehr strenger Erziehung - schließlich sollte sie lernen, sich zu disziplinieren, um später ihren Aufgaben nachkommen zu können. Aber mit Eintritt ins Erwachsenenalter gab es dann plötzlich nichts mehr zu tun.
    Die Erstgeborenen mussten warten, bis ihr Vater starb (oder ihre Mutter, wie bei Prinz Charles noch gut sichtbar, in ewiger Wartestellung). Und die anderen mussten sich ewig bereithalten für den Fall der Fälle. Die meisten strebten eine Karriere beim Militär an, einige wurden Geistliche, viele gingen als Beamte an die Königs- und Fürsthäuser.

    Und manche taten gar nichts. Sie bekamen ihre Apanage, feierten ohne Unterlass, hurten herum und spielten. Wenn so jemand dann plötzlich mit Mitte 30 durch einen Todesfall zum Gut zurückgerufen wurde, schafften es viele nicht, dann ihren Lebenswandel noch einmal umzukrempeln. Und einige verspielten im wahrsten Sinne Haus und Hof.

    Und die Töchter wurden eben meistbietend verschachert, um möglichst lukrative Familienbanden zu knüpfen. Wenn ich damals gelebt hätte, ich wäre lieber eine Bürgerstochter gewesen, als eine Adelige.

    Nix mit dem Traum von der Prinzessin.

    Für diesen Zustand hat man damals leider gar kein Verständnis gehabt. Die armen Soldaten, die darunter litten und 'Fahnenflüchtig' wurden wurden standrechtlich erschossen, wenn man sie einfing. Schreckliche Zeiten.

    Ja da hast du leider Recht. Psychische Erkranken galten lange als seltsam und auch heute haben die Soldaten, die aus dem Krieg heimkehren, es schwer, wenn sie an PTBS leiden. Ich habe einen jungen Mann aus den USA kennen gelernt, der nach seinem Irakeinsatz daran litt. Am Ende diagnostizierte man ihm irgendetwas anderes, was man behandelte, weil das dann anerkannt wurde. Verrückt.

    Die Kriegszitterer - bei den meisten dachte man, die simmulieren, um nicht wieder ins Feld zurück zu müssen. Und um ihren "Bluff" auffliegen zu lassen, hat man ihnen Dinge angetan, die an Folter grenzen. Als wären sich nicht schon geschlagen genug gewesen. Es gab nicht nur unglaublich viele Tode. Da ist quasi eine ganze Generation seelisch und körperlich verstümmelt worden. Ein wirklich dunkles Kapitel, das aber oft hinter den Greultaten des nächsten Krieges verschwindet. Im Roman hab ich versucht, dieses Elend zu dosieren. Sonst will man ja gar nicht weiterlesen.