Beiträge von Ladybug

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Uwe Laub - LEBEN


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    Der Mensch sorgt selbst für seinen Untergang



    Mark Brenner hat den Auftrag, die Ursache für die Schließung des Kruger-Nationalparks herauszufinden. Was er sieht, lässt Schlimmes ahnen. Auch in Deutschland findet er Hinweise darauf, dass ein unvergleichliches Artensterben begonnen hat – und auch die Menschheit nicht unbehelligt bleibt. Er trifft auf Fabian Nowack, der in einer Studie auf Rettung hofft. Während die Pandemie voranschreitet, spielen Mächte mit dem Leben …



    Wissenschafts-Thriller sind immer so eine Sache. Ich persönlich kann die nur wohldosiert und mit sehr viel Ruhe lesen. Uwe Laub kann sehr sachlich schreiben. Das passt natürlich hervorragend zu diesem Genre. Dennoch fehlt es ihm nicht an Tiefe und Spannung. Die Erklärungen, die nötig sind, schläfern nicht ein und sind nicht knochentrocken, sodass man auch als Nicht-Wissenschaftler gut unterhalten wird. Allerdings bleibt der Leser so doch etwas distanziert und baut nur schwer eine Beziehung zu den Figuren auf.



    Die Themen in den einzelnen Strängen drehen sich um Korruption, Mord, Vertuschung, Intrigen, Macht, Umweltzerstörung mit ihren ganzen Folgen und in allen Varianten. In Anbetracht der gerade herrschenden Pandemie ist die Lektüre des Buches mehr als brandaktuell und beängstigend. Die gewählten Schauplätze steigern die Dramatik noch zusätzlich.



    Eine wirklich super gute Idee finde ich die jedem Kapitel vorangestellten Meldungen aus diversen Quellen. Natürlich sind diese frei erfunden, aber sie lassen die Story noch echter wirken – nicht zuletzt, weil jeder von uns die meisten dieser Quellen kennt und für mehr oder weniger seriös erachtet.



    Die Mischung der Figuren ist ebenfalls gelungen. Es ist ein realitätsnaher Mix, sodass man gut in die Story eintauchen kann. Zwar werden auch ein paar Klischees bedient, aber das stört mich schon deshalb nicht, weil kein Mensch ganz frei von Klischeevorstellungen ist.



    Etwas schade finde ich, dass im grandiosen Showdown der Protagonist einen dummen Fehler macht, der nicht mal mehr Schulkindern passieren würde. Das hätte so nicht sein müssen. Insgesamt aber fand ich dieses Buch sehr plausibel und fesselnd und deshalb gebe ich vier Sterne. ★★★★


    4ratten

    Als ich noch der festen Überzeugung war, dass ich niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiie im Leben ein Buch hergeben würde, habe ich viele Textstellen unterstrichen und Anmerkungen am Rand notiert. Immer mit Bleistift. Außer bei Sachbüchern, da arbeite ich - noch heute - mit Textmarkern. Sachbücher geb ich nicht her, also ist es egal, was ich anstelle.


    Dann kam die Erkenntnis, dass man nicht alle Bücher behalten kann, wenn man einen so großen Konsum wie ich hat (2019 sind "nur" 176 Bücher und Hörbücher bei mir eingezogen, da sind die eBooks nicht mitgezählt, 2018 waren es 224 - in beiden Fällen sind auch die ertauschten Bücher nicht mitgerechnet). Also hab ich das bleiben lassen, denn das wollte ich anderen dann auch nicht "zumuten". Da hab ich dann begonnen, mit Pagemarkern zu arbeiten. Die kleben dann am Rand der Stelle, die ich markieren möchte. Für Rezensionen ist mir das oft hilfreich. Bei Kochbüchern markiere ich so auch Rezepte, die ich nachmachen möchte und jene, die super waren - immer in eigener Farbe. Da schreibe ich aber auch noch rein (Bleistift), sind ja Sachbücher, bleiben ja bei mir.


    Seit Kindesbeinen an liebe ich Bücher und behandle sie pfleglich. Für mich ist es kein Drama, in ein Buch zu schreiben. Es ist ein Buch und ein Eintrag zeigt doch, dass ich es liebe und mit ihm auf irgend eine Weise arbeite. Ich zerstöre es mit einem Eintrag doch nicht.


    Anders ist es mit ausgeliehenen Büchern - da ist es schon eine Frechheit, wenn man reinschreibt o.Ä. Egal, ob von Freunden oder der Bücherei - fremdes Eigentum verändert man nicht.

    Die Hölle im Paradies



    Sarah und Lou beziehen ein Haus in einer traumhaften Gegend. Alle Nachbarn arbeiten im selben Unternehmen. Die Inhaber dieser Firma freunden sich mit Sarah und Lou an. Dann macht Cybill Sarah einen Vorschlag, den diese nicht ernst nimmt. Aber die Ereignisse überschlagen sich und Sarah kämpft nicht nur gegen den Verdacht, eine Mörderin zu sein, sondern auch darum, den wahren Mörder zu finden …



    Der Plot bietet unfassbar viel Potenzial und die Idee ist wirklich super. Nur leider ist die Umsetzung nicht so gut gelungen. Die Figuren bleiben blass, ihre Möglichkeiten werden nicht ausgeschöpft. Gerade Sarah wirkt sehr schnell psychotisch, noch bevor es verständlich ist. Das hat sie mir nicht gerade sympathisch gemacht.



    Der Wechsel zwischen den Strängen ist nicht ganz so passend, wie in anderen Thrillern. Es wird quasi der normale Lesefluss durch Einschübe unterbrochen. Diese behandeln Verhöre, die Cunninham und Mendez führen. Da diese auch anders hätten eingefügt werden können, wirkt das bei mir nicht sehr positiv.



    Teils hat das Buch Längen, da zu oft auf dem selben herumgekaut wird, teils hat man immer wieder das Gefühl, da fehlen ein paar Seiten. Dabei ist das Buch gar nicht unspannend. Man möchte verstehen, was da passiert oder passiert ist, man will herausfinden, wer was getan hat – und warum. Die vielen kleinen und großen Sünden der Figuren kommen nach und nach ans Licht, es werden viele Spuren gelegt und so wird es nicht langweilig. Dennoch stellt das Buch nicht zu frieden. Besonders der Schluss – er ist überraschend, aber nicht gelungen, da er sehr konstruiert wirkt. Für mein Verständnis ist er auch nicht stimmig, sodass der Prolog in meinen Augen eine Farce ist. Besonders die Namenswahl von Sarah erschreckt mich und widert mich sogar an.



    Es ist schwer, zu erklären, was ich meine. Wieso findet man ein Buch spannend, gibt aber dennoch nur drei Sterne? Es liegt an vielem. Daran, dass mir in diesem Buch zu viele Extremsituationen und Extremfälle aufeinander treffen, an Sinnfehlern, an ganz vielen Rechtschreibfehlern und fehlenden Wörtern (also am schlechten Lektorat), sogar an der Formatierung. Aber mein größtes Problem ist eben, dass ich mich zu keiner Figur hingezogen fühle, für niemanden wirklich Sympathie aufbauen kann.


    Fazit – es ist für mich keine verschwendete Lesezeit gewesen, dennoch bin ich auch nicht begeistert. Ich kann nicht über die drei Sterne kommen.


    ★★★