Beiträge von Horrortorte

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    The bookshelves groan with self-improvement volumes, all promising to explain the problems of your universe, and their solution, in a few well-chosen rules. An honest bookstore would post the following sign above its “self-help” section: “For true self-help, please visit our philosophy, literature, history, and science sections, find yourself a good book, read it, and think about it.”


    Roger Ebert, Filmkritiker

    "[...] that incredible voice massaging your brain like a cat kneading a pillow [...]"


    Aus Joe R. Lansdales The Drive-In.

    Wer mit so einer Stimme gesegnet ist, darf mir alles vorlesen, Telefonbücher, finnische Betriebsanweisungen für koreanische Reiskocher, alles. goodsigh.gif



    "He left the fear of vulgarity unsaid, but it hung in the air like a chrome-plated fart."


    Aus Robert Sheckleys Kurzgeschichtensammlung Can You Feel Anything When I Do This?

    Gestern und heute gab es zwei Neuzugänge, Dan Simmons Tiefkül-History-Grusler Terror und Jeff Strands Zwischenbilanz seines Autorenlebens The Writing Life: Reflections, Recollections, And a Lot of Cursing. Wird Zeit, dass mein Jahresendurlaub endlich anfängt!


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    Ich fände es durchaus okay, auch für Kurzverrisse einen neuen Buchthread zu eröffnen. Da geht es wenigstens nicht unter.


    Aber ein Sammel-Motz-Thread ist auch in Ordnung :breitgrins:


    Haben wir nicht sogar schon einen Thread zu "schlechtesten Büchern"?

    Beim nächsten Abbruch, der unter Fluchen und Schimpfen abgeht, werde ich mir überlegen, wo ich mein Gemotze hin packe. Das Ergebnis überlasse ich dann meiner Tagesform :karate:

    Jeff Strand, Autor von inzwischen 49 Büchern (überwiegend im Bereich Horror und Thriller mit Comedyeinschlag), veröffentlicht pünktlich zu seinem 50. Geburtstag Titel Nummer 50: ein Buch über das Dasein als Autor, mit Verlagen und auch als Self-Publisher, mit all seinen Warzen und Pickeln.


    "This is not a book that will tell you how to format a manuscript or write a compelling query letter. It's a book about how to cope with rejection and bad reviews. Book signings where nobody shows up. Helplessly watching your peers go on to greater success than you. He's been through all of that and so much more, and in these pages you'll have a bunch of laughs as you commiserate and figure out how to get through it all."


    Bis heute wusste ich nicht, dass mir sowas von ihm in der Sammlung fehlt, umso herzhafter habe ich auf den Button für die Vorbestellung des eBooks förmlich eingedroschen. Dürfte Interessant sein, Einblicke ins Business aus der Perspektive eines kleinen Fischs im Teich zu bekommen, sonst ist das ja eher die Sache der großen Hechte.


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    Jeff Strand | The Writing Life: Reflections, Recollections, And a Lot of Cursing

    Miramis & HoldenCaulfield


    Dem stimme ich zu, ich liebe es, herzhafte Verrisse zu lesen, aber ich kann ja nicht mal substantiell ein Buch zerlegen, weil ich solche Kandidaten in der Regel schon im ersten Kapitel abbreche, das reicht nur für einen kurzen Motzanfall. Meine Lebenszeit ist begrenzt, und je älter ich werde, desto zügiger mach ich dem Elend ein Ende. Da warten genug gut erzählte Geschichten auf meine Aufmerksamkeit :engel:

    HoldenCaulfield


    Da wäre dann nur das Problem, dass ich für die meisten Titel mangels Vorhandensein einen neuen Thread anlegen müsste. Und nur, damit ich mich über einen Abbruch auslassen kann, lohnt sich das doch nicht. Und widerspricht irgendwie auch dem Sinn eines Buch-Threads, oder?

    ... und ich habe auch (mind. ;-) zwei Übereinstimmungen gefunden:

    Michael Andrews Hurley - das zweite Buch von ihm (Teufelstag) - hat mir SEHR gefallen, wenn auch hübsch... düster.

    Benjamin Myers - "Offene See" ein wunderschöner Roman, find ich!

    Ich lese sehr gerne dezent düstere Geschichten, es muss nicht immer gleich Gehacktes geben :zwinker: Ich bin aber auch schon sehr gespannt, wie diese beiden Bücher bei mir ankommen werden, die Leseproben haben mir jedenfalls schon Lust auf mehr gemacht!

    Horrortorte

    Ich freu mich gerade ganz ungemein auf den ersten Buchverriss, den Du (wie ich hoffe) hier ablässt (bitte mit mallin.de-smileys versehen) :anbet::breitgrins:

    Ui! Dabei hab ich doch nur in die Tastatur gekloppt, was (immer noch) auf der Leserseele brennt... Gibt es einen eigenen Thread für abgebrochene Bücher? Was ich bis zum Ende lese, ist immer gut genug, mich nicht zu solchen Rants zu verleiten


    Horrortorte ich hab zwar nicht alles verstanden aber kann die Tendenz sehr gut erkennen (einige Wörter sagen mir nix aber der Sinn ist gut verständlich...hüstel)

    Bei Tim Curran, dem zweiten Autor, haben offensichtlich diese Gesellen das Kommando...

    Grady Hendrix - Horrorstör

    Bevor du den liest, besuchst du am besten deinen nächstgelegenen Ikea und lässt dich nochmal so richtig schön nerven, dann hast du den passenden Stimmungshintergrund für die Story :err:

    Nix weltbewegendes, aber sehr spaßig, hatte ich in einem Rutsch durchgelesen.

    Ich habe dieses Jahr trotz Unmengen zusätzlich vorhandener Zeit nur sehr wenige Bücher gelesen (ganze 24), da schmerzt jeder nicht nur gelangweilt, sondern ernstlich genervt abgebrochene Titel besonders fies. Das waren diesmal zwei Kandidaten, beide hat die Axt bereits auf den ersten Seiten erwischt. Jahrzehntelange Leseerfahrung lässt mich inzwischen zuverlässig erkennen, was mich später nur zur Weißglut treiben würde



    Blake Crouchs Dark Matter hat einen neuen persönlichen Rekord aufgestellt, nie zuvor habe ich einen Roman nach drei Seiten abgebrochen. Neben allerlei profanem Gesumsel fielen dort auch diese beiden, maximal dümmlichen Sätze über des Protagonisten Gattin:


    "She levels her dark, Spanish eyes on mine." (fehlt nur, dass sie öligen Pfützen gleich schimmern...)

    "She has one of those smiles that seem architecturally impossible." (dann schick die Frau zum Kieferorthopäden, wenn's so schief und krumm ist!)


    Es gibt tolerable Klischees, und es gibt Seich, der mir sofort und auf der Stelle die Lust am Weiterlesen verhagelt, weil es auf schmerzhaften Niveaulimbo schließen lässt. Ein Blick auf die gar nicht mal so wenigen negativen Rezis auf Goodreads hat dann nur meinen Verdacht bestätigt, dass die komplette Story hanebüchen, unlogisch und durch und durch klischeeverseucht ist. Dafür, dass es ein hochgepriesener Bestseller ist (sein soll?), und ich das Thema eigentlich sehr spannend fand, läuft das bei mir unter Flop.



    Der zweite Abbruch zur Schonung meiner Nerven traf Tim Currans Hive, laut Klappentext eine tiefe Verneigung vor Lovecraft, nur mit mehr Action. Das stimmt ja auch, es kracht gleich zu Beginn ordentlich und grauselig, wenn auch hier schon die ersten abgrundtiefen Logiklöcher aufklaffen, aber dann betritt die erste Protagonistin die Bühne, und ich krieg Stresspickel an ungenannt bleibenden Körperteilen. Denn wie führt man einen neuen, weiblichen Charakter (eine höchst qualifizierte Wissenschaftlerin dazu!) am besten in eine Geschichte ein? Nach Ansicht des Autoren so:


    "She was the only woman in camp and all the men were saying how she was too heavy for their liking, but by spring they’d all be trying to get into her pants. Thing was, she wasn’t heavy, not in Hayes’ worldview. She was wide in the hips, nicely rounded, in the way that he’d always found blatantly sexual. No, the men kept their distance (at least for the time being) because she intimidated them. It wasn’t anything she actually said or did, but maybe her face more than anything. Those upturned Nordic eyes of hers gave her a cold, detached look that was enhanced by her mouth which had a sort of cruel lilt to it."



    "When he met her, Hayes liked her right away and the reason for that was downright silly. He didn’t even like to admit it to himself. She reminded him of Carla Jean Rasper from the third grade, his first serious crush. Same hair, same eyes, same mouth. When he’d first caught sight of Sharkey, he’d been instantly transported back to grade school, speechless and stupid just like he’d been around Carla Jean. Good Morning, little schoolgirl…"


    Ernsthaft...


    Ich hab das in meinem Blog unter akutem Pimmelismus verbucht, das eBook vom Reader und den Autoren von sämtlichen Wunschlisten gelöscht. Horror ist wahrlich nicht das Genre, in dem ich literarische Großtaten oder gesellschaftliche Korrektheit erwarte, aber ich bin's leid, immer wieder auf Autoren zu stoßen, die bei weiblichen Charakteren den Hosenstall nicht zukriegen. Gibt genug andere, die das können, ohne dabei Mönche zu sein.



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    Blake Crouch | Dark Matter (Der Zeitenläufer)

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    Tim Curran | Hive