Beiträge von Valentine

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Mojoreads
    Buch24.de
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links


    Amy und Hugh sind seit achtzehn Jahren ein Paar und Mittelpunkt einer Patchworkfamilie. Neeve, Amys Tochter aus erster Ehe, hat sich als Youtube-Influencerin einen Namen gemacht. Die empfindsame Sofie ist eigentlich die Tochter von Amys nichtsnutzigem Bruder und einer einigermaßen übergeschnappten selbsternannten Ernährungspäpstin, betrachtet aber Amy und Hugh als ihre Adoptiveltern. Kiara, die Jüngste und gemeinsame Tochter der beiden, ist eine sehr umgängliche und fast schon erschreckend vernünftige Teenagerin. Und obwohl die Charaktere so verschieden sind und öfter mal die Fetzen fliegen, führen die fünf doch unterm Strich ein harmonisches, vertrautes Familienleben.


    Bis zu dem Tag, an dem Hugh seiner Frau eröffnet, dass er eine Beziehungspause von sechs Monaten will und diese auf einem Selbstfindungstrip durch Südostasien zu verbringen gedenkt.


    Amy steht völlig unter Schock und erkennt ihren Mann kaum wieder, doch er lässt sich nicht von seinen Plänen abbringen, und plötzlich muss Amy sich wieder wie einst, als Neeve klein war und sich von deren untreuem Vater getrennt hatte, alleine um Job, Kinder und Haushalt kümmern. Sie hat kaum Zeit, sich über ihre eigenen Gefühle klar zu werden, und muss auch noch feststellen, dass ein Großteil ihrer Freundinnen sich plötzlich merkwürdig benimmt. Irgendwann begreift sie, dass eine Beziehungspause ja auch bedeuten kann, dass sie selbst neue Wege gehen könnte - doch will sie das überhaupt?


    Innerhalb von wenigen Seiten ist man mittendrin in Amys kunterbunter, chaotischer Welt, die auch vor Hughs großer Ankündigung schon stressig genug war mit drei Töchtern, großem Freundeskreis und einem fordernden Job als PR-Agentin. In ihrer Beziehung hat sie sich bequem eingerichtet, sie liebt gerade das Vertraute und vermisst nichts ... oder? Hughs plötzlicher Aufbruch zwingt sie, der einen oder anderen unangenehmen Wahrheit ins Gesicht zu sehen oder sich zumindest ein paar Fragen ehrlich zu beantworten.


    Bei ihren Freundinnen trennt sich die Spreu vom Weizen - wer zerreißt sich nur in den sozialen Medien das Maul über sie und wer möchte ihr wirklich mit Rat und Tat zur Seite stehen? Und sowohl im Job als auch in der Familie fordern unvorhergesehene Herausforderungen ihren Einsatz. Da verwundert es nicht, dass Amys Energie am Abend nur noch für Onlineshopping-Ausschweifungen reicht. Marian Keyes gelingt es ziemlich gut, Sympathie für Amy zu wecken, auch wenn sie mit ihren Hobbys Mode, Kosmetik und Mädelsabende auf den ersten Blick wie eine typische oberflächliche Chick-Lit-Heldin wirkt, einer Spezies, mit der ich sonst eher wenig anfangen kann.


    Aber Keyes gibt ihren Hauptfiguren immer so viel Bodenständigkeit und "echtes Leben" mit, dass sie nicht wie hirnlose Society-Prosecco-Hühner rüberkommen, sondern wie Menschen aus Fleisch und Blut mit all ihren Stärken und Schwächen und kleinen Macken und man ihnen ihre Unzulänglichkeiten gerne verzeiht. (Der Freundeskreis besteht allerdings tatsächlich zu einem Großteil aus erwachsenen Frauen, die sich insbesondere im Internet aufführen wie zickende Achtklässlerinnen ... aber auch das erscheint mir gar nicht mal so weit hergeholt.)


    Amys emotionale Achterbahn, ihr Hin- und Hergerissensein zwischen Treue, Wut, Trauer und dem Wunsch nach Veränderung und ihre Überforderung mit ihren eigenen widerstreitenden Gefühlen sind einfühlsam und mit viel selbstironischem Humor dargestellt. Mir gefiel auch die Art, wie Frauen Mitte 40 porträtiert werden, nämlich mal nicht als sexuell komplett frustriert, mit ihrem Äußeren völlig unzufrieden und bereit, sich dem erstbesten Trottel an den Hals zu werfen, nur um nicht alleine bleiben zu müssen. Amy mag gebeutelt sein und auch mal dumme Dinge tun, aber sie hat trotz allem eine selbstbewusste und -bestimmte Art, findet immer wieder Wege, sich nicht unterkriegen zu lassen und ist in der Lage, sich auch mal selbst zu hinterfragen.


    Hier und da hätte das Buch vielleicht etwas Straffung vertragen können, insbesondere bei dem ganzen Gezicke zwischen den Freundinnen, aber insgesamt habe ich mich mit dieser Beziehungsgeschichte sehr gut unterhalten und fand auch das Ende passend und vor allem sehr gut nachvollziehbar. Marian Keyes ist eben nicht umsonst so ziemlich die einzige Autorin ihres Genres, die ich wirklich gerne lese ... und ich finde auch nicht, dass ihre Bücher unter "Liebesromane" gehören, weil es um so viel mehr geht, deshalb gibt's die Rezi hier.


    4ratten

    Natürlich weicht eine Verfilmung immer etwas von der Vorlage ab - schließlich sind Buch und Film zwei sehr unterschiedliche Medien.


    Aber trotzdem verstehe ich nicht, warum eine Buchverfilmung noch mal als "Buch zum Film" nacherzählt wird. Üblicherweise gibt es ja entweder "das Buch zum Film", das nach dem Drehbuch geschrieben wurde, oder eben die Romanvorlage, wenn es sich um eine Buchverfilmung handelt.


    Mich würde deshalb tatsächlich interessieren, wie dieses Buch zustande gekommen ist. Gibt es dazu im Buch irgendwelche Informationen?

    Es gibt Paperbacks mit so einem seltsam gummiartig beschichteten Einband. Das fühlt sich wirklich seltsam an.


    Mein Exemplar von "Shades of Grey" war so eins. Passte irgendwie ins Gesamtbild.

    Stichwort: Steinlaus... :)

    Es gab ja tatsächlich mal eine Auflage ohne! :entsetzt:


    Mich kriegt man in der Mode wie bei Büchern immer wieder mit schönen Blau-, Türkis- und Grüntönen, eben den schon von Zank erwähnte Meeresfarben :herz: Grundsätzlich ist mir die Umschlagfarbe aber herzlich egal, nur allzu grell-grässliche Farbtöne finde ich nicht schön.

    2019 hat es auf jeden Fall schon mal damit geklappt, mehr als im Vorjahr zu lesen. Auch wenn Dauererkältung kein schöner Grund dafür war.


    Ansonsten sehen meine Lesepläne für 2020 ähnlich aus wie in diesem Jahr, allerdings will ich es beim SLW nicht so übertreiben wie in diesem Jahr mit 35 angemeldeten Büchern.


    - SLW 2020

    - TAMKA

    - Serien weiterlesen (Morland Dynasty, Flavia de Luce, Cormoran Strike, Falco, Gereon Rath, Meg Langslow, War at Home, Nightingale Sisters)

    - SUB-Oldies angehen

    - ab und an mal eins meiner "Erbbücher" dazwischenschieben, die ich von Herrn Valentine oder von den Schwiegereltern aussortierterweise bekommen habe (das möchte ich nächstes Jahr stärker verfolgen - mit ein Grund, warum ich beim SLW kürzertreten möchte)

    - wenigstens einen Klassiker lesen

    - möglichst viel auf englisch lesen (dieses Jahr hat es mit dem 50%-Ziel ganz gut geklappt)

    - quantitatives Ziel sind wieder 80 Bücher, das ist im Schnitt der letzten Jahre recht realistisch