Beiträge von Valentine

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Bleibt gesund!

Zum Thema COVID19 darf ab sofort ausschließlich in diesem Thread geschrieben werden!

    Die höre ich ja gerade, sehr spannend.


    Reizt mich irgendwie mehr als die Geschichte um Anne Boleyn.

    Annes Geschichte ist halt schon ziemlich ausgelutscht, während Jane (wie Katharina von Aragon) oft in den einschlägigen Büchern etwas zu kurz kommt.

    ysa: wenn die genauso schlecht ist wie bei uns in D, kann ich das gut nachvollziehen :autsch:


    Avila: viele Kinderbuchprotagonisten waren für mich auch ziemlich real als Kind. Und ich trinke heute noch jedes Jahr am 31. Juli ein Gläschen auf Harry Potter :lachen:

    Auch ansonsten flicht die Autorin immer wieder kleine Anekdoten und Begebenheiten in die Handlung ein, wie zum Beispiel die Gründung des Fußballclubs 1. FC Nürnberg, die beiläufige Erwähnung dieser merkwürdigen neuen Brause namens Coca Cola und vieles mehr.

    Die Club-Gründung fand ich herrlich. Und dieser seltsame, laute, stinkende "Petroleummotorwagen". Die Dinger sind doch garantiert gefährlich, ob die sich durchsetzen werden? :breitgrins:

    Als Geselle auf der Walz kommt Philipp Benjamin Ribot aus Cannstatt ins beschauliche Schwabach und findet dort Anstellung beim Seifensieder und Kerzenzieher Ernst Strunz. Eher aus Pragmatismus als aus Liebe heiratet er die Tochter des Meisters, doch im Betrieb ist er mit dem Herzen dabei und überrascht den Inhaber immer wieder mit modernen und effizienteren Methoden. Als Philipp das Geschäft komplett übernimmt, ist er bereits Herr über eine kleine, erfolgreiche Seifenfabrik, und sein Sohn Fritz wächst zu seinem Nachfolger heran und baut die Produktpalette mit immer neuen Ideen weiter aus, nicht ohne die neuesten Marketingtricks anzuwenden.


    Bevor es so weit ist, geht Fritz jedoch erst einmal auf Reisen, schnuppert hier und da in andere Betriebe hinein und landet schließlich in Moskau, wo er sich unsterblich in Aleksandra verliebt, die er am liebsten mit nach Deutschland nehmen möchte. Doch ihr strenger Vater ist dagegen, und schließlich kehrt Fritz alleine nach Schwabach zurück und stürzt sich zur Ablenkung in die Arbeit, mit beträchtlichem Erfolg.


    In unmittelbarer Nachbarschaft der Ribot'schen Seifenfabrik befindet sich die "Silberne Kanne", ein altes Wirtshaus, das der aufkeimenden Schwabacher Arbeiterbewegung und dem neu gegründeten SPD-Ortsverband als Treffpunkt dient. Die wiederkehrenden Proteste der Arbeiter, die gerechtere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen fordern, sind vielen ein Dorn im Auge, sie gelten als umstürzlerische, gefährliche Aufrührer und werden von der Obrigkeit mit harten Bandagen bekämpft. Doch selbst das Verbot aller Arbeitervereine hält den eingefleischten Sozialdemokraten Leo Gruber und seine Mitstreiter nicht lange von ihrem Einsatz für die gute Sache ab.


    Sabine Weigand, die selbst aus der Gegend kommt, in der das Buch spielt, hat sich von der wahren Geschichte der Seifenfabrik Ribot zu einem farbenprächtigen Roman inspirieren lassen, der mir sehr viel Freude gemacht hat. Auf Basis gut recherchierter Fakten breitet sie einen bunten Bilderbogen vor den Leser*innen aus, der 80 Jahre deutscher Geschichte greifbar und erlebbar macht. Von der Revolution 1848 bis in die frühen 20er Jahre spannt sich das Panorama, bevölkert von lebensechten Charakteren und untermauert mit vielen Details zu Politik, Gesellschaft, Technikfortschritten und Mode und natürlich jeder Menge Hintergründe zur Seifensiederei. Wie diffizil die Herstellung von passenden Seifenprodukten für diverse Anwendungsfälle war und auch, welch große Rolle Seife vor der Erfindung synthetisch hergestellter Reinigungsmittel aller Art spielte, fand ich wirklich interessant zu lesen.


    Der Familie Ribot habe ich sehr gerne beim Wachsen und Gedeihen zugeschaut und mit den Figuren gehofft, gebangt, gelitten und mich gefreut. Manche (Liebes)Angelegenheiten lösten sich zwar für meinen Geschmack ein bisschen zu einfach oder wurden mir ein bisschen arg dramatisch, aber weil ich die Charaktere sonst schön ausgearbeitet und glaubwürdig fand, hat mich das im Gesamtkontext weniger gestört. (Interessanterweise waren das oft gerade die Punkte, in denen die Autorin von den historisch belegten Schicksalen abgewichen ist.)


    Und so gerne ich über die Ribots gelesen habe, so waren meine heimlichen Lieblinge doch die "Sozis" rund um den stets mit Herzblut agierenden Leo Gruber und die Betreiber der "Silbernen Kanne". Die unfassbaren Zustände in den meisten Industriebetrieben wie etwa in den Nadelfabriken, wo die Schleifer wegen mangelnder Schutzvorkehrungen häufig in jungem Alter elend an der Staublunge zugrunde gingen, zeigen eindringlich auf, wie wichtig die Arbeit der Sozialdemokraten und der Arbeiterbewegung war und welche Grundlagen damals für vieles gelegt wurden, was wir heute für selbstverständlich halten.


    Man lasse sich nicht vom Cover täuschen, das eher auf eine gefühlige Fabrikantentöchterleinsromanze schließen lässt. Apropos Gestaltung: sehr hübsch ist das Vorsatzblatt, das aus einer Collage von echten Ribot-Werbeanzeigen besteht.


    Ein sehr lesenswerter Schmöker über die Gründerzeit und das frühe 20. Jahrhundert.


    4ratten

    Als Geselle auf der Walz kommt Philipp Benjamin Ribot aus Cannstatt ins beschauliche Schwabach und findet dort Anstellung beim Seifensieder und Kerzenzieher Ernst Strunz. Eher aus Pragmatismus als aus Liebe heiratet er die Tochter des Meisters, doch im Betrieb ist er mit dem Herzen dabei und überrascht den Inhaber immer wieder mit modernen und effizienteren Methoden. Als Philipp das Geschäft komplett übernimmt, ist er bereits Herr über eine kleine, erfolgreiche Seifenfabrik, und sein Sohn Fritz wächst zu seinem Nachfolger heran und baut die Produktpalette mit immer neuen Ideen weiter aus, nicht ohne die neuesten Marketingtricks anzuwenden.


    Bevor es so weit ist, geht Fritz jedoch erst einmal auf Reisen, schnuppert hier und da in andere Betriebe hinein und landet schließlich in Moskau, wo er sich unsterblich in Aleksandra verliebt, die er am liebsten mit nach Deutschland nehmen möchte. Doch ihr strenger Vater ist dagegen, und schließlich kehrt Fritz alleine nach Schwabach zurück und stürzt sich zur Ablenkung in die Arbeit, mit beträchtlichem Erfolg.


    In unmittelbarer Nachbarschaft der Ribot'schen Seifenfabrik befindet sich die "Silberne Kanne", ein altes Wirtshaus, das der aufkeimenden Schwabacher Arbeiterbewegung und dem neu gegründeten SPD-Ortsverband als Treffpunkt dient. Die wiederkehrenden Proteste der Arbeiter, die gerechtere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen fordern, sind vielen ein Dorn im Auge, sie gelten als umstürzlerische, gefährliche Aufrührer und werden von der Obrigkeit mit harten Bandagen bekämpft. Doch selbst das Verbot aller Arbeitervereine hält den eingefleischten Sozialdemokraten Leo Gruber und seine Mitstreiter nicht lange von ihrem Einsatz für die gute Sache ab.


    Sabine Weigand, die selbst aus der Gegend kommt, in der das Buch spielt, hat sich von der wahren Geschichte der Seifenfabrik Ribot zu einem farbenprächtigen Roman inspirieren lassen, der mir sehr viel Freude gemacht hat. Auf Basis gut recherchierter Fakten breitet sie einen bunten Bilderbogen vor den Leser*innen aus, der 80 Jahre deutscher Geschichte greifbar und erlebbar macht. Von der Revolution 1848 bis in die frühen 20er Jahre spannt sich das Panorama, bevölkert von lebensechten Charakteren und untermauert mit vielen Details zu Politik, Gesellschaft, Technikfortschritten und Mode und natürlich jeder Menge Hintergründe zur Seifensiederei. Wie diffizil die Herstellung von passenden Seifenprodukten für diverse Anwendungsfälle war und auch, welch große Rolle Seife vor der Erfindung synthetisch hergestellter Reinigungsmittel aller Art spielte, fand ich wirklich interessant zu lesen.


    Der Familie Ribot habe ich sehr gerne beim Wachsen und Gedeihen zugeschaut und mit den Figuren gehofft, gebangt, gelitten und mich gefreut. Manche (Liebes)Angelegenheiten lösten sich zwar für meinen Geschmack ein bisschen zu einfach oder wurden mir ein bisschen arg dramatisch, aber weil ich die Charaktere sonst schön ausgearbeitet und glaubwürdig fand, hat mich das im Gesamtkontext weniger gestört. (Interessanterweise waren das oft gerade die Punkte, in denen die Autorin von den historisch belegten Schicksalen abgewichen ist.)


    Und so gerne ich über die Ribots gelesen habe, so waren meine heimlichen Lieblinge doch die "Sozis" rund um den stets mit Herzblut agierenden Leo Gruber und die Betreiber der "Silbernen Kanne". Die unfassbaren Zustände in den meisten Industriebetrieben wie etwa in den Nadelfabriken, wo die Schleifer wegen mangelnder Schutzvorkehrungen häufig in jungem Alter elend an der Staublunge zugrunde gingen, zeigen eindringlich auf, wie wichtig die Arbeit der Sozialdemokraten und der Arbeiterbewegung war und welche Grundlagen damals für vieles gelegt wurden, was wir heute für selbstverständlich halten.


    Ein sehr lesenswerter Schmöker über die Gründerzeit und das frühe 20. Jahrhundert. (Man lasse sich nicht vom Cover täuschen, das eher auf eine gefühlige Fabrikantentöchterleinsromanze schließen lässt.)


    4ratten

    Oh Gott, ja. Oder die bl*** Nuss bei "Die Vögel", die unbedingt die Tür zum Dachboden aufmachen muss. Da war mir schon mit 12 Jahren klar, dass da alles voll mit den Viechern sein wird und es keine gute Idee ist, da rauf zu gehen.

    Ich mag Eure Ideen :breitgrins:


    Das Freudenhaus ist hoffentlich diskret ... oder aber so eins wie das, das es in meiner Stadt wirklich in der Fußgängerzone gibt - aber nur dem Namen nach, es handelt sich nämlich um einen Laden für hübschen Einrichtungskram und Accessoires :breitgrins:


    Auf alle Fälle hab ich jetzt einen Ohrwurm von "Skandal im Sperrbezirk" :elch:

    Direkt mit ihnen reden tue ich auch nicht, aber ich ertappe mich schon öfter mal bei dem Gedanken "TU DAS NIIIICHT" oder "Siehst du denn nicht, was das für ein Trottel ist? Lass die Finger von dem!" :breitgrins:

    Das Mordauto ist eh super, das gabs ja auch in Wirklichkeit und der gute Buddha hat damit die Tatortarbeit in Deutschland ziemlich revolutioniert.

    Das ist mit ein Grund, warum ich die Serie so mag, all die "echten" Hintergründe, die so schön eingebunden werden. Und alleine schon die Bezeichnung Mordauto ist herrlich, ich kann's mir richtig vorstellen.