Beiträge von Valentine

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Ich hab damals beim ersten Mal "Colin Wilson" gegoogelt

    --> https://de.wikipedia.org/wiki/Colin_Wilson

    und auch nochmal die Theorien von "Rudolf Steiner" nachgelesen, beide werden ja auch zitiert, ist in dem Zusammenhang mit dem Buch auch recht interessant.

    Steiner sagte mir was, Wilson kannte ich bisher nicht. Danke für den Link!

    Was die "Naivität" von Piranesi anbelangt und seine Vergesslichkeit - vielleicht ist das ja auch sein Schutzmechanismus, der ihn am Leben erhält. Er konzentriert sich ja auch immer wenn es ihm zu viel wird auf seine alltäglichen Tätigkeiten wie fischen und die Statuen katalogisieren.

    Guter Gedanke - kann ich mir durchaus vorstellen.

    Ich pendle zwischen dem ländlichen Northcote und London hin und her, in ungemütlichen Zeiten (1917). Auf dem Festland tobt der Krieg und in England droht Nahrungsmittelknappheit, weswegen jetzt sogar die Gärten großer Herrenhäuser zu Nutzgärten umgegraben wären. Der Gärtner ist stinksauer.

    "Das Haus" nennt Piranesi ehrfürchtig die Welt, in der er lebt. Sie besteht aus einer schier endlosen Kette von Marmorhallen und Vestibülen, voller allegorischer Statuen, deren Symbolik er nicht kennt. Im Untergeschoss rauscht das Meer, bei Flut dringen die Wellen manchmal bis in Piranesis Gefilde vor, und oben gibt es einen Himmel mit wechselnden Wetterlagen und diversen Vogelarten. Doch in seinem Bereich ist Piranesi so gut wie alleine, nur "Der Andere" trifft sich regelmäßig mit ihm zu Gesprächen. Sonst sind keine lebenden Menschen und auch keine Tiere zu sehen, nur das Meer ist bevölkert von Fischen und anderen Lebewesen, die Piranesi auch als Nahrung dienen.


    Er hält akribisch in Tagebüchern fest, was er erlebt und entdeckt, wenn er durch die Hallen streift, die Gezeiten und die Vögel beobachtet, und entwickelt ein kompliziertes Referenzsystem, damit er Dinge nachschlagen kann, denn um sein Gedächtnis scheint es nicht zum besten zu stehen.


    Obwohl er ein sehr schlichtes Leben führt, ist Piranesi nicht unglücklich in seinem Dasein, doch er möchte gerne den Dingen auf den Grund gehen und mehr über diese merkwürdige Welt herausfinden. Eines Tages stößt er auf interessante Hinweise, denen nachzugehen sich aber als nicht ungefährlich erweist.


    Mit Sicherheit ist "Piranesi" das außergewöhnlichste und abgefahrenste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe, und gleichzeitig ist es eines der schönsten.


    Worum es eigentlich geht, ist gar nicht so leicht in Worte zu fassen. Man könnte es vordergründig als phantastisches Abenteuer lesen, aber dafür liegt der Fokus zu wenig auf Spannungsmomenten und Leser:innen mit dieser Erwartungshaltung werden wohl eher enttäuscht sein. Wer sich jedoch ganz offen auf die Geschichte einlässt, wird mit einigen Überraschungen belohnt, mit einer wunderschönen, berührenden Sprache, interessanten philosophischen und moralischen Fragestellungen (wenn auch nicht unbedingt Antworten darauf), die gerade in unserer aktuellen Zeit von Relevanz sind, und mit großartig gezeichneten Charakteren.


    In diesem vielschichtigen Buch ist nichts schwarzweiß und einfach, manches bleibt am Ende auch offen, und ich bin sicher, dass ich nur einen Bruchteil der Anspielungen auf Literatur, Legenden, Wissenschaft und Geschichte erkannt habe, aber es war eine ganz besondere Lektüre für mich und ist eines dieser Bücher, die man mit großem Genuss erneut lesen könnte, weil man sie mit dem Wissen um das, was passiert, noch einmal mit ganz anderen Augen betrachtet.


    Schade nur, dass meiner Ausgabe das Glossar fehlte, das wohl in anderen Editionen enthalten ist und viele der Referenzen erklärt. Aber dem Leseerlebnis an sich tat das keinen Abbruch, und das Buch wird einen Ehrenplatz in meinem Regal bekommen.


    Toll war auch die Leserunde hier im Forum, die mein Augenmerk auf einige Details gelenkt hat, die ich gar nicht so auf dem Schirm hatte.


    4ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

    Ach, schade, dann passt das wohl eher nicht. Aber sie sind auch einfach als Bildbände schön und seien allen hiermit wärmstens empfohlen, die französische Küche mögen.

    Ja, für Leser, die einer linearen Handlung folgen und sich einfach nur unterhalten lassen wollen, ist das nichts.


    Aber auch mir hat gerade das Geheimnisvolle daran gefallen und die Tatsache, dass ich nicht alles begriffen habe. So wie auch Piranesi selbst.


    Allerdings bin ich schon am Hirnen bezüglich meiner Rezi zum Buch. Das wird schätzungsweise nicht so einfach.

    Alle Asterix-Bände stehen auch noch hier herum... und da auch viele "Varianten" wie Asterix auf Wienerisch oder Kärntnerisch oder Latein.... oder...oder... oder...

    Ah stimmt, Asterix haben wir auch fast komplett (bis auf den Band mit den Aliens, den braucht aber eh kein Mensch). Den zähle ich allerdings nicht, weil die Bücher meinem Mann gehören.