Beiträge von Valentine

Literaturschock & das Forum machen eine (Sommer)Pause! Deaktivierung der Seiten vom 01.07. bis mindestens 30.09.!

    In den allermeisten Fällen weiß auch ich nicht, wie ein Autor abseits seiner Bücher so tickt, aber wenn ich von rechtsextremen oder ähnlichen mir widerlichen Ansichten weiß, tue ich mich schwer mit der Person und würde die Bücher eher nicht kaufen/lesen.


    Ich prüfe das aber nicht bewusst nach. Wichtig ist mir hauptsächlich, dass in den Büchern selbst nicht irgendwelchen ekelhaften Ideologien das Wort geredet wird, dann würden sie ganz schnell in die Ecke fliegen.


    Und ich auch ich sehe Autoren von "früher" hier noch mal etwas anderes als aktuelle. Das "Kind seiner/ihrer Zeit"-Argument ist zwar keine Entschuldigung, aber doch in vielen Fällen eine Erklärung, und ich vermute, dass manche Autoren heute auch Dinge anders machen würden, als man sie z. B. in Kinderbüchern Mitte des 20. Jahrhunderts gemacht hat (Stichwort N-Wort etc.)

    Buchkauffasten hat ganz gut geklappt.

    JanFebMrzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
    Abgänge6686



    Zugänge5301



    Veränderung-1-3-8-5



    SUB Monatsende

    131128120115




    Das Buch wandert gleich auf meine Wunschliste - und diese Untertitelei geht mir eh auf den Zeiger, ebenso die englischen Titel deutscher Bücher :rollen:


    Der Untertitel hier ist nicht nur unpassend, sondern auch ganz einfach ... schlecht :autsch:

    "Die Liebe im Ernstfall" porträtiert fünf Frauen ungefähr gleichen Alters, die vor verschiedensten Herausforderungen in ihren Beziehungen und Familien stehen: Paula tut sich nach einem großen Verlust schwer, wieder im Leben Fuß zu fassen; Judith ist ständig auf Online-Partnerbörsen unterwegs und kann sich doch nie wirklich auf eine ernsthafte Beziehung einlassen; Brida kann ihren Ex nicht loslassen, aber für ein gelungenes Zusammenleben sind die beiden einfach zu unterschiedlich; Malika leidet unter ihrer Kinderlosigkeit, einer gescheiterten Beziehung und dem zeitlebens lieblosen Verhalten ihrer Eltern, und ihre Schwester Jorinde mag zwar das verhätschelte Nesthäkchen gewesen sein, hadert aber ständig mit dem Spagat zwischen Beruf und Familie und führt beileibe nicht die Traumehe, die es nach außen hin zu sein scheint.


    Man kann die fünf Geschichten gut als Querschnitt durch die gehobene Mittelschicht der Gegenwart lesen. Daniela Krien schneidet viele aktuelle Themen an, von ökologisch korrektem Leben bis zur Spaltung der Gesellschaft zwischen Rechts und Links, und auch die Lebenswege der fünf Hauptfiguren decken eine Vielzahl an Problematiken ab, die heute viele Frauen bewegen: sexuelle Selbstbestimmung, Beruf vs. Familie, Geschlechterrollen, Kinderlosigkeit, Verluste, psychische Probleme, Prägungen aus der Kindheit, unerfüllte Wünsche, Schwierigkeiten im Familienleben oder der Partnerschaft.


    Wirklich gut identifizieren konnte ich mich allerdings mit keiner der Frauen. Vieles wurde zwar durchaus nachvollziehbar geschildert und es gibt auch ein paar ziemlich heftige Ereignisse, ein Großteil wirkte auf mich aber dennoch wie unnötig aufgeblasene "first world problems". Die gentrifizierten Lebenswelten der meisten Protagonistinnen waren mir etwas zu abgehoben (und die überkandidelten Namen der meisten Figuren sind mir irgendwann auf den Keks gegangen, in der Häufung wirkte das arg gewollt und ich hätte mich echt gefreut, wenn jemand einfach mal Julia oder Alexander geheißen hätte :breitgrins: ). Und dass fast alle Männer Unsympathen waren, hat mich auch ziemlich genervt.


    Was ich allerdings hübsch fand, waren die kleinen Querverbindungen zwischen den fünf Hauptfiguren, die immer wieder zutage treten.


    Vielleicht lag es auch am eher sachlich-kühlen und manchmal schon fast ein bisschen umständlichen Stil, dass mich das Buch emotional nicht abgeholt hat, auch wenn es mich durchaus interessiert hat, wie sich die Dinge entwickeln. Ganz albern fand ich die Marotte, wörtliche Rede nicht in Anführungszeichen zu setzen, sondern im Kursivdruck darzustellen. Mit solchen Stilexperimenten kann ich nichts anfangen.


    Von dem Buch hatte ich mir nach all den Lobeshymnen mehr erwartet, als ich am Ende bekommen habe.


    3ratten

    yanni: das beruhigt mich jetzt doch sehr nach all den positiven Stimmen im Thread. Dann bin ich doch nicht alleine mit meiner Meinung ;)


    Und ja, für mich drehte es sich auch ein bisschen zu oft und zu sehr um Oberflächlichkeiten.


    Jools sprechen zu lassen hätte ich auch interessant gefunden. Vielleicht hätte man sie dann als weniger hohlköpfig empfunden.