Beiträge von Valentine

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    Roland reist in die Bretagne, weil er das Haus seines verstorbenen Großonkels geerbt hat. Sein Plan ist, die Immobilie rasch loszuwerden, Material für den Bretagne-Reiseführer zu sammeln, den sein Chef von ihm erwartet, und so bald wie möglich nach Hause zurückzukehren.


    Doch erst einmal in Plouarec angekommen, entwickelt der rauhe Charme der Gegend eine unerwartete Anziehungskraft, er beginnt sich auf seltsame Art fast heimisch zu fühlen, obwohl das Haus ziemlich heruntergekommen ist und sich auch noch juristische Schwierigkeiten auftun. Roland wird klar, dass er nur wenig Lust hat, für den nächsten Reiseführer Textbausteine zusammenzufügen, die er schon für ägyptische Kultstätten und thailändische Tempel benutzt hat. Er freundet sich mit einem kauzigen älteren Herrn an, der ihm gerne Geschichten über sein bewegtes Leben erzählt (wobei deren Wahrheitsgehalt nie gänzlich klar wird), und findet nach und nach heraus, dass das kleine Häuschen wohl auch einige Geheimnisse hütet, von denen er nie etwas geahnt hat.


    Und dann ist da noch Virginie, die Frau mit dem ungewöhnlichen Gesicht, die ihn sehr fasziniert ...


    Die Handlung klingt wie einer der üblichen Familiengeheimnisromane vor schöner Kulisse, doch "Bretonische Tage" ist deutlich anders. Der Erzählton klingt häufig ein wenig zynisch und desillusioniert, kann aber auch sehr poetisch werden, wenn er die Schönheit der Landschaft schildert. Die Sprache balanciert oft hart an der Grenze zwischen ausgefeilt-ungewöhnlich und überkandidelt. Ziemlich genervt hat mich die Beschreibung der meisten Frauenfiguren, vor allem der ewige Vergleich von Virginies "schmalem Kopf" :rollen: mit ägyptischen Königinnen und dergleichen.


    Die Andeutungen diverser Geheimnisse in Vergangenheit und Gegenwart machen neugierig auf den weiteren Verlauf, doch leider wird es irgendwann dann ziemlich wirr, so dass ich nicht so recht nachvollziehen konnte, warum etwa die Polizei, die später ins Spiel kommt, so grob mit Roland umgeht oder was sich nun tatsächlich während und kurz nach dem 2. Weltkrieg rund um Rolands Onkel abgespielt hat. Auch Rolands enorme Faszination mit Virginie hat sich mir nicht völlig erschlossen.


    Selbst mit Bretagne-Bonus kommt das Buch deshalb leider über eine durchschnittliche Bewertung nicht hinaus.


    3ratten

    Robbie Goulding und Francis Mulvey lernen sich als Teenager in der Schule kennen und sind auf den ersten Blick so verschieden wie Tag und Nacht. Robbies Familie ist nach einem Schicksalsschlag aus Irland nach Luton unweit von London gezogen, Robbie und sein Bruder sind ganz normale durchschnittliche Jungs, die Eltern predigen traditionelle Werte wie Fleiß und Bescheidenheit. Fran wurde aus einem vietnamesischen Waisenhaus von einem englischen Paar adoptiert, hat mit 17 schon so einiges hinter sich und bewegt sich am liebsten außerhalb des Mainstream und kommt auch schon mal im Kleid zum Unterricht.


    Die Verbindung zwischen den beiden ist ihre Liebe zur Musik, und schließlich gründen sie gemeinsam mit Sarah-Thérèse, Trez genannt, begnadete Cellistin, die auch noch andere Instrumente und das gesamte Spektrum von Klassik bis Folkrock beherrscht, und ihrem schlagzeugspielenden Bruder Seán eine Band namens The Ships in the Night.


    Der Weg vom provisorischen Proberaum im Werkzeugschuppen von Robbies Eltern bis an die Spitze der Charts ist lang, weit und beschwerlich: Gigs am AdW vor desinteressiertem Publikum, zahlreiche auf Tour im Auto verbrachte Nächte, weil die Kohle nicht für Übernachtungen reicht, die Suche nach einer Plattenfirma und nicht zuletzt die vier so unterschiedlichen Charaktere, die immer wieder aneinandergeraten. Insbesondere Fran ist eine schwierige Persönlichkeit vom Typ Vulkan, der jederzeit hochgehen kann.


    Und so ist es auch schon von Beginn des Buches an klar, dass es kam, wie es kommen musste, und die Band zerbrochen ist. Im Jahr 2012 steht ein Reunion-Konzert an, und Robbie erzählt im Rückblick die bewegte Geschichte der Ships, die nur sehr selten in ruhigen Fahrwassern gesegelt sind.


    Kann die Geschichte einer erfundenen Band spannend sein, wo doch oft genug Bücher über existierende Musikgruppen eher öde daherkommen? Dieses Buch, das schönerweise dem leider schon verstorbenen Pogues-Gitarristen Philip Chevron gewidmet ist, beweist eindeutig das Gegenteil. Es macht Spaß, den Werdegang der "Ships" zu verfolgen, den O'Connor mit Liebe zum (musikalischen) Detail und viel Gespür für seine Figuren nachzeichnet. Schade nur, dass es den mitreißenden Folkrock, der da so liebevoll beschrieben wird, nicht tatsächlich zu hören gibt. (Die zahlreichen im Buch erwähnten Künstler sorgen aber auch so für eine hübsche Playlist.)


    Allen geübten Englischlesern sei im übrigen die Originalversion ans Herz gelegt. O'Connor formuliert so witzig und treffend und urbritisch (alleine schon die kreativen Beschimpfungen und Flüche lohnen die Lektüre :breitgrins: ), dass es eine Freude ist und wohl in der Übersetzung nur verlorengehen kann.


    Ein toller Ritt durch 25 Jahre Popkultur und das Leben des Erzählers!


    4ratten

    Das dürfte jetzt wirklich erst mal die letzte Lieferung gewesen sein - natürlich noch kurz VOR Beginn der Fastenzeit bei illy bestellt ;)


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    Ich lese meine Rezis gerne noch mal. Oft werden sie ja wieder an die Oberfläche gespült, wenn jemand einen älteren Thread hervorholt. Ich speichere auch alle Rezis in einer Worddatei ab, dann kann ich sie ggf. irgendwann noch mal nachlesen. Manchmal habe ich auch schon welche für meinen Mann rausgesucht, weil er wissen wollte, wie mir ein Buch gefallen hat.


    Manche, vor allem ganz alte, würde ich heute nicht mehr so verfassen, aber das Bedürfnis, sie nachträglich zu ändern, habe ich trotzdem nicht. Nur Tippfehler korrigiere ich manchmal im Nachhinein.

    Das stimmt wohl, aber sie könnte vorerst für Entspannung sorgen. Allerdings kommt noch ein Buchpaket, das ich kurz vor Fastenzeitbeginn bestellt habe :spinnen:

    Ich habe parallel auch noch ein zweites blaues Buch in der Mache, "The Mindfulness Code" von Donald Altman. Aber das werde ich eher so häppchenweise lesen, weil ich die Entstressungs-Tips daraus mal im Alltag testen will. Das ist eher nichts zum mal-so-Runterlesen. Aber die Monatsrunde hat mich drauf gebracht, es anzufangen.

    Sachen gibt's - ich habe bisher noch nicht mal über die Vorlese-/Sprechgeschwindigkeit bei Podcasts und Hörbüchern nachgedacht :breitgrins:


    Ich würde das aber wohl auch gar nicht verändern wollen. Wenn mir an einem Sprecher etwas nicht passt, ist es so gut wie nie die Sprechgeschwindigkeit, eher Stimmlage oder (mir sehr wichtig) Betonung.