Beiträge von Grisel

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Buch24.de

    * Werbe/Affiliate-Links


    So, wenn ich schon mal dabei bin, hole ich mir die Rezi, die ich anderswo geschrieben hatte, ein bisschen überarbeitet, damit wir hier auch eine Penman haben, über die ich hemmungslos schwelgen kann.


    Inhalt:

    Die Geschichte des Königreichs Jerusalems in etwa von der Thronbesteigung Amaurys I bis zur Schlacht von Hattin. Die zentrale Figur hier ist Balian d'Ibelin, aber wie bei Penman üblich begleiten wir eine ganze Menge an Personen, vom christlichen Adel Outremers bis hin zu Saladin und dessen Familie. Eine sehr wichtige Rolle spielt hier auch der tragische König Balduin IV.


    Meinung:

    Mir liegt das Buch gerade nicht vor, also kann ich nicht mehr bei allen Leuten sagen, in welcher Version ihr Name hier präsentiert wird. Apropos. Vorwissen schadet hier absolut nicht, aber es gibt auch ein sehr schönes und ausführliches Personenregister und mit ein bisschen gutem Willen - und notfalls Google griffbereit - klappt es sicher, außerdem hat Penman irgendwann begonnen, dem Namensdrama auszuweichen, indem gleichnamige Herren und Damen jeweils eigene Versionen bekommen, das hilft! (Das war witzig bei den Plantagenets, da musste sie dann vor lauter Henrys irgendwann auf "Rico" - Enrico, "weil er so dunkel ist" ausweichen. :D)


    Penman hat mir genau das Buch geschrieben, das ich mir von ihr gewünscht habe, eine wie mir scheint faire, historisch sehr genaue Darstellung der Geschichte Outremers von 1163 bis 1187. Sie hat es geschafft, einen meiner Ansicht nach sehr objektiven Blick auf die Ereignisse und Personen zu richten, seien es die zerstrittenen Parteien am Königshof oder die Konflikte zwischen Christen und Muslimen. Mir ist schon klar, es ist ein haariges Thema, aber ich vertrete die Ansicht, dass man Personen und Ereignisse in historischen Romanen nicht aus ihrem Rahmen reißen und beurteilen sollte, sondern nach ihren eigenen Maßstäben. Und, keine Sorge, für's Gemüt haben wir den braven Balian d'Ibelin, der aber, wie mir scheint, tatsächlich relativ gut getroffen ist und sein Gegenstück Al-Adil, Saladins Bruder. Aber mich hat sehr erfreut, dass es hier überhaupt keine Bösen im üblichen Sinne gab, jeder hat Grund und Motiv für seine Taten, zB die intrigante Königsmutter Agnes de Courtenay, bei der man tatsächlich versteht, warum sie so handelt, ebenso jemand reichlich umstrittener wie Reynald de Chatillon. Gut für Penman! Auch hier haben wir praktisch keinerlei fiktives Personal. Das soll nicht heißen, dass ich solche Romane nicht auch sehr schätze, aber schwieriger, scheint mir, ist es für die AutorInnen, wenn man sich auf die historischen beschränken muss, daher weiß ich so etwas stets sehr zu schätzen, auch weil es, wenn man sich an die Geschichte hält, Abstürze in Klischees vermeidet.


    Das Buch liest sich deshalb aber vielleicht auch ein bisschen herausfordernd, wenn man neu in dem Thema ist, da es sehr politisch ist. Die Intrigen um die Thronfolge in Jerusalem werden meist nur unterbrochen von Kämpfen und Schlachten. Muss man mögen, sowas, aber Penman hat es vortrefflich geschafft, dies alles romanhaft umzusetzen. Ich habe danach ihre vermutliche Hauptquelle gelesen, Bernard Hamilton, und praktisch alles wiedergefunden, aber nicht abgearbeitet, sondern lebendig und fesselnd präsentiert.

    Die Geschichte schreibt die besten Geschichten, denn zB die haarsträubenden Probleme bei der Suche nach einem geeigneten Ehemann für Balduins Schwester Sybilla hätte man sich so kaum ausdenken können, ebenso das Drama um den so vielversprechenden jungen König selbst. Am besten ist ihr hier meiner Meinung nach das Porträt Balduins IV gelungen, der sich jung damit abfinden muss, dass seine Lebenszeit wegen der tückischen Krankheit, Lepra, kurz bemessen ist. Balduin hat mir das Herz gebrochen


    Das hier ist ein erstklassiger historischer Roman und wird, wie schon bei Penmans Plantagenet-Romanen, von nun an für mich das Maß aller Dinge bei Romanen über diesen Abschnitt sein. Danke Penman, Du wirst schmerzlich vermisst werden unten den AutorInnen großartiger Mittelalter-Romane.


    5ratten

    Amanda Hale als vollkommen durchgeknallte Margaret Beaufort finde ich immer noch grenzgenial!

    Unbedingt! Sie war meine Lieblingsfigur :breitgrins: Ich finde ihr Leben ist auch in Wirklichkeit total spannend.

    Absolut, was ich bislang so ergründet habe über die historische Dame. Ich freue mich auch auf meine Biographie von ihr. Zuerst kommt allerdings Jasper Tudor an die Reihe, um mal die andere Seite zu betrachten, mit Exil und so.

    Ich gehe mal davon aus, Jasper und Margaret waren historisch wohl nicht rasend ineinander verliebt. :D

    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Buch24.de

    * Werbe/Affiliate-Links


    Inhalt:

    Das Leben des Richard III, beginnend mit der Jugend in den Rosenkriegen, unter der Herrschaft seines Bruders Edward IV und letzten Endes am Thron.


    Meinung:

    Eigentlich nicht ideal, dass ich gerade dieses Buch nun als erste Penman doch mal hier vorstelle, denn es war von Anfang an klar, dass es nicht mein Favorit wird. Die Rosenkriege gehören nämlich zu den Geschichtsabschnitten, um die ich üblicherweise einen großen Bogen mache, weil mich das einfach fertig macht. Ich folge im allgemeinen, zumindest bis zu diesem Buch, nur meinen Lieblingsautorinnen, einst Gablé, jetzt Penman. Das gesagt habend ... Aber dazu später.


    Was macht mich hier so fertig. Jedes Mal, schon beginnend beim allerersten Mal, wenn ich über jemand interessanten nebenher gegoogelt habe, stand da was von Hinrichtung oder, wenn er Glück hatte, Tod in der Schlacht. Und bei den Damen waren das dann die Ehemänner und Söhne. Mann! =O


    Und dann habe ich hier fasziniert festgestellt, was mir auch nicht klar war, dass ich offenbar schwerste Lancasterianerin bin. Dass ich die frühen mag, John of Gaunt und Co., dank Gablé, das wusste ich. Aber in den Rosenkriegen, dachte ich, dass ich keine Hunde im Rennen habe, außer vielleicht noch Margaret Beaufort (siehe "The White Queen"). Habe ich doch! Jetzt nicht unbedingt Henry VI, aber ich habe in diesem Buch Höllenqualen gelitten, als wir nach der Reihe Lancasterianer kurz vor ihrer Niederlage und Hinrichtung kennenlernen durften (teilweise durchaus sympathisch als Leute, die halt zum falschen Monarchen halten), bis hin zu Marguerite d'Anjou, die ich in ihren wenigen Auftritten deutlich spannender fand als die meisten anderen Damen hier. (*hust* Anne Neville *hust*)

    Das hat also auch schon mal nicht geholfen! An all dem ist allerdings Penman komplett unschuldig.


    Was ich ihr leider doch anlasten muss, ist dass sie etwas über das Ziel hinausgeschossen ist dabei, "ihren" Richard III von allen - wirklich ALLEN! - Vorwürfen frei zu sprechen. Ich mochte ihn hier durchaus, das war nicht das Problem, er war sympathisch, charismatisch und sehr interessant, speziell seine Leistungen als Feldherr (zu erfolgreich!), aber ich hätte diese "andere Sicht auf einen von der Historie geschmähten Mann" weit ansprechender gefunden, wenn sie ihm ein paar Ecken und Kanten gelassen hätte, außer dass er zu leicht vertraut hat. Und ich habe historisch bislang kaum Ahnung von dem Teil der Geschichte, aber sogar mir war sonnenklar, dass das alles nicht sonderlich überzeugend geklungen hat, wie er quasi versehentlich auf den Thron gelangt.

    Dazu muss man allerdings sagen, dass dies hier Penmans erster Roman war, später hat sie das etwas subtiler gemacht (zumindest solange man nicht Kaiser Heinrich VI ist!). Und was ihr hier durchaus gelungen ist, ist ein unglaublich breites Panorama dieses Geschichtsabschnitts, das sich komplett von selbst gelesen hat, was bei so einem Wälzer schon eine Leistung ist, insbesondere da jeder, der hier nicht Edward heißt, Richard oder Henry heißt, bei den Damen detto.


    Ob es von Penman so gewollt war, ist schwer zu sagen, aber sie hat tatsächlich das Kunststück vollbracht, dass ich nun freiwillig weitere Bücher über das Thema lese, beginnend ausgerechnet mit einem über die von Richard III (und ihr?) so verhassten Woodville! Aber ja, das war schon ihre Leistung, mir auch diese Leute so zu präsentieren, dass ich Interesse an ihnen entwickelt habe und ich musste mich dann erstmal einbremsen beim Bücher bestellen, wo ich mir eben tatsächlich nicht nur die Überlebenskünstler herausgepickt habe. Das zB hat Gablé nicht geschafft, obwohl ich mir bei ihr sehr viel leichter getan habe mit meinen Sympathien.

    Ach ja, das hier ist ein "echter" historischer Roman, der komplett ohne fiktives Personal auskommt.


    Vielleicht war dies hier nicht unbedingt ihr bestes Werk, aber es zeigt sie dennoch als genau das, was sie war, eine der KönigInnen der zeitgenössischen historischen Romane. Das da oben ist nämlich durchaus und buchstäblich Jammern auf allerhöchstem Niveau, von daher:


    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    Da ich vor kurzem mit Sharon Kay Penmans "The Sunne in splendour" wieder in den Rosenkriegen war, hatte ich Lust, mir das Ganze noch mal anzuschauen und muss sagen, es macht Spaß. Beim ersten Mal war ich ja auch durchaus zufrieden damit, aber jetzt, wo ich mich ein bisschen besser auskenne, wer wer ist, ist es gleich noch mal so interessant, wenn man die absonderlicheren Parts ausblendet.

    Amanda Hale als vollkommen durchgeknallte Margaret Beaufort finde ich immer noch grenzgenial! Jetzt freue ich mich auf ihren letzten Gatten Stanley, denn wenn ich mich recht erinnere, war der, Rupert Graves, im genauen Gegensatz zum erzlieben Gatten Stafford Margarets kongenialer Intrigenpartner. Noch lebt Stafford allerdings.

    Immerhin, das muss ich der Serie lassen, ich fand Margaret schon damals die interessanteste hier und habe mir in der Zwischenzeit eine Biographie von ihr zugelegt um bei Gelegenheit auch die historische Dame kennen zu lernen.

    Zwischendurch hatte das Buch fast ein bisschen was von gepflegter Langeweile für mich, weil mir ein bisschen der rote Faden gefehlt hat, aber es war halt einfach ihre Lebensgeschichte. Was ich spannend fand waren ihre familiären Hintergründe, diese Unterscheidung zwischen Titanen und Olympiern. Und ich hatte ja keine Ahnung, dass sie eine Tante von Medea und Minotaurus ist. Das war schon alles ein hübscher Querschnitt durch die Griechischen Heldensagen auf etwas andere Art. Ich mochte Circe, das hat schon mal sehr geholfen.

    Und ich hatte mich dann wohl in den Stil des Buches eingelesen, denn der letzte Teil, ihre Mutterschaft und das Verhältnis zu Penelope und Telemachus hat mir am besten gefallen.

    So, bin wegen eines Termines kurz aus dem Urlaub heimgekehrt und kann Zwischenmeldung machen. Ich habe das Buch heute erst beendet und, Valentine hatte vollkommen Recht, ich hatte große Freude daran, es hat sich komplett von selbst gelesen und Michelle Obama hat sich so gezeigt, wie ich sie auch bislang wahrgenommen hatte, als hochintelligente, sehr sympathische und starke Frau. Was mir hier vor allem aufgefallen ist, war die grenzenlose Liebe zu ihrem Mann und ihren Töchtern, die stets im Vordergrund ist. Von daher war es auch interessant, wie sie manchmal mit leisem Bedauern darüber schreibt, was sie ihren Töchtern damit "angetan" haben, sie so aufwachsen zu lassen. Es scheint ihnen allerdings nicht nachhaltig geschadet zu haben, vielleicht weil sie zwei so außergewöhnliche und liebevolle Eltern haben.

    Ich fand auch den Part spannender, bevor sie Präsidentengattin wurde und ich war auch amüsiert und gerührt über die Schilderung, wie sie und Obama zu einem Paar geworden sind. Ja, der Heiratsantrag war super! :D Aber man hatte auch den Eindruck, Barack durch ihren Blick besser kennen zu lernen.


    Es hat sich sehr gut ergeben, dass ich auf das Taschenbuch gewartet habe, denn dieses Buch in der Trump-Ära zu lesen, wäre hart gewesen. Es war auch so bitter, wie sie erzählt, wie freundlich und liebevoll sie und Barack von den Bushs auf die Übergabe vorbereitet wurden, wenn man dann daran denkt, wie es später weiter gegangen ist. Welch ein Kontrast! Aber wenigstens konnte ich das Buch nun in der Gewissheit lesen, dass es zumindest vorübergehend ein "Happy End" gab.

    Ich habe "Die irische Prinzessin" in der Zwischenzeit gelesen und obwohl sie sich, typisch Chadwick, komplett von selbst gelesen hat, hat sie mich auch nicht so beeindruckt, wie andere von ihr. Politisch fand ich es sehr spannend, all die Komplikationen, ehe Richard de Clare dann doch endlich aufbrechen kann, die irischen Verwicklungen und Konflikte und über allem der lästige Henry II.

    Allerdings blieben dafür die Figuren für mich etwas auf der Strecke, ich konnte mich nicht wirklich für Richard und Aoife begeistern. Außerdem hat das hier für mich tatsächlich nicht zu dem gepasst, was wir von der alten Aoife in "Der scharlachrote Löwe" erfahren haben. Nach ihren Erzählungen dort hätte ich erwartet, dass ihre Ehe mit Richard turbulent war, worauf ich gespannt war, ein paar Funken! Aber, nein, das hier war eigentlich auch eine instant-glückliche Ehe und die Spannungen waren mehr "tell" als "show". "Ja, meine Aoife, die ist ja so wild!" Ist sie?! Ja, sie hat Hirn und Meinung, und?


    Was hier auch überhaupt nicht geholfen hat, ich fand Richards Schwester Basilia und ihre Geschichte weit interessanter als Aoife und Richard. Sie hätte ich gern als Heldin ihrer eigenen Geschichte gesehen! Aber da war Chadwick wohl zu sehr verliebt in ihren Prä-Marshal-Klan, um Basilia mehr in den Vordergrund zu rücken und Verständnis für ihre Entwicklung zu haben. Ich hatte hier generell offenbar die falschen Charaktere, die ich spannender fand als die beiden HauptdarstellerInnen, denn ich hätte auch sehr gerne erfahren, was aus Aoifes Bruder Enna wird, der irgendwann spurlos verschwindet.


    Und, mein pet peeve mit Chadwick. Wir wissen ja, John Lackland kann sie so gar nicht leiden und der war in den beiden Marshal-Büchern so ein richtiges Miststück, das den armen William Marshal gequält hat mit seinem Misstrauen. Was exakt das gleiche ist, was Henry II hier mit Richard de Clare tut. Aber Henry lässt Chadwick das offenbar durchgehen, denn der wird trotzdem deutlich positiver geschildert.


    Also, ein durchaus interessantes und flüssig zu lesendes Buch, aber keines ihrer Highlights.

    vor ihr habe ich ein bisschen Bammel, denn eine Freundin, die sie auch bewundert, meinte, das Buch wäre ein bisschen zäh

    Da kann ich Dich beruhigen - ich für meinen Teil fand es nicht zäh.


    Schönen Urlaub!

    Danke schön! :*


    Beginnen werde ich mit Penman und theoretisch wäre Michelle Obama dann die nächste, den diese beiden höchst unterschiedlichen Damen waren die ersten, die laut "ich bin ein Urlaubsbuch!" gerufen haben. Aber so genau kann ich das nie planen.

    Wird Zeit, den Thread hier wieder mal zu entstauben. Ich breche am Fr auf zum alljährlichen See-Sommerurlaub und habe mir sehr viel vorgenommen!


    Sharon Kay Penman - The sunne in splendour - Historisch --- ehrlich gesagt werde ich mich schon freuen, wenn ich das Mörderding schaffe!


    Gail Z. Martin - Dark Lady's chosen - Fantasy --- hat sich im Rahmen der perfekten Genremischung angeboten, um die Reihe dann auch mal abzuschließen, deren Band 1 ich voriges Jahr gelesen habe, glaube ich


    Michelle Obama - Becoming - Sachbuch/Autobiographie --- vor ihr habe ich ein bisschen Bammel, denn eine Freundin, die sie auch bewundert, meinte, das Buch wäre ein bisschen zäh


    Anderson Kent - Green Sun - Thriller --- auch vielleicht wagemutig, denn am Versuch, die ersten beiden aus dieser Reihe, die ich damals großartig fand, noch mal zu lesen, bin ich gescheitert! Aber vielleicht war es auch nur die falsche Zeit.


    Frank Herbert - God Emperor of Dune - Science Fiction/Reread --- "Ich brauche SF für die perfekte Genremischung. - Ach ja, richtig, dieses Rereadprojekt und so weit kommst Du eh nicht" ^^


    Sagen wir, ich bin heuer nicht so 100 %ig überzeugt von meiner Mischung, aber die Entscheidung habe nicht ich getroffen, sondern mein "Leseverhalten", das mir sowas immer diktiert. :vogelzeigen:

    Aber auf Penman freue ich mich!

    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Buch24.de

    * Werbe/Affiliate-Links


    Band 1 der Bloodright Trilogy


    Inhalt:

    Der junge Ettian ist Überlebender des gefallenen Archon Imperiums und dient auf der Akademie der Sieger, des Umber Imperiums. Sein Weg scheint vorgezeichnet, bis er entsetzt herausfindet, dass sein bester Freund Gal der geheime Erbe des Umber Imperiums ist und Ettian ist der einzige, der ihn retten kann. Da Gal vielleicht sogar etwas mehr ist, als "nur" ein bester Freund, ist Gal bereit, alles zu tun, um ihn zu beschützen. Ist er? Sollte er?!


    Meinung:

    Ich hatte Lust auf Science Fiction, Space Opera am besten und bin durch ein bisschen Suche auf dieses Buch gestoßen, das unterhaltsam und spannend klang. Tatsächlich bekommt man hier sehr viel mehr, als man erwartet. Das Buch ist, wie man auch am Cover unschwer erkennen kann, "Young Adult", aber das - bei allen Vorurteilen, denn ich habe unter denen schon viel feines gelesen - wird der Geschichte hier eigentlich nicht ganz gerecht, denn hier steckt eine ziemlich gut ausgedachte Story drin. Sie kommt noch nicht so ganz zur Entfaltung, denn vieles bleibt ein bisschen vage, aber die Gewissenskonflikte, in die die Autorin ihre beiden Helden stürzt - speziell Ettian - sind absolut erstklassig konstruiert und lassen einen etwas irritiert zurück, was den Charakter der beiden Burschen betrifft. "Ist das Dein Ernst?" möchte man nicht nur einmal fragen. Sie haben noch nicht ganz die Tiefe, um das auch wirklich bis in die tiefsten Tiefen zu spüren, vieles ist "tell" statt "show". Aber, es ist eine mutige Geschichte darüber, wo Liebe und Freundschaft beginnen und wo Loyalität und persönliche Verantwortung enden und darüber, wie gut man einen Menschen wirklich kennt, wenn man nicht dessen ganze Geschichte erfährt. Pluspunkte gibt es auch für Wen und ihren Rapport mit Ettian, das war auch sehr hübsch gemacht.


    Das hier war auch eine gute Lektion darin, niemals, während man noch Band 1 liest, den Klappentext von Band 2 zu lesen. Mist! Schade, denn das ist ein wunderschöner Kinnlade-Boden-Moment, den wir da gegen Ende bekommen, der einen höchst interessanten zweiten Band verspricht, vor allem, wenn sich die Autorin dann noch ein bisschen steigern kann. Da kämpft dann auch die sentimentale Leserin mit der anspruchsvollen. Erstere möchte Einhörner und Schafe und ein Happy End, aber zweitere fände es sehr viel spannender, wenn wir in Buch zwei erfahren, dass Ettians schlimmste Befürchtungen wahr sind und Gal tatsächlich ein Nachwuchs Darth Vader ist, der ihn gnadenlos manipuliert hat, und kein missverstandener Anakin. (Na kommt, hier verwette ich nicht mal was, 100 %ig ist die Autorin Fan von Star Wars!)



    Ich bin wieder großzügig und vergebe für die fein ausgedachten Konflikte und das - von mir leider selbstverschuldet gespoilte - überraschende und vielversprechende Ende


    4ratten

    Klar, diese Prototypen gibt es, aber ich bin 100 %ig sicher, dass das hier kein Zufall ist. Ich habe das Zitat gefunden, auch auf der praktischen Seite.


    “Laurent could inspire homicidal tendencies simply by breathing.”

    ― C.S. Pacat, Captive Prince


    Moment, jetzt muss ich das Gegenstück bei Dunnett über Lymond suchen.


    “He can make you want to knock him down, if he feels like it, by simply saying “good morning”. He possibly said simply “good morning” to Lord Culter. The difference was that, being his brother, Culter hit him.”

    ― Dorothy Dunnett, The Ringed Castle


    Natürlich, genau weiß das nur Pacat selber.

    Ich finde hier war es halt auch echt sehr plakativ, ich mag es selten, wenn die Ähnlichkeiten zu offensichtlich sind...

    Verstehe ich!

    Mich hat es nicht gestört, ganz im Gegenteil, ich finde sowas witzig, wenn ich es selber erkenne, solange die Geschichte - und Figuren - genug eigenes hat, um zu stehen, was für mich hier der Fall war.

    Außerdem ist es nie ein Fehler für mich, wenn ich beim Lesen plötzlich an geliebte Bücher denken muss. Ich muss nur aufpassen, dass ich nicht plötzlich Reread-Gelüste kriege.

    Kaufen* bei

    Amazon
    * Werbe/Affiliate-Link

    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Buch24.de

    * Werbe/Affiliate-Links


    So, da es für Band 3 noch keine Rezension gibt, liefere ich die nun ab.


    Inhalt:

    Nach den offen gelegten Geheimnissen finden sich Damianos, König von Akielos und Laurent, König in spe von Vere, in einem prekären Bündnis gegen die nicht minder verbündeten jeweiligen Familienmitglieder wieder, die ihnen ihre Throne gestohlen haben.


    Meinung:

    Ja, das Buch hat mir auch gut gefallen. Natürlich ist es sonnenklar, dass Damen und Laurent irgendwann wieder im Bett landen - das als Spoiler zu markieren wäre eine Beleidigung für die Intelligenz aller LeserInnen! - aber das passiert nicht ganz so schnell oder so einfach, wie man das von Büchern dieser Art gewohnt ist. Auch, dankenswerterweise, sind wir hier nicht bei Gabaldon (nicht bös gemeint, ich habe sie mal echt gern gelesen), wo sie ab da dann unvermittelt jedes zweite Kapitel übereinander herfallen. Und dann wenn sie es tun, sind diese Szenen sogar erstaunlich geschmackvoll und gehen speziell auf Laurents Situation ein. Apropos Intelligenz, das ist nicht Damens hellste Stunde, dass er bis gegen Ende dieses Buches braucht, um das hässliche Geheimnis zu erraten, das war doch schon in Buch 1 klar!


    Auch den Handlungsablauf fand ich erfrischend. Natürlich - siehe Titel - ist auch hier das Ende sonnenklar, aber den Weg dorthin fand ich überraschend. Das ist etwas, was mich sogar bei sehr gemochten AutorInnen frustrieren kann, wenn ich praktisch Schritt für Schritt vorhersagen kann, was passieren wird. Das war hier nicht der Fall.

    Dafür blieben ein paar logische Lücken, was machen die beiden Königreiche, während ihre rechtmäßigen Könige auf ihrem irren Abenteuer unterwegs sind, interessiert zuschauen? Sollten die nicht beide aktuell in Flammen des Bürgerkriegs aufgehen?

    Aber die Geschichte war unterhaltsam genug, dass ich da ein paar Augen zudrücken konnte und ich mochte unsere beiden Helden (ich habe ein Ding für komplizierte Beziehungen jeglicher Art in Romanen), sowie einige der Nebenfiguren und das hilft immer.


    Und hier haben wir das, was ich zu Band 1 geschrieben hatte, dass wir hier etwas erfahren, was Laurents schockierendes Verhalten in Band 1 erklärt, ebenso den erstaunlichen Charakterwechsel in Band 2, der sich bis Band 3 fortsetzt. Das hat Pacat wirklich sehr schön gemacht, Respekt! Also, durchhalten nach dem schwachen ersten Band hat sich zumindest für mich wirklich gelohnt, ich hatte Spaß an den Büchern und habe sie verschlungen und werde mir Pacat - das ultimative Kompliment - merken.



    Somit vergebe ich, vielleicht etwas großzügig, aber sehr gerne

    4ratten


    PS: Ich WUSSTE es! Pacat hat Dunnett gelesen!


    https://www.goodreads.com/quot…invisible-particularly-in


    Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht! Laurent ist blond und blauäugig, zierlich, wunderschön und geht in Frauenkleidern locker als schöne Frau durch. Er ist blutjung, aber das vergisst man schnell, weil ihn das Leben hart gemacht hat und obwohl er ein guter Kämpfer ist, sind seine gefährlichsten Waffen sein scharfer Verstand, der allen anderen immer mindestens 5 Schritte voraus ist und seine spitze Zunge, wegen der man ihn schon mal schlagen möchte, wenn er nur Guten Tag sagt. Ich finde es nicht mehr, aber so eine ähnliche Bemerkung war 100 %ig irgendwo in den drei Büchern.


    Hm, habe ich so jemanden nicht schon mal getroffen? Gibt es da nicht jemanden, den man gar nicht so selten in anderen Romanen wiedergespiegelt findet? :gruebel:;)


    Mit einem Wort, Laurent ist, was wir unter Dunnetties als "lymondesque Figur" bezeichnet haben, gar kein Zweifel mehr, nach der Entdeckung von o.a. Zitat. Und das Manipulieren und weit Vorausplanen, das hat er dann wohl von Nicholas de Fleury. Schön! Ich mag solche Entdeckungen! Ja klar, verglichen mit Lady Dunnett ist das hier ... Ach was, der Vergleich stellt sich gar nicht, muss er aber auch nicht.


    Jetzt müsste ich nur noch die Einflüsse von Berg und Flewelling nachweisen. Aber, wie gesagt, wenn ich die drei gern gelesen habe, wäre das nicht so unwahrscheinlich, dass es auch Pacat so gegangen ist, als sie noch nur Leserin statt Autorin war.

    Kaufen* bei

    Amazon
    * Werbe/Affiliate-Link





    Mir hat Band 2 deutlich besser gefallen, auch wenn ich kaum glauben konnte, dass das die gleiche Autorin und die Fortsetzung der Geschichte aus Band 1 ist, denn eigentlich ist es eine komplett andere Geschichte, mehr die, die ich anfangs erwartet hätte, die Komplikationen daraus, dass Damen der Sklave - hier eher der unfreiwillige Vertraute und Gefolgsmann - seines Erzfeindes ist, aneinander geschmiedet durch das gleiche Ziel und, unwillkommen, das Aufflackern von Gefühlen mit der gleichzeitigen ständigen Angst, dass seine Identität auffliegt.

    Faszierenderweise habe ich mittlerweile durch Band 3 aber herausgefunden, dass es tatsächlich Sinn gibt, dass der Laurent aus Band 1 ein komplett anderer Mensch als der aus Band 2 ist. Das hat Pacat hübsch gemacht, dennoch wünschte ich, sie hätte sich mit Band 1 ein bisschen mehr Mühe gegeben, aber gut.


    Ich fand es auch sehr gut, dass sie sich bei der persönlichen Beziehung von Damen und Laurent sehr viel Zeit gelassen hat und es auch danach keine einfachen Lösungen gibt. Die Art und Weise, wie sie uns verrät, dass Damen sich verliebt hat, fand ich hübsch, denn das Wort "Liebe" taucht niemals auf.


    Das Ende fand ich großartig, klassischer Fall von Ups!


    Diesmal verwette ich keine nicht vorhandenen Schmuckstücke und es ist vielleicht nur Einbildung, aber dieses "Schmieden des Korps", als Damen Laurent hilft, sein Regiment in Form zu bringen, als die Männer erstaunt feststellen, dass es ihnen Spaß macht, gedrillt zu werden, hat mich hier nun interessanterweise an Dorothy Dunnetts "Disorderly knights" erinnert. Und Laurents und Damens Exkursionen in die Stadt und verrückte Fluchten aus Bordellen wiederum an Lynn Flewellings "Schattengilde". Ich denke, wenn ich mit ihr fertig bin, werde ich mal recherchieren, ob ich literarisch-paranoid bin. ^^ Immerhin wäre es diesmal eine ungewöhnliche, aber zumindest nicht verrückte Kreuzung dieser Einflüsse, den Band 2 hat mir, wie gesagt, ganz gut gefallen und wenn ich alle diese Autorinnen lese und mag, warum dann nicht Pacat, denn ich bin ja nicht komplett zufällig bei ihr gelandet.


    Zugegeben, ich kiefle auch noch daran, dass hier offenbar Quasi-Griechenland an Quasi-Frankreich anschließt, so rein geographisch. Dafür aber ist das ein Fantasy-Sub-Genre, das ich sehr mag, pseudo-historisch ohne einen Funken Magie und mittlerweile dankenswerterweise ohne plakative und sinnlose BDSM-Spielchen. Nicht, dass ich ein Problem damit habe, ich habe Bücher dieser Art gelesen, aber es muss auch in den Rahmen passen.


    Also, noch mal, für mich war Band 2 eine überraschende, aber willkommene Verbesserung.

    Kaufen* bei

    Amazon
    * Werbe/Affiliate-Link


    Schau an, hätte ich mir nicht gedachte, diese Bücher hier zu finden! Ich lese mich gerade durch die Trilogie, bin schon bei Band 3.


    Band 1, "The captive prince", hat mich ziemlich enttäuscht, denn der Klappentext klang spannend, die Geschichte hat sich dann aber wie eine verrückte Kreuzung aus "Transformation" von Carol Berg (der Sklave mit der hohen Abstammung und der arrogante, brutale Prinz und dennoch der Beginn einer ungewöhnlichen Beziehung) und A.N. Roquelaures (Anne Rice) "Beauty"-Reihe (die BDSM-Spielchen und die "pets", die persönlichen Lustsklaven des Adels) gelesen. Ich verwette meinen nicht vorhandenen Ohrring, dass die Autorin beides kennt!


    Außerdem blieb es ziemlich hohl, denn wir haben eigentlich nie erfahren, wie es Damen damit ergeht, psychisch, vom Prinz zum Sklaven geworden zu sein. Allerdings blieb dafür wohl kein Raum, denn mit - in meiner englischen ebook-Version - gerade mal 160 Seiten ist das hier eher ein Buchilein als ein Buch. Ich habe mich nach Band 1 geärgert, dass ich hochmotiviert gleich alle 3 Bücher gekauft hatte, aber war dann doch neugierig genug, Band 2 zu beginnen. Und gut war das! Aber das ist eine andere Geschichte. ;)

    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Buch24.de

    * Werbe/Affiliate-Links

    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Buch24.de

    * Werbe/Affiliate-Links


    Inhalt:

    Das Leben des Heiligen Dunstan von Canterbury, der alle englischen Könige von Aethelstan bis Aethelred the Unready erlebt hat, einige als Berater und Freund, andere nicht unbedingt.


    Meinung:

    Als Fan historischer Romane war mir Iggulden natürlich ein Begriff, aber bislang hatte ich von ihm nichts gesehen, was mich thematisch besonders gereizt hätte. Aber an diesem Buch konnte ich nicht vorbei - und gut war das!


    Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich bei Bernard Cornwell Freund Uhtred bis zur Vollendung der Herrschaft von König Aethelstan begleitet habe ("War Lord") und natürlich war ich dann gespannt, wie es eigentlich weiterging mit dem Haus Wessex. Sehr verwirrend auf jeden Fall, da sich dann scheinbar die Könige, Brüder, Neffen und dann Großneffen, die Krone in die Hand gegeben haben. Somit war "Dunstan" ein gefundenes Fressen für mich, denn mit einem spannend geschriebenen Roman ist es dann immer ein bisschen einfacher, die Geschichte mitzuerleben und das macht Iggulden hier wunderschön. Ob er mir historischen Unsinn erzählt, kann ich natürlich nicht sagen, aber immerhin hat er, was stets zu begrüßen ist, ein historisches Nachwort, wo er manches erklärt, wie den etwas unerwarteteten Namen Audrey. Aber gut, es schwirrt einem hier schon bald der Kopf vor lauter Aethel-, Aelf-, Ed-, ... Da muss man als Autor wohl kreativ werden.


    Die größte Stärke des Buches ist Dunstan selbst, ein sehr ungewöhnlicher Held, schon durch seinen Beruf als (historischer) Kirchenfürst. Er ist nicht unbedingt sympathisch, erfüllt aber gleichzeitig auch nicht das Klischee des ruchlosen Machtmenschen. Er ist einfach ein sehr kluger, ehrgeiziger und manchmal durchaus zu schockierenden Taten fähiger Mann. Ich könnte nicht sagen, dass ich ihn besonders mochte, aber ich konnte dennoch nicht umhin, mit ihm mitzufiebern. Schön gemacht war auch, wie Iggulden die Legenden über Saint Dunstan (von dem ich tatsächlich noch nie etwas gehört hatte) in sehr viel profanere Ereignisse ummünzt.


    Ein weiterer Bonus war, dass wir zu Beginn viel Zeit in Glastonbury verbringen, was mir ein wunderschönes Gefühl des "Da war ich!!!" beschert hat. Leider, auf einen lieben Gruß an Cornwell, wie zB einen steinalten northumbrischen Fürsten habe ich umsonst gewartet. ;) Dafür war die Schilderung der Schlacht von Brunanburh hier die unterhaltsamste Schlachtenbeschreibung, die ich je gelesen habe!


    Wir werden sehen, ob ich die Bekanntschaft mit Iggulden ab hier vertiefe. Dieses Buch werde ich auf jeden Fall in allerbester Erinnerung behalten.


    5ratten

    Was mich auch ein wenig enttäuschte war, dass in der Serie weniger die Konflikte zwischen Uhtred und seinem ältesten Sohn herüber kommen oder die sehr engen, freundschaftlichen Beziehunge zu seinen Mitstreitern manchmal fast vernachlässigt wirken.

    Aber ansonsten eine wirklich ganz tolle Serie!

    Geht mir ähnlich, ich mag die Serie wahnsinnig gern, aber manches finde ich auch eher schade. Und das mit Uhtreds Söhnen ist definitiv ein Wermutstropfen. Ich mag Young Uhtred, den Priestersohn, aber ich vermisse in der TV-Serie Osbert/Uhtred, den Kriegersohn, den wir wohl nicht mehr treffen werden. ;(

    Was die Freunde betrifft, so ist es für mich in erster Linie Finan, der ein bisschen zurückstecken muss, aber es gibt dennoch immer wieder Szenen, wo man dann doch die innige Freundschaft der beiden sieht.

    Bei den anderen verstehe ich es, dass man, um den Serienschauer nicht zu verwirren, das auf "Uhtred's merry men" reduziert hat. Hat man bei "Sharpe" damals ja ähnlich gemacht.

    Das wäre mit Sicherheit spannend zu lesen (auch wenn ich persönlich dazu lieber ein bisschen Abstand hätte, bis ich's lese).


    Oder er schreibt mit anderen Protagonisten über das Thema, dann können die hier ihr Happy End behalten ;)

    Das war mir sogar mit Brexit eigentlich noch zu nahe. Aber ich hatte Lust und GSD haben mich die netten Leute ein bisschen getröstet. Nach 3 Büchern bin ich definitiv verknallt in den wundervollen Benjamin, eine Ikone der Introvertierten. :)

    Obwohl, jetzt warte ich fast auf den Covid-Roman Coes, wobei der dann wahrscheinlich definitiv ZU deprimierend wäre, denn unsere Freunde werden langsam alt.

    Huh, ja ... den könnte ich wohl frühestens in 10 Jahren vertragen ... obwohl er das sicher auch gut machen würde.

    Ich habe mir das nur gedacht, weil durch Covid die ganze Brexit-Geschichte ein bisschen verwässert wurde, so dass die wahren Folgen jetzt vielleicht nicht so klar ersichtlich sind und die XXX die ihnen das eingebrockt haben, wohl wieder damit durchkommen werden. Das zu untersuchen wäre vielleicht ganz interessant. Aber ist vielleicht besser, denen, die es bekommen haben, ihr Happy End zu lassen.

    So, nun habe ich die Trilogie beendet. "Middle England" hat mir grundsätzlich auch gut gefallen, auch wenn der "historische" (weil es ja fast buchstäblich erst gestern war) Hintergrund natürlich super deprimierend war. Aber gleichzeitig auch hübsch gemacht, dieses "na das wird man doch noch sagen dürfen" und "political correctness" als Ausrede für das eigenene Scheitern, das dann geballt zu einer verhängnisvollen Lawine wird. Obwohl, jetzt warte ich fast auf den Covid-Roman Coes, wobei der dann wahrscheinlich definitiv ZU deprimierend wäre, denn unsere Freunde werden langsam alt.


    Was das Personal in diesem Buch betrifft, war es mir eindeutig zu viel Sophie, deren Eheprobleme mich einfach nicht sonderlich gefesselt haben. Ich hätte es interessanter gefunden, wenn Coe ihren Jobproblemen mehr Aufmerkamkeit gewidmet hätte, dass ausgerechnet sie, eine kluge, liberale junge Frau durch eine unbedachte Aussage in massive Schwierigkeiten gerät. Und, ist vielleicht gemein, aber ich fand Sophie nicht annähernd so interessant wie die Elterngeneration, die wir bereits seit "The Rotters Club" begleiten. Erstaunlicherweise habe ich vor allem den unsympathischen Onkel Paul vermisst!


    Aber wie von Anfang an ist Benjamin der Kitt, der alles zusammen hält und ich fand es sehr nett, dass Coe im Nachwort erzählt, dass ihm selber gar nicht so bewusst war, in "The closed circle", dass Benjamins definierende Beziehung nicht die zu Cicely war, sondern zu seiner Schwester Lois und dass er das untersuchen wollte. Das schließt auch hier wunderschön einen Kreis, ganz besonders am Ende.


    PS: Das mit den Clowns scheint tatsächlich weit verbreitet zu sein! Da musste ich an das hier denken, aus den Dreharbeiten zu Oasis' Video von "Wonderwall".

    Zitat

    The clowns are in there because…well I needed another element – simple as that. On the day the two clowns got into a huge fight because they were both told they would be the only clown on set – and you know how clowns are when they find they’ve been double-booked.


    http://www.oasis-recordinginfo.co.uk/?page_id=577