Beiträge von tom leo

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Ein schönes Thema, das mich ebenso beschäftigt.


    Dazu gibt es eine Unmenge an Literatur und Du kannst Dich da selber etwas durcharbeiten. Als Beispiel für den italienischen Franziskusweg hier:


    http://www.google.fr/#hl=fr&sc…&biw=1024&bih=674&safe=on


    zum Jakobsweg, hier:
    http://www.google.fr/#hl=fr&sa…70fb1eb3&biw=1024&bih=674


    Der Jakobsweg durchzieht ja auch in einigen Varianten Deutschland. Dazu gibt es viele Vorschläge:
    http://www.fernwege.de/d/jakobsweg/index.html


    Es gibt auch eine Vielzahl anderer, weniger bekannter Pilgerwege in Deutschland. Unter ihnen z.B. die Matthiaswallfahrten nach Trier.


    Selbst wenn Du (und andere) diese Wege durchaus mit ganz eigenen Motivationen angehen kannst, finde ich es dennoch gut, sich zu fragen, mit welcher Einstellung andere Menschen gegangen sind, gepilgert sind. Dazu könnte man schon einige zugängliche geistige Lektüren suchen, z.B von hier ausgehend:
    http://www.google.fr/#hl=fr&sa…70fb1eb3&biw=1024&bih=674

    Andrzej Stasiuk – Galizische Geschichten


    Original: Opowiesci galicyjskie (Polnisch, 2001)


    Übersetzerin: Renate Schmittgall


    ZUM BUCH:
    Südostpolen nach der Wende. In einem Dorf verrottet die frühere LPG, und das kleine Menschenuniversum gerät aus den Fugen. Wer nicht mehr fortkommt, bleibt am Fenster sitzen wie die alte Frau, die noch heute ihre sechs Töchter auf dem Wiesenweg davongehen sieht, oder wie Herr Lewandowski, der im ungeheizten Zimmer vor dem Foto seiner Frau hockt und von Warschau träumt. Nur der ewig verschuldete Wäadek kommt zu Geld. Den vergammelten Kiosk mit Zahnbürsten, Papstbildern, drei Zigarettensorten und dem blassen, gelangweilten Gesicht der Verkäuferin verwandelt er in eine gleißende Licht- und Farbenpracht - die Erschaffung der Welt im grauen Raum zwischen Kneipe und Dorfplatz.


    In dieser Gegend, die früher ein Teil Galiziens war und schon immer zu den ärmsten und rückständigsten Regionen Polens gehörte, findet Andrzej Stasiuk, was er sucht: Bilder aus dem imaginären Alltagsmuseum Mitteleuropas, Geschichten, die er sich in dämmrigen Wohnstuben, in Kirchenruinen und an den Busstationen einer verlassenen Provinz erzählen lässt, Lebensträume und Hoffnungen, die sich gegen die Gewalt einer ganzen Epoche behauptet haben.
    Ein sympathisierender Blick ruht auf den Gestalten, und auch dem Übernatürlichen und Unwahrscheinlichen verschließt der Autor sich nicht. Menschen mit sparsamen Strichen und ihr Drama auf wenigen Seiten, unter Verzicht auf jede Erklärung zu entwerfen, ist eine Kunst, die Andrzej Stasiuk meisterhaft beherrscht.
    (Quelle: Amazon-Kurzbeschreibung)


    ANMERKUNGEN:
    Man kann die 15 durchschnittlich circa zehnseitigen Geschichten des Buches durchaus autonom lesen: sie stehen zunächst einmal für sich da. Doch zahlreich sind die Bezüge und Querverweise, und bei aufmerksamen Lesen ergibt sich sogar eine mehr oder weniger lineare Erzählung. Wie Stasiuk das konstruiert ist schon klasse.


    Wer aber rosige Geschichten erwartet mag überrascht sein von der anscheinend düsteren Atmosphäre: Alkoholismus und auch Gewalt beherrschen manchen Zeitgenossen, und so wie in anderen Büchern Stasiuks manchmal eine apokalyptische anmutende, ruinenhafte Landschaft beschrieben wird, so sind auch viele Charaktere dieser Geschichten am Rande der Würde. Manche Geschichten aber sind grotesk und humorvoll, so der uns allen bekannte Menschentyp des Erzählers (Kruuk), der immer wieder vom Hölzchen aufs Stöckchen kommt, und stundenlang für seine Geschichten braucht. Das Finale des Buches ist grandios und stellt die Menschen des Dorfes in eine Solidarität, ein Feiern, an das man sich erinnern sollte.


    Stasiuk beschreibt als Einheimischer, nicht einfach als Außenstehender. Er lebt ja selbst seit Jahren in dieser verlassenen Gegend des alten Galiziens, nahe an der slowakischen Grenze. Hier und da taucht er diskret auf als Beobachter oder Zeuge.


    ZUM AUTOR:
    Andrzej Stasiuk, der in Polen als wichtigster jüngerer Gegenwartsautor gilt, wurde 1960 in Warschau geboren, debütierte 1992 mit dem Erzählband "Mury Hebronu" (Die Mauer von Hebron), in dem er über seine Gewalterfahrung im Gefängnis schreibt, denn1980 wurde er zur Armee eingezogen, desertierte nach neun Monaten und verbüßte seine Strafe in Militär- und Zivilgefängnissen. 1986 zog er nach Czarne, ein Bergdorf in den Beskiden. Stasiuk schreibt seit Jahren Kritiken und Essays für die größten polnischen Tageszeitungen Gazeta Wyborcza und Rzeczpospolita, aber auch für den L'espresso und die deutschen Blätter Süddeutsche Zeitung und Frankfurter Allgemeine Zeitung. (Quelle und mehr Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Stasiuk )

    Cesare Pavese – Am Strand


    Original : La spiaggia (Italienisch, 1942 pour la première édition complète, après la publication par chapitres à partir de 1941 dans des mensuelles)


    ZUM INHALT :
    Doro hat geheiratet und Turin für Genua verlassen. Allzulange sah er nicht seinen alten Freund, einen Lehrer. Eines Sommertages taucht er bei ihm auf und will mit ihm seine Heimat in den Bergen besuchen, Ort ihrer Jugend. Was ist wohl das Drama im Leben des scheinbar glücklichen Doro, fragt sich der alte Freund und Ich-Erzähler ? Er folgt ihn auf seine Einladung hin zu einem gemeinsamen Sommer am Meer und lernt dort Celia, die faszinierende und vielfacettenhafte Frau Doros, kennen und Freunde aus ihrem Bekanntenkreis. Aber ihre Ehe scheint zu funktionieren... (Auszug aus der Produktbeschreibung auf der italienischen Seite boli.it ; meine Behelfsübersetzung ; die deutsche Amazonseitenbeschreibung finde ich weniger zutreffend...)


    BEMERKUNGEN :
    In vielen verschiedenen Intensitäten und Einstellungen geht es in diesen 11 Kapiteln immer wieder um das Angezogensein der hier dargestellten Männer durch diese oder jene Art « Frau ». Mag Celia auch im Mittelpunkt stehen, so gibt es noch andere Frauen. Und viele Weisen, Attraktivität auszuüben, bzw. als Mann sich mehr oder weniger zu öffnen, anziehen zu lassen, zu lieben...


    Das hört sich nach oft Gelesenem an, nach einem universalen Thema. Und das ist auch zweifelsohne der Fall. Aber Pavese beschreibt die Variationen, die Reaktionen der Einzelnen auf so feine und subtile Art : er kommt nicht mit großen Betrugsaffairen daher, einschlägigen Bettszenen und dergleichen, sondern beschreibt manchmal durch kaum wahrnehmbare Anzeichen : ein Wort, eine Geste – oder auch ein unterlassenes Wort, ein Zittern in der Stimme etc. All das ist von großer Feinfühligkeit, könnte aber auch beim ein oder anderen Leser den ersten Eindruck hinterlassen, dass hier letztlich nicht viel passiert.


    Aber ja doch : am Ende wird Celia und ihrem Mann etwas zuteil, was vieles auf den Kopf stellen wird.Auf die einfachste Art und Weise.


    Vielleicht nicht der erste Roman von Pavese, den ich empfehlen würde, aber für die Liebhaber seiner Werke sicherlich auch eine Entdeckung. Und ebenso ein Werk, in dem der Autor durch die verschiedenen Personen auch und gerade von seinen eigenen Wünschen und Sehnsüchten spricht, wie es in einem interessanten Vorwort meiner zweisprachigen italienisch-französischen Ausgabe heisst.


    ZUM AUTOR:
    Cesare Pavese, 1908 in San Stefano, einem kleinen Dorf in der Provinz Cueno, geboren und dort auch aufgewachsen, verbrachte seine Jugend in Turin und studierte dort Literaturwissenschaften. Er wurde Lehrer und schließlich 1938 Lektor bei Einaudi (bedeutender italienischer Verlag). Früh hatte er Kontakt zu antifaschistischen Kreisen und wurde wegen seiner Haltung verurteilt und 1935/36 für acht Monate nach Kalabrien verbannt. Er trat 1945 der kommunistischen Partei bei.


    Als Prosaautor und Dichter errang Cesare Pavese Weltruhm; er hat die italienische Nachkriegsliteratur beeinflußt wie kein anderer. Begonnen hatte er mit Übersetzungen (englischer und vor allem amerikanischer Autoren) und Gedichten, und mit einem Gedicht-Zyklus. 1950 wurde er mit dem bedeutendsten italienischen Literaturpreis ausgezeichnet; wenige Monate später beging er Ende August 1950 Selbstmord. (Quelle Amazon ; siehe auch mehr unter : http://de.wikipedia.org/wiki/Cesare_Pavese )


    Taschenbuch: 110 Seiten
    Verlag: ECON-Taschenbuchverlag (1. November 2001)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3548601790
    ISBN-13: 978-3548601793



    ital. ISBN : 9788806189723
    Link : http://www.bol.it/libri/La-spi…880618972/#scrivicommento


    Ich las folgende zweisprachige (französische und italienische) Ausgabe :
    http://www.amazon.fr/La-Plage-…TF8&qid=1336937239&sr=8-1
    2070418154

    Harrer selbst mag eine umstrittene Persönlichkeit gewesen sein. Du erwähnst eventuell zu Recht seine Persönlichkeit. Andere haben sogar auf andere, von Dir unerwähnte, Aspekte seines Lebens hingewiesen.


    Ich sehe in diesem Buch das Hauptinteresse aber wohl in der Begegnung mit einer "anderen Welt". Immerhin war Tibet ein nahezu unzugängliches Land gewesen, und nur wenig Europäer hatten bis dahin dorthin gefunden. Nun findet Harrer sogar Zugang zum Dalai Lama und berichtet teilweise später von Dingen, Sitten, die faszinieren können (nicht müssen). Er war einer der wenigen (europäischen) Augenzeugen bei der Eskalation der Gewalt in Tibet und der Flucht des Dalai Lama nach Indien.
    Diese Lektüre sollte - was Tibet anbetrifft - eventuell anderweitig ergänzt werden, doch als ein sehr außergewöhnliches Zeugnis kann das Buch schon hinhalten.
    Wem es nicht um eine sympathische Hauptperson Harrer geht, kann in anderen Gebieten hier doch ein interessantes Buch finden. Ich habe es begeistert gelesen.

    Sofi Oksanen - Fegefeuer


    ZUM INHALT:
    Als 1992 die Sowjetunion zusammenbricht feiert die estische Bevölkerung den Abzug der Russen und die Unabhängigkeit. Doch die alte, misstrauische Aliide Truu fürchtet Plünderungen und lebt zurückgezogen in ihrem Haus. Als sie ein Bündel in ihrem Garten findet, das sich als junge Frau entpuppt, schluckt sie ihre Skepsis und Menschenverachtung herunter und nimmt Zara in ihr Haus auf. Zara ist auf der Flucht vor ihren Zuhältern, die sie mit brutalster Gewalt zu Willfährigkeit gezwungen haben und ihr schon dicht auf den Fersen sind. Doch Zara sucht keineswegs so zufällig Unterschlupf bei Aliide, wie diese glaubt: Aliide könnte die Schwester ihrer Großmutter sein. Während Zara noch Beweise für die Verwandtschaft sucht und nach einer Möglichkeit, Estland zu verlassen, fühlt sich Aliide von der jungen Frau bedroht: Zu oft musste sie Leib und Seele, Hab und Gut vor Eindringlingen schützen. In Rückblenden entsteht das immer schärfer werdende Bild einer Familientragödie, die fast fünfzig Jahre zuvor, als Estland von den Russen besetzt wurde, ihren Höhepunkt fand.


    BEMERKUNGEN:
    Was hier und anderswo notgedrungen chronologisch erzählt wird, entfächert sich bei Oksanen meisterhaft und langsam durch Sprünge in die verschiedensten Zeitebenen, von den 30iger Jahren angefangen bis eben 1992, insofern umspannt der Roman an die sechs Jahrzehnte nicht nur familiärer und personeller Geschichte, sondern auch ihrer Einbettung in die „große Geschichte“. Meines Erachtens geht es hier also nicht nur um einen Frauenroman, sondern um eine Abrechnung mit verschiedensten Formen der Kollaboration, der Feigheit, des Leides, der Eifersucht. Und wie unausweichlich diese Ebenen menschlichen Handelns in diktatorialen Umständen auswuchern und Konsequenzen hat. Kein Wunder, wenn solch ein Buch dann nicht nur als gute Unterhaltungsliteratur aufgefasst wurde, sondern von Betroffenen (in Estland) auch als Möglichkeit, sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen.


    Das Hin- und Herspringen auf der Zeitleiste erfordert eine gewisse Leseanstrengung, doch dem Leser wird geholfen: jedes Kapitel wird überschrieben vom erzählten Jahr. Auch befindet sich im Anhang eine Chronologie zur Geschichte Estlands. In wohl jedem Kapitel erlesen wir uns eine Information, die das Bild auf die Geschichte der Hauptdarsteller verändert. Somit liest sich die Geschichte dieser beiden Frauen, Aliide und Zara, wie ein Kriminalroman. Man ist erschüttert über erlittene Gewalt, doch – was Aliide anbetrifft – auch von angetaner Gewalt aus Eifersucht.


    Ein fesselndes Buch, das hier vielen gefallen könnte!
    4ratten


    ZUR AUTORIN:
    Sofi Oksanen, geboren 1977, Tochter einer estnischen Mutter und eines finnischen Vaters, studierte Dramaturgie an der Theaterakademie von Helsinki. Ihr dritter Roman, "Fegefeuer", war monatelang Nummer eins der finnischen Bestsellerliste, verkaufte sich in Finnland so gut wie "Harry Potter" und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Finlandia-Preis sowie dem Literaturpreis des Nordischen Rates. Sofi Oksanen lebt in Helsinki.

    Ich las alle vier Bände vor vielen Jahren auf Französisch und war, insbesondere von den ersten beiden, sehr begeistert. Da sind so viele Anekdoten, die einem teils noch nach Jahren vor Augen schweben!


    Es gibt anscheinend auch eine deutsche Fassung dieses ersten Bandes, unter dem Titel "Der Ruhm meines Vaters".


    Ebenfalls gab es eine Verfilmung, von Marcel Pagnol selber, der ja ebenfalls ein Regisseur war.


    Prima Unterhaltung!

    Chaim Potok – Die Erwählten


    Original: The chosen (Englisch/USA, 1966)


    ZUM INHALT:


    New York/Brooklyn: in den 40iger Jahren die größte jüdische Stadt der Welt. Und mitten in diesem Universum leben Juden verschiedenster Schulen und Ausrichtungen neben- oder gar gegeneinander. Durch ein Baseballspiel, in dem sie auf verschiedenen Seiten fast feindlich gegenüberstehen, lernen sich die Fünfzehnjährigen Danny Saunders, Sohn eines charismatischen, chassidischen Rabbis und Zaddiks (http://de.wikipedia.org/wiki/Zaddik ) und der Ich-Erzähler Reuven Malter aus assimiliertem, intellektuellen, zionistischen Milieu kennen. Wir folgen der Geburt, dem Werdegang und den Anfechtungen einer seltsamen Freundschaft. Und gleichzeitig ist es auch die Geschichte von unterschiedlichen Vater-Sohn-Beziehungen und den geschichtlichen, kulturellen, religiösen Prägungen, die unsere Entscheidungen mitbestimmen.


    Danny ist höchst begabt und, entgegen den übertragenen Beschränkungen seiner Kultur, höchst neugierig, wissensbegierig. Und von daher: einsam. Er kann nicht mit seinem Vater kommunizieren: die Gespräche beschränken sich auf die intellektuellen talmudischen Auseinandersetzungen.
    Reuvens Vater kennt diesen Jungen zufällig, und wird bei einer Gelegenheit die Freundschaft seines Sohnes Reuven mit Danny begünstigen: als ob er Gegengewicht sein könnte.


    BEMERKUNGEN:


    Wie stellt es dieser Autor an, dass uns eigentlich wildfremde Themen plötzlich hoch interessant und ansprechend werden? Das fängt mit ausführlichen Beschreibungen eines Baseballspiels an und geht mit rabbinischen Streitgesprächen über den Talmud weiter. Nur so mit den Ohren können wir schlackern, wie hier eine Kultur dargestellt wird.


    Nun mögen einige sagen, dass all dies dann ja ein „jüdischer“ Roman sei. Das ist so exakt: keine Passage steht nicht in Zusammenhang mit dem Judentum. Dennoch wird dem aufmerksamen Leser gerade hinter den auch für uns alle interessanten historischen Einblicken und Kämpfen in dieser anderen Kultur mehr und mehr bewusst werden, wie viele spezifische Fragen hier allgemeine Gültigkeit besitzen und auch uns, in unseren Fragen und Eingebundenheiten ansprechen können. Neben spezifischen, auch intellektuellen Betrachtungen geht es vor allem um Fragen der Freundschaft, der Loyalität, ja der Liebe.


    Eng verflochten ist die „persönliche“ Geschichte der beiden Heranwachsenden mit der Zeitgeschichte: Die ersten Szenen spielen in Erwartung der Landung der Alliierten in der Normandie. Wir sind mit ihnen entsetzt bei den Befreiungen der KZ und der Entdeckung des Ausmaßes der Zerstörung des europäischen Judentums. Vielleicht verstehen wir mit ihnen und ihren Vätern besser jenen Schmerz? Und den Auftrag, den dann viele Juden, gerade auch in Amerika, verspürten, um eine neue Heimstatt zu schaffen (Zionismus)? (Das Wort „absurd“ kommt in diesem und auch in den persönlichen Konflikten, öfter vor.)
    Der Autor, selber Rabbiner und Verfasser verschiedener historischer Arbeiten, gibt uns so ganz nebenbei faszinierende Zusammenfassungen der europäisch-jüdischen und amerikanisch-jüdischen Geistes- und Kulturgeschichte und der verschiedenen religiösen Strömungen und Spiritualitäten.


    Ich bin sehr beeindruckt von diesem Werk und Autor, der mir in einer sehr ansprechenden und intensiven Geschichte von Heranwachsenden vieles sehr klar darstellen konnte.


    Die englische Fassung, die ich las, ist sprachlich gut zugänglich. Manch typische jüdische Terminologie wird sicherlich auch im Deutschen anzutreffen sein?!


    Ein echtes Highlight! Klare: 5ratten


    Es gibt eine Fortsetzung des Romans auf Englisch: “The promise”.


    ZUM AUTOR:


    Herman Harold Potok, besser bekannt als Chaim Potok (* 17. Februar 1929 in New York City; † 23. Juli 2002 in Merion, Pennsylvania), war ein amerikanisch-jüdischer Schriftsteller und Rabbiner.


    Chaim Potok wurde in der Bronx geboren. Seine Eltern waren Immigranten aus Polen. Traditionsgemäß gaben seine Eltern ihm einen hebräischen Namen. „Chaim“ ist das hebräische Wort für „Leben“. Er begann mit 16 Jahren zu schreiben. 1950 beendete Potok sein Studium in Englischer Literatur mit Auszeichnung. Auch ein Studium Hebräischer Literatur schloss er erfolgreich ab. Außerdem wurde er vom Jewish Theological Seminary of America zum Rabbiner ordiniert.
    Potok trat in die amerikanische Armee ein und verbrachte von 1955 bis 1957 mehr als ein Jahr als Militärrabbiner im Koreakrieg. 1958 heiratete er Adena Sara Mosevitzsky: sie hatten drei Kinder miteinander. 1965 erhielt er einen Doktorgrad von der University of Pennsylvania.
    (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Chaim_Potok und, noch ausführlicher, auf Englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/Chaim_Potok )


    Broschiert: 282 Seiten
    Verlag: Rotbuch (1996)
    ISBN-10: 9783880224858
    ISBN-13: 978-3880224858

    Andreï Makine versteht es immer, eine harte Realität so darzustellen, dass ein Freiraum der Menschlichkeit, bzw. ein Aufbäumen von Menschlichkeit dennoch durchdringt. Es bedarf aber wohl eines ganz aufmerksamen Lesens, um diese Zeichen wahrzunehmen.


    Das Lesen DIESES Buches von ihm liegt lange zurück, doch am Ende gibt es eine Entscheidung, die man natürlich als brutal, dunkel etc werten kann, die aber zur selben Zeit die absolute Behauptung der Freiheit ist.


    Ganz große Kunst, von jemandem, den ich schriftstellermäßig seit Jahren aufmerksam verfolge.


    Von ihm ist alles empfehlenswert!

    Elisabeth Gilbert – Eat, Pray, Love
    Eine Frau auf der Suche nach allem quer durch Italien, Indien und Indonesien


    Kurzbeschreibung (Amazon):
    Essen. Beten. Lieben. Das braucht der Mensch zum Glücklichsein. Aber die einfachsten Dinge sind die schwersten, das weiß auch Elizabeth. Mit Anfang 30 hat sie ihren Mann verlassen und steht nun vor einem Scherbenhaufen. Nach tränenreichen Nächten beschließt die New Yorkerin, eine lange Reise anzutreten: In Italien lernt sie die Kunst des Genießens kennen, in einem indischen Ashram alle Regeln der Meditation und in Bali trifft sie auf Felipe und erfährt durch ihn die Balance zwischen innerem und äußerem Glück.


    Ich habe mir das Buch nun erst einmal als Hörbuch auf Englisch zu Gute geführt, gelesen von der Autorin selbst, mit viel Charme, aber auch Persönlichkeit. Dann wird einem noch mehr bewusst, dass es sich nicht einfach um eine Fiktion handelt, sondern sich die Autorin hinter allem Humor außergewöhnlich offen zeigt und liefert. Denn es ist ihre Geschichte. Diese aber erzählt sie nicht einfach akribisch genau, oder was die angesprochenen Länder betrifft, als Landes- oder Reisebeschreibungen, sondern als persönliche Erfahrung. Geht es um eine Art „Reise“, dann wohl eher um eine ins eigene Herz und dann auch zu und mit anderen. Denn auch da, wo es bei Gilbert im ersten, in Italien spielenden Teil also hauptsächlich ums Essen geht, handelt es sich weniger um die rein äußerlich notwendige Nahrungsaufnahme, als vielmehr die Entdeckung des Genießens. Herrlich, mit ihr in diesem Land auf Entdeckungsreise zu gehen, wie man sich etwas zu gönnen lernt! Das „süße Nichtstun“ als Kunst des Lebens, und Absage an die ständigen Rechtfertigungen seines Tuns durch Nutzsucherei!
    Die eher „spirituelle“ Suche in einem Ashram Indiens, oder auch Teile des Aufenthaltes in Bali, bei einem Medizinmann oder auch einer Heilerin, mögen uns ferner stehen. Dennoch erzählt sie auch dort vieles, indem man sich wiederfinden kann und wo spirituelle und menschliche Erfahrungen etwas Universales beinhalten.


    Dieses Buch könnte man tatsächlich auch in den Bereich „Weltsicht“ stellen, auf jeden Fall ist es kein Roman oder eine Erzählung im fiktionalen Sinne. Dann schon eher ein autobiographischer Bericht. Hier spricht jemand mit großem Humor von dem, was leben lässt! Prima! Die von einigen Lesern empfundenen Banalitäten halte ich für sehr wahre, zentrale menschliche Grunderfahrungen einer spirituell Suchenden. Natürlich können wir selbst woanders stehen, doch Frau Gilbert spricht mit bestechender Ehrlichkeit von selbst Erfahrenem und Durchreflektiertem.

    Nuala O`Faolain – Sein wie das Leben
    (Original: englisch „Almost there”)
    Nuala O`Faolain wurde in Dublin geboren. Nach dem Studium arbeitete sie zunächst als Universitätsdozentin und als Produzentin, bevor sie eine renommierte Kolumnistin der Irish Times wurde. Als diese Kolumnen als Buch herausgegeben werden sollten, schrieb sie als Einführung und Begleitung einen autobiographischen Bericht, „Nur nicht unsichtbar werden“, der insbesondere in Irland für Aufregung sorgte: sie rüttelte an Tabus, sprach von einer schweren Kindheit, der alkoholkranken Mutter, ihren nicht gerade gerne gesehenen Affären etc. Im hiesigen fortführenden Teil schaut die Autorin auf die Jahre nach dem Erscheinen dieses ersten Teiles, die geprägt sind von den (Leser-)Reaktionen, aber – auf einer persönlichen Ebene – von einer Eindruck des Fehlens: eines Partners, eines Kindes... Zeiten relativer Einsamkeit inmitten eines gewissen Ruhmes und auch einer episodisch gelebten Beziehung. Sie pendelt zwischen den USA und Irland, erlebt einen neuen Frühling mit den eigenen Geschwistern und auch den Beginn einer vielleicht bleibenden Partnerschaft.
    Spürbar hat diese Frau einiges mitgemacht und zu erzählen. Als Leser kann man eventuell das ein oder andere so nicht für sich nachvollziehen oder akzeptieren, doch aus der Feder von Nuala O’Faolain spricht eine solche Offenheit und Ehrlichkeit, dass man genau spürt, dass sie sich nicht anbiedern, auch nicht einfach provozieren will. In diesen Lebensjahren Mitte der 50 und folgende, spricht sie als alternde Frau mit ihren Ängsten, Freuden, Wünschen – dabei macht sie sich nicht schöner, aber auch nicht schlechter als sie ist. Ich musste mir mehrere wunderbare Gedanken herausschreiben: diese Frau hat wohl Muße gehabt, über ihr Leben nachzudenken und es nicht einfach nur über sich ergehen zu lassen, selbst wenn manchmal der Vorwurf in Richtung ihrer Kindheit, ihrer Erziehung, dem Mief eines engen Milieus spürbar ist. Dieses Buch ist keine Unterhaltung und sollte wohl auch nicht das erste Buch von ihr sein (ich habe es nichtsahnend erhalten und einfach gelesen), doch wer sich mit einer Frauenfigur Irlands auseinandersetzen will, die in ihrem Leben manch unausgesprochenen Problemen einen Ausdruck geschenkt hat oder sich nach dem Lesen ihrer Romane angezogen fühlt, mag hier eine recht anspruchsvolle Lektüre finden.
    Broschiert: 259 Seiten
    Verlag: List Tb.; Auflage: 1 (Juli 2005) Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3548605567
    ISBN-13: 978-3548605562


    Für eine Ausgabe im englischen Original:
    Nuala O’Faolain -Almost there
    Hardcover: 288 pages
    Publisher: Michael Joseph Ltd (20 Mar 2003)
    Language English
    ISBN-10: 0718146522
    ISBN-13: 978-0718146528


    Wer "Irlandfeeling" nur mit grüner Insel und Folkmusik verbindet ist hier natürlich fehl am Platz. Dennoch ist die Beschreibung ihres Lebens ohne den irländischen Kontext kaum denkbar...

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    Orhan Pamuk - Istanbul. Erinnerungen an eine Stadt


    Zum Buch:
    Untrennbar miteinander verbunden sind bei Orhan Pamuk die Erinnerungen an die eigene Kindheit und Jugend mit den Erinnerungen an die Stadt Istanbul.


    Zum Autor:
    Geboren wurde Pamuk 1952 in eine wohlhabende Großfamilie hinein. Zwar kommt es später zu mehreren Wohnungswechseln innerhalb der Viertel (und einem Aufenthalt in den USA), doch bleibt er der Stadt eng verbunden. Im Laufe der Jahre verliert die Familie ihren Reichtum. Sie ist der Tradition Atatürks folgend dem Westen hin offen und Orhan wächst mit westeuropäischen Autoren auf; besucht ein englischsprachiges College. Er wollte zunächst Maler werden, musste sich aber zunächst auf ein Architekturstudium einlassen. Später wechselte er und erwarb einen Abschluß als Journalist, arbeitete aber schnell als freischaffender Schriftsteller.
    2005 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 2006 den Nobelpreis für Literatur.


    Einige Eindrücke:
    Mich fasziniert zunächst die einfache Frage: Wie erlebt jemand seine eigene Stadt, welchen Blick wirft man auf sie? Wie stehe ich im inneren Dialog zu den Strassen, Orten, Ruinen? Woher kommt eigentlich dieser Orhan Pamuk, der nun nach dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels auch den Nobelpreis erhalten hat und dessen Buch „Schnee“ ich begeistert gelesen habe? UND mich interessiert auch, wie sich denn nun (nach Einschätzung des Autors) Istanbul (und die Türkei) befindet.


    Ich habe wohl nie von einer solchen Verflechtung zwischen Identität, eigenem Werden und Empfinden, Aufwachsen UND dem Herkunftsort, der Stadt gelesen. So ist dieses Buch sicherlich geeignet, Orhan Pamuk kennen zu lernen, der sich sehr persönlich äußert, aber gleichzeitig und untrennbar davon auch etwas von jener Atmosphäre Istanbuls zu erahnen, die sich auf ihre Einwohner auswirkt, so sehr, dass das Erzählen über die Stadt immer auch ein Erzählen von sich selbst ist und das Erzählen von sich selbst immer auch ein Erzählen über die Stadt.


    Istanbul erscheint als Stadt mit einer großen Vergangenheit (ottomanisches Reich) aber wie am Ende einer Epoche, Zivilisation. Die sichtbaren Ruinen, eine Art Nostalgie jener Zeit prägen das Heute. Dies nennt Pamuk die „Melancholie der Ruinen“. In dem Zusammenhang taucht immer wieder ein typisch türkischer Begriff auf „hüzün“: eine Art gemeinschaftlich erfahrener Schwermut. Diese Beobachtungen erinnerten mich so sehr an vielleicht ansatzweise ähnliche „Gemüter“, in Portugal, Russland...


    Dieses Buch ist nicht ein Reiseführer für einen Zweitagesaufenthalt in Istanbul. Doch wer vielleicht schon dort war, oder aber das Land und das Empfinden der Einwohner besser kennen lernen will (eventuell ja auch einfach Pamuk selbst), findet in diesem Buch eine sehr schöne Einführung und Vertiefung.
    Mir ging öfters durch den Kopf, wie sehr dieses Buch gerade für Menschen im Kontakt mit türkischen Menschen, oder für ein besseres Verstehen des Gemüts interessant wäre. Angesichts der Frage der Nähe oder Ferne der Türkei zu Westeuropa, bzw. der Mitgliedschaft in der EU bieten die Gedanken von Pamuk viel Stoff...


    Immer interessant zu lesen, wenn auch eventuell ein bisschen zu lang.


    Ich las die englische Ausgabe und kann nichts über die deutsche Übersetzung sagen. Zumindest die amerikanische Ausgabe wäre wesentlich billiger:
    Istanbul: Memories and the City (Paperback)
    by Orhan Pamuk

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    EDIT: ISBNs in Amazonlinks umgewandelt. LG, Saltanah

    ANMERKUNGEN:
    Das Buch taucht uns in ein Land und gibt uns so vielleicht einige Einblicke über Vorgänge, Themen, Probleme in Ägypten, und vielleicht auch darüber hinaus, manch andere islamische Gesellschaften?!
    Man befindet sich so z.B. zwischen dem Wettstreit mit dem Okzident und dessen Ablehnung, zwischen Laizismus und religiösem Extremismus, dem Wunsch, aus dem Sumpf zu kommen und gleichzeitig sich zu kompromittieren.
    Natürlich kann man mit der uns eigenen Prise Selbstgerechtigkeit vom Kulturschock reden, denn die beschrieben Verhältnisse in uns auslösen: die Allgegenwart der Korruption, die Oberflächlichkeit mancher formelhafter Religiösität (in unseren Augen) oder gar deren gewaltsame Instrumentalisierung, die Unterdrückung der Frau.


    Ohne nun dem einfach zu widersprechen, will ich herausstellen, was mich in diesen Themenbereichen besonders berührt hat, oder wie ich gelesen habe:


    Mir schien, dass man verschiedene Personen schnell in die „Opfer- oder Täterrolle“ schieben kann. Was mir auffiel war, dass fast alle Hauptpersonen des Buches auf die eine oder andere Weise früher oder später gedemütigt worden sind, zutiefst Scham erfahren haben infolge von Ungerechtigkeit etc. Ist uns bewusst – fragte ich mich – inwieweit manche Gewalt dann aus solchem erlittenen Leid entstanden ist? Gilt dies nicht – um aus dem engen Rahmen eines Hauses von Kairo hinauszugehen – auch für ein gewisses Lebensgefühl in manchen Ländern dieser Zonen?


    So wird der anfangs eher gerechte Taha durch Unrecht langsam dem Extremismus näher gebracht..., erfährt in der islamischen Parallelgesellschaft eine größere Gerechtigkeit, Gemeinschaft als in der säkularen.


    Auch in anderen Personen des Romans kann man ähnliche Reaktionen unterscheiden...


    Meine Anfrage oder auch mein Kritikpunkt am Buche wäre wohl, dass sich auch ein Land wie Ägypten nicht in diesen manchmal schematischen Darstellungen reduzieren lässt. Zumindest glaube ich fest daran, dass es (natürlich!) auch in diesem Land noch andere Charaktere und Lebenserfahrungen gibt – es wäre zu hoffen!


    Lesenswert!

    Ich habe das Werk von Herta Müller sowohl als Buch als auch als Hörbuch erhalten und habe es nun erst einmal « gehört » durch die Stimme von Ulrich Matthes. Und bin ziemlich beeindruckt. Man kann sich fragen, ob der Sprachstil dem Thema angemessen ist. Ich nahm beim Hören natürlich nicht solche Fragen wie Orthographie wahr und war trotz der Komplexität des Buches beeindruckt von der Sprache UND dem Inhalt. Mag sein, dass diese Art künstlerischer oder gar gekünstelter wirkender Sprache die Distanz aufkommen lassen will, die jemand manchmal aufbaut, der Schreckliches erlebt hat? Mag auch sein, dass beim Ich-Erzähler etwas definitiv gebrochen ist, so dass auch fehlende Satzzeichen, gewisse sprachliche Distanzierungen sozusagen das Erlebte spiegeln.


    Aber es stimmt, dass es etwas Verwirrendes an sich hat (haben kann), wenn man in solch künstlerisch ausgefeilten Sprache über solch ein raues, rohes Thema spricht...?!


    Auf jeden Fall beschreibt Müllers Sprache manche Einzelheiten grauenvoll gut: Man hat Gerüche in der Nase, sieht Bilder vor sich. Die „Schönheit“ der Sprache versteckt diese Grausamkeiten ja nicht. Einige Grundthemen, wie vor allem der Hunger und die damit verwandten Themen des Brotes, des Klaus etc. werden so präzise, kreisend geschildert, dass man sich in das Leben eines Häftlings hineinversetzen kann. Das gilt ebenso für Passagen über die Arbeit, das Neben- und Miteinanderleben...
    Beim Hören fragte ich mich manchmal: Woher weiß die Frau Müller das? Das ist ja unglaublich prägnant! Dann verstand ich durch Kommentare besser, dass sie also im direkten Kontakt mit Betroffenen stand. Das erkennt man mit diesem Wissen dann sofort.


    Das Leben „danach“ wird geprägt vom Lager: man kann es nicht einfach abschütteln und hinter sich lassen. Der Ich-Erzähler schleppt Manches mit sich herum. Insofern gehören das Davor und Danach zum Lager selbst...


    Ich habe einige Bücher der so genannten „Lagerliteratur“ verschiedenster Totalitarismen gelesen. Dieses reiht sich – auf seine Art – doch da hinein.


    Später werde ich mir das Werk dann auch lesend gönnen. Und vielleicht die ein oder anderen Einzelheiten noch besser einordnen können.


    Eine ausdrückliche Empfehlung für den „vorgewarnten“ Leser.

    Zweifelsohne hat uns Ishiguro mal was anderes vorgesetzt, und allein das, nach den bewährteren "Rezepten" der anderen Bücher, ließ mich hier bei den "Nocturnes" aufhorchen. Es stimmt, dass diese Geschichten eher plätschern und dahinrieseln. Doch was mir besonders auffiel war ein gewisser Humor in manchen Geschichten. Eine gewisse Leichtigkeit auch, die den Autor nach den eher existenziell auf mich schwermütigeren Werken in einem anderen Licht zeigt.
    Die Sprache (ich las das Buch ebenfalls auf Englisch) ist zugänglich und eignet sich also zum Lesen im Original. Vielleicht sogar empfehlenswert, dann meines Erachtens klingt Ishiguro auf Englisch ganz eigen: er hat seine eigene Musik dabei.


    3ratten und :marypipeshalbeprivatmaus: