Beiträge von illy

Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Ich habe die Dicker-Bücher in der falschen Reihenfolge gelesen, denn Marcus, Protagonist beider Bücher ist hier noch etwas weiter vorne in seiner Karriere. Gerade als er droht, im „One-Hit-Wonder“-Abgrund zu versinken, wird sein Mentor angeklagt, vor rund 30 Jahren eine Affäre mit einer Minderjährigen gehabt und sie dann getötet zu haben. Marcus macht sich daran, den Fall aufzuklären.


    Ich hatte mehr mit einem Familien-/Gesellschaftsroman als mit einem Thriller gerechnet, wobei das Tempo für einen Thriller dann doch auch etwas zu gemächlich war. Das Buch liegt irgendwo dazwischen und erfüllt keine meiner Erwartungen an die jeweilige Seite so ganz. Mir gefielen außerdem die jugendlichen, „wilderen“ Helden des Baltimores-Romans besser als diese doch recht stark auf sich selbst fokussierten Schriftsteller-Hauptfiguren. Dazu kommen zu viele aus der Spur geratene Nebenfiguren, die ich in diesem Ausmaß dann auch nicht mehr sonderlich realistisch fand. Etwas mehr Tiefe hätte dem Figurenpark ganz gut getan.


    Ein gut zu lesendes Buch, das ich im Urlaub auch genossen habe, aber mit Schwächen. Dickers drittes Buch liegt aber schon auf meinem Wunschzettel, spätestens im nächsten langen Urlaub ist es dran.


    3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:


    Das Buch wurde mittlerweile übrigens als Serie verfilmt und läuft in Deutschland auf der Streaming-Plattform TV Now

    Dem dritten Buch aus Chambers Wayfarer-Universum habe ich schon entgegen gefiebert. Hier konzentriert sie sich auf eines der exodanischen Siedlerschiffe, mit denen die Menschen einst ins All auszogen und auf denen sie bzw. ihre Nachfahren immer noch in der damals organisierten Gesellschaftsstruktur leben. Es gibt einige gleichberechtigte Hauptfiguren, die verschiedene gedankliche Strömungen symbolisieren, auf diese Weise gelingt es der Autorin ihren LeserInnen ein umfassendes Bild der Gesellschaft auf diesen Schiffen zu beschreiben


    Am Anfang dachte ich deswegen zwar ständig „nein, nicht noch eine neue Hauptfigur mit eigener Geschichte“, aber bis zum Ende hatte ich sie dann schon alle irgendwie liebgewonnen. Trotzdem fehlte mir ein besondere Sympathieträger, der das Buch zu etwas ganz besonderem Hätte machen können. So war es eine einnehmende Geschichte, in der angenehmen Stimmung steht „Unter uns die Nacht“ den Vorgängern in nichts nach, aber für mich leider nicht ganz so schön, wie ich es mir insgeheim erhofft hatte.


    Ich werde die Autorin aber definitiv im Auge behalten, in ihren Büchern fühlt man sich einfach willkommen.


    4ratten

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    Also der Titel passt überhaupt nicht, denn dieser zweite Band beschreibt das Leben nur einer Person, nämlich Sverres, des dritten Bruders, wobei der Zeitraum der gleiche wie im ersten Band ist, der von seinen beiden Brüdern handelt. Der Originaltitel, „Dandy“, gibt schon eher korrekt den Inhalt wieder. Sverre verschwindet zum Studienabschluss nach England, wo er öffentlich der Geschäftspartner, in Wirklichkeit aber der Lebenspartner eines englischen Adeligen wird. Dabei wendet er sich von der Ingenieurskunst im Laufe der Zeit immer weiter ab und wird zu einem Kunstmaler. In den entsprechenden Kreisen verkehren die beiden dann auch, wobei Sverre das Talent und Albie nicht nur das Geld, sondern auch Kunstverstand hat, so dass sie zwar eine halbwegs geheime, aber doch gleichberechtigte Partnerschaft führen.


    Guillou erzählt eine schöne Geschichte, das flotte Leben ist nicht ohne Probleme und auch hier wirft der Erste Weltkrieg seine störenden Wellen, denen auch die weltoffenen und pazifistischen Hauptfiguren nicht entkommen können. Beim Lesen schüttelt man öfters den Kopf über die Verbohrtheit der Gesellschaft, aber die meiste Zeit ist es einfach eine angenehme Erzählung. (Allerdings auch nicht mehr.)


    Ich hatte diese ersten beiden Bände bereits gekauft, die Reihe gefällt mir zwar nicht gut genug, um sie unbedingt im Regal zu haben, die Folgebände werden wohl nur noch als Leihgabe bei mir einziehen, aber das mit ziemlicher Sicherheit. Ich will dann schon wissen, was das Leben noch so für die Lauritzen-Brüder bereithält.



    3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:


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    Leseprobe



    Es ist 1973, die Sommerferien haben begonnen und Familie Faldérault (d.h. Mutter, 4 Kinder und ein unsichtbares Rieseneichhörnchen (der beste Freund eines der Kinder)) sitzt auf gepackten Koffern und wartet darauf, dass der Vater, Comiczeichner von Beruf, noch einen letzten Auftrag beendet, bevor es losgeht. Endlich alle rein ins Autor, raus aus Belgien, ab in den Süden Frankreichs, wobei sie Autobahnen ablehnen, der Weg ist das Ziel. Der Comic versetzt einen in die Zeit zurück, als ein Urlaub noch ein echtes Abenteuer war, auf das sich die Familie gerne einlässt. Dabei werden Einbrüche schwierigen oder düsteren Alltags nicht ausgeklammert, es ist nicht immer alles toll, sie fließen durchaus in den Comic an, aber es überwiegt letztendlich die Urlaubsfreude.


    Die Zeichnungen sind bunt, detailreich, meist fröhlich und geben die Stimmung der jeweiligen Szene perfekt wieder. Die Fortsetzungen werden demnächst mein Regal bereichern.


    Ich habe den Comic übrigens im Original gelesen, was ganz gut funktionierte, jetzt weiß ich immerhin auch was Bremse (das stechende Insekt) auf Französisch heißt (le taon). :biene:


    4ratten




    Les beaux étés / Wundervolle Sommer


    1. 1973: Cap au Sud! / Ab in den Süden!
    2. 1969: La Calanque / Die Bucht am Meer
    3. 1962: Mam'zelle Estérel
    4. 1980: Le Repos de guerrier
    5. 1979: La Fugue (Joyeux Noël, famille chérie!)

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    Auch wenn mich Tony Hill und Konsorten nicht mehr so mitreißen wie zu Beginn der Reihe lese ich doch irgendwie weiter, sobald mir der nächste Band über den Weg läuft.


    Carol. Und Tony verbindet eine ganz besondere Beziehung und wie weit sie füreinander zu gehen bereit sind, beschreibt McDermid sehr schön. Auch die anderen Figuren bekommen ihren Platz und - so sehr ich den Serienmörder als Schnittmusterfigur aus dem Serienmörderhandbuch empfand - die Ermittlungen waren durchaus interessant.


    Ein wenig war aber für mich schon die Luft raus und das Finale dieser Staffle ließ mich vermuten, dass die Autorin diese Reihe in den Ruhestand schicken wollte, ich weiß nicht, wie sie sich aus diesem Ende wieder herausmanövrieren will. Aber Band 11 kommt nächsten Monat heraus, also mal schauen.


    4ratten

    Es gibt tatsächlich ein Limit von 50 Smileys pro Beitrag.


    Eine zu hohe Anzahl würde sich womöglich auf die Performance des Clients / Browsers beim Anschauen auswirken, deswegen wurde da eine Grenze einprogrammiert.

    Ich habe Heinrich Steinfest - Gewitter über Pluto abgebrochen.


    Boah, was ging mir dieser Stil auf den Geist. Zu exaltiert, prezös, verstiegen, jeder Satz wirkt, als habe der Autor mindestens 3 Stunden daran herumgefeilt. Mich nervte das, auf Seite 60 habe ich aufgehört weiterzulesen. Kann mir jemand in 3 Sätzen zusammenfassen, was noch passiert? Die Geschichte könnte durchaus interessant sein. 8o

    Ich hatte das Buch aus der Bücherei, kann mir aber gut vorstellen es mir irgendwann noch mal zu kaufen.



    Eine Kindheitsfreundin hat Schliemann und die griechischen Mythen rauf- und runter gelesen, ich war daran nur so halb interessiert, es reicht für ein gesundes Halbwissen. Ich kann die wichtigsten Götter zuordnen und Sisyphos und Ikarus und wie sie alle heißen, sind mir auch ein Begriff, auch wenn ich nicht mit Details aufwarten kann.


    Das kann ich immer noch nicht, aber da kann Fry nichts für. In „Mythos“ erzählt er gefühlt alles, was es in der griechischen Götter-und Sagenwelt zu erzählen gibt und das in einem Stil, der einen ganz bestimmt nicht langweilt. Ich finde ja Wortbedeutungen und ihre Entwicklung immer interessant und freute mich ganz besonders, zu erfahren, was alles etymologisch auf die griechische Götterwelt zurückzuführen ist. Eigentlich hätte ich einen Notizblock gebraucht, um all die „ach, das ist aber interessant“-Dinge zu notieren.


    Die launigen Zwischenbemerkungen, die Fry immer wieder einstreut, nerven nicht, sondern machen Spaß und wenn ich nur einen winzigen Bruchteil des Wissens, das Fry mit diesem Buch über mich ausgeschüttet hat, behalten würde, könnte ich jede Quizsendung zu diesem Thema mit Bravour bestreiten.


    :tipp:

    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

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    Original: Retour à Reims


    Didier Eribon ist studierter Philosoph und lehrt mittlerweile als Soziologieprofessor. Als er im Rahmen des Todes seines Vaters in seine Heimatstadt Reims zurückkehrt, stellt er fest, dass er in seiner Berufslaufbahn zwar viel zu seiner Emanzipation als Homosexueller gearbeitet hat, er aber der eigentlich ebenso prägenden Erfahrung, als Arbeiterkind in der französischen Universitätslandschaft zu landen, bislang überhaupt keine Beachtung geschenkt hat. Das holt er in diesem Buch nach.


    Ein wenig Vorkenntnisse in der Soziologie würde ich empfehlen, ohne z.B. Bourdieu zumindest ansatzweise zu kennen, wird es vermutlich schwierig, dem Autor zu folgen. Prinzipiell ist es aber schon ein Sach- und kein Fachbuch.


    Eribon analysiert (der Begriff ist aber eigentlich zu hoch angesetzt, für eine umfassende Analyse bleibt er zu sehr an der Oberfläche) auch den politischen Wandel der französischen Gesellschaft. Ich fand die Beschreibungen, wie es zur Wählerwanderung von ganz links (Kommunisten) nach ganz rechts (Front National) kam, sehr interessant und in Ansätzen durchaus auf Deutschland übertragbar, auch wenn das Ganze sicherlich nicht so einfach ist, wie Eribon es hier darstellt.


    Insgesamt gefiel mir die Mischung aus Anekdoten, Selbstreflexion und Analyse gut, so stelle ich mir Wissen erweiterndes Freizeitlesen vor.


    4ratten

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    Originaltitel (1972): Sommarboken


    In Skandinavien hat jede Familie eine Sommerhütte und idealerweise liegt diese auf einer Insel. Hier verbringt man Wochenenden und Ferien oder auch den ganzen Sommer. Tove Jansson, die Autorin, beschreibt hier den Archetyp eines solchen Aufenthalts, mit ihrer Mutter („die Großmutter“) und ihrer Nichte („Sophia“) bzw. den Alter Egos der beiden als Hauptpersonen. Zumindest als menschliche Hauptpersonen, denn die Insel, das Meer und die Natur spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.


    Sehr viel passiert eigentlich nicht, es sind Kleinigkeiten die für Abwechslung im Inselalltag sorgen und hier nacherzählt werden. Das Buch eignet sich durch seine Episodenhaftigkeit hervorragend dazu, nicht am Stück gelesen zu werden, sondern immer mal wieder ein (oder ein paar) Kapitel. Außer der Zuneigung zwischen den Hauptfiguren, die ganz deutlich ist, auch wenn es mal Streit oder Unzufriedenheit gibt, geht es sehr stark um den Respekt vor und die Liebe zur Natur, der Mensch ist nur zu Besuch.


    Ich fand „Das Sommerbuch“ nett, aber für mehr fehlt es mir an Schärenurlauben, ich glaube mit persönlichen Erfahrungen, die man mit den hier geschilderten Erlebnissen vergleicht, ist eine größere Nähe möglich, die das Buch subjektiv verbessern würde.


    3ratten:marypipeshalbeprivatmaus: