Beiträge von illy

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Lasst euch warnen von der Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes - bleibt gesund!

Aber wer jetzt hier weiter Panik verbreitet, bekommt eine Zwangs-Forenpause verordnet!

    Ich habe mir für dieses Monatsthema zwei Bücher aus dem SUB ausgesucht, deren Autor/Autorin mich bisher sehr zufrieden gestellt hat und bei denen ich die Stimmung besonders geschätzt habe:


    Kent Haruf - Abendrot

    Jane Gardam - Weit weg von Verona


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    Ich habe gehört, in der deutschen Version kommt der Virus von den Russen, stimmt das? Nur im englischen Original sind die Chinesen Schuld.

    Nach dieser Quelle ( https://edition.cnn.com/2020/0…us-debunk-trnd/index.html ) haben sie das bei einer Neuauflage 1989 von Russland zu China geändert.


    Ich bin mir ja fast sicher es gelesen zu haben (Ende 1980-Anfang 1990er war meine King und Koontz - Phase, falls sie das damals in der Bücherei hatten, habe ich es garantiert gelesen), kann mich aber absolut nicht daran erinnern.

    Ich bin mittlerweile in der Mitte angekommen. Die Leiche aus dem Hotelzimmer ist nicht irgendein Junkie, sondern entpuppt sich als der lange verschollene Sohn eines großen Tiers in der Unterwelt Sitkas. Der Mann wurde als Junge als fast der Messias gehandelt, es gibt mehrere Wunderwirkberichte (unfruchtbare Frauen, die nach seinem Segen schwanger wurden o.ä.). Am Tag seiner Hochzeit verschwand er.


    Ich bin wirklich unschlüssig, ob mir der Roman gefällt. Die Anzahl ungewöhnlicher Wörter ist etwas zu hoch für ein bequemes Lesevergnügen und Landsmans Leiden (unter Kater oder Alkoholentzug, Verletzungen und vor allem Selbstmitleid) gehen mir mittlerweile etwas auf die Nerven. Das ist echt der Archetyp des kaputten Ermittlers.

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    OT: Il Paese dei Tri Santi

    Leseprobe


    Drei Schutzheilige hat die italienische Stadt, in der dieser Comic spielt und auch drei Hauptfiguren: Nicà verdient sich ein wenig Geld als Kleindealer, nachdem er die Schule abgebrochen hat und will mit seiner Freundin weg, irgendwoandershin. Michè ist ein heroinabhängiger Ex-Boxer, der seine Wut in Gewalt entlädt. Marciano würde gerne sein Geld ehrlich in seinem Imbiss verdienen, aber Schutzgelderpresser hindern den Ex-Knacki daran.


    Hier geht es um die kleinen Fische, denen noch nicht ganz klar ist, dass sie die Verlierer sind, in einer Stadt in der kaum jemand der allgegenwärtigen Mafia überhaupt entgegenzutreten wagt. Sonst wird nur Gott und dem Priester noch ein wenig Respekt entgegengebracht, allerdings nur genug, um die Verbrechen nicht vor seiner Nase auszuführen. Die Chancenlosigkeit ihrer Zukunft ist mir als Leserin deutlich klarer als den Figuren selbst.


    Farblich dominieren gelb und ein grau-blau die Zeichnungen, die so stimmungsvoll sind, dass ich dem Zeichner auch die für meinen Geschmack etwas übertrieben langgezogenen, unansehnlichen Gesichter verzeihe.


    Ein gelungener Comic in der Tradition von Geschichten wie Gomorrha und Co.


    4ratten

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    Yu-jin erwacht blutverschmiert in seinem Bett, seine Mutter liegt tot im Wohnzimmer. Während er noch versucht, sich an die letzte Nacht zu erinnern, beginnt er sicherheitshalber lieber schon damit, alle Spuren zu verwischen, ehe sein Ziehbruder nach Hause kommt.


    Nach und nach erfahren wir, unter anderem aus einem Tagebuch der Mutter, das Yu-jin findet, von der unglückseligen Vergangenheit und schwierigen Beziehungsstruktur in der Familie. Yu-jins leiblicher Bruder und sein Vater sind tot, die Tante empfindet er als übergriffig und auch seine Mutter bestimmte immer noch über ihn, auch wenn er schon Anfang 20 ist.


    Von der Autorin habe ich bereits ein Buch (Sieben Jahre Nacht) gelesen, welches ungewöhnlich war, mir aber gut gefiel. Auch an der „Der gute Sohn“ kann man nicht die übliche Thriller-Maßstäbe anlegen, vielleicht ist es eher ein Psychogramm, bei dem es der Autorin gelingt, ihre Leser*innen erfolgreich immer wieder zu verunsichern und alles neu zu überdenken.


    Sofern Frau Jeong weiter übersetzt wird, bleibt das bestimmt nicht mein letzter Roman von ihr.


    4ratten

    Band 2: La Garúa


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    Eineinhalb Jahre später:


    Ich habe eine Rezension gelesen, die dem Autor Unkenntnis von Peru vorwirft, hier ist mir mangels eigener Kenntnisse nichts aufgefallen, da das aber in die gleiche Kritikrichtung geht, die ich dem ersten Band gegenüber hatte, neige ich dazu, dieser Kritik Glauben zu schenken. Schade, wenn eigentlich gute Arbeit durch Nachlässigkeit schwächelt.



    Gemeinsam mit einem Mann, der die Überreste seiner bei dem Erdbeben verstorbenen Tochter heim nach Belgien bringen will, verbringt Gabriel die nächsten Tage in Peru. Man merkt, Gabriel hat sich verändert. Die Liebe die er gegenüber seiner Enkelin zu zeigen gelernt hat, kann er nun endlich auch seinen Kindern geben.


    Eine gelungene Fortsetzung, auch wenn bzw. vielleicht auch gerade weil sie so völlig anders war, als ich es erwartet hätte.


    4ratten

    Band 1: Qinaya

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    Leseprobe auf der Verlagsseite


    Im Nachgang eines Erdbebens in Peru nimmt ein bislang ungewollt kinderloses französisches Paar ein kleines Mädchen bei sich auf. Die vierjährige Qinaya gewinnt schnell alle Herzen, letztlich auch das des grummeligen Großvaters, aus dessen Perspektive diese Geschichte erzählt wird.


    Der Stil ist eine schöne Mischung aus bunt, detailliert, klassisch und besticht besonders durch die ausgefeilte Darstellung der Mimik der Figuren.


    „Kind gewinnt Herz eines eigenbrötlerischen und/oder menschenfeindlichen alten Manns“ ist jetzt nicht gerade ein originelles Thema, aber dieser Comic setzt das altbekannte auf eine äußerst charmante Art und Weise um. Es macht Spaß, in den Äußerungen und Handlungen des Großvaters mehr und mehr Liebenswürdigkeit zu entdecken und ein leiser und freundlicher Humor wird immer wieder eingeflochten, die ganze Stimmung ist äußerst liebevoll. Das absolut nicht rosarote Ende des Bandes, lässt mich direkt zur (glücklicherweise bereits bereit liegenden) Fortsetzung greifen.


    4ratten



    Ich habe einen Kritikpunkt, weil ich die Geschichte nicht zeitlich einsortiert bekomme. Das letzte große Beben in Arequipa war laut Wikipedia 2001, die Datumsangabe Sonntag, 16.04. von Qinayas Ankunft passt aber nur auf 2000, 2006, 2017. Zudem wird später (aber meiner Auffassung nach im gleichen Jahr) der 13.08. als Mittwoch angegeben. Das müsste dann aber ebenfalls ein Sonntag sein. So etwas wirkt auf mich einfach nur unsauber gearbeitet.

    Auch der Februar sieht ganz ordentlich aus, da machte sich sicher der zusätzliche Schalttag positiv bemerkbar. :elch:


    Wie schon in den letzten Jahren gibt es monatlich zwei Dateien. Wer nur kurz wissen möchte, wie viele Listen mit wie vielen gelesenen Bücher es gibt, kann einen Blick auf die Schnellübersicht werfen, die Information ist dort wie gewohnt nach vollen und Minilisten getrennt. Alle Details können der Excel-Datei entnommen werden, wo auf einem Blatt auch die Ranglisten geführt werden. Link zur Gesamtdatei: Detail-Informationen


    Weitere Fragen, Anmerkungen und sonstiges rund um die Zahlen könnt Ihr in diesem Thread von euch geben.

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    Originaltitel: The Yiddish Policemen's Union


    Hauptfigur ist Landsman, ein trinkender, geschiedener, desillusionierter Polizist. Das ist nicht neues, aber Landsman lebt in Sitka, einem Territorium in Alaska, welches in den 1940er Jahren flüchtenden Juden zur Verfügung gestellt wurde und seit 1948 Israel vernichtet wurde, das einzige jüdische Refugium mit jiddischer Amtssprache und allem drum und dran ist. Aber das Schicksal Sitkas ist wie das Hongkongs mit einem Enddatum belegt, in Kürze fällt es an die USA zurück und niemand weiß so genau, was dann passieren wird.


    Vor dieser Szenerie haben wir aktuell (das Buch spielt in der Gegenwart, d.h. ca. 2007) einen Mord, ausgerechnet in dem Hotel, in dem Landsmann ebenfalls lebt. Und dann wird ihm auch noch seine Ex-Frau als Vorgesetzte vor die Nase gesetzt, die in den verbleibenden 2 Monaten bis zur Übergabe an die US-Behörden alle Fälle abwickeln soll.


    Ich bin recht froh, das Buch auf Deutsch zu lesen, so fallen mir die jiddisch wirkenden Wortschöpfungen (oder echtes jiddisch?) nicht schwer zu lesen. Am Ende gibt es zwar ein Glossar, aber einige Begriffe (Ortsbezeichnungen) sind ziemlich sicher ausgedacht, andere erkenne ich als echt. Ich hätte gerne im Glossar nicht nur eine Übersetzung/Erklärung, sondern auch eine Herkunftsangabe für die Begriffe oder ein Nachwort der Übersetzerin, wie sie mit den "jiddischen" Begriffen umgegangen ist.