Beiträge von Manjula

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Lasst euch warnen von der Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes - bleibt gesund!

Aber wer jetzt hier weiter Panik verbreitet, bekommt eine Zwangs-Forenpause verordnet!

    Es hat sich dann auch gezogen, und wenn ich nicht Urlaub gehabt hätte, wäre ich vielleicht heute noch nicht fertig. Das spricht aber nicht gegen das Buch, es war nur eines, das Zeit und Muße verlangt. Für mich hat es sich aber sehr gelohnt, ich bin begeistert. Die Ich-Form ist hier kein Zufall, sondern Programm: der Erzähler kreist stark um sich selbst und seine Gedanken. Dass er sich nach einer längeren Unterhaltung und "näherer Begegnung" ;-) mit einer Frau nicht sicher ist, ob es seine Exgattin handelt, ist wohl bezeichnend. Man kann diese Episode auch mit "Nichts ist wie es scheint" umschreiben, was auch für das gesamte Buch passt: man darf sich nicht auf den ersten Eindruck verlassen (weder der Erzähler noch der Leser). Die überraschende Wende am Schluss wurde ja schon erwähnt, ich fand sie sehr gelungen, weil ich mir ein bestimmtes Bild von den handelnden Personen gemacht hatte und dies dann fast nach jeder Seite revidieren musste.


    Sehr schön fand ich auch die Sprache des Roman. Ausschweifend, kunstvoll, bildreich - der Stil hat mich in seinen Bann gezogen.

    Wie schön, dass ich zu meinem aktuellen Buch hier etwas finde :smile: Sehr weit bin ich noch nicht, in einem kann ich Dir aber schon zustimmen: ein Buch für zwischendrin ist es nicht. Ich brauche jedesmal ein bisschen zeit, bis ich mich wieder in die sehr langen Sätze und das intensive Kreisen um die eigenen Gedanken eingefunden habe. Dann bin ich aber regelmäßig fasziniert. Der Schreibstil übt auf mich eine gewisse Sogwirkung aus, er wirkt sehr eindringlich. Als Beispiel möchte ich die Stelle nennen, an der die Hauptperson darüber nachdenkt, wie der Mensch dazu neigt, vor Veränderungen die Augen zu verschließe, und (wieder in einem endlosen Satz) unzählige Beispiel nennt, wie sich jemand an der Vergangenheit, am noch-nicht festklammert...sehr beeindruckend. Ich hätte gern mehr Muße für dieses Buch, bei meinem jetzigen Lesetempo wird es sich noch ziehen.

    Unterschiedliche Meinungen hier - ich kann beide teilen. Vieles in dem Buch fand ich zum Schreien komisch: wie er nachts in seinem Zimmer 75 km zurück legt, seine Erlebnisse in der Oper, seine Meinung zum Rheinwein ("Vom Essig unterscheidet man ihn mit Hilfe des Etiketts"), natürlich die Abhandlung zur deutschen Sprache... Andererseits hat sich für mich der Teil in der Schweiz gezogen wie Kaugummi. Unterm Strich aber dennoch ein amüsantes, lohnendes Buch.

    Damit es nicht wieder ein Jahr dauert, bis der Thread nach oben rutscht, hier meine Meinung: es ist durch die e-Mail-Form sehr leicht zu lesen (wobei ich die Prognose Wagen möchte, dass der Roman bereits in zehn Jahren sehr angestaubt wirken wird). Die schönste Stelle war für mich die e-Mail, in der Leo erklärt, in welcher Situation ihn Emmis Rundmail erreicht hat. Wer hat das noch nicht erlebt, emotional so angespannt zu sein, dass man der winzigsten Kleinigkeit noch eine Riesenbedeutung beimisst? Soweit der positive Teil.


    Ansonsten ging mir das ganze (wie vielen hier) zu sehr im Kreis herum. Und Emmi war nicht nur sehr unsympathisch (das wäre auch kein Grund, das Buch nicht zu mögen), sondern erfüllt auch perfekt das Weibchenschema: geht es einem Mann schlecht, fehlt ihm nur die Frau, also muss man ihn verkuppeln. Besteht aber die Gefahr, dass die Kuppelei Erfolg hat, ist man zutiefst beleidigt, was dazu berechtigt, die Verkuppelte böse nieder zu machen. Dass es die beste Freundin war, ist da unwichtig; im Zicken-Konkurrenzkampf ist jedes Mittel recht. Bäh! Da hilft es auch nicht mehr, dass Leo recht sympathisch war. Der Gesamteindruck ist schon im Eimer.

    "Am Strand" fand ich auch sehr gelungen. Ein Buch, in dem "nicht viel passiert", aber die Gefühle und Ängste der beiden Frischverheirateten sehr ausführlich beschrieben, fast schon seziert werden. Sehr gut gefallen hat mir McEwans Kunstgriff, nach der minutiösen Schilderung der Hochzeitsnacht die darauf folgenden Jahrzehnte in wenigen Absätzen abzuhandeln. Meinen einzigen Kritikpunkt haben Ophelia und Madicken schon genannt - den Grund für Florences Ängste fand ich auch zu "einfach". Trotzdem ein sehr lesenswertes Buch.

    Hallo Murkxsi,


    Deine Eindrücke habe ich mit Interesse gelesen - bei meiner ersten Lektüre ging es mir genauso und ich hätte am liebsten die Buchhändlerin verklagt, die mir den Roman empfohlen hatte. Umso überraschter war ich bei der Zweitlektüre, wie sehr mich das Buch gefesselt und berührt hat. Offensichtlich war es damals (vor 15 Jahren! So lange ist noch kein Buch bei mir ungelesen rumgelegen) einfach nicht der richtige Zeitpunkt. Jedenfalls finde ich es sehr interessant, wie unterschiedlich die Geschichte ankommt.


    Viele Grüße
    Manjula

    Hallo Madicken,


    freut mich, wenn ich Dein Interesse wecken konnte. "Das Erwachen" war für mich ein besonderes Leseerlebnis, das auch jetzt noch nachwirkt (ich hatte es schon im Sommer gelesen). Wenn Du es liest, wäre ich sehr gespannt auf Deine Eindrücke.


    Liebe Grüße
    Manjula

    Thomas Mann - Buddenbrooks


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    Inhalt: Thomas Mann erzählt in seinem ersten Roman die Geschichte einer Lübecker Kaufmannsfamilie. Gleich in der ersten Szene begegnet der Leser drei Generationen: Großvater Johann, der sich vom aktiven Betrieb zurückgezogen hat, und seine Frau Antoinette; sein Sohn Jean, der jetzige Betriebsinhaber, und seine Frau Bethsy sowie deren drei Kinder, Thomas, Christian und Antonie. Eine offensichtlich harmonische und erfolgreiche Familie, die eben in ein repräsentatives Haus eingezogen ist und in Kürze weiteren Nachwuchs erwartet. Die Zukunft sieht glänzend aus für die Familie Buddenbrook.


    Und tatsächlich sind in den nun folgenden Jahren Erfolge sowohl in geschäftlicher als auch in politischer Hinsicht zu verzeichnen. Doch mehr und mehr schleichen sich dunkle Stellen in dieses glänzende Familiengemälde ein, unternehmerische Fehlentscheidung, unglückliche Ehen, Krankheit, Streit, der gleichzeitige Aufstieg der konkurrierenden Firma der Hagenströms…nicht umsonst hat Mann den Untertitel „Verfall einer Familie“ gewählt.


    Meine Meinung: „Buddenbrooks“ werden oft als der deutsche Roman bezeichnet. Was fesselt so an diesem vor mehr als hundert Jahren erschienenen Buch? Nimue hatte früher im Klassikerforum den schönen Spruch „Ein Klassiker ist ein Buch, das nie aufhört zu sagen, was es sagen möchte“(Italo Calvino), und meines Erachtens passt er besonders gut zu Manns Erstling. Vielleicht kann man ihn noch ergänzen: was ein Klassiker zu sagen hat, ändert sich je nach Leser, nach Epoche, nach Lebensalter – und vielleicht ist das die ganz besondere Kunst, ein Buch so vieles sagen zu lassen.


    Schön lässt sich das verfolgen an den Besprechungen zu dem aktuellen Film von Breloer. Viele Rezensenten ziehen eine Parallele vom Niedergang der Buddenbrooks zu der momentanen Wirtschaftskrise (wobei der Vergleich aus meiner Sicht gar nicht so passend ist – die Buddenbrooks haben mit den Managern, Investmentbankern und Börsenmaklern weniger gemeinsam als etwa die Hagenströms. Aber das nur am Rande). Wäre der Film zu einer anderen Zeit erschienen, hätte sich das Interesse vielleicht eher auf ein evtl. Burnoutsyndrom von Thomas Buddenbrook, die unglücklichen Ehen von Tony oder das schwierige Vater-Sohn-Verhältnis Thomas – Hanno konzentriert. Jeder Zeit, jedem Leser seine eigenen Buddenbrooks sozusagen.


    Was mir sehr gut gefallen hat, dass (was man bei der Dicke des Buchs nicht unbedingt vermuten würde) Mann bestimmte Begebenheiten recht kurz hält, nicht alles erklärt und bis ins Detail geht. So kann sich der Leser selbst ausmalen, wie sich z.B. das verhängnisvolle Auf-dem-Halm-Geschäft auf den Betrieb ausgewirkt hat oder wie die Ehe von Christian verläuft. Andererseits werden auch Szenen geradezu liebevoll beschrieben, wie das Weihnachtsessen, bei dem man fast schon durchs Lesen satt wird, die chaotischen Weihnachtsfeiern bei Sesemi Weichbrodt (eine meiner Lieblingsfiguren), aber auch die qualvollen Zahnarztbesuche Hannos oder sein Schultag, der dem Leser seine eigene Schulzeit in viel milderem Licht erscheinen lässt.


    An Humor lässt es Mann übrigens nicht fehlen, amüsant fand ich z.B. die unvermählbaren Töchter von Gotthold, die das Geschehen stets spitz kommentieren, oder auch als Thomas, nachdem ihm Christian seine innige Liebe zu Aline geschildert hat, ihn lapidar mit „Esel!“ abfertigt.


    Beeindruckt hat mich auch, wie Mann bereits in der ersten Szene (der Feier zur Hauseinweihung) die künftige Entwicklung durchscheinen lässt. Es wird über die früheren Inhaber gesprochen, die bankrott sind; Christian überfrisst sich; der verstoßene Sohn Gotthold macht finanzielle Forderungen geltend…die Vorboten für den drohenden „Verfall“ sind bereits hier vorgezeichnet. Und die stolze Zurschaustellung der Zimmer lässt im Nachhinein schaudern, wenn Jahre später der durchgebrochene Boden des Billardzimmers erwähnt wird. Auch deshalb freue ich mich auf eine Zweit-, Dritt…lektüre, da ich mir sicher bin, dass es hier immer etwas Neues zu entdecken gibt.


    Fazit: Ganz eindeutig mein Lesehöhepunkt 2008 – Unterhaltung auf höchstem Niveau.

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    Edwin A. Abbott – Flächenland


    Inhalt: Icherzähler dieses Büchleins ist Square, ein Einwohner Flächenlands. Flächenland zeichnet sich dadurch aus, dass es lediglich Länge und Breite, nicht aber Höhe kennt. Es handelt sich also um eine zweidimensionale Welt. Die männlichen Bewohner sind Vielecke, wobei gilt: je mehr Ecken, umso mehr gesellschaftliches Ansehen. Am bedeutendsten sind daher diejenigen, die so viele Ecken aufzuweisen haben, dass sie so gut wie kreisförmig sind. Die gesellschaftlichen Schichten sind streng abgegrenzt und lassen so gut wie keinen Aufstieg zu. Die weiblichen Bewohner sind gerade Linien.


    Square unterscheidet sich von seiner Umgebung insoweit, als er eine Vorstellung von anderen Welten hat. So träumt er eines Tages vom Linienland, das ihm unglaublich beschränkt vorkommt, da es nur eine Dimension hat und der herrschende König unfähig ist, die Idee einer weiteren Dimension zu begreifen. Danach erhält er Besuch eines Bewohners des Raumlands, einer Kugel, und nun hat er Schwierigkeiten, eine dritte Dimension nachvollziehen zu können. Nach fruchtloser Diskussion entführt ihn die Kugel in das Raumland und nun versteht er, ja, er macht sich sogar Gedanken um die Möglichkeit einer vierten Dimension. Doch solche Ideen sind in der Gesellschaft von Flächenland nicht gern gesehen, wie er leidvoll feststellen muss.


    Meine Meinung: Ein gewisses Interesse an Mathematik muss man sicher mitbringen für dieses Buch. Aber dann macht es richtig Spaß, unter anderem weil man es auf zwei Ebenen (in zwei Dimensionen gewissermaßen :breitgrins: ) lesen kann: zum einen die rein mathematische, die wirklich anschaulich und nachvollziehbar geschildert wird. Zum anderen aber auch die gesellschaftliche oder politische, oder wie man es auch nennen mag.


    Zu Beginn des Romans fühlt man sich Square, der in einer dermaßen beschränkten Welt lebt, natürlich haushoch überlegen, immerhin haben wir eine Dimension mehr und leben auch nicht in einer so strikt reglementierten, statischen Gesellschaft. Man kommt aber ins Grübeln, als er in Bezug auf Linienland (und erst recht auf Punktland) dasselbe fühlt. Sind wir etwa genauso arrogant wie die Könige dieser beiden Länder, die ihre Welt für die beste, ja die einzig mögliche halten? Und ist unsere gesellschaftliche Ordnung vielleicht doch nicht so liberal und weltoffen, wenn wir sie mit anderen Augen betrachten? So dünn das Büchlein auch ist, es gibt Stoff zum Nachdenken.


    Fazit: Lesenswert – nicht nur für Mathefans.


    EDIT: Amazonlink eingefügt. LG, Saltanah

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    Inhalt: Edna Pontellier ist die Hauptfigur dieses Romans, der Ende des 19. Jahrhunderts in Louisiana spielt. Die Handlung beginnt während des Urlaubs, den Edna mit ihren beiden Kindern (ihr Ehemann besucht sie zeitweise) auf Grand Isle verbringt. In einem sittenstrengen Pfarrhaus aufgewachsen, ist ihr die lebensfrohe Kultur der Kreolen zunächst fremd, doch sie öffnet sich allmählich den neuen Eindrücken. Edna schließt Freundschaft mit unterschiedlichen Personen: mit Adèle Ratignolle, die völlig in ihrer Familie aufgeht und in aller Augen die ideale Ehefrau und Mutter darstellt; mit Mademoiselle Reisz, einer unverheirateten Pianistin, die nur gegenüber Edna wenigstens teilweise ihre Schroffheit ablegt; und v.a. mit dem jungen Robert, der sie anbetet.


    Nach dem Ende des Urlaubs scheint es Edna unmöglich, ihr Alltagsleben in New Orleans wieder aufzunehmen. Sie lässt den Kontakt zu Freunden abreißen, kümmert sich nicht um die Geschäftsfreunde ihres Ehemanns, weigert sich, die Hochzeit ihrer Schwester zu besuchen, interessiert sich nicht mehr für ihre Kinder und ihren Haushalt und beginnt zu malen. Auch in ihrem Liebesleben will sie keine Kompromisse mehr eingehen. Doch gesellschaftliche Konventionen scheinen ihre Selbstverwirklichung unmöglich zu machen.


    Zur Autorin: Kate Chopins literarische Karriere begann erst mit 38 Jahren, zunächst in mit Kurzgeschichten, die in lokalen Zeitschriften veröffentlicht wurden. Ihr erster Roman wurde wegen der angeblich fehlerhaften Charaktere kritisiert, ihre stilistischen Fähigkeiten jedoch hoch gelobt. „Das Erwachen“ erschien 1899 und wurde von den Kritikern, die sich an der Figur der Edna und ihren Ansichten störten, in der Luft zerrissen. Das Buch wurde aus der öffentlichen Bibliothek von St. Louis verbannt, Kate Chopin wurde die Mitgliedschaft im St. Louis Fine Arts Club verweigert.


    Meine Meinung: „Das Erwachen“ ist ein sprachlich sehr starker Roman. Auch die zeitgenössischen Kritiker, die am Inhalt des Buchs kein gutes Haar ließen, konnten nicht umhin, den Stil (widerwillig) zu loben. Kate Chopin hat eine sehr sinnliche Sprache; man riecht förmlich das Meer, die exotischen Blumen, den starken Kaffee. Diese Sinnlichkeit spiegelt auch die Figur der Edna wieder, die sich im Lauf der Geschichte immer stärker ihren Gefühlen anstatt rationalem Denken oder Sitte und Tradition folgt.


    Für die damaligen Leser war eine Frau, die sich diese Freiheit heraus nimmt, wohl sehr schwer zu ertragen (die Rezensionen, die im Anschluss an den Roman abgedruckt sind, sind zum Teil heftig); einerseits neigt man dazu, diese Haltung zu belächeln, andererseits gab es immer wieder Szenen, in denen auch ich dachte „Huch! Das kann sie jetzt nicht machen.“ Eine literarische Figur würde man heute sicher nicht so feindselig beurteilen wie es damals geschehen ist – aber eine reale Edna würde sicher auch heute nicht auf allzu viel Verständnis treffen.


    Mein Fazit: Mir hat das Buch einen bleibenden Eindruck hinterlassen; zum einen wegen der sehr bildhaften Sprache, aber auch wegen der zwiespältigen Hauptfigur. Dass Kate Chopin bereits zu Lebzeiten in Vergessenheit geriet und erst viel später wieder entdeckt wurde, hat sie jedenfalls nicht verdient.


    PS: zu diesem Buch gab es im Klassikerforum bereits eine Leserunde, nachzulesen [url=http://www.klassikerforum.de/index.php/topic,2379.0.html]hier[/url].


    EDIT: Amazonlink eingefügt. LG, Saltanah Ich wusste doch, ich hatte etwas vergessen... vielen Dank! Zur Ergänzung noch der Link zu meiner Ausgabe, da ich nicht weiß, ob alle Ausgaben mit Anhang versehen sind:

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    Pompeji – Robert Harris


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    Inhalt: Italien im Jahr 79 n.C. Attilius ist erst seit einigen Tagen Aquarius (Wasserbaumeister) und muss sich bereits ernsten Problemen stellen: in einer Stadt nach der anderen am Golf von Neapolis fällt die Wasserversorgung aus. Offensichtlich ist der Kanal, der sie alle versorgen soll, defekt. Attilius macht sich auf nach Pompeji, wo wider Erwarten noch Wasser vorhanden ist – dort stößt er nicht nur auf die Ursache des Wassermangels, sondern findet heraus, was mit seinem Vorgänger geschehen ist und kommt einem unglaublichen Fall von Korruption auf die Spur. Und das ist noch das kleinste Problem, dem sich Pompeji in diesen Tagen stellen muss…


    Meine Meinung: Falls diese Inhaltsangabe wie ein Filmtrailer klingt – Absicht! Das Buch ist nämlich genauso aufgebaut. Eine Verschwörung, eine Liebesgeschichte, eine große Katastrophe und das alles sehr rasant und mit viel Spannung umgesetzt. Gute Unterhaltung – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und obwohl man natürlich weiß, worauf die Geschichte hinausläuft, macht es doch viel Spaß, Attilius auf seiner Suche nach dem Leck oder vielmehr der Wahrheit zu folgen. Nebenher erfährt man auch Interessantes über die Wasserversorgung (die wirklich nur genial zu nennen ist), lernt den Gelehrten Plinius kennen und kann sich über römische Esssitten amüsieren (oder auch gruseln: wer hat Lust auf Schamlippen vom Schwein, mit Nieren gefüllte Schweineeuter und in Honig panierte Mäuse?).


    „Pompeji“ ist sicher kein typischer historischer Roman, da der Stil und auch die Wortwahl eher modern scheinen; die Verwendung von „f***n“ wurde ja oben schon mal bemängelt – ich fand es eigentlich nicht so unpassend. Ein Aspekt bei historischen Romanen ist natürlich immer die Genauigkeit. Mir fehlt hier leider das Hintergrundwissen, aber bei Nimue findet man ja alles :smile: :Zu „Pompeji“ gab es schon mal eine [url=http://www.klassikerforum.de/index.php/topic,738.0.html]Leserunde im Klassikerforum[/url] , und hier hat der Roman gute Noten in dieser Hinsicht erhalten.


    Fazit: Ein unerwartet moderner historischer Roman, der sich liest als würde man einen Film ansehen – macht Spaß.

    Gelungen fand ich die Figur von Casanova...


    Ja, das ging mir auch so. Schmunzeln musste ich vor allem über seine Fußnoten, z.B.



    Das Buch eignet sich übrigens auch sehr als Krankenbettlektüre :zwinker:


    (auch wenn mittlerweile wahrscheinlich im Handschuhfach oder in der Handtasche eine Waffe gelegen wäre)


    ...oder ganz sicher ein Handy, womit der Wir-können-keine-Hilfe-holen-Plot ziemlich in die Hose gegangen wäre.


    Ich fand das Buch jedenfalls auch recht gruselig, weil ich sowieso großen Respekt vor Hunden habe. Zu den Verbindungen zu anderen King-Büchern: ich meine, dass "Cujo" auch in "Der dunkle Turm" erwähnt wird.


    Schöne Grüße
    Manjula

    "Die Hexe von Paris" habe ich auch sehr gern gelesen. Die z.T. recht sarkastischen Kommentare der Hauptperson machen das Buch zu einem besonderen Vergnügen. Besonders faszinierend finde ich, dass sich diese Giftmordgeschichte tatsächlich abgespielt hat.


    Die Stimme und Die Vision fand ich auch klasse :smile:

    Ich auch :daumen:

    Hallo Bett


    mir ging es mit diesem Buch ähnlich: nett zu lesen, aber keiner der Charaktere ist mir so richtig ans Herz gewachsen. Was ich an dem Buch sehr mochte, war das Bild, Binchy vom Irland der 50er Jahre zeichnet (hat man zwar alles schon gelesen, aber es ist doch immer wieder unterhaltsam). Etwas unstimmig fand ich mal wieder die zeitliche Komponente bei der unvermeidlichen ungewollten Schwangerschaft, aber wer wird denn kleinlich sein :zwinker: Jetzt würde mich aber noch interessieren, wer für Dich die beiden Nebencharaktere mit dem eigenen Leben sind?


    Viele Grüße :winken:
    Manjula

    "Kitchen" habe ich auf Empfehlung einer Freundin gelesen und fand es wunderbar. Zu Beginn musste ich mich an den Stil zwar etwas gewöhnen, aber war dann schnell begeistert, wie sorgfältig und liebevoll die Charaktere gezeichnet (im wahrsten Sinne des Wortes, ich fühlte mich wirklich an eine Tuschezeichnung erinnert) sind. Und obwohl Japan sicher auch schon sehr verwestlicht ist, war es dennoch wie ein Blick in eine fremde Welt.


    Viele Grüße
    Manjula

    Normalerweise bin ich nicht so der Liebesromanfan, aber dieses Buch hatte mir eine Freundin sehr ans Herz gelegt. Ich fand es auch gar nicht mal schlecht. Nicht unbedingt die Liebesgeschichte, da war mir vieles zu ungereimt


    ,


    aber die Idee, was mit Menschen geschieht, während ihr Körper im Koma liegt, fand ich schon nachdenkenswert. Und der Schluss war sehr passend. Allerdings finde ich es schade, dass es hier eine Fortsetzung gibt, weil ich offene Enden immer toll finde. Aber der Autor konnte wohl einem sicheren Bestseller nicht widerstehen :zwinker:

    Immer wieder interessant, wie unterschiedlich die Meinungen zu einem Buch ausfallen. Ich habe "Love" vor ein paar Wochen gelesen, und es hat mir ganz gut gefallen. Aus meiner Sicht ist es nicht Kings bestes Buch, aber sicher auch nicht sein schlechtestes. Sehr interessant fand ich die Theorie, wo der Geist bzw. die Seele von "abwesenden" Patienten sich befindet. Über dieses Geheimnis hat sich wohl jeder schon Gedanken gemacht, der mit Komapatienten zu tun hat oder auch nur Berichte über sie liest (witzigerweise habe ich nach "LOVE" ein komplett anderes Buch gelesen, nämlich "Solange Du da bist" von Marc Levy, in dem genau diese Frage auch behandelt wird).


    Die Passagen über die besondere Beziehung zwischen Scott und Lisey fand ich anfangs etwas nervig, weil sie ohne die späteren Ergänzungen etwas wirr wirken und wohl auch wg. der etwas merkwürdigen Geheimsprache (ob Bösmüll und SUWAS im Original genauso bescheuert klingen?), aber mit fortschreitender Handlung fand ich sie immer besser; ich habe sogar, nachdem ich fertig war, das Buch gleich nochmal komplett gelesen, weil ich jetzt die ganzen Anspielungen verstehen konnte.


    Insgesamt ein lohnendes Leseerlebnis für mich.