Beiträge von Avila

Leserunde mit Tobias O. Meißner ab 06.09.2019: Evil Miss Universe [Gesellschaftskritische Romantic Comedy]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Ich habe meine E-Books auch vorrangig auf dem PC und durch Back-Ups auf der externen Festplatte. Auf meinem Reader habe ich immer nur eine Auswahl, weil mir das sonst zu unübersichtlich wird.

    Das könnte ein Dialog mit mir sein. Teilweise kann ich mir weder Titel noch Autor merken. :saint:

    Dass Fiona sich der Frauenbewegung angeschlossen hat, hat nicht überrascht, auch nicht, dass Cindy ebenfalls mit dabei ist. Was mich aber überrascht hat: dass sich Rose doch so schnell von den Zielen der Bewegung hat überzeugen lassen, nachdem sie sie zuerst so vehement abgelehnt hat. Hier hätte ich mir gewünscht, ein wenig mehr darüber zu erfahren, was sie umgestimmt hat.

    Für mich ging das auch ziemlich schnell. Auf einmal war sie quasi von heute auf morgen überzeugt. Ich habe da aber dann nochmal für mich nachgedacht und eigentlich waren alle Gründe, die dafür sprachen, schon gesagt. Warum sie nochmal ausarbeiten? Hätte ich das wirklich lesen wollen und wären das dann nicht unnötige Wiederholungen gewesen? Und so konnte ich das für mich dann doch vereinbaren. :)

    Ich habe hier nun auch meine Rezi gepostet und auch schon auf Goodreads geteilt. Amazon, Thalia & Co folgen noch die Woche! :)


    Ich will mich auch schon mal für diese tolle Runde hier begleiten! Es gab und gibt ja noch einen wirklich intensiven Austausch und das hat mir mal wieder sehr viel Spaß mit euch gemacht - auch an dich, Rebecca Michele , ein ganz großes Dankeschön für deine Begleitung. Es war so mal wieder so viel informativer und persönlicher! Ich habe mittlerweile auch schon andere Bücher von dir gelesen und merke immer auf, wenn ein Buch von dir meinen Weg kreuzt. :)

    Fiona, eine von ihrer Familie verstoßene Frau, weil sie den falschen Mann heiraten wollte und Cindy, eine schwangere Frau, die ihren Freund beim Titanic-Unglück verloren hat, treffen in einem Magdalenen-Kloster aufeinander. Ein Kloster, das sich "gefallenen" Frauen annimmt. Die erst vor kurzem dorthin versetzte Nonne Rose ist immer entsetzter, je mehr sie von den Zuständen des Kloster erfährt. In den Wäschereien arbeiten die Frauen für kaum Kost und unter gewalttätigen Umständen...


    Rebecca Michéle entführt uns Leser in eine düstere Zeit der irischen katholischen Geschichte. Eine Zeit, über die erschreckend wenig bekannt ist und die umso mehr in den Fokus gerückt werden sollte - vor allem wenn man sich die allgemeine Missbrauchsdebatte der katholischen Kirche anschaut. Denn (sexueller) Missbrauch ist genau das, was in diesen Magdalenen-Klöstern vorgefallen ist, was aber in keiner Weise aufgearbeitet wird.

    Die brutalen Szenen im Kloster sind verstörend zu lesen, vor allem weil die Auswegslosigkeit der Situation so greifbar wird. Der Schreibstil ist so intensiv, dass das Lesen mir stellenweisen wir sehr schwer gefallen ist, weil es so bedrückend und realistisch war.


    Später schwenkt die Autorin dann noch auf ein anderes Kapitel der irischen Geschichte: den irischen Befreiungskampf gegen die englischen Besatzung. Dadurch wird das Buch dann wieder etwas aufgelockert, auch wenn hier auch nicht unbedingt Friede, Freude, Eierkuchen angesagt ist, aber immerhin ist die Unterdrückung und Gewalt auf eine allgemeinere Weise schlimm und nicht so belastend.


    Insgesamt also keine leichte Kost, aber sehr gut recherchiert und schonungslos dargestellt. Ein Buch, mit einem interessanten und lesenswerten Thema, das ich auf jeden Fall empfehlen kann.

    Außerdem behandelt Bernice ihre Frauen sehr anständig - gut, man kann sicherlich immer darüber diskutieren, wie freiwilig die Frauen es tatsächlich machen und wieviel doch auch den gesellschaftlichen Umständen geschuldet ist, dass sie vielleicht die Prostitution in Kauf nehmen, um ein selbständiges und einigermaßen gesichertes Leben zu führen. Aber in jedem Fall hat keine der Frauen ein Problem damit, ihren Körper zu verkaufen und keine der Frauen wird dazu gezwungen.

    Das gefällt mir auch, auch wenn diese Freiwilligkeit natürlich ein wenig unfreiwillig wohl auch sein wird. Aber darum geht es wohl eher weniger. Bernice hält ihre Frauen nicht klein, betäubt sie nicht mit Gewalt oder Drogen und würde sie ziehen lassen, wenn sie das wollen würden. Dass die Frauen aber dennoch keine Alternative haben, sich ein anderes Leben aufzubauen, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Umso mehr schätze ich Bernice aber, dass sie diese Lage nicht über die Maßen ausnutzt, sondern viel mehr Schutz bietet.

    Ich kann dich verstehen, ysa . Wenn die Figuren nicht so unfassbares Leid hätten erfahren müssen, wäre mir das auch alles zu viel gewesen. Hier bin ich jetzt fast eher froh, dass ihnen noch mehr Leid erspart wurde. ?(

    Abgänge im August:

    Kai Meyer: Die Seiten der Welt

    Martha Sophie Marcus - Das blaue Medaillon

    Romberg, Johanna - Federnlesen


    Zugänge im August:

    John Irving - Gottes Werk und Teufels Beitrag

    Robert Galbraith - Der Ruf des Kuckucks

    Robert Galbraith - Weißer Tod*